2019

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Eine 9, das Jahr war anstrengend, sober alles in allem lehrreich und hat mich ein großes Stück weiter gebracht.

2. Zugenommen oder abgenommen

Zugenommen.

3. Haare länger oder kürzer?

Gleich

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger

Auf diesen Moment freue ich mich seit August: Ich kann nun aus voller Kraft schreiben. WEITSICHTIGER. Nach der Augen-OP im April hätte das wohl keiner gedacht, aber ich brauche keine Kontaktlinsen mehr. Das ist ein Wunder, ganz ehrlich und ich bin unendlich dankbar dafür.

5. Mehr Kohle oder weniger?

Ab 2020 mehr.

6. Besseren Job oder schlechteren?

Den gleichen, immer noch mit der gleichen Begeisterung.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?

Keine größeren Investitionen. Ich spare für großes 2020.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Innere Freiheit.

9. Mehr bewegt oder weniger?

Ich zitiere 2018: Weniger wegen diverser Erkrankungen. Seufz.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr

Viele Erkältungen mal wieder.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?

Keine bestimmte, aber die Häufigkeit und Kontinuität.

12. Der hirnrissigste Plan?

Keine Hirnrissigkeiten dieses Jahr.

13. Die gefährlichste Unternehmung?

Ich weiß nicht.

14. Die teuerste Anschaffung?

Die Weiterbildung zur Traumapädagogin.

15. Das leckerste Essen?

Das Essen meiner Mom nach der OP: 3 Tage Wunsch-Verwöhn-Kindheitserinnerungsessen.

16. Der beste Sex?

Nope

17. Das beeindruckendste Buch?

Ich zitiere 2018: Viel zu wenig gelesen in diesem Jahr…

18. Der ergreifendste Film?

Ha! Ich war 2019 sogar öfters im Kino. Bohemian Rhapsody.

19. Die beste CD

Es ist wieder Emeli Sande, Real Life. Aber ich habe bisher in meinem Leben noch keine CD gehört, in der mir 90% der Songtexte so aus der Seele sprechen als hätte ich sie geschrieben. Gänsehaut.

20. Das schönste Konzert?

Dieses Jahr war konzertmässig sehr gut! JFK im Februar und Monaco Fränzy im Juli. Michael Patrick Kelly im September und mit Joss Stone im Juni hab ich mir einen kleinen langgehegten Traum erfüllt.

21. Die meiste Zeit verbracht mit?

Meiner Kollegin und den Jungs.

22. Die schönste Zeit verbracht mit?

Familie.

23. Zum ersten Mal getan?

Die Ostermesse besucht.

24. Nach langer Zeit wieder getan?

Einen Angehörigen verloren. Kurz vor Weihnachten.

Eine OP gehabt

25. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Depression.

26. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Von den meisten Dingen musste ich erstmal mich selber überzeugen. Aber darin war ich ziemlich gut.

27. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Freundschaft

28. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

  • Ein extragross geschriebener Brief auf einem Band aus Butterbrotpapier als ich nach der OP kaum sehen konnte.
  • Mein Augenlicht. Ich bin da wirklich jeden einzelnen Tag dankbar für.
  • Die Liebe, als Du Dich von mir verabschiedet hast. So zärtlich hat mir noch nie in meinem Leben jemand über die Wange gestreichelt.

29. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Mädel, so gut hast Du ja noch nie gesehen. (Mein Augenarzt zu mit)

30. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

80%? So gut hab ich ja noch nie in meinem Leben gesehen. (Ich zum Arzt.)

31. Dein Wort des Jahres?

Bulsan

32. Dein Unwort des Jahres?

Depression.

Und nun noch ein paar interessante Fragen, die ich letztes Jahr im SZ-Magazin gefunden habe.

1. Wofür bist du dankbar?

Für alles was mich dieses Jahr gelehrt hat, für die innere Freiheit die ich dadurch gewonnen habe und das Ich, das ich gefunden habe.

2. Was war in diesem Jahr deine Lieblingsbeschäftigung?

Stricken (wie schon die Jahre davor)

3. Was war dein größter Fehler? 

An altem festzuhalten.

4. Wann warst du glücklich?

Mit meinen Freundinnen in Bozen.

5. Warum hast du das nicht öfter gemacht?

Ach ach…

6. Was hat sich verändert?

Ich mich. Und das ist der einzige Weg wie Veränderung möglich wird.

7. Worauf bist du stolz?

Dass ich es aus der Depression raus geschafft habe.

8. Wer waren in diesem Jahr die 3 wichtigsten Menschen für dich?

Mein Bruder, S., V. und Sa.

9. Wissen diese Menschen das?

Ich denke ja.

10. Mit wem hättest du gern mehr Zeit verbracht?

Mit S. und V.

11. Und mit wem weniger?

Da hab ich dieses Jahre ziemlich aufgeräumt. Insofern gibt es grad niemanden, nur Leute mit denen ich gerne mehr Zeit verbracht hätte.

12. Was hast du zum ersten Mal gemacht?

Die Ostermesse besucht.

13. Magst du dein Leben?

Inzwischen sehr. Und mich.

14. Was sind die drei wichtigsten Dinge, die du in diesem Jahr gelernt hast?

Loslassen.

15. Mit welchem Satz lässt sich dein Jahr zusammenfassen?

In the end, everything is alright. If it is not alright, it is not the end yet.

2018 in Zahlen

Leicht verspätet, hier nun auch mein Jahresrückblick, der Dezember war recht anstrengend und fordernd und ich nicht in Stimmung. Aber jetzt!

  1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Ich gebe eine 8. Über weite Strecken war das Jahr gut, Abzüge gibt es für diverse Familiendinge und für den Dezember, der war wirklich sehr schwierig. Aber insgesamt war es sehr lehrreich und ich bin ein großes Stück weiter bei mir selbst angekommen.

  1. Zugenommen oder abgenommen?

Zugenommen, dann im Dezember wieder abgenommen.

  1. Haare länger oder kürzer?

Gleich

  1. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Ich sehe sehr viel klarer.         

  1. Mehr Kohle oder weniger?

Leitungszulage, aber die reicht gerade mal für die Cola, die braucht es auch für den Job. (Insider)

  1. Besseren Job oder schlechteren?

Besseren, interessanteren, verantwortungsvolleren, herausfordernden: Einrichtungsleitung.

  1. Mehr ausgegeben oder weniger?

Ich denke etwa gleich, keine großen Investitionen dieses Jahr, aber die finanziellen Löcher waren dennoch groß.

  1. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Nein

  1. Mehr bewegt oder weniger?

Weniger wegen diverser Erkrankungen

  1. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Viele, hauptsächlich Erkältungen und Blasenentzündungen

  1. Davon war für Dich die Schlimmste?

Die Blasenentzündungen im Mai, September, Oktober, November und Dezember…

  1. Der hirnrissigste Plan?

Mit dem Fahrrad im Dunkeln von einer Feier am See nach Hause fahren wollen.

Zu glauben, dass ich nach dem Fahrradsturz am nächsten Tag in den Urlaub nach Bozen fahren kann.

  1. Die gefährlichste Unternehmung?

Mit dem Fahrrad im Dunkeln von einer Feier am See nach Hause fahren wollen. Endete dann mit einem Sturz und einer Gehirnerschütterung.

Zu glauben, dass ich nach dem Fahrradsturz am nächsten Tag in den Urlaub nach Bozen fahren kann.

  1. Die teuerste Anschaffung?

Keine großen Investitionen.

  1. Das leckerste Essen?

Auf der Geburtstagsfeier einer Freundin in einem laotischen Restaurant.

  1. Der beste Sex?

Nope

  1. Das beeindruckendste Buch?

Viel zu wenig gelesen in diesem Jahr

  1. Der ergreifendste Film?

Astrid.

