Prost!

Ich musste gerade einmal wieder an meine Liste pannenreicher Silvesterfeiern denken. Dieses Jahr ergab sich beim Silvesterfeiern noch eine zusätzliche Challenge, nämlich die, dass fast alle feierwütigen Freunde, diejenigen mit denen ich normalerweise spontan einmal etwas unternehmen konnte oder auch einmal richtig einen draufmachen konnte, nun im Laufe der letzten beiden Jahr weggezogen sind/ sich vermehrt haben/ die Freundschaft abgebrochen ist. Das erschwert die Planung leider zusätzlich, von daher bin ich einfach froh um mein „Schwesterlein“, die weltbeste aller Freundinnen, die sehr spontan Anfang Dezember als ich ihr mein Problem schilderte sagte: Hach dann feierst Du halt mit uns! Und so kommt es, dass ich heute abend in einer Runde zusammensitzen werde, in der ich zwar den Altersdurchschnitt um mindestens 5 Jahre senken dürfte, aber dafür mit lauter netten Leuten und drei (DREI!) Sorten Fondue. Wir haben uns was vorgenommen… Auch letztes Jahr schon wurde ich ganz lieb von der liebsten Schulfreundin und ihrem Mann aufgenommen und wundervoll bekocht. Solche Freunde braucht man!! 😉

Ich dachte manchmal in den vergangenen Jahren, dass ich mir nicht viel aus Silvester mache, eben weil es so oft schiefgehen kann und schiefgegangen ist. Ich dachte oft, dass ich eigentlich auch gleich ins Bett gehen könnte und den Jahreswechsel verschlafen könnte, weil ich ja sowieso nicht groß feiere oder die ganze Nacht weggehe. Aber in den letzten Wochen habe ich eingesehen, dass das nicht so ist. Dass ich mir eben doch etwas aus Silvester mache. Ich brauche nicht wild die ganze Nacht durchzufeiern, aber ich mag diese zauberhafte Atmosphäre, diese Aufbruchsstimmung dieser Nacht. Und ich möchte die Nacht in einer Runde netter Menschen verbringen, wo und wie das ist ziemlich egal, aber das mit wem ist halt doch wichtig. So wie eigentlich ja immer. 😉

Feiern Sie gut, feiern Sie mit ihren liebsten Menschen und rutschen Sie gut hinüber in ein glorreiches und wunderschönes 2013 voller positiver Überaschungen!

Juhannus

Ein Traum.

Ein Wochenende wie ein Traum. Ein Traum aus dem ich mich seit einer Woche weigere, aufzuwachen.

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Gut gegessen.

Nichts müssen, nirgendwohin. Keine Termine.

Im See geschwommen.

Abends lange Saunagespräche mit der <;3-Freundin.

Eine halbe Flasche Autan verbraucht und trotzdem noch reichlich Blut gespendet.

Unglaublichst lecker gegessen.

Frischen Lachs gegrillt.

In eie Hütte verliebt.

Inngehalten.

Zur Mitte gefunden.

*****

Mehr brauchts nicht, keine Worte, nur Bilder.

Und vielleicht, vielleicht hätte es noch etwas mehr Zeit gebraucht.

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Reisebericht aus Lisboa – Tag 1

Auf besonderen Wunsch einiger Damen 😉 muss ich den Reisebericht von Lissabon nun tageweise verbloggen und auch sämtliche 3.054 Fotos verbloggen, die ich von Lissabon gemacht habe. Da es nun nach ca. anderthalb Stunden Foto-Vorauswahl doch schon reichlich spät ist, beschränke ich mich auf ein paar interessante Bilder von Tag 1 der Bloggerreise. Den Rest gibt es die nächsten Tage häppchenweise.

Von Tag 1 gibt es wenig zu berichten, ausser vielleicht, dass ich sehr sehr aufgeregt war, denn es war ja wie gesagt, der erste Bloggerbesuch über die Landesgrenzen hinweg. Die kleine Ansku ganz weit weg in Portugal, na das kann ja was werden. Vermutlich aber war meine Gastgeberin nicht weniger aufgeregt, vermute ich mal. Zunächst aber musste ich meine Flugangst überwinden: Auf dem Flug nach Madrid sass neben mir eine Spanierin, die besonders bei Start und Landung zitterte wie Espenlaub. Im Vergleich dazu war ich dieses Mal richtig mutig!

Auf dem Flughafen von Madrid, ich fand diesen Regenbogen in der Abflughalle total faszinierend.

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Ein erster Blick aus dem Terminal nach draussen, blauer Himmel, Sonne. Urlaubsfeeling macht sich breit. Ich werde noch ein wenig aufgeregter.

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Für den Flug von Madrid nach Lissabon war ich NOCH mutiger und habe beim Check-In einen Fensterplatz genommen. Fensterplätze sind Gift, wenn man Flugangst hat, hat mir mal vor vielen Jahren jemand erklärt, weil man quasi direkt heruntersehen kann auf die Erde. Das kann man vom Gang aus glücklicherweise meistens nicht und deshalb habe ich seitdem diesen Ratschlag befolgt und immer brav beim Check-In einen Gangplatz eingefordert – oftmals sehr zum Erstaunen des Bodenpersonals. 😉 Dieses Mal aber hatte mir meine Gastgeberin eindringlich zum Fensterplatz geraten, weil sich dem (mutigen) Flugreisenden beim Anflug auf Lissabon stets ein besonderes Schauspiel bietet. Und das Mutig-Sein hat sich ausgezahlt, würde ich sagen.

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Auf dem zweiten Bild lässt sich die große Brücke über den Tejo erkennen. Diese Aussicht macht doch eindeutig Lust auf mehr! 😉 Zuerst aber habe ich meine Gastgeberin am Flughafen getroffen und ach, die Chemie hat eigentlich von Anfang an gestimmt. Die Anspannung war im Nu verflogen und wir kamen sofort ins Quasseln und ließen uns auch davon nicht die Laune verderben, dass der Busfahrer mich mit meinem riesengroßen Koffer nicht in den Bus einsteigen liess und wir ein Taxi nehmen mussten.

