Ponyhof

 

 

 

 

 

 

 

Der Ponyhof hat nun zwei Tage Pause, willkommen in der realen Welt im Wochenende! 😉

Haben Sie alle ein wunderfeines Wochenende!

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Frühförderung

Ich arbeite ja in „MediaCity“, dort wo sich eine Reihe bekannter und unbekannter TV- und sonstige Medienfirmen angesammelt und breitgemacht haben. Auf dem Weg zur Arbeit laufe ich zur Zeit jeden Morgen an einem Betriebskindergarten vorbei. Mitte der Woche aber hatte ich lieben Übernachtungsbesuch aus Hamburg und war deshalb auch am darauffolgenden Morgen erst nachdem ich den lieben Besuch mit Frühstück und Reiseproviant versorg und in den Bus zum Bahnhof gesetzt hatte später spät gegen Mittag im Büro.

Ich lief also bei strahlendem Sonnenschein wie gewohnt an dem Kindergarten vorbei, und bemerkte erfreut, dass die Kindergartenkinder heute draussen spielen. Doch irgendetwas an der Szene war irritierend. Ich blieb kurz stehen und betrachtet das faszinierende Bild, das sich mir bot:

Unten spielten die Kinder im Sandkasten und über ihnen am Gebäude pragt gross, rot und weithin sichtbar das Logo eines bekannten deutschen Fernsehsenders.

Das nennt sich dann wohl auch Frühförderung? 😉 Betriebskindergärten sind was faszinierendes.

Werten

Es gibt in dieser Gesellschaft eine einzige Tendenz, die mich am allermeistens stört und mich manchmal richtig wütend macht. Man sagt, die Deutschen würden permanent jammern, vielleicht ist das auch so, aber das stört mich nicht so sehr. Also eigentlich manchmal doch auch sehr, aber nicht so sehr wie das, dass ständig über jeden und alles geurteilt wird. In den Medien, in Blogs, ständig wird alles, was anders ist, verurteilt. Letztes politisch relevantes Beispiel: Der Abgang Horst Köhlers. Der Ex-Bundespräsident hat sein Amt immer zuverlässig und gut ausgeübt,  vor einigen Monaten ist er überraschend abgetreten. Sofort zeigten alle mit dem Finger auf ihn und schimpften, dass man nicht einfach so die Flucht ergreifen dürfe. Aber woher wissen wir, dass es „einfach so“ war? Kennen wir die wahren Gründe? Ich kenne sie nicht und genau aus diesem Grund finde ich es vermessen, mir ein Urteil über diese Gründe anzumassen. Ich war nicht in der Situation drin, aber wer sagt mir, dass ich an Horst Köhlers Stelle nicht genauso reagiert hätte? Eins jedoch ist sicher: Horst Köhler ist ein Mann in einem „reifen, gesetzten Alter“, der viele Jahre lang sehr gut sein Amt ausgefüllt hat. Ich darf also annehmen, dass er sich etwas dabei gedacht hat, als er abgetreten ist. Dass er sich mit Familie, Freunden und Beratern besprochen hat, bevor er diesen Schritt gegangen ist. Und dass er nicht wie ein kleiner Schuljunge, der sagt „Och, heute hab ich aber keinen Bock auf Schule!“ ‚einfach so‘ mal eben zurückgetreten ist. Ich darf also annehmen, dass er es aus vernünftigen, rationellen Gründen aus einer für ein persönlich schwierigen Situatione heraus getan hat und über diese Gründe finde ich, hat keiner ein Recht, sich ein Urteil anzumaßen. Denn wir sind alle nur Menschen.

Es wird also fleissig geurteilt und verurteilt in der Öffentlichkeit, in den Medien, im Internet, in Blogs. Die meisten Artikel (meine manchmal sicherlich nicht ausgenommen) drehen sich in erster Linie darum, dass dieses oder jenes Verhalten von anderen Menschen nicht angemessen, dumm, doof oder unverschämt war. Aber wer sagt uns denn, dass wir in derselben Situation nicht genauso oder ähnlich reagieren würden? Wer viel im Internet unterwegs ist, bloggt, twittert und facebookt, der hat keinen Bezug zum realen Leben? Hat keine Freunde und keine Sozialkontakte? Und die, die ihren Internetkonsum im Rahmen halten, die sind dann automatisch die „besseren“ Menschen??? Wo bleibt denn dann bei diesen Pauschalurteilen der Mensch? Der Mensch, das Individuum, das so verschieden ist, wie es Menschen auf dieser Welt gibt? Und warum darf es dann nicht sein, dass für das eine Individuum ein bisschen mehr Internet okay und gut und sozialverträglich ist und für den anderen ein bisschen weniger? Nur weil irgenjemand mit Blogs und/ oder Twitter und/ oder Co. nichts anfangen kann, muss es doch nicht generell etwas Schlechtes sein? Vielleicht gibt es dafür ein paar andere Menschen, für die solche Dienste sehr nützliche und alltagserleichternde Funktionen haben? Und selbst wenn nicht, wenn es offensichtlich überhaupt keinen Sinn hat, was macht das für einen Unterschied? Warum kann es nicht einfach mal OKAY, warum kann es nicht einfach dem Individuum selbst überlassen sein, wie viel er im Internet unterwegs ist, bloggt oder twittert und trotzdem nebenher ein normales Leben führt? Es muss ja keiner lesen, der es nicht lesen will. Warum versuchen wir ständig, durch Be- und Verurteilen des Verhaltens anderer uns selber auf eine höhere Stufe zu stellen? Nur um uns für einen kurzen Augenblick besser als der andere zu fühlen? Ich muss bei solchen Aussprüchen immer wieder an den „Schatten“ denken. Ein sehr esoterisch-angehauchtes Thema, welches aber (leider) einen wahren Kern in sich trägt: Wir be- und verurteilen am liebsten das, was uns an uns selber stört und nervt. Denn sonst würde es uns ja nicht stören, is‘ klar, ne? 😉

