Tagebuchbloggen August ’14

Jeden 5. eines Monats fragt Frau Brüllen: “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” und hat diesen Tag zum WMDEDGT-Tagebuchblogging-Tag ausgerufen. Der heutige 5. war ein langer Tag, aber lesen Sie selbst:

5.50 Uhr Ich bin wach.

6.21 Uhr Eigentlich nicht wirklich.

8.30 Uhr Ich schrecke hoch und denke, ich habe verschlafen. Eigentlich mag ich nicht aufstehen, ich muss heute von 16-24 Uhr arbeiten.

8.40 Uhr Ich überzeuge mich selbst mittels der Aussicht auf einen grooooßen Cappucino von der Idee des Aufstehens.

8.50 Uhr Der August steht im Hause Ansku unter dem Stern der guten Ernährung, also gehe ich nach einen wunderbaren großen Kaffee in die Küche und fange an, ein Abendessen zum Mitnehmen in die Arbeit vorzukochen. Vor dem Frühstück ist das besonders hart.

9.30 Uhr Jetzt kann ich frühstücken. Yoghurt mit Banane. Zwischendurch bereite ich noch ein paar Snacks für zwischendurch zu. Brote mit Frischkäse und Putenbrust, Erdbeeren, Rohkost.

10.10 Uhr Ich bin jetzt schon durchgeschwitzt, es wird dringend Zeit zu duschen. Um 11 Uhr habe ich einen Physiotermin.

10.25 Uhr Es wird knapp. Tupperdosentetris.

10.35 Uhr Oh, die Dose für mein vorgekochtes Essen halt nicht dicht… Oh, und gerade hab ich die Tram verpasst.

11.10 Uhr. Bei der Physiotherapie, zu spät, aber immerhin mit dichter Tupperdose.

11.50 Uhr Meiner Physiotherapeutin und mir gehen eigentlich nie die Gesprächsthemen aus, ich mag diese Stunden total. Dennoch könnte ich gerade einschlafen.

12.20 Uhr Das Weckerklingeln lässt mich hochschrecken. Ich war wirklich kurz unter der Fangopackung eingenickt.

12.40 Uhr Auf dem Weg in die Stadt bemerke ich einen Anruf von der liebsten Chefin vom Praktikum, die sich einfach nur erkundigen wollte, wie es mir geht. Ich freue mich sehr und gratuliere erstmal dem liebsten Kollegen aus dem Praktikum, der heute Geburtstag hat, und rufe dann gleich darauf seine Chefin zurück. Made my day!

13.00 Uhr Treffe mich mit der liebsten Ex-Kollegin auf einen Kaffee. Wir setzen uns gemütlich in ein kleines Café. Da es bedrohlich zuzieht, beschließen wir, anschließend noch einen Schirm zu kaufen.

14.30 Uhr. Wir stehen in der Schirmabteilung und ich erkläre meiner Freundin, dass ich fest beschlossen habe, einem rosa oder pinken Schirm zu kaufen und zwar aus Prinzip. Der wird mir nämlich in der Arbeit nicht geklaut. Ha!

15.30 Uhr Ich habe wirklich Hunger jetzt und wir setzen uns am Sendlinger Tor kurz hin, um meine vorbereiteten Snacks auszupacken. Und beobachten allerhand zwielichtige Gestalten. Da fängt es an zu regnen und ich verabschiede mich endgültig in die Arbeit. Zum letzten Mal SpätSpät-Dienst. Die Anschaffung des Schirmes hat sich bereits gelohnt.

15.40 Uhr ich komme in der Arbeit an und werde gleich von den Kollegen mit zwei wichtigen Neuigkeiten bestürmt. Die anderen Kollegen sind heute in der neuen Einrichtung Möbel aufbauen, am Freitag ist großer Umzugstag. Gleichzeitig taucht ein Jugendlicher im Büro auf und fragt, ob er auch noch dorthin fahren kann um zu helfen. Ich frage ihn, ob er wirklich helfen will und erkläre ihm dann den Weg. Eine Viertelstunde später ist er immer noch nicht weg, das wird heute also nichts mehr mit helfen. :)

16-17 Uhr Ich räume etwas das Büro auf und sortiere Papiere, kann mich aber ansonsten nicht recht zur Arbeit motivieren. Zwischendurch kontrolliere ich Putzdienste, erkläre zum 100.000sten Mal, dass erst ab 17 Uhr PC-Zeit ist, ernte dafür wütende Blick und böse Kommentare und bin schon wieder hungrig.

18 Uhr Ich mache zusammen mit einer Kollegin die Bürobedarfsbestellung für das neue Heim. Leider klappt das nicht auf Anhieb, wir müssen erst einen neuen Account für uns anlegen.

19 Uhr Weitere PC-Diskussionen, warum nur bin ich auch so böse und lasse keine Jugendlichen an den PC, der ausschließlich für die Betreuer reserviert ist?? Immerhin kommt ein Jugendlicher, der erst neu eingezogen ist ins Büro, um einen Tee zu trinken und sich etwas mit mir zu unterhalten. Das ist sehr nett.

19.30 Uhr Ich mache Pause. Mein so perfekt vorbereitetes Essen ist inzwischen komplett aufgefuttert und ich bin immer noch hungrig.

20:15 Uhr: Ich ermahne vier Jugendliche, dass ab 20:00 Uhr die Kicker-Zeit vorbei ist und mache die klare Ansage, dass das Spiel noch zu Ende gespielt werden darf und dann Schluss ist. Ich bleibe dabei und sehe bei der Partie zu, auch um sicherzugehen, dass sie wirklich nur das Spiel zu Ende spielen. Als allerdings die Jungs heftig anfan, verarschen lasse ich mich sehr ungerne. Da haben die Jungs sich leider die falsche ausgesucht.

20:30 Uhr Eine liebe Kollegin kommt zum Nachtdienst. Ich freue mich, dass heute abend mein letzter (!!!) SpätSpät-Dienst zusammen mit ihr sein wird (nach dem Umzug wird es sowas nicht mehr geben, weil weniger Jungs ist gleich weniger Arbeit, also, zumindest in der Theorie.). Ein Jugendlicher beschwert sich, dass ausgerechnet wir beiden “Strengen” heute abend Dienst haben und nicht die Kollegen, die gerne doch mal eine Ausnahme machen. ;)

21.30 Uhr Ein albanischer Jugendlicher klärt mich am PC über albanische Geschichte auf. Dazu lerne ich ein paar Sätze albanisch. (“Ich bin Ansku und mag Albanien.”) Mein Interesse scheint allerdings falsch anzukommen, ich werde gefragt, was ich von Albanern halte, ob sie schön, stark, klug und groß sind. Das ganze endet dann mit der Frage, ob ich verheiratet bin und wenn ich auf der Siche sei nach einem schönen, starken, großen und klugen Mann, dann solle ich doch einen Albaner nehmen… Ich schreibe noch einige Mails mit Infos und Fragen an Jugendamt/ Vormünder etc.

22:00 Uhr Es ist Küchenputzzeit. Ich schmeisse den albanischen Jugendlichen aus dem Büro und verspreche, mir die Sache mit dem albanischen Ehemann nochmal zu überlegen. ;) Dann suche ich die benötigten Putzmittel heraus und fange an, mich auf die Suche nach den beiden Jugendlichen zu machen, die heute an der Reihe sind, unsere zwei Küchen zu putzen. Einen finde ich sofort, der andere (der vor 30 Minuten noch da war!) bleibt verschwunden. Also laufe ich einmal um das Haus, um zu schauen, ob sie noch draussen sind. Zwar finde ich keine Jugendlichen, dafür aber werde ich plötzlich auf dem Hof von einem grellen roten Licht geblendet. Ich sehe mich um und erblicke von einem dunklen Fenster aus dem Haus gegenüber ein rotes Licht, dass sich in meine Richtung bewegt. In dieser Wohnung wohnen keine unserer Jugendlichen und ich weiß nicht, ob mich das jetzt beruhigen oder noch mehr gruseln sollte. Komische Gestalten hier, aber am Freitag – ich erwähnte das vielleicht, ja?? – ziehen wir um!! Also beschließe ich, dass das nun nicht mehr mein Problem ist und trete den Rückzug ins sichere Heim an.

22:30 Uhr Ich versuche per Telefon, den Jugendlichen zu erwischen und zum Putzdienst zu beordnern, aha, anscheinend sind sie doch in einem der Zimmer. 10 Minuten später steht er dann auch auf der Matte. Ich führe mal wieder Diskussionen, diesmal darüber, ob die Töpfe und Bleche mit den Resten vom Mittagessen auch abgespült werden, wenn man gar nicht am Mittagessen teilgenommen hat. Ommmmm! Meine Nerven haben für heute bereits Feierabend, deshalb werde ich leicht ungeduldig und unbeherrscht, bis schließlich die Kollegin kommt und sagt: “Ach, A., bitte bitte, nur ein letztes Mal…!” Und zack, es funktioniert.

22:45 Uhr: Irgendwie zwischen Kücheputzen und Diskutieren gebe ich mit Putzlappen in der Hand im Akkord Medikamente, Werkzeuge etc. raus und verscheuche erneut einen Jugendlichen vom PC. Derweil schreit A. in der Küche nach mir. Ich renne zurück und weise A. darauf hin, dass es Sinn macht, den Lappen zum Bodenwischen once in a while auszuspülen, da man sonst nur den Dreck verteilt. Der albanische Jugendliche pflichtet mir bei. Ein angehender Putz-Experte!

23:00 Uhr 3/4 meiner Mahlzeiten heute bestanden aus Obst, Salat und Gemüse. Mein Magen bedankt sich mit Blähungen. Dem albanischen Jugendlichen ist langweilig. Derweil steht A. wieder vor mir und möchte den Staubsauger haben. Ich sage nein, es ist viel zu spät zum Saugen, das macht zu viel Lärm. “Aber ich brauche, Ansku!” – “Nein, Du kannst auch morgen saugen, gleich in der Früh darfst Du saugen!” – “Aber in meine Badezimmer viiiieeel Wasser!!!”…. (Ommmmmm und eine Memo im Kopf, am nächsten Tag gleich den Hausmeister zu kontaktieren.)

