Leseliste 2016

Wie immer habe ich es auch 2016 leider im Alltag nur selten geschafft zu lesen. Den Großteil der Bücher die ich im vergangenen Jahr gelesen habe, habe ich im Urlaub gelesen. Ich finde im Alltag zu selten die Ruhe, mich wirklich auf ein Buch einzulassen. Aber ich versuche zunehmend bewusst, mir auch kleine Lese-Auszeiten einzubauen und es klappt immer besser. Ein Besuch im Café mit Buch, eine längere U-Bahnfahrt, ein paar Seiten wenigstens vor dem Einschlafen. So kam ich immerhin auf 17 Bücher und ein angefangenes Hörbuch. 

Gillian Flynn – Gone Girl 

Guillaume Musso – Nachts im Central Park

Magmen Sanchez – Die schönste Art sein Herz zu verlieren. 

Sarah Benedict – Der Duft der Grünen Papaya

Audrey Niffenegger – Die Zwillinge von Highgate

Roman Coleman – Einfach unvergesslich

Ursula Posnanski – Stimmen

Jussi Adler-Olsen – Schändung 

Sofi Oksanen – Stalins Kühe

Leena Lehtolainen – Rautakolmio (Finnisch) 

Celeste Ng – Was ich Euch nicht erzählte

A. L. Kennedy – Gleißendes Glück 

Jojo Moyes – Ein ganzes halbes Jahr

Joakim Zander – Der Schwimmer

Gila Lustiger – Die Schuld der anderen

Lucinda Riley – Das Mädchen auf den Klippen

Jussi Adler-Olsen – Erlösung (angefangen)

Petra Busch – Zeig mir den Tod (Hörbuch, angefangen)

Eigentlich haben mir alle Bücher gefallen, es gibt keines, dass ich absolut gar nicht weiterempfehlen würde, umgekehrt fiele es mir aber auch schwer, einen eindeutigen Favoriten zu nennen. Auf ihre spezielle Art waren alle sehr berührend, und das ist ja auch irgendwie ein schönes Resümee eines Lesejahres. Also einfach am besten alle lesen!

2017 muss noch eine Steigerung bieten, es wird noch mehr Lesejahr werden, denn ich habe mir schon einmal zu meinem Geburtstag in zwei Wochen nur Bücher gewünscht. Ein heimlicher Traum von mir ist nämlich, einmal in eine Buchhandlung zu gehen und so viele Bücher zu kaufen wie ich möchte. Bzw tragen kann. Aber das scheint grad noch etwas unrealistisch, der Lottogewinn ist derzeit noch nicht absehbar, deshalb dachte ich, ich lasse mich zum Geburtstag mal von meinen Liebsten, Familie und Freunden mit ihren ganz speziellen Literaturtipps überhäufen überraschen, da käme dann ja auch schon einiges zusammen. Ich bin schon sehr gespannt. 

2016 in Bildern 

Januar

Es geht los mit der Brotbackerei und ich bin begeistert.


Ich habe wie jedes Jahr Geburtstag und das wird auch gebührend gefeiert. Ansonsten herrscht noch Ruhe vor den Sturm.

Februar

Ich backe weiter fleißig und schaffe es immer besser, Fasching zu ignorieren. Auch in diesem Monat passiert noch nichts spektakuläres.

März

Der Frühling ruft und es geht wieder raus zum Laufen!

April

Ich fliege mit einer Kollegin nach London zum Bruderherz. Wir erleben ein paar sehr schöne Tage, es sollten für lange Zeit die letzten unbeschwerten werden.  Mir geht es danach erstmal für lange Zeit nicht gut, ich mache privat eine ziemlich weltverändernde Entdeckung und auch in der Arbeit geht es drunter und drüber.

Mai

Es geht immer noch recht mies, und ich schaffe es nur leidlich, mich durch Muttertag, Vatertag und zahlreiche Geburtstage abzulenken. Hier mein Geschenk zum Vatertag, eine Auswahl lokaler Biere.

Es gibt mal wieder ein großartiges Bloggertreffen am Chiemsee, lange und gute Gespräche, was mir sehr hilft, endlich wieder etwas Luft zu bekommen. Danke, Du! ❤️

Wir feiern eine rauschende Party für die beste aller Mütter zum runden Geburtstag. Mit Schweinchentorte.

