Auf der Suche

Manchmal finde ich zuhause keine Ruhe. Ich merke dass ich dringend Ruhe bräuchte, die Woche war lang, zehrend, mit wenig Schlaf, dafür aber einigen Tücken. Ich möchte gerne nur auf dem Sofa sitzen und Stricken. Oder lesen. Oder vielleicht auch nur Löcher in die Decke starren. Aber ich kann das nicht, ich springe alle fünf Minuten auf, weil mir noch dies einfällt und das und jenes. Aufräumen wollte ich noch. Abwaschen und die Sockenschublade aussortieren. Das Bett neu beziehen. Ich setze mich wieder aufs Sofa und nehme das Buch in die Hand, jetzt aber Ruhe! Da fällt mein Blick auf die Palme auf der Fensterbank, die seit mehreren Tagen kein Wasser bekommen hat und deren Blätter sich schon bedenklich gelb verfärben. Oh nein! denke ich, die Palme muss Wasser bekommen und all die anderen Pflanzen auch.

Keine Ruhe heute, jedes Mal dasselbe Spiel, sobald ich mich gesetzt habe. Maximal einen halben Artikel in einer Zeitschrift schaffe ich zu lesen. Das geht so doch nicht mit der Ruhe, ich schnappe mir meinen Rucksack, packe Buch, Picknickdecke und etwas zu essen ein und lasse Sockenschublade Sockenschublade sein.

Und dann bin ich am Fluss und da, am stetigen Rauschen des Wassers, da ist sie endlich, die Ruhe.

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Arm, aber reich

Ich gehe durch den Hauptbahnhof in München und muss über das ganze Gesicht grinsen. Eigentlich hätte ich allen Grund zum weinen, vielleicht auch zum verzweifeln. Es ist der 11. des Monats und mein Konto ist blank. Blanker als blank. Es ist ein bisschen viel was zusammengekommen in letzter Zeit: Urlaub, unvorhergesehene Ausgaben, die Jahreszahlung für die Fahrkarte und dies und das und noch ein bisschen mehr. Dann dazu einmal dass das Gehalt vom Nebenjob, das nicht überwiesen wurde, aus welchen Gründen auch immer (wie sich im Nachhinein herausstellte, erst im nächsten Monat). Ein wenig hier zu viel zu sorglos ausgegeben, ein wenig dort zu wenig eingenommen. Ich könnte mich jetzt zum 187.ten Mal ärgern, ich könnte schimpfen über Gehälter in sozialen Berufen und ich könnte jammern, obwohl es mir an sich ja nicht wirklich schlecht geht, es gibt Menschen die weniger verdienen als ich. Aber es ist eben trotzdem jeden Monat ein Nullsummenspiel, es reicht meistens gerade so, und wenn solche unvorhergesehenen Sachen kommen, eben manchmal auch nicht. Ich weiß, dass viel, vielleicht ein bisschen zu viel Monat nach Ende des Geldes übrig ist und ich könnte eigentlich ein bisschen weinen.

Aber ich weine nicht, ich lächele während ich an den Gleisen vorbeigehe und wie immer die Anzeigen studiere, welcher Zug fährt wohin. Ich hatte so einen tollen Nachmittag. Die Sonne scheint durch das Glasdach der Bahnhofshalle und ich muss daran denken, wie ich mit meinen beiden liebsten Freundinnen vorhin in der Sonne im Biergarten saß. Wie viel Verbundenheit und Verständnis da war, als ich über genau diese Probleme geredet habe, wie viel Anteilnahme und Unterstützung. Wie wir letzten Endes gemeinsam darüber gelacht haben. Wie es immer wieder auf Anhieb wieder wie als wäre es erst gestern gewesen vertraut ist, wenn wir uns sehen, obwohl es wegen weiter Entfernungen nur 3-4 Mal im Jahr möglich ist. Ich denke zurück an gestern und vorgestern, was für schöne und intensive, vertrauensvolle und tiefe Gespräche ich mit einer anderen lieben Freundin hatte. Wie ich mal wieder im Urlaub krank war und meine Freundin einfach so gekommen ist auf einen Krankenbesuch. Wie wir dann ganz spontan einen wundervollen Abend hatten und uns bis nachts um zwei auf der Terrasse einfach so „verquatscht“ haben. Und auch da war so viel Wärme, so viel Vertrautheit und so viel gegenseitiges Verständnis. So viel Geborgenheit und Zuneigung und Freundschaft, dass alle diese Sorgen und Ärgernisse keinen Platz mehr haben in meinem Herzen.

Wie gesegnet bin ich doch mit diesen Menschen um mich herum, denke ich mir. Ich könnte mich gerade furchtbar arm fühlen, aber ich bin unfassbar reich. Für immer.