23:15 Uhr Die Küche ist eigentlich und endlich fertiggeputzt, da kommt Y. und möchte sich sein Essen in der Mikrowelle warmmachen und kurz einen Topf abspülen. Ich ermahne ihn, alles so sauber zu hinterlassen wie es ist (“Ja ja, Ansku, keine Problem!”) und erlaube das ausnahmsweise, obwohl die Küche eigentlich seit 23:00 Uhr zugesperrt sein sollte. 5 Minuten später zieht Y. glücklich mit heißem Teller von dannen und erklärt mir, dass der Tellerinhalt eritreisches Essen ist. Es sieht aus wie ein Linsencurry und ich bekomme eine Einladung aufs Zimmer, um zu probieren. Ich freue mich sehr und nehme die Einladung an. Beim Blick in die Küche allerdings bemerke ich, dass natürlich beim Topf-Abspülen doch wieder die halbe Spüle unter Wasser gesetzt wurde (“Jaja, Ansku, keine Problem!!”) und wische seufzend die Flut auf. Dann schließe ich die Küche und mache mich auf die Suche nach einem sauberen Löffel (jawoll, das kann ein Problem sein!) und mache mich dann auf zu meiner Dinner-Einladung.

23:30 Uhr: Ich komme mit Löffel bewaffnet ins Zimmer der Jugendlichen und werde jubelschrend begrüßt. Mir wird sofort ein Stuhl hingeschoben und ein Glas Sprite eingeschenkt (Gesunde Ernährung my ass). Als die Jungs meinen Löffel bemerken, lachen sie mich aus und nehmen mir den Löffel weg. Ich lerne also im “african Style” nur mit Brot zu essen und muss auch lernen, dass man einmal angebissens Brot nicht mehr in den Teller tunkt. Wie peinlich… Y. hat mir vor zwei Wochen die Zahlen in seiner Muttersprache Tigirinya beigebracht und versichert sich nun, dass ich diese noch kann. Ich versage kläglich, lerne aber dafür das “Vater unser” auf Tigirinya. Na, das wird sicherlich in zwei Wochen noch haften. Ich bringe den Jungs das “Vater unser” auf deutsch bei und bin etwas erstaunt, dass ich den gesamten Text noch kann. Zuletzt gebetet habe ich das vermutlich vor 10 Jahren beim Weihnachtsgottesdienst. Das Essen ist sehr lecker, ich bin begeistert, esse aber trotzdem nur ein wenig, weil eigentlich um diese Zeit jemand im Büro sein müsste und die liebste Kollegin auch mit einem Jugendlichen beschäftigt ist.

00:15 Uhr Die Kollegin und ich stellen fest, dass das jetzt wirklich unser letzter gemeinsamer SpätSpät-Dienst war und dass es das jetzt war und dass wir tatsächlich schon ab Freitag in getrennten Einrichtungen arbeiten. Darauf eine Abschiedszigarette.

00:20 Uhr Wir stellen fest, dass bis auf einen Jungen alle Jugendlichen im Haus sind. Halleluja! Dafür erfahre ich bei einem mahnenden Anruf bei ebendiesem Jugendlichen, dass er irgendwo im Outback von München auf einer Geburtstagsparty steckt. Nochmal halleluja…

00:30 Uhr Ich verabschiede mich, trotz Jugendlichem im Outback. Die Kollegin kriegt das auch alleine hin. Also stolpere ich zum Bus und ignoriere großzügig, dass der Busfahrer wie eine gesengte Sau durch die nächtliche Stadt kurvt, während er aufgeregt in sein Telefon spricht und diskutiert.

1:15 Uhr. Zuhause. Feierabend. Leider kann ich auch nach einem so spätem Feierabend nie direkt ins Bett gehen, deshalb schaue ich mir in der Mediathek noch eine kurze Doku an und falle dann ermattet in die weichen Federn.

Veränderungen, Teil II

Ganz langsam, Schritt für Schritt fange ich an mit den Veränderungen:

Ich singe bekanntlich gerne und laut. Aber eigentlich singe ich meistens für micn alleine. Das ist schade, denn eigentlich würde ich gerne viel mehr singen. Und eigentlich würde ich auch gerne viel mehr lernen. Und eigentlich träume ich seit einer unglaublich langen Zeit davon, Gesangsunterricht zu nehmen. Aber uneigentlich habe ich mich ca. 10 Jahre lang nicht getraut, genau das zu tun. Nämlich zum Gesangsunterricht zu gehen. Und alles nur aus Angst, man könnte mir mangelndes Talent bescheinigen.

Ich bin vor circa einem Monat – völlig ungerechtfertigt – aus dem Chor, in dem ich eineinhalb Jahre (!) gesungen habe, rausgeschmissen worden, mit dem Vorwurf, es mangele mir vollkommen an Musikalität. Das hat gesessen, genau an dieser Stelle, wo die Zweifel sitzen, da, wo die Angst sitzt. Letztendlich und im Nachhinein betrachtet mangelte es wohl eher dem Chorleiter an Verständnis oder was weiß ich. Aber für irgendetwas war es gut, scheinbar brauchte ich diesen Tritt in den Allerwertesten, denn da war so ein Gefühl: Jetzt will ich es wissen, ganz oder gar nicht. Und die Angst war weggeblasen, ich war ganz ruhig und dachte mir: Ok,, das ist es oder eben nicht. Ich habe mir dann jemanden gesucht für eine zweite Meinung und ich fand eine so unglaublich tolle, liebe, verständnisvolle, aufbauende, aufmunternde, fröhliche, engagierte Lehrerin, bei der das Singen noch mehr Spaß macht als alleine. Bei der ich mich für Fehler nicht schämen muss. Bei der ich die Songs singen darf, die MIR Spaß machen. Bei der plötzlich alles so leicht geht. Bei der ich gestern in der zweiten Stunde (!) nur noch gestaunt habe, was alles aus meiner Kehle herauskommen kann.

Und das einzige, was mir bescheinigt wurde war, dass es nicht um Talent geht, sondern um die richtige Atmung und die richtige Körperhaltung. Und das Singen Spaß machen soll.

(Ich bin so froh, dass ich mich endlich getraut habe.)

(Happy as can be).

Veränderungen

Ich arbeite jetzt seit etwas mehr als einem halben Jahr und ich warte seit etwas mehr als einem halben Jahr auf so etwas wie Alltag. Gut, das mit dem Alltag im Sinne von “nine to five” und dann nach Hause auf’s Sofa ist in meinem Job irgendwie utopisch, das ist auchmir kklar. Erstens nine to five (ha ha!) und zweitens danach heim auf’s Sofa und chillaxen (ha ha ha ha ha!!) Aber naja, trotzdem irgendsowas wie Alltag. Ich hab mich wirklich auf das Arbeitsleben gefreut und ich hab gedacht, es würde irgendwie einfacher* werden, wenn ich “nur noch” arbeiten muss statt immerzu Job und Studium unter einen Hut zu bekommen, am Wochenende noch schnell zu lernen und irgendwie zwischendurch noch eine Abschlussarbeit zu schreiben. Dazu diese Unsicherheit, was passiert danach, was ist nächstes Jahr. In den letzten zwei Jahren habe ich mir wenig sehnlicher gewünscht als irgendwo “anzukommen”. Falls Sie verstehen, was ich meine.

In gewisser Weise haben sich diese Wünsche erfüllt, in gewisser Weise auch nicht. In gewisser Weise bin ich wirklich “angekommen”. So sehr angekommen, dass sich das Studium schon wieder meilenweit entfernt anfühlt, obwohl es eigentlich erst 4 Monate her ist, dass ich meine Bachelorarbeit erschöpft und erleichtert der Sekretärin in die Hand gedrückt habe. Es fühlt sich an wie ungefähr 40 Monate. Es ist sogar soweit weg aus meiner Welt, dass ich diese Woche meine Abschlussfeier in der Uni gecancelt habe zugunsten des Sommerfestes in der Arbeit. Mit dem Thema Studieren bin ich durch, ich habe keinen Bezug mehr dazu und ich würde mir auf dieser Absolventenfeier sehr komisch vorkommen. Eine Freundin hat das so nett formuliert: Blick in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit. Und ja, dieser Job ist meine Zukunft. Ich liebe ihn und ich liebe mein Team und ich möchte nie wieder etwas anderes machen.

Auf der anderen Seite aber hat sich das mit dem “es würde einfacher* werden” nicht wirklich erfüllt. Ja, ich bin irgendwie angekommen, in einem neuen Lebensabschnitt. Und wie das bei jedem Ende einer Ära eines Lebensabschnittes so ist, gibt es da plötzlich ein paar Dinge, die sich auch in anderen Lebensbereichen verändern. Die über viele Jahre hinweg ok, akzeptiert und praktisch waren und plötzlich ändert sich eine Komponente im System, und man stellt fest, dass auf einmal auch einige andere Komponenten im System nicht mehr passen und drücken wie ein zu klein gewordener Schuh. Ich stelle gerade fest, dass einiges in meinem Leben zu klein, zu eingefahren, zu drückend geworden ist und habe immer stärker das Bedürfnis, mich neu zu orientieren, Veränderungen in Angriff zu nehmen, etwas Neues zu beginnen. Und manchmal auch das Bedürfnis, etwas altes, liebgewonnenes wieder anzufangen.