  1. Die beste CD?

Alles von Emeli Sande

  1. Das schönste Konzert?

Ich war dieses Jahr tatsächlich mal auf Konzerten: Michael Patrick Kelly im Juli, Haindling im August und Michael Schulte im November. Davon war tatsächlich Paddy das Schönste.

  1. Die meiste Zeit verbracht mit?

Meiner Kollegin und den Jungs.

  1. Die schönste Zeit verbracht mit?

Meinem Bruder, meiner besten Freundin

  1. Zum ersten Mal getan?

Silvester alleine gefeiert.

  1. Nach langer Zeit wieder getan?

Genäht. Endlich.

  1. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Diverse Familienangelegenheiten, der versaute Heiligabend

  1. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Ich mich, dass ich Chefin kann.

  1. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Loslassen.

  1. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Der Photokalender von meinem Bruder und seiner Freundin an Weihnachten.

Das Armband aus Portugal.

  1. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Das sind zwei: „Wir müssen es halt miteinander versuchen“.

„Neue Chefin“ (nicht gesagt, sondern auf einer sehr lieben Karte)

  1. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Der schönste und zugleich schlimmste: Ich habe mich in Dich verliebt.

  1. Dein Wort des Jahres?

Chefin

  1. Dein Unwort des Jahres?

Familie

Murphy in love

Ich hab ja normalerweise IMMER entweder Buch oder Strickzeug (selten auch beides) dabei für Bus/ Bahn oder für den Fall, dass ich wo warten muss. Termine, Wartezeiten in Arztpraxen, lange Fahrten, Staus, Leerlauf oder einfach mal kurz abschalten zwischendurch. Regelmäßig werde ich aber auch dafür ausgelacht, dass ich meinen „halben Haushalt“ mit mir rumschleppe/ immer mit großen Taschen unterwegs bin oder ähnliches lustiges, was meine Umwelt ungemein erheitert. Ich seufze dann immer, verdrehe ein wenig die Augen und nehme mir vor, beim nächsten Mal meinen halben Haushalt in eine kleinere Tasche zu pressen. Was ich dann doch nie tue.

Heute saß ich 60 Minuten im Biergarten, weil eine Kollegin sich verspätete, sie ist (aus nachvollziehbaren Gründen) nicht aus der Arbeit gekommen. Was hab ich natürlich ausgerechnet heute nicht dabei, weil ich mir heute in der Früh dachte, es lohnt sich nicht, weil ich kann ja eh auf dem Fahrrad und im Biergarten nicht stricken? HEUTE nehm ich mal die kleine Handtasche! Also, was fehlte mir für 60 Minuten?

Genau, Buch und/ oder Strickzeug.

Little Afghanistan

Ich muss mit einem Jugendlichen zur afghanischen Botschaft. Die Botschaft liegt im noblen Münchner Vorort Grünwald. Hier wohnen die Schönen und Reichen, hier stehen die dicken Villen. Wir fahren eine Ewigkeit lang aus der Innenstadt heraus mit der Tram. Um uns herum wird es immer grüner, die Straßen werden immer breiter, fast alleeartig von Bäumen gesäumt. Hinter hohen Hecken kann man dicht bewaldete Gärten erahnen. Die hohen alten Bäume lassen kaum einen Blick auf die herrlichen Häuser zu. Es ist ruhig, kaum Autos unterwegs. Als wir aus der Tram aussteigen, sagt mein Jugendlicher „Wow, alles so schön hier. So grün! Nicht so wie in der Innenstadt, viel grüner und nicht so teuer.“ Ich muss sehr lachen, „Naja, fast.“ Aber das mit dem grüner, da muss ich ihm Recht geben. Wir laufen durch einen kleinen Weg und dann ein Stückchen eine Straße entlang.

Wir betreten ein Grundstück und man möchte nicht für möglich halten, dass es sich hier um eine Botschaft handelt, sondern eher um eine Familienfeier. Das Haus ist umgeben von einem großen Garten und überall auf dem Rasen sind Familien verteilt, toben Kinder, daneben ein abgedeckter Swimming-Pool, dessen Plane von den Kindern eifrig auf- und abgewedelt wird. Die meisten Frauen tragen ein Kopftuch, wenn sie es nicht tun, sind es in der Regel Betreuerinnen, so wie ich. Verstohlen sehen sie sich manchmal an und in den Blicken liegt etwas gestresstes, aber auch etwas leicht Irritiertes.

Wir betreten das Haus, aber nicht durch den Vordereingang, sondern durch einen Seiteneingang. Drinnen ist ein einziger Schalter, um den sich viele Menschen drängen. Ein Nummernsystem so wie in einer guten 😉 deutschen Behörde? Gibt es nicht. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ich lasse meinen Jugendlichen machen, der kennt das hier eh besser als ich, und bleibe etwas zurück und beobachte das Geschehen. Meist drängen sich die Männer am Schalter, die Frauen nehmen weiter hinten im Raum die schreienden Kinder auf den Arm. Es ist laut, alle reden gleichzeitig und durcheinander und auf Persisch und ich verstehe so gut wie nichts. Dann endlich ist mein Junge dran, er hat immerhin einmal das Antragsformular ausgehändigt bekommen, gottseidank auf Persisch und auf Englisch. Wir setzen uns draußen in den Garten an einen der Biertische, wo außer uns noch mehrere Menschengrüppchen sitzen und über den Anträgen brüten. Ich dachte eigentlich, das sei es gewesen, nun nur noch das fertige Formular abgeben, bezahlen und dann sind wir fertig. Wir stellen uns wieder am Schalter an. Vorher war immerhin noch ein Mann hinter dem Schalter, inzwischen ist die Frau alleine, während drei Leute gleichzeitig auf sie einreden und drei Formulare gleichzeitig durch das halb geöffnete Fenster geschoben werden, bedient sie seelenruhig das Kartenlesegerät und wickelt die Zahlung eines vierten Kunden ab. Ein Datenschutzbeauftragter würde hier sicherlich verzweifeln, denke ich. Aber so ungeordnet alles hier abläuft, irgendwie hat es doch seine Ordnung so. Das ist sehr faszinierend und dadurch, dass ich nicht so viel tun, organisieren, reden, erklären und zeigen muss wie sonst bei Behördengängen, habe ich eine sehr feine Beobachterrolle.

Nein, wir sind noch nicht fertig, wir müssen noch woanders hin. Genau weiß das mein Junge auch nicht, und so gehen wir durch mehrere geöffnete Gartentüren in verschiedene Räume, wo verschiedene Mitarbeiter mit jeweils einem Schwarm Kunden um sich herum sitzen (Abermals Datenschutz olé!), bis wir endlich den richtigen Raum gefunden haben und in einem sehr prachtvollen großen Zimmer mit einem Perserteppich, barock anmutenden Sofas und Gold an der Decke sitzen. Die Sofas sind rings um drei Seiten des Raumes verteilt, an der vierten Seite steht ein großer Schreibtisch, wie er auch im Oval Office stehen könnte. Daran sitzt ein Mann – der Botschafter? Wartenummern gibt es nicht, stattdessen stilles Einverständnis wer als nächstes vorgeht. Um den Tisch drängen sich drei bis vier Leute, alle reden gleichzeitig auf den Mann ein. Zwischendurch greift er zum Telefon. Ich verstehe nichts, aber irgendwann hat mein Junge sein Anliegen erledigt und sogar die Fragen gestellt, die ich ihm aufgetragen hatte.

