Juhannus

Ein Traum.

Ein Wochenende wie ein Traum. Ein Traum aus dem ich mich seit einer Woche weigere, aufzuwachen.

Untitled

Gut gegessen.

Nichts müssen, nirgendwohin. Keine Termine.

Im See geschwommen.

Abends lange Saunagespräche mit der <;3-Freundin.

Eine halbe Flasche Autan verbraucht und trotzdem noch reichlich Blut gespendet.

Unglaublichst lecker gegessen.

Frischen Lachs gegrillt.

In eie Hütte verliebt.

Inngehalten.

Zur Mitte gefunden.

*****

Mehr brauchts nicht, keine Worte, nur Bilder.

Und vielleicht, vielleicht hätte es noch etwas mehr Zeit gebraucht.

Untitled

Juhannus_2012_web01

Juhannus_2012_web02

Juhannus_2012_web04

Juhannus_2012_web06

Juhannus_2012_web08

Juhannus_2012_web10

Juhannus_2012_web11

Juhannus_2012_web13

Juhannus_2012_web14

Juhannus_2012_web15

Juhannus_2012_web16

Juhannus_2012_web17

Juhannus_2012_web19

Juhannus_2012_web20

Juhannus_2012_web12

Juhannus_2012_web22

Juhannus_2012_web23

Juhannus_2012_web24

Juhannus_2012_web25

Juhannus_2012_web26

Juhannus_2012_web27

Juhannus_2012_web28

Juhannus_2012_web29

Juhannus_2012_web30

Juhannus_2012_web31

Juhannus_2012_web33

Juhannus_2012_web34

Juhannus_2012_web36

Juhannus_2012_web37

Juhannus_2012_web38

Juhannus_2012_web39

Juhannus_2012_web40

Untitled

Not available

Mein Geburtstag scheint für einige Menschen in meinem Umfeld jedes Jahr wieder ziemlich überaschend zu kommen. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass eine ganze Menge Menschen und gute Freunde scheinbar nun an diesem Tag bereits etwas anderes vorhaben. Lustigerweise habe ich immer noch an diesem einen Tag im Januar, genau drei Wochen nach Weihnachten, Geburtstag, ich kann mir das auch nicht erklären. Gut, es kommt immer relativ schnell nach dem Jahreswechselkoma, aber es bleibt immerhin doch erstaunlicherweise jedes Jahr derselbe Tag. Vermutlich eine Laune der Natur, für den normalen Menschenverstand unerklärlich.

Und jetzt frage ich mich, ob ich wirklich so oldschool, der letzte Mohikkaner, so treudoof, so naiv oder gleich alles auf einmal bin, aber ich habe im Kopf (oder zumindest im Kalender), wann die wichtigsten Leute in meinem Umfeld, die Familie und die liebsten Freunde, Geburtstag haben und ich halte mir diese Tage grundsätzlich zunächst einmal frei und wenn sich doch eine andere Verabredung (gemeint sind hier Verabredungen privater Natur, bei beruflichen etc. Terminen hat man natürlich nicht immer die Wahl) an diesen Tagen ergibt, die ich gerne wahrnehmen möchte, dann frage ich die betreffende Person vorher, ob sie feiern möchte, wann sie feiern möchte und wenn, ob es für sie schlimm wäre, wenn ich bei der Feier nicht dabei wäre. Ich mache das, weil mir meine Familie und Freunde wichtig sind und weil ich diese ihre Ehrentage gerne mit ihnen teilen möchte. Es gibt also ein paar wenige feste Tage im Jahr, an denen ich prinzipiell ersteinmal not available bin, das sind der:

9.1.

13.1.

11.2.

3.3.

9.3.

24.3.

23.5.

24.5.

31.5.

15.8.

30.8.

10.9.

16.9.

13.10.

7.11.

26.11.

13.12.

An diesen Tagen bin ich für den Rest der Welt zuerst einmal nicht zu erreichen, außer vielleicht die Welt geht gerade unter. Nun, jeder setzt seine Prioritäten anders, ich kann niemandem in seine Terminplanung reinreden, aber ich sitze doch nun sehr erstaunt hier und wundere mich, ob ich mit dieser Einstellung wirklich ganz alleine dastehe, ob ich wirklich so altmodisch, dumm, treudoof und naiv bin oder ob ich einfach nur völlig verquere und unrealistische Wertvorstellungen habe.

Sie würden mir in dieser wichtigen Frage mit einem kleinen Kommentar sehr weiterhelfen. Vielen Dank! 😉

Von Demut und Dankbarkeit

Die Jahresrückblick-Saison ist bereits in vollem Gange, deshalb auch von mir ein paar kleine Gedanken dazu.

Dieses 2011 war in erster Linie eines: Anstrengend. Es gab so viele Projekte, soviele Baustellen, eine endlose Liste von Dingen, die „noch zu erledigen“ sind. Es gab kaum Pausen zum Durchschnaufen und teilweise waren sogar Wochenenden und Ferien arbeitsreich, wenn auch – das muss ich natürlich zugeben! – voll von schöner Arbeit, aber trotzdem käftezehrend. Zeitweise hat es mich an die Grenzen meiner Kräfte gebracht. Dafür finde ich es umso erstaunlicher, dass ich dennoch auf ein im Grunde genommen ziemlich gelungenes Jahr zurückblicken kann. Eigentlich habe ich, wenn ich zurückdenke, absolut gar keinen Grund mich zu beschweren, vieles was ich wollte, habe ich erreicht, meine Projekte sind rundherum ziemlich gut gelungen, alles ist wunderbar gediehen und geworden. All die Mühe und die Arbeit haben sich voll ausgezahlt (sogar noch wie ich überaschend am Weihnachtsmorgen entdeckte finanziell).

