.

steh auf, geh raus, lern neue Leute kennen, sagen sie. Sei offen, mach smalltalk, sei locker, flirte ein wenig, das ist doch nicht schwer, sagen sie. Achte mehr auf Dein Äußeres, schmink Dich, lass die Haare offen, achte auf Deine Körperhaltung, geh mehr aus Dir raus, sagen sie. Zieh Dir was nettes an, sei witzig, spritzig, Männer mögen es am liebsten einfach und direkt, sagen sie. Sei nicht so schüchtern, sei frech, sagen sie. Warte nicht, bis Dich jemand auffordert, sei mutig, sprich einfach jemanden an, riskier was, gib klare Zeichen, schau dem Gegenüber tief in die Augen, sagen sie. Dann wird’s schon was mit dem Freund. 

Liebe Dich selber und akzeptiere Dich so wie Du bist, sonst wird es auch kein anderer tun, sagen sie. 

Dann wird’s schon was mit dem Freund. 

Doch noch nicht

Ich bin hier doch noch nicht fertig. Entgegen allem, was ich bisher geschrieben habe. Ich habe noch etwas zu erledigen. Noch ein klärendes Gespräch zu führen. Davor kann ich auch nicht weitergehen. Es zerrt an mir und hält mich fest. Ich schaffe es nicht, auch nur eine einzige Bewerbung zu schreiben, bin wie gelähmt. Auch wenn ich mir vorstelle, wie es anderswo weitergehen könnte, habe ich nicht einmal ansatzweise ein Bild im Kopf, nur Leere. Ein grosses schwarzes Loch. Zuerst habe ich das als Abschiedsschmerz gedeutet, aber nun ist mir bewusst, dass ich hier noch nicht fertig bin. Ich muss also noch etwas erledigen, um dann neu anfangen zu können. Und dann ist es auch schon fast egal, wo.

Der Moment, in dem einem das klar wird. Unbezahlbar.

Tagebuchbloggen August ’15

Jeden 5. des Monats fragt Frau Brüllen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? Hier also mein 5. August 2015:

Die Nacht dieses Monatsfünften ist wie die drei Nächte davor auch schon bescheiden. Ich schlafe unruhig, träume wild und in den Morgenstunden gesellt sich wie ebenfalls schon die Tage zuvor ein leichtes Magengrummeln dazu. Ich nicke immer wieder ein und wache wieder auf, bis schließlich um 8.45 Uhr wildes gehämmere die Nacht endgültig beendet. Die Freundin hat eine SMS geschickt, dass sie mich zusammen mit ihrem Freund doch Zuhause abholt, nicht wie verabredet am See trifft, das ist nett. Ich fühle mich wie erschlagen, aber zwei (koffeinfreie) Cappus sind dann doch irgendwie Placebo genug, um auf die Beine zu kommen. Also packe ich meine Tasche für ein Frühstückspicknick am See, bestelle ein Medikament für meinen Jugendlichen bei der Apotheke und versuche zum 10.000sten Mal, das Ausländeramt und zwei Einrichtungen zu erreichen. Einer meiner Jugendlichen macht gerade Probleme, es ist höchste Zeit, dass er umziehen kann in eine andere Einrichung, aber das gestaltet sich in diesem Fall so unfuckingfassbar schwierig, dass ich mir Arbeit mit nach Hause genommen habe, obwohl ich heute Nachtdienst habe und eigentlich tagsüber frei hätte. Gegen 10.30 Uhr klingeln Freundin und Freund und ich lasse die Arbeit erstmal für zwei Stunden Arbeit sein. Am See ist es wunderbar ruhig und leer, München im August ist so chillig, da brauche ich keine Fernreise. Wir verzehren ein leckeres Frühstück mit Gurken-Paprika-Tofu-Salat, Käse und Walnuss-Chiabatta, danach sinken wir aller ermattet auf unsere Handtücher für ein Mittagsschläfchen. Als wir wieder wach werden, schwimmen die Herzfreundin und ich einmal quer durch den See. Das tut so gut, mal wieder eine längere Strecke schwimmen und wir haben auch endlich Ruhe zum Quatschen. Die Freundin bestätigt ebenfalls, dass es sich fast anfühlt wie Urlaub, aber bevor zuviel Urlaubsöstimmung aufkommt, muss ich dann doch wieder an die Arbeit. Als wir nach einer langen  Zeit aus dem Wasser kommen, ist es schon nach zwei Uhr und auf dem Handy blinken mir diverse Anrufe der Kollegen entgegen sowie die Nachricht, dass genau der Problemjugendlich, von dem wir s. oben sprachen, ein Vorstellungsgespräch hat. Ich rufe sofort zurück, ich kann es gar nicht glauben, aber der Kollege bestätigt mir, dass es wahr ist. Dann fragt er, da sie eh gerade Teamsitzung machen, ob ich etwas dazu beitragen wolle und schlägt vor, eine Telefonkonferenz zu machen, aber ich lehne kichernd und dankend ab. Dann muss ich heim, auch wenn diese gute, diese sehr gute (!!!!) Nachricht mir einen weiteren Telefonmarathon heute Nachmittag erspart, bleibt dennoch genug zu tun. Ich verabschiede mich von Freundin und Freund und radele nach Hause, nur um von dort gleich wieder aufzubrechen zur Klinik, um das Rezept zu holen. Es ist 15.20 Uhr. Zur Klinik muss ich einmal durch die Stadt, die Fahrzeit pro Strecke beträgt 40 Minuten – das wird alles als Überstunden aufgeschrieben, tröste ich mich. Wegen Baustellen und Tram-Ersatzverkehr muss ich das letzte Stückchen zu Fuß laufen, aber das macht nichts, ein kleiner Spaziergang durch Untergiesing – eines meiner liebsten Stadtviertel – ist bei diesem Wetter auch sehr nett. Auf dem Rückweg fällt mir ein, dass irgendjemand heute Mittag etwas von Kirschkuchen getwittert oder in meine Instagram-Timeline gepostet hat und ich bekomme plötzlich großen Hunger auf Kirschkuchen. Also steuere ich die nächste Bäckerei an und belohne mich für das ergatterte Vorstellungsgespräch. ;) Es wird dann zwar eine Himbeerschnitte statt Kirschkuchen, aber das leicht säuerliche Aroma der Himbeeren ideal erfrischend, dass das mindestens genauso gut ist wie Kirschkuchen. Ich esse also meine Himbeereschnitte unverzüglich und auf dem U-Bahnsteig mit bloßen Fingern und es ist wunderbar. Als nächstes hole ich für mein Kind ein bestelltes Wörterbuch im Buchladen ab sowie einen Sprachführer für Myanmar für meine Mama. Danach kaufe ich ein, hole endlich das Medikament in der Apotheke ab und kann dann gegen 18 Uhr endlich nach Hause. Leider nur ist der Tag damit noch nicht vorbei, auf mich wartet ja noch ein Nachtdienst.

Eigentlich hätte ich auch zuhause noch eine Menge zu erledigen, aber einmal auf dem Sofa angelangt, nicke ich kurz ein. Ich ärgere mich kurz, dass gerade wieder so viel Privates hinter dem Job zurückbleibt, aber dann denke ich mir, dass die Nacht noch kurz genug wird und mache nochmal einen kurzen Powernap. Danach reicht die Zeit gerade noch, um mir etwas zu essen zu machen, das gröbste Chaos zu beseitigen, Einkäufe zu verräumen, den Herrmann zu versorgen (ja, er lebt noch – und ich bekam ihn sogar von meiner Mutter…) und zu duschen. Ich gieße die Blumen, plaudere noch kurz mit der Nachbarin die mich arg wegen des anstehenden Nachtdienstes bemitleidet (“ja, ne, nicht im eigenen Bett schlafen, das ist ja nichts!”) und sollte dann eigentlich los, alleine der Gedanke, jetzt vom Sofa aufzustehen, lässt mich noch tiefer in enenjenem versinken. ;)

Als ich es dann endlich zur Arbeit geschafft habe, machen der Kollege und ich Übergabe. Danach will er eigentlich gehen, aber dann stehen wir doch noch 10 Minuten mit drei der Jungs draußen und quatschen. In der Küche wird es laut, zwei der Jungs sind ziemlich aufgekratzt und machen eine Kissenschlacht. Im Fernsehen läuft Fußball. Ich verziehe mich ins Büro, lese das Teamprotokoll nach und räume etwas auf. Plötzlich wird es draußen laut, ich renne vor’s Haus und sehr zwei der Jungs auf dem Vorplatz wie von der Hornisse gestochen mit den Fahrrädern herumrasen. Ich schreie, dass sie aufhören sollen, aber werde vollkommen ignoriert, der Dritte im Bunde steht in der Tür und lacht mich aus. Die Jungs verschwinden Richtung ubahnhof und ich gebe Ihnen nach um zu verhindern, dass es einen Unfall mit von der Ubahn kommenden Passanten gibt. Doch ich warte vergebens. Als ich wieder zurückkomme in den Gruppenraum, herrscht großes Gekichere. Schließlich finde ich den Grund dafür heraus, einer der Übeltäter hat sich hinter dem Kühlschrank versteckt und rennt erneut vor mir weg in sein Zimmer. Ich folge ihm und schimpfe ihn erstmal richtig doll aus, weil ich sehr aufgeregt bin. Sekt kleinlaut beteuert er schließlich, mich nicht gesehen und gehört zu haben, was ich ihm aber nicht abnehme. Fünf Minuten später kommt er nochmals ins Büro und entschuldigt sich mehrmals und sehr beschämt. Ich sage, dass alles wieder gut ist, er hat sich ja entschuldigt.  Wir gehen in die Küche und ich fange an, die Spülmaschine auszuräumen. Meine Predigt scheint nachhaltig Eindruck gemacht zu haben, es ist immer noch Gesprächsthema. Ansku ist sauer! Ich spreche kurz mit dem zweiten Übeltäter und sage dann für alle, dass wir das geklärt habe und dass es jetzt gut ist. Dann kümmere ich mich um die Putzdienste. Gegen 23 Uhr spreche ich schließlich mit meinem Problemfällchen und informiere ihn über den Termin am Freitag. Dann gehe ich kurz vor die Tür und treffe dort nochmal meinen Fahrrad-Spezialisten. Ich sage ihm, dass es mir leid tut, dass ich ihn so heftig angeschrieen habe, und erkläre, dass ich so reagiert habe, weil ich Angst hatte. Wir versöhnen und wieder mit vielen Umarmungen.

Auf meinem Handy sehe ich eine Mail vom Bruderherz, der gerade im Nachtzug nach Tokyo sitzt, von wo aus in fünf Stunden sein Flug nach Hause geht. Dann kommt kurz vor Mitternacht endlich auch mein zweiter Jugendlicher nach Hause, der eigentlich seit zwei Stunden das Bad putzen sollte. Statt zu putzen, zeigt er mir erstmal seinen durchnässten Geldbeutel und seinen gürel, den er zu groß gekauft hat. Ich seufze. Zwei andere brauchen Schlaftee und dabei kommen wir uns Gespräch über arabisch, persisch und das Alphabet. Der Eritreer fängt an, mir das arabisxhe Alphabet aufzuschreiben und als der zweite aus Afghanistan das mitbekommt, muss ich natürlich auch meine neuen Persich-Kenntnisse unter  Beweis stellen und das persische Alphabet aufschreiben. Meine Lehrer sind sehr streng, danach unterhalten sie sich noch eine Ewigkeit in ihrer Sprache, aber ich bin zu müde um noch ernsthafte Gespräche zu führen deshalb sitze ich nur daneben und tippe mein Tagebuch zu Ende und jetzt werde ich die lieben Kinderlein rauswerfen und in ihre Zimmer schicken, denn inzwischen ist es 1 Uhr und der 5.8.15 längst vorbei.

Gute Nacht!