Für uns geht es wieder zurück zum Schalter, wir müssen noch bezahlen. Wieder stehen wir eine Ewigkeit an. Endlich gibt es Wartenummern, auf gelbe Post-Its geschrieben. Wir haben die 35, gerade ist die 24 dran. Es ist heiss, Kinder weinen, Leute kommen und gehen. Auch ich kann nicht mehr stehen und gehe zwischendurch in den Garten um mich etwas hinzusetzen und / oder mir die Beine zu vertreten. Ich beobachte weiter die Familien um mich herum. Viele scheinen sich zu kennen. Obwohl wir in einer Behörde sind, herrscht eine gelöste Stimmung. Die Kinder toben weiter durch den Garten und spielen mit der Plane des Schwimmingpools. Langsam kommt die Sonne hervor. Zwischendurch sehe ich nach meinem Jungen, so lange kann es doch nicht von 24 bis 35 dauern…. Dann sehe ich wieder fünf Leute gleichzeitig auf die eine Dame am Schalter einreden und denke mir: Naja, vielleicht doch. Schließlich, nach über einer halben Stunde, dürfen wir endlich bezahlen.

Es dauert insgesamt über zwei Stunden bis wir die Botschaft verlassen, aber irgendwie war das ein netter Behördenbesuch.

Mittsommer

Ich liebe diese längsten Tage des Jahres. Manchmal denke ich, das ist die Zeit im Jahr in der alles, in der ich so richtig zum Leben erwache. Die Zeit in der alles lebt und vibriert. Ich mag die langen Abende, ich könnte stundenlang einfach nur dasitzen und dem Farbenspiel des Sonnenunterganges zusehen. Wie die Sonne alles in ihr warmes, weiches, goldenes Licht taucht. Wie ein letzter Gruß bevor sie sich für die Nacht verabschiedet. Ein letzter Strahl und dann sieht man manchmal einen ganz kleinen Streifen einer undefinierten Farbe, diese Farbe gibt es nur kurz nach Sonnenuntergang. Ein bisschen dieses warmen Orange von der Sonne, getaucht in das kühle Blau des sich verdunkelnden Himmels. Das ergibt ein warmes Blau, und wenn man ganz genau hinschaut, meint man manchmal einen Schimmer Türkis zu erkennen, nur ganz ganz schwer zu erkennen. Ich mag warme Farben, definitiv gehört Blau nicht zu meinen Lieblingsfarben. Einzig und alleine die Blautöne des Himmels nach Sonnenuntergang, die mag ich. Das warme Hellblau, das intensive leuchtende Mittelblau. Und dann noch dieses faszinierende Tiefblau, kurz bevor der Himmel ganz schwarz wird und das so besonders strahlt. Als Kind hab ich mal ein Buch gelesen über ein Mädchen, eine Künstlerin, die Abend für Abend an ihrem Fenster stand und versuchte dieses besondere Blau einzufangen und die Farbe genau so zu mischen. Ich verstehe sie und ihre Begeisterung für die Farbe und für den Himmel. Ich versuche Abend für Abend die Farbe mit meinen Augen einzufangen und tief innen drinnen abzuspeichern.

Es heißt Mittsommer und irgendwie stimmt das ja, denn schon werden die Tage wieder kürzer. Die Sonne beginnt sich Tag für Tag wieder ein Stückchen mehr zurückzuziehen. Aber es ist auch der Beginn des Sommers, der Beginn des pulsierenden Lebens.

Auf der Suche

Manchmal finde ich zuhause keine Ruhe. Ich merke dass ich dringend Ruhe bräuchte, die Woche war lang, zehrend, mit wenig Schlaf, dafür aber einigen Tücken. Ich möchte gerne nur auf dem Sofa sitzen und Stricken. Oder lesen. Oder vielleicht auch nur Löcher in die Decke starren. Aber ich kann das nicht, ich springe alle fünf Minuten auf, weil mir noch dies einfällt und das und jenes. Aufräumen wollte ich noch. Abwaschen und die Sockenschublade aussortieren. Das Bett neu beziehen. Ich setze mich wieder aufs Sofa und nehme das Buch in die Hand, jetzt aber Ruhe! Da fällt mein Blick auf die Palme auf der Fensterbank, die seit mehreren Tagen kein Wasser bekommen hat und deren Blätter sich schon bedenklich gelb verfärben. Oh nein! denke ich, die Palme muss Wasser bekommen und all die anderen Pflanzen auch.

Keine Ruhe heute, jedes Mal dasselbe Spiel, sobald ich mich gesetzt habe. Maximal einen halben Artikel in einer Zeitschrift schaffe ich zu lesen. Das geht so doch nicht mit der Ruhe, ich schnappe mir meinen Rucksack, packe Buch, Picknickdecke und etwas zu essen ein und lasse Sockenschublade Sockenschublade sein.

Und dann bin ich am Fluss und da, am stetigen Rauschen des Wassers, da ist sie endlich, die Ruhe.

Arm, aber reich

Ich gehe durch den Hauptbahnhof in München und muss über das ganze Gesicht grinsen. Eigentlich hätte ich allen Grund zum weinen, vielleicht auch zum verzweifeln. Es ist der 11. des Monats und mein Konto ist blank. Blanker als blank. Es ist ein bisschen viel was zusammengekommen in letzter Zeit: Urlaub, unvorhergesehene Ausgaben, die Jahreszahlung für die Fahrkarte und dies und das und noch ein bisschen mehr. Dann dazu einmal dass das Gehalt vom Nebenjob, das nicht überwiesen wurde, aus welchen Gründen auch immer (wie sich im Nachhinein herausstellte, erst im nächsten Monat). Ein wenig hier zu viel zu sorglos ausgegeben, ein wenig dort zu wenig eingenommen. Ich könnte mich jetzt zum 187.ten Mal ärgern, ich könnte schimpfen über Gehälter in sozialen Berufen und ich könnte jammern, obwohl es mir an sich ja nicht wirklich schlecht geht, es gibt Menschen die weniger verdienen als ich. Aber es ist eben trotzdem jeden Monat ein Nullsummenspiel, es reicht meistens gerade so, und wenn solche unvorhergesehenen Sachen kommen, eben manchmal auch nicht. Ich weiß, dass viel, vielleicht ein bisschen zu viel Monat nach Ende des Geldes übrig ist und ich könnte eigentlich ein bisschen weinen.

Aber ich weine nicht, ich lächele während ich an den Gleisen vorbeigehe und wie immer die Anzeigen studiere, welcher Zug fährt wohin. Ich hatte so einen tollen Nachmittag. Die Sonne scheint durch das Glasdach der Bahnhofshalle und ich muss daran denken, wie ich mit meinen beiden liebsten Freundinnen vorhin in der Sonne im Biergarten saß. Wie viel Verbundenheit und Verständnis da war, als ich über genau diese Probleme geredet habe, wie viel Anteilnahme und Unterstützung. Wie wir letzten Endes gemeinsam darüber gelacht haben. Wie es immer wieder auf Anhieb wieder wie als wäre es erst gestern gewesen vertraut ist, wenn wir uns sehen, obwohl es wegen weiter Entfernungen nur 3-4 Mal im Jahr möglich ist. Ich denke zurück an gestern und vorgestern, was für schöne und intensive, vertrauensvolle und tiefe Gespräche ich mit einer anderen lieben Freundin hatte. Wie ich mal wieder im Urlaub krank war und meine Freundin einfach so gekommen ist auf einen Krankenbesuch. Wie wir dann ganz spontan einen wundervollen Abend hatten und uns bis nachts um zwei auf der Terrasse einfach so „verquatscht“ haben. Und auch da war so viel Wärme, so viel Vertrautheit und so viel gegenseitiges Verständnis. So viel Geborgenheit und Zuneigung und Freundschaft, dass alle diese Sorgen und Ärgernisse keinen Platz mehr haben in meinem Herzen.

Wie gesegnet bin ich doch mit diesen Menschen um mich herum, denke ich mir. Ich könnte mich gerade furchtbar arm fühlen, aber ich bin unfassbar reich. Für immer.