Ausserdem gibt es einen Ausflug zu den wunderschönen Osterseen, wo ich auch mit meinen Eltern ein paar richtig gute und intensive Gespräche habe. So langsam bekomme ich wieder Luft zum Atmen.


Juni

Urlaub, 3 Wochen! Das habe ich bitter nötig, und Düse mit den besten Eltern ab nach Finland, um ihnen endlich einmal das Land vorzustellen, das so sehr zu meiner zweiten Heimat geworden ist.

Endlich wieder an meinem Lieblingsort in Helsinki. Danach geht es raus in die Schären, wo wir eine wunderbare Mittsommernacht und eine beeindruckende Landschaft erleben.

Den Abschluss der Tour bilden Turku und wieder Helsinki. Obwohl ich mich die ersten Tage irgendwie „fremd in meiner zweiten Heimat“ fühle, fällt der Abschied am Ende doch wieder wie gewohnt schwer.


Juli

Ich habe immer noch ein bisschen Urlaub und darf endlich wieder auf einem Pferd sitzen, es ist wunderbar – und sollte 2017 dringend wiederholt werden!

Neues Kleische aus dem Nähstübchen für den Sommer!

Der Widereinstieg in die Arbeit nach drei Wochen Urlaub ist turbulent und anstrengend. Es braucht viele Belohnungs-Leckerlis, Frozen Yoghurts und Ausflüge an den See. 😉

August

Im August dreht der Sommer nochmal richtig auf und deshalb verbringe ich nochmal jede freie Minute am See. Es ist traumhaft und erholsam.

September

London, Baby! Abgesehen von ein paar bösen Flashbacks vom letzten Besuch im April, bevor das ganz Chaos anfing, fühle ich mich wieder pudelwohl in meiner Lielingsstadt. Wie eh und je halt.


Oktober

Ich bin sehr uffjerescht, den ich fahre zum ersten Mal ganz alleine in den Urlaub. Nach einer zehnstündigen Odysee lande ich in Teneriffa und bin wider erwarten auf Anhieb schwerst verliept in die Insel. Ein wenig fehlt mit schon die Gesellschaft und jemand zum quatschen und Eindrücke teilen, aber es doch überraschend schön und entspannend, fünf Tage lang nur im eigenen Rhythmus leben zu können und tun und lassen zu können, worauf ich Lust habe. Worauf ich Lust habe, das ist im Wesentlichen Meer, Essen, Trinken, Chillaxen, aber lassen wir doch die Bilder sprechen:

November

Back to work. Es wird kalt, was ich ja total schön finde. Und äusserst fotogen:

Auch in meiner Wohnung wird es gemütlich und winterfein mit einer neuen Bettdecke, geshoppt bei einem IKEA-Ausflug mit der liebsten Blogfreundin.

Ein neues Shirt entsteht im Nähstübchen und ich fahre mit Papa bei Schneeregen und beißenden Wind zum Stoffmarkt, was wie eben üblich in einer totalen Entgleisung endet. Also für mein Bankkonto.

Sehr oft aber zeigt sich der November noch von seiner sonnigen Seite und so geht es noch ein paar Mal auf die Laufstrecke, am liebsten natürlich die Isar entlang!

Dezember

Neuer Monat, neue Ansku. Oder so ähnlich. Ich traue mich endlich an ein lange überlegtes Haar-Experiment. Kupferblond und Pony. Ich würde sagen, das lange Warten hat sich gelohnt! 😉

Es geht weiter aufwärts, ein paar heftige Gefühlsknoten platzen und ich habe die traumhafteste Vorweihnachtszeit seit Langem. Der Dienstplan ist mir gnädig und so habe ich viel Zeit zum Kochen, Backen und Basteln…

… für ein sehr tolles und gemütliches Strickcafé bei mir…

… und für ausgiebige Weihnachtsmarktbesuche! Auch Weihnachten wird schön und gemütlich wie lange nicht mehr und so kann ich am Endes dieses turbulenten Jahres doch irgendwie noch sagen: Es ist ziemllich unfuckingfassbar, aber all die Mühen, all der Schweiss haben sich gelohnt. Vollauf.

2016 in Fragen

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Das Jahr war über weite Strecken, mindestens von April bis Oktober eine 2. Da aber letzten Endes das alles doch gut und richtig und wichtig war für mich zum Lernen, da jetzt der November und Dezemvber noch irre gut waren, gebe ich in der Gesamtschau eine 7.  