Jetta Carlton – In Frühlingsnächten

Selten habe ich ein Buch gelesen, das so gut auf meine momentane Situation gepasst hätte wie dieses und mit dem ich deshalb mich so verbunden gefühlt hätte wie mit diesem. 

Es geht um Entscheidungen, um Umbrüche, um das Erwachsen werden, um das sich selber finden. Die Beweggründe sind zwar unterschiedlich, aber die Konsequenzen sind ähnlich. Allen, eine junge Lehrerin in den Südstaaten der 30er Jahre, tritt ihre erste Stelle als Lehrerin an einem College an. Sie hegt  eine grosse Liebe zu Musik, Literatur und Kunst, die sie ebenso leidenschaftlich und teilweise sogar in Diskussionsrunden außerhalb des Unterrichts n ihre Schüler weitergibt. Doch Allem hat eine “Sünde” begangen, in dem sie ein zu enges Verhältnis mit einem Ihrer Schüler eingegangen ist, und stößt damit an die Grenzen der angepassten akademischen Gesellschaft der 30er, 40er Jahre. Nun steht sie vor der Wahl, als reumütige Sünderin in den Schoß der Gesellschaft zurückzukehren, Distanz zu wahren, ein bürgerliches Leben einzuschlagen, einen guten und angesehenen Beruf auszuüben, der sie zwar erfüllt, aber auch einengt. Oder sie flieht, in die Ungewissheit, aber auch in die Freiheit. Sie sieht ihre Kollegen und ihre Umgebung voller Menschen, die niemals ihre Träume ausleben konnten und dies auch Jahre später noch bereuen. Und Allen hat viele Träume, so viele Dinge die sie noch sehen und erleben möchte, New York, Theater, Musicals, als Journalistin arbeiten, ein Buch schreiben, Europa sehen… 

Und ich? Nun, ich habe keine Sünde begangen, ich habe vielleicht eher im Gegenteil mich zu klein gemacht und dadurch eine Chance verpasst. Meine Arbeit engt mich ein, nimmt mir die Luft zum Atmen, es gibt jetzt keine Chance mehr, sich weiterzuentwickeln und das macht mich ganz wuschig. Es war ein wunderbarer Einstieg ins Berufsleben und ich habe viel gelernt, aber jetzt kann ich dort nichts mehr lernen, mich nicht mehr weiterentwickeln. Die Strukturen sind zu festgefahren. 

Ich habe einen unbefristeten Job, von dem ich weiß, dass ich ihn gut mache. Ich habe nette Kollegen. Ich hätte es sehr sicher und cosy und bequem. Aber ich denke immer wieder daran, was es außerhalb unserer kleinen Einrichtung noch gibt, was man tun könnte, um mehr an den Strukturen und am System zu verändern. Ich möchte sehen, was die große weite Welt da draußen mir noch bieten kann. Es gibt so vieles, was ich noch nicht gesehen habe, was es noch zu entdecken gibt. Aber da ist auch Ungewissheit. Und natürlich ist dann da notwendigerweise auch ein Abschied, im übrigen auch etwas an dem Allen im Buch sehr zu knabbern hat, der Abschied von sehr (!) lieb gewonnenen Menschen, von Kollegen, mit denen man durch Höhen und Tiefen gegangen ist. Meine Mutter hatte da neulich ein sehr passendes Bild, die Vertreibung aus dem Paradies. Oh ja, es war ein Paradies und Oh ja, ich war verdammt glücklich dort. Einmal. 

Das interessante war, dass ich deutlich gespürt habe, dass Allen genauso wie ich sehr angepasste und auf Sicherheit orientierte Personen sind. Und wie Allen komme ich jetzt an einen Punkt in meinem Leben, an dem ich merke, wie sehr Sicherheit auch einengen kann. Und an dem man sich entscheiden muss. Für oder gegen die Sicherheit und für oder gegen die Freiheit. 

“Und sie ging bis zur Kreuzung und dann fing sie an zu rennen, rannte um ihr Leben.”

Glücksmomente

In all dem großen Chaos (beruflich, gesundheitlich, privat – ich hasse 2015 gerade sowas von sehr) muss man auch einmal das kleine Glück festhalten. 

Neulich waren meine Eltern mal wieder bei mir zum Essen eingeladen. Als ich den Tisch deckte und die Servietten aus der Schublade holte, musste ich plötzlich sehr grinsen. Mein Serviettenvorrat wird langsam aber beständig kleiner. Warum das ein Glück ist? Ich habe mal vor langer Zeit eine Zeitlang ständig und überall Servietten von Freunden geschenkt bekommen – keine Ahnung warum, ich weiß nur noch, dass damals die Finnlandbegeisterung auf dem Höhepunkt war und mir viele Leute die von meinem Lieblingslabel Marimekki aus Finnland mitgebracht haben – und so stapelten sich im alten Zimmer zeitweise 10 (gefühlt 20) Packungen Papierservietten. Über Jahre. Und der Stapel wurde auch nicht kleiner, den benutzt habe ich kaum jemals eine Serviette. Freunde einladen war aus Platzgründen eher schwierig und so waren die berühmten GartyPartys die einzige Gelegenheit, an denen sich der Stapel mal wenigstens ein oder zweimal im Jahr etwas dezimierte. Den Rest des Jahres verstaubten die Packungen im Schrank und/ oder nahmen dort viel zu viel Platz weg. Von Zeit zu Zeit sah ich sie an und seufzte tief. Und fragte mich, wann ich sie endlich benutzen würde können. 

Jetzt in der neuen Wohnung habe ich endlich den Platz und vor allem auch einen richtigen Tisch, um Gäste einladen zu können. Um zu kochen, schön zu decken und dekorieren und endlich Menschen mit einem guten Essen glücklich machen zu können. Und meine vielen Servietten benutzen zu können. Und der schon deutlich kleinere Serviettenstapel war so ein schönes Symbol für dieses veränderte, dieses freiere Sozialleben, dass es mich sehr sehr sehr glücklich gemacht hat. 

(Und heute habe ich sogar nach vielen Jahren mal wieder eine Packung Servietten gekauft. Einfach weil sie so hübsch waren und weil ich ja jetzt auch weiß, dass sie verbraucht werden.)

Tagebuchbloggen Juli ’15

Sonntag, mein letzter Urlaubstag nach zwei Wochen Urlaub. Des nachts wache ich immer wieder auf von komischen Träumen. Und weil ich auf Toilette muss. Irgendwas ist ja  immer. Zum ersten Mal richtig wach bin ich dann ca. 7.30 Uhr, dann lege ich mich aber nochmal hin und schwups, ist es 9.45 Uhr. Ich habe rasende Kopfschmerzen und das ist wahrlich kein schöner Start in den Tag. Ich mache mir also meinen Getreidekaffee, während ich sehnsüchtig auf meine Kaffeemaschine starre, aber Koffein ist derzeit verboten, da ich ein homöopathisches Medikament nehme. Mit meinem Getreidecappu verziehe ich mich erstmal auf die Couch, löse ein Puzzle auf der iPad App und lasse es an diesem letzten Urlaubstag erstmal ruhig angehen. Allmählich bessern sich die Skopdschmerzen etwas und mit klar(er)em Kopf fällt mir auch wieder ein, dass ich noch Wäsche waschen muss und ich befülle die Waschmaschine. Danach trödele ich etwas zwischen Sofa und Küche herum, beseitige die Reste der gestrigen Grillparty mit der Familie, gieße ( viel zu spät, ich habe jetzt erfahren, dass man Blumen bei dieser Hitze immer frühmorgens gießen soll!!!) meine Blumen, mache den Abwasch und kuschele mich zwischendurch immer wieder auf die Couch oder Terrasse. Obwohl es beinahe 12.30 Uhr ist, bis die Waschmaschine fertig ist, vergeht die Zeit wie im Flug. Schließlich hänge ich die Wäsxhe auf der Terrasse auf und packe schnell die Badetasche, damit ich es noch an den See schaffe. Um 16.00 Uhr habe ich Gesangsunterricht und obwohl es inzwischen kurz vor eins ist, entscheide ich mich für den Poschinger Weiher (Unterföhringer See), das ist der mit der weiteren Anfahrt, aber der ist nicht so überlaufen und überhaupt mal eine nette Abwechslung. Gegen 13.20 Uhr komme ich dort an, und erkenne dem See fast nicht wieder. Der letzte Besuch muss also wirklich lang her sein, damals war es sehr ruhig und fast ein wenig spooky inmitten von Bäumen und sehr viel Moos, Schlamm und Algen im See. Jetzt ist da eine größere Liegewiese, ein aufgeschütteter Familiensandstrand, eine Gaststätte… Nun gut, ich suche mir ein schönes Olätzchen abseits und frühstücke erstmal meine mitgebrachte Obst- und Gemüsebox und vertiefe mich in mein Buch. Als es mir zu heiß wird, gehe ich schwimmen.  Während ich langsam und Wasser wäre, schaut mich immer wieder ein kleines Mädchen an, das ebenfalls ins Wasser geht. Irgendwann taucht sie unter und sagt zu mir: Kalt! Kalt! Ich muss Lächeln und sage zu ihr, dass sie aber sehr viel mutiger ist als ich, den sie ist ja schon untergetaucht, während ich gerade mal bis zu den Oberschenkeln im Wasser stehe. Dann schwimme ich los einmal quer durch den See und da wird mir auch sehr schnell klar, warum ich den See nicht wiedererkannt habe: Wir waren letztes Mal auf der ganz anderen Seite. Nachdem ich einmal durch den See geschwommen bin, entdecke ich das lauschige Eckchen mit Schlamm, Moos und Algen und noch vielem mehr, was man wahrscheinlichHab nicht so genau wissen möchte. 

Als ich aus dem Wasser steige, ist es auch Saft schon wieder Zeit für den Heimweg. Die Fahrt nach Hause ist bergauf und anstrengend und natürlich komme ich zu spät zu Hause an und natürlich verpasse ich die Tram zum Singen. 13 nach vier klingele ich. Bei meiner Gesangslehrerin. Die Stunde verläuft großartig, scheinbar macht das heiße Wettee die Stimmbänder weich und geschmeidig und so schaffen wir es tatsächlich Ella Henderssons “Ghost” einmal komplett durchzusingen inklusive der hohen Parts. Ich bin ziemlich erstaunt über mich und meine Lehrerin ist es wohl mindestens genauso. Auf dem Heimweh hole ich mir noch ein seid bei der Lieblingseisdiele. Dann rufen meine Eltern an, ob ich zum Abendbrot kommen will. Drei Anrzfe und fünf Plsnänderungen später holen mich dann doch meine Eltern ab und wir fahren zur Schwiegerfamilie meines Bruders, um dort noch ein wenig im Garten zusammenzusitzen. Die Freundin von meinem Bruder ist zufällig auch gerade da und es wird noch eine nette Runde mit ein paar Gläsern Weißwein und Quiche und Brotzeit. Irgendwann aber werde ich furchtbar müde, obwohl mir die Hitze den ganzen Tag über bemerkenswert wenig ausgemacht hat und so beenden wir die Runde gegen 21.15 Uhr und fahren nach Hause. 

Sommer, so kann das weitergehen mit uns! (Leider nur muss ich ja ab morgen wieder arbeiten.)

