Bewegtes und Bewegendes

Wort zum Montag

Februar 9, 2010 · 6 Kommentare

Wer meint, er bräuchte einen personal assistant, der hat auch in sonstiger Hinsicht schon ziemlich den Bezug zur Realität verloren und lebt größtenteils in seiner eigenen Welt.

Der personal assistant ist dann nur noch der Pingpongball zwischen Realität und eigener Welt.

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Zeugen very british

Februar 7, 2010 · 6 Kommentare

Jahrelang hatte ich mir sehnlichst gewünscht, mich einmal mit den Zeugen über Gott und die Welt unterhalten zu dürfen, aber vergeblich. Nie klingelte auch nur ein einziger kleiner Zeuge an unserer Haustür. Am Freitag war es endlich soweit. Auf dem Weg von der S-Bahn zur Arbeit gingen vor mir zwei sehr elegant gekleidete Herren. Ich hätte es ein wenig eilig und wollte sie gerne überholen, das ging aber wegen der Schneemassen am Straßenrand nicht wirklich. Plötzlich drehten sich die beiden Männer zu mir um, machten mir Platz und:

Zeugen: “Guten Morgen!!!!” (schalmeit es unsäglich fröhlich usw… und als würden wir uns seit 30 Jahren kennen)

Frau Ansku: ” Oh! Guten Morgen!”

Zeugen: “Gehen Sie hier zur Arbeit?”

Frau Ansku: “Ja, ich arbeite da vorne.” (unbestimmter Punkt in der Straße)

Zeugen: “Oh wie schön!” (Frau Ansku denkt sich, dass es da ja wohl schöneres gibt.)

Zeugen: “Und sind Sie denn glücklich im Leben?”

Frau Ansku: (jubelt innerlich, denn es dämmert langsam, dass das ja wohl höchstwahrscheinlich die Zeugen sind, auf die sie so lange schon gewartet hat und wenn das Zeugen sind, dann haben sie einen very british accent wenn sie deutsch sprechen. Zeugen auf british, gibt’s das? Finde keine Antwort auf diese Frage und die Schildchen, die die beiden am Revers tragen, kann ich leide auch nicht lesen, aber egal also weiter im Text.)

Frau Ansku: “Oh ja, ich bin sehr sehr glücklich!” (breitestes Grinsen, was zwischen Mund und zwei Ohrläppchen möglich ist)

Zeugen: “Oh, das ist schön! Aber man kann ja immer noch glücklicher werden.”

Frau Ansku: “Echt ma’?? Wirklich? Naahain, das glaub ich nicht. Glücklicher als ich, das geht gar nicht!!!” (noch breiteres Grinsen, ich bin der Sonnenschein persönlich)

Zeugen: “Und was macht Sie denn so glücklich?”

Frau Ansku: (überlegt kurz) “Meine Familie und meine Freunde!”

Zeugen: “Wissen Sie denn, dass es einen Weg gibt, wie wir mit unserer Familie über den Tod hinaus verbunden bleiben können?”

Frau Ansku: “Ah-ha…”

Zeugen: “Aber ja doch! Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod? Haben Sie Sich schoneinmal Gedanken darüber gemacht?”

Frau Ansku: “Ähm nein, das habe ich noch nicht entschieden.”  (Schlagfertigkeit is’ irgendwie nich’ so mein Ding, was mich auch regelmäßig von neuem zur Verzweiflung treibt.)

Zeugen: “Sehen Sie, es gibt da ein Buch vom Propheten XY, von Gottes Vertreter auf Erden. Und der Prophet XY erzähtl uns, dass Gott uns alle sehr sehr liebhalt… Und wir können Ihnen exklusiv dieses Buch besorgen!”

(inzwischen vorm Haus des Chefs angekommen)

Frau Ansku: “Also, es hat mich wirklich sehr gefreut, mich mit Ihnen zu unterhalten, aber ich muss jetzt leider zur Arbeit. Einen schönen Tag noch! Bis hoffentlich bald mal wieder!

Zeugen: “Einen schönen Tag noch. Ähm… Wissen Sie denn sonst noch jemanden hier in der Nähe, der sich gerne mit uns unterhalten möchte?”

Frau Ansku: “Nein, leider nicht. Um Himmels Willen NAAAHAAIN!!! Ich arbeite hier nur, ich kenn mich hier ganz und gar überhaupt nicht aus.”

Und das nächste Mal, wenn ich etwas mutiger und schlagfertiger bin mehr Zeit habe, frag ich mal genauer nach, um welcher der 100.000 Propheten es sich hier eigentlich handelt und ob der auch Brite ist. :D Ich freu mich schon.

(to be continued)

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Mädelsabend

Februar 7, 2010 · 2 Kommentare

Gestern abend Drei-Mädelsabend: Vorspeise bringt die liebste Freundin No. 1 mit, Nachspeise mache ich und der Hauptgang wird von der liebsten Freundin No. 2 zubereitet, ein Nudelgericht. Ich suche etwas nach einem geeigneten Rezept und entscheide mich schließlich für eine italienische Zabaione, also eine Weinschaumcreme, denke mir, oh das ist was Feines, das wird den Mädels sicher munden, nur um bei der liebsten Freundin No. 2 angekommen sofort festzustellen, dass unsere Vorspeise eine Weinsuppe sein wird.