Für mich war das Jahr also anstrengend, aber für viele Menschen um mich herum war es ein verdammt hartes Jahr. Während viele liebe Menschen sehr zu kämpfen hatten, arg einstecken mussten und herbe Verluste erleiden mussten, bin ich zwar von der vielen Arbeit ausgelaugt und müde, aber sozusagen – natürlich abgesehen von meiner geliebten Oma – von Todesfällen, schweren Krankheiten und anderen Katastrophen weitestgehend verschont geblieben. Das kann in diesem Jahr, wo es auch in der Welt so hoch herging und eine Krise der anderen folgte, wohl beileibe nicht jeder von sich behaupten und deshalb verneige ich mich in Demut und Dankbarkeit, sage leise „Danke 2011“, denke an all die Leute, die das Schicksal teilweise dieses Jahr übel mitgespielt hat. Und damit schließe ich und werde jetzt ganz still.

Danke 2011.

Väter

Dienstag morgen unterrichtete ich mal wieder noch vor Unibeginn Finnisch. Wir hatten eine nette Stunde, plauderten viel (auf Finnisch natürlich) und lernten (hoffentlich) auch ein bisschen was. Schließlich verabschiedete ich mich und machte mich auf den Weg in die Uni, zur Sbahn. Meine Schülerin hatte mich für den nächsten Termin zum gemeinsamen Frühstück eingeladen, die Sonne schien und die Ansku hatte ziemlich gute Laune.

Im Sbahnhof mir entgegen kommend sah ich plötzlich einen Zwillingskinderwagen. Ich bin da ja so ein bisschen kinderfanatisch und sah sofort genauer hin. Als ich auch etwas weiter nach oben blickte, sah ich dass der Kinderwagen geschoben wurde von einem jungen Mann in Jogginghose, daneben ging ein zweiter Mann, telefonierend.

Ich war zömlösch beeindruckt. Ein Vater mit Zwillingen am Dienstag vormittag in der Sbahn. Wow! Es ist nicht so, dass ich wirklich für oder gegen Rollenklischees bei der Kinderbetreuung bin, ich denke einfach jede Familie muss da ihren eigenen Weg finden. Aber irgendwie beeindruckte mich dieser Zwillingspapa doch und ich dachte bei mir: „Yo Ansku, schau an, der rockt die Kiddies während die Mama arbeiten geht und Geld ranschafft. Und der Freund ist auch noch dabei. Toll toll toll!“

Gerade als ich so richtig begeistert war, den Mann anstrahlte und bei mir dachte „Yeah, solche Väter braucht das Land!“, da war der Zwillingswagen auf meiner Höhe und weil ich da ja nunmal so ein kleinesbisschen kinderfanatisch bin, musste ich dann auch reinschauen und ein Blick auf die süßen Babies erhaschen. Ich verrenkte mir den Kopf, sobald die beiden direkt neben mir waren und ich irgendwie einen Blick in das Innere des Wagens werfen konnte und potzblitz, da sassen…

Zwei Terrier! 😆

Äußerlichkeiten

Frauen sind doch irgendwie manchmal… bescheuert. 🙂 Also ich zumindest. Seit nunmehr vier Wochen hat mein guter alter Laptop nach treuen fünfeinhalb Jahren das Zeitliche gesegnet und noch immer ist keine Entscheidung für einen neuen da. Nicht nur, dass die Fülle des Angebots erdrückend ist, nein, auch die Frau Ansku gehört nicht gerade zu den entscheidungsfreudigsten Menschen. Und dann wäre da auch noch dieses Frauending.

Der liebste kleine Bruder ist ein wahrer Schatz, seit Wochen spammt er mich zu mit Links zu PC-Tests. Neuerscheinungen, gibt Tipps, erklärt mir Techniknerd geduldig, worauf es bei einem Prozessor ankommt und ist manchmal gefühlt mehr beim Thema dabei als ich selber, deren Kopf zur Zeit so voll mit zweihundertsiebenunddrölfzig anderen Dingen ist, dass er wohl bald platzen muss. Dabei geht es um meinen PC. Und dann, wenn wir im Laden stehen oder die endlosen Weiten des www durchforsten, taucht es wieder so klar auf, dieses Geschlechterklischee, dass ich am liebsten laut loslachen möchte. Während das Bruderherz natürlich zuerst auf die Zahlen zu Arbeitsspeicher, Prozessor und Bildschirmhelligkeit (Frau Ansku: „DAS kann man messen???“), sieht Frau Ansku, typisch *Mädchenmädchen, zuerst erst einmal die Farbe. Dann als nächstes vermutlich das Design und zuletzt dann noch die Größe, die ist nämlich auch wichtig. Aber eben nur für mich. Für den Bruder wäre von diesen drei Kriterien höchstens die Größe und das Gewicht wichtig.