Ob ich Ihnen noch Teaserchen für morgen hierlasse? Gut gut, ich will ja nicht so sein. Da Sie den Fluss Tejo nun schon von oben gesehen haben, kann ich Ihnen auch hier noch ein Bild vom Ufer des Flusses zeigen.

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Morgen dann werden wir uns auf den Weg in die Stadt machen und es kommt zu einem ersten Kennenlernen. Es gibt wunderschöne Plätze, enge Gassen und noch viel mehr Bilder vom Fluss. Stay tuned und stay gespannt! 😉

Reloaded: Silvesternacht

Ich bin ja grundsätzlich dagegen, sich selbst zu zitieren, aber als ich gestern ziemlich früh spät nach Hause lief, da kam mir dieser Blogeintrag von vor zwei Jahren in den Sinn und er stimmt immer noch so perfekt und das Gefühl ist immer wieder genau das, diese Vorfreude und Erwartung und der Zauber dieser einen Nacht, an dem die vertraute Stadt so ganz anders, so zauberhaft, verwunschen und geheimnisvoll ist.

Und noch etwas mehr, dieses Gefühl setzt sich am Neujahrstag noch fort. Ich bin leider, ganz gleich wann ich ins Bett gegangen bin, nicht so sehr der Langschläfer und so war ich gestern um Punkt 9:26 nach fünfeinhalb Stunden Schlaf wach. Irgendwann bin ich dann aufgestanden und habe trotz Restalkohol 😉 einen Spaziergang zum Cappucino holen gemacht, und so in dieser unberührten Stille eines verschlafenen Neujahrsmorgens das neue Jahr für mich begrüßt und diesen Neuanfang genossen. Die Luft noch schwer vom Schwefel der vergangenen Nacht und doch ist alles so still, so rein, so unberührt und noch so neu. Ist es nicht die Hoffnung, von der wir alle leben und zehren? Die Hoffnung auf ein neues bessers Jahr, die Hoffnung darauf, Altes und Schwieriges ablegen zu können und die Hoffnung, etwas Neues, Größeres und Wunderbareres anfange zu können? Das, genau das, ist der Neujahrsmorgen.

*****

Und dann denke ich mir, dass es den Ansku-Blog doch schon ganz schön lange gibt, fast fünf Jahre und in diesen Jahren ist so viel Bewegtes und Bewegendes passiert, dass es vielleicht manchmal doch ganz interessant wäre, in den alten Kisten und Kategorien zu stöbern. Deshalb gibt es nun eine neue Kategorie: Reloaded, in der ich nochmal alte Einträge, die mich besonders berührt und fasziniert haben, wiederaufgreifen möchte und vielleicht manchmal noch etwas hinzufügen möchte. Manchmal habe ich etwas Angst, dass irgendwann alles in diesem Blog gesagt ist, dass es nichts mehr zu schreiben gibt, Weihnachten, Ostern, Silvester, zu all diesen Ereignissen habe ich nun schon so oft und so gerne meine Gedanken mit Ihnen geteilt, aber irgendwann ist es doch immer wieder dasselbe und keiner will das mehr hören oder lesen. Aber dann denke ich mir wieder, nein, es geht immer weiter, es wird niemals dasselbe sein und es wird immer etwas zu sagen und zu schreiben geben. Das glaube und hoffe ich zumindest.

Es geht immer weiter, also auf ein fröhliches, gesundes und gutes 2012! Für Sie alle und Ihre Liebsten.

Von Demut und Dankbarkeit

Die Jahresrückblick-Saison ist bereits in vollem Gange, deshalb auch von mir ein paar kleine Gedanken dazu.

Dieses 2011 war in erster Linie eines: Anstrengend. Es gab so viele Projekte, soviele Baustellen, eine endlose Liste von Dingen, die „noch zu erledigen“ sind. Es gab kaum Pausen zum Durchschnaufen und teilweise waren sogar Wochenenden und Ferien arbeitsreich, wenn auch – das muss ich natürlich zugeben! – voll von schöner Arbeit, aber trotzdem käftezehrend. Zeitweise hat es mich an die Grenzen meiner Kräfte gebracht. Dafür finde ich es umso erstaunlicher, dass ich dennoch auf ein im Grunde genommen ziemlich gelungenes Jahr zurückblicken kann. Eigentlich habe ich, wenn ich zurückdenke, absolut gar keinen Grund mich zu beschweren, vieles was ich wollte, habe ich erreicht, meine Projekte sind rundherum ziemlich gut gelungen, alles ist wunderbar gediehen und geworden. All die Mühe und die Arbeit haben sich voll ausgezahlt (sogar noch wie ich überaschend am Weihnachtsmorgen entdeckte finanziell).

Für mich war das Jahr also anstrengend, aber für viele Menschen um mich herum war es ein verdammt hartes Jahr. Während viele liebe Menschen sehr zu kämpfen hatten, arg einstecken mussten und herbe Verluste erleiden mussten, bin ich zwar von der vielen Arbeit ausgelaugt und müde, aber sozusagen – natürlich abgesehen von meiner geliebten Oma – von Todesfällen, schweren Krankheiten und anderen Katastrophen weitestgehend verschont geblieben. Das kann in diesem Jahr, wo es auch in der Welt so hoch herging und eine Krise der anderen folgte, wohl beileibe nicht jeder von sich behaupten und deshalb verneige ich mich in Demut und Dankbarkeit, sage leise „Danke 2011“, denke an all die Leute, die das Schicksal teilweise dieses Jahr übel mitgespielt hat. Und damit schließe ich und werde jetzt ganz still.

Danke 2011.