2. Zugenommen oder abgenommen?

Erst abgenommen, durch die vielen Weihnachtsmarktbesuche, Erkältungen und deswegen wenig Sport wieder etwas zugenommen. 

3. Haare länger oder kürzer?

Kürzer und mit Pony und neuer Farbe. Ich bin sehr sehr happy!

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Ich habe dieses Jahr ziemlich viel über mich, meine Vergangenheit, Beziehungen, das Leben, Einstellungen und noch so einiges mehr gelernt. Es fühlt sich an wie einmal durchgeschüttelt und wieder ausgespuckt, aber letzten Endes fühlt es sich ziemlich verdammt gut an. Von daher sehr viel weitsichtiger. 

5. Mehr Kohle oder weniger?

Durch den Nebenjob mehr, aber … (s. Frage 7)

6. Besseren Job oder schlechteren?

Den gleichen Job, mit all seinen Höhen und Tiefen. Ich bemerke aber mehr und mehr, dass es mich nach Veränderung drängt, weniger Routine, neue Herausforderungen und muss mal sehen, was ich im neuen Jahr da mache. 

7. Mehr ausgegeben oder weniger?

… eigentlich dachte ich, die Wohnungseinrichtung letztes Jahr kann so schnell nichts mehr toppen, aber wie das halt so ist, wo mehr Kohle reinkommt, geht auch mehr raus. 

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Erkenntnisse. Viele Erkenntnisse. 

9. Mehr bewegt oder weniger?

Ich glaube weniger.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Zu Anfang des Jahres viele Zipperlein, Erkältungen, Blasenentzündungen usw. So richtig „große“ Erkrankungen waren es zwei, Magenschleimhautentzündung m Juli/ August und eine Grippe vor Weihnachten

11. Davon war für Dich die Schlimmste?

Definitiv die Magenschleimhautentzündung, die sich trotz Schonkost über gut zwei Monate hinzog. 

12. Der hirnrissigste Plan?

Davon gabs einige, die sind aber nicht öffentlich. 

13. Die gefährlichste Unternehmung?

Weiß nicht. 

14. Die teuerste Anschaffung?

Urlaub in Teneriffa, aber es war jeden Cent wert. Auf Platz 2 und 3 sind die Overlock-Nähmaschine und ein E-Piano. Man muss sich auch mal selber etwas schenken. 😉 

15. Das leckerste Essen?

ALLES nach der Magenschleimhautentzündung, als ich endlich wieder essen konnte worauf ich Lust hatte.  So viele Geschmacksexplosionen. 

Außerdem mein selbstgebackenes Brot, ich wollte das schon lange machen und habe dieses Jahr endlich damit angefangen. 

Und dann wäre da noch der Fisch an Mittsommer in einem kleinen Hafenrestaurant in Naantali, der war schon sehr toll und vor allem die Athmosphäre. Außerdem wie üblich unser Familiefondue am ersten Weihnachtstag. 

16. Der beste Sex? 

No comment. 

17. Das beeindruckendste Buch?

Ich habe dieses Jahr endlich wieder mehr gelesen, das freut mich sehr. Es waren viele tolle Bücher dabei, ich kann mich gar nicht für einen Favoriten entscheiden. (Dazu noch ein Extra-Post).

18. Der ergreifendste Film?

Ich bin ja bekanntlich kein Kinogänger und auch kein großer Film- und Seriengucker, daher muss ich wie jedes Jahr bei dieser Frage passen. 

19. Die beste CD?

  • Emeli Sandé – Long live the angels
  • Vesala – Vesala (finnisch, dabei war mein Sommerhit tytöt ei soita kitara)
  • Halloo Helsinki – Kiitos ei ole kirosana 
  • Adele – 25

20. Das schönste Konzert?

Ich war tatsächlich auf Konzerten dieses Jahr! Im Juni mit meinen Eltern bei Paul McCartney, und im Dezember bei der Night of the Proms und dann noch im Musical Tanz der Vampire im Deutschen Theater. Auf seine Art war alles toll, bei Paul McCartney hat mich beeindruckt, mit welcher Energie dieser „alte“ Mann die Bühne rockt. Night of the Proms war phantastisch wegen dem Orchester und der Tanz der Vampire war überwältigend, so tolle Stimmen der Darsteller und eine grandiose Inszenierung. 