Routine

Die letzten Jahre wünschte ich mir in meinem Leben nichts sehnlicher als Alltag und Routine. Jetzt, nach ca. eineinhalb Jahren im Beruf, habe ich so etwas wie Routine und eben einen Alltag. Es läuft. Und dennoch, es erdrückt mich und es macht mich gerade sehr unzufrieden. Ich habe das Gefühl, als ob irgendetwas fehlt. Ich könnte eigentlich ziemlich zufrieden sein, ich könnte ja auch – was ich mir schon so lange wünsche – endlich einmal wieder mehr Zeit haben zum nähen, mehr Stricken, zum lesen. Die Zeit, die letztes Jahr noch mein Job eingenommen hat, mit neuem füllen, zum Beispiel mit mehr “Ich”. Aber ich bin leer. Leer und ungeduldig. Ich hasse es auf der Stelle zu treten und ich will lernen, mehr erfahren, mich weiterentwickeln. Aus diesem Grund hatte ich mich intern in der Arbeit für eine höhere Position “beworben”. Die habe ich nicht bekommen, was teilweise teamintern alles sehr ungünstig gelaufen ist (Kommunikstion!!!). Es ist nicht einmal die Enttäuschung, nicht stellvertretende Leitung geworden zu sein, da ist nicht mal die Enttäuschung darüber, auf welch unfaire Art die Entscheidung darüber im Team getroffen wurde. Es ist hauptsächlich dieses auf der Stelle treten, diese entgangene Chance etwas Neues zu lernen, die mich aufregt und mich umtreibt. 

Am Anfang, im letzten Jahr, war ich zugegebenermaßen von meinem Job sehr gestresst. Im ersten Jahr gab es tausend erste Male, kein Handgriff war Routine, Kleinigkeiten haben mich oft vor unlösbare Probleme gestellt. Aber dennoch war ich auf eine besondere Art so ausgefüllt und so glücklich und froh über jeden kleinen Schritt vorwärts, dass ich Schlaflosigkeit, Überstunden und alles irgendwie mit einer Leichtigkeit wuppte – manchmal sogar fast zuviel wuppte oder wuppen wollte. Besonders nach dem Umzug in die neue Einrichtung, als hier noch alles improvisiert war, herrschte so eine intensive “Aufbruchstimmung”, dass es einen einfach nur mitreißen konnte. Das ist – mir, ich weiß nicht was die anderen dazu sagen – irgendwie verlorengegangen. Ich habe das Gefühl auf der Stelle zu treten und nicht weiterzukommen. Dann plötzlich als diese Möglichkeit der Stellvertretung da war, war ich wieder am Start und in meinem Element. Ich brauchte ein Ziel, das würde mir plötzlich sehr bewusst, und schon machte mir die Arbeit wieder Freude. Ich sprang, tat, machte, räumte auf, räumte um, veränderte, hatte Ideen. Ich wollte allen und vor allem mir beweisen, dass ich es kann. Das ist nun da diese Möglichkeit verflogen ist wieder vorbei, die Arbeit fühlt sich bleischwer an und macht mir momentan grad gar keine Freude. Ich habe das Gefühl wie ein Sisphos gegen einen Berg anzukämpfen, aber nichts verändert sich. 

Nun mag manch einer sagen, für höhere Positionen ist man erst nach zwei oder drei Jahren Berufserfahrung geschaffen, nicht nach gerade einem Jahr und ein paar Monaten. Das könnte aber erstens für andere Kollegen genauso gelten und zweitens fühlte ich mich bereit dafür. Wie gesagt, ich wollte etwas Neues sehen und lernen. Ich wollte ja gerade die Stellvertretung, um langsam in alles hineinzuwachsen. 
Nun mag manch einer sagen, jetzt stell dich nicht so an. Stellvertretende Leitung ist man nur sechs Wochen im Jahr wenn die Chefs in Urlaub sind, mehr Geld gibt es auch nicht und überhaupt, es ist nur ein Job. Stimmt, aber mir ging es zu keiner zu darum, “Chef” zu sein oder zu spielen. Mir ging es darum, eben als Stellvertretung langsam in etwas neues hineinzuschnuppern und hineinzuwachsen. 

Was tun? Momentan sehr ich in dieser Konstellation keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr für mich und das kann ich gerade nicht mehr ertragen. Aber es gibt da noch eine andere Seite. Ich hadere sehr mit mir, ob ich nicht nach all den Jahren jetzt einfach auch einmal den schnöden Alltag lernen und akzeptieren muss, die Routine die ich mir ja eigentlich gewünscht habe, mit neuem, vielleicht nicht nur mit Arbeit, füllen muss. Zumal ich mit ein Berufsfeld ausgesucht habe, in dem Aufstiegschancen unter allen Berufstweigen am schwierigsten sind (um es nochmal zu betonen, mir geht es hierbei nicht um Aufstieg, Macht oder Karriere, mir geht es darum zu lernen und mich zu entwickeln). Ich hadere aber auch sehr damit, weil ich das Gefühl habe, vor etwas wegzulaufen, ständig auf der Suche nach etwas, was es vielleicht am Ende gar nicht gibt? Vielleicht müsste ich mehr das sehen, was ich habe, einen sicheren Arbeitsplatz, ein gutes Team, nette Jugendliche, die die Hilfen meistens auch annehmen…

Und trotzdem ist da immer wieder die Frage: was kommt da noch? Was gibt es noch “da draußen”? Lohnt es sich, nochmal das sichere Schiff zu verlassen und ins kalte Wasser zu springen? 

Tagebuchbloggen Juni ’15

Wie jeden 5. des Monats fragt Frau Brüllen: “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag”? Es ist also wieder Tagebuchblogging-Zeit.

Mein Tag fängt in der Arbeit an. Gegen 0 Uhr wird es nach einem sonst eher ruhigen Abend wie üblich etwas trubelig. Mein Jugendlich möchte noch mit mir über die Schule sprechen (fällt Dir früh ein, mein Schatz!), dazu gesellen sich noch zwei weitere Jungs, die mir plötzlich ihre halbe Lebensgeschichte erzählen wollen – wie immer kurz vor Schluss. Ich gebe Schlaftee und Schulmaterialien aus, sehe nach ob alle Jungs Zuhause sind und ermahne immer wieder, jetzt doch bitte wirklich mal ins Bett zu gehen, morgen ist schließlich Schule. Gegen 0:45 Uhr wird es ruhig, nur ein Junge kann nicht schlafen. Also drucke ich kurzerhand aus dem Netz eine Gute-Nacht-Geschichte aus und beschließe ihm die vorzulesen. Aber scheinbar ist das Konzept des Vorlesens noch nicht bis Afghanistan vorgedrungen, S. lässt sich weder ins Bett verfrachten, noch versteht er dass er nur zuhören soll. Also lesen wir gemeinsam den ersten Teil des Märchens “Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen”.  Zwischendurch poltert es in einem anderen Zimmwr, ich springe auf und sehe nach was los ist. K. versucht gerade seinen Lattenrost mit dem des anderen Bettes zu tauschen (Das fällt Dir aber früh ein mein Schatz!!!), ich schimpfele kurz ein bisschen, dann gehe ich zurück zu S. Als wir gegen 1:30 Uhr fertig sind mit lesen, ist es wieder in einem anderen Zimmer laut. Ich gehe hin um nachzusehen. E. telefoniert lautstark und jetzt werde ich wirklich ein wenig sauer, denn ich hatte ihm schon einmal vor 15 Minuten gesagt, dass er aufhören soll. Als ich aber dann nach dem Zähneputzen aus dem Bad komme, ist tatsächlich und endlich Ruhe. Feiernacht, sozusagen. Um 1:55 Uhr liege ich im Bett und lasse die Tür zum Hof noch etwas auf um frische Luft zu haben. Aber selbst das Licht des Smartphonedisplays zieht die Schnaken an und so beende ich das Experiment nach kurzer Zeit.

Ich wache zum ersten Mal um 4.10 Uhr auf, es wird langsam hell und wir haben immer noch keine Jalousien. Seufzend drehe ich mich noch einmal um und denke die Nacht sei bereits vorbei, aber wider Erwarten schlafe ich doch noch einmal ein. Danach bin ich im Stundenrhythmus wach und um 6:10 Uhr beenden eine lästige Fliege, die selbst als ich mich schwitzend unter der Decke verstecke noch stellen zum Landen findet, und meine Gedanken an all die ToDos mit meinen beiden neuen Jugendlichen die Nacht endgültig. Ich ziehe mich an, verräume das Bett und bedauere zutiefst, dass keine Milch für Kaffee da ist. Ich fange an, die Erlebnisse der Nacht aufzuschreiben und bald schon ist es 7 Uhr, Zeit also für die Kinder aufzustehen. Noch ist es sehr ruhig. Ich räume ein wenig das Büro auf, die Spülmaschine aus, gehe nochmal auf die Toilette und schreibe Notizen und Arbeitsanweisungen an die Kollegen, da ich ja – wie bereits erwähnt – zwei neue Jugendliche habe, aber nächste Woche schon wieder zwei Nachtdienste, demzufolge muss ich deligieren, darin bin ich immer besser. Drei Jungs sind inzwischen wach, den Rest muss ich wohl oder übel wecken. Auch das ist ein längeres, trauriges Kapitel, eigentlich sollten die Jungs alleine aufstehen… Eigentlich. Es ist nach 7:30 Uhr, als ich K. wecke, deshalb grummele ich ein wenig, weil er schon so lange bei uns ist und das Aufstehen immer noch nicht klappt und grummele noch weiter, weil ich E. insgesamt dreimal wecken und ihm letztendlich die Bettdecke wegziehen muss, damit er aufsteht. Es sind halt immer dieselben Kandidaten. Zwischendurch gebe ich Medikamente aus und rede noch ein wenig mit meinen neuen Jungs über die Wochenendplanung und die Pläne für nächste Woche. Inzwischen ist es 7:45 Uhr und ich treibe die Jungs zur Eile an. J. fragt verwundert, wieso es schon so spät sei, es sei doch erst zwanzig vor acht. Ich laufe extra nochmal ins Büro und sehe auf die Uhr, nein, mein Liebling, es ist 7:51 Uhr.

Um 8 Uhr kommt die Kollegin, und ich versuche eine möglichst schnelle Übergabe zu machen. Das klappt mehr schlecht als recht, aber kurz nach 8:30 Uhr bin ich dann doch draussen. Wochenende. Ich will zur U-Bahn laufen, aber entscheide mich dann doch für einen anderen Weg, nämlich den Umweg über die Schaukeln. In der Nähe meiner Arbeit stehen richtig schöne große Schaukeln, solche für Erwachsene und seit ich die entdeckt habe, nehme ich öfters nach Dienstschluss diesen Umweg. Das Schaukeln macht irgendwie frei, auch wenn es mir dabei immer nach 10 Minuten übel wird, diese 10 Minuten sind es wert. Dann gehe ich zur U-Bahn und nach Hause, es ist inzwischen doch schon recht warm. In der Bahn telefoniere ich kurz mit meinem Vater, denn wir müssen unbedingt heute noch etwas geldliches regeln, aber da meine Eltern quasi schon auf dem Weg an den See sind und ich doch recht müde, beschließen wir, uns heute abend zusammenzuhocken.

Ich überlege kurz, beim Bäcker frühstücken zu gehen, aber lasse das dann doch, da ich recht viel Gepäck vom Nachtdienst dabeihabe, das ist mir zu umständlich. Also springe ich nur kurz beim Lieblingsbäcker rein und hole mir den ersten (und zweiten) ;) Kaffee des Tages sowie zwei Semmeln. Zuhause verräume ich als erstes mein Gepäck, räume ein wenig auf und sinke dann gemütlich aufs Sofa. Vor zwei Wochen habe ich eine Puzzle-App auf dem iPad entdeckt, ganz grosses Suchtpotential. Während im Fernsehen zwei Folgen The Big Bang Theory laufen (quasi als Hörbuch, aber die beiden Folgen kenne ich sowieso bereits), schaffe ich von meinem Puzzle schon den Himmel und die kleine Wasseroberfläche, yeah!

