Lebensträume

Ich dachte neulich über Träume nach, dass man so vieles aufschiebt und auf nächstes Jahr, übernächstes Jahr, irgendwann mal… vertagt statt es einfach anzugehen. In den letzten Tagen und Wochen wanderten meine Gedanken immer wieder zu Annie und dass ich sie so gerne einmal persönlich kennengelernt hätte, diese Frau die nur durch ihre Texte so einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Und das ist nun nicht mehr möglich. Und ich dachte mir, ich will nicht mehr aufschieben und vertagen, denn eines Tages kann es selbst zum Aufschieben zu spät sein. Und dann begann ich, meine Träume zu sammeln, die Träume jenseits der Wünsche, die man halt so hat fürs Leben: Kind, Kegel, Haus, Hund usw. Ich meine auch nicht solche utopischen Wünsche, wie z.B. nur für einen einzigen Tag ganz normal sehen zu können. (Ich möchte nur wissen, was ihr seht, was ich angeblich nicht sehe.) Es geht um die Dinge, die ich in diesem Leben noch tun oder erleben möchte. Immerhin, einen Traum hab ich mir ja dieses Jahr schon erfüllt, nämlich tauchen. Aber dann gibt’s noch weitere Träume, nämlich diese:

  1. Ein Reitturnier mitmachen, Di richtig schön in schwarz-weissem Reitdress, Pferd herausgewienert, früh morgens um 5 Uhr im Stall und dann Abfahrt zum Turnier usw. Was eigentlich ziemlich lustig ist, denn dafür müsste ich nach 10 Jahren überhaupt mal wieder anfangen zu reiten. Als End-Teenie hatte ich eine beste Freundin, die Pferdewirtin ist und bin so oft morgens in aller Herrgottsfrühe aufgestanden und auf Turnierplätzen herumgestanden. Allerdings nie als Teilnehmerin, sondern stets nur als Helferlein, in Fachsprache auch als „Turniertrottel“ bezeichnet. Damals fand ich’s toll, rückblickend war’s nicht so toll, aber so oder so hab ich mir schon damals geschworen, dass irgendwann in diesem Leben ICH die Person sein werde, die reitet. Und natürlich eine Schleife gewinnt. 😉
  2. Mir einmal die Haare komplett in einer anderen Farbe färben, aktuell steht wieder wasserstoffblond hoch im Kurs. Eine komplette Typveränderung, dabei mag ich mich und mein Aussehen eigentlich ganz gut leiden. Derzeit sogar mehr als je zuvor. Und trotzdem ist da der Gedanke, mal in eine komplett andere Rolle zu schlüpfen, der immer wieder hochkommt und vielleicht mach ich’s ja irgendwann noch.
  3. Eine richtig lange Reise machen, ca. drei Monate um ein Land oder einen Teil eines Kontinentes einmal richtig zu entdecken. Hier wäre zur Auseahl: Südafrika, Südamerika oder Ozeanien (Samoa, Fiji, Bora-Bora usw.)
  4. Mir ein richtig aufwändiges Kleidungsstück selber nähen, z. B.  ein Dirndl oder einen Mantel/ Trenchcoat.
  5. Für eine NGO-Organisatiob arbeiten, international, zum Beispiel in der Entwicklungshilfe, auch mit Auslandseinsätzen. Auch dieser Wunsch ist zusammen mit Nr 3 somehow ziemlich untypisch, komisch, irreal für mich, weil ich schon ein recht „verwurzelter“ Mensch bin und – zwar durchaus reiselustig – aber dennoch eben auch gerne zuhause, bei der Familie, bei Freunden und irgendwie kosten mich längere Trips doch immer auch eine gewisse Überwindung. Ein bisschen über meinen Schatten springen. Aber anscheinend ist es mal Zeit zu springen, mit gleich zwei Punkten die Reisen betreffen.

Für mehr Hier und Jetzt.

Advertisements

Irgend und Etwas

Falscher Beruf?

Falsche Arbeitsstelle?

Oder nur ich selbst (momentan?) falsch?