Sollte mir, muß mir das etwas sagen?

(Geschmeckt hat es sehr gut, Suppe und Creme unterschieden sich dann allerdings in der Konsistenz nicht großartig. Nächstes Mal nur ncoh mit Handrührgerät!)

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Februar 6, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

War seit laaanger Zeit mal wieder joggen. Versucht zu joggen.

Hatte aber eher was von Eisplatten-Hopping.

In alter rosa Jogginghose, beiger Fleecejacke und Mütze gejoggt. Mangels tauglicher Winter-Sportbekleidung.

Hatte eher was von “vom-Fasching-entlaufen”.

Ach ja, ist ja Fasching. Ich vergaß.

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Gestern

Februar 5, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Gestern kam hier ein verspätetes Geburtstagspaket von gar nicht so weit weg aus Bloggersdorf an. Und während die edle Schenkerin am Telefon noch etwas von schlechtem Gewissen stammelte, weil nicht rechtzeitig und so, da huschte ein riesengroßes Lächeln über mein Gesicht und ich dachte mir, dass so verspätete Geschenke doch eigentlich echt klasse sind, weil die Überraschungseffekt viel größer ist. Am Geburtstag selber, da heimst man Geschenke um Geschenke ein und registriert vielleicht gar nicht so sehr den Gedanken hinter jedem einzelnen Geschenk. Das hingegen war ein wirkliches Highlight und ich war ehrlich von den Socken gestern, hätte ich doch nie im Leben damit gerechnet, dass sich jetzt überhaupt noch jemand an meinen Geburtstag erinnert!! Und überhaupt: Ich liebe Überraschungen über alles, es zaubert auf einmal so ein kleines Lächeln in den grauen Alltag.

Und was bekomm ich im März?? ;)

(Überhaupt war gestern so ein wunderbarer Tag wie schon lange nicht mehr. Geschenke, dann gleich zwei Telefonate mit lieben Bloggerdamen mit viel Pläne-Schmieden, dann Kaffeetrinken mit einer Freundin, dann essen gewesen mit einer anderen lieben Freundin und von da aus ins Literaturhaus zu “cultureclubbing made in Helsinki” mit sehr interessanten finnischen Autoren und Büchern. So wunderbar war das!)

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Bücherstöckchen

Februar 3, 2010 · 18 Kommentare

Es geistert ein weiteres Bücherstöckchen durch Bloggersdorf. 100 Klassiker, von denen ich erschreckend wenige, nämlich 18 gelesen habe, einige ungelesen hier herumstehen und ich unglaublich viele unbedingt bald mal lesen MUSS. Also falls jemand mir zum Geburtstag ein Gesch… Ach Mist, hatte ja schon! ;)

Meine nächsten freien Mittwoche werde ich lesend im Bett verbringen.