Zwischendurch frühstücke ich, dann schlägt die Müdigkeit zu. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, nach Nachtdiensten nicht mehr zu schlafen, aber das Fleisch ist dann doch schwächer und so mache ich gegen 12 Uhr ein etwa 40minütiges Nickerchen. Danach bin ich zwar nicht wirklich erholt, aber draussen ist strahlend schönes Sommerwetter, 30 Grad, und irgendwie muss ich das ja doch mal ausnutzen. Also packe ich die Badetasche und überlege fieberhaft, wo ich denn meine noch zu kaufende Picknickdecke ausbreiten könnte. Gesucht wird ein Platz mit Wasser, ob schwimmen oder nicht, ist dabei aber zweitrangig, aber mit Toilettenbenutzung, denn ich habe derzeit – aus Gründen – ständig einen trockenen Mund und an diesem Tag – es ist 13 Uhr – bereits ca. 1,5 bis 2 Liter Wasser intus. Etwas planlos gehe ich dann auch aus dem Haus, aber ich will eh noch zum Supermarkt und zum Tch.ibo, um Essen und eine Picknickdecke zu kaufen. Dann wird mir schon etwas einfallen. Der Tchib.o hat keine Picknickdecken mehr und als ich aus dem Supermarkt trete, bin ich genau so schlau wie vorher. Ich sehe mich sogar schon wieder mit gepackter Badetasche nach Hause laufen und auf der leeren Terrasse – mit noch zu kaufenden Terrassenmöbeln – enden, aber schließlich entscheide ich mich doch fürs Isarufer. Das hat zwar keine Toilettenbenutzung, aber anyway. Ich will eh nicht zu lange bleiben, da derzeit – aus Gründen – doch gesundheitlich recht angeschlagen.

Tja, tatsächlich verbringe ich dann doch drei Stunden an der Isar, mit zweimaligem Umzug von der Sonne in den Schatten, guter Literatur und gutem Avocado-Sushi (wirklich, ich mag Sushi sehr gerne, aber wenn es auf der Welt nur Avocado-Sushi gäbe, wäre ich auch zufrieden!) Gegen 17:30 Uhr mache ich mich auf den Weg zurück. Auf dem Heimweg kommt mir ein älterer Rennradler entgegen, der ständig vor sich hin brummelt “I got the key, I got the key”, das finde ich sehr süß und muss unweigerlich lächeln. Diese frühe Heimkehr, das möchte ich anmerken, geschah im Übrigen nur aus Vernunftsgründen, ich muss für mein Finanzdate mit Papa heute abend noch etwas heraussuchen und Überweisungen machen. Und bloggen.

Genau das tue ich dann auch und da jetzt ausser Finanzen und dann Balkonien mit meinen Eltern heute aller Voraussicht nach nicht mehr viel laufen wird, belasse ich es bei diesem Tagebuchbloggen und wünsche Ihnen einen recht angenehmen und schönen Sommerabend!

 

Sehnsucht

Ich würde ja so so so gerne wieder mehr und regelmäßiger bloggen, aber erstens würde ich so so so so gerne auch wieder mehr und regelmäßiger lesen-stricken-nähen-Sprachen lernen-mich politisch engagieren und da beißt sich die Katze zum ersten Mal in den Schwanz und zweitens wenn ich dann überlege, worüber ich bloggen soll, dann beißt sich die Katze zum zweiten Mal in den Schwanz.

Ich schreibe gerne über Alltägliches, Geschichten aus dem Leben. Ein Großteil meines Alltags spielt sich in der Arbeit ab und wahrlich, da gäbe es wirklich reichlich Geschichten zu erzählen, ich habe bei uns in der Arbeit ein Buch eingeführt, wo jeder seine lustigsten Erlebnisse mit den Jungs eintragen kann, dieses Buch wird zu 90 % von mir befüllt, anyway, aber Arbeitsinhalte sind eben nicht immer so wirklich blogbar. Das Tagebuchbloggen ist meistens schon auf ein Mindestmaß an Vertraulichkeit heruntergebrochen. Arbeitsthemen sind also superspannend und ich würde gerne sehr viel mehr darüber schreiben, so kunst- und dennoch respektvoll, wie es seinerzeit z.B. Frau Ami getan hat, aber dann ist doch wieder die Hemmschwelle zu hoch. Und als reinen Berufsblog möchte ich das hier auch im Grunde auch nicht haben, Frau Ansku ist noch mehr als ihr Job, auch wenn das momentan vielen – inklusive mir selbst – etwas unglaublich erscheint, ich rede glaube ich auch in der Freizeit zu 60% über meine Arbeit. Nun ja, ich versuche da wieder hinzukommen.

Andererseits nutze ich die Anonymität des Internets gerne, um über Dinge zu schreiben, die mich sehr bewegen, die mit mir zu tun haben. Ich finde es gut, neue Meinungen und Eindrücke dazu zu bekommen, bestenfalls per Kommentar, und das Schreiben selber hilft mir auch, vieles nochmal von einem neuen Gesichtspunkt zu sehen. Dann wieder denke ich, oh das große böse Internet und Du weißt ja dann letzten Endes dann doch nie, wer Deine Seelenergüsse liest und was, wenn das dann doch alles zu viel und zu intim ist…?

Ich würde gerne wieder sehr viel mehr über Literatur und Musik bloggen, wie ich es schon einmal getan habe. 2009 oder so, das ist lange her. Aber dazu müsste ich erstmal lesen und schon sind wir wieder bei Punkt eins, dem mit der Katze und dem Schwanz.

Mir fehlt das Bloggen, sehr sogar, ich würde wirklich gerne wieder täglich, oder zumindest alle zwei Tage etwas schreiben, aber ach, ich weiß auch nicht.

Deshalb lasse ich hier mal ein musikalisches Lebenszeichen. Mein derzeitiger musikalischer Liebling ist Ella Henderson. Ich war total happy, als meine Gesangslehrerin zustimmte, dass wir “Ghost” singen, aber eigentlich finde ich das ganze Debütalbum ziemlich großartig, unter anderem “Yours”.

Ella Henderson – Yours

Tagebuchbloggen Mai ’15

Diese Monatsfünften haben es scheinbar in sich, wieder einmal bin ich nicht dazu gekommen, rechtzeitig tagebuchzubloggen. Deshalb muss ich mal wieder nachliefern, reichlich spät, aber hey, besser spät als nie. 

6:30 Weckerklingeln. Eigentlich wollte ich vor der Arbeit noch einkaufen gehen, aber wie das so ist mit dem “eigentlich” am Morgen sitze ich um 7:22 Uhr noch Kaffee trinkend auf der Couch. Immerhin fertig angezogen. Wie üblich zu spät komme ich in der Arbeit an und mache mit der Kollegin Übergabe. Ich bin so müde, dass ich kaum die Augen offen halten kann. 
Der Dolmetscher für meinen Problemjugendlichen verspätet sich, statt um 10 Uhr erscheint er um 11.30 Uhr. Davor trinke ich Unmengen von Kaffee und versuche mich auf irgendeine andere Arbeit zu konzentrieren, aber weitestgehend erfolglos. Das bisschen Haushalt wird so nebenbei erledigt, um 10 Uhr kommt die Kollegin und ich habe endlich jemanden zum Quatschen. 

Dann kommt der Dolmetscher, das Gespräch verläuft so semi-erfolgreich. Danach bin ich ersteinmal durch mit den Nerven und muss mal raus. Gottseidank ist hinterm Haus die Heide, die hat mir schon so manchen Tag gerettet. 

Gegen 14 Uhr ziehe ich mit zwei Jungs los zu einem Vorstellungsgespräch in einer Wohngruppe. Auf dem Weg gibt’s gratis von mir noch ein kurzes Briefing, wie sie sich bei dem Gespräch Verhalten sollen. Schon beim ankommen bemerken die Jungs die benachbarte Autowerkstatt: Oh, da können wir dann später Ausbildung machen! Ja meine Herzen, genau so stelle ich mir das vor. 

Wir müssen ein wenig auf die Kollegin warten, in dieser Zeit erzählt mir C., dass er ja anfangs in Deutschland nur sehr wenig gesprochen habe, da er sich nicht getraut habe. Aber jetzt sei er viel sicherer und traue sich mehr zu. Dennoch findet er es gut, dass seine Betreuerin bei dem Gespräch dabei ist, denn er braucht ja noch Rat und Unterstützung, wie er sich in Deutschland verhalten solle, was er tun und was er lieber lassen soll. Ich sage tröstend, dass das ja wohl ganz natürlich sei, er ist ja noch nicht sooo lange in Deutschland und da müssen alle Jungs noch viel lernen: ” Schau, C.,  wenn ICH nach Nigeria” – ich blicke zu K. – “oder nach Afghanistan fahren würde, dann wäre ich ja auch fremd dort und bräuchte Hilfe, was ich tun oder lassen soll…?” Beide Jungs winken mit der Hand ab und lachen lauthals los: “Ist dort alles egal, Ansku, dort keine Kontrolle, keine Polizei. In Nigeria und Afghanistan jeder kümmert sich um sich selber, Du kannst machen, was Du willst…” Äääh, ok, vielleicht schlechtes Beispiel. Alles klar Jungs, die naive Betreuerin hat mal wieder erst gesprochen und dann gedacht. :)

Das Gespräch verläuft dann auch sehr positiv, ein angenehmer Höhepunkt dieses Tages. Dann verlassen wir die Einrichtung wieder, beide Jungs sind sehr begeistert und sind in Gedanken eigentlich schon eingezogen. Wir fahren eine Station mit der Bahn und ich verabschiede mich von den Jungs, denn ich habe Feierabend und will noch schnell ein zwei Kleinigkeiten im nahegelegenen Einkaufstempel einkaufen. Ich habe eigentlich reichlich Zeit, bevor heute Abend die Lieblingschefin-Freundin zu Besuch kommt. Aber wenn man dann so unterzuckert und gehirnentleert durch den Supermarkt rennt, dass der “kleine” Einkauf mal eben eine knappe Stunde dauert, wenn man auf der Suche nach einem Stück Parmesan dreimal zwischen käsetheke und Kühlregal hin- und herrennt, wenn man dann statt mit zwei drei Kleinigkeiten mit einem halben Großeinkauf inklusive schokomarienkäfern als mitgebsel an der Kasse steht und wenn man dieselbe Frau aus der Obst- und Gemüseabteilung, die einem am Anfang den letzten Topf Koriander gerettet hat, am Schluss des Einkaufs nach 15 Minuten hektischem Suchen sehr verwirrt nach Sesam fragen muss, dann kommt man durchaus in Zeitnot. 

Die Busfahrt zurück dauert eine halbe Ewigkeit, so dass ich schließlich 20 Minuten vor der verabredeten Zeit Zuhause bin. Ich habe gerade einmal Zeit das Bad zu putzen, um die Einkäufe zu verstauen reicht es nicht mehr, da die Lieblingsfreundinn überpünktlich ist. Aber dank meiner offenen Küche kann ich ganz entspannt mit dem kochen beginnen und wir unterhalten uns nebenbei. Es gibt zuerst Rucola mit Tomaten und Parmesan und danach sesamtofu mit Kokossauce und Brokkoli (wobei der Sesam nicht am Tofu kleben bleiben will und deshalb an den Brokkoli wandert) und es wird ein sehr netter und entspannter Abend mit gutem Essen und guten Gesprächen. Erst um 0.15 Uhr verabschiedet sich die Chefin, nicht ohne sich vorher versichert zu haben, dass ich am nächsten Tag keinen Frühsienst habe. “Oh gut, dann muss ich kein schlechtes Gewissen haben, dass ich dich vom schlafen abhalte…!” 

Tagebuchbloggen April ’15, II

So, nach einem heute nachgeholten Osterfest und endlich auch für mich ein wenig Feiertag und Entspannung, fühle ich mich nun endlich in der Lage, die Ereignisse des gestrigen Monatsfünften nachzuliefern. Jeden 5. des Monats fragt Frau Brüllen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? Wie bereits gesagt, es war ein denkwürdiger Monatsfünfter, ein denkwürdiger Arbeitssonntag und ein denkwürdiges Osterfest – alles in einem.