Zeugnistag

Als ich ungefähr 10, 11, 12, 13… 18 Jahre alt war, da konnten wir es wie wohl alle Schüler jedes Jahr am Zeugnistag kaum erwarten, nach Hause zu kommen. Von dort aus ging es stets auf dem allerersten Wege zu Oma und Opa. Was waren wir da aufgeregt, denn bei Opa und Oma gab es immer eine Belohnung für das Zeugnis und für gute Leistungen. Die Belohnung war immer sehr grosszügig, manchmal, wenn wir sehr sehr gute Noten mitgebracht hatten, fiel die Belohnung noch ein wenig großzügiger aus. Niemals hätte ich zugegeben, wie sehr ich auf diese Belohnung wartete (weil das Taschengeld mal wieder mehr als knapp war), aber wir waren natürlich nichtsdestotrotz und ebendrum immer ganz erwartungsvoll und auf das Äußerste gespannt, wenn wir Oma und Opa unsere Zeugnisse hinstreckten, die Kommentare zu den einzelnen Noten über uns „ergehen“ lassen mussten und warteten, bis endlich das große Geheimnis gelüftet wurde. Nie haben meine Großeltern diese Belohnung vergessen und wenn Opa es doch einmal vergessen hatte – oder auch einfach nur langsamer als Oma war 😉 – , dann sagte Oma sehr energisch zu ihm: „Nun hol mal was Schönes für die Kinder!“ oder sie sagte gleich direkt, wie es ihre Art war: „Gib den Kindern mal xx Euro für das schöne Zeugnis.“

Inzwischen bin ich 28 Jahre alt, Oma ist seit ein paar Monaten nicht mehr bei uns und ich bekomme keine Schulzeugnisse mehr, sondern habe vor einem Jahr angefangen ein zweites Mal zu studieren.
Ich weiss, wofür ich das mache oder naja, sagen wir mal, ich glaube es manchmal zu wissen, sonst hätte ich wohl das vergangene Jahr mit allen seinen schönen, aber auch seinen unglaublich anstrengenden Seiten nicht überstanden. Ich mache es für mich. Ich rechne nicht mehr damit, dass man mich für meine Leistungen belohnt, ich käme gar nicht auf diesen Gedanken. (Und sei das Konto momentan noch so sehr im Minus, some things never change…) Im Gegenteil, ich bin zutiefst dankbar für das, was ich habe, und rechne es meiner Familie mehr als hoch an, dass sie diese „Eskapaden“ 😉 mitmacht, mich immer noch „durchfüttert“ und mich diesen Traum leben lässt.

Und dann sitze ich plötzlich gestern Abend meinem lieben Opa gegenüber und erzähle ihm eher beiläufig von meinen Noten, die ich letzten Freitag bekommen habe. Wir unterhalten uns ein wenig und bevor ich ins Bett gehen will, zückt Opa seinen Geldbeutel und drückt mir zwei Scheinchen in die Hand. Für die guten* Noten, eine Belohnung. Und ich fühle mich um ca. 18 Jahre zurückversetzt und muss ganz heftigst aufpassen, dass ich nicht anfange zu kniepern.

Sie vergessen es wirklich nie.

Urlaubstagebuch, Teil drei

Jetzt feiern wir Mittsommer! So allmählich versinkt die Sonne, jedoch nicht für lang, denn es ist die kürzeste Nacht des Jahres. Naja, so ähnlich, denn eigentlich ist die kürzeste Nacht des Jahres ja am 21. Juni, aber weil der ja je nach Jahr auch einmal unter der Woche sein kann, wird Mittsomer oder wie man in Finnland sagt „Juhannus“, das Johannisfest, am Wochenende nach dem 21. Juni gefeiert. Denn Juhannus ist in Skandinavien ein wichtiger Feiertag, vielleicht nach Weihnachten der zweitwichtigste, da möchte keiner arbeiten müssen, sondern alle möchten gerne bei ihrer Familie und auf dem Land sein, die ganze „Nacht“ auf sein und fröhlich sein. Dieses Jahr war der 21. Juni ein Dienstag, deshalb wurde am Freitag, den 24. Juni gefeiert.

Bevor es dunkel wurde, habe ich am späten Nachmittag noch ein wenig in der Bar (mit WLAN fürs ApfelFon!) des Campingplatzes gesessen, einen Kaffee getrunken und versucht für die bald anstehenden Prüfungen in der Uni zu lernen. Nun ist Lernen im Urlaub ja immer so eine Sache, aber an diesem Tag wollte das so gar nicht gelingen. Ständig musste ich hochschauen und auf den traumhaften See schauen. Bei dieser Aussicht auch kein Wunder. 😉

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Wir waren beide an diesem Tag etwas erkältet und müde, deshalb sind wir dann ziemlich spät erst aus unserer Hütte gekrochen und losgezogen ins bunte Treiben. Leider haben wir so das Johannisfeuer verpasst, aber kein Problem, so haben wir nächstes Jahr nochmal einen Grund hinzufahren. 😉

Dann versank allmählich – so gegen 22.30 Uhr – die Sonne hinter dem Horizont. Wir hatten keinen festen Plan, wie wir diese Nacht begehen wollten, sondern begnügten uns einfach damit, die Finnen bei ihrem lustigen Treiben zu beobachten und darauf zu warten das es dunkel wird. Haha.

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Es wurde so ein bisschen dunkel.

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Aber eigentlich nicht richtig.

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Schließlich, nachts um ein Uhr war es am dunkelsten. Aber eigentlich war auch nicht so wirklich dunkel, wir konnten noch problemlos den Felsen neben dem See herunterklettern…

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… und unseren Aussichtssteg erreichen. Da wurde es bereits wieder heller.

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Zwischendurch waren wir auch mal in der Bar auf dem Campingplatz, wo heftig gefeiert wurde. Es gab eine Band, die liebste finnische Freundin kam irgendwann auch noch dazu mit ihrem Bruder und ein paar Freunden und es war ein sehr schönes, ausgelassenes Fest. Feucht-fröhlich, wie das in Finnland eben so ist. Leider aber wurden um Punkt zwei Uhr alle Gäste hinausgeschmissen und so gingen wir wieder zurück zum See und warteten auf den Sonnenaufgang. Der müsste in ungefähr einer Stunde kommen.

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Es wurde heller und heller und der Himmel verfärbte sich zu den schönste Farben, aber die Sonne wollte dann doch nicht aufgehen, die war verdeckt vom „harju“ gegenüber.

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Also beschlossen wir irgendwann dann doch ins Bett zu gehen. Ich glaube, das war eine der schönsten Nächte, die ich jemals erlebt habe. Und so ganz ohne Dunkelheit. Nun ist es ja nicht so – ich gebe es zu-, dass ich zum ersten Mal in Finnland war und zum ersten Mal eine so kurze Nacht erlebt hätte, aber irgendwie war diese kurze Mittsommernacht doch wieder etwas ganz besonderes. Weil so viel Leben war, weil überall Leute fröhlich feierten, weil es so viel zu sehen gab. Und bin ich normalerweise auf Partys die erste, die einschläft – ich bin einfach keine Nachteule – so war ich in dieser Nacht keine einzige Minute müde. So schön war das alles.