Das postete gestern eine liebe Bekannte auf Twitter und ich zuckte innerlich zusammen und stellte fest, dass ich mir derzeit auch diese Frage zuweilen stelle. Irgendetwas läuft gerade nicht rund, irgendetwas macht gerade sehr häufig keinen Spaß und irgendetwas lässt in letzter Zeit die Motivation, die Geduld und die Freude an meiner Arbeit schnell gegen null sinken. Leider ist es mehr „irgend“ als „etwas“, ich habe gerade keine Idee was ich ändern müsste/ sollte/ könnte und noch weniger, was der Auslöser ist. Ich könnte mir momentan auch keine Arbeit vorstellen, die mir mehr Freude und Befriedigung bringen würde, das macht die Sache noch schwerer. Vielleicht also doch nur ich (momentan) „falsch“? Ich weiß es nicht, die Antwort auf diese vielen Fragen wird wohl noch eine Zeitlang auf sich warten lassen, aber Sie erfahren sie natürlich als erste. Wenn es sie gibt.

Aber immer in solchen Phasen passieren Gottseidank doch immer wieder so Situationen, wo ich schon extremst genervt in die Arbeit komme, weil ich mir in letzter Zeit mit der liebsten Kollegin urlaubstechnisch nur die Klinke in die Hand gebe und dieses Alleine-Arbeiten mir sehr auf die Nerven geht. Wo sich Probleme über Probleme häufen und ich alleine Entscheidungen treffen muss, die ich nicht alleine treffen will. Wo auch am Abend noch Gruppenabend ist und jeder weiß, dass ein Gruppenabend den man alleine ohne Verstärkung gestalten und durchhalten muss, auf der Sozialpädagoginnen-Superheldinnen-mit-rosa-Superheldinnencape-Challenge mindestens die Stufe V darstellt. Zudem eben diese Sache mit der Gesamtsituation und dem „irgend“ und dem „etwas“.

Und dann gibt es plötzlich ein Telefonat mit der liebsten Chefin und ich muss Entscheidungen doch nicht alleine treffen. Dann kochen die Jungs ohne Maulen und Murren ein supertolles afghanisches Essen für den Gruppenabend. Und als ich darauf hinweise, dass wir heute unseren neuen Nachhilfelehrer zu Gast haben und das Wohnzimmer aussieht wie ein Schlachtfeld und das doch vor unserem Gast etwas peinlich aussehen würde, erwidern die jungen Herren (in gespielt schlechtem Deutsch): Natürlich putzen wir das. I am a very fleißig person, you know, ich bin KEIN Ausländer. Und ich muss darüber so sehr lachen, dass ich kaum die Treppe hochkomme.

Okay Ansku, sage ich mir auf dem Heimweg. Diese Momente sind es, die sind es wert. Vielleicht bin ich doch nicht so falsch. Jedenfalls nicht in diesem Job.

Und für den Moment ist da erstmal wieder ein wenig mehr „etwas“ als „irgend“.

Urlaub

Zwei Wochen Urlaub sind vorbei. Ich bin dann mal krank, vermutlich zu viel Entspannung und Erholung.

Aber schön war es, so schön! Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal länger als fünf Tage verreist war. In den letzten Jahren war immer entweder die Zeit oder das Budget oder die Motivation über fünf Tage alleine zu sein zu knapp. Aber jetzt eine ganz Woche, ich habe sogar meinen Koffer komplett ausgepackt.

Und ich habe ganz viel Meer geatmet, wie man unschwer erkennen kann:

