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“Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien,
mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit,
mehr Wissen, aber weniger Urteilsvermögen,
mehr Experten, aber größere Probleme.

Wir rauchen und trinken zu viel, lachen wenig, fahren zu schnell,
regen uns unnötig auf,
sehen zu lange fern, stehen zu müde auf,
lesen wenig, denken selten vor, halten keine Zwiegespräche mehr.

Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Welt reduziert.
Wir wissen, wie man den Lebensunterhalt verdient, aber nicht wie man lebt.
Wir haben dem Leben Jahre zugefügt, aber können wir den Jahren auch mehr Leben geben?

Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr zur Tür des Nachbarn.
Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht den Raum in uns gefüllt.
Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile.

Es ist die Zeit, in der es wichtiger ist, etwas darzustellen als zu sein.
Wo Technik einen Text wie diesen in Windeseile in alle Welt tragen kann und wo Sie die Wahl haben:
Etwas zu ändern, oder das Gelesene ganz schnell zu vergessen.”

via dort. Und immer wieder großartig.

Die sieben Weltwunder

Zu Weihnachten bekamen wir von der allerfantastischsten Ansku-Mutter auch drei Geschichten geschenkt. Die waren so schön, dass ich sie gerne Stück für Stück hier weitergeben möchte (via hier):

Eine Schulklasse wurde gebeten zu notieren, welches für sie die Sieben Weltwunder wären.

Folgende Rangliste kam zustande:

  1. Pyramiden von Gizeh
  2. Taj Mahal
  3. Grand Canyon
  4. Panamakanal
  5. Empire State Building
  6. St. Peters Dom im Vatikan
  7. Grosse Mauer China

Die Lehrerin merkte beim Einsammeln der Resultate, dass eine Schülerin noch am Arbeiten war. Deshalb fragte sie die junge Frau, ob sie Probleme mit ihrer Liste hätte.

Sie antwortete: “Ja. Ich konnte meine Entscheidung nicht ganz treffen. Es gibt so viele Wunder.” Die Lehrerin sagte: “Nun, teilen Sie uns das mit, was Sie bisher haben und vielleicht können wir ja helfen.”

Die junge Frau zögerte zuerst und las dann vor.

“Für mich sind das die Sieben Weltwunder:

  1. Sehen
  2. Hören
  3. sich Berühren
  4. Riechen
  5. Fühlen
  6. Lachen …
  7. … und Lieben

kennt jeman den der

Dieses Viertel – in Bärlin würden sie sagen: Dieser Kiez – also dieses Viertel macht mich wahnsinnig. Ständig kennt jemand jemanden, der jemand kennt, der wiederum Deinen Bruder kennt, weil dieser jemand ja mit der Freundin deines Bruders zusammen in die Schule gegangen ist. Erst gestern wieder auf einer Geburtstagsfeier gewesen, wo ich vermutlich eigentlich niemanden kannte. Und plötzlich dann doch wieder von drei Leuten angesprochen werden, weil eben jemand ja jemanden kennt, der jemanden kennt, der die Freundin Deines Bruders kennt. Und schon biste im Gespräch.

Und dann fällt mir ein, dass ich hier ja auch schon seit 28 Jahren wohne. 28 unglaubliche Jahre und ein halbes am selben Fleck, alles so vertraut, so heimatlich. Ich find das phänomenahnsinnig. Und schön. Das ist mein Kiez, aber eben auf münchnerisch. Und irgendwie auch anders: Mein Viertel. Hierhin kehr ich immer wieder zurück. Hier gehör ich hin.

Freud und Leid

Freud und Leid liegen nah beieinander, oder auch des einen Freud, des anderen Leid. In diesem Fall liegen Freud und Leid sogar bei derselben Person. Ich “muss” bis zum Monatsende, also bis Donnerstag noch hier in der Teenie-Hölle das ganze restliche Haushaltsgeld ausgeben und zerbreche mir den Kopf, was ich dafür kaufen könnte. Aus irgendeinem Grund ist immer noch eine beträchtliche Summe Haushaltsgeld für die Jungs (und mich) da und aus irgendeinem Grund muss dieses Haushaltsgeld bis Ende des Monats komplett (oder so gut wie komplett) ausgegeben sein. An sich wäre das für mich (natürlich) kein Problem, aber es ist nunmal nicht so, dass ich eben mal zu Feinkost Käfer gehen kann und beispielsweise eine Palette Kaviar kaufen könnte und zack die Bohne! ist mein Problem gelöst. Noch nicht mal Obst und Gemüse geht in größeren Mengen! Es würde doch sowieso nicht gegessen werden, die eingeschränkte Nahrungsmittelauswahl, Sie verstehen?

Und während ich hier so sitze und nachdenke und grübele, wie ich irgendwie Geld ausgeben kann und welche Vorräte ich wie noch auffüllen könnte, herrscht gerade auf meinem eigenen Konto gähnende Leere und das Geld, was ich bei mir habe, reicht mit etwas Glück noch für einen Cappucino, also zumindest bis in den nächsten Tagen irgendwann das nächste Gehalt kommt…

Einmal MUSS ich Geld ausgeben und weiss nicht wie, einmal kann und darf ich kein Geld ausgeben und wüsste so vieles… Bisschen verrückt gerade hier. Und irgendwie schon auch lustig.

(Vermutlich wird es auf einmal Wiesn oder einmal Essen gehen mit den Jungs hinauslaufen.)