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Am nächsten „Morgen“ bot sich dann vor unserer Hütte dieser Ausblick.

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Danach verbrachten wir noch einen sehr gemütlichen Tag in unserer Hütte. Weil es später doch wieder regnete und gewitterte, machten wir es uns im Bett mit unseren neuen finnischen Büchern gemütlich und wanderten nur zwischendurch ein bisschen zum Waldmuseum, um die Ausstellung anzusehen. Der darauffolgende Sonntag war ein trauriger Tag, denn die erste Etappe der Heimreise bis nach Helsinki stand an. Ein letzter Rundgang durch den Helsinkier Hafen und ein letzter Blick auf das kleine rote Häuschen, dass ich so sehr mag, weil es auf der kleinen Insel mitten im Haupthafen von Helsinki unbeirrbar steht, während Tag für Tag die riesengrossen Fähren daran vorbeifahren.

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(das kleine rote Häuschen auf der Insel hinter dem blau-weissen Schiff)

Noch einmal in die Sauna und früh am nächsten Morgen zum Flughafen. So war das in unserem Urlaub. Ich hoffe, Ihnen hat dieses Urlaubstagebuch gefallen und Sie haben Sich ein wenig mit mir freuen können und mit beim Anblick der Fotos und schönen, warmen Urlaubserinnerungen schwelgen können.

Urlaubstagebuch

„Kleine“ Vorauswahl aller Urlaubsfotos aus Finnland: 53 Fotos. Mannomann.

Aber andererseits – sollte mich das wundern? Gab es schonmal einen Urlaub, bei dem das anders war? Und dazu noch, wo dieses Jahr sowohl Kamera als auch das ApfelFon mit dabeiwaren?

Aussortieren wäre eine Möglichkeit, aber wenig praktikabel, weil irgendwie gibt es doch zu jedem Bild eine Geschichte zu erzählen. Geschichten. Geschichten davon, wie unglaublich schön es dort war und wie wehmütig ich werde, wenn ich die Fotos wieder durchsehe. ♥

Nun, ich habe es versprochen. Also muss ich das Ganze wohl aufteilen auf mehrere Blogeinträge in den kommenden Tagen und Stück für Stück erzählen. Kommt Ihr, kommen Sie mit auf die Reise?

kennt jeman den der

Dieses Viertel – in Bärlin würden sie sagen: Dieser Kiez – also dieses Viertel macht mich wahnsinnig. Ständig kennt jemand jemanden, der jemand kennt, der wiederum Deinen Bruder kennt, weil dieser jemand ja mit der Freundin deines Bruders zusammen in die Schule gegangen ist. Erst gestern wieder auf einer Geburtstagsfeier gewesen, wo ich vermutlich eigentlich niemanden kannte. Und plötzlich dann doch wieder von drei Leuten angesprochen werden, weil eben jemand ja jemanden kennt, der jemanden kennt, der die Freundin Deines Bruders kennt. Und schon biste im Gespräch.

Und dann fällt mir ein, dass ich hier ja auch schon seit 28 Jahren wohne. 28 unglaubliche Jahre und ein halbes am selben Fleck, alles so vertraut, so heimatlich. Ich find das phänomenahnsinnig. Und schön. Das ist mein Kiez, aber eben auf münchnerisch. Und irgendwie auch anders: Mein Viertel. Hierhin kehr ich immer wieder zurück. Hier gehör ich hin.

Arbeitsteilung

Ich liebe es in einem Großkonzern zu arbeiten, wirklich. Ich hatte schon seit einiger Zeit meine Zweifel, was Großkonzerne nichts mehr mit Effizienz zu tun haben. Effizienz wäre dann, wenn mein Chef aus der Fachabteilung eine Stellenausschreibung bekommt, diese dann an mich weiterleitet, ich die Anzeige an die Agentur formuliere und schicke und dann letztendlich doch wieder die Fachabteilung bitten muss, die Anzeige freizugeben? Vier Arbeitsschritte, vier Emails, wo eine oder zwei doch eigentlich reichen würden, oder? Spezialisierung hin oder her.

Aber gut, gestern jedenfalls hab ich einen neuen Hohepunkt von Effizienz erlebt: Eine Kollegin aus Berlin schickte mir per Mail mehrere Dokumente, damit ich sie ausdrucke und per Post zurück an sie nach Berlin zum Unterschreiben schicke. Zunächst dachte ich ja, es handelt sich um eine Flut von Verträgen und Briefen, letzten Endes war ich aber dann ganze 10 (in Worten: zehn) Minuten mit Drucken beschäftigt. Ich find’s klasse. 😉

Allerdings stellt sich mir jetzt die Frage, ob die in Berlin keine Drucker haben…

Macht gut

* Um 8.15 Uhr auf dem Weg zur Arbeit von der strahlenden Sonne geblendet werden.

* Um 12.30 Uhr spontan die Mittagspause nach draussen verlegen, vom nahen Bistro einen frischen Salat mit Tomate-Mozzarrella holen und den draussen in der Sonne verzehren

* Um 16.12 Uhr beschliessen, dass der spannende Kampf Arbeit vs. Sonnenschein heute zugunsten der Sonne ausgehen wird. Wir gratulieren herzlichst allen Gewinnern und für die Verlierer gilt: Morgen neue Chance und neues Glück! 😉

* Um 17.55 Uhr vor lauter Freude, dass es inzwischen um 18 Uhr immer noch ein klein wenig hell ist, spontan ein Eis kaufen.

Macht einiges, was so in den letzten Tagen war, etwas leichter.

Neues aus dem Nähstübchen (III)

Ich bin ein kleines bisschen stolz und ein kleines bisschen sehr glücklich. Gestern kamen endlich die langerwarteten Etiketten und somit darf ich jetzt endlich das Geheimnis um den „Labelnamen“ lüften:

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Ich freu mich riesig, denn ab jetzt ist mein ganzer Nähkram, den ich hier produziere noch ein Stück individueller und unverwechselbarer. Und wie die Frau Ansku halt so ist, musste sie sich natürlich gestern abend noch ans Maschinchen setzen und die Neuerwerbungen ausprobieren. Ich darf mit Stolz die ersten beiden Vrenellis präsentieren.