Und eigentlich möchte ich auch gar nicht so sehr Mädchenmädchen sein, denn so ein PC ist ja auch eine Investition und lässt nebenbei auch mal so eben meinen Traum vom nach drei Monaten harter Arbeit gutgefüllten Konto für das Wintersemester platzen. Natürlich möchte ich in erster Linie einen guten PC haben, der schnell arbeitet, viele Programme gleichzeitig geöffnet haben kann und mir mindestens ebenso viele Jahre Freude bereiten wird wie der treue, gute, alte. Aber dann stehe ich eben wieder neben dem Bruderherz, höre mir aufmerksam Zahlen und Testberichte der Marke X an und denke so für mich, dass sich das alles schon sehr sehr gut anhört, aber wie soll ich beispielsweise einen ka*kbraun-metallic lackierten PC tagtäglich ansehen. Dann gehen wir weiter zu den PC der Marke Y und die Augen der Frau Ansku fangen an zu leuchten. So schöne PCs! Die Augen leuchteten in etwa so lange, bis der Blick auf das Preisschild fällt (meist etwa 100- 200 Euro Unterschied) und das Bruderherz so nebenbei erwähnt, dass die PCs der Marke Y viel langsamer sind als die der Marke X. Ich bin zerstört. Ich wäre ja durchaus bereit, für so einen schöcken kleinen, silberglänzenden PC ein wenig mehr zu zahlen, eben wegen diesem Frauending, aber ich bin nicht bereit mehr zu zahlen, wenn der dazu noch langsamer ist als PC Marke X. Nein, so verrückt Mädchenmädchen bin ich dann doch nicht!

Andererseits… ka*kbraun-metallic?

Heute neuer Versuch. Ich bitte um gedrückte Daumen.

__________________________________________

* Der Begriff Mädchenmädchen wurde einst von mir und meinem Vater geprägt und bezeichnet die Freiheit, sich trotz Emanzipation und wandelnder Geschlechterrollen, sich zu bestimmten strategisch günstigen Zeitpunkten mal so richtig in Klischees und typisch weiblichen Rollen genüsslichst zu suhlen. Typische Aussage, wenn ich gerade irgendetwas dringendst brauche, was einfach nur glitzy-blitzy und kreischrosa ist: „Aber ich bin halt doch ein Mädchenmädchen“. Der Begriff scheint aber, wie ich inzwischen gelernt habe, verbreiteter zu sein als gedacht. Was wäre das Gegenteil von Mädchenmädchen? Hmmm, schwer zu sagen…

Die magische Grenze

Memo an mich: Halte Dich niemals und unter keinen Umständen nach 16 Uhr noch im Bürogebäude auf. Sei lieber ein fleissiger Mensch, der Punkt 8 Uhr früh am Schreibtisch sitzt, aber halte Dich nicht nach Ablauf der 8 Stunden, also nach 16 Uhr im Bürogebäude auf.

Es gibt nämlich scheinbar eine magische Grenze um 15.59 Uhr, vor Erreichen derer es ein Leichtes ist, seine Arbeit zu beenden, den Schreibtisch aufzuräumen, PC runterzufahren und das Büro zu verlassen. Bleibst Du jedoch aufgrund guter Vorsätze oder gesteigertem Arbeitsaufkommens länger als 16.01 Uhr, so kann es Dir locker passieren, dass Du vor 18.00 Uhr oder 18.30 Uhr die Bürotüre nicht mehr zu Gesicht bekommst und Glück hast, wenn Du noch schnell wenigstens Deine Arbeitszeiten im System eingeben kannst, bevor Du zur Sbahn sprintest. Es ist inzwischen nämlich wissenschaftlich bewiesen, dass es irgendein Arbeitsloch gibt, das sich nach Überwindung der magischen Zeitgrenze Punkt 16.01 Uhr öffnet und Dich mit „Könntest Du noch…“, „Das muss uuuunbedingt noch…“ oder „Kannst Du nicht gerade noch schnell…?“ überschwemmt. Längst im Gewirr der Büroflure verloren geglaubte Kollegen und Chefs sind ebenfalls wie von Zauberhand plötzlich wieder ansprechbar und somit auch wieder in der Lage Dir in ausreichendem Maße Aufgaben zuzuweisen und urplötzlich fallen ihnen auch wieder unglaublich wichtige Dinge ein, die sie eigentlich schon letzte Woche mit Dir besprechen wollten…

Sei schlau und verlasse das Kampfgelände,  solange Du noch kannst. Und zwar vor 15.59 Uhr!

😉

Lustiges und Kursioses aus der wunderbaren Welt der Sprache – Von Fall zu Fall

Ich möchte, falls Sie erlauben, heute einmal mit einem weitverbreiteten – nennen wir es mal Missverständnis – aufräumen und zwar mit dieser Sache mit den vielen vielen Kasus. Das ist mir schon länger ein Anliegen, dennoch schaffte ich es aber erst jetzt, diesen Artikel zu schreiben.

Wenn ich jemandem, der nichts mit Sprachen zu tun hat, erzähle, dass Finnisch 15 Fälle hat und Ungarisch sogar möglicherweise noch mehr (darüber gehen die Meinungen auseinander), dann schlägt mein Gegenüber entsetzt die Hände überm Kopf zusammen und ruft: „Oh Gott, sind das viele Fälle!“ Allerdings sind auch extremere Reaktionen keine Ausnahme.