21. Die meiste Zeit verbracht mit?

Arbeit

22. Die schönste Zeit verbracht mit?

Meinen Freunden und Familie

23. Zum ersten Mal getan?

  • Alleine eine Pauschalreise gebucht
  • Eine standesamtliche Trauung miterlebt (laaaangweilig)
  • Mich bei CarSharing angemeldet
  • Brot gebacken

24. Nach langer Zeit wieder getan?

  • Auto gefahren 
  • Genäht
  • Auf einem Pferd gesessen :-))
  • In Spanien geurlaubr

25. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

  • Viele Erfahrungen, Enttäuschungen, Seelentiefs und Gefühlsknoten und im Endeffekt doch wieder auf nichts
  • Die Magenentzündung 

26. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Mich von mir selbst. 

27. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Weiß ich leider dieses Jahr nicht. 

28. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Da-Sein, Zuhören auch wenn ich zum 1000sten Mal über den selben Mist rede, zusammen lachen und zusammen weinen, Anteilnahme, nachfragen. Freundschaft. 

29. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Da gabs einige, die mich sehr weitergebracht und viele Erkenntnisse ermöglicht haben. 

30. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Vielleicht meine kleine Ansprache für meine Familie zu Weihnachten. Wir hatten denkbar schlechte Startbedingungen und haben ein so schönes und gemütliches Weihnachten gehabt wie schon lange nicht mehr. In mitten des Chaos. 

31. Dein Wort des Jahres?

Teneriffa. (Weil’s so toll war.)

32. Dein Unwort des Jahres?

Populismus (der macht nämlich MIR Angst, wenn ich sehr ehrlich bin.  

Warum ich Geschenke so sehr liebe

Mich regt ein bisschen die Abschaffung von schönen Ritualen allerorts auf. Ständig kommt jemand daher und erklärt mir: Ja, WIR schenken uns dieses Jahr (und die Jahre zuvor und die nächsten zehn Jahre auch) nichts, weil wir haben ja schon alles und Weihnachten geht’s ja nicht um die Geschenke und Zeit miteinander verbringen und bla bla bla. Irgendwie macht mich das immer so traurig, diese vollkommen übersättigte Wohlstandsgesellschaft, in der scheinbar nicht einmal mehr Platz ist für ein kleine (!) liebevoll (!) ausgesuchte Aufmerksamkeit. Denkt Ihr, dass die Leute die sich etwas schenken nicht auch Zeit miteinander verbringen wollen? Dass es uns nicht um den Geist von Weihnachten geht? 

Wir haben uns gegenseitig etwas geschenkt und es war ein wundervolles Weihnachten. Schon Tage zuvor habe ich mich wie ein kleines Kind auf die Gesichter meiner Lieben gefreut, denn obwohl vieles bekannt war, war auch die eine oder andere Überraschung darunter. Das Aussuchen, das Einpacken, dann den vollen Karton zu meinen Eltern bringen, all das hat mir riesigen Spaß bereitet. Es war für mich (bis auf einmal, als ich für das Geschenk meines Bruders die halbe Innenstadt abgelaufen bin, weil es nirgendwo Puppenmöbel (die ganze Geschichte s.u.) gab) kein Stress, ich musste nur an die Bescherung und die schöne, vorfreudige, aufgeregte, Neugierige Weihnachtsstimmung denken. 

Wir sitzen zur Bescherung alle gemeinsam vor dem Baum, an dem die Kerzen brennen, trinken Sekt und essen eine Kleinigkeit. Dann darf jeder der Reihe nach ein Geschenk auspacken. In den Augen aller blitzen Neugier und Erwartung. Wie wird der Beschenkte reagieren? Was wird er sagen? Das sind Momente, die mir immer lange in Erinnerung bleiben und von denen ich lange zehre. Es geht nicht um das Geschenk, es geht um das gemeinsame auspacken, die knisternde Spannung, die gegenseitige Freude. Das ist für mich einer der schönsten Momente an Weihnachten. Dabei glaube ich durchaus, dass es solche Momente auch ohne Geschenke geben kann. Dennoch ist eine liebevoll ausgesuchte Kleinigkeit für mich einfach ein wunderschöner Ausdruck von Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Und das steht für mich persönlich im Vordergrund, deshalb macht es mir so viel Spaß zu schenken und auch Geschenke zu bekommen. 