Und so geht es weiter, eine endlose Liste lang. Menschen mit Kindern rümpfen die Nase über Menschen ohne Kinder und Menschen ohne Kinder rümpfen die Nase über Menschen mit Kindern. Berufstätige Mütter bekriegten Mütter, die zuhause bei ihren Kindern bleiben und Mütter die zuhause bleiben, ereifern sich über diese „Rabenmütter“, die ihre Kinder in eine Krippe abschieben. Fleischesser gegen Vegetarier und Vegetarier gegen Fleischesser, politisch engagierte Menschen gegen politisch nicht-aktive Menschen und so weiter… Dem folgt dann meistens eine ellenlange Diskussion, in der es letztendlich immer nur darum geht, wer der bessere Mensch ist und an deren Ende doch wieder nur herauskommt, dass es für alle diese Dinge keine Pauschallösung gibt, dass jeder sein Leben so gestalten muss, wie er sich damit wohlfühlt. Eine Lösung, zu der man eigentlich auch kommen würde, wenn man nicht pauschal alles, was irgendwie anders ist, verurteilen würde. Aber vermutlich ist leider gerade und genau das so unglaublich schwer, nämlich vor seiner eigenen Hütte zu kehren. Deshalb urteilt man lieber den lieben langen Tag über seine Mitmenschen und was die so tun und wie dumm die eigentlich sind.

Aus diesen Gründen versuche ich Schritt für Schritt, mir Beurteilungen und Urteile über andere Menschen, über ihre Motive und über ihr Verhalten abzugewöhnen. (Da gibt es natürlich auch Extrem- oder Grenzfälle. Schwere Straftaten z.B. müssen natürlich sowohl juristisch als auch gesellschaftlich verurteilt werden, das ist klar. Jeden einzelnen Fall auszuführen, würde aber hier zu weit führen.) Bei meiner Arbeit mit den Jugendlichen würde ein solches Verhalten auch zu gar nichts führen, das merke ich immer stärker. Oft ertappe ich mich selber noch bei dem Gedanken „Wie können die nur…!“ „Wie können die nur bis mittags um 2 Uhr im Bett liegen! Was sind das denn für Faulpelze!“ Doch dann muss ich mich selber zur Vernunft rufen und mir sagen: „Ja klar können sie. Wie sollen sie es auch ANDERS können? Wer hat es ihnen bisher so vorgelebt?“ Bin ich nun etwas Besseres, nur weil ich eine Familie hatte, die mir vorgelebt hat, jeden Morgen pünktlich aufzustehen, mir Ziele zu stecken und diese auch diszipliniert zu verfolgen statt den lieben langen Tag vor PC und Fernseher zu verbringen oder gleich im Bett? 😉

Erst neulich purzelte ich beim Lesen von Kartographie über diesen Satz, der mir so zutiefst aus dem Herzen spricht: „Verurteile niemanden, bevor Du nicht selber in seiner Situation warst.“ Das gilt sicherlich für Kriegssituationen wie in diesem Buch beschrieben, es gilt aber genauso sehr für das „ganz normale“ Leben. Für ein friedliches Leben im Miteinander und in Wohlwollen zueinander.

Ich mag nicht mehr, dass permanent an mir herumgezerrt wird. Ich mag mich nicht mehr permanent rechtfertigen für die Entscheidungen, die ich treffe. Ich mag mir nicht mehr ständig anhören, wie an anderen Menschen herumgezerrt und wie über sie rücksichtslos geurteilt wird, ohne die Gründe dafür zu kennen und ohne sie zunächst einmal anzuerkennen als Handlungsmotive. Ich mag auch nicht mehr selber dauernd ein Urteil über alles und jeden parat haben müssen.

Ich mag auch manchmal etwas einfach so unkomentiert stehen lassen dürfen, einfach so, aus Respekt dem Menschen gegenüber.

Ich möchte einfach nur so: Leben und leben lassen.

Gemerkt

Die liebste Freundin, meine „Schwester“ beim gemeinsamen Abendessen: „Du siehst aber gut aus – warst Du heute nicht arbeiten???“

Aus der Reihe: Woran man merkt, dass man dringend einen neuen Job braucht.