1. Der Herr der Ringe, JRR Tolkien
2. Die Bibel
3. Die Säulen der Erde, Ken Follett
4. Das Parfum, Patrick Süskind
5. Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry
6. Buddenbrooks, Thomas Mann
7. Der Medicus, Noah Gordon
8. Der Alchimist, Paulo Coelho
9. Harry Potter und der Stein der Weisen, JK Rowling
10. Die Päpstin, Donna W. Cross
11. Tintenherz, Cornelia Funke
12. Feuer und Stein, Diana Gabaldon
13. Das Geisterhaus, Isabel Allende
14. Der Vorleser, Bernhard Schlink
15. Faust. Der Tragödie erster Teil, Johann Wolfgang von Goethe
16. Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón
17. Stolz und Vorurteil, Jane Austen
18. Der Name der Rose, Umberto Eco
19. Illuminati, Dan Brown
20. Effi Briest, Theodor Fontane
21. Harry Potter und der Orden des Phönix, JK Rowling
22. Der Zauberberg, Thomas Mann
23. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell
24. Siddharta, Hermann Hesse
25. Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch
26. Die unendliche Geschichte, Michael Ende
27. Das verborgene Wort, Ulla Hahn
28. Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt
29. Narziss und Goldmund, Hermann Hesse
30. Die Nebel von Avalon, Marion Zimmer Bradley
31. Deutschstunde, Siegfried Lenz
32. Die Glut, Sándor Márai
33. Homo faber, Max Frisch
34. Die Entdeckung der Langsamkeit, Sten Nadolny
35. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera
36. Hundert Jahre Einsamkeit, Gabriel Garcia Márquez
37. Owen Meany, John Irving
38. Sofies Welt, Jostein Gaarder (nie fertig gelesen, bei den neuzeitlichen Philosophen wird es mir jedes Mal zu abstrackt))
39. Per Anhalter durch die Galaxis, Douglas Adams
40. Die Wand, Marlen Haushofer
41. Gottes Werk und Teufels Beitrag, John Irving
42. Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Gabriel Garcia Márquez
43. Der Stechlin, Theodor Fontane
44. Der Steppenwolf, Hermann Hesse
45. Wer die Nachtigall stört, Harper Lee
46. Joseph und seine Brüder, Thomas Mann
47. Der Laden, Erwin Strittmatter
48. Die Blechtrommel, Günter Grass
49. Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque
50. Der Schwarm, Frank Schätzing
51. Wie ein einziger Tag, Nicholas Sparks
52. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, JK Rowling
53. Momo, Michael Ende
54. Jahrestage, Uwe Johnson
55. Traumfänger, Marlo Morgan (Oh! Dieses Buch in dieser Liste! Hat das ausser mir noch jemand gelesen?)
56. Der Fänger im Roggen, Jerome David Salinger
57. Sakrileg, Dan Brown
58. Krabat, Otfried Preußler
59. Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren
60. Wüstenblume, Waris Dirie
61. Geh, wohin dein Herz dich trägt, Susanna Tamaro
62. Hannas Töchter, Marianne Fredriksson
63. Mittsommermord, Henning Mankell
64. Die Rückkehr des Tanzlehrers, Henning Mankell
65. Das Hotel New Hampshire, John Irving
66. Krieg und Frieden, Leo N. Tolstoi
67. Das Glasperlenspiel, Hermann Hesse
68. Die Muschelsucher, Rosamunde Pilcher
69. Harry Potter und der Feuerkelch, JK Rowling
70. Tagebuch, Anne Frank
71. Salz auf unserer Haut, Benoite Groult
72. Jauche und Levkojen , Christine Brückner
73. Die Korrekturen, Jonathan Franzen
74. Die weiße Massai, Corinne Hofmann
75. Was ich liebte, Siri Hustvedt
76. Die dreizehn Leben des Käpt’n Blaubär, Walter Moers
77. Das Lächeln der Fortuna, Rebecca Gablé
78. Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Eric-Emmanuel Schmitt
79. Winnetou, Karl May
80. Désirée, Annemarie Selinko
81. Nirgendwo in Afrika, Stefanie Zweig
82. Garp und wie er die Welt sah, John Irving
83. Die Sturmhöhe, Emily Brontë
84. P.S. Ich liebe Dich, Cecilia Ahern
85. 1984, George Orwell
86. Mondscheintarif, Ildiko von Kürthy
87. Paula, Isabel Allende
88. Solange du da bist, Marc Levy
89. Es muss nicht immer Kaviar sein, Johanns Mario Simmel
90. Veronika beschließt zu sterben, Paulo Coelho
91. Der Chronist der Winde, Henning Mankell
92. Der Meister und Margarita, Michail Bulgakow
93. Schachnovelle, Stefan Zweig
94. Tadellöser & Wolff, Walter Kempowski
95. Anna Karenina, Leo N. Tolstoi
96. Schuld und Sühne, Fjodor Dostojewski
97. Der Graf von Monte Christo, Alexandre Dumas
98. Der Puppenspieler, Tanja Kinkel
99. Jane Eyre, Charlotte Brontë
100. Rote Sonne, schwarzes Land, Barbara Wood

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Fachfrau für Elektrontechnik

Januar 31, 2010 · 6 Kommentare

Der Montag ist kein Ponyhof, das wissen wir alle. Für mich jedoch hat er im Laufe der letzten Wochen und Monate stets einen gewissen Nervenkitzel mit sich gebracht. Montag ist nämlich der Tag der kaputten Geräte. Bei uns im Büro ist ständig irgendein Gerät kaputt und – mit Ausnahme des einen Druckers, der ging an einem Donnerstag kaputt – war das bisher immer montags. Der Kopierer, das Internet, alles an einem Montag und neulich, an einem ganz normalen Montag im Januar wählte plötzlich das Fax nicht mehr. Am Mittwoch ging es dann wieder, als wäre nichts gewesen. Dass der Laptop vor zwei Wochen nicht funktionierte, habe ich erst am Dienstag entdeckt, aber es ist vermutlich zurückzuführen auf die drei Jungs des Don Jefe und das vergangene Wochenende. Letzten Montag war es die Lampe, was ja schon beinahe eine Banlität darstellt, allerdings habe ich mit dem ganzen Schnee auf den Dachfenstern letzte Woche dann doch relativ im Dunkeln gearbeitet, nur mit einer Stehlampe neben dem Schreibtisch. So langsam macht sich immer pünktlich, wenn ich Montag früh aus dem Haus gehe, eine gewisse Spannung, ein aufgeregtes Prickeln in der Magengegend breit. Was ist es wohl heute? Was darf ich heute reparieren* ? Und dazu das Gefühl, dass ich das falsche Fach studiert habe. Elektrotechnik oder sowas, das wäre irgendwie praktischer zur Berufsvorbereitung gewesen.