Der Tag fing damit an, dass ich mal wieder nicht schlafen konnte und mich – obwohl ich bereits um 23.30 Uhr im Bett war – um 0.10 Uhr immer noch herumwälzte. Ich schlich zwischen Bett und Fernseher hin und her, versuchte es mehrmals mit Fernsehen, dann doch wieder mit Einschlafen, aber ohne Erfolg. Also zog ich gegen 0.30 Uhr um vor den Fernseher und sah mir bis 2.00 Uhr „Nirgendwo in Afrika“ an. Der Film hat mich sehr berührt, ich musste immer wieder daran denken, dass vor gerade einmal 70-80 Jahren eine Menge Deutsche ins Ausland flüchteten, teilweise sogar bis nach Afrika und Amerika, und dort wohlwollend aufgenommen wurden. Und jetzt, wo ein paar Flüchtlinge aus Krisengebieten unsere Hilfe brauchen, gibt es eine Mordsdiskussion, ob Deutschland überhaupt in der Lage ist, „so viele“ Flüchtlinge aufzunehmen. Und das bei unseren Demografieproblemen… Aber anyway, ich schweife ab.

Irgendwann konnte ich dann doch einschlafen, nur um gegen 7.30 Uhr schon wieder aus dem Schlaf hochzuschrecken. Dieser verf****te Vollmond. Ich stand dann irgendwann gegen 8.00 Uhr auf, duschte, zog mich an, packte ein wenig für die Arbeit ein – Proviant, Meßbecher, Küchenwaage – eventuell will ich heute mit den Jungs backen und machte mich schließlich dann doch zu spät auf den Weg zur Arbeit. Gottseidank habe ich gestern mit dem Kollegen vereinbart, dass ich erst um 10.00 Uhr kommen muss und wir dann gemeinsam mit den Jungs frühstücken.

Nun hatte ich aus diversen Gründen ja etwas Schiss vor diesem Tag, denn dieses war der erste große Feiertag, den ich in der Arbeit verbracht habe. Im Vorfeld habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht. Wie es sein würde, am Feiertag so völlig ungewohnt nicht mit meiner Familie zusammen zu sein; wie es sein würde, alleine in der Arbeit zu sein; wie ich ein schönes Feiertagsprogramm für die Jungs auf die Beine stellen könnte und so weiter. Aber eigentlich erwiesen sich diese Bedenken alle als unbegründet, denn es war ein wunderschöner Tag mit den Jungs und – das sei vorweggenommen – ich hatte ja Tagdienst, also gab es dennoch abends ein Ostermahl mit meiner Familie. Und bisher war dieses Arbeitswochenende auch echt gut gelaufen: bereits gestern, am Ostersamstag, hatte ich alleine mit acht Jungs einen Ausflug zum Bowling gewuppt und es hat allen – inklusive der Betreuerin – ziemlichen Spaß gemacht. Die Vorzeichen standen also gut, dennoch war ich etwas nervös, wie dieser Tag sich entwickeln würde.

Auf dem Weg in die Arbeit sprang ich noch schnell beim Lieblingsbäcker vorbei, um mir einen Cappu mitzunehmen. Der Kunde vor mir kaufte ein Osterlamm und da fiel mir dann auch plötzlich ein, dass ich den Jungs ja eigentlich auch ein Osterlamm mitbringen wollte. Also sah ich schnell in die Auslage – gottseidank, es waren noch Lämmer da – und bestellte noch ein Osterlamm dazu. Beim Umsteigen in die Ubahn musste ich acht Minuten warten, weshalb ich noch einmal schnell vor den U-Bahnhof rannte und mich auf dem Parkplatz nach ein paar Zweigen für einen Osterstrauß umsah, aber keine Chance. Weil aber direkt neben meinem Arbeitsplatz sowieso die schöne Fröttmaninger Heide liegt, machte ich mir wenig Sorgen und ging wieder zurück aufs Gleis. Beim Aussteigen dann machte ich noch einen Abstecher in die Heide. Ich hielt Ausschau nach ein paar Zweigen, an die man die gestern gekauften Ostereier hängen könnte, konnte aber weit und breit nichts Geeignetes finden. Fast schon wollte ich wieder umkehren und in die Arbeit gehen – es war inzwischen schon weit nach 10 Uhr – da entdeckte ich am Wegesrand doch noch einen Strauch mit Zweigen und ein paar Knospen dran. Die Knospen waren miniklein und für mich Botanik-Nerd daher nicht weiter bestimmbar, aber sie sahen nett aus, daher schnitt ich schnippschnapp vier Zweiglein ab und machte mich auf den Weg in die Arbeit.

Dort angekommen war noch alles ruhig, die meisten Jungs in ihren Bett, der Kollege der Nachtdienst hatte, bastelte mal wieder irgendetwas am Laufwerk und erklärte mir, dass die Desktop-Verknüpfung, die ich gestern gebastelt habe aus Gründen nicht funktioniert. Gut, dann eben nicht. Bevor wir anfingen, das Frühstück vorzubereiten, musste ich noch schnell die Osternester für die Jungs fertig basteln. Es sollten noch gefärbte Eier in die Tütchen, dazu hatte ich gestern keine Gelegenheit mehr. Also stellte ich schnell die Zweige in eine Vase, hängte die Tchibo-Ostereier dran, packte bunte Eier in die gestern bereits präparierten Ostertüten und verschloss diese mit Geschenkband. Ich freute mich jetzt schon diebisch auf die Gesichter der acht Jungs. Dann fingen der Kollege und ich an, alle Einkäufe hereinzutragen und das Frühstück vorzubereiten. Kurz bevor wir fertig waren, kamen unsere Nachbarn vorbei, ein Ehepaar aus der näheren Umgebung, die häufig ehrenamtlich uns unterstützen, an Feiertagen Geschenke für die Jungs bringen, Nachhilfe geben und auch sonst irgendwie immer da sind. Sie brachten natürlich auch heute wieder Osternester für die Jungs, also luden wir sie spontan ebenfalls zum Frühstück ein. Schnell schnell wurden dann die letzten Leckereien auf den Tisch gestellt und die Jungs herbeigerufen. Eigentlich wollte ich die Osternester ja verstecken und die Jungs suchen lassen, aber dazu war nun keine Zeit mehr, also fingen wir an zu essen. Während dem Essen sind die Jungs manchmal ganz leise, es herrscht geradezu eine gespenstische Stille am Tisch, dabei ist es sonst eigentlich selten leise bei uns. Ich finde das immer wieder lustig zu beobachten. Aber umso mehr konnte ich mich mit dem Nachbarsehepaar unterhalten und es herrschte eine schöne, angenehme Stimmung am Tisch. Danach verteilten wir die Osternester. Ich fragte zunächst, ob die Jungs über Osterbräuche Bescheid wissen, ja, das hätten sie bereits im Deutschkurs besprochen. Dennoch erklärte ich den Osterstrauß und das Osterlamm und dann verteilten erst die Nachbarn ihre Osternester und danach ich unsere. Die Jungs waren recht erstaunt, dass es zweimal Geschenke gab, freuten sich aber sehr.

Nach dem Essen – inzwischen war es 13.00 Uhr – verschwand der Kollege nach Hause, er hätte ja eigentlich auch schon um 8.30 Uhr Feierabend gehabt, der Nachbarsmann spielte mit den Jungs Jenga und ich stellte kurz eine Spülmaschine an, machte mir noch einen Kaffee und setzte mich dann mit der Nachbarin hin und wir unterhielten uns noch eine Stunde angeregt über Gott und die Welt. Über das Viertel, über Flüchtlingspolitik (s. oben…), über Handarbeiten, über Jobs… Das war richtig gemütlich und österlich, so friedlich und zufrieden! Schließlich, gegen 14 Uhr brachen die beiden auf und ich – da inzwischen todmüde – machte mich an das, was ich mir als zweites großes Projekt für diesen Tag vorgenommen hatte: Einen gründlichen Frühjahrsputz in der Hütte. Für so etwas ist es gar nicht schlecht, alleine im Dienst zu sein und etwas Zeit zu haben. Und eigentlich war es auch genau das richtige, um in Bewegung zu bleiben, alles andere hätte vermutlich nicht verhindern können, dass ich einfach einschlafe nach dem Schlafmangel der vergangenen Tage. Vor allen Dingen hatte ich mir vorgenommen, die Büroschränke gründlich auszumisten, da flog so viel Müll und unnützes Zeug herum, aber noch während ich den Frühstückstisch fertig abräumte, die nicht verputzten Vorräte verstaute, bemerkte ich, dass die Küche es mindestens genauso nötig hatte. Also fing ich an, die Geschirrfächer auszuwischen, den Platz unter der Spüle wo die Töpfe stehen zu schrubben und die Küchenfronten zu putzen. Das alleine kostete schon über eine Stunde. Danach waren die Schränke im Flur an der Reihe. Ich mistete ordentlich aus und warf unter anderem gefühlte 50 Einkaufstüten sowie diversen Kleinkram in den Müll, schüttete gefühlt 10 angebrochene Putzflaschen zusammen und – oha! – schon haben wir wieder Platz im Schrank! Danach war ich eigentlich ziemlich k.o., aber mein Projekt, die Büroschränke waren da noch nicht einmal angefangen. Also gönnte ich mir nur kurz ein Brötchen, etwas zu Trinken, erledigte kurz im Sitzen (!) das Medikamenteneinsortieren und machte mich dann an die Büroregale, die Fächer mit unseren persönlichen Sachen, unsere Geschirrfächer. Inzwischen war es bereits nach 17 Uhr und auch den Jungs war aufgefallen, dass die Zeichen heute auf Saubermachen stehen. Irgendwann, als ich in die Küche kam, um das Putzwasser zu wechseln, fragte mich einer meiner Jungs „Du heute putzen?“ Ich antwortete, dass ich mal alles gründlich saubermachen müsste, ja. Dies wiederum veranlasste den Jugendlichen dazu, sich (unter Lachen) vor den anderen mit seiner fleißigen Betreuerin zu brüsten: „Ja, sehr gut! Sehr gut! Meine Betreuer sehr gut!“ Lächelnd verließ ich die Küche, so eine Aussage zu hören wäre noch vor einigen Wochen undenkbar gewesen.

Bei uns ist Sonntag sowieso Putztag, der Tag wo die Jungs ihre Dienste verrichten und so kamen sie dann auch allmählich einer nach dem anderen und ich musste meine Arbeit immer wieder unterbrechen, um Putzsachen auszugeben, Zimmer zu kontrollieren und Essensgeld – als Belohnung für erfolgreich verrichtete Putzdienste ;) – auszugeben. Aber insgesamt war es sehr dennoch sehr ruhig, die meisten unserer Jungs waren nach dem Frühstück nach draußen verschwunden. Bei dem tollen Wetter! Dann endlich, es war inzwischen schon fast 18 Uhr, in einer Stunde wollte der Kollege wieder zum Nachtdienst kommen, machte ich mich an die wirklich schlimmen Fächer im Büro. Stifte, Trennblätter, Radiergummis, Spitzer, Infomaterial, U-Bahn-Pläne, Prospekthüllen, Bedienungsanleitungen, Ordner, Kaffeepads – alles flog durcheinander. Auch hier räumte ich alles aus, wischte die Regalfächer aus und räumte alles sauber wieder ein. Währenddessen musste ich all den Bürokram auf den Schreibtischen zwischenlagern und natürlich kam genau in diesem Moment ein Jugendlicher herein und brachte mir einen Teller mit Essen -jetzt wo ich weder Platz noch Zeit dafür hatte… Für die Radiergummis, Stifte, Büroklammern etc. nahm ich mir einen kleinen Karton, der bereits zuvor aus einem der Vorratsschränke geflogen war und schwor mir, mich in der kommenden Woche auf die Suche nach einer schöneren Aufbewahrungslösung zu machen, aber trotz des eingerissenen Kartons hatte das Regal schon viel gewonnen, als ich endlich fertig war.