Dieses Jahr gab es dabei ein paar ganz besonders schöne Momente: Ich habe meinem Bruder, der bald mit seiner Freundin zusammenziehen will, einen Ikea-Gutschein geschenkt. Um das Geschenk etwas aufzupeppen habe ich lange nachgedacht und dann letztendlich ein paar Puppenmöbel besorgt. Das Set bestehend aus 15 Einzelteilen habe ich in fünf oder sechs Päckchen aufgeteilt und alle meine Geschenke meinem Bruder überreicht mit der Anweisung, das kleinste Päckchen als letztes auszupacken. Mein Bruder packte das erste Päckchen aus: eine kleine Holz-Stehlampe und eine kleine Nachttischlampe. Er muss sehr verdutzt gewesen sein, hat es aber gekonnt überspielt und sich artig bedankt. Bei der nächsten Runde gab es zwei Blumentöpfe, da haben alle bereits schallend gelacht. Dazu kamen ein Fernseher und ein Radio und ab da wurde dann fleißig spekuliert, was das eigentliche Geschenk sein könnte. Es wurde schnell erraten, aber den Spaß, den wir beim Auspacken hatten, werden vermutlich alle Beteiligten nicht so schnell vergessen. 

Ich wiederum habe ein Geschenk bekommen, das mich sehr berührt hat, völlig ohne dass die Schenkenden es wissen konnten: Ein Jugendlicher hat einmal vor ca. 1,5 Jahren allen Kollegen eine Kleinigkeit geschenkt, ich bekam dabei so eine Handy-Station und mein männlicher (!) Kollege eine kleine, aber sehr teuer aussehende Handcreme. Wir haben damals sehr gelacht, die Handcreme blieb dann letzten Endes im Büro und wurde vornehmlich von dem weiblichen Teil des Teams aufgebraucht. Es war eine sehr gute Handcreme und ich nahm mir vor, mir diese Handcreme auch einmal zu kaufen. Passiert ist das letztendlich nie, erst habe ich die Creme nirgends gefunden, dann vergaß ich es usw. Als ich jetzt an Weihnachten das Päckchen meines Bruders und seiner Freundin öffnete, war obendrauf noch ein kleines Give away festgebunden, zwei kleine Tübchen. Ich sah mir die Tübchen genauer an und es war genau DIE Handcreme und dazu noch ein Lip Balm. Ich habe mich so sehr gefreut, dass die beiden ohne dass sie die Geschichte mit dem Kollegrngeschenk kannten, kennen konnten, genau diese Firma und diese Creme ausgesucht haben, die ich mir ja irgendwie doch jetzt 1,5 Jahre gewünscht habe. Es war so ein schöner Moment, mein Bruder freute sich natürlich ebenfalls gleich noch mehr als er erfuhr, was es mit er Creme auf sich hatte. Ein echter Zufallstreffer, fast schon ein bisschen magisch. 

So ist das bei uns mit der Magie von Weihnachten. Und wunderschön. 

Frohe Weihnachten

Frohe Weihnachten Euch allen! Glückliche, genussvolle und gemütliche Feiertage! In diesen bewegten und lauten Tagen ist es nicht mehr so leicht Stille zu finden, um in sich zu horchen und innezuhalten. Daher denke ich dieses Jahr ganz besonders an alle die krank sind, arbeiten müssen, die um einen Menschen trauern oder getrennt von ihren Liebsten sind. Möge der Weihnachtszauber Euch trotz allem – oder gerade ganz besonders ! – in seinen Bann ziehen und Euch friedvolle Tage und etwas Stille und Ruhe bescheren. Habt es gemütlich und fein. 

Von Herzen

Ihre Ansku

Weihnachten. 

Ich wollte was schreiben heute. Zu Berlin und zu Weihnachten. Aber dann kam sie und schrieb schon alles was ich eigentlich sagen wollte.  Dass ich gestern einfach den Fernseher abgeschaltet habe, wegen der ganzen Spekulationen die so unerträglich sind. Über den braunen Mist, der ohne jeden Respekt weder vor den Toten noch den Lebenden schon wieder aus allen Ritzen quilt. Über diesen irrsinnigen Irrglauben, dass Telefon-Überwachungen und Grenzkontrollen auch nur einen Attentäter davon abhalten könnten, einen LKW zu entführen und in eine Menschenmenge zu rasen. 