(Ja, ich bin bei uns die, die die kaputten Geräte repariert. Fragen Sie bitte nicht, wie. Ich habe keine Ahnung von Technik. Don Jefe brauche ich aber bei sowas gar nicht fragen, der hat noch weniger Ahnung als ich und erzählte mir z.B. als das Internet im Dezember kaputt war, dass ich doch mal den Server, der in dem kleinen schwarzen Kästchen an der Wand in seinem Zimmer steht, runterfahren und wieder anschalten sollte. Dann funktioniert das schon wieder! Daraufhin habe ICH IHN aufgeklärt, dass 1. der Server der große laute Computer ist, der in meinem Zimmer steht und das Kästchen in seinem Zimmer die Telefonbüchse ist, dass 2. der Server, auf dem unsere Daten lagern, nichts mit dem Internet zu tun hat und dass 3. ich den Server garantiert nicht herunterfahre, weil mein Vorgänger mir, als er mich eingearbeitet hat, als allererstes eingebleut hat, niemals, nie und unter gar keinen Umständen den Server auszuschalten, weil man sonst sämtliche Zugriffsrechte von unseren PCs aus auf den Server neu konfigurieren müsste. :D )

Das ist so eine klitzekleine Sache, warum ich meinen Job liebe mag. Mir gehen nie mehr die lustigen Geschichten aus, bei uns ist immer irgendetwas los! Nennt sich auch Galgenhumor, sowas.

Also, was sind Ihre Tipps? Was darf ich morgen reparieren* ?

*’ Ersatzweise, im äußersten Notfall auch: Alle Ordner durchwühlen, um herauszufinden, welcher Reparaturdienst in der Vergangenheit dieses Gerät repariert hat oder wer überhaupt Ahnung davon haben könnte.

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Unnützes Wissen XXII

Januar 31, 2010 · 4 Kommentare

ZumZum krönenden ABschluss der Woche eine Portion Unnützes Wissen:

* Das Felsenbein ist der härteste Knochen des Körpers. Es schützt das Innenohr.

* Frauen haben häufiger und intensivere Alpträume als Männer. Männer hingegen träumen öfter von Sex.

* Laut einer amerikanischen Studie gelten Limonen als unsympathisch, Zwiebeln als dumm und Pilze werden für Streber gehalten.

* Der lauteste je gemessene Rülpser lag bei 118,1 Dezibel und stammte vom Briten Paul Hunn.

* Die Schmerzgrenze des meschlichen Gehörs liegt bei 110 Dezibel, was dem Lärm eines Presslufthammers entspricht.

* In der Stadt lebende Sperlinge sind intelligenter als ihre auf dem Land lebenden Verwandten.

* Whiskey muss – anders als Wein – senkrecht gelagert werden.

* Die Farbe des Eiffelturms ist so aufgetragen, dass sie nach oben heller wird, damit der Turm größer wirkt.

* Babys übernehmen den landestypischen Tonfall ihrer Eltern. Ein französisches Baby schreit anders als ein deutsches.

* Leonard da Vinci hat die Linkshänderschere erfunden.

* Jede zweite deutsche Brauerei befindet sich in Bayern.

* Der vierthäufigste Suchbegriff, der bei der Suchmaschine Google 2009 eingegeben wurde, lautet: Google.

* Wenn in einer Gruppe von mindestens sechzehn Radfahrern einer bei Grün über eine Ampel fährt, dürfen ihm die anderen auch dann folgen, wenn das Licht nach ihm auf Rot umspringt.

Ordnetlich gelacht? Na dann is’ ja gut. Ich wünsche einen wunderbaren Sonntag!! (Hier SONNENSCHEIN! Glaubste nich.)

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Studio

Januar 30, 2010 · 1 Kommentar

Der weltbeste Bruder den es gibt hat mir gerade ein eigenes Filmstudio gebaut! ♥♥♥ Es ist klein, aber es ist perfekt.

Wofür? Was hat Frau Ansku vor? Nun, das erfahren Sie ganz bald. Noch etwas Geduld.

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Freitags-Füller #2

Januar 29, 2010 · 1 Kommentar

(Bereits den zweiten Freitag in Folge statt wie sonst Mittwochs frei, noch ein langes Wochenende – grandios! Daran könnte ich mich echt gewöhnen.)

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1. Wenn ich nach links schaue, sehe ich zum Fenster raus.

2. Mein Zimmer ist der Raum mit der besten Aussicht in meinem Haus.

3. Man kann sagen was man will, aber 2010 wird alles anders.

4. Eine Tomatensuppe und ein Becks Green Lemon gestern abend ist das letzte was ich gekauft habe.

5. Wenn es so kalt ist wie jetzt, das find ich klasse. Einzig und alleine die Sonne fehlt mir!

6. “Nicht mehr lange…”, das denke ich immer öfter.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Friends, morgen habe ich endlich einmal gar nichts! geplant und Sonntag möchte ich was erleben!

von hier

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C’est moi!