Siedend heiß fiel mir ein, dass ich ja noch den Vormund eines Jugendlichen anrufen wollte, also tat ich das noch schnell. Eigentlich war es schon kurz vor 19 Uhr, der Kollege sollte in Kürze zur Ablösung eintreffen und auch mein Vater rief schon an, ob er mich von der Arbeit abholen solle zum Abendessen. Dennoch setzte ich mich hastig an den PC und schrieb an die Kollegen eine E-Mail mit den wichtigsten Neuerungen des Wochenendes (ich habe nicht nur im Real Life, sondern auch virtuell aufgeräumt und unser Laufwerk gestern gründlich ausgemistet und umstrukturiert), dann war auch schon gegen 19.15 Uhr mein Vater da. Wer nicht da war, war der Kollege. Als der dann endlich eintraf, machten wir eine Blitz-Übergabe und ich verließ fluchtartig das Gebäude.

Zuhause angekommen gab es dann endlich für mich ein Ostermahl und jetzt war dann auch nochmal so richtig Ostern, zumal mit der Aussicht auf einen freien Tag morgen. Mein Arbeitswochenende war überstanden, das erste Ostern in der Arbeit auch und ich war darüber so euphorisch, dass ich den Abend mit meinen Eltern in vollen Zügen genoss. Bei einer guten Flasche Wein erzählte ich ihnen auch von meinen neuesten Urlaubsplänen, diese wurden von meiner Mutter gleich astrologisch überprüft und obwohl ich ja eigentlich todmüde war, wurde es 23.30 Uhr, bis ich mich endlich auf den Weg nach Hause machte. Sofort einschlafen konnte ich auch dort nicht, also trank ich noch ein Gläschen Rotwein und sah ein wenig fern, bis mir dann doch endlich die Augen zuklappten und ich mich ins Bett verzog. (In der Hoffnung auf etwas mehr Schlaf heute nacht).

Ein ganz besonderes Osterfest. In jeder Hinsicht. Und ich bin froh, dass ich es genauso erleben durfte.

Tagebuchbloggen Aprik ’15

Muss leider morgen nachgetragen werden. Der Tage war zu voll und ich bin jetzt zu müde. Was aber festzuhalten ist, dass es ein Ostersonntag in der Arbeit war und ich hatte aus diversen Gründen ziemlich Schiss vor diesem Tag, ein erster großer Feiertag arbeitend, berechne mit Traditionen. Für mich ist sowas schwer auszuhalten. Und dann, letzten Endes war es ein wunderschönes Ostern, ungewöhnlich, ganz anderes als gewohnt, ganz anders als erwartet, aber dennoch wunderschön. 

Ein Grund mehr, diesem Tag festzuhalten. Morgen dann. 

Vom Suchen 

Ich dachte, dass ich inzwischen sehr viel gelassener umgehe mit meiner Arbeit als im vergangenen Jahr. Ich dachte ernsthaft, ich hätte Abstand gewonnen und könnte mich zuhause auf andere Dinge konzentrieren als den Job. Es ging mir sehr viel besser, und gerade seit dem Umzug in die neue Wohnung erfreue ich mich lieber an meinem wunderschönen Refugium als daheim noch über die Jugendlichen nachzugrübeln. Aktuell jedoch habe ich wieder so ein Problemfällchen zu betreuen, das ist sehr anstrengend und kostet mich oft in der Arbeit den letzten Nerv. Der Junge ist psychisch krank und ja, ich gebe es offen zu, ich stoße oft an meine Grenzen und merke, dass ich für so etwas nicht ausgebildet bin. Dass er bei uns ist, ist eine Verkettung unglücklicher Umstände, unsere Einrichtung ist dafür nicht ausgerichtet, aber wir versuchen das beste draus zu machen. Es ist wie gesagt und zugegebenermaßen wirklich anstrengend mit ihm, aber dafür sind meine beiden anderen Jungs derzeit recht pflegeleicht, ich bekomme sehr viel Unterstützung von den Kollegen und – das allerwichtigste – wir lachen viel darüber, weil es teilweise alles so absurd ist. Das hilft ungemein. Noch vor einem Jahr hätte mich so ein Fall in tiefe Verzweiflung gestürzt, weil ich dem Jungen nicht oder nicht genug helfen kann, jetzt sehe ich das relativ gelassen. Alles was geht – super! Alles was nicht geht – dann eben nicht. Wer Hilfe nicht annimmt, respektlos ist oder nie zufriedenzustellen ist, der hat eben Pech gehabt. Ich war der Ansicht, dass dies allgemein in meinem Beruf und speziell in diesem Fall die gesündeste Weise ist, damit umzugehen. Auch wenn es wie gesagt oft in der Arbeit an meinem Nervenkostüm gewaltig zerrt, habe ich dennoch bislang seit er bei uns ist kaum etwas davon zuhause gemerkt und konnte mich gut ablenken und mit anderen Dingen beschäftigen: Sport, Stricken, lesen…. Ich dachte, ich werde nicht mehr so schnell so ausgelaugt wie im letzten Jahr und fühlte mich bislang recht gut und gewappnet. 

Seit einer Woche aber sendet mir mein Körper – genauer gesagt meine Ohren – relativ deutliche Signale, dass der Stresslevel zu hoch ist und dass ich schleunigst etwas ändern sollte. Zuerst war ich sehr erstaunt, da ich ja dachte, dass ich einen guten Weg gefunden habe, mit diesen Dingen umzugehen, dann war ich verärgert und JETZT fühle ich mich wirklich gestresst. Und zwar am allermeisten von der Tatsache, dass irgendetwas nicht stimmt und ich nicht weiß was. JETZT schlafe ich wieder schlechter, grübele ständig über die Arbeit und vor allem darüber, was denn nun schon wieder falsch läuft und was ich denn in Gottes Namen noch ändern soll. JETZT fängt alles an, mir zuviel zu werden und JETZT fühle ich mich ziemlich hilf- und ratlos. 

Und nun? 

Tagebuchbloggen März 2015

Jeden 5. des Monats fragt Frau Brüllen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? Nachdem ich im Februar ausgesetzt habe aufgrund von Unblogbarkeit des Tages, bin ich nun wieder dabei. Wenn auch verspätet, der Grund jedoch sollte spätestens am Ende des Posts ersichtlich werden. ;)

4:00 Uhr ich bin wach.
7:36 Uhr zum zweiten Mal wach, fühle mich aber trotz 8 Stunden Schlaf wie von einer Dampfwalze überfahren. Ich möchte nicht aufstehen, sondern nur schlafen, aber das klappt leider auch nicht. Also döse ich noch etwas und fange dann an Tagebuch zu schreiben. Vor der Arbeit muss ich noch Pflegemittel für Kontaktlinsen kaufen und mein Paket von der Post holen. Überweisungen machen und den Hausmeister anrufen. Ganz schön volles Programm für 1,5 Stunden, also muss ich jetzt wohl doch aufstehen.

Nach Plan ist ja doof, deshalb schraube ich spontan das Kopfteil meines Bettes zusammen, das letztes Wochenende geliefert wurde. Danach räume ich auf und gehe kurz ins Treppenhaus, um die Nummer des Hausmeisters aufzuschreiben. Die Wohnungstür habe ich kurz offengelassen und ausgerechnet jetzt läuft im TV irgendein blödes Rapvideo, das jetzt das Treppenhaus beschallt. Wie peinlich, denke ich nur…
Um 9.23 Uhr verlasse ich das Haus. Auf dem Weg zu den Wertstoffcontainern (die ganze große Verpackung vom Kopfteil!) ist es schneidend kalt. Ich überlege kurz ob es sich wirklich lohnt, den Umweg zur Post zu laufen und das Paket zu holen, aber ich habe heute Abend keine Zeit dafür, keine Lust auf die Schlangen am Wochenende und außerdem sehe ich gerade die Tram zur Arbeit davonfahren. Also doch erst zur Post, Gottseidank habe ich heute einen Mitteldienst, da ist es relativ egal wann ich in der Arbeit auftauche.

10.20 Uhr. Ich sitze im Bus zur Arbeit. Mein Paket bei der Post war nicht da, dafür habe ich nochmal eine Stange Geld bei Al.natu.ra gelassen. Hmpf. Zuerst muss ich einige Anrufe erledigen, Arzttermine vereinbaren, Nachhilfe organisieren und mit Kollegen aus einer anderen Einrichtung wegen Informationen zur geplanten Ferienfahrt telefonieren. Aber zuerst einmal esse ich mein Müsli und verziehe mich dann in ein anderes Zimmer zum Telefonieren. Die Nachhilfe erreiche ich nicht, alles andere klappt gut. So richtig kann ich aber auch nicht arbeiten, da beide PCs besetzt sind. Aber gut, heute ist das nicht so schlimm. Ausser den Telefonaten liegt nichts wichtiges an und ich habe eh Kopfschmerzen. Zusammen mit dem Kollegen schreiben wir eine Mail an die Schule, weil die Jungs sich zum xten Mal über das Mittagessen beschweren und ich füge noch ein paar Dinge zu meiner Bestelliste für Bürobedarf hinzu. Ein Jugendlicher kommt aus der Schule und hängt erstmal bei uns im Büro herum und ist frustriert. Das Essen und die Schule überhaupt und ach, der allgemeine Weltschmerz. ;-)

Dann wird es doch noch spannend, das Jugendamt ruft an und will dass wir einen kranken Jungen aufnehmen. Details kann ich natürlich nicht schreiben, die Sache ist aber ziemlich haarsträubend, das muss reichen und nach einigen Telefonaten mit Chefin, ChefChef und Jugendamt ist mein Adrenalinbedarf für diese Woche wieder gedeckt. Dass das Jugendamt das immer wieder so zuverlässig schafft, Wahnsinn.

Heute steigt eine After-Work-Party des Arbeitgebers und die liebste Chefin war eigentlich im Planungskomitee, kann aber nun doch nicht helfen. Ich springe für sie ein und bin kurz nach (hust!) 16 Uhr am verabredetem Treffpunkt im Büro des ChefChefs. Auf dem Weg dorthin brauche ich einen Kaffee und eine Apfeltasche um mich wieder abzuregen wegen dieser Jugendamtssache.

Bei CherChef angekommen geht es nochmal um diese Sache mti dem Jugendamt, dann laden wir einiges an Dekomaterial und Stehtische in den Bus und fahren zur Partylocation. Ich bin ziemlich gespannt, denn die Location hatte ich schon mal im Auge für die Party zu meinem 30. Geburtstag, aber dann hat es nicht geklappt. Es ist dann tatsächlich auch ein sehr netter Raum. Wir dekorieren etwas und unterhalten uns mit der Berufsschulklasse, die heute für das Catering verantwortlich ist. Zielgruppe auf der Sozialpädagogen-Party, haha. :)

Dann ist es schon 18 Uhr und die Party beginnt. Die Gäste trudeln sehr langsam ein, aber es ist so toll, nach langer Zeit die Kollegen aus den anderen Einrichtungen wiederzusehen. Und auch meine Chefin aus dem Praktikum ist da, mit ihr unterhalte ich mich lange. Es wird gegessen, getanzt, geredet, bis lange in die Nacht hinein. Mein 5. März endet so gegen 2.30 Uhr im Innenhof der Partylocation, recht angeheitert mit dem harten Rest der Kollegen. Der ChefChef fragt alle der Reihe nach, welchen Dienst sie morgen haben. Ich bin die einzige, die morgen . nein, heute – Frühdienst hat. Kommentar des ChefChef dazu: Super, alle anderen, die Spätdienste, Nachtidienst oder sogar komplett frei haben, kommentiert nur nur mit: Warmduscher. Einige andere ziehen noch weiter, aber eben, mein 5. März enddet nur wenige Stunden bevor bereits der 6. März beginnt und ich fahre dann wohl doch lieber mit dem Taxi nach Hause. Ziemlich glücklih und zufrieden. Gute (kurze) Nacht!