Auf der anderen Seite habe ich grad keine Kraft für Veränderungen. Mir fehlt schlichtweg die Energie, ich bin ständig müde, erschöpft und möchte nach der Arbeit am liebsten nichts mehr hören. Mir geht es inzwischen viel besser als damals, ich habe mit vielen Menschen geredet, habe einige Dinge für mich sortiert und bin viel ruhiger geworden. Trotzdem geht mir oft alles auf die Nerven und ist mir zu anstrengend. Viele werden jetzt sagen, die erste Zeit im Berufsleben IST anstrengend, übernimm Dich nicht. Und trotzdem, für meinen Geschmack ist es zu viel Müdigkeit und – ich erwähnte das vielleicht schon einmal? – irgendwie habe ich gedacht, es würde einfacher werden. Und überhaupt, hey!, ich habe meinen Traumjob gefunden! Ich liebe meinen Job, und ich liebe mein Team und ich möchte nie wieder etwas anderes tun – womöglich erwähnte ich das bereits… ;) Ich könnte also sowas von glücklich sein, es läuft alles wunderbar. Aber ich bin nicht richtig glücklich, ich bin in erster Linie müde und erschöpft und das nicht einmal körperlich. Es mag sein, dass ich mal wieder Urlaub brauchen könnte, richtigen Urlaub. Seit der Reise nach Thailand im letzten Jahr (war das wirklich im August? Ist das wirklich schon wieder ein Jahr her??) hatte ich genau eine Woche richtigen Urlaub, also Urlaub in dem ich NICHT eine Abschlussarbeit oder etwas ähnliches geschrieben habe, krank war oder was auch immer.

Es ist gerade alles ein bisschen viel und das Gedankenkarussell im Kopf ist groß und dreht sich mit rasender Geschwindigkeit. Das wiederum macht mich noch müder und erschöpfter. Ich versuche also ein Vorhaben nach dem anderen anzugehen, eine Veränderung nach der anderen abzuarbeiten und ansonsten etwas langsamer zu machen. Mehr kann ich momentan nicht tun, außer zu hoffen, dass sich mit den äußerlichen Veränderungen auch eine innere Veränderung einstellt, dass das Gedankenkarussell ruhiger wird, dass das Drückende und Einengende wieder “weiter” wird. Dass es irgendwann einmal einfacher* wird.

*Aber irgendwas ist ja immer. ;)

 

GartyParty 2014

Seit dem vergangenen Wochenende weiß ich, dass ich demnächst einen Club der anonymen Gummibärchensüchtigen, einen Club der anonymen Deko-Schnickeldi-Süchtigen und einen Club der anonymen Nudelsalatsüchtigen gründen muss.

Zur GartyParty am vergangenen Freitag habe ich den weltleckersten Sommernudelsalat a la FrauSüd gemacht, Samstag war ich selber auf einer Party eingeladen, wo es wieder Nudelsalat hab und Sonntag habe ich die Reste vom GartyParty-Nudelsalat vernichtet. Reicht das, um als süchtig zu gelten?

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Die GartyParty war auch dieses Jahr wieder wundervoll. Was mich besonders gefreut hat war, dass auch einige meiner liebsten Kollegen gekommen sind und sich problemlos in die heitere Gruppe eingefügt haben.

Und Opa wird im nächsten Jahr als Kinderanimateur engagiert.

Von der Theorie und der Praxis

Drei Jahren habe ich mich im Studium mit Beziehungsaufbau und Beziehungsgestaltung zwischen Klient und Sozialarbeiter beschäftigt. Drei Jahre lang habe ich darüber kluggeschissen gefachsimpelt, wie die Beziehung zwischen Sozialarbeiter und Klient aussehen sollte, was sie können sollte und was sie nicht leisten kann. Drei Jahre lang habe ich gelernt, wie man eine gute Arbeitsbeziehung aufbauen kann/ soll/ muss, was man hineingeben muss, was man ertragen können muss und was man heraushalten muss.

Was aber ist mit dem Ende so einer Beziehung? Was aber ist, wenn ich eine weitestgehend funktionierende Beziehung mit meinen Jugendlichen etabliert habe. Eine Beziehung, die auch Differenzen aushält, in der jeder sich zurückziehen, aber auch wieder kommen kann. Was ist, wenn sie mich respektieren und sich sogar selber nach einem Streit entschuldigen für respektloses Verhalten, weil es für sie – und für niemand sonst – wichtig ist.

Was, wenn sie zum Teil zu mir sagen “Du bist hier in Deutschland, da wir keine Eltern hier haben, für uns so etwas wie eine Mama”. Eine Bekannte fragte mich gestern, ob das nicht zuviel wäre der Nähe und ich antwortete: Nein, denn ich weiß inzwischen, dass ich als Mama-Ersatz auch streng sein kann. Ich kann auch Dinge von den Jugendlichen fordern oder verbieten. Inzwischen weiß ich das, dass ich das kann. Zuviel der Nähe für eine Arbeitsbeziehung wäre es für mich, wenn es mich dahingehend manipulieren würde, dass ich nicht mehr nach meinem Gewissen und Prinzipien handeln kann. Momentan kann ich das noch, das glaube ich zumindest.

Was, wenn diese Beziehung endet oder eigentlich enden soll, weil die Klienten eigentlich ausziehen sollten in eine andere Einrichtung. Was, wenn die Klienten dann nicht ausziehen wollen, sich – gerade nach einer Vorgeschichte voller Trennungen und Verluste – sich einerseits nicht von der vertrauten Umgebung, von ihren neugewonnenen Freunden, aber auch nicht von mir/ uns als Betreuern trennen wollen? Haben wir dann sozusagen zu gute Arbeit geleistet, eine “zu gute” Beziehung aufgebaut?

Man sagt uns, dass die Jugendlichen nur ca. drei – vier Monate bei uns bleiben und dass wir deshalb keine “zu tiefe Beziehung aufbauen” sollen. Aber wie macht man das, “keine zu tiefe Beziehung aufbauen”, wenn gleichzeitig eine vertrauensvolle Zusammenarbeit vorausgesetzt wird? Sage ich irgendwann “Stopp”, wenn ich das Gefühl habe, die Jugendlichen vertrauen mir “zu viel” und was ist eigentlich “zu viel”. Arbeite ich nicht immer auch mit dem, was von den Jugendlichen kommt? Soll ich mich vielleicht entgegen all der gelernten hübschen Theorie über Beziehungsaufbau verhalten, nur damit die Trennung nicht so schwer fällt?

Über das Ende spricht man nicht.

Wissenschaft für Schlaflose

Protipp: Wussten Sie, dass nachts auf dem Fernsehsender BR eine Sendung “Wissenschaft für Schlaflose” läuft? Ich weiß es seit der letzten Nacht.

(Ich denke nur, dass ich nochmal einen Brief an die Redaktion schreiben sollte, denn das Konzept dieser Sendung hat trotz vieler guter Ansätze Lücken. So könnte ich beispielsweise die Augen nicht weit genug aufhalten, um die vielen Formel und Graphen auf dem Bildschirm erkennen zu können und außerdem konnte ich leider den Ausführungen des Dozenten nicht recht folgen. Er sprach zu schnell. Wirklich einschlafförderlich war es also trotzdem nicht.)

You’re old

8.07.14, 22:00 Uhr. Ganz Deutschland sitzt vor dem Fernseher und schaut das Halbfinale Deutschland – Brasilien, welches später in einem Desaster für Brasilien enden sollte. Ganz Deutschland? Nein. Ein Jugendlicher und eine Sozialpädagogin stehen in der Küche eines Wohnheimes und erledigen den Küchendienst. Die Sozialpädagogin deutlich gelassener als der Jugendliche, sie hat es nicht eilig, denn an dem Fußballspiel interessiert sie in erster Linie das Ergebnis. Der Jugendliche dagegen hat es sehr (!!) eilig (hier muss erwähnt werden, dass der Jugendliche freiwillig um 22:00 Uhr die Küche putzte, er hätte es erst in der Halbzeitpause tun müssen).

Jedenfalls, der Jugendliche hat es eilig, was die Sozialpädagogin durchaus verstehen kann, dennoch aber kann sie es nicht tolerieren, wenn sämtliche Arbeitsflächen, Herd etc. nur mit einem Geschirrtuch abgewischt werden. Sie unterbricht das fröhliche schnelle Treiben also und zeigt dem Jugendlichen anschaulich, dass er doch bitte mit Wasser und Putzmittel die Oberflächen abwischen möge. Innerlich seufzt sie ein wenig, auch nach mehreren Monaten in der Einrichtung hat der Jugendliche es scheinbar noch nicht gelernt, die Küche ordentlich zu putzen. Irgendwann aber hat der Jugendliche es wohl eingesehen, dass es in diesem Fall nichts nützt, den Küchendienst nur schlmapig zu versehen. Er gibt sich etwas mehr Mühe, die Sozialpädagogin aber – einmal in Fahrt – erklärt und zeigt und führt anschaulich vor, wie man eine Küche ORDENTLICH putzt. Dies geschieht allerdings nicht ganz ohne sprachliche Missverständnisse, der Jugendliche ist aus Somalia und erst seit wenigen Monaten in Deutschland. Auf einmal jedoch fängt der Jugendliche wild an zu gestikulieren, Frau Sozialpädagogin zeigt sich verwirrt und sieht ihn ratlos an. Daraufhin erhebt der Jugendliche nun die Hand zu einem Stopp-Zeichen und bei der Sozialpädagogin schrillen jetzt erst recht alle Alarmglocken! Jetzt wird nicht abgebrochen, schließlich ist der Küchendienst gerade einmal zur Hälfte verrichtet.

Gerade aber als die Sozialpädagogin zu langwierigen und ausführlichen Ermahnungen Erklärungen ansetzen will, stellt der Jugendliche einen Stuhl, der bereits auf den Tisch gestellt worden war, wieder auf den Boden, deutet erst auf mich, dann auf den Stuhl, dann auf sich selbst und sagt: “You’re old. Ich putzen!!”

:)

(Und währenddessen stürmen ca. alle fünf Minuten Jugendliche aus dem Zimmer, wo sie das Fußballspiel schauen, in die Küche und brüllen “Tooor! Toooor! Goooal! 1:0! 2:0! 3:0! 4:0! 5:0!…” Ich hab es zuerst gar nicht geglaubt und gedacht, die verarschen mich und in Wirklichkeit fliegt Deutschland gerade aus dem Turnier. Echt jetzt!)

