fasten

Ich bin ja sonst gar nicht der Fasten-Fan, ich sehe darin keinen Sinn, sich einige Wochen im Jahr zu kasteien und such jeglichen Genuss zu versagen, um den Rest des Jahres gierig nach jedem Stückchen Schokolade zu lechzen, das in greifbarer Nähe liegt. Wirkliche Veränderung geschieht in meinen Augen nur langfristig.

Dieses Jahr aber las ich auf Twitter einen Tweet, der mich nachhaltig beeindruckte und mich dazu verleitet, dieses Jahr auch zu fasten: Es ging in etwa darum, dass es doch mal schön wäre, wenn dieses Jahr in den unsozialen Medien einmal gemeinschaftlich Hass, Missgunst, Hetze und Intoleranz gefastet werden würde. Dann wäre das Internet doch für wenigstens ein paar Wochen ein weitaus friedlicherer Ort. Das brachte mich zum Nachdenken, Fasten muss ja nicht immer mit konkreten Entsagungen und Enthaltungen verbunden sein und vielleicht wäre das ja so in dieser Form auch etwas für mich. Ich faste nun schlechte Laune, Stress, Ärger, Sorgen, Missgunst… die Liste ließe sich noch fortsetzen. Es ist grad etwas schwer, als noch relativ frische Einrichtungsleitung Stress zu fasten, wenn diese und nächste Woche die Termine sich überschlagen, ich mich tagtäglich mit Dienstleistern über horrende Rechnungen streite auseinandersetzen muss und dabei haben wir NUR eine Putzfirma und einen Winterdienst, eigentlich meine Jugendlichen mich, meine Zeit und meine Aufmerksamkeit sehr dringend bräuchten und mein Körper mir sehr deutlich zu verstehen gibt, dass es grad alles ein wenig viel zu viel ist.

Aber es ist auch eine spannende Sache, denn ich denke grad von mir als Leitung wird erwartet, auch in Stresssituationen ruhig zu bleiben. Ich versuche also, ruhig durchzuatmen, zu lächeln, kleine Pausen und Auszeiten zu suchen und mir jeden Tag ein kleines bisschen etwas Gutes zu tun.

Schauen wir mal, wie es an Ostern aussieht.

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