Es ist noch nicht alles gesagt

Kennt jemand das? Die Motivation zu bloggen ist durchaus vorhanden, aber die Zeit, die liebe Zeit! Sehr oft denke ich an meinen Blog und denke, wie gerne ich mal wieder etwas schreiben würde, aber ach, die Zeit, die liebe Zeit!!! Und dann denke ich plötzlich, nein, eigentlich ist es nicht die Zeit an sich, sondern die Technik. Oder die Bequemlichkeit. Seit Ende meines Studiums, seit ich also keine Seminararbeiten mehr schreiben muss und – ähäm – vor allem seit ich Besitzerin eines EiPäds bin, ist mein Laptop nur noch dazu da, um Überweisungen zu machen. Vielleicht mal um eine Bewerbung für einen neuen Nebenjob zu schicken, aber das ist gottseidank immer noch recht selten. Aber das war es dann auch. Wenn ich etwas wissen will, einen Artikel im Internet lesen will, kann ich das auch am Smartphone oder am Tablet tun, dazu muss ich nicht den PC hochfahren (was ohnehin sehr lange dauert, denn der neueste ist er nicht mehr). Und bloggen kann ich auch am Tablet, aber nun ja, eben auch wieder nicht so richtig. Mit 10-Fingern schreibt es sich eben doch schneller und da kommt wieder die Zeit ins Spiel. Bräuchte ich für einen Blogartikel am PC vielleicht 15 Minuten, würde es vermutlich am Tablet doppelt so lange dauern zu tippen mit einem Fingerchen. Also doch wieder eine Frage der Zeit. Oder doch der Bequemlichkeit? Ist es zu umständlich, den Laptop aus den Untiefen des Schrankes hervorzukramen, an den Strom anzustöpseln ohne den es nicht mehr geht und fünf Minuten zu warten, bis der Laptop hochgefahren ist? Ist es wirklich eine Frage der Bequemlichkeit, bloggen oder nicht bloggen? Und warum muss eigentlich alles immer schnell gehen, sind es nicht die fünf Minuten länger am Tablet auch wert, fünf Minuten länger zum Nachdenken, zum Sich-Auseinandersetzen mit dem Thema?

Ich weiß nicht, ob es für diese Fragen eine Antwort gibt. Aber ich weiß eines, es wird hier weiter gehen. Es muss. So oder so, man wird sehen mit welcher Technik oder vielleicht doch in der Arbeit in der Mittagspause. Es ist noch nicht alles gesagt.

Wenn‘s am schönsten ist

Es geht ja immer so auf und ab mit diesem alleine-leben-Dingsi. Es gibt gute Zeiten, da bin ich sehr glücklich über meine Freiheiten, auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen, alles tun zu können was ich möchte. Und dann gibt es nicht so gute Zeiten, da ist das alleine leben eben… alleine. Leer. Einsam. Solche Phasen gibt es, sie ziehen auf und ziehen wieder vorbei. Ich bin nicht einsam, ich habe wundervolle Freunde, aber das schwierige an wundervollen Freunden ist, dass man sich eben auch von Ihnen manchmal (kurzzeitig) trennen muss. Und zwar genau dann wenn es am schönsten ist. Und dann ist man wieder alleine.

Wir hatten einen wunderschönen Tag, ich und meine Freundin und ihr Mann. Ein furchtbar leckeres Frühstück, raus in die Sonne, Spazierengehen, gute Gespräche, Eiskaffee in der Sonne, das Frühlingsgrün, das Glitzern des Wassers, das umwerfende Blau des Frühlingshimmels, Lachen, Fliederduft, tiefes Verstehen. Am Abend fahren wir nach Hause, der Abschied naht, und je mehr wir uns dem Haus nähern, merke ich wie mein Herz schwer und schwerer wird, obwohl es doch eigentlich leicht ist nach all diesen schönen Erlebnissen. Ich spüre, wie sich mein Magen ein wenig zusammen zieht, möchte gerne noch ein wenig diesem wunderbaren Moment festhalten. Ich fürchte mich vor der Leere nach diesem prall gefüllten Tag, ich fürchte mich vor der Stille nach all diesem schönen Zusammen, nach all diesen sonnenverwöhnten Gesprächen. Ich frage mich, warum es gerade in solchen Momenten so schwer ist loszulassen, warum es gerade in solchen Situationen nicht reicht, von den schönen Erlebnissen zu zehren. Mein Kopf sucht nach weiteren unverfänglichen Gesprächsthemen, um den Moment noch ein wenig zu strecken, um den Abschied, das „Mach’s gut, bis bald mal“, die Stille hinter der geschlossenen Tür noch etwas hinauszuzögern. Am liebsten möchte ich betteln: Bitte lasst uns noch zusammen Abend essen. Nur noch 30 Minuten! Wie ein Kind, das nicht ins Bett gebracht werden will, geht es mir durch den Kopf. Ich will ansetzen etwas zu sagen und unterbreche mich selber. Ich bin kein Kind, ich bin erwachsen. Es hat keinen Sinn, die Szene noch künstlich in die Länge zu ziehen, es war ein toller Tag und es ist nun vorbei. Zeit sich zu verabschieden. „Macht’s gut“, sage ich. „Einen schönen Abend noch“, und ich weiß nicht ob ich das auch wirklich so meine. Die Haustür fällt ins Schloss und ich renne das Treppenhaus hinunter, an die frische Luft. Der Knoten in meinem Hals wird ziemlich groß. Hey, denke ich mir, warum jetzt so betrübt, es war so ein schöner Tag? Ich kämpfe weiter gegen den Kloß in meinem Hals an. Ich möchte nicht nach Hause, in die Stille, aber ich gehe dennoch durch den duftenden Park nach Hause. Beim Laufen wird der Kloß langsam kleiner, ich entspanne mich. Ich schließe meine Wohnungstür auf und bin zuhause. Etwas verwirrt und wehmütig und orientierungslos, aber ich bin zuhause. Ich setze mich aufs Sofa und sehe mir im ApfelPhone die Photos an von diesem schönen Tag. Die Sonne, die Frühlingsfarben, das Glitzern des Wassers, ich und meine Freundin lachend vor einem Brunnen. Ich muss leise Lächeln. Nein, ich bin nicht alleine. Aber manchmal ist der Abschied auch am schwersten, wenn es am schönsten ist.

Nur geträumt (2)

Samstag, 03.03.: Ich bin auf einem Klassentreffen mit den alten Schulkameraden, die Stimmung ist ausgelassen und noch feuchter als fröhlicher. Ich sitze inmitten der feiernden Menge mit meinem Glas Weißwein und nippe daran. Nein, ich versuche daran zu nippen, denn jedes Mal wenn ich das Glas zum Mund führe, kommt der Hund (eine Dogge???) meines Klassenkameraden und will seine feuchte, sabbernde Schnauze ins Glas hängen. Wohlgemerkt, ich habe diesen Hund einmal in meinem Leben gesehen, auf der 30. Geburtstagsparty der Zwillinge vor fünf Jahren in einem verlassenen Kaff in der Oberpfalz. Ich reiße den Arm mit dem Glas hoch, mache die unmöglichsten Verrenkungen, versuche den Hund abzuwehren und zu verscheuchen, aber sobald ich auch nur den Gedanken habe, das Glas zum Mund zu führen, ist die Schnauze wieder da. Also heute kein Weißwein für mich.