Tagebuchbloggen 5. Juni

Jeden 5. eines Monats fragt Frau Brüllen: “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” und hat diesen Tag zum WMDEDGT-Tagebuchblogging-Tag ausgerufen. Heute also sogar mal wieder pünktlich. Eigentlich schreibe ich ja fleissig schon seit Montag Tagebuch, um der wirren Gedanken wieder Herr zu werden, aber das ist dann doch eher keine Sache für den Blog. ;)

Da ich gestern eine sehr späte Spätschicht gearbeitet habe, bis ca. 23.30 Uhr, lasse ich mir heute morgen Zeit mit dem Aufstehen. Als ich das erste Mal die Augen aufschlage, ist es 8.10 Uhr, also ich das zweite Mal die Augen aufschlage, ist es 8.55 Uhr. Ich überlege, noch weiter zu schlafen, aber das ist heute scheinbar nicht möglich. Ich surfe ein wenig durchs Netz, mache mir einen Kaffee, wundere mich, warum die Düse vom Milchaufschäumer in letzter Zeit so regelmäßig herunterploppt und schaue Fernsehen. Eigentlich wollte ich diesen Vormittag produktiv verbringen, aber so wirklich funktioniert das nicht. Ich zwinge mich irgendwann, wenigstens ein bisschen aufzuräumen, zu duschen, einen Arzttermin auszumahen, zu bloggen und das Haus zu verlassen, um noch ein wenig Sonne zu tanken bevor es gegen 13 Uhr in die Arbeit geht. Das dauert und so verlasse ich das Haus doch wieder erst nach 11.30 Uhr. Daher reicht die Zeit auch nur noch, um eine Fahrkarte für diesen Monat zu kaufen, Geld auf der Bank einzuzahlen und – weil Haltestelle verpasst – einen mittelgroßen Umweg zur Arbeit zu fahren.

Um 13 Uhr bin ich in der Arbeit, ich bespreche kurz mit den Kollegen die Lage, was liegt an, was ist zu tun? Wer bereitet den Gruppenabend vor? Wer geht mit F. zum Zahnarzt? Ich erbarme mich freiwillig, zum Zahnarzt zu gehen, weil ich dort auch noch für meine beiden Jungs etwas zu erledigen habe. Wieder zurück bereiten die Lieblingskollegin und ich den Gruppenabend vor, allerdings sind wir scheinbar nicht die einzigen, die das möchten, denn alle Büros und Besprechungsräume sind belegt, entweder mit Betreuern, die Gespräche mit Betreuern führen oder mit Betreuern, die Gespräche mit Jugendlichen führen. Wir setzen uns also in den Hof und besprechen den heutigen Gruppenabend. Ich hätte gerne etwas zum Thema Gesundheit und Krankheit gemacht, aber die aktuellen Themen sind so vielen, dass dafür keine Zeit bleibt. Also wird das Thema Gesundheit auf die nächste Woche verschoben. Ich erbarme mich abermals und übernehme das Kochen, die Lieblingskollegen versorgt mich im Gegenzug mit einem bereits fertig ausgedruckten Rezept. Ungarisches Geschnetzeltes mit Pute und Paprika. Dazwischen spreche ich kurz mit unserer Psychologin, um einen Termin für einen Jugendlichen bei ihr zu vereinbaren, um den ich mir aus Gründen ein wenig Sorgen mache. Das Gespräch bestätigt meine Meinung und es tut mir gut, meine Sorgen der letzten Wochen zu teilen. Gegen 15.30 Uhr mache ich mich auf die Suche nach einem Jugendlichen, der mir heute beim Kochen assistieren wird und werde schnell fündig, A. erzählt zwar irgendetws davon, dass er zum Friseur will, verspricht aber bereitwillig, um 16 Uhr mit mir einkaufen zu gehen. Juchu! Das ging ja einfach, ich habe einen Belohnungskaffee verdient.

Ein Gruppenabend läuft bei uns idealerweise so ab, dass zwei Jugendliche aus der Gruppe für die Gruppe kochen. Dazu wird am Tag zuvor besprochen, was es zu Essen geben soll, dann wird eingekauft und ab 16 Uhr wird gekocht, damit das Essen um 18 Uhr fertig ist. Dann gibt es eine Stunde Gruppenabend, wo aktuelle Anliegen besprochen werden oder wir den Jungs Infos über das Leben in Deutschland (Asylverfahren, Schule/ Ausbildung, Gesundheit usw.) geben. Danach wird gegen ca. 19 Uhr gemeinsam gegessen. So läuft das. Idealerweise. Leider nicht heute.

Um 16 Uhr mache ich mich auf die Suche nach A. und finde ihn mit mehreren anderen Jungen in seinem Zimmer. Neben ihm steht ein junger Mann, den ich noch nie gesehen hab und bearbeitet A.s Kopf mit einem Rasierapparat, neben dem Stuhl liegen Haare, das Zimmer wurde also kurzfristig in einen Friseursalon umfunktionert. Y. möchte auch zum Friseur, also zücke ich den Geldbeutel und drücke dem jungen Mann weitere 10 Euro in die Hand. Nur jetzt nicht hysterisch loslachen. A. verspricht mir, dass wir in 20 Minuten einkaufen gehen können. Nach weiteren 20 Minuten klopfe ich wieder an die Zimmertür. A. kehrt gerade die Haare zusammen, erklärt mir aber, er müsse jetzt erst duschen, nach dem Friseur. Nur jetzt nicht hysterisch loslachen. Unterdessen erklärt mir der Lieblingskollege, dass jetzt S. gerne für die Gruppe kochen möchte. Ich schnappe mir also S. und gehe postwendend mit ihm einkaufen, beim Türken, denn der ist ja billiger als der Aldi. Sagt S. Beim Bezahlen merke ich davon wenig, dafür erklärt S. mir auf dem Heimweg, dass es ja besser wäre, dass ich nicht verheiratet bin, weil “ist einfach besser”. Bis wir zurückkommen ist es 17.20 Uhr, um 18.00 Uhr soll der Gruppenabend starten. Nur jetzt nicht hysterisch werden. Beide Küchen sind besetzt, wir quetschen uns irgendwo dazwischen. E. und A. kommen und möchten kochen helfen, dafür ist S. plötzlich wieder verschwunden. Ich finde ihn beim Kickern, wo er mir erklärt, dass er gar nicht kochen wollte, er will lieber nächste Woche ein afghanisches Gericht kochen, das Gericht heute sei ja ungarisch, nicht afghanisch. Ich lasse diese Ausrede nicht gelten und schleppe ihn wieder in die Küche, wo es wieder Diskussionen gibt, er aber schließlich doch mithilft. Als ich wieder in die Küche komme, sind E. und A. wieder verschwunden, ich ignoriere das großzügig und mache mich erstmal auf die Suche nach verschwundenen Messern, Schneidebrettern und Töpfen. Vier Betreuer, etliche Jugendliche kochen auf einem Herd für zwei verschiedene Gruppen, es ist sehr chaotisch und sehr laut. A. taucht wieder auf und schneidet bereitwillig Gemüse, dafür stellen wir fest, dass es nun schon 17.55 Uhr ist und die andere Gruppe gerne in der Küche jetzt ihren Gruppenabend starten möchte. Abermals ein Wechsel der Location bzw. der Küche. Die Lieblingskollegin kommt hinzu und fängt an, das Fleisch anzubraten, während mehrere Jugendliche ihr über die Schulter gucken und Kommentare abgeben. S. ist dabei besonders aktiv. Als die Lieblingskollegin ihm anbietet, er könne doch auch gerne selber statt ihrer kochen, ist er beleidigt und verlässt die Küche. Jetzt haben wir nur noch A. als Helfer, was eigentlich nicht der Sinn der Sache ist, da die Jugendlichen kochen sollten, aber ich nutze die Gelegenheit und die Ruhe, um A. der sehr wenig kochen kann, einige Gewürze und eine Arbeitsgänge beim Kochen zu erklären. Unterdessen kommt der Kollege in die Küche und wir beschließen, dass er schonmal die restlichen Jungen suchen und “zusammentreiben” könnte. 5 Minuten später kommt er wieder und berichtet, dass E. das Haus verlassen habe, S. sei unauffindbar, ein anderer Jugendlicher befindet sich schlafend im Bett und zwei Jugendliche sind ebenfalls unauffindbar. Ich stelle fest, dass wir nun ein Gericht für 10-12 Personen kochen, dass tatsächlich 3 Jugendliche und 3 Betreuer am Tisch sitzen werden, aber dann ist das nun mal so.

Irgendwann ist das Essen fertig und wir gehen in den Besprechungsraum, um endlich unseren Gruppenabend abzuhalten. Es ist 18.50 Uhr. L. und F. sind plötzlich doch da und warten schon im Raum, A. und Y. holen noch ihre Teller. Sh. trudelt auch irgendwann ein, S. ist immer noch beleidigt und auf Krawall gebürstet, Zu meiner großen Freude ist plötzlich E. wieder aufgetaucht und wir können tatsächlich mit sieben von acht Jugendlichen unser Programm starten. Irgendwann kurz nach 19.00 Uhr taucht auch Sa., der zuvor im Bett befindlich war, auf. Wir diskutieren also über Regeländerungen für den rasant nahenden Ramadan, die Fußball-WM, über PC-Benutzung und Wecken, gehen aber sofort als alle Punkte abgehakt sind zum Essen über und holen die Töpfe aus der Küche. S. stellt fest, dass der Reis, den ich gekocht habe, “nicht gut” ist und geht nochmal zurück in die Küche, um den Reis mit Schnittlauch und Zitrone zu verfeinern. Irgendwann können wir endlich essen. Wir fragen die Gruppe, wer in der nächsten Woche kochen möchte, um ähnlichen Katastrophen wie heute vorzubeugen, aber S. (Afghanistan) erklärt uns, dass es unhöflich ist, beim Essen zu sprechen. Glücklicherweise erklärt E. sich schnell bereit, nächste Woche das Kochen zu übernehmen. Insgesamt verläuft der Abend dann sehr friedlich und in angenehmer Athmosphäre, dennoch wanken wir Betreuer eher aus dem Zimmer, als wir gehen. Ich sehne mich nach einer Zigarette. Stattdessen wasche ich Geschirr ab, räume auf und fülle eine Anfrage für einen Dolmetscher für das Gespräch mit der Psychologin aus. Als ich sehe, dass Kollegen vor dem Haus stehen und reden, gehe ich dennoch kurz raus und wir diskutieren, wie man das Kochproblem in Zukunft etwas besser lösen kann. Kurze Zeit später ist es schon 20.45 Uhr und Zeit für die Übergabe an den Nachtdienst. Danach verzweifele ich noch ein wenig an der Abrechnung und verlasse gegen 21.30 Uhr endlcih das Büro Richtung Heimat. Ich freue mich, dass es noch hell ist und gehe das letzte Stück vom Bus nach Hause zu Fuß lauthals singend. Die paar Leute, die ich unterwegs treffe und die mich verdutzt ansehen, ignoriere ich, ich bin einfach nur froh, dass der Tag geschafft ist und ich die nächsten zwei Tage frei habe.