Januar 28, 2010 · 4 Kommentare

Französisch war bei mir immer so eine stiefmütterlich behandelte Sprache. Ich konnte mich nie besonders damit anfreunden, ich konnte es auch nie richtig aussprechen und kann es jetzt auch nicht gut und ich hatte noch nie wirklich Bezug zu Frankreich. Irgendwann hab ich mal ein paar Kurse Französisch gehabt, aber eher weil ich dachte, dass ich das brauche, als aus übermäßigem Interesse. Dementsprechen erbärmlich ist auch mein Wortschatz. Vor zwei Jahren machte ich einen Sprachkurs, um mein “Können” etwas aufzufrischen, auf mittlerem Niveau. Ich mach es kurz: Die Schmach war groß, sehr groß, alleine schon dadurch dass sich in dem Kurs Leute befanden, die Französisch SPRECHEN konnten. Im Studium hab ich zwar viele einige Fachtexte auf Französisch gelesen, aber wer sich jetzt denkt: “Wow, die Frau Ansku, die muss das aber drauf haben.”, der irrt, denn ich verrate Ihnen jetzt ein kleines Geheimnis: Das Schöne an Fachtexten ist, dass sich das Vokabular in einem äußerst sehr beschränkten Rahmen hält. Ob ich Linguistik oder linguistique lese – nun das lässt sich doch durchaus mit viel Phantasie erraten, worum es hier geht, oder? ;)

Also kurz gesagt: Ich kann Französisch lesen, ich kann mit etwas Glück Französisch verstehen. Aber ich kann NICHT Französisch sprechen. Ich hatte ja auch nie jemanden, mit dem ich Französisch sprechen könnte.

Das hat sich heute mit einem Schlag geändert. Ich hatte, als ich mich im Herbst für gleich zwei VHS-Kurse angemeldet habe, nicht zuletzt auch im Sinn, diese als Plattform zu nutzen, umneue Kontakte zu knüpfen, schließlich will ich nicht bis ans Ende meines Lebens Single bleiben. Nun, das mit dem Nicht-mehr-Single-Dasein, das hat ja nun aus bestimmten Gründen nicht wirklich geklappt, dafür aber habe ich eine wunderbare und äußerst liebe Französin kennengelernt, die auch gleich spontan, als ich ihr erzählte, dass ich Französisch so gerne sprechen können würde, angeboten hat, sich mit mir zum Französisch reden zu treffen. Vor Weihnachten war zu stressig, also nach Weihnachten. Also nächste Woche. Also heute. Die Kälte und Glätte heute hätte es beileibe nicht gebraucht, mir ist auch so schon der A**** auf Grundeis gegangen. Hoffentlich habe ich den Mund nicht zu voll genommen und kriege wenigstens einen kompletten, verständlichen Satz raus!

Doch dann, wow, Leute, ich hier immer noch ganz geplättet. Ich hab mich knapp zwei Stunden größtenteils auf Französisch unterhalten. Nachdem wir anfangs noch so simple Dinge wie die Wochentage und un, deux, trois… wiederholen mussten, ging es immer besser und besser. Ich musste viele Wörter nachfragen, aber zwischendurch kamen auch tatsächlich ganze und ab und zu sogar korrekte Sätze dabei raus. Ich habe auf Französisch sogar über meine Arbeit erzählt. Dieser Schritt, eine fremde Sprache nicht mehr als Unterrichtsstoff zu sehen, sondern sie selber zu benutzen, sich ihrer Worte zu bedienen, er ist jedes Mal von neuem so faszinierend. Winzig klein und gleichzeitig schier unglaublich groß. Aber es fühlt sich grandios an, wenn man ihn einmal gemacht hat, sei es auch zögernd und stolpernd. Darauf kommt es nicht an, auf das Machen kommt es an.

Musste dabei sehr stark an sie denken, so ein ähnliches Erlebnis war das heute auch. Und so schön, da gleich dabei noch eine sehr nette neue Bekanntschaft gewonnen. Euh? Parler francais? Moi? Uh… Oui, c’est moi!!

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Vermisstenanzeige

Januar 27, 2010 · 6 Kommentare

“…. Achtung, Achtung, eine Durchsage: Die kleine Ansku ist im Småland in ihrem Zimmer und wartet darauf, dass die Sonne sie abholt herauskitzelt. Ich wiederhole: Die kleine Ansku wartet im Småland in ihrem Zimmer auf die Sonne …”

Ich hab auch mal ein Phantombild erstellt, so sah sie zuletzt vor ca. gefühlt einem Monat zwei Wochen aus.

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don’t like

Januar 25, 2010 · 6 Kommentare

(Den traurigen Anlass für dieses Lied blende ich jetzt einfach mal bewusst aus.)

(mit herzlichem, aufmunterndem Gruß an Frau Puppe.)

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Dusselcontent

Januar 24, 2010 · 9 Kommentare

(Mir scheint, es gab hier schon länger keinen Dusselcontent mehr. Dafür jetzt aber richtig und mit Schmackes:)

Wenn der Schreibtisch raumnotbedingt direkt neben dem Kühlschrank steht, dann kann es halt einfach passieren, dass man nachmittags online ein paar Überweisungen erledigt und dass dann. wenn man einige Stunden später nach Hause kommt und nichtsahnend die Kühlschranktür öffnet, einem zusammen mit Butter und Putenbrust plötzlich den Zettel mit den TAN-Nummern entgegenflattert. Das ist das normalste vion der Welt.

Rede ich mir jetzt einfach mal ein, sonst müsste ich ja wohl irgendwie ernsthaft an meinem Geisteszustand zweifeln.