Outta control

Es gibt so Wochen, da hat man das Gefühl die Welt sei endgültig durchgedreht. Außer Kontrolle geraten. Es passieren so viele Dinge die ich mit meinem Verstand nicht mehr erklären kann und je mehr ich es versuche, desto mehr Dinge werden es. Völlig unbegreiflich, völlig unbezwingbar. Es gibt den normalen Wahnsinn, solche Nachtdienste, wo sechs Jugendliche, in dem Fall Mädchen, im Wohnzimmer stehen und sich anbrüllen, während die siebte heulend auf (!) dem Esstisch liegt. Wo eine Mädchen sich weigert in ihrem Zimmer in ihrem Bett zu schlafen und ich beinahe Gefahr laufe, zusammen mit ihr im Treppenhaus zu übernachten und nachts um eins plötzlich ein Mädchen verschwunden ist. Es gibt aber auch Wochen, da wird der normale Wahnsinn noch getoppt. Da überschlagen sich die schlechten Nachrichten, kommen gefühlt stündlich im Live-Ticker. Ich stehe daneben und sehe zu und versuche zu erfassen, zu begreifen, was eigentlich nicht begreifbar ist. Mit einem Rums wird mir bewusst, was ich bisher zu verdrängen versuchte: Ab nächster Woche wird eine Partei mit zweistelligen Prozentwerten im deutschen Parlament sitzen, die offen dazu aufruft, „stolz“ auf die Leistungen deutscher Soldaten in beiden Weltkriegen zu sein. Und es bleibt zu befürchten, dass es noch viele mehr sind, die diese menschenverachtende Ideologie teilen, glaubt man den Analysen der Umfragen. Was ist mit unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft passiert? Wo ist mein Deutschland, das ich seit fast 35 Jahren kenne und mag? Es scheint es ist verschwunden: Egal wie sehr wir für unseren senegalesischen Jungen kämpfen, egal wie viele Überstunden wir machen, wie viele Kilometer wir für einen einzigen Besuch der Botschaft in Berlin zurücklegen, es ist niemals genug. Sie finden immer etwas: ein Wort, das sie einem im Mund herumdrehen können, eine Möglichkeit die wir neben all den 4.769 anderen noch nicht ausgeschöpft haben und auf dieser 4.770sten wird dann herumgetrampelt und all die 4.769 davor, die wir ja erfüllt haben, ignoriert. Es ist wie Sysiphos und es ist aussichtslos und wir kämpfen so verzweifelt, so couragiert, aber sie finden etwas, immer. Warum das alles? Wo ist unser Rechtsstaat hin? Wo ist die Menschenwürde? Und wo ist bei all dem die Grenze zum Psychoterror? Eine Freundin erzählt mir eine Geschichte, Freunde von Freunden, ein junges afghanisches Paar, haben ein vier Wochen altes Baby, das hier geboren ist, dieses Baby soll nach Afghanistan abgeschoben werden, obwohl die Eltern hier einen Aufenthalt haben. Sie fragt mich, Ansku was geht hier ab? Was ist nur mit Deutschland los? Ich kann es ihr nicht beantworten. Wie kann so etwas passieren, hier bei uns, wo Kinder ein Recht auf Schutz haben und eine Würde? Würde? Menschenwürde? Ich frage mich, an was die Person gedacht haben muss, die ihrem Stempel unter diesen Ausweisebescheid setzte? An das Kind? An Quoten? An die Bundestagswahl und die Sitzeverteilung im zukünftigen Parlament? Und während ich hier schreibe, ist mein Kopf heiß und schmerzt und meine Ohren drohen gefühlt zu platzen und ich bin zum Umfallen müde und krank, und das wieder einmal vor dem Urlaub. Ich ärgere mich sehr, über mich, weil ich nicht besser auf mich geachtet habe, und über das Kranksein. Aber gleichzeitig, während ich krank bin, muss ich froh, glücklich und dankbar sein, dass ich gesund bin, denn anderswo beendet gerade zeitgleich das Schicksal das Leben einer jungen, stärken, wunderbaren Frau und reißt eine junge Familie auseinander, die doch noch so viel vor sich hatte. Eine Frau, die so sehr gekämpft hat, noch couragierter und mutiger als ich es jemals könnte. Ich denke an die Kinder, wie wird es für sie sein ohne Mutter aufzuwachsen? Was ist nur mit diesem Leben los, dem Universum, dem Schicksal? Gleichzeitig denke ich, dass die Gedanken, die ich mir gerade mache, lächerlich sind im Vergleich zu dem, was die Familie gerade durchmacht. Mein Leben wird weitergehen, es wird von dem Tod eines jungen Menschen, der sein Leben noch vor sich hatte, niemals so sehr betroffen und beeinträchtigt sein wie das des Ehemannes und der beiden Kinder, die sich wenn sie einmal groß sind, aus Bildern an ihre Mutter erinnern werden. Es geht weiter, immer, irgendwie, auch wenn diese Welt gerade wieder einmal dabei ist, durchzudrehen.