Ein ganz normaler Tag oder auch: Des Wahnsinns fette Beute. Das war also wieder der 5. eines Monats und ein kleiner Auszug dessen, was ich so tagtäglich (in meinem Job) tue. Ich hoffe, ich habe Sie gut unterhalten und Sie schalten auch nächsten Monat wieder ein, wenn es heißt: “Es ist der 5., es ist Tagebuchblogging-Tag”.

Let’s face it

Es geht nicht mehr länger, ich muss mir selber eingestehen, dass ich in einem Hamsterrad gefangen bin. Mein Kopf ist quasi 24/7 in der Arbeit, Abschalten geht kaum noch. Am Anfang hielt ich das für ein Anfängerproblem, welches sich bestimmt nach einiger Zeit – und vor allem mit wachsender Sicherheit und Routine! – von selbst geben würde. Das hat es nicht, viele Dinge gehen mir sprichwörtlich auch in der Freizeit noch an die Nieren, zu viele Dinge. Das äußert sich inzwischen auch in ständigem Kranksein (besagte Nierenbeckenentzündung vor zwei Wochen), Einschlafschwierigkeiten und dergleichen. Dass das auf Dauer nicht gesund ist, ist mir selbst auch klar und bedarf keiner Diskussion. Zu vieles bringt mich zum Grübeln, dass ich manchmal gerne einen Hammer nehmen möchte und auf meinen Kopf hauen möchte, damit endlich einmal Ruhe ist. Es ist weithin bekannt, dass Menschen in sozialen Berufen ein besonders hohes Risiko tragen, sich aufzuarbeiten. In diese Falle wollte ich nie tappen, das habe ich mir einmal geschworen, und doch muss ich jetzt ernüchtert feststellen, dass ich bereits mitten im Hamsterrad stecke.

Es ist also höchste Zeit, etwas zu ändern. Noch weiß ich nicht genau was, und noch weniger wie, aber ich werde es herausfinden. Ich habe einen Verdacht, an welchem Rädchen ich drehen muss, und viele wunderbare Menschen um mich herum, die mir helfen, mich halten und mich unterstützen.

Und trotz allem, auch wenn es momentan anstrengend und schwierig ist, ich habe immer noch einen Traumjob, Traumkollegen und Traumvorgesetzte. Das ist so und das bleibt so.

Unnötig

Seit letzten Freitag bin ich zuhause mit einer beginnenden Nierenentzündung. Ich hatte so etwas in bisher 31,5 Lebensjahren noch nie, nichteinmal eine Blasenentzündung, und hatte eigentlich auch keine Veranlassung, daran etwas zu ändern. Nun ja…

Mein Hausarzt wollte mich gleich einmal vorsorglich für die komplette Woche krank schreiben. Es gab Zeiten – man erinnere sich an Don Jefe I & II – da hätte ich darüber gefrohlockt. Wo der Job so frustrierend war, dass ich mir abends im Bett stillleiseheimlich gewünscht habe, krank zu werden, um zuhause bleiben zu können. (Und nein, einfach so blaumachen tu ich nicht.) Ironischerweisee war ich zu diesen Zeiten niemals ernsthaft krank, höchstens einmal eine Erkältung, die es mir erlaubte, für drei Tage zuhause zu bleiben. Jetzt habe ich einen Job, der mir Spaß macht, der mich erfüllt und der mich jeden Morgen, wenn ich zur Arbeit gehe, glücklich macht – naja, sagen wir fast immer, manchmal ist der Morgen schon ganz schön früh. ;) Und nun stolpere ich seit Wochen von Infekt zu Infekt, fühle mich den Großteil der Zeit müde und angeschlagen und bin nun mit der Krankschreiben schließlich zur Schonung gezwungen.

Hey Murphy, die Botschaft ist angekommen!

Tagebuchbloggen 5. Mai

Leicht verspätet, das Tagebuchbloggen vom Mai. Jeden 5. eines Monats fragt Frau Brüllen: “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” und hat den 5. eines jeden Monats zum WMDEDGT-Tagebuchblogging-Tag ausgerufen. Dieser Montag (und diese Woche) hatte es definitiv in sich, deshalb bin ich auch nich dazu gekommen, bei zeiten zu bloggen. Aber ersteinmal von vorne,

Dieser Tagebuchblogging-Tag beginnt früh, und zwar in London. Jawohl, ich war ein verlängertes Wochenende beim Bruderherz in London. Eine neue Lieblingsstadt, das kann ich Ihnen versichern, aber dazu an anderer Stelle mehr. Es ist ca. 0.15 Uhr britischer Zeit, also 1.15 Uhr deutscher Zeit, als ich erschöpft ins Bett sinke und mir den Wecker auf 5.15 Uhr britischer Zeit stelle. Ein bisschen wenig Schlaf, aber was will man machen. Nachdem ich mit dem Bruderherz einen traumhaften Tag in London verbrachte, kamen wir abends nach Hause und ich lernte endlich – nachdem wir uns vier Tage hinweg verpasst haben – den französischen WG-Kumpanen des Bruderherzens kennen. Und dann haben wir eben mit diesem und seinem Freund noch ein, zwei Bier getrunken. Ich bete also, dass die fünf Stunden Schlaf ausreichen mögen, um mich morgens quer durch London den Flughafen finden zu lassen und schlafe ein…

… bis gegen 3.15 Uhr britischer Zeit vor dem Haus ein Höllenlärm losbricht und wir hochschrecken. Es hört sich an, als würde das Haus abgerissen wären und tatsächlich hämmert draussen vor dem Fenster ein Pressluftbohrer. Dieser reisst allerdings nicht das Haus ab, sondern den Gehweg davor. Das Bruderherz schaut zum Fenster hinaus, auf dem Auto steht irgendetwas von “South Gas”. Schön, die Briten bohren also am liebsten nachts um 3 Uhr an ihren Gasleitungen herum. Kein sehr beruhigendes Gefühl und auch als es irgendwann wieder still wird, kann keiner von uns mehr so recht einschlafen.

5.15 Uhr britischer Zeit, 6.15 Uhr deutscher Zeit. Der Wecker klingelt. Ich beneide lautstark das Bruderherz, das noch weiterschlafen kann, aber von Weiterschlafen war ja eh nicht mehr die Rede, also stehe ich auf, ziehe mich an und packe die letzten Sachen. Um 5.40 Uhr verabschiede ich mich vom Bruderherz und verlasse das Haus, sehr wehmütig, dass diese schönen Tage nun vorbei sind. In London ist an diesem Montag Bank holiday und so begegne ich auf der Straße noch ein paar verkaterten Partyleichen auf dem Weg nach Hause. Aber es ist schon so hell, sogar die Sonne zeigt sich schon vorsichtig und insgesamt ist die Stadt so ruhig und friedlich, wie ich sie in vier Tagen nicht erlebt habe. Nun ja, kein Wunder.

5.53 Uhr britischer Zeit. Ich habe es tatsächlich mit meinem Riesenkoffer (Sie kennen das, wenn man Familie besucht, muss man immer “nur noch eine Kleinigkeit” mitbringen von zuhause/ mitnehmen nach Hause) ohne Pannen in die Ubahn geschafft.

6.20 Uhr britischer Zeit. Umsteigen in Paddington. Ich bin heilfroh, dass ich die frühere Ubahn genommen habe, denn so kann ich in Ruhe ein Ticket kaufen und vor allem das richtige Gleis finden. Obwohl die Station menschenleer ist und nur ein Taxifahrer mich anspricht, ist letzteres gar nicht so einfach.

Kurz nach 7.00 Uhr britischer Zeit bin ich am Flughafen, 2 Stunden vor Abflug. Trotzdem bin ich sehr froh, wäre ich später losgefahren, wäre wieder alles schiefgelaufen, was schieflaufen kann, darauf gehe ich jede Wette ein. Auch der Check-In und die Sicherheitskontrolle sind überraschend schnell erledigt, ich hatte mich bei so einem großen Flughafen wie Heathrow schon auf böse Überraschungen eingestellt, aber alles läuft wunderbarst und ich werde sogar nach der Sicherheitskontrolle von einem Automaten nach meiner “security check experience” gefragt, hihi.

Bereits um 7.30 Uhr britischer Zeit bin ich also im Abflugbereich und beweise mich als Queen des Last-Minute-Flughafen-Shoppings, mir fallen nämlich immer pünktlich im Abflugbereich 100.000 Dinge ein, die ich noch kaufen wollte. Ich habe natürlich Geschenke für die Familie vergessen, aber bei Harrods im Flughafen (ich war bei Harrods! Also nur am Flughafen, aber hey, egal.) werde ich schnell fündig. Lustigerweise finde ich sogar noch eine Postkarte für einen meiner Jungs in der Arbeit. Der Jugendliche hatte mich gebeten, ob ich ihm aus London zwei Postkarten mitbringen könnte, eine von der Tower Bridge, eine von den Hochhäusern. Alles andere interessierte ihn nicht. Nun habe ich vier Tage lang in London etliche Souvenirshops nach Postkarten von Hochhäusern abgesucht, aber vergebens, wie Sie Sich vermutlich denken können. Und während ich so durch den Wartebereich des Flughafen schlenderte, da fiel mir doch glatt eine Postkarte ins Auge, auf der die Tower Bridge und die neueste Attraktion Londons, der OXO Tower in einem Bild abgebildet waren. Ha! Wer ist Queen des Flughafen Shoppings? Danach habe ich mir erstmal ein Frühstück verdient.