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Noch übrig

Januar 22, 2010 · 3 Kommentare

(Ich bin wohl noch nicht so ganz ans Arbeitsleben gewöhnt, denn ich bin immer noch am Ende eines jeden Monats unglaublich erstaunt darüber, dass ich es nicht geschafft habe, soviel Geld auszugeben wie ich verdiene noch Geld auf dem Konto übrig ist und zwar mehr als die üblichen 5 Euro. Gestern, nachdem ich so böse gesündigt hatte und soviel Geld für Klamotten ausgegeben hatte, wie eine Nacht im Eishotel in Kemi kosten würde, hab ich erstmal total Panik bekommen und mir gedacht: Naaaain, das kann doch nicht sein, das darf doch nicht sein, dass ich soviel Geld ausgegeben habe! Mönsch! Ich wollt doch sparen für den Urlaub! Und nun das ganz schöne Geld wieder futsch, – Frau Ansku, was hast Du da nur wieder angestellt, hm?  So eine typische Studentenreaktion war das: Oh! MEIN! GOTT! Ich habe Geld ausgegeben! Wovon soll ich mir jetzt morgen noch mein Brot kaufen?

Ich hab mich erst wieder beruhigt, nachdem ich zur nächsten Filiale der Bank meines Vertrauens gerannt gelaufen war und meinen Kontostand überprüft hatte und mich persönlich davon überzeugt hatte, dass immerhin noch soviel Geld da ist, dass davon schonmal einen fast einen halben Urlaub bezahlen könnte – und es ist noch nicht einmal mehr soviel vom Monat übrig, dann kommt schon das nächste Gehalt. So beruhigend, so schön ist das nach diesen ganzen Studentenjahren, das entschädigt für so vieles momentan!)

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Freitags-Füller #1

Januar 22, 2010 · 3 Kommentare

Ich finde die Idee der Freitags-Füller schon länger sehr nett und bin daher entzückt, dass ich heute an meinem freien Tag endlich auch mal dazukomme, einen Freitags-Füller auszufüllen.

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1. Gestern abend sass ich in meinem Business English Kurs und hab unglaublich viel gelacht, soviel wie die ganze Woche nicht. (Klingt komisch, ist aber wirklich so. Crazy people!)

2. Es wird gut, dieses Jahr.

3. Das lustigste  heute war das Telefongespräch mit der liebsten Freundin gerade eben, als sie mir erzählt hat, dass sie mit ihrem neuen Chef am ersten Arbeitstag mittagessen war und der Kellner eine Herzpizza gebracht hat, weil er dachte, es wäre ein Date. :D

4.  Mein Märchenprinz , wo soll es denn jetzt hingehen?

5. Ich sage Cappucino, und er sagt Espresso.

6. Es gibt ein grünlilagestreiftes kleines Monster in diesem Haus, das ständig mein Zimmerchen verdreckt und zumüllt, und wir müssen es irgendwie finden. Ich war’s sicherlich nicht. ;)

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine “TelefonSkypekonferenz” mit einer lieben Freundin in Helsinki, morgen habe ich einen gepflegten Cocktailabend geplant und Sonntag möchte ich etwas erleben!

Und Ihr so?

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S und XS

Januar 21, 2010 · 7 Kommentare

Vielleicht sollte ich es einfach endlich akzeptieren, vielleicht sollte ich lernen hinzunehmen, dass es Dinge gibt, die ich nicht verstehen muss. Aber doch passiert es immer wieder, dass ich mich tierisch aufrege, wenn ich in einen Laden gehe und da hängen im ganzen Laden nur Klamotten in XS und S. Ich frage mich seit sicherlich 10 Jahren, wie eine Industrie, die sich dem Trend verschrieben und auf die Fahnen geschrieben hat, dermaßen dem Trend hinterherlaufen kann, nämlich dem Trend, dass die Menschen immer größer werden. Dieser Trend unterliegt noch nicht einmal saisonalen Schwankungen, er ist natürlich und immer vorraussagbar, da rein evolutionsbedingt.

(Letztendlich dann doch noch viel zu viel, unglaublich viel Geld für Klamotten ausgegeben :blush:, natürlich nicht für das, was ich gesucht habe. )

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Bücherstöckerl

Januar 19, 2010 · 3 Kommentare

Bücher, Stöcker, Bücher allerorten, und das so kurz, nachdem es kräftig Weihnachts- und Geburtstagsnachschub gab. Da muss ich auch mitmachen!

“Fünf Bücher sollt Ihr sein.”

Markus Zusak – Der Joker

Volker Klüpfe, Michael Kobr – Milchgeld

Denis Theriault – Siebzehn Silben Ewigkeit

Sofi Oksanen – Puhdistus

Kate Morton – Das geheime Spiel

Erster Satz des ersten Buches:
“Der Bankräuber ist ein totaler Versager.”