Und selbst das ist auf einmal unbegreiflich und absurd. 

Stresstest

Woran ich als erstes merke, dass es Zeit für einen Urlaub ist? Ich habe deutlich weniger Geduld mit den Jugendliche, deutlich weniger Geduld für unsinnige Diskussionen um Betreuungsgespräche, Geld, Dinge die einfach feste Konstanten und nicht diskutabel sind. Leider machen Diskussionen einen großen Teil meines Jobs aus, sie gehören zur pädagogischen Arbeit. Teilweise sind es Diskussionen um Dinge die verhandelbar sind, da diskutiere ich auch gerne und ich glaube meine Jungs kommen bei diesen Diskussionen auch immer ziemlich gut weg. 😉 Teilweise sind es aber auch Diskussionen um Dinge, die nicht verhandelbar sind. Das wäre zum Beispiel das Thema, dass es einmal die Woche einen festen Termin mit der blöden Betreuerin gibt, dieser Termin ist Pflicht und entfällt auch nicht dadurch, dass man jetzt eine Ausbildung angetreten hat. (Natürlich kommen die Jugendlichen auch außerhalb dieses Termins zu uns, wenn sie etwas brauchen, aber es gibt eben einen festen Termin, denn gerade unsere Azubis bekämen wir sonst vermutlich wochenweise gar nicht zu Gesicht.)

Nun haben Jugendliche ja immer so einen siebten Sinn für Stimmungen ihrer Betreuer und somit steigt immer dann, wenn sowieso alles ein wenig zuviel, ein wenig zu stressig und ein wenig zu anstrengend ist, der Anteil der unsinnigen, unverhandelbaren Diskussionen exponentiell, während sich gleichzeitig die Länge meines Geduldsfadens proportional dazu  verkürzt. Ich versuche mich irgendwie so gut es geht zusammenzureißen, aber meistens gelingt es mir nicht und ich reagiere sehr anders als ich das unter normalen Umständen in derselben Situation tun würde. Vor allem aber reagiere ich dann nicht so wie es mein professioneller Anspruch an mich selbst wäre. Einfach weil die Kraft nicht mehr reicht und ich keine Energie mehr habe, zum 184sten Male dieselbe Leier herunterzubeten. Normalerweise kann ich das ohne Probleme ab, jaja, das gehört zu meinen Job, no problem. Zur äußersten Not nehme ich meine Ansage auf Band auf und spiele es dem Jugendlichen 184 Mal ab. 😉 Aber grundsätzlich ist das etwas, was halt dazugehört. Nur eben nicht in solchen Situationen, da gehen mir dann schon in kürzester Zeit die Worte, die Argumente, aber auch das Verständnis und last but not least eben auch die Geduld verloren. Ich versuche dann immer ruhig zu bleiben und lieber zweimal als einmal durchzuatmen, bevor ich ansetze den Jugendlichen einen Kopf kürzer zu machen dem Jugendlichen eine Ansage zu machen. Es. Ist. Verdammt. Schwer. 

Leider ist mir sowas jetzt schon häufiger passiert und ich fühle mich mit solchen Situationen sehr unwohl, weil die Jugendlichen ja nichts für meine Situation können und weil ich auch unter Stress natürlich gerne trotzdem irgendwie (pädagogisch) handlungsfähig bleiben möchte. Es kommt natürlicherweise vor, dass man mal überarbeitet/ gestresst etc. ist, auch über eine längere Phase. Natürlich wäre Urlaub in solchen Momenten die Lösung, der lässt sich aber leider nicht immer und jederzeit aus dem Hut zaubern. 

Eine wirkliche Strategie um bis zum Urlaub zu überleben hab ich noch nicht gefunden, aber hey, bis zum Urlaub ist es jetzt erstmal nur noch eine Woche lang. 