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… denen sichelrich noch viele folgen werden. 😉

(Bei soviel Aufregung und Freude hatte leider die Qualität der Bilder etwas zu leiden, ich bitte das zu entschuldigen. :lol:)

2010 in Zahlen

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr? Im Vergleich zu dem extrem bescheidenen vorigen Jahr würde ich dem Jahr fast sogar eine glatte 9 geben, besonders die zweite Jahreshälfte war klasse. Absolut gesehen wäre es dann wohl eine 7-8.

2. Zugenommen oder abgenommen? Lustigerweise scheinbar im Herbst abgenommen, zumindest sitzen meine Hosen wieder etwas besser. (Oder die haben sich gedehnt???) Ich schwöre, ich habe garantiert keine Diät gemacht, einzig in der Mensa vergeht mir immer noch jeder Appetit. 😉

3. Haare länger oder kürzer? Etwas kürzer

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Nach so einigen Erfahrungen letztes und dieses Jahr würde ich doch sagen, um einiges weitsichtiger.

5. Mehr Kohle oder weniger? Eigentlich mehr, nur bis das auf meinem Konto ankommt, dauert es noch etwas wegen Punkt 7.

6. Besseren Job oder schlechteren? Ha, eindeutig besseren! Besserer Chef, besser bezahlt, bessere Arbeit, mehr Kollegen. 😉 Ich mag diese Kombination aus Studium und Job, sehr sogar.

7. Mehr ausgegeben oder weniger? Viel mehr. Mein Konto fängt langsam an, mich zu hassen.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was? Ein Sturmkind Weihnachtspaket und jede Menge wertvolle Erkenntnisse.

9. Mehr bewegt oder weniger? Hier bei Bewegtes und Bewegendes deutlich weniger, dafür im Real Life sehr viel mehr und vieles davon in die absolut richtige Richtung.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr? Nicht sehr viele, aber dennoch genügend

11. Davon war für Dich die Schlimmste? Die Grippe im November, das ging gar nicht. 40 Grad Fieber, ein Kreislaufzusammenbruch und Gliederschmerzen sind auch so Erfahrungen, die nicht unbedingt hätte sein müssen.

12. Der hirnrissigste Plan? Die Nähmaschine – seitdem gebe ich mehr Geld für Stöffchen, Bänder und Borten aus als ich habe. 😉 Außerdem der Plan, mir ein komplettes Studium selber zu finanzieren, ob das klappt kann ich erst nächstes Jahr sagen. Und natürlich der, mitten in der Nacht von irgendeinem Kaff aus zurück in die Stadt zu fahren, damit die liebste Freundin und ich am nächsten Tag ein Hochzeitsgeschenk nähen können – ohne irgendeinen blassen Schimmer vom Nähen! 😉

13. Die gefährlichste Unternehmung? Die Immatrikulation, da plötzlich doch nicht alle genötigten Papiere, Unterlagen und Zeugnisse da waren. Allerdings war das nur teilweise meine Schuld, denn ich bin auch falsch informiert worden. Aber es ist ja alles gutgegangen. 😉

14. Die teuerste Anschaffung? Ein Zweitstudium und das Nähmaschinchen (was mich wieder erinnert, dass ich Papa immer noch das Geld dafür zurückgeben mus. 😉 )

15. Das leckerste Essen? Gibt’s wie immer bei Mama, ich erinnere mich unter vielen anderen z.B. an den Hirsch in Schokoladensauce am zweiten Weihnachtstag. Daneben hab ich einmal in Schweden einen ziemlich sensationell guten Lachs mit Spargel und Risotto gegessen und sonst auch einige sehr interessante neue Geschmäcker ausprobiert, z.B. libanesisch, afghanisch, indonesisch, äthiopisch…, das war phantastisch. Leider viel zu wenig selber gekocht.

16. Das beeindruckendste Buch? … muss ich wohl noch lesen, besonders in der zweiten Jahreshälfte kam ich gar nicht mehr zum Lesen. Besonders gefallen haben mir Waris Dirie – Wüstenblume, Carlos Ruiz Zafón – Das Spiel der Engel, Kate Morton – Das geheime Spiel und Kamila Shamsie – Kartographie.

17. Der ergreifendste Film? Grey’s Anatomy, Sex and the City. ;)))

18. Die beste CD? Dieses Jahr nur eine CD gekauft, Shakira – wie soll’s auch anders sein. Die war mittelmäßig berauschend. Ansonsten nur Musik auf halblegalen Wegen, pssst. 😉

19. Das schönste Konzert? Das war ganz klar Amy McDonald im November.

20. Die meiste Zeit verbracht mit? Familie und Freunden

21. Die schönste Zeit verbracht mit? Familie und Freunden, und nachdem ich endlich erkannt hat, wer wirklich und wahrlich Freund ist und wer nicht, gleich noch schönere Zeiten verbracht.

22. Zum ersten Mal getan? Ein Zweitstudium begonnen, zählt das? 😉 Im sozialen Bereich gearbeitet, Teenie-Hölle überlebt und das gleich zweimal.

23. Nach langer Zeit wieder getan? Väliept gewesen (leider erfolglos), ein Studium begonnen

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Don Jefe (ist das ein Ding? Ja!) Aber irgendwie hätte ich darauf auch nicht verzichten mögen, denn ich habe so viele Erkenntnisse über Arbeit, über diese Art von Menschen, über mich, darüber was ich will und im Nachhinein gesehen soviel Stärke daraus gewonnen.

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Don Jefe, dass er ein Dummkopf ist. 😉 Mich, dass ich tatsächlich zur Sozialarbeiterin tauge.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Das war vielleicht das selbstgenähte Hochzeitsgeschenk für die Freundin, damals noch gänzlich ohne Ahnung vom Nähen. 😆

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Meine Eltern, als sie mich ermutigt haben. dieses Studium anzufangen. Meine Familie und Freunde, die mir Zeit und ihre Ohren geschenkt haben.