Um 8.20 Uhr britischer Zeit informiert mich eine SMS der Fluggesellschaft über das geplante Abfluggate, fünf Minuten später dann auch tatsächlich die Anzeigetafeln am Flughafen. Also ab zum Gate. Um 9.05 Uhr britischer Zeit geht es los zur Startbahn, was in Heathrow scheinbar einer Rundumfahrt über den ganzen Flughafen gleichkommt. Wir müssen noch eine halbe Ewigkeit warten, aber dann dürfen wir endlich starten. Leider sitze ich auf der falschen Seite des Flugzeugs und habe keinen so spannenden Blick über die Stadt wie bei der Ankunft. Wie gesagt, darüber an anderer Stelle mehr. Danach schwebe ich zwei Stunden über den Wolken, bin fasziniert von der Aussicht und kann dabei sogar mein Flugangst herunterschlucken. Normalerweise geht das nur bei einem Glas Rotwein, aber so früh ist das dann selbst mir zu heftig. ;)

Wir landen ca. 12:00 Uhr deutscher Zeit, diese Zeitverschiebung spielt meinem Müdigkeitslevel sehr angenehm in die Hände. Dennoch muss ich jetzt ersteinmal in die Arbeit, ich habe heute Spätschicht von 13-21 Uhr. Fünf Urlaubstage müssen schließlich optimal ausgenutzt werden. ;) Aber die Ankunft in München mit Passkontrolle und Gepäckausgabe dauert so lange, dass ich etwas zu spät in der Arbeit ankomme. Auf dem Weg dorthin treffe ich zufällig noch eine Kollegin, die gar nicht glauben kann, dass ich mit meinem Riesenkoffer jetzt noch in die Arbeit will. Aber ich kann sie überzeugen, dass wir uns gemeinsam auf den Weg dorthin machen und die Begrüßung in der Arbeit ist sehr fröhlich. Ich bin immer noch total verliebt und begeistert von London und echte Konzentration auf die Arbeit klappt heute nicht mehr wirklich. Deshalb verbringe ich den Nachmittag größtenteils damit, Jugendliche zum Putzen anzutreiben, einen Jungen zum Arzt zu begleiten und mir große ToDo-Listen für morgen zu schreiben – wenn ich dann wieder ausgeschlafen bin. Ha ha. Aus Heathrow habe ich mir einen Scone mitgebracht, weil mir nämlich auch noch kurz vor Abflug eingefallen ist, dass ich noch nie Scones probiert habe und das eigentlich in diesem London-Urlaub tun wollte und es dann doch wieder vergessen habe. Also zwischendurch in der Pause ein importierter Scone, mein Magen hängt mir inzwischen in den Kniekehlen. Mein Mittags-Urlaubs-Ankomm-Hoch weicht allmählich gegen abend einer bleiernen Müdigkeit. Gegen halb sieben sagt meine Chefin (die ja schon seit früh da ist): “Ich muss jetzt nach Hause.” und ich pflichte ihr bei und sage: “Ich auch.” Leider habe ich keinen Erfolg, sie lacht und sagt, dass ich ja wohl noch nciht so lange hier sei wie sie. Tja, Pech gehabt. ;)

Um 21 Uhr ist dann endlich Feierabend und ich rolle mit meinem Riesenkoffer nach Hause. Nach britischer Zeit gemessen wäre es jetzt erst 20 Uhr, wie gesagt, diese Zeitverschiebung ist manchmal gar nicht so schlecht, aber dennoch bin ich seit 14 Stunden auf den Beinen und unterwegs und das merke ich jetzt. Also schnell heim, kurz die Familie begrüßt. Außer dem Frühstück in Heathrow und den Scones habe ich heute tatsächlich nicht allzuviel gegessen, allerdings zeigt mein Kühlschrank mir natürlich gähnende Leere an. Also mache ich mich nochmal gegen 22 Uhr auf dem Weg zum nächstgelegenen Restaurant und lasse mir Käsespätzle zum Mitnehmen für müde Spätschichtarbeitende zubereiten. Danach ist dann endgültig Feierabend und ich falle ins Bett und schlafe sehr schnell ein.

 

 

 

 

 

Hast Du Kinder?

21:30 Uhr. Ich mache mich fertig, um von der Arbeit nach Hause zu gehen. Unser Büro ist voller Jugendlicher, es wird Hilfe bei Hausaufgaben eingefordert, der PC ist heiss begehrt, einige wollen sich einfach mit den Betreuern unterhalten. Einige Jungs fragen mich, wohin ich gehe und ich sage, dass ich jetzt nach Hause gehe.

Junge zu mir: Hast Du Kinder?
Ich: Nein, ich habe keine Kinder.
Junge: Ist besser so.
Ich: ???
Junge: Dann zuhause Ruhe und hier… (Deutet auf die versammelte Bande)
Ich: Oh, Du meinst, ich habe hier ganz viele Kinder, deshalb brauche ich keine zuhause?
Junge: Ja, ist besser so!

(Ich muss kniepern jetzt, echt ma’. Und ich muss auch gerade sehr an meine Grundschullehrerin denken, die einmal auf dieselbe Frage, ob sie Kinder habe, antwortete, dass sie doch ganz viele Kinder habe. Uns.)

Die freie Zeit

Ich geniesse meine freie Zeit nach der Arbeit gerade unglaublich. Es ist ein völlig neues Lebensgefühl, nach der Arbeit heimzukommen und dann auch wirklich frei zu haben. Keine To Dos mehr. Keine Gedanken mehr beim Faullenzen am Wochenende, ob ich mein Pensum für das Studium noch schaffe, wenn ich mal eine Stunde in der Sonne liege und lese. Oder Freunde treffe. Oder einfach nur spazierengehe. Oder zur Chorprobe. Auch bin ich ab heute als Fachkraft, als Sozialpädagogin, bei meinem Arbeitgeber angestellt, alles in allem also wunderbar. Die Studentenzeit ist nun endgültig vorbei und das ist gut so.

Als ich aber gestern bei Herrn Nummer Neun seinen Blogpost über seine arbeitsfreie Zeit las, musste ich sehr schmunzeln. Auch hier war es die letzten zwei Wochen nicht sehr viel anders. Was hatte ich mir für die Zeit “nach der Bachelorarbeit” alles vorgenommen! Da waren unter anderem:

  • Schränke ausmisten
  • Das Bad putzen
  • Eine tolle Tasche nähen
  • Für meine Familie und Kollegen kochen und backen.
  • Jeden Tag frisch kochen und viele tolle neue Gerichte ausprobieren
  • Sport treiben
  • viel – und vor allem Geistreiches!! – bloggen
  • Stricken lernen

Getan habe ich:

  • Ein Mal mit meinem Vater gekocht
  • Einen Flug nach London gebucht
  • Aufgeräumt, Fenster geputzt und Staub gewischt, allerdings sieht man davon schon wieder nichts mehr
  • In meinem Sessel gesessen
  • Gestrickt
  • Gehäkelt
  • In der Sonne geschlafen
  • Das eine oder andere Mal joggen gewesen
  • Viel zu viele Stoffe fürs neue Täschchen geshoppt. Wolle auch…
  • Zum ersten Mal seit langer Zeit einen Sonntagsausflug an den Chiemsee unternommen.

Zu mehr war und bin ich nicht fähig, nach der Arbeit umgibt mich momentan stets eine bleierne Trägheit. Auch die Lust zu arbeiten hält sich noch in Grenzen, allerdings ist das immer wie weggeblasen, wenn ich dann tatsächlich in der Arbeit bin und die Jungs und Kollegen sehe. Richtigen Job gewählt. ;) Aber hey, das wird sich alles noch einspielen. Und so lange sitze ich einfach noch ein wenig im Sessel und trinke noch einen Kaffee, diese Woche ist nämlich Spätschicht angesagt und ich mag diese entspannten Vormittage unglaublich. Aber über die Vor- und Nachteile der Schichtarbeit schreibe ich ein anderes Mal.

 

Another Stöckchen!

Obwohl es hier so ruhig ist, werde ich ja derzeit förmlich mit Awards und Stöckchen überschwemmt. Vielen Dank Frau Küchenteufel für dieses zweite Stöckchen, mit dem ich nicht einmal beworfen wurde. ;) Und da seit heute MEIN Wochenende beginnt – Jaja, Schichtarbeit – habe ich jetzt auch Zeit, um die Fragen in aller Ruhe zu beantworten.

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Die Regeln, ähnlich wie eim vorigen Stöckchen:

Bei dem Award geht es darum, sich ein wenig mehr kennen zu lernen, einfach mal zu sagen: “Mir gefällt, was du da machst!” und Blogs mit weniger als 200 Lesern bekannter zu machen. Die weiteren Regeln sind:

• es werden 11 Fragen gestellt, die man beantworten soll
• man verlinkt den Blogger, von dem man nominiert wurde
• man nominiert selbst wiederum 11 Blogger• und stellt diesen dann wiederum 11 eigene Fragen.

Dei Fragen:

  1. Welchen Trend (egal aus welchem Bereich! Mode, Essen, Frisuren, Autos, Smartphones, Musik, Kinder, Möbel, etc.) findest Du furchtbar und welchen machst Du gerne mit oder würdest gerne mitmachen?

Ich liebe diesen Vintage-Trend, den mache ich nur zu gerne mit. Ein Trend, den ich gar nicht ausstehen kann, hmm… Letztes Jahr hätte ich geschrieben Chinohosen, die sehen für mich aus wie eingelaufene Schlafanzughosen. Mit zunehmendem Alter gehen mir allerdings weniger bestimmte Mode- (oder andere) Trends auf die Nerven, sondern solche “Trends”, die sich gesellschaftlich bemerkbar machen. Zum Beispiel ein zunehmender Trend in der Gesellschaft zur Engstirnigkeit, Schubladendenken, über andere herziehen, um sich selber besser zu fühlen usw.