05.03.: Ich hab Urlaub, endlich! Lange herbeigesehnt und so sehr verdient. Ich bin in Griechenland, ein Super-Angebot eines Reiseveranstalters, die Fotos im Hochglanzkatalog vom allerfeinsten. Blaues Meer, Sonne, weißer Strand, es ist so schön. Die Realität sieht… anders aus. In Griechenland auf einer Insel mitten im tiefblauen Meer schneit es. Es schneit sogar so sehr, dass man kaum das Hotel verlassen kann, geschweige denn möchte. Dennoch kommt ein Mann und versucht immer wieder, ausdauernd und anhaltend, mich auf ein Schiff zu ziehen und mich zu einer Kreuzfahrt zu überreden. Dazu muss man wissen: Ich würde niemals in meinem Leben, nein, ich WERDE niemals in meinem Leben ein Kreuzfahrtschiff besteigen. Mich reizt zwar durchaus der Gedanke, an mehreren Orten anzulegen und innerhalb einer recht kurzen Zeit verschiedene Orte zu sehen, aber dann gibt es doch einige gewichtige Punkte die gegen eine Kreuzfahrt sprechen:

1. Kreuzfahrtschiffe saufen gelegentlich ab und die Überlebenschancen beim Absaufen sind recht gering.

2. Kreuzfahrtschiffe sind laut, ich möchte aber im Urlaub auch die Möglichkeit haben, Ruhe zu finden. Und wie ich neulich gelernt habe, sind sie zudem Dreckschleudern.

3. Kreuzfahrtschiffe saufen gelegentlich ab und die Überlebenschancen beim Absaufen sind recht gering.

4. Ich bin ein sehr freiheitsliebender Mensch und brauche – nur für den Kopf – die Möglichkeit aus einer Situation zu fliehen. Das berühmte Hintertürchen. Daher sind längere Aufenthalte in Räumen, aufgrund deren geographischer Lage – Höhe, Abgeschlossenheit, Ort, Luft, Wasser – das Entkommen nur schwer ist, für mich sehr schwer auszuhalten. Eine Fahrt in einem Aufzug z.B. ist nach Möglichkeit zu umgehen und Treppen steigen ist sowieso gesund, eine mehrstündige Flugreise ist gerade noch erträglich, zwei Wochen in einer schwimmenden Büchse und etliche tausend Kilometer drum herum nur Wasser wären dagegen eine ziemliche Zumutung und ich vermutlich danach reif für die Klapsmühle.

5. Kreuzfahrtschiffe saufen gelegentlich ab und die Überlebenschancen ….

tbc.

Sie sehen, keine Kreuzfahrt für mich. Und während ich da so mit Pudelmütze und Schal im eisigen Griechenland stand, der Kreuzfahrt-Typ an meinem Arm zerrte und auf mich einquasselte doch endlich seinen Kahn zu betreten (NEIN!), tauchte plötzlich neben mir eine zweite Person auf und erklärte mir, ich solle doch nicht immer so große Erwartungen an den „perfekten“ Urlaub haben, ein bisschen Flexibilität sei geboten. Weg mit den starren Vorstellungen von Postkartenmotiven und Hochglanz-Katalogen! Und außerdem, Urlaub ist schließlich, was DU draus machst! Ein Buch im eingeschneiten griechischen Hotelzimmer zu lesen kann doch mindestens genau so schön sein wie ein Buch im eingeschneiten Hotelzimmer in den Alpen zu lesen, auf alle Fälle ist es dort oder dort sehr gemöterlisch und entspannend! Und Entspannung, hey! Das wolltest Du doch, Ansku!

Der Schiffstyp lässt endlich meinen Arm los, ich starre diesen Hobby-Psychologen an, der da grad ins Bild gehupft ist und denke kurz darüber nach, ob alle Griechen jetzt bekloppt geworden sind (falls Griechen hier mitlesen: Natürlich nicht!!!), drehe mich dann wortlos um und gehe in mein eingeschneites Hotelzimmer zu meiner Lektüre.

Traumdeuter hier?

(Ansonsten sah die griechische Insel so mit Puderzucker-Decke ja doch recht hübsch aus, griechische Inseln sind ja recht bergig und das sah ein bisschen aus wie ein bezuckerter Guglhupf, echt hübsch. Falls also jemand auf Schnee im Sommer steht…)

Tagebuchbloggen März ’18

Mein Wecker klingelt um 7.00 Uhr und ich bin sofort hellwach, habe aber trotzdem keine Lust aufzustehen. Also drehe ich mich nochmal um auf die andere Seite, gebe aber doch um 7.24 Uhr auf und steige aus dem Bett. Die Arbeit ruft, nicht zuletzt das lästige monatliche Ritual: Kasse. Ich mache mir einen Cappuchino, widerstehe dem Drang mich aufs Sofa zu setzen und verschwinde gleich unter die Dusche. Warm-kalt-warm-kalt. Ich bin so wach, ich bin selber über mich erstaunt. Soll aber nicht lange halten.

Gegen 8.35 Uhr verlasse ich das Haus. Das Stricken im Bus zur Arbeit ist längst ein liebes Ritual geworden. In der Arbeit schminke ich mich erstmal, das schaffe ich irgendwie nie zuhause. Dann erledige ich ein paar Anrufe und Emails und gehe in den Keller, um das Fach der Waschmaschine in eine Lauge aus Essigessenz einzulegen. Man kann – oder besser gesagt Jugendliche können Waschmaschinen seeehr lange ungepflegt lassen, bis schließlich seeeehr hartnäckige Kalkablagerungen entstehen. Der ganze Keller stinkt nach Essig.

Die Kasse anzufangen lohnt sich nicht mehr, denn ich muss sehr bald gegen 10.30 Uhr wieder los. Ich habe nach langer Pause mal wieder einen Termin bei meiner Heilpraktikerin. Das war überfällig und tut mir sehr gut. Ich verlasse die Praxis gegen 13 Uhr zwar etwas nachdenklich, aber doch mit deutlich mehr Energie als die letzten Wochen. Ein Stück muss ich laufen zur Ubahn und sehe an der Theresienstrasse lauter bekannte Bars und Geschäfte, in denen ich schon viel zu lange nicht mehr war.

Vor der Ubahn gönne ich mir noch ein Panini und einen Kaffee, außerdem nehme ich fürs Team noch zwei Muffins mit. Montags haben wir Team, zwar nur noch zu zweit, aber nicht weniger wichtig. Anfangs lachte mich due Kollegin etwas aus, als ich zu Anfang des Teams eine Befindlichkeitsrunde eingeführt habe, inzwischen ist sie schon nach wenigen Wochen fester Bestandteil unserer Teambesprechung und wird mehr und mehr ausgedehnt und es tut so gut. Ich muss etwas lächeln. Nach dem Team wurschtelt jeder so für sich hin. Nach vier Uhr geht natürlich niemand mehr ans Telefon, also verschiebe ich alle zu erledigenden Anrufe auf morgen früh. Und die Kasse verschieben wir nochmal auf morgen, wir machen das zusammen, die Kollegin soll nochmal lernen wie es geht. Die letzten Wochen waren so vollgestopft mit Terminen und diese Woche ist fast nichts, da tut es so gut, mal nur im Haus zu sein und Dinge in Ruhe abzuarbeiten. So mache ich mich zum Beispiel endlich an eine Präsentation für eine Feier in drei Wochen, auf der ich unsere Einrichtung vorstellen soll. Dafür gucke ich mich durch die vielen alten Photos und muss oft wirklich sehr lachen. Irgendwann kommt die Kollegin dazu und wir kichern gemeinsam bei vielen Schnappschüssen, die nicht immer so ganz zeigenswert sind. Wir schauen auch nach einem neuen Tisch für den Gruppenraum, den wir in den Ferien renoviert haben – gemeinsam mit unseren Jungs! – und werden beim gelb-blauen Möbelschweden fündig. Zwischendurch kommen zwei, drei Jungs kurz ins Büro, ansonsten ist es aber bemerkenswert still für einen Montag Spätnachmittag/ Abend. Lachend sage ich zur Kollegin: Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir die Kasse doch schon machen können. Aber man weiß es eben nie.