Ansonsten alles hier mal mehr anstrengend, mal weniger. Meine Erkältung und die Wäscheberge haben mich weiterhin fest im Griff. Meine kurze Frühstückspause in der Sonne ist auch schon wieder vorbei, ich bedanke mich noch schnell für die vielen Kochtipps im letzten Post und geh dann mal überlegen, was es heute zu essen geben wird. ;)

?

Gibt so Tage, da fühl ich mich den ganzen Tag, als hätte ich irgendetwas Wichtiges vergessen oder als würde ich auf etwas warten. Vielleicht ist ja der Vollmond oder der Sack Reis, der mal wieder in China umgefallen ist schuld, aber ich bin innerlich unruhig, unkonzentriert, angespannt, fahrig und irgendwie gar nicht da. Ständig überlege ich, was noch zu tun, zu erledigen oder zu beachten ist, wen oder was ich vergessen habe. Kopfkino delüxe halt. Aber sooft und so krampfhaft ich auch überlege, es gibt gerade nichts aussergewöhnlich Wichtiges, was ich vergessen habe oder vergessen haben könnte. Es ist vielmehr eigentlich fast alles gerade in bester Ordnung hier und ich sollte das eigentlich geniessen, schließlich war das lange Zeit nicht wirklich so. Und die tausend Emails und elfhundert Blogposts, die ich noch schreiben könnte, müsste und wollte, die kann ich auch morgen noch schreiben.

Ich glaub, ich lass den Sack Reis jetzt einfach mal einen Sack Reis sein und geh ins Bett. Geniessen.

SMS

Mir spukte da die Tage was im Kopf rum und deshalb musste ich da gestern mal dem kleinen Bruder eine ziemlich bescheuerte Frage stellen, nicht ganz ohne Peinlichkeitsfaktor:

“Stimmt es, dass Männer keine SMS mögen bzw. sehr genervt reagieren, wenn eine Frau ihnen eine SMS schickt?”

Ich wüsste zu gerne, woher diese Aussage stammt, leider kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Mag sein, dass es eine Freundin in mitten all dieser Pubertätswirren war, mag auch sein, dass so eine blöde BRAVO Frauenzeitschrift diesen Satz geschrieben hat – fest steht einzig und alleine, ich habe das mal vor vielen vielen Jahren gehört oder gelesen und danach nie wieder und seitdem geht mri das nicht mehr aus dem Kopf und ich bin immer etwas verunsichert, ob ich jetzt darf oder soll oder lieber nicht sollte…?

Nun, der kleine Bruder hat natürlich gelacht und bestätigt, dass diese Aussage völliger Schmarrn ist und dass Männer SMS nicht schlimmer oder weniger schlimm finden als Frauen auch. Ganz wie ich auch denke: Es kommt darauf an, wie gut man sich kennt und natürlich auf die Situation. Zehn SMS zu schreiben wegen einem Treffen (“Hallo. Treffen wir uns morgen?” – “Nein doch lieber übermorgen.” – “Okay, und wo?” – “Vielleicht was essen gehen oder einen Kaffee?” – “Nee, lieber Kaffee” – “Okay, dann um drei?” – “Nee, lieber um vier.” usw.) ist sehr nervig, ziemlich unnötig und schneller und unkomplizierter geregelt mit einem kurzen Anruf. Umgekehrt gibt es jedoch auch Situationen, wo man jemanden mit einem Anruf sehr überrumpeln kann oder wo man sich nicht sicher ist, ob man möglicherweise stört, da ist es sehr praktisch, eine SMS zu schreiben, weil die SMS Zeit lässt zu reagieren. Besonders die letzte Eigenschaft finde ich persönlich sehr praktisch und sehr sympathisch.

Wieder etwas gelernt und nebenbei einige uralte Urban Legends Irrtümer beseitigt. Und so nebenbei haben Sie, die verehrte Leserschaft, etwas Dusselcontent live mitbekommen und ich habe mein Wort zum Sonntag. In diesem Sinne:

LG, Frau Ansku : )

Zigaretten und Treibsand

Frau Ansku geht derzeit neue Wege, viele neue Wege, schwindelerregend viel neue Wege und lässt sich mal überraschen, wohin diese Wege führen werden. Ich habe so lange auf die Gelegenheit gewartet, jetzt ist sie da. Ich muss sie nur noch zu fassen kriegen. Ich muss nur noch springen. Ach, und wenn Sie alle nur wüssten, wie ich springe! Hoch, runter, links, rechts, in alle Richtungen. Das ist wahnsinnig schön, aber auch anstrengend.

Dieses Wochenende habe ich mal ein Wochenende als Übersetzerin eingelegt, die Bewerbung muss morgen in der Post sein. Deadline! So lange noch bleibt es etwas ruhiger hier im Blog, meine Schreiblust und Wortgewandtheit wird momentan komplett von wirren Sätzen, die von Zigaretten und sinnlosen Zügen im Treibsand erzählen, in Anspruch genommen. Den heutigen Nachmittag vertrieb ich mir hauptsächlich mit der Frage: Was zum Henker hat Rauchen mit Treibsand zu tun??

Mutter fand dann endlich des Rätsels Lösung: “Es ist erschreckend, wie dankbar seine Lungen das vertraute Gift entgegennahmen, lieber das hier als sinnlose Bewegungen im Treibsand.”

Wort zum Sonntag also: Lieber am Rauch sterben als im Treibsand.

So isses.