Dabei geht es mir einerseits darum, dass alleine schon sechs von diesen 15 Fällen sogenannte Lokalkasus sind. Drei Fälle sind unbedeutend, weil so gut wie nie und eigentlich nur in festen Redewendungen gebraucht, zwei weitere sind eine Art adverbiale Kasus, die einen Zustand („als was?“) oder eine Veränderung beschreiben. Somit bleiben? Vier. Ist ja auch nicht mehr als auf Deutsch. Und  sogar weniger als Latein.

Der größte Teil dieser Fälle sind also Fälle, die einen Ort oder einen Zustand beschreiben. Die Lokalkasus zum Bleistift zeigen entweder einen Ort („wo?“) oder eine Richtung („wohin?“ „woher?“) an. Das wären schon einmal drei Fälle. Weitere drei kommen hinzu, wenn man zwischen „innen“ und „aussen“ trennt, wenn man einen Unterschied macht, ob es „in das Haus hinein“ talo-on oder „auf das Dach hinauf“ kato-lle heisst. Beides bezeichnet eine Bewegung zu etwas hin, der Unterschied besteht nur zwischen „in“ (z.B. ein containerartiges Etwas hinein) und „auf“ (gemeint hier meistens eine Oberfläche). Das kann man natürlich fortsetzen mit der Frage „wo?“, dann wäre die Antwort „im Haus“ talo-ssa und „auf dem Dach“ kato-lla. Zuletzt bliebe dann noch die Frage „woher?“ , worauf der Finne antworten würde talo-staaus dem Haus (heraus)“ oder kato-lta vom Dach (herunter)“. Mit diesem kleinen System aus zwei mal drei Richtungskasus kann man schonmal das so schrecklich große finnische Kasussystem um knapp die Hälfte reduzieren. Und ganz schön viel ausdrücken.

Jetzt werden Sie Sich vielleicht fragen, warum die Frau Ansku das hier alles so ausführlich erklärt und ob sie vielleicht ein bisschen verrückt geworden ist und hier das ganze, endlos langweilige Kasussystem des Finnischen herunterbeten will. Nein, das möchte ich nicht, ich möchte nur mit diesen paar Beispielen etwas zeigen:

Nun ist es ja nicht so, dass die Finnen ihre ganzen Kasus haben und damit nun wunderbarst erzählen können, ob sich z.B. ihr Miezekätzchen gerade im Haus oder auf dem Dach oder auf dem Weg vom Dach herunter befindet und der Deutsche steht daneben und kann über seinen Stubentiger nur schweigen. Auch auf Deutsch kann man natürlichst herrlichst alle möglichen Orte und Richtungen ausdrücken. Wir benutzen eben dafür nur ein anderes Ausdrucksmittel, nämlich Präpositionen wie von, auf, in, an und wie sie alle heissen. Man sieht an den Beispielen und vor allen an den fettgedruckten Teilen deutlich, dass genau das, was die Finnen mit einem Kasus ausdrücken, eigentlich auf Deutsch nur der Präposition entspricht. Mehr ist das nicht.

Das wird deutlicher, wenn ich hier eine neue Trennung einführe, nämlich die von grammatischer Relation und Kasus im Sinn von Kasusmarkern, also die Art, wie Kasus im Satz ausgedrückt werden. Eine grammatische Relation bezeichnet die Verbindung von zwei „Einheiten“ im Satz, also z.B. „Katze“ und „Dach“, die durch das Verb oder durch etwas anderes wie zum Beispiel eine Präposition miteinander in eine Beziehung treten.

Die Beziehung, also das was im Satz ausgedrückt werden soll, die ist in beiden Sprachen genau dieselbe. Sage ich zum Beispiel „Die Katze ist auf dem Dach“, ist die Beziehung zwischen der Katze und dem Dach, dass die Katze [AUF] dem Dach ist. In einem anderen Fall befindet sie sich vielleicht [IN] der Suppenschüssel.

Der Satz, ganz herunter gesetzt nur auf seine Bestandteile und nur auf die Beziehung, die er ausdrücken soll, würde lauten:

[Cat] -> [ON] -> [Roof]

Was sich jetzt unterscheidet, ist die Ausdrucksweise: Der Deutsche sagt

[Die Katze] ist [AUF]-dem-[Dach].“

Der Finne dagegen sagt:

[Kissa] on [kato][LLA].“

(Kissa =Katze, on = er, sie, es ist)

Die beiden fetten und großgeschriebenen „Dinger“ in Klammern sind dabei jeweils der Ausdruck der Beziehung [AUF].  Bei der einen Sprache ist erkennbar, dass „auf“ ein eigenes Wort ist, bei der anderen Sprache ist das „auf“,  also -LLA ein Kasus, der ans Wort drangehängt wird. Außerdem steht es einmal vor und einmal hinter dem Bezugswort. Solche Merkmale sind sprachspezifisch, einige Sprachen tendieren eher zu vor dem Bezugswort, andere Sprachen mögen es lieber dahinter. Und einige Sprachen haben eben ein sehr umfangreiches System von Kasusmarkern, mit denen sie alle möglichen Beziehungen zwischen einzelnen Bezugswörtern und einzelnen Einheiten im Satz ausdrücken können, andere Sprachen benutzen dafür Präpositionen oder eine Vielzahl weiterer Ausdrucksmittel. Bedeuten jedoch – und das ist ja das Wichtige – tun beide dasselbe und die grammatische Relation, die hinter dem Ganzen steht, auch die ist in beiden Fällen dieselbe, wie wir nun wissen. Es sieht einfach nur anders aus. Sie sehen, dieses ganze verwörrende System wird schon viel übersichtlicher, wenn man eben zwischen der Relation, dem WAS ausgedrückt wird, und dem Aussehen, WIE es ausgedrückt wird, unterscheidet.