Kurz nach acht Uhr erinnere ich daran, dass es höchste Zeit für Feierabend ist. Die Kollegin nimmt mich ein Stück des Heimweges mit im Auto und wir quatschen ganz entspannt über Kochrezepte. Das tut auch mal gut, kein Gedanke an Arbeit. Dabei stelle ich fest, dass ich irgendwie den ganzen Tag über immer wieder gegessen habe, auch nicht gerade wenig, hier eine Semmel, da etwas Gemüse, dort eine Mandarine, dann den Muffin und ein halbes Croissant, aber trotzdem sehr hungrig bin. Vielleicht dieses Während-der-Arbeit-essen, will I ever learn?? Nach einem Salat und etwas aufgewärmten Resten (aber sehr lecker!), nach noch ein wenig Stricken und zwei Folgen Gilmore Girls, falle ich ins Bett. Morgen klingelt schließlich der Wecker wieder um 7 und ich muss die Kasse fertigmachen. 😉

fasten

Ich bin ja sonst gar nicht der Fasten-Fan, ich sehe darin keinen Sinn, sich einige Wochen im Jahr zu kasteien und such jeglichen Genuss zu versagen, um den Rest des Jahres gierig nach jedem Stückchen Schokolade zu lechzen, das in greifbarer Nähe liegt. Wirkliche Veränderung geschieht in meinen Augen nur langfristig.

Dieses Jahr aber las ich auf Twitter einen Tweet, der mich nachhaltig beeindruckte und mich dazu verleitet, dieses Jahr auch zu fasten: Es ging in etwa darum, dass es doch mal schön wäre, wenn dieses Jahr in den unsozialen Medien einmal gemeinschaftlich Hass, Missgunst, Hetze und Intoleranz gefastet werden würde. Dann wäre das Internet doch für wenigstens ein paar Wochen ein weitaus friedlicherer Ort. Das brachte mich zum Nachdenken, Fasten muss ja nicht immer mit konkreten Entsagungen und Enthaltungen verbunden sein und vielleicht wäre das ja so in dieser Form auch etwas für mich. Ich faste nun schlechte Laune, Stress, Ärger, Sorgen, Missgunst… die Liste ließe sich noch fortsetzen. Es ist grad etwas schwer, als noch relativ frische Einrichtungsleitung Stress zu fasten, wenn diese und nächste Woche die Termine sich überschlagen, ich mich tagtäglich mit Dienstleistern über horrende Rechnungen streite auseinandersetzen muss und dabei haben wir NUR eine Putzfirma und einen Winterdienst, eigentlich meine Jugendlichen mich, meine Zeit und meine Aufmerksamkeit sehr dringend bräuchten und mein Körper mir sehr deutlich zu verstehen gibt, dass es grad alles ein wenig viel zu viel ist.

Aber es ist auch eine spannende Sache, denn ich denke grad von mir als Leitung wird erwartet, auch in Stresssituationen ruhig zu bleiben. Ich versuche also, ruhig durchzuatmen, zu lächeln, kleine Pausen und Auszeiten zu suchen und mir jeden Tag ein kleines bisschen etwas Gutes zu tun.

Schauen wir mal, wie es an Ostern aussieht.

Der perfekte Moment

Samstag, 14.01.18, irgendwann nachts um vier, in meiner Wohnung, die Luft ist alkoholgeschwängert, die Stimmung ist großartig. Die meisten Gäste haben die Party bereits verlassen, die Geschenke wurden um Mitternacht ausgepackt. Ich sitze mit fünf meiner liebsten Menschen auf dem Sofa und das iPad macht die Runde. Jeder darf sich der Reihe nach einen Song wünschen, die Münchner Freiheit singt voller Inbrunst „Tausendmal Du“ und wir singen noch ein wenig vollerer Inbrunst die ganze Playlist. Ich habe ein wenig Angst, dass gleich die Nachbarn vor der Tür stehen, aber ich kann auch nichts tun, kann die Musik nicht leiser machen; es würde den Zauber des Augenblicks zerstören, würde uns zurück katapultieren in die Realität. Es wird gelacht, es wird gesungen, es ist großartig. Und plötzlich muss ich weinen, weil es so ein perfekter Moment ist.

Weil ich hier bin, genau hier bin und nirgendwo anders. Mit genau diesem Menschen und mit keinen andern; mit Menschen die mir wichtig sind und denen ich wichtig bin. Menschen die teilweise lange Anfahrten auf sich genommen haben um mit mir meinen Geburtstag zu feiern. Weil ich diese Menschen – viele Menschen! – zu meinen Freunden zählen darf. Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, zu denen es schwer war, Freunde zu finden.

Und weil Menschen, aus verschiedensten Gruppen und von verschiedensten Bekanntschaften, die sich auf dieser meiner Geburtstagsfeier zum ersten Mal sehen, einfach so miteinander feiern, zusammen singen und sich unterhalten, als würden sie sich schon ewig kennen. Was früher auch nicht selbstverständlich war, ich kann mich an mehr als eine abgebrochene Party zu Schulzeiten erinnern, weil Gruppen sich anfeindeten und die Stimmung kaputtmachten. Weil es genau das ist, was ich mir immer gewünscht habe.

Ich weine, weil ich endlich angekommen bin und das in so vielerlei Hinsicht. Im Beruf dort wo ich sein wollte angekommen. Weil ich mich so unglaublich freue über diesen Schritt vorwärts, es ist wie eine Befreiung. Raus aus der Routine, rein in neue und hoffentlich spannende Aufgaben. Und noch wichtiger bei mir angekommen, dort wo ich bin, wirklich ich.

Nachts um vier sitze ich auf meiner eigenen Geburtstagsparty und kniepere ein paar Tränchen aus den Augenwinkeln, Tränen der Freude und des Glückes. Weil ich endlich im Reinen bin mit einem meiner größten Feinden: Meinen Erwartungen. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass diese Feier so wunderschön wird, so ausufernd, so ekstatisch, und gleichzeitig so harmonisch und gemütlich. Ich habe mit gar nichts gerechnet, ich habe alles auf mich zukommen lassen, meine liebsten Freunde eingeladen und etwas Essen vorbereitet. Und ich weiß, dass das der Knackpunkt war, weil mein bisheriges Leben von Erwartungen bestimmt war, was so oder so und zwar genau so sein musste. Das fing an bei Familie setzte sich fort über Feste und Feiertage, Beruf bis hin zu Freunden und sozialen Kontakten. Ich hatte genaue Vorstellungen was wo wie und mit wem zu sein hatte und wenn diese Vorstellungen, meine Erwartungen nicht erfüllt wurden, brach innerlich eine Welt zusammen. Und nicht zu vergessen natürlich die Erwartungen an mich selbst. Ich hatte viele Erwartungen, die natürlich qua definitione dazu gestimmt waren, nicht erfüllt zu werden. Wenn Du damit rechnest, dass etwas eintritt, tritt es hundertprozentig nicht ein. Wünsche und Hoffnungen sind etwas anderes, Wünsche und Hoffnungen sind Motoren unseres Handelns, aber Erwartungen sind manchmal schwer wie Blei, sie behindern und versperren die Sicht auf Alternativen, auf Neues.