  1. Hast Du ein oder mehrere Haustiere? Wenn ja, erzähl doch mal!

Mit 16 hatte ich mal Ratten. Das war’s dann aber auch. Seitdem kann ich es nicht mehr ertragen, Tiere in eine häusliche Umgebung “einzusperren” (auch wenn ich natürlich objektiv weiss, dass es vielen Hunden, Katzen usw. bei ihren Zweibeinern sehr gut geht). Tiere gehören für mich in Freiheit.

  1. Das beste Essen, das Du jemals gegessen hast oder das Dir in Erinnerung geblieben ist – was war es und wo?

Also, ich habe ja schon einmal im Jahresbericht 2013 erwähnt, dass das leckerste Essen die vietnamesische Nudelsuppe war, die meine Chefin im Praktikum vor einem Jahr für mich (und natürlich das ganze Team) zu meinem Abschied gekocht hat. Die Suppe war verdammt lecker, aber noch mehr hat mich diese Geste berührt. Und diese Suppe hätte schon starke Chancen auf den Titel bestes Essen ever, auf alle Fälle ist sie mir sehr in Erinnerung geblieben. Aber leider leider kocht das beste Essen ever iimmer noch meine Mutter. Manchmal bin ich richtig enttäuscht, wenn ich etwas im Restaurant essen und dann denke: Oh, zuhause hätte es aber interessanter geschmekt. ;)

  1. Bist Du ein To-Do-Listen-Schreiber und erledigst diese dann auch?

Hier fliegen inzwischen mehrere Dutzend To-Do-Listen herum, alleine auf meinem Smartphone habe ich zwei Apps für To-Dos/  Erinnerungen. Aber ja, es wird auch viel davon erledigt, was auf den Listen steht. ;9

  1. Es ist Sonntag. Für Dich ein toller Tag oder der langweiligste der Woche? Hast Du Vorschläge, was man mal machen könnte, wenn man in Deiner Nähe wohnt?

Ganz früher habe ich Sonntage gehasst, die zogen sich immer wie Kaugummi und keiner hatte Zeit. Inzwischen liebe ich Sonntage und bin dann meistens auch selber nicht wirklich “available”. Ich versuche mir an diesem Tag wirklich eine Auszeit zu nehmen und nur Dinge zu tun, die mich entspannen. Sogar Sport und Haushalt versuche ich möglichst Samstag zu ereldigen. Durch die Schichtarbeit werden die Sonntage allerdings wieder gehörig durchgewürfelt werden. Da ich das Wochenende gearbeitet habe und dafür jetzt zwei Tage frei habe, wird mein “Sonntag” morgen sein, also ein Dienstag. ;)

  1. Gehst Du zur Pediküre?

Ja. Ich selber habe für solche Sachen keine Geduld, bei mir muss es im Bad schnell gehen. Allerdings war ich glaube ich im ganzen letzten Jahr höchstens einmal. Man könnte also mal wieder.

  1. Wenn Du in einem fernen Land zum Essen eingeladen wärst und es gäbe sowas wie Schlange, Heuschrecke oder Hühnerfuß – würdest Du probieren oder ablehnen?

Kann ich schlecht sagen. Eigentlich bin ich sehr neugierig und probiere immer gerne neues, möglichst exotisches aus, andererseits glaube ich, wäre bei mir bei Hühnerfuß auch eine gewisse Grenze erreicht. Wohl eher nicht.

  1. Hast Du deinen Traumpartner schon gefunden? Wenn ja, wo und seit wann? Wenn nein, suchst Du danach oder lässt Du dich finden?

Noch nicht gefunden, leider. Sagen wir mal so, ich halte die Augen offen, aber bin oft doch zu schüchtern, den ersten Schirtt zu tun.

  1. Das Buch in Deinem Leben, das Dich am meisten beeindruckt/geprägt/interessiert hat?

Oh je, da gibt es viele, sich für eines zu entscheiden, fällt mir schwer.

  1. Welchen Job würdest Du gern machen?

Den, den ich mache. Und keinen anderen. Niemals nie mehr.

  1. Valentinstag-Verweigerer oder -Liebender?

Ich finde Valentinstag großartig, obwohl ich noch nie einen selber gefeiert habe. Klar liebt man sich 365 Tage im Jahr, klar würde etwas schieflaufen, wenn man sich seine Liebe nur an diesem einen Tag im Jahr zeigen würde. Logisch ist es ein Fest der Blumenhändler und logisch ist es eigentlich alles Humbug. Aber ich bin der Meinung, FEste müssen gefeiert werden, wie sie fallen, warum also sollte es nicht auch einen Festtag der Liebe geben, an dem man sich – nochmal – zeigt, wie gerne man sich hat? Und wenn nicht durch einen Blumenstrauss, dann eben durch eine andere kleine nette Geste.

Danke für die interessanten und spannenden Fragen! Jetzt zu meinen Fragen:

1. Würdest Du Dich trauen, einen Fallschirmspring zu machen? Wenn nein, warum nicht?

2. Ordnung ist das halbe Leben. Bist Du ein Ordnungsfanatiker oder typischer Besuchsputzer?

3. Bist Du politisch aktiv? Wenn ja, warum, wenn nein, warum nicht?

4. Wenn Du zurückblickst auf Dich mit 18 Jahren, wie siehst Du Dein damaliges ich heute?

5. Kochen oder Backen? Was tust Du lieber? Oder doch am liebsten Pizza-Service?

6. Wochenende, Sonnenschein! Was tust Du am liebsten an einem schönen Frühlingswochenende?

7. Wer ist Dein7e älteste/r Freund7in? Seit wann kennt Ihr Euch? Sandkasten? Kindergarten? Schule? Was schätzt Du besonders an Deine freunden?

8. Dein allerliebster Lieblingsort zum Entspannen ist…?

9. Gibt es etwas, was Du gar nicht ausstehen kannst und sofort an die Decke gehst? Warum?

10. Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung! Trifft das für Dich zu oder bist Du ein Schlechtwettermuffel?

11. Die berühmte Frage: Wenn Du drei Wünsche – und nur drei!! – frei hättst, welche wären das?

Da ich schon einmal einige Blogs verlinkt habe, darf sich dieses Stöckchen gerne aufheben wer mag. Ich würde mich freuen, wenn jemand das Stöckchen aufhebt, mitnimmt und auch einen Kommentar hinterlässt.

Best Blog Award

Die liebe Marie hat mich schon vor einiger Zeit mit einem Award (Ein Award! Ein Award!) und einem Stöckchen beworfen. Leider komme ich aus bekannten Gründen erst jetzt dazu, den Award zu ehren und die Stöckchen zu beantworten, entschuldige bitte, liebe Marie! Es lag nicht daran, dass ich kein Interesse gehabt hätte…

bestblog

So ein hübscher Award! Auch wenn es mich ein wenig erstaunt, dass ich ihn bekommen habe, schließlich komme ich kaum noch zum Bloggen, aber hey! Ich freue mich. Aber leider gibt es nicht nur Awards, sondern auch Arbeit, nämlich 11 Fragen zu beantworten: ;)

1.   Warum wird das Jahr 2014 „dein“ Jahr und worauf freust du dich ganz besonders?

Ha! Eine gute Frage, wie geschaffen für mich. Also: Das Jahr 2014 wird nicht nur mein Jahr, es IST schon mein Jahr! a) Der Traumjob!! b) ein regelmäßiges Gehalt auf dem Konto!!! c) Studienabschluss!!! d) Freiheit, also ein Feierabend nach Dienstschluss!!! (Ich erwähnte das in diesem Blog bereits das eine oder andere Mal…. ;) ) Also das Jahr hat ziemlich fulminant begonnen, jetzt darf es gerne etwas ruhiger weitergehen.

2.  Frühling, Sommer, Herbst oder Winter? Was ist deine Lieblingsjahreszeit?

Der Frühling fasziniert mich am meisten, ich bewundere die Kraft, mit der die Natur spriesst, erblüht und erwacht. Für mich gibt es nichts schöneres als einen kühlen Frühlingsmorgen mit blauem Himmel und zwitschernden Vögel. Allerdings habe ich in den vergangenen Jahren auch an den übrigen Jahreszeiten, vor allem dem Herbst und dem Winter sehr viele schöne Seiten entdeckt.

3.  Was bedeutet „Glück“ für dich?

Glück bedeutet für mich Zufriedenheit, Familie, Freunde.

4.  Welches Buch, das du in den letzten Monaten gelesen hast, hat dich nachhaltig        beeindruckt?

In den letzten Monaten habe ich vor allem Fachbücher gelesen, davon haben mich zwar einige durchaus beeindruckt, aber nicht in dem Sinne, wie es hier gemeint ist. ;) Aber gerade dieses Wochenende habe ich nach der Abgabe endlich einmal wieder ein “gutes” Buch gelesen und das hat mich sehr berührt. Ich griff letzten Donnerstag aus meinem grooooßen Stapel ungelesener Bücher (Zeit! Ich habe endlich wieder Zeit! :) ) einfach wahllos eines herausgegriffen, eigentlich aber mit dem Vorsatz eine schöne und vor allem leichte Lektüre zu finden, die mich von den wissenschaftlichen Höhenflügen der Bachelorarbeit herunterbeamen könnte.

Im Meer schwimmen Krokodile” von Fabio Geda ist die Geschichte eines zehnjährigen Jungen, der von seiner Mutter aus Afghanistan herausgeschmuggelt wird und danach weiter bis nach Italien flieht. Eine unglaubliche Geschichte, unfassbar grausam und zugleich unendliche toll erzählt. Interessanterweise habe ich das Buch letztes Jahr zum Geburtstag bekommen, bin aber jetzt erst dazu gekommen, es zu lesen – so ganz zufällig aus dem Stapel gegriffen. Das ist vor dem Hintergrund bemerkenswert, da ich ja inzwischen seit zwei Monaten auch beruflich mit dem Thema minderjährige Flüchtlinge befasst bin, und so habe ich ständig auch Gesichter dabei vor Augen gehabt. Das war manchmal beim Lesen ganz schön hart… Dennoch konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Lesebefehl!