Es ist noch nicht alles gesagt

Kennt jemand das? Die Motivation zu bloggen ist durchaus vorhanden, aber die Zeit, die liebe Zeit! Sehr oft denke ich an meinen Blog und denke, wie gerne ich mal wieder etwas schreiben würde, aber ach, die Zeit, die liebe Zeit!!! Und dann denke ich plötzlich, nein, eigentlich ist es nicht die Zeit an sich, sondern die Technik. Oder die Bequemlichkeit. Seit Ende meines Studiums, seit ich also keine Seminararbeiten mehr schreiben muss und – ähäm – vor allem seit ich Besitzerin eines EiPäds bin, ist mein Laptop nur noch dazu da, um Überweisungen zu machen. Vielleicht mal um eine Bewerbung für einen neuen Nebenjob zu schicken, aber das ist gottseidank immer noch recht selten. Aber das war es dann auch. Wenn ich etwas wissen will, einen Artikel im Internet lesen will, kann ich das auch am Smartphone oder am Tablet tun, dazu muss ich nicht den PC hochfahren (was ohnehin sehr lange dauert, denn der neueste ist er nicht mehr). Und bloggen kann ich auch am Tablet, aber nun ja, eben auch wieder nicht so richtig. Mit 10-Fingern schreibt es sich eben doch schneller und da kommt wieder die Zeit ins Spiel. Bräuchte ich für einen Blogartikel am PC vielleicht 15 Minuten, würde es vermutlich am Tablet doppelt so lange dauern zu tippen mit einem Fingerchen. Also doch wieder eine Frage der Zeit. Oder doch der Bequemlichkeit? Ist es zu umständlich, den Laptop aus den Untiefen des Schrankes hervorzukramen, an den Strom anzustöpseln ohne den es nicht mehr geht und fünf Minuten zu warten, bis der Laptop hochgefahren ist? Ist es wirklich eine Frage der Bequemlichkeit, bloggen oder nicht bloggen? Und warum muss eigentlich alles immer schnell gehen, sind es nicht die fünf Minuten länger am Tablet auch wert, fünf Minuten länger zum Nachdenken, zum Sich-Auseinandersetzen mit dem Thema?

Ich weiß nicht, ob es für diese Fragen eine Antwort gibt. Aber ich weiß eines, es wird hier weiter gehen. Es muss. So oder so, man wird sehen mit welcher Technik oder vielleicht doch in der Arbeit in der Mittagspause. Es ist noch nicht alles gesagt.

Wenn‘s am schönsten ist

Es geht ja immer so auf und ab mit diesem alleine-leben-Dingsi. Es gibt gute Zeiten, da bin ich sehr glücklich über meine Freiheiten, auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen, alles tun zu können was ich möchte. Und dann gibt es nicht so gute Zeiten, da ist das alleine leben eben… alleine. Leer. Einsam. Solche Phasen gibt es, sie ziehen auf und ziehen wieder vorbei. Ich bin nicht einsam, ich habe wundervolle Freunde, aber das schwierige an wundervollen Freunden ist, dass man sich eben auch von Ihnen manchmal (kurzzeitig) trennen muss. Und zwar genau dann wenn es am schönsten ist. Und dann ist man wieder alleine.

Wir hatten einen wunderschönen Tag, ich und meine Freundin und ihr Mann. Ein furchtbar leckeres Frühstück, raus in die Sonne, Spazierengehen, gute Gespräche, Eiskaffee in der Sonne, das Frühlingsgrün, das Glitzern des Wassers, das umwerfende Blau des Frühlingshimmels, Lachen, Fliederduft, tiefes Verstehen. Am Abend fahren wir nach Hause, der Abschied naht, und je mehr wir uns dem Haus nähern, merke ich wie mein Herz schwer und schwerer wird, obwohl es doch eigentlich leicht ist nach all diesen schönen Erlebnissen. Ich spüre, wie sich mein Magen ein wenig zusammen zieht, möchte gerne noch ein wenig diesem wunderbaren Moment festhalten. Ich fürchte mich vor der Leere nach diesem prall gefüllten Tag, ich fürchte mich vor der Stille nach all diesem schönen Zusammen, nach all diesen sonnenverwöhnten Gesprächen. Ich frage mich, warum es gerade in solchen Momenten so schwer ist loszulassen, warum es gerade in solchen Situationen nicht reicht, von den schönen Erlebnissen zu zehren. Mein Kopf sucht nach weiteren unverfänglichen Gesprächsthemen, um den Moment noch ein wenig zu strecken, um den Abschied, das „Mach’s gut, bis bald mal“, die Stille hinter der geschlossenen Tür noch etwas hinauszuzögern. Am liebsten möchte ich betteln: Bitte lasst uns noch zusammen Abend essen. Nur noch 30 Minuten! Wie ein Kind, das nicht ins Bett gebracht werden will, geht es mir durch den Kopf. Ich will ansetzen etwas zu sagen und unterbreche mich selber. Ich bin kein Kind, ich bin erwachsen. Es hat keinen Sinn, die Szene noch künstlich in die Länge zu ziehen, es war ein toller Tag und es ist nun vorbei. Zeit sich zu verabschieden. „Macht’s gut“, sage ich. „Einen schönen Abend noch“, und ich weiß nicht ob ich das auch wirklich so meine. Die Haustür fällt ins Schloss und ich renne das Treppenhaus hinunter, an die frische Luft. Der Knoten in meinem Hals wird ziemlich groß. Hey, denke ich mir, warum jetzt so betrübt, es war so ein schöner Tag? Ich kämpfe weiter gegen den Kloß in meinem Hals an. Ich möchte nicht nach Hause, in die Stille, aber ich gehe dennoch durch den duftenden Park nach Hause. Beim Laufen wird der Kloß langsam kleiner, ich entspanne mich. Ich schließe meine Wohnungstür auf und bin zuhause. Etwas verwirrt und wehmütig und orientierungslos, aber ich bin zuhause. Ich setze mich aufs Sofa und sehe mir im ApfelPhone die Photos an von diesem schönen Tag. Die Sonne, die Frühlingsfarben, das Glitzern des Wassers, ich und meine Freundin lachend vor einem Brunnen. Ich muss leise Lächeln. Nein, ich bin nicht alleine. Aber manchmal ist der Abschied auch am schwersten, wenn es am schönsten ist.