Bewusst war mir das schon seit ein paar Jahren und so fing ich an, gegen die Erwartungen anzukämpfen und mir einzureden, dass ich ja keine hätte, aber insgeheim war ich dann doch wieder enttäuscht, wenn mal wieder eine meiner Erwartungen nicht erfüllt wurde. Ich weiß gar nicht wann und wo sich die Erwartungen endlich verabschiedeten, ich weiß nur dass aufgrund unserer neuen Familiensituation das letzte Weihnachten sehr anders war als die 33 Weihnachten zuvor. Und dass es für uns alle nicht leicht war, weil gerade Weihnachten in unserer Familie immer mit großen Erwartungen verknüpft war. Mit Ritualen und festen Vorstellungen, mit schöner Athmosphäre, gutem Essen und dem dazu passenden Wein. Und dann war letztes Jahr alles so ganz anders und irgendwie war da kein Raum mehr für Erwartungen. Aber dafür umso mehr Raum für Freiheit, dafür Dinge neu zu gestalten. Alles kann, nichts muss. Und plötzlich, an einem der beiden Weihnachtsfeiertage lag ich dann krank, völlig erschöpft, überarbeitet und alleine in meiner Wohnung auf dem Sofa und dachte mir, dass genau das – krank und alleine – noch vor wenigen Jahren mein persönlicher Weihnachts-Super-Gau gewesen wäre. Krank, hm, blöd, aber das wäre vielleicht noch verkraftbar gewesen. Aber „alleine“ geht gar nicht, Weihnachten MUSS doch mit der Familie gefeiert werden und auf dem Sofa, nein, das geht auch nicht, weil wann, wann bitte ist Zeit, um Zeit mit lieben Menschen, mit Essen und Gesprächen zu verbringen außer an Weihnachten? Wann bitte, doch nicht etwa an allen anderen 364 Tagen im Jahr??? Und dann dachte ich, dass krank, alleine und auf dem Sofa irgendwie doch nicht so schlecht ist wie ich immer gedacht hatte. Endlich habe ich mal Zeit nur für mich. Und besinnlich ist es eigentlich auch. Und so gemütlich, endlich muss ich mal nicht reden (was ich in der Arbeit ja den ganzen Tag tue, manchmal finde ich es dann richtig toll, zuhause nicht mehr reden zu müssen.) Und meine Familie sehe ich dann eben später oder morgen und ich freute mich darauf.

Und plötzlich schoss mir ein Gedanke durch den Kopf, wie entspannt es doch ist ohne Erwartungen. Alles kann, nichts muss. Und manchmal springt dann sogar noch etwas dabei heraus.

Wie zum Beispiel so ein perfekter Moment am Morgen des 14. Januar 2018.

Angekommen

Seit zwei Wochen bin ich Einrichtungsleitung. Chefin. Chefin hört und fühlt sich noch etwas komisch an, es impliziert dass man ein großes Team hat (hahaha, wir sind zu zweit) und klingt im Beigeschmack ein wenig bossy. Aber Leitung bin ich sehr sehr gerne. Es ist ein kleiner Traum, der in Erfüllung gegangen ist, nach langen Zeiten des Kämpfens und Ringens mit Menschen, mit Strukturen und nicht zuletzt mit mir selber. Aber irgendwann war ich es leid zu kämpfen, ich wollte nicht mehr ringen, sondern stellte mich einfach nur daneben und wartete ab, was da wohl passieren mag. Und siehe da, es passierte etwas. Völlig unverhofft und – was mich am allermeisten freut – völlig ohne Kämpfen und Ringen. Es war einfach so klar, es gab keine Konkurrenz, keinen Wettbewerb, nur ein „Also mir wäre es ja sowieso am liebsten, wenn Du es machst“.

Und jetzt bin ich da. Angekommen bei mir und angekommen da, wo ich gerne sein möchte. Ich bin gerne Leitung, auch wenn es grad am Anfang noch sehr anstrengend ist, weil trotz guter Vorbereitung so viel neues auf mich einprasselt. Ich entdecke ganz neue Seiten an mir, zum Beispiel fühlt es sich mit einem Mal gar nicht mehr so schwer an wie die letzten 34 Jahre, für meine Meinung einzustehen und sie nach außen hin zu vertreten.

Aber lange Tage und viel Arbeit sind nicht schlimm, wenn es sich so angekommen anfühlt. So richtig.

Playlist

Liebe Partygänger und Nacht-Durchfeierer, liebe Mädchen und schönen fremden Männer,

Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen Sonnenschein! Vorige Nacht blieb mir verborgen, doch ich werd nicht traurig sein. Denn wennst amoi no so hamkumst, dann war’s wohl eine richtig gute und auf jeden Fall ganz besondere und erinnerungswürdige Party in dieser ehrenwerten Hütte. Was ging ab, wir feierten die ganze Nacht, bis (fast!!) um acht!

Ich habe jede Sekunde genossen, ihr habt diesen halbrunden Geburtstag wirklich zu einem ganz besonderen gemacht. Vermutlich weil’s a Herz habts wia a Bergwerk und weil wir doch eigentlich alle ein bisschen Macarena sind, aber das Bacardi Feeling wie auf der Champs Elysees war da und dafür möchte ich von Herzen Danke sagen. Ob’s an der Schokolade oder am Sauerkraut – aber bitte mit Sahne – lag oder ob das Hüttenmadl Ella elle l’a mit ihrer Gurkn schuld war, vermag ich nicht zu sagen, aber letzten Endes ist es auch egal. Fest steht nur: Schön ist es auf der Welt zu sein und schön ist es, Euch in meiner Welt zu haben und zu meinen Freunden zu zählen.

Ich hoffe ihr habt es genauso genossen und startet gut in die neue Woche mit einer Taxifahrt vom Friedensengel über die Theresienwiese nach Giesing. Alternativ auch in Bologna oder am Wannsee. In diesem Sinne: I don’t like mondays und ich habe solche Sehnsucht nach Euch! Aber Hurra hurra, die nächste GartyParty kommt bestimmt!!!

Bis dahin mit viel Tainted love

La flaca :)))

2017 in Worten

  1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Das Jahr war anstrengend, aber trotz allem immer mit Lichtblicken und am Ende ist immer alles gut gegangen. Dazu noch eine große Veränderung im Job, von daher gebe ich eine 9.

2. Zugenommen oder abgenommen?

Zugenommen. Bisschen mehr Stress im Job, bisschen mehr krank, deshalb bisschen weniger Sport, das lässt auch die beste Hüfte nicht kalt. Besonders Weihnachten war in dieser Hinsicht verheerend.

3. Haare länger oder kürzer?

Kürzer und sehr happy damit.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Gleichbleibend, auch wenn es mit dem Sehen aus anderen Gründen immer wieder Probleme gab. Aber ansonsten natürlich älter, weiser und weitsichtiger.

5. Mehr Kohle oder weniger?

Weniger. Geld war dieses Jahr kein gutes Thema.

6. Besseren Job oder schlechteren?

Besseren, weil interessanteren und mit Aussicht nach oben, die sich schneller bewahrheitete, als ich geglaubt hätte. An Arbeitszeiten und Geld hat sich nicht viel geändert, alle die sagen in teilbetreuten Wohngruppen sind die Arbeitszeiten geregelter, lügen. Aber dennoch insgesamt alles besser. Und auch mit meiner neuen Kollegin hab ich ein zweites Mal richtig Glück gehabt, wenn ich zugegeben nach wie vor die alten Kollegen vermissele, ein bisschen Liebe bleibt da wohl für immer.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?

Ich fürchte mehr.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Nichts materielles, nicht mal das Jahreslos vom Opa hat etwas gebracht. Ansonsten Weisheit und Erkenntnisse, Gelassenheit, Frei sein von Erwartungen und das ist sowas wie ein Hauptgewinn, es macht das Leben um vieles leichter.

9. Mehr bewegt oder weniger?

Siehe oben, leider weniger. Jobtechnisch dafür sehr viel mehr. Einmal z.B. geografisch gesehen sogar bis nach Stuttgart, und einmal die Karriereleiter Richtung oben. Ansonsten vieles im Alltag für unsere Jugendlichen.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Bei den Erkältungen hab ich bei 67,4 aufgehört zu zählen, ansonsten nichts nennenswertes.

11.Davon war für Dich die Schlimmste?

Die Erkältung im Italienurlaub im September.

12. Der hirnrissigste Plan?

Zu denken, dass Jugendliche eine Ferienfahrt nach Berlin machen, um etwas von der Stadt zu sehen.