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? „Du machst das so toll, Du bist unsere Wunschkandidatin.“ (Der Ex-Arbeitgeber als sie mich als Aushilfe für die Teenie-Hölle wollten. Leider war die Begeisterung scheinbar doch nicht so groß oder das Label „sozial“ gilt nicht für Mitarbeiter, jedenfalls haben sie mir inzwischen auch für die Wochenenddienste gekündigt.)

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? Wie kann ich das wissen?

30. Dein Wort des Jahres? Sozialarbeit

31. Dein Unwort des Jahres? S-Bahn

32. Dein(e) Lieblingsblog(s) des Jahres? Viele meiner Lieblingsblogs haben aufgehört zu bloggen, einige sind wiedergekommen, andere leider nicht. Ich kann es keinem verübeln, ich komme ja selbst kaum dazu, aber schade ist es trotzdem.

33. Zum Vergleich: Verlinke Dein Stöckchen vor vorigen Jahr! Da hab ich mich geweigert, das Stöckchen auszufüllen. 😉

Von innen

Gestern haben wir mit der Mentoratsgruppe auf dem Tollwood Weihnachten gefeiert. Das Tollwood ist ja so ein Bazar der Möglichkeiten, von Hanflatschen über Kunst über afrikanisches Essen bis chinesische Lampions bekommt man dort alles. Das ist einerseits toll, andererseits manchmal auch fast schon beängstigend auf öko getrimmt und drittens inzwischen leider auch ganz schön kommerzialisiert. Man muss das also mögen (oder man geht nur wegen dem leckeren Essen hin, so wie ich. 😉 )

Beim Stand mit den Wollmützen, nein bei einem der 28,39 Stände mit Wollmützen, meinte die Tutorin, die zum ersten Mal auf dieser Veranstaltung war (a Zugroaste!!) dann zu mir, dass das ja hier ein echter Markt für Sozialpädagogen sein. Ich musste lachen, sagte dann aber, dass das nicht ganz sein kann, denn Strickmäntel für 70 Euro aufwärts und Mützen für 20 Euro aufwärts sind ja etwas schwer mit Gehältern für soziale Berufe vereinbar. 😉 Die Tutorin meinte dann, dass sie auch nicht so auf Hanflatschen, Bioumhängetaschen und Hippiemützen abfährt. „Man muss mir den Sozialpädgagogen ja nicht gleich von außen auf den ersten Blick ansehen.“ 🙂

Heute morgen in der Arbeit musste ich nochmal an diese Situation denken und dann an diese Begebenheit. Und spontan dachte ich: „Nein, von außen auf den ersten Blick muss man mir den Sozialpädagogen wirklich nicht ansehen. Aber von innen, wenn man es mir eines Tages von innen ansehen kann, das wäre wunderbar.“

Was ich erwartet hätte

So ein wenig unangenehm war mir vor dem ersten Zusammentreffen mit meinen „alten“ Dozenten auf einer Veranstaltung, so wegen der abgebrochenen Promotion und so. Und meine Erwartungen schienen sich zunächst auch zu bestätigen, als der Assistent am Institut für Finnougristik (also anderes Institut) auf mich zukam und mir zurief: „Ich habe Deinen Namen auf der Homepage von Deinem Professor gesehen! Und dabei stand: Theme to be announced…“

Was ich aber nicht erwartet hätte, ist dass die „alten“ Dozenten dann fast in Begeisterungsstürme ausbrechen, als ich vom neuen Studium erzähle. (Ich hätte mir das aber wohl denken könnne. 😉 )

So schön war das, so viele liebe alte Freunde wiedergesehen!

Praxiswoche

Diese Woche bin ich ziemlich auslastend mit meinen beiden Praxiskursen und den Praxisprojekten dafür beschäftigt. (Also auslastend ist wirklich sehr auslastend, aber ich finde das gerade gar nicht mal soo schlecht, denn durch das „wunderbare“ Bachelorstudium wird ja prinzipiell in jedem Modul, also auch in fast jedem Kurs irgendein „Leistungsnachweis“ in welcher Form auch immer gefordert. Bei mir aber verteilen sich die Leistungsnachweise durch die beiden Praxiskurse jetzt und ein Referat im Dezember gerade richtig angenehm, so dass zu Semesterende im Januar gerade mal drei Klausuren übrig bleiben statt sechs oder sieben, wie ich das auch schon von Leuten gehört habe, die – z.T. in anderen Fächern – auf Bachelor studieren. 😉 )

Der eine der beiden Praxiskurse ist ein Kurs über Medienpädagogik und mit diesem Kurs waren wir heute auf einer Fachtagung für Medienpädagogik und Computerspiele. Die Vorträge waren größtenteils sehr interessant, teilweise sogar metaphysisch 😉 angehaucht und nachmittags wurden noch eine Reihe interessanter Projekte vorgestellt, in denen sich Jugendliche mit Spielen und Computerspielen auseinandersetzen. Und morgen dann beginnt „unser“ eigentliches Praxisprojekt, morgen und nächste Woche Freitag werden wir ein Fotoprojekt mit Grundschülern machen, auf das ich mich schon seit einigen Wochen sehr freue.

Wir machen beim Kinderfotopreis mit, ein Fotowettbewerb für Kinder und Jugendliche von 4-12 Jahren. Jedes Jahr gibt es ein Thema, für 2011 ist das Thema „Klein & Groß“. Genau, 2011, denn die Prämierung der Gewinnerfotos findet (leider) erst im Sommer des nächsten Jahres statt. Dafür aber werden sämtliche eingesendete Fotos in einer öffentlichen Ausstellung ausgestellt, das ist für die Kleinen ja auch immer schon ein ganz großes Ding, wenn sie Mama, Papa, Opa, Oma und Tanten IHR Foto in einer richtigen Ausstellung präsentieren können. 😉 Der Kinderfotopreis findet in mehreren Städten und Regionen (Bayerns) statt, vielleicht hat ja der eine oder andere Lust, mit seinem Kind ein Foto einzusenden? Ich kann das nur empfehlen, das Projekt ist wirklich sehr schön. Einzige Regel ist, dass das Foto von einem Kind gemacht sein muss (also nicht z.B. das Kind fotografiert von einem Erwachsenen!) und dass es etwas mit „Klein & Groß“ zu tun haben muss, gerne auch frei interpretiert. Format, Einsendeform etc. sind völlig den Kindern überlassen. Wichtig ist eben nur, dass alles von den Kindern selber gemacht wird. Für besonders gute Geschichten ergänzend zu den eingesendeten Fotos gibt es einen Sondernpreis. Ich finde ja auch – inspiriert durch diesen Kurs – Fotografie ein tolles Medium für Kinder, da es nicht wie Fernsehen und Computerspiele nur konsumierend ist, sondern die Kinder auch selber aktiv und produktiv werden und sich ausdrücken können.