Nur geträumt (2)

Samstag, 03.03.: Ich bin auf einem Klassentreffen mit den alten Schulkameraden, die Stimmung ist ausgelassen und noch feuchter als fröhlicher. Ich sitze inmitten der feiernden Menge mit meinem Glas Weißwein und nippe daran. Nein, ich versuche daran zu nippen, denn jedes Mal wenn ich das Glas zum Mund führe, kommt der Hund (eine Dogge???) meines Klassenkameraden und will seine feuchte, sabbernde Schnauze ins Glas hängen. Wohlgemerkt, ich habe diesen Hund einmal in meinem Leben gesehen, auf der 30. Geburtstagsparty der Zwillinge vor fünf Jahren in einem verlassenen Kaff in der Oberpfalz. Ich reiße den Arm mit dem Glas hoch, mache die unmöglichsten Verrenkungen, versuche den Hund abzuwehren und zu verscheuchen, aber sobald ich auch nur den Gedanken habe, das Glas zum Mund zu führen, ist die Schnauze wieder da. Also heute kein Weißwein für mich.

05.03.: Ich hab Urlaub, endlich! Lange herbeigesehnt und so sehr verdient. Ich bin in Griechenland, ein Super-Angebot eines Reiseveranstalters, die Fotos im Hochglanzkatalog vom allerfeinsten. Blaues Meer, Sonne, weißer Strand, es ist so schön. Die Realität sieht… anders aus. In Griechenland auf einer Insel mitten im tiefblauen Meer schneit es. Es schneit sogar so sehr, dass man kaum das Hotel verlassen kann, geschweige denn möchte. Dennoch kommt ein Mann und versucht immer wieder, ausdauernd und anhaltend, mich auf ein Schiff zu ziehen und mich zu einer Kreuzfahrt zu überreden. Dazu muss man wissen: Ich würde niemals in meinem Leben, nein, ich WERDE niemals in meinem Leben ein Kreuzfahrtschiff besteigen. Mich reizt zwar durchaus der Gedanke, an mehreren Orten anzulegen und innerhalb einer recht kurzen Zeit verschiedene Orte zu sehen, aber dann gibt es doch einige gewichtige Punkte die gegen eine Kreuzfahrt sprechen:

1. Kreuzfahrtschiffe saufen gelegentlich ab und die Überlebenschancen beim Absaufen sind recht gering.

2. Kreuzfahrtschiffe sind laut, ich möchte aber im Urlaub auch die Möglichkeit haben, Ruhe zu finden. Und wie ich neulich gelernt habe, sind sie zudem Dreckschleudern.

3. Kreuzfahrtschiffe saufen gelegentlich ab und die Überlebenschancen beim Absaufen sind recht gering.

4. Ich bin ein sehr freiheitsliebender Mensch und brauche – nur für den Kopf – die Möglichkeit aus einer Situation zu fliehen. Das berühmte Hintertürchen. Daher sind längere Aufenthalte in Räumen, aufgrund deren geographischer Lage – Höhe, Abgeschlossenheit, Ort, Luft, Wasser – das Entkommen nur schwer ist, für mich sehr schwer auszuhalten. Eine Fahrt in einem Aufzug z.B. ist nach Möglichkeit zu umgehen und Treppen steigen ist sowieso gesund, eine mehrstündige Flugreise ist gerade noch erträglich, zwei