Letzter vollständiger Satz auf Seite 50 des zweiten Buches:

„Er hatte sich oft gefragt, wie seine Wohnung wohl roch.“

Zweiter vollständiger Satz auf Seite 100 des dritten Buches:
„Im Gegensatz zum Haiku, jenem an die Sinne gerichteten vollständigen Gedicht, das der Beobachtung der Natur galt, gab sich das Tanka lyrisch, exquisit, verfeinert.“

Vorletzter vollständiger Satz auf Seite 150 des vierten Buches:
„Es tauchte weit weg, es war ein Biber, der den Erdhaufen auf den Hof zog, auf dem Hof fühlte man den Wind und den Regen, der nasse Erde atmete und wimmelte.“

Letzter Satz des fünften Buches:
„Sie drehte sich zitternd zu ihm um und sagte gefasst: ‘Mr. Hunter hat sich erschossen’.“

Und nun eine Geschichte aus allen fünf Sätzen:

Sie drehte sich zitternd zu ihm um und sagte gefasst: ‘Mr. Hunter hat sich erschossen’. Der Bankräuber ist ein totaler Versager. Er hatte sich oft gefragt, wie seine Wohnung wohl roch. Er tauchte weit weg, er war ein Biber, der den Erdhaufen auf den Hof zog, auf dem Hof fühlte man den Wind und den Regen, der nasse Erde atmete und wimmelte. Im Gegensatz zum Haiku, jenem an die Sinne gerichteten vollständigen Gedicht, das der Beobachtung der Natur galt, gab sich das Tanka lyrisch, exquisit, verfeinert. “

(Erwähnte ich schon, dass ich zu Weihnachten und zum Geburtstag ganz ganz grossartigen Lesestoff bekommen habe und mich schon riesig darauf freue? Daher habe ich auch gleich einmal die Ansku-books aktualisiert. Neu ist, dass alle Bücher, die ich bereits gelesen habe, ab jetzt fettgedruckt sind.)

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Wer A. sagt…

Januar 19, 2010 · 2 Kommentare

Einige Leute haben sich in den Kommentaren doch etwas besorgt wegen dem A. geäußert, deshalb noch ein kleiner Nachtrag:

Ich wollte nicht ausdrücken, dass der A. irgendwie bedrohlich (oder ähnlich) ist oder sein könnte, ich glaube das würde er sich gar nicht trauen oder – ich weiss nciht, wie ich das ausdrücken soll – ich glaube auf die Idee würde er gar nicht kommen. Ich habe keine Angst vor dem A. oder davor, dass er mir etwas antun könnte. Ich habe die Geschichte eigentlich erzählt, weil es manchmal so komische Zufälle gibt, dass man eine Person jahrlang nicht oder kaum sieht und dann plötzlich ihr ständig über den Weg läuft. Kennen Sie das? Weil mir beim Nachdenken über den A. diese alte Geschichte wieder eingefallen ist und ich darüber einerseits schmunzeln (die Szene, wo der A. bei meinen Eltern auftaucht) und andererseits den Kopf schütteln muss (über meine eigene Naivität damals). Und ja, zu guter Letzt auch weil ich das Ganze etwas komisch und etwas spooky und etwas nervig finde. Diese Blicke. Nervig eben, aber nicht bedrohlich.

Es gibt da noch eine Geschichte, die ich zunächst erzählen wollte, weil sie sehr lustig ist, dann habe ich sie doch nicht erzählt, weil ich Angst hatte, dass es womöglich so verstanden werden würde, also würde ich mich über den A. (Behinderte) lustig machen und jetzt werde ich sie doch erzählen, weil ich denke, dass es vielleicht zeigt, dass diese Sache mit dem A. wirklich harmlos ist und definitiv nicht in diese Richtung geht.

Eine ehemalige Freundin und ebenfalls Nachbarin von mir stand einmal vor vielen vielen Jahren auf dem Münchner Stachus vorm McDonalds und tat genau das, was ca. 99 % aller Einwohner Münchnes vor dem McDonalds am Stachus tun: Sie wartete auf eine Verabredung. Das ist hier einfach so. Wenn man sich mit Freunden in der Stadt trifft, dann trifft man sich vorm McDonalds am Stachus und zieht dann von dort aus weiter, wohin auch immer.

Jedenfalls, die Freundin steht dort und wartet, da kommt plötzlich der A. vorbei, sieht die Freundin, geht zu ihr hin und fragt sie:

“Hast Du Angst, da [in den McDonalds] reinzugehen? Soll ich mit Dir gehen?”

:D

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Der A.

Januar 17, 2010 · 6 Kommentare

Der A. ist ein Junge hier aus der Nachbarschaft. Ich lernte ihn kennen, da war ich zarte 16 oder 17 Jahre alt und mit einer derart gnadenlosen Mischung aus Naivität und Offenheit gesegnet, dass es kracht einem das Herz zerreisst. Er sprach mich im Bus auf dem Weg nach Hause an und wir plauderten etwas. Nicht wirklich mein Typ, langes, hageres Gesicht, schlecht geschnittene halblange dunkle Haare und so hängende Augen, dass man glauben mochte, in diesen Augen wäre alles Leid der Welt versammelt. Spätestens bei der Aussage, dass er 18 sei und in die achte Klasse Realschule geht schrillten bei mir etwas die Alarmglocken, ich dachte mir irgendetwas stimmt hier nicht, aber ich war weiterhin freundlich und liess zu, dass er mit mir aus dem Bus ausstieg und mich bis zur Haustür begleitete. Ein komisches Gefühl war da, aber ich war zusätzlich zu meiner Naivität auch sehr schüchtern und so tauschten wir Telefonnummern aus und versprachen, bald mal zu telefonieren.