Von gebrochener Schokolade und gebrochenen Herzen

Neulich im Nachtdienst: K. kommt kurz vor Mitternacht zu mir und möchte einen Schlaftee. Während er den Tee trinkt, unterhalten wir uns noch ein wenig und er erzählt mir viel über seine Familie und fragt mich auch über meine Familie aus. Dann fragt er mich urplötzlich “Ansku, was bedeutet ‘Ich glaube nicht an die Liebe’ ?” Ich bin ziemlich erstaunt und frage, wo er diesem Satz her hat. Daraufhin erzählt er mir, dass er in seinem Heimatland vier Jahre lang eine Freundin hatte, aber als er fliehen musste, hat sie diesen Satz zu ihm gesagt und jetzt ist sein Herz gebrochen. Ich sage “Oh K., was für eine traurige Geschichte!” und versuche ihn damit zu trösten, dass die Freundin das vielleicht aus Enttäuschung und Trauer weil er geht gesagt hat. Dann fällt mir plötzlich noch ein “besseres” Trostmittel ein, ich nehme eine Tafel Schokolade aus dem Vorrat, den wir neulich gespendet bekamen, überreiche sie ihm und lächele ihm aufmunternd zu. Ich sage zu K. “Das ist Medizin für gebrochene Herzen, hilft super, ich hab’s selber schon ausprobiert!!!” Er guckt mich ungläubig an und sagt: “Das ist Schokolade.” – “Nein, nein!” erwidere ich schnell, “das ist Medizin für gebrochene Herzen! Wirklich! Ich hab das auch schon ausprobiert, es hilft wirklich!” K. sieht mich ein wenig verwundert an, lächelt dann aber und nimmt die Tafel. Er betrachtet sie kurz und bricht sie dann in der Mitte durch.

“Deshalb? Weil man das auch brechen kann?”

Momente

Nur ein Moment, nur ein kurzer Augenblick.

Ich sitze auf meinem Sofa, in meiner Wohnung. Meine Wohnung, die ganz alleine mir jetzt gehört. Also nicht gehört, aber es ist meine, nur meine. Es ist 7.30 Uhr, ich trinke Cappucino. Cappucino, den ich mir in MEINER Küche zubereitet habe. Meine Küche. Sie ist klein, aber sie ist meine und ich muss jetzt nicht mehr drei Stockwerke runterrennen, um mir eine Kleinigkeit zu essen zu machen. Die Kaffeemaschine stand nicht in der Küche, die war auf dem Schreibtisch und ständig müsste man aufpassen, dass nichts von dem ganzen Zeug, das da sonst noch herumlag nass wurde. Später muss ich noch einen Reiniger für das Ceranfeld kaufen, aber seit dem Umzug macht mir selbst das Putzen nichts mehr aus. Ich könnte zehnmal am Tag putzen, damit alles so schön und sauber und neu bleibt wie jetzt.

Ich sehe mich weiter im Raum um, ich schaue auf die Bücherwand. So eine, wie ich mir immer gewünscht habe. Nun müssen sich meine Bücher nicht mehr im Schrank verstecken, jetzt kann sie jeder sehen und bestaunen. Ich denke daran, wie ich beim Umzug ein paar verlorene Schätze wiedergefunden habe und mich sehr darüber gefreut habe. Meine Mama hat mir eine Zeitlang mal viel Bücher geschenkt, die in Australien spielten, und ich habe sie verschlungen. Das ist Jahre her, ich habe schon wieder vergessen, um was es genau ging. Ich muss diese Bücher unbedingt bald mal wieder lesen.

Mein Blick fällt auf die Schränke und Kommoden an der Wand bei der Küche. Sie ist genauso geworden, wie ich es mir immer gewünscht habe. Pastellfarben mit weißen Möbeln, Hemnes-Serie, ganz im skandinavischen Stil. Ich muss zum hundertsten Male in dieser Woche ein wenig kniepern, weil es genau so geworden ist, wie ich es mir ausgemalt habe. Weil alles passt, wie ich es geplant habe, ich wollte einen großen Tisch und ein großes Sofa, aber ich wollte auch nicht, dass der kleine Raum zu vollgestellt wird, ich brauche auch Platz und Luft zum Atmen. Die Rechnung ist tatsächlich aufgegangen, und es ist noch reichlich Platz da. In manchen Momenten kann ich das immer noch nicht glauben.

Ich denke daran, dass es irgendwie komisch ist. Ich freue mich über die erste eigene Wohnung und einige Freunde von mir planen gerade zusammen mit ihren Partnern Häuser zu bauen. Ein flüchtiger, etwas bedrückender Gedanke, den ich aber gleich wieder wegwische. Dazu ist es einfach zu wunderschön. Auf diesem meinem Sofa. In dieser meiner Wohnung.

Ich denke daran, dass ich später arbeiten gehen muss und obwohl ich meinen Job natürlich weiterhin sehr mag, ist Arbeiten gehen momentan das letzte, waschechte möchte. Das Problem daran ist das “gehen”, denn um arbeiten zu “gehen” muss ich ja diese Wohnung verlassen… Und mein Sofa, derzeit mein liebster Ort auf der ganzen Welt. Mir ist so sehr nach Einigeln zumute, dass es schmerzt. All die Müdigkeit der vergangene Wochen kommt jetzt zutage, ich will und kann mich nicht mehr bewegen. Ich sitze einfach hier und staune und genieße. Die Welt dort draußen kann sich gerne weiterdrehen und weitertönen, ich staune und genieße.

Und muss zwischendurch ab und zu ein bisschen kniepern vor Glück.

Große Projekte

Ein guter Vorsatz für 2014 könnte auch sein: Näh mal wieder! Nachdem das Nähen im letzten Jahr nahezu flach lag. habe ich wieder so richtig Lust. Die allererste Anschaffung für die neue Wohnung wird ein grooooßer Tisch werden, an dem man nähen, puzzeln, malen, Gäste einladen, ach einfach alles kann. Darauf freue ich mich schon sehr. Ebenso darauf, dass die Stoffe jetzt nicht mehr in Schränken versteckt werden müssen, sondern einen Ehrenplatz in Regalen bekommen, wo jeder sie sehen, bestaunen und gerne auch bestreicheln kann.

In diesem Jahr möchte ich gerne auch endlich mehr Kleidung nähen, um genauer zu sein, ich möchte mir ein hübsches Kleidsche aus Viskosejersey nähen. Dazu habe ich sogar noch einmal in einen Nähkurs investiert. Dieser Nähkurs war heute, leider jedoch sind wir gerade einmal bis zum Zuschneiden gekommen. Dabei hat mich der Nähkurs bereits die halbe Woche in Atem gehalten.

Vergangenen Freitag war ich in der Stadt, dort allerdings hat mich die Jersey-Auswahl in den großen Kaufhäusern nicht so wirklich überzeugt. Also fuhr ich wieder heim und bestellt im Internet, sehr hibbelig, ob der Stoff rechtzeitig ankommen würde. Am Dienstag fragte ich meine Mutter um ein Rädchen fürs Schnittmuster ausradeln und Packpapier und nahm beides mit in die Arbeit. Dort haben wir im Besprechungsraum einen großen Tisch, den wollte ich nutzen um das Schnittmuster auszuschneiden. Nach Feierabend, also nachdem Frau Chefin zur Ablöse gekommen war, verzog ich mich ins Besprechungszimmer und legte los. Leder jedoch vergaß ich, dass so ein Rädchen recht scharf sein kann und dass man dennoch recht heftig aufdrücken muss, um etwas auf dem Packpapier sehen zu können. Als ich gerade meinte, den Dreh raus zu haben, sah man auf dem nagelneuen Holztisch ein liebevoll ausgeradeltes Rechteck. Etwas zum Unterlegen hatte ich komplett vergessen und war auch spontan nicht zu finden, also musste ich zähneknirschend aufgeben. Als ich zurück ins Büro kam, war Frau Chefin recht erstaunt und sagte: So schnell fertig? Warst Du erfolgreich? und ich antwortete mit einem tiefen Seufzer: Nein und beichtete ihr das Unglück. Immerhin hatte ich das Missgeschick nach nur einem Teil bemerkt und der Tisch sind nicht aus wie ein Schnittmuster.

Am folgenden Tag fuhr ich vor der Spätschicht in die Stadt, weil ich mich nun doch entschieden hatte, das Schnittmuster auf Seidenpapier zu pausen. Wie es der Zufall so will, traf ich vor dem Laden wieder meine Chefin. Ich erzählte ihr, dass ich mich jetzt doch für Durchpausen statt Durchradeln entschieden hatte, stammelte irgendetwas von “Ist besser so… für den Tisch” und flitzte schnell in die Nähabteilung. Natürlich fand ich das gewünschte Papier erst im zweiten Kaufhaus, aber anyway, ich konnte loslegen.

Das war dann gestern und ging unerwartet leicht von der Hand, das hätte ich nicht gedachte bei dem Wirrwarr von roten, grünen, blauen und schwarzen Linien auf dem Schnittmusterbogen. Das böse Erwachen kam dann heute im Nähkurs. Ich hatte ein Schnitteil für den Rock in die falsche Richtung verlängert, das muss man auch ersteinmal hinbekommen. Gottseidank hatte ich mich aus verschiedenen Gründen dann doch dagegen entschieden, den Stoff – anders als ursprünglich abgesprochen – schon vor dem Kurs zuzuschneiden. Es wäre eine Katastrophe geworden. ;) Einige andere kleinere Fehler wären dazugekommen und schoon wäre das ganze schöne Projekt für die Katz gewesen. Auch habe ich mir scheinbar ein recht anspruchsvolles Kleidsche ausgesucht – dass es nicht leicht werden würde, wusste ich, aber an einigen Punkten musste selbst meine Nählehrerin heftig überlegen.

Letzten Endes haben wir 2,5 Stunden mit Zuschneiden vertan, ich jedoch empfinde das nicht als verlorene Zeit, denn meine Nählehrerin hat mir sehr ausführlich erklärt, worauf man achten muss und wie ich mich korrekt vermesse und worauf ich beim Zuschneiden achten soll. Tolle Tipps, die ich vermutlich in den nächsten Tagen nochmal gesondert aufschreiben werde, für die nächsten Projekte. Irgendwann. Obwohl wir also ncht einmal ansatzweise das geschafft haben, was wir uns vorgenommen hatten: Ich kann Tante Berta nur empfehlen, die Lehrerin hat sich wirklich viel Zeit für mich genommen

Sie erinnern sich vielleicht an das Projekt Patchworkdecke? Gut, dann wissen Sie ja schon wie es um große Nähprojekte bei Frau Ansku bestellt ist. Irgendwann am Ende wird vermutlich-hoffentlich ein hübsches Kleidsche für Frau Ansku dabei herausspringen, bis dahin jedoch kann es dauern. Bleiben Sie einfach dabei, wenn es demnächst wieder heißt: Frau Ansku und das 9-Monats-Projekt!

Davor wird aber erst einmal umgezogen. Freuen Sie Sich mit mir auf Tische, Regale, viel viel Platz und neue Abenteuer aus dem Nähstübchen!

Gute Vorsätze

Ich wünsche Euch und Ihnen ein frohes, gesundes und glückliches neues Jahr 2015, in dem Träume wahr werden, die Sonne scheint auch wenn sie mal nicht scheint, viele neue Babys geboren werden und auch sonst alles recht plüschig sein wird, ich hoffe Sie sind alle gut rübergerutscht (ohne dabei auszurutschen (so wie ich, zum Glück aber mit glimpflichem Ausgang) und hatten es sehr sehr fein.