Und so gehen wir mit insgesamt vier lieben Komilitoninnen morgen in eine Einrichtung und versuchen dort den Kindern ein paar Grundbegriffe des Fotografierens  zu vermitteln und anschliessend in Kleingruppen Fotos für den Fotowettbewerb zu schiessen, die dann eingesendet und veröffentlicht werden können.

Das Schöne daran fand ich, dass wir uns einstimmig entschlossen haben, in eine Grundschule in einem sogenannten berühmt-berüchtigten „sozialen Brennpunkt“ zu gehen. Aber irgendwie war es für mich und meine Komilitonen auch vollkommen logisch, denn das sind die Kinder, die solche Förderung und solche Erlebnisse am nötigsten brauchen. Wollten wir einfach ein paar süße Fotos mit süßen wohlerzogenen Kindern, dann hätten wir uns wohl nicht für dieses Studium entschieden, denn dann hätten wir es uns auch leicht machen können. So aber wird es u.U. nicht so leicht, aber wir haben etwas getan und etwas bewegt. Das, finde ich, ist doch die zufriedenstellendere Variante.

Also werden wir morgen dorthin gehen, unwissend was uns erwartet. Momentan ist die Stimmung grad vorfreudig, aber auch ein bisschen sehr nervös, weil wir die Kinder ja noch nicht kennen. (Komilitonin heute: Hoffentlich hoffentlich ist da kein AK dabei!! 😉 )  Und ja, auch das Konzept, also mein eigenes für meine Gruppe, mit der ich dann das Foto machen werde, steht noch auf sehr wackeligen Beinen. Einerseits möchte ich gerne dem pädagogischen Grundsatz, die Kinder dort abzuholen, wo sie stehen, folgen und möglichst auf den Input reagieren, der von den Kindern kommt, andererseits fühl ich mich trotzdem und gerade deswegen so konzeptlos. Man wird sehen.

Vorfreude und Nervösität machen sich breit. Drücken Sie uns die Daumen, das wenigstens die Kameras heil bleiben?? 😉

Gestern

Ich komme wieder an und ganz besonders kam ich gestern an, als ich mich irgendwann auf den Weg in die Stadt machte, um hier und dort einiges zu erledigen und Freunde zu sehen. Als ich so durch Schwabing spazierte und hier guckte, dort etwas erledigte und um die Ecke noch ein Eis ass, als ich etwas weiter in die Stadtmitte fuhr und ohne Eile eine Freundin auf dem Markt besuchen konnte, ohne auf die Uhr achten zu müssen, ohne irgendwann wieder zu Hause sein zu müssen und das Essen für die Kinder auf dem Tisch stehen haben zu müssen, ohne mich absprechen zu müssen oder jemandem Bescheid geben zu müssen. Als ich in aller Ruhe im Nählädchen stöberte und dann mich spontan mit Freunden verabreden konnte, mich einfach auf mein Fahrrad setzen und noch ein Stadtviertel weiterfahren konnte und als dort eine Pizza, einige Cocktails und lustige Gespräche auf mich warteten.

Nicht, dass ich das so furchtbar fand, es gehörte in der Teenie-Hölle einfach dazu und ich habe mir nicht viel Gedanken darüber gemacht. Und jetzt fällt es einfach auf und verursacht so ein „Hach“-Gefühl.

Und jetzt noch ein ganzes Wochenene dazu. Manchmal ist auch das Glück schwer auszuhalten. 😉

Herzlichen Dank!

Sie sind wirklich phantastisch, alle und so unglaublich, wie Sie mich immer wieder zum Schmunzeln, wenn nicht sogar zum Grinsen bringen! Vielen herzlichen Dank für all die lieben Kommentare und Glückwünsche zum Bloggeburtstag!!! Wenn ich mal wieder einen Blogsitter brauche, Sie sind alle miteinander engagiert. Das war so nett, gestern abend heimzukommen und alle diese wunderbaren Kommentare zu lesen und ja, ich schäme mich sehr, am 20.08. im Urlaub gewesen zu sein und diesen armen Blog so verlassen zu haben. Und dann noch nicht einmal eine einzige Postkarte geschrieben zu haben, da muss ich mich gleich nochmal schämen, aber ich war zu faul beschäftigt. Aber eigentlich war der Urlaub ja sowieso viel zu kurz um alles zu erledigen, was man im Urlaub so erledigen muss : faullenzen, lesen, Sightseeing, tonnenweise Eis essen…

Ein bisschen was von allem hab ich trotzdem geschafft, immer mit einem locker-leckeren Sprizz dabei und wir haben es sehr sehr genossen, wenigstens noch drei Tage Sommer in diesem Jahr erleben zu dürfen. (Anm. d. Red.: Die Münchner hier wissen, wovon ich rede.) Nach soundsovielen Jahren Finnland hab ich auch zugegebenermaßen die mediterrane Abwechslung mehr als genossen: Die Palmen, die Pools und Gärten, die Hitze, die lauten Straßen, die quirligen Menschen, die Märkte, den Hafen, das dolce vita, alles.

Eines der (vielen) Highlights war das Bööööötchen fahren auf dem Lago, wir haben uns einen Nachmittag ein Motorboot ausgeliehen und hui, das hatte schon einen Hauch von pimperish! Easy-peasy da über die Wellen des Lago zu jetten, hier mal einen Hafen zu bestaunen und dort mal ein bisserl vor Anker und kurz baden zu gehen. Hätte Frau Klum diese Woche eines ihrer berühmten Photos für mich gehabt, es hätte eine reichlich dämlich grinsende Ansku gezeigt, die verzückt in Endlosschleife „Aaah“ und „Oooh“ und „Da! Da! Schaumalda!“ brüllt und sich kaum einkriegen kann vor Spaß.  Das bisher gut geheimgehaltene Luxusweib in mir hat dafür auch tapfer jedes Anzeichen aufkommender Übelkeit runtergeschluckt war total aus dem Häuschen, als wir da so über die Wellen brausten, über mir der strahlend blaue Himmel, unter mir das strahlend blaue Wasser, vor mir der See und hinter mir, neben mir und um mich herum die Gischt. Einzig der Schampus hat gefehlt, aber das war wohl ganz gut so.