Doch dazu kam es zunächst nicht. Nur wenige Tage später kam ich nach Hause und wurde bereits an der Haustür von meinen lachenden und grinsenden Eltern mit den Worten empfangen: “Dein Freund war hier.” Mein Gesicht muss zugegebenermaßen ein Anblick für die Göttern gewesen sein, es rechtfertigte jedoch nicht, dass sie erneut in Gelächter ausbrachen. “Wer? Mein Freund? Wer war hier? Ich habe keinen Freund.” Nach einigem Nachbohren bekam ich dann heraus, dass wohl der A. ohne Vorankündigung bei unserer Wohnung aufgetaucht sein muss und sich meinen Eltern als mein neuer Freund vorgestellt habe und nach mir gefragt habe. Gottseidank nahmen meine Eltern es als das was es war, ein dummes Missverständnis und irgendwann konnte auch ich selber darüber lachen.

Kurze Zeit später erfuhr ich wiederum von Freunden, dass der A. vermutlich in irgendeiner Art etwas geistig behindert ist. Das erklärte dann so einiges, dennoch wollte ich nicht weiterhin noch etwas mit ihm zu tun haben. Nun ist es so, dass ich von frühester Kindheit an jede Menge Erfahrung und Kontakt mit Behinderten hatte und habe und auch durchaus mit ihnen “umgehen” kann. Ich finde es unglaublich beachtlich, mit welcher Fröhlichkeit und Leichtigkeit viele Behinderte ihr Leben meistern. Ich kann verstehen, dass der Umgang mit Behinderten für viele Menschen eine Hemmschwelle bedeutet, hatte aber selber das Glück, dass ich als Kind mehrmals und intensiv mit (körperlich und geistig) Behinderten in Berührung gekommen bin und so weitestgehend meine Scheu davor verloren habe. Ich habe mit meinen behinderten Freundinnen gespielt wie mit jeder “normalen” Freundin auch und bin daher sehr für integrative Schulen, solche Projekte, wo behinderte und nicht behinderte Kinder in eine Klasse gehen. Denn wenn man Kinder früh genug und ohne ein großes Theater daraus zu machen an dieses Thema heranführt, dann ist es das normalste von der Welt. Das ist meine Überzeugung.

Aber beim A. ging das alles nicht. In gewisser Weise tat er uns allen immer Leid, weil er einerseits mir und meinen Freunden immer von seiner großen, unglaublich coolen Clique vorschwärmte und aber andererseits ständig versuchte, mit uns Freundschaft zu schließen. Aber es ging nicht, alleine schon wegen diesem traurigen Dackelblick.

Nun muss ich damals wirklich furchtbar naiv, gutmütig oder einfach nur menschenfreundlich gewesen sein, denn anders kann ich mir das nicht erklären, dass die Sache noch weiterging. Kurze Zeit später rief der A. an und wollte sich mit mir verabreden. Leider – ich war wie gesagt noch nie gut darin, nein zu sagen und Menschen oder deren Hoffnungen zu enttäuschen und bin es heute noch nicht – traute ich mich wiederum nicht, ihm zu sagen, dass er sich nicht mehr melden soll, sondern schob Stress in der Schule vor und sagte ihm, dass ich keine Zeit hätte. Ich würde mich melden, wenn ich wieder Zeit hätte. Daraufhin liess er mich dann auch in Ruhe, ich sah ihn zum Glück so gut wie nie im Bus, und ich hatte meine Ruhe. Bis ein Vierteljahr später wieder das Telefon klingelte und eine fröhliche Stimme am anderen Ende drauflosplapperte, wissen wollte wie es mir geht und wann wir uns mal treffen könnten. Es war die Stimme von A. Wieder vertröstete ich ihn, wieder war Funkstille, wieder klingelte pünktlich ein Vierteljahr später das Telefon. Dieses Spiel spielten wir etwa ein Jahr, bis ich es schließlich endlich übers Herz brachte, ihm zu sagen, dass ich nichts mit ihm zu tun haben wollte. Wenn wir uns zufällig auf der Straße oder im Bus trafen, sprach er  mich zu nächst noch öfters an und versuchte er noch so zu tun, als wären wir gute Freunde, das wurde aber von mir gekonnt und kategorisch ignoriert und so liess er es dann auch irgendwann, mich anzusprechen.

Seit einigen Wochen sehe ich den A. jeden Abend, wenn ich auswar, auf dem Nachhauseweg im Bus. Und jedes Mal steht er da mit seinem traurigen Gesicht und starrt mich ganz lange und durchdringend an. Wenn ich an der Haltestelle auf- und abgehe, weil es so kalt ist, läuft er mir hinterher. Wenn ich mich im Bus hinsetze, setzt er sich in meine Nähe, eine Bank vor oder hinter mir oder auf einen Sitz der gegenüberliegenden Vierergruppe. Und das sicherlich an vier Abenden innerhalb der letzten zwei Wochen, sogar gestern nacht um halb drei. Ich werd langsam paranoid komme mir vor, als hätte ich Verfolgungswahn find das ein bisschen spooky und extremst unangenehm.

Ich mag solche Situationen nicht, ausgesprochen plöd.

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