13. Die gefährlichste Unternehmung?

Nichts gefährliches dieses Jahr

14. Die teuerste Anschaffung?

Dieses Jahr nichts ungewöhnliches, ein paar Mal Urlaub, aber die haben sich sehr gelohnt.

15. Das leckerste Essen?

Weihnachtsfesten beim Afghanen. Und im übertragenen Sinne mein erster selbstgemachter Braten an Weihnachten, obwohl es da doch noch Luft nach oben gab.

16. Der beste Sex?

Jedes Jahr wieder diese Frage und ich antworte immer noch nicht darauf.

17. Das beeindruckendste Buch?

Leider viel zu wenig gelesen. Beeindruckend fand ich „Miss Blackpoole“

18. Der ergreifendste Film?

Ich schau ja (viel zu!) wenig Filme, aber zu Weihnachten jedes Jahr wieder „Love Actually“ und finde den auch immer wieder sehr berührend. Ansonsten „Willkommen bei den Hartmanns“.

19. Die beste CD?

Von Louane „Louane“, weil es mich in unseren Paris-Kurztrip zurückkatapultiert.

20. Das schönste Konzert?

Leider kein Konzert für mich, auch in 2017.

21. Die meiste Zeit verbracht mit?

Meiner Kollegin, den Jungs und Arbeit.

22. Die schönste Zeit verbracht mit?

Meiner Kollegin, meinen Freunden.

23. Zum ersten Mal getan?

Einrichtungsleitung geworden, eigentlich ja erst ab Januar, aber irgendwie doch gefühlt schon jetzt.

Nur mit der Schwiegerfamilie des Bruderherzens in den Urlaub gefahren. ❤️

Scheidungs“kind“ geworden

24. Nach langer Zeit wieder getan?

Wandern gewesen. Und es geliebt.

Auf einem Klassentreffen gewesen.

25. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Diverse Erkältungen, siehe oben…

Diverse Familieninterna.

26. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Mich davon, dass ich Leitung kann.

27. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Eine Doktorhut-Torte fürs Bruderherz.

28. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Die Bücherflut von meinen Freunden zum Geburtstag. ❤️

Die Einladung mit der Schwiegerfamilie des Bruderherzens in Urlaub zu fahren.

Die Paris-Reise mit der liebsten Freundin.

29. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Meine Kollegin in der Supervision, ich solle mich mehr trauen und mehr Vertrauen in meine Entscheidungen haben, weil es gute Entscheidungen sind.

Mein Bruder, dass doch irgendwie jetzt wir beide der Kern der Familie sind, nachdem es mit den Eltern jetzt nicht mehr klappt. Und er hat recht, wir sind so unglaublich eng zusammengewachsen. Große Bruderherzliebe! ❤️

30. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Zu meinem Bruder, dass wir so eng zusammengewachsen sind und dass ich das wunderschön finde. ❤️

31. Dein Wort des Jahres?

Einrichtungsleitung 😉

Dein Unwort des Jahres?

Privat: Scheidungskind; Ansonsten: Rechtspopulist

Luxus

Nach dem Urteil des BGH wurde Anfang des Jahres auch mein Bausparvertrag gekündigt. Immerhin, positiver Nebeneffekt, es gibt ein kleines Sümmchen als Bonus obendrauf.

Ich stand also vor der Frage: Was jetzt tun mit all dem Geld? Weiter anlegen? Und wenn ja, wie und wo? Für mich stand schnell fest, dass ich nicht die ganze Summe anlegen würde, sondern mir von dem Bonus etwas schönes gönnen möchte, einen Urlaub, ein paar nötige, aber lang aufgeschobene Anschaffungen… Darüber kam ich zu der Überlegung, was für mich Luxus bedeutet, und zu dem überraschenden Ergebnis, dass es für mich nicht unbedingt luxuriöse Reisen oder Designerklamotten sind. Luxus bedeutet für mich auch, sich bei den alltäglichen Dingen keine Sorgen machen zu müssen. Ich würde zum Beispiel liebend gerne ausschließlich Bio einkaufen, wie hier schon öfters erwähnt. Ich finde es auch in Ordnung, dass diese etwas teurer sind, den gutes und fair produziertes Essen, das gilt insbesondere für Fleisch, darf seinen Preis haben. Ich will keine industriell hergestellte Massenware mit zigtausend Zusatzstoffen und sei sie noch so billig. In keinem Land Europas geben die Menschen so wenig für Lebensmittel aus wie hierzulande und ich finde das eigentlich recht traurig. Es zeigt wie wenig Wert in Deutschland auf Essen gelegt wird, und damit irgendwie ja auch auf das, was man dem eigenen Körper als Treibstoff zuführt. Also letzten Endes auf uns selbst.

Wie gesagt, ich würde gerne ausschließlich in Biomärkten einkaufen, aber leider kann ich bzw. mein Konto das nicht. Also kaufe ich unregelmäßig bio bzw. vor allem bestimmte Lebensmittel, wo entweder der Preisunterschied nicht so arg groß ist oder wo mir die Qualität sehr wichtig ist. Aber einmal Anfang des Jahres, da hab ich eine Ausnahme gemacht und einen Wocheneinkauf im Bio-Supermarkt gemacht ohne auch nur eine Sekunde auf das Geld zu schauen. Einfach das aus den Regalen zu nehmen, worauf ich Appetit habe. Das war mein kleiner Luxus und es war toll.

2017 in Bildern

Dieses Mal einfach nur Bilder. Ohne Worte. Von großartigen Geschenken, letzten Nachtdiensten, von Gestricktem und Genähtem, von spannenden Reisen und neuen Leidenschaften, vom Meer, Sonne und Schnee, von Kaffee und feinem Essen, vom Kochen und vom bekocht werden. Vom kleinen Glück. Von den Momenten, die das Leben erst lebenswert machen. Von einem anstrengenden, aber spannenden, guten Jahr.

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Bilder in meinem Kopf

Es ist ja schon faszinierend, wie der Kopf sich immer seine eigenen Bilder und Vorstellungen bastelt. Bewusst oder unbewusst, man hört eine Geschichte und macht sich ein Bild vom Ort des Geschehens. Man telefoniert mit fremden Person und hat ein Bild im Kopf von der Person am anderen Ende der Leitung. Wenn man dann den Ort der Geschichte tatsächlich sieht oder ein Gesicht zur Telefonstimme, ist die Realität plötzlich dann doch recht änder als die Vorstellung.

Ich habe letzte Woche eine Frau persönlich kennengelernt, mit der ich nun schon längere Zeit beruflich zu tun habe, allerdings bisher nur per Mail und Telefon. Und irgendwie hatte ich nur anhand der Telefonstimme mit einem doch deutlich ausgeprägtem schwäbischen Akzent sofort ein Bild im Kopf. Vermutlich sind solche Bilder beeinflusst durch frühere Begegnungen, ich weiß nur grad in diesem Fall nicht mehr woher. Mein Bild im Kopf war das Bild einer sehr sympathischen Frau, kurze schwarze Haare, ein bisschen untersetzt, mittleres Alter, freundlich, aber irgendwo doch das typische Amtsgesicht. Schon auf der Fahrt zu dem Termin habe ich innerlich etwas geschmunzelt und war gespannt, wie viel Prozent Trefferquote mein Bild hat.

Dann war diese erste Begegnung, und was soll ich sagen: Natürlich war mein Bild im Kopf komplett falsch, die Trefferquote etwa 0,0%. Vor mir stand eine zierliche, aber doch entschlossene junge Frau, ich schätze etwa mein Alter, blonde lange Haare, eher so die typische Sozialpädagogin denn typische Beamtin. 😉 Das einzige, was mit meinen Erwartungen und Vorstellungen übereinstimmte war, dass die Zusammenarbeit super lief, aber daran hatte ich ja eh keine Zweifel gehabt. Sowas merkt man gottseidank auch durch Telefon und E-Mail und das ist ja worauf es ankommt.