Das Ganze liesse sich jetzt noch stundenlang ausweiten, auf alle möglichen Relationen, auf die Verbindungen zwischen Subjekt, Verb und Objekt. Ich könnte auch noch erzählen, dass sich manchmal die Kasus erst aus den Präpositionen (es gibt natürlich auch Postpositionen, die hinter dem Wort stehen!) durch Verschmelzung etc. entwickelt haben. Dass so zum Beispiel aus der finnischen Postposition kanssa = „mit (jmdm)“ – umgangssprachlich oft verkürzt zu kaa – im Estnischen ein eigener Kasus auf -ga/-ka „mit (jmdm)“ entwickelt hat .Dass es natürlich Sprachen gibt, die eben äußerlich sichtbar ein kleines oder größeres System von (sichtbaren) Kasusmarkern, also solchen wie wir sie aus dem Lateinunterricht kennen, haben und dass diese Systeme sich wiederum verändern können. Aber das alles, verehrte Leser, hat mich vor etwa anderthalb Jahren die Hälfte meiner 45minütigen mündlichen Magisterprüfung gekostet und würde hier etwas zu weit führen. 😉

Soviel Kasustypologie für heute. Ich hoffe also, dass es Ihnen gefallen hat und dass ich Sie in Zukunft nie wieder die Hände über dem Kopf schlagen zusammenschlagen sehe und rufen höre „Aber das sind ja sooo viele Fälle!“ Sollten Sie jemanden sehen, der dies tut, können Sie ihm gerne in meinem Namen entgegnen, dass Deutsch mindestens genauso viele „Fälle“ hat, die sehen nur ganz anders aus. 😉

Stoff

Manchmal fällt es schwer zu glauben, dass ich in einer Großstadt lebe. Dann nämlich, wenn die liebste Freundin und ich einen ganzen, geschlagenen Nachmittag durch’s Städchen laufen hecheln, auf der Suche nach einem einfachen, schlichten, viereckigen weißen Kissenbezug. Nicht zu groß, nicht zu klein. In weiß, natur oder creme. In einem schönen, nicht zu groben, aber auch einem nicht zu feinen Stoff, denn der Stoff soll noch durch ein Nähmaschinchen wandern. Bitte ohne Muster oder gar Farbe. Gibt es nicht, not available, unauffindbar, jedenfalls in dieser Stadt. Im Nähgeschäft, im Stoffladen, im großen Kaufhaus, nirgendwo war so etwas zu finden. Entweder hatte der Stoff eine blöde Struktur (geriffelt, bääh!), oder eine schlechte Qualität oder der Kissenbezug hatte schon Ränder dran oder es gab nur Stoffe mit Muster oder oder oder…

Vier Stunden später, im fünften Kaufhaus dann, umzingelt von Bergen aus Samt und Seide und Puschelwuschelkissenbezügen, da habe ich ernsthaft überlegt, mich auf den Boden werfen und zu schreien wie ein kleines Kind.

Hab’s aber doch nicht getan. Jetzt wird wohl oder übel selber genäht. Das kann auch sehr heiter werden.

(Nebenbei ’nen neuen Bikini geshoppt. Und mein persönliches Traum-Stoff-und-Marimekko und alles-was-ein-Mädchenherz-höher-schlagen-lässt-Lädchen entdeckt. Hach, hach, hach! Wie halt so üblich, wenn Frauen shoppen gehen. 😉 )

Miss Li

Wir waren Dienstag abend bei Miss Li im Atomic Café. Schon vorher hab ich’s kaum noch ausgehalten vor Spannung und Vorfreude und keine von beiden wurde enttäuscht. Zugegeben, ins Mikro rülpsen gehört nicht zur feinen englischen schwedischrn Art, aber das Konzert war so grandios und so lustig und hey! Wenn ich nach zwei oder drei oder vier Bier noch so singen könnte, dann wär ich schon längst bei Deutschland sucht den Superstar. So aber war ich nur bei Miss Li und das war irgendwie auch besser so. Und lustiger. 😉

Ich bin nur jetzt schon sehr gespannt auf anderer Leute Meinung zu der „Vorband“. 😉

Entschuldigung, ich…

Was ich ganz und gar nicht abkann: Wenn mir ein Fehler (also zum Beispiel ein blödes kleines Missgeschick oder Unachtsamkeit im Alltag, z.B. ich lasse jemanden unnötig lange warten) und dieser jemand reagiert darauf (zu Recht) verärgert, woraufhin ich meinen Fehler einsehe und mich entschuldige. Ich denke dann, die Sache ist gegessen, aber dann wird NACH und trotz meiner deutlichen Entschuldigung trotzdem noch weitergezetert. Das ist für mich nur Frustablassen, das hat nichts Konstruktives mehr.