Und dann war ich heute Abend auf dem Weihnachtsmarkt, trotz Erkältung, aber ich hatte das Gefühl, ich muss hinausgehen; es drängte mich zu zeigen, dass es trotz Terror weitergeht. Ich war zufällig (ohne dass ich es wusste) genau pünktlich zur Schweigeminute da und ich wusste, ich war sowas von richtig. Wenn ich zuhause geblieben wäre, wenn alle zuhause geblieben wären, wo wäre dann der Sinn einer Schweigeminute? Es war ein schönes Zeichen, eine letzte Verbeugung vor den Opfern, die so sinnlos sterben mussten oder verletzt wurden. Sinnlos, das war das Wort, das mir in dieser Minute durch den Kopf ging, so sinnlos. Weil so viel Hass in der Welt ist, so viel Wut, so viel Zerstörung. Und so wenig Toleranz, Zugewandtheit, Menschlichkeit, so wenig Aufeinander-Zugehen. So wenig Liebe. 

Und dann schoss mir noch ein Gedanke durch den Kopf: Vielleicht war es nicht nur gestern richtig und wichtig, Fernseher und Smartphone auszuschalten, vielleicht ist jetzt, vor Weihnachten und mit dieser Situation, der richtige Zeitpunkt mal bewusst offline zu bleiben. Abseits der Spekulationen, abseits dieser verrückt gewordenen Welt, einfach nur ganz einfach mit den Menschen, die uns wirklich am Herzen liegen, die wirklich wichtig sind. 

Ich ging weiter über den Weihnachtsmarkt und es wurde genau dieses eine Lied gespielt und ich konnte nicht anders als trotz Erkältung mitzusingen. Ich möchte singen, möchte für die ganze Welt singen, möchte so lange singen bis es endlich wahr wird: 

War is over 

Was man ausstrahlt

Gestern und heute hatte ich eine Fortbildung. Fortbildungen und ich, das nimmt kein glückliches Ende mehr in diesem Leben, das wird nicht mehr gut, es gab wieder eine Menge Wischiwaschi und Larifari und einzig der enorne Kaffeekonsum hielt mich davon ab, gleich mit dem Dozenten zusammen einzuschlafen, aber mei, anderes Thema. 

Für mich war eine Situation ganz am Anfang dennoch sehr berührend, und zwar ganz unabhängig vom eigentlichen Thema, nur für mich: Bei der Begrüssungsrunde sollten wir Assoziationen überlegen, also in Kleingruppen zu dritt oder zu viert nacheinander über jedes Mitglied der Gruppe Vermutungen äußern ohne die Person bis dahin zu kennen. XY ist verheiratet, XY ist gerne in der Natur unterwegs, XY arbeitet in diesem oder jenem Bereich, XY kauft seines Weihnachtsgeschenke alle erst am 23. Dezember usw. Erst nach drei Minuten darf derjenige über den spekuliert wird, dann auflösen, welche Aussagen stimmen. 

Dann war ich an der Reihe und abgesehen davon, dass wirklich fast alle Vermutungen welche die anderen Teilnehmer äußerten gestimmt haben (Ansku singt gerne, vielleicht in einem Chor. Ansku ist gerne kreativ, ihr Hobby ist vielleicht Habdarbeit), war ich wirklich baff und sprachlos, was da so alles über mich gesagt wurde: Ansku lacht gerne, ihr sitzt der Schalk im Nacken. Gut, das war nicht sonderlich schwer zu erkennen, ich musste natürlich schon bei der zweiten Aussage kichern, obwohl während der Übung Kommentare nicht erlaubt sind. Aber es ging noch weiter: Ansku ist gerne mit Freunden unterwegs, sie ist ein sehr geselliger Mensch. Ansku weiß das Leben zu genießen, sie umgibt sich gerne mit schönen Dingen, und macht es sich einfach so angenehm wie möglich. Sie nutzt ihre Freizeit aus und gestaltet sie aktiv. Wirklich, es fiel mir sehr sehr schwer, mich zu beherrschen, nicht zu kommentieren, während über mich geredet wurde und auch, nicht vor Rührung in Tränen auszubrechen. Vermutlich war ich noch recht beschwöngt vom Wochenende, aber das konnten natürlich die anderen Seminarteilnehmer nicht wissen.  Wenn man bedenkt, dass vor ein paar Monaten noch nicht einmal ich selber, nein, am allerwenigsten ich selber so etwas über mich gesagt hätte, dann ist das ziemlich großartig und zeigt mir deutlich, wofür ich dieses Jahr so hart gekämpft habe: Frieden, Freude und Freiheit. 

Was man völlig unbewusst ausstrahlt, welchen Eindruck man einfach so ohne darüber nachzudenken bei anderen hinterlässt, so spannend!