Wie üblich gibt es auch dieses Jahr wieder ein paar Vorsätze, nicht sowas wie etwa das schnöde “Friss die Hälfte”, denn sowas klappt bei mir selten bis nie auf Knopfdruck. Oder nur weil Neujahr ist. Um genau zu sein, “Friss die Hälfte” – oder landläufig auch WeightWatchers genannt – habe ich letztes Jahr im August aus einer Laune heraus angefangen und das hat dann auch ziemlich gut funktioniert. Völlig ohne Druck und Vorsätze.
Hier gibt es traditionell also nur “positive” Vorsätze. Erstmal aber erzähle ich, was aus den Vorsätzen des letzten Jahres geworden ist:

1. “Nach London reisen.” Been there, done that. Sogar gleich zweimal und London völlig verfallen.

2. “Berlin sehen und sterben“. Leider auch 2014 nicht in Berlin gewesen. Mag womöglich daran liegen, dass ich das mit der Urlaubsplanung letztes Jahr ein wenig verplant habe…

3. “Urlaub in Finnland machen”. Urlaub? Urlaub?? Siehe Punkt 2.

4. “Stricken lernen”. Bei diesem Punkt kann ich guten Gewissens behaupten, dass ich diesen Vorsatz eingehalten habe. Ich hänge sozusagen an den Nadeln.

5. Aus 2013 schon stammt dieser Vorsatz: “mal wieder eine Sprache lernen”. Leider auch nicht. Schichtarbeit hat für mich auch einige unübersehbare Vorteile, zu den Nachteilen gehört jedoch auch, dass es mit einem unregelmäßigen ständig wechselnden Dienstplan enorm schwer ist, regelmäßige (!) Freizeitaktivitäten wie Kurse und Gruppen zu planen. Oder ich hab es noch nicht raus, wie auch immer. Neues Jahr, neues Glück.

6. “Ich möchte – jetzt wo monatlich ein festes Gehalt auf meinem Konto eingehen wird – bewusster einkaufen”. Auch diesen Vorsatz habe ich so gut es mir möglich war eingehalten. Ich greife im normalen Supermarkt meistens zu Bio-Produkten (wenngleich ich auch ein gesundes Misstrauen gegenüber dem Siegel “Bio” habe und mich da noch viel mehr informieren muss/ möchte) und wenn ich gerade Zeit habe, mache ich beim Einkaufen auch den Umweg zum Bioladen. Beim Schreiben fällt mir auf, dass ich nicht das Gefühl habe, dass ich deutlich mehr für Lebensmittel ausgegeben hätte als die Jahre davor.
Besonders aber liegt es mir am Herzen, weniger Produkte im Internet zu bestellen und mehr den Einzelhandel zu unterstützen. Dabei achte ich auch darauf, so viel wie möglich in kleinen traditionellen Geschäften zu kaufen und weniger bei großen Ketten. Manche Marken für z. B. Kleidung sind leider nur im Netz bestellbar, aber wo es geht kaufe ich im Laden. Besonders stolz bin ich, dieses Jahr kein einziges Buch beim großen Online-Versandhaus bestellt zu haben. Früher habe ich vor allem Fachbücher ohne groß zu suchen einfach schnell im Internet bestellt, aber meine Buchhändlerin im Lieblingsladen um die Ecke kann das mindestens genau so schnell und meistens plaudern wir beim Bestellen noch etwas, was immer sehr nett ist. Lediglich einmal habe ich ein Buch quasi über das große Online-Versandhaus bei einem Drittländer bestellt, weil ich ein gebrauchtes haben wollte.
Mir ist das sehr wichtig und 2014 habe ich diesbezüglich schon einige Schritte in die richtige Richtung gemacht, aber all das ist noch stark ausbaufähig.

Die Vorsätze-Bilanz für 2014 ist also durchwachsen, ich nehme daher Vorsatz Nr. 2, Nr. 3, Nr. 5 sotien on Teilen Nr. 6 mit in diesel neie Jahr. Das ist eigentlich schon einiges an Programm, zumal ich zuallererst mir die nächsten Monate meine Wohnung fein herrichten werde, genauso wie ich sie mir seit langer Zeit erträumt habe. Die Tine Wittler in mir drängt sehr danach sich endlich ausleben zu dürfen.

Daneben gibt es also für 2015 nur zwei ganz kleine neue Vorsätze, wobei so ganz neu sind feie auch nicht, sie würden nur bisher nicht aufgeschrieben.

1. eine Fernreise machen. Seit Thailand bin ich da sehr angefixt, am liebsten möchte ich einmal Afrika sehen.

2. mich politisch engagieren. Ob im kleinen Verein, in einer Organisation oder einer Partei steht dabei momentan noch völlig offen. Ich bin ja meistens eher so für das Helfen in meinem kleine Kosmos, aber seit ich das beruflich mache, merke ich immer mehr, wo die dicken Halen im System sitzen und gegen die hilft scheinbar nur Schwarmintelligenz.

Auf geht’s in ein neues spannendes Jahr.

2014 in Zahlen

nun noch der zweite Teil des Jahresrückblickes:

  1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Ich gebe eine 9. Das Jahr war toll, aufregend, erfüllt, erfolgreich, phänomenal und glücklich, aber unglaublich anstrengend. Anyway, es hat sich gelohnt.

  1. Zugenommen oder abgenommen?

Abgenommen, es fing an mit WW im August, aber irgendwann war der Stresslevel so hoch, dass es gar kein WW mehr brauchte… Guter Vorsatz für’s neue Jahr, wieder regelmäßiger essen.

  1. Haare länger oder kürzer?

Gleich lang, ich glaube, den Jugendtraum einer Wallemähne bis zum Po muss ich nun endgültig begraben.

  1. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Ich bin keine Studentin mehr, ich bin jetzt eine „Fachkraft“. Manchmal wünschte ich mir für diese neue Rolle noch etwas mehr Weitsicht, aber im Großen und Ganzen habe ich doch wohl einiges an Weitsicht hinzugewonnen.

  1. Mehr Kohle oder weniger?

Mehr!!!!! Und vor allem regelmäßig. Kneif mich doch mal einer, ich kann das auch nach einem Jahr immer noch nicht glauben.

  1. Besseren Job oder schlechteren?

Traumjob. Ich möchte nie wieder etwas anderes machen. Nie wieder.

  1. Mehr ausgegeben oder weniger?

Trotz aller guten Vorsätze zu sparen, natürlich mehr. Mehr Kohle, mehr Schopppööööng!

  1. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Neue Kollegen, beste Kollegen die wo gibt. <3

  1. Mehr bewegt oder weniger?

Krankheitsbedingt stark schwankend, aber insgesamt wohl gottseidank doch ungefähr gleichviel. Ich versuche weiterhin ein- bis zweimal die Woche laufen zu gehen.

Und sonst so? Nun, mein Beruf als Weltenretterin bringt es so mit sich, dass ich tagtäglich vieles in Bewegung setze. Meistens zum Guten hin, das freut mich am allermeisten.

  1. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen. Irgendwas is‘ ja immer… Husdn, Snupfn, trallala!

11. Davon war für Dich die Schlimmste?

Eine Nierenbeckenentzündung und diverse Blasenentzündungen. Ich habe eigentlich auch 31 Jahre lang ziemlich gut ohne Nieren- und Blasenentzündungen gelebt und ich hätte es auch weiterhin tun können. Hättehätte Fahrradkette…

  1. Der hirnrissigste Plan?

Mit 15 Jugendlichen und 3 Betreuern in die Disco zu gehen, das am wenigsten hirnrissigste an dem Vorhaben war noch der Plan, dass der Kollege sich den ganzen Abend an die Bar stellt und bewacht, was die Jungs trinken, um dann in der Location anzukommen und festzustellen, dass die Bar im Viereck und komplett uneinsichtig ist… Aber immerhin hab ich mir dabei das Fremdschämen im Job abgewöhnt.

  1. Die gefährlichste Unternehmung?

Ebenjener Discobesuch, siehe Frage 12.

14. Die teuerste Anschaffung?

Eine Wohnung (auch wenn es erst ab Januar ist, aber dazu gehören natürlich diverse Anschaffungen

Gesangsunterricht

Und noch kurz vor knapp, also vor Jahreswechsel, ein iPad. :D

  1. Das leckerste Essen?

Im Zweifelsfall das Essen von den Jungs, auch wenn’s mir jetzt keiner glaubt, aber vor allem die afghanischen und somalischen Jungs kochen wirklich phantastomanisch. Und ich, ich! ICH! arbeite dort und werde beinahe täglich gemästet… eh… verköstigt. :)

  1. Der beste Sex?

Alle Jahre wieder: Knutschen aufm Oktoberfest. Ich weiß, das klingt irgendwie… traurig, aber das war es ganz und gar nicht. ;)

  1. Das beeindruckendste Buch?

Leider so gut wie gar nicht zum lesen gekommen und deshalb vieles angefangen und dann doch nicht beendet. Ich habe viele beeindruckende Bücher hier liegen, aber eben nicht die Zeit und vor allem die Ruhe, sie zu lesen. Als einige Beispiele seien genannt: Sofi Oksanen: Stalins Kühe. José Samarago: Stadt der Blinde. Adam Johnson: Das geraubte Leben des Waisen Jun Do.

  1. Der ergreifendste Film?

Nur einen Film dieses Jahr gesehen: „The Equalizer“ mit Denzel Washington. Nun ja, es war spannend, ein Thriller eben, aber ergreifend würde ich das jetzt nicht nennen.

  1. Die beste CD?

Ella Henderson: Chapter 1. Ich bin dieser Stimme vollkommen verfallen.

  1. Das schönste Konzert?

Kein Konzert dieses Jahr

  1. Die meiste Zeit verbracht mit?

Den liebsten Kollegen

  1. Die schönste Zeit verbracht mit?

Den liebsten Kollegen, meiner Familie, meinen Freunden

  1. Zum ersten Mal getan?

Da gibt es vieles dieses Jahr:

  • Einen unbefristeten Arbeitsvertrag unterschrieben.
  • Einen Mietvertrag unterschrieben
  • Jemanden vor Gericht angeklagt.
  • Für Jugendliche shoppen gewesen (Rollentausch galore, die Männer shoppen, die Frau bezahlt)
  • Mich zwischen eine Schlägerei unter Jugendlichen geworfen.
  • Gesangsunterricht genommen. Und es keine Minute bereut.
  • Monatsgehalt bekommen. (Und ja, Geld kann doch glücklich machen!)
  1. Nach langer Zeit wieder getan?
  • Beim Kinderarzt gewesen. Also… nicht ich. ;)
  • Eine Abschlussarbeit geschrieben (die erste in sechs Monaten, die zweite in mehr oder weniger zwei Wochen…)
  1. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Einige durchwachte Nächte im Nachtdienst mit Polizei im Haus, weil Jugendliche nicht nach Hause kamen oder ähnliches. Aber andererseits auch wieder nicht.

Einige durchwachte Nächte wegen Schlaflosigkeit…

  1. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Mich selber. Davon, dass ich für diesen Job nicht komplett unfähig bin.

  1. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Zeit, Zuhören, Aufmerksamkeit

  1. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Zeit, Zuhören, Aufmerksamkeit

  1. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Sind viele:

„Du hast doch circa 80 % der Töne getroffen.“

„Du bist für mich hier in Deutschland wie eine Mama.“

„Ich wollte Dich mal fragen, wie es Dir geht. Du gefällst mir gar nicht.“ (in einer Situation, in der es mir recht besch…eiden ging.)

„Entschuldige bitte für den ganzen Ärger, den ich gemacht habe.“ (von Jugendlichem, von dem ich noch zu das Anfang des Jahres nie erwartet hätte)

  1. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

weiß ich nicht, aber fragen Sie doch vielleicht mal meine Jungs.

  1. Dein Wort des Jahres?

Mama. (siehe Frage 28 ;) )

  1. Dein Unwort des Jahres?

Pegida (und alles, was damit zusammenhängt)

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