Ich weiss nicht warum, aber solche Situationen sind für mich nur ganz schwer auszuhalten. Sie haben irgendetwas in sich, was mich schwerst reizt und ich muss mich manchmal schon zusammenreissen, dass nicht ICH wegen solcher Nichtigkeiten an die Decke gehe.

Ich glaube, es wird zuviel Trara um Nichtigkeiten gemacht. Das ist es wohl.

Stammkundin

Ich entdecke momentan, dass es eindeutig auch Vorteile hat, öfters im selben Laden einzukaufen und dort Stammkundin zu sein. Seitdem mein Lieblings-Kaffeedealer in der U-Bahn-Station vor ca. zwei Monaten nach laaaanger schmerzhafter Renovierungspause wiedereröffnet hat, kann ich natürlich in altbewährter Ansku-Manier nicht mehr morgens daran vorbeigehen. Und siehe da: Inzwischen brauche ich gar nichts mehr zu sagen, sondern nur den Laden zu betreten und sofort schallt mir ein fröhliches „Guten Morgen, ein Cappucino???“ entgegen. Verwechslung und lange Diskussionen um den Inhalt des Bechers wie bei Frau Unterholz kommen hier nicht mehr vor und ein paar Minuten später steht ein wunderbarer heißer Cappucino vor mir. Der freundliche Verkäufer erinnert sogar meistens noch MICH daran, dass ich doch bitte einen Stempel auf meine Bonuskarte haben könnte. Meistens schwatzen wir dann noch kurz, während ich den Cappucino in Zucker ersäufe und dann verlasse ich den Laden und stürze mich vor … ähäm natürlich IN die U-Bahn. Der Morgen ist gerettet.  Schön ist das und vor allem, die Tatsache, dass der erste Mensch mit dem ich morgens rede nicht mehr ausschliesslich Don Jefe ist!

(Versuche dabei erfolgreich zu verdrängen, dass ich mich durchschaut fühle. Die wissen aber auch ganz genau, womit sie mich bzw. mein Geld kriegen. So’n Mist! 😉 )

So

Habe es natürlich nicht geschafft, einen ganzen Tag lang nur im Bett zu bleiben. Irgendwie kann ich das nicht, spätestens nach einer Stunde bin ich wieder auf und dabei, irgendetwas zu tun. Nun frage ich mich, ob das mit dem Projekt „Ein Tag im Bett“ jemals noch etwas wird, wenn ich regelmäßig um spätestens 15 Uhr Stubenkoller bekomme. Soviel zum Thema Ruhe und Entspannung.

(Ich hatte mal eine sehr schöne Postkarte, auf der war eine Zeichnung von einem Jungen, der auf der Wiese liegt und liest und darüber der Spruch „Auch das Nichtstun steckt voller Probleme: Man weiß nie, wann man damit wieder aufhören soll.“ 😉 )

Unbedingter Sehbefehl!

Heute mal wieder ein Veranstaltungstipp:

„Deutsches Essen ist wie guter Sex – schmutzig und verboten“ (Philipp Weber „Futter“)

Wer diesem bereits mit dem bayrischen Kabarettpreis ausgezeichneten jungen Herren zuhört, könnte tatsächlich denken, dass Essen schmutzig und verboten ist, schließlich nimmt der Herr Weber die Essgewohnheiten der Deutschen mal gehörig auseinander, unterzieht nach eigener Aussage im Programmheft „die Gesellschaft einer satirischen Magenspiegelung“ und erläutert auch eingehend die politische Dimension des Essens, u.v.a. mit diesem Zitat:

„Biogemüse, dass 5000 km aus China angereist ist? Da vertraue ich doch eher noch S.ex.spi.elzeug aus dem Va.tik.an!“

Heute das Geburtstagsgeschenk von Papa eingelöst und was soll ich sagen? Es war schlicht und einfach grandios. Jeder einzelne Satz eine Pointe, ein Feuerwerk von Lachsalven Wortwitz. Selbst wenn wir jetzt noch essen wollten, wir könnten nicht mehr, weil wir alle zweieinhalb Stunden (!) lang in einem durch vor Lachen gewiehert haben und mein Bauch vermutlich noch Tage braucht, um sich von diesen (Lach-)Krämpfen zu erholen. 😉

Deshalb ergeht hiermit an alle, besonders an Kulinarier und solche, die es werden wollen, unbedingter Sehbefehl, sollte Herr Weber mal bei Euch in der Nähe vorbeikommen! Gehen Sie hin, ist noch nicht einmal teuer und lohnt sich auf jeden Fall.

3 aus 2010

Das Jahr 2010 ist noch keine drei Monate alt und trotzdem gibt es schon drei Lieder, mit denen man dieser Tage ständig und überall zugedröhnt wird und die ich (persönlich) bereits jetzt nicht mehr hören kann. Sorry, aber die gehen mir tierisch auf den Senkel. Das ist so eine Mischung aus diesem Dauerbeschallungsphänomen, welches einem manchmal selbst die tollsten Lieder verleidet, wenn sie ZU häufig gespielt werden und einer persönlichen Abneigung gegen dauerbetrunkene, möchte-gerne-coole Blondinen. 😉

Das (fand ich am Anfang sogar sehr gut, aber jetzt irgendwie nicht mehr),

das und

das.