Auch wenn ich es immer noch für ein böses Versehen (wahlweise auch einen schlechten Traum) halte, dass wir nach drei Tagen Sommer die Autobahn Richtung Norden genommen haben und nicht die Gegenrichtung und ich jetzt auf unerklärlichen Wegen wieder hier zu Hause gelandet bin, ab jetzt scheint wieder Alltag angesagt zu sein und somit werde ich mich als erstes darum bemühen müssen, diesen vernachlässigten und verwaisten Blog (Jajaja, Frau Schussel & Frau Tunisianna…) mit Inhalten zu befüllen.

Und bedauerlicherweise hatte eben auch Frau Klum kein Photo für mich, die sind alle in meiner Kamera und warten dringend darauf, gesichtet zu werden.

Blogsitter gesucht

Wenn ich die kommenden Tage bis zum Wochenende bei den knackigen Italienerpopos weile und mich abwechselnd mit Latte und vino betrinke und in die Sonne blinzeln werde (SIC!!!), gibt es bedauerlicherweise auch einige höchst spannende Ereignisse hier, die ich nun leider verpassen werde, so zum Beispiel die Nerd Nite und ein doch sicherlich ziemlich interessantes Arbeitssommerfest. Das ist traurig, das ist sogar höchst bedauerlich, aber manchmal muss frau ansku eben Prioritäten setzen.

In einer Sache jedoch muss ich hiermit nun um Ihre Mithilfe bitten. Am Freitag den 20.08. hat dieser kleine und doch so sehr von mir geliebte Ansku-Blog seinen dritten Geburtstag. (Um genau zu sein, es ist eigentlich nicht der Geburtstag dieses wordpress-Blogs, aber es ist mit einigen Umzügen und Identitätswechseln eingerechnet der Geburtstag der Bloggerei der Frau Ansku überhaupt. Und deshalb ist es einfach der Geburtstag dieses Blogs.) Und nun bin ich am Freitag fern der Heimat und fern des Internets und das tut mir in der Seele weh. Denn keiner möchte doch an seinem Ehrentag alleine sein, nicht wahr? Doch dann bin ich auf die Idee gekommen, einfach hier um Ihre Hilfe zu bitten: Könnte Sie vielleicht aushelfen und könnte Sie am Freitag für mich hier vorbeikommen und dem Ansku-Blog ein paar nette Worte hinterlassen und ihn einmal hochleben lassen? Nur ein liebes Wort, damit der arme Ansku-Blog nicht an seinem Ehrentag hier alleine ein klickloses Dasein fristen muss. Ich wäre Ihnen wirklich ganz unglaublich zu Dank verpflichtet, wenn Sie Sich in meiner Abwesenheit in bisschen um meinen Blog kümmern könnten und sozusagen meinen Blog sitten würden. ich verspreche hiermit auch ganz feierlich, mir im Urlaub ein spannendes, feines Thema für einen Sprachwissenschafts-Post einfallen zu lassen, um die zahlreichen Anfragen, die ich immer wieder hier und da zu hören bekomme, zu befriedigen. Weil ich mich so freue, dass Sie alle da sind. Sie, die den kleinen Ansku-Blog zu dem gemacht haben, was er ist. Danke!

Ich bin dann mal weg. Gehaben Sie Sich wohl und haben Sie eine feine Woche, denken Sie und zu an mich und machen Sie es gut, nein, machen Sie es besser. 🙂

Die alte Professorin

Als ich mich fürs Studium bewarb, ging ich zu beiden Hochschulen dieser Stadt, an denen man Soziale Arbeit studieren kann, zur Studienberatung. In der einen ein gutaussehender junger Mann, sehr sympathisch, sehr nett und vor allem überaus hilfsbereit und engagiert. Er hörte sich meine Lage sehr genau an und kam dann sogar noch auf die Idee, zu suchen ob es eine Möglichkeit gäbe für mich, trotz Fachwechsel einen Master zu machen.

In der anderen Hochschule war es eine schon etwas ältere Professorin, die sehr viel redete, teils auch wirr, aber nicht weniger freundlich und aufgeschlossen war. Wir redeten sehr lange über sehr vieles, über soziale Arbeit, über Gesellschaft.

Neben vielem anderen sagte sie auch einen Satz, der mich sehr beeindruckt hat und der mich nachhaltig in meiner Entscheidung bestärkt hat:

„Soziale Arbeit bzw. Sozialpädagogik ist ein sehr junges Fach, das sich erst seit den 50er (?) Jahren langsam herausgebildet hat. Der Grund ist offensichtlich: Davor lebten die Menschen in einer Diktatur. In einer Diktatur kann man alle Menschen, die nicht ins System passen, die eine andere Hautfarbe, eine andere Religion, Sexualität oder Weltanschauung haben, die krank oder behindert sind, einfach wegsperren. Wir leben aber heutzutage in einer Demokratie und in einer Demokratie kann man keine Menschen mehr wegsperren, sobald sie „anders“ oder „krank“ sind oder sonstwie nicht „passen“, sondern man muss sie in die Gesellschaft integrieren, man muss sie irgendwie in die Gesellschaft zurückführen. Deshalb brauchen wir Sozialpädagogen.“

Ich finde diesen Satz toll, er bringt es kurz, knapp und präzise auf einen Punkt, was ich mir von dieser Arbeit erhoffe und was ich mir unter sinnvoller Arbeit vorstelle. Ich werde die Professorin und diesen Satz sicherlich nicht vergessen, obwohl ich mich nach den beiden Beratungsgesprächen doch so generell an der anderen Uni etwas wohler und besser aufgehoben  fühlte.

Freitag kam der Zulassungsbescheid. Von meiner favorisierten Hochschule. Ich bin ab Oktober wieder Studentin.