5.   Und welches Buch würdest du immer wieder lesen können?

Früher habe ich sämtliche Bücher wieder und wieder gelesen, heute kann ich das irgendwie nicht mehr, vermutlich weil mein Stapel ungelesener Bücher eh schneller wächst als ich hinterherlesen kann (siehe Frage 4. …) Allerdings ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich meine Astrid-Lindgren-Bücher doch in schöner Regelmäßigkeit hervorziehe und ein weenig durchblättere. ;)

6.   Ebook-Reader, Papierbuch oder beides?

Papierbuch. Sorry, ich kann mir keinen Ebook-Reader vorstellen, mir fehlt die Haptik! Allerdings habe ich eine Kindle-App auf dem iPhone, für die paar Gelegenheiten, wenn es Bücher gratis gibt.

7.   Welche magischen Kräfte hättest du gerne?

Ich hätte gerne die magische Kraft, einen Tag auf 48 Stunden verlängern zu können! So viele schöne Dinge, die man in dieser Zeit machen könnte – nähen, stricken, draussen die Sonne geniessen, backen, lesen (siehe Frage 4. … ;) ) und noch so vieles mehr.

8.   Was isst du für dein Leben gern?

Ganz klar, Pasta und asiatisch – lässt sich ja auch hervorragend kombinieren. ;)

9.   Was sind deine größten Schwächen?

Unsicherheit.

10.  In welches Land wolltest du immer schon mal reisen, hast es aber bisher noch nicht    geschafft?

Ein Land? Im Ernst? EIN Land? Australien, Südafrika, Indien, Chile, Brasilien, Russland (nicht momentan, aber so generell…), Vietenam und ich möchte gerne mal so eine Postkarten-Insel in der Südsee sehen, Malediven (im indischen Ozean) oder Samoa oder so ähnlich. Lustigerweise waren mir große Reisen früher nie so arg wichtig, aber seit Thailand im letzten Jahr bin ich da wirklich angefixt – mit neuem festen Job natürlich ziemlich schlechtes Timing. ;)

11.  Nenne mir deine 3 Lieblingsblogs

Puh, wieder so eine Zahl. Als ob ich mich für drei Blogs entscheiden könnte: Also, ich lese seit vielen Jahren sehr gerne das finnische Tagebuch von Karen, die Frau Gminggmangg und Nummer Neun, souffleurlos, Frau… äh… Mutti, Frau Brüllen und Draußen nur Kännchen. Relativ neu hinzugekommen sind Josephine im Chaos und patty. Außerdem freue ich mich sehr, dass die wunderbare Chrizzo wieder mit dem Bloggen angefangen hat!

Und nun gebe ich das Blogstöckchen an alle die gerade erwähnten weiter, also an die, die Lust darauf haben. Hier kommt die Bedienungsanleitung für Euch:
  • Verfasst einfach einen Post zum Thema, fügt das Bildchen vom Award ein und verlinkt mit demjenigen, der ihn verliehen hat (also mit mir).
  • Beantwortet meine 11 Fragen. Das schafft ihr schon!
  • Denkt euch 11 Fragen aus. Das klappt mit nem Drink am Pool ganz zügig – den hatte ich nicht und es ging auch so gut -
  • Stellt diese bestenfalls 10 Bloggern (habe ich auch nur fast geschafft) und verlinkt deren Blogs bei euch.
  • Et voilà, hier kommen meine Fragen an euch:

1. Worüber hast Du heute gelacht?

2. Welche Art von Urlaub bevorzugst Du? Städtereise, Strandurlaub oder Wandern?

3. Welche Eigenschaften schätzen Deine Freunde an Dir?

4. Was machst Du als erstes, wenn der Frühling da ist?

5. Wenn Du gerade nicht bloggst, wo sonst vertreibst Du Dir die Zeit im Netz? ;)

6. Schokolade, Gummibärchen oder Chips? Oder alle drei? ;)

7. Wofür kannst Du Dich total begeistern?

8. Wie bist Du zum Bloggen gekommen?

9. Wissen Deine Familie / Freunde im echten Leben, dass Du bloggst?

10. Wie kannst Du am besten entspannen?

11. Bist Du nachtragend?

Ein Witz

Heute als Witz gehört, aber leider trifft es nur zu genau die Wirklichkeit:

Ein Kapitalist, ein Bild-Leser und ein Asylbewerber sitzen an einem Tisch. Auf dem Tisch liegen zwölf Kekse. Der Kapitalist nimmt sich elf Kekse und sagt zum Bild-Leser:

“Pass bloss auf! Der Asylbewerber will Dir Deinen Keks wegnehmen!”

 

Tagebuchbloggen 5. März 2014

WHDEDGTG, auch im März wieder das Motto des Tagebuchbloggens bei Frau Brüllen.

7.15 Uhr: Der Wecker klingelt. Ignorieren

8.00 Uhr: Der Wecker klingelt ein zweites Mal. Sofort aufstehen, nicht aber ohne zwei Tassen Kaffee zu inhalieren.

8.30 Uhr: Nach einer Runde Kaffee und Frühstücksfernsehen mache ich mich langsam mal ans Werk.

11.00 Uhr: Ich muss nochmal in die Bibliothek. Vorher frage ich die liebste Freundin, ob sie am Wochenende meine Arbeit mit mir durchsprechen mag. Das finde ich hilfreicher als Korrektur lesen, denn wenn man jemandem etwas mündlich erklären muss, so dass die Person es versteht, dann kommt man sehr leicht auf die Stellen, wo es hakt. Finde ich, die Freundin findet das auch. Dann stellen wir fest, dass sie ja auch in der Nähe der Bibliothek arbeitet und verabreden uns auf einen Mittagskaffee im Hofgarten. Ich drücke meine Bachelorarbeit einmal aus, vielleicht ergibt sich ja eine zeitliche Lücke, um mit dem Korrekturlesen schon einmal anzufangen.

12.00 Uhr: Ich mache mich auf zur Uni, hole ein Buch aus der Unibibliothek ab und laufe dann den Weg zur Staatsbibliothek. Auf dem Weg schaue ich nochmal kurz bei meiner frühere Uni vorbei, aber es sind Semesterferien, keiner da.

13.00 Uhr: Ich bin in der Stabi, was nicht da ist sind sowohl mein Ausweis als auch meine Bücher. Auch mein Kreislauf glänzt heute durch Abwesenheit, mir ist flau und ich bin sehr müde. Also mache ich mich auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt mit der Freundin und inhaliere, während ich auf sie warte, einen Espresso Macchiato. Ich sitze mit einem Buch und Espresso und warte auf die Freundin, als mich eine Frau auf meine Lektüre anspricht. Dabei stellt sich heraus, dass sie auch Sozialpädagogin ist und wir plaudern ein wenig.

14.10Uhr: Freundin da, wir auf dem Weg zu einem weiteren Kaffee. ich bin so müde, dass meine Freundin mir den Decke auf dem Kaffee nochmal festdrücken muss.

14.30 Uhr: Wir sitzen im Sonnenschein im Hofgarten und ich klage der liebsten Freundin mein Bachelorarbeitsleid. Das Ergebnis des Leidklagens ist, dass wir beschließen, dass noch zwei zusätzliche Kapitel nötig sind.

15.00 Uhr: Ich mache mich auf den Heimweg. Die Bachelorarbeit in meiner Tasche habe ich natürlich nicht korrekturgelesen, dafür bereits die Gliederung in zwei Punkten wieder geändert. So wird das nichts mit dem Fertigwerden. ich seufze tief.

15.30 Uhr: Ich sitze am Laptop und nehme die besagten Änderungen vor, suche Texte für die zusätzlichen Kapitel, nur um dann festzustellen, dass ich trotz der etlichen Kaffee intus hundemüde bin.

16.15 Uhr: Ich lege mich ein wenig ins Bett und mache ein nach-Mittagsschläfchen.

16:45 Uhr: Ich wache auf und fühle mich hundeelend. Ich habe Kopfschmerzen, mir ist heiss und mir ist übel. Ich versuche einmal aufzustehen, verschwinde dann aber doch schnell wieder im Bett. Nicht ohne zuvor eine Ibuprofen eingenommen zu haben.

17.30 Uhr: Die Ibu zeigt Wirkung, ich sitze wieder am Rechner.

20.30 Uhr: Eine Freundin ruft mich an, selbst die Juristen haben scheinbar nun Feierabend! Ich finde das eine Frächheit und beschliesse, dass ich mir jetzt immerhin mal etwas zu essen machen kann. Inzwischen ist nämlich auch die Übelkeit wieder weg.

21.30 Uhr: Skypen mit dem Bruderherz. Daneben drucken

22.00 Uhr: Bloggen

22.20 Uhr: Weiterarbeiten…

 

Was oder Wie?

Diese Woche las ich zwei Artikel zum Thema Ernährung im Internet, die mich sehr beeindruckt, mir aber auch sehr aus dem Herzen gesprochen haben. Essen als Ersatzreligion und ein Plädoyer für mehr kulinarische Weitsicht von nutriculinary.com.

Das spricht mir so sehr aus der Seele, denn die Frage, was und wie man isst, die muss jeder sich selber stellen. Ich kann nichts weniger ertragen, als Leute, die versuchen andere Leute zu missionieren. Und auch die Frage, ob man tote Tiere isst, muss jeder sich selber stellen. Was für mich aber nach der Lektüre der beiden Texte bleibt und für meinen Geschmack noch essentieller ist, ist nicht das WAS, sondern das WIE im Vordergrund steht. Es geht mal wieder um die Frage, ob nicht ein glückliches Weiderind aus dem Allgäu das Ökosystem weniger schädigt als kilometerweite Soja-Monokulturen in Südostasien. Die Antwort ist für mich hier: Darum geht es nicht, sondern es geht um verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, um Regionalität, um die Auflösung von Monokulturen – EGAL ob beim Fleisch oder beim Gemüse, Getreide oder Obst.

Ob ich grundsätzlich etwas an meinen Ernährungsgewohnheiten, also an dem WAS ändern werde, das weiß ich derzeit noch nicht. Aber ich kann etwas an dem WIE ändern, nämlich zum Beispiel öfters mal im Bioladen einkaufen und auf regionale und saisonale Produkte achten.

Und das kann ich gleich morgen anfangen.

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