(Und weil ich die so ganz föschterlisch nervig finde, beschränke ich mich hier auf Verlinkungen. In den Ansku-Blog kommen nur original erprobte und für gut befundene Ansku-tunes. So ist das.)

Fahrgaststrom

Heute ist Mittwoch, also musste ich heute nicht arbeiten. Das heisst allerdings auch Verzicht auf meinen Frühsport, den allmorgendlichen S-Bahn-Sprint. Im Herbst hab ich mal über dieses Problem mit den S-Bahnen, die auf verschiedenen Gleisen abfahren, geschrieben. Jetzt habe ich neulich durch Zufall in einer Kundenzeitschrift des hiesigen Nahverkehrsverbundes gelesen, warum das eigentlich so ist.

Sinngemäß ging es darum, dass sie bei Verspätungen und Unregelmäßigkeiten im Fahrplanablauf (so schönes Beamtendeutsch!!!) nicht anzeigen dürfen, auf welchem Gleis die nächste S-Bahn abfährt, weil dann sämtlliche wartenden Fahrgäste von einem Gleis auf das andere überlaufen würden und dieser Fahrgaststrom würde dann weitere Verspätungen mit sich ziehen.

Ich fand das zuerst ganz interessant und dachte mir „Oh schön, jetzt weiss ich wenigstens, warum ich jede Woche mindestens einmal einen Sprint aufs richtige Gleis einlege.“ Aber je länger darüber ich nachdenke, desto bescheuerter finde ich diese Begründung. Im Februar habe ich mindestens zweimal von weitem die auf dem anderen Gleis einfahrende S-Bahn gesehen und bin darauf von dem einem Gleis die Treppe runter, um die Ecke zur nächsten Treppe, die nächste Treppe runter, quer durch das Zwischengeschoss und die lange Treppe am anderen Ende wieder rauf bis zur wartenden S-Bahn gesprintet. Weil ich die S-Bahn erwischen musste, weil ich zur Arbeit musste. Ich habe es beide Male geschafft, aber sicherlich nicht ohne die S-Bahn ein paar Sekunden aufzuhälten. Einmal kassierte ich dafür eine verärgerte Lautsprecherdurchsage vom Lokführer, einmal schaffte ich es nur, weil mir ein junger Mann die Türe aufgehalten hat. Das wäre nicht passiert, wenn ich auch nur 2 bis 3 Minuten vor Einfahrt der S-Bahn Bescheid gewusst hätte und genug Zeit gehabt hätte, mich auf das richtige Gleis zu begeben.

Wenn man also weiß, welche S-Bahn als nächsten in einen Bahnhof einfährt – und das weiß man doch bestimmt (oder in 05% der Fälle), wenn die S-Bahn am vorigen Bahnhof abfährt, warum kann man dann nicht rechtzeitig, also zwei bis drei Minuten vorher, eine Durchsage oder eine Anzeige rauslassen, so dass die Menschen sich auf dem richtigen Gleis einfinden können? Das gäbe dann auch nach Adam Riese sicherlich weniger Verspätung als wenn alle erst in Panik losspurten, wenn sie die S-Bahn schon einfahren sehen. (Ha, soweit kann sogar die Ansku rechnen!)

Liebe Münchner Verkehrsbetriebe, eine Bitte: Wenn Ihr Euch das nächste Mal eine Ausrede Begründung einfallen lasst, dann macht Euch doch wenigstens die Mühe, Euch eine nachvollziehbare, oder sogar eine intelligente Ausrede Begründung einfallen zu lassen. Ich stehe wirklich sehr gerne in der Kälte und warte auf die S-Bahn, aber dann möchte ich bitte gerne auch einen triftigen Grund dafür haben!

Herzlichen Dank!

Eure treue Kundin

Frau Ansku

Wir arbeiten daran.

Ich bin normalerweise ein sehr friedliebender Mensch und bin meistens nur um des lieben Friedens willen auch sehr lange bereit, über kleine Grenzübertritte anderer Menschen hinwegzusehen.

Im Grunde genommen ist das etwas, worüber ich zur Zeit ziemlich viel nachdenke. Bis wohin darf, kann und will ich tolerieren, ab wann muss ich mich zur Wehr setzen. Manchmal bin ich schlicht zu schüchtern (wir arbeiten daran…), andererseits aber denke ich mir auch, warum sollte ich mich ständig über andere Menschen, die Mist bauen aufregen, das vermiest einem doch nur selber ständig den Alltag. Warum ständig aus einer Mücke einen Elefanten machen, warum nicht auch mal Menschen, die gerade offensichtlich auf dem Holzweg sind und das aber (als einzige) selber nicht kapieren, einfach mal entspannt auflaufen lassen? Das Schwierige dabei ist die Grenze zu ziehen, ab wo auch Auflaufen-lassen nichts mehr nützt und dringend mal ein gepfefferter Kommentar nötig ist. Bis ich mit Überlegen fertig bin, ist es nur leider meistens schon wieder zu spät. Manchmal, oft, sehr oft ärgert mich das im Nachhinein, aber wir hatten das ja neulich schon „Schlagfertigkeit ist das, was einem 24 Stunden später einfällt.“ Nicht wahr?

Heute mittag bin ichausnahmsweise in genau der richtigen Stimmung gewesen, als mir eine ziemlich unverschämte E-Mail als Antwort auf eine Bewerbung ins Haus flatterte und habe mit vollstem Genuss eine dementsprechende zurück geschrieben. Hat Spaß gemacht, sehr sogar. Ich glaub, das mach ich jetzt öfter.

Wie gesagt, wir arbeiten daran. Es dauert nur noch ein bisschen ein paar Jährchen.

Zeugen very british

Jahrelang hatte ich mir sehnlichst gewünscht, mich einmal mit den Zeugen über Gott und die Welt unterhalten zu dürfen, aber vergeblich. Nie klingelte auch nur ein einziger kleiner Zeuge an unserer Haustür. Am Freitag war es endlich soweit. Auf dem Weg von der S-Bahn zur Arbeit gingen vor mir zwei sehr elegant gekleidete Herren. Ich hätte es ein wenig eilig und wollte sie gerne überholen, das ging aber wegen der Schneemassen am Straßenrand nicht wirklich. Plötzlich drehten sich die beiden Männer zu mir um, machten mir Platz und:

Zeugen: „Guten Morgen!!!!“ (schalmeit es unsäglich fröhlich usw… und als würden wir uns seit 30 Jahren kennen)

Frau Ansku: “ Oh! Guten Morgen!“

Zeugen: „Gehen Sie hier zur Arbeit?“

Frau Ansku: „Ja, ich arbeite da vorne.“ (unbestimmter Punkt in der Straße)

Zeugen: „Oh wie schön!“ (Frau Ansku denkt sich, dass es da ja wohl schöneres gibt.)

Zeugen: „Und sind Sie denn glücklich im Leben?“

Frau Ansku: (jubelt innerlich, denn es dämmert langsam, dass das ja wohl höchstwahrscheinlich die Zeugen sind, auf die sie so lange schon gewartet hat und wenn das Zeugen sind, dann haben sie einen very british accent wenn sie deutsch sprechen. Zeugen auf british, gibt’s das? Finde keine Antwort auf diese Frage und die Schildchen, die die beiden am Revers tragen, kann ich leide auch nicht lesen, aber egal also weiter im Text.)

Frau Ansku: „Oh ja, ich bin sehr sehr glücklich!“ (breitestes Grinsen, was zwischen Mund und zwei Ohrläppchen möglich ist)

Zeugen: „Oh, das ist schön! Aber man kann ja immer noch glücklicher werden.“

Frau Ansku: „Echt ma‘?? Wirklich? Naahain, das glaub ich nicht. Glücklicher als ich, das geht gar nicht!!!“ (noch breiteres Grinsen, ich bin der Sonnenschein persönlich)

Zeugen: „Und was macht Sie denn so glücklich?“

Frau Ansku: (überlegt kurz) „Meine Familie und meine Freunde!“

Zeugen: „Wissen Sie denn, dass es einen Weg gibt, wie wir mit unserer Familie über den Tod hinaus verbunden bleiben können?“

Frau Ansku: „Ah-ha…“

Zeugen: „Aber ja doch! Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod? Haben Sie Sich schoneinmal Gedanken darüber gemacht?“

Frau Ansku: „Ähm nein, das habe ich noch nicht entschieden.“  (Schlagfertigkeit is‘ irgendwie nich‘ so mein Ding, was mich auch regelmäßig von neuem zur Verzweiflung treibt.)

Zeugen: „Sehen Sie, es gibt da ein Buch vom Propheten XY, von Gottes Vertreter auf Erden. Und der Prophet XY erzähtl uns, dass Gott uns alle sehr sehr liebhalt… Und wir können Ihnen exklusiv dieses Buch besorgen!“

(inzwischen vorm Haus des Chefs angekommen)

Frau Ansku: „Also, es hat mich wirklich sehr gefreut, mich mit Ihnen zu unterhalten, aber ich muss jetzt leider zur Arbeit. Einen schönen Tag noch! Bis hoffentlich bald mal wieder!

Zeugen: „Einen schönen Tag noch. Ähm… Wissen Sie denn sonst noch jemanden hier in der Nähe, der sich gerne mit uns unterhalten möchte?“

Frau Ansku: „Nein, leider nicht. Um Himmels Willen NAAAHAAIN!!! Ich arbeite hier nur, ich kenn mich hier ganz und gar überhaupt nicht aus.“

Und das nächste Mal, wenn ich etwas mutiger und schlagfertiger bin mehr Zeit habe, frag ich mal genauer nach, um welcher der 100.000 Propheten es sich hier eigentlich handelt und ob der auch Brite ist. 😀 Ich freu mich schon.

(to be continued)

Viiiiiieeeelen Dank!

Für all die lieben Glückwünsche hier, per SMS, Mail, Facebook und sämtlichen weiteren Kommunikationsmitteln und für die vielen vielen (zum Teil sehr sehr mysteriösen…) Päckchen und Karten, die hier angekommen sind! Ich hab mich sehr gefreut!

Und für nächstes Jahr beherzige ich den Tipp von Frau Puppe und nehme mir komplett frei und verkrieche mich den ganzen Tag zuhause. Dann merke ich vielleicht nicht mehr als allerletzte, dass dieser Tag kein stinknormaler Arbeitstag war. 😉