(Aber es gibt Lichtblicke: Don Jefe weilte diese Woche weit, weit, ganz weit weg und so habe ich in geradezu himmlischer Ruhe und an lediglich drei statt vier Tagen eine ganze Menge aufarbeiten können. Und ich habe immerhin diese Woche sechs Bewerbungen verschickt, weitere werden folgen und Sie dürfen jetzt gerne mal ganz feste die Daumen drücken. Danke.)

Fachfrau für Elektrontechnik

Der Montag ist kein Ponyhof, das wissen wir alle. Für mich jedoch hat er im Laufe der letzten Wochen und Monate stets einen gewissen Nervenkitzel mit sich gebracht. Montag ist nämlich der Tag der kaputten Geräte. Bei uns im Büro ist ständig irgendein Gerät kaputt und – mit Ausnahme des einen Druckers, der ging an einem Donnerstag kaputt – war das bisher immer montags. Der Kopierer, das Internet, alles an einem Montag und neulich, an einem ganz normalen Montag im Januar wählte plötzlich das Fax nicht mehr. Am Mittwoch ging es dann wieder, als wäre nichts gewesen. Dass der Laptop vor zwei Wochen nicht funktionierte, habe ich erst am Dienstag entdeckt, aber es ist vermutlich zurückzuführen auf die drei Jungs des Don Jefe und das vergangene Wochenende. Letzten Montag war es die Lampe, was ja schon beinahe eine Banlität darstellt, allerdings habe ich mit dem ganzen Schnee auf den Dachfenstern letzte Woche dann doch relativ im Dunkeln gearbeitet, nur mit einer Stehlampe neben dem Schreibtisch. So langsam macht sich immer pünktlich, wenn ich Montag früh aus dem Haus gehe, eine gewisse Spannung, ein aufgeregtes Prickeln in der Magengegend breit. Was ist es wohl heute? Was darf ich heute reparieren* ? Und dazu das Gefühl, dass ich das falsche Fach studiert habe. Elektrotechnik oder sowas, das wäre irgendwie praktischer zur Berufsvorbereitung gewesen.

(Ja, ich bin bei uns die, die die kaputten Geräte repariert. Fragen Sie bitte nicht, wie. Ich habe keine Ahnung von Technik. Don Jefe brauche ich aber bei sowas gar nicht fragen, der hat noch weniger Ahnung als ich und erzählte mir z.B. als das Internet im Dezember kaputt war, dass ich doch mal den Server, der in dem kleinen schwarzen Kästchen an der Wand in seinem Zimmer steht, runterfahren und wieder anschalten sollte. Dann funktioniert das schon wieder! Daraufhin habe ICH IHN aufgeklärt, dass 1. der Server der große laute Computer ist, der in meinem Zimmer steht und das Kästchen in seinem Zimmer die Telefonbüchse ist, dass 2. der Server, auf dem unsere Daten lagern, nichts mit dem Internet zu tun hat und dass 3. ich den Server garantiert nicht herunterfahre, weil mein Vorgänger mir, als er mich eingearbeitet hat, als allererstes eingebleut hat, niemals, nie und unter gar keinen Umständen den Server auszuschalten, weil man sonst sämtliche Zugriffsrechte von unseren PCs aus auf den Server neu konfigurieren müsste. 😀 )

Das ist so eine klitzekleine Sache, warum ich meinen Job liebe mag. Mir gehen nie mehr die lustigen Geschichten aus, bei uns ist immer irgendetwas los! Nennt sich auch Galgenhumor, sowas.

Also, was sind Ihre Tipps? Was darf ich morgen reparieren* ?

*‘ Ersatzweise, im äußersten Notfall auch: Alle Ordner durchwühlen, um herauszufinden, welcher Reparaturdienst in der Vergangenheit dieses Gerät repariert hat oder wer überhaupt Ahnung davon haben könnte.

Fragen, die die Welt Ansku bewegen (9)

Wie schnell können Lichterketten blinken und wird das dann auch in Bpm (beats per minute) gemessen oder eher in fpm (flashs per minute)?

(Jedes Mal denke ich, es könnte nicht mehr schlimmer neller kommen und jedes Mal werde ich doch wieder irgendwo eines Besseren belehrt. Die der Sozialwohnungen gegenüber können jedenfalls locker mit einer guten Electro-Party mithalten… Ich glaube, ich sollte nicht soviel denken.)

Visitenkarten

Gibt es auch Leute, die ihr Selbstbewusstsein über die Anzahl der Visitenkarten, die sie eingesammelt haben, definieren? So nach dem Motto: Seht her, ich hab connections, ich bin was. Wenn man sich das aber mal so überlegt, ist das im Grunde genommen doch wie Facebook für die Chefetage. Man „kennt“ 50 100 200 500 Leute, aber zu tun hat man mit ihnen ab dem Moment, wo man Visitenkarten ausgetauscht hat nie wieder.

Drängte sich mir heute so auf, diese Frage, beim Eintippen der gefühlt 497. 30. Visitenkarte die nie wieder jemand braucht ins Adressverwaltungssystem.