August

Der August war nicht mein Monat. Es gab immer neue Probleme, berufliche und private, immer neue Fragen mussten geklärt und gelöst werden, kaum war eine Sache erledigt, prasselten gleich drei neue herein, die bearbeitet werden wollten. Marathonarbeitstage reihten sich aneinander und waren diese mal vorbei, kam gleich wieder die Familie mit ihren Problemchen und Wehwehchen. Es war ein einziges Hin- und Hergerenne, eine Zerreussprobe. Keine Pause in Sicht, über Wochen hinweg. 
Aber plötzlich, irgendwann gab es einen Punkt, an dem ich ganz ruhig wurde. Ich kann mich noch nicht einmal mehr daran erinnern, was der Auslöser war, ich weiß es ganz einfach nicht mehr. Aber ich weiß, dass es an einem ganz bestimmten Tag einen Punkt gab, an dem ich plötzlich ganz entspannt war. Ab diesem Punkt tat ich einfach nur noch was getan werden musste, ohne zu denken, ohne zu fragen. Es war wie das Auge des Sturmes, es war plötzlich ganz ruhig. Im Auge des Sturmes ist es immer windstill, sonnig und ruhig. Keine Fragen mehr warum, wie, wer und weshalb. Keine Gedanken mehr, wie schaffe ich das alles. Ich war ganz ruhig und machte einfach, was getan werden musste, ganz pragmatisch. Und es war gut, es war okay. Es war kein Resignieren, keine Verzweiflung, es war nicht wie ein Autopilot oder ein bloßes Funktionieren, es war eher so als würde man allen unnötigen Ballast abwerfen und sich nur noch auf das Wesentliche konzentrieren. Total ruhig, einen Schritt nach dem anderen gehend, wartend auf die Ruhe nach dem Sturm. 

Abitur reloaded

Gestern gab es ein einrichtungsübergreifendes Team aller teilbetreuten Einrichtungen unseres Trägers, btw. habe ich seit ich im neuen Job bin diese Tradition wieder aufleben lassen und das ist ganz wunderbar, sich mit anderen Kollegen und Leidensgenossen auszutauschen. Schule, Ausbildung, Hilfen in der Ausbildung, Asylfragen, kleine und große Sorgen, wer kennt sich mit diesem oder jenem Thema gut aus? Am Rande dieses Treffens, als es gerade um die Frage ging, wie oft man eigentlich den Mittelschulabschluss probieren darf, erzählte eine Kollgin von einem Traum, den sie immer wieder hat und ich staunte nicht schlecht, den genau diesem Traum habe ich auch wieder und wieder:
Ich träume, dass etwas bei meiner Abiturprüfung schiefgelaufen ist und ich das Abitur nochmal machen muss. Ich habe zwar mein Abschlusszeugnis erhalten und bin sogar an der Uni als ordentliche Studentin eingeschrieben, aber das Zeugnis wurde mir nur unter Vorbehalt und der Bedingung gegeben, dass ich die (damals noch) 13. Klasse wiederhole. Wenn ich nicht weiter in die Schule gehe und die entsprechenden Fächer und Prüfungen wiederhole, wird mir alles aberkannt und sowohl Abitur als auch Studium ist weg. Futsch. Aus.

Ich renne also, ich versuche Schulstunden und Vorlesungen irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Ich bin wieder in meiner alten Schule und versuche unter meinen Mitschülern möglichst wenig aufzufallen als schon eigentlich viel ältere und ich bin in der Uni und tue alles, damit meine Komilitonen nicht merken, dass ich „noch“ in die Schule gehe. Es ist anstrengend, vormittags Schule, nachmittags Uni, es gibt Terminkollisionen, Vorlesungen, die sich mit der 6. Stunde überschneiden und so weiter. Meistens kommt in diesem sonderbaren Traum dann die Stelle, wo ich mir dann denke: Ansku, wozu machst Du das alles??? Du BIST doch Sozialpädagogin. Du arbeitest doch längst. Du musst doch weder studieren, geschweige denn das Abitur nachholen. Und dann wache ich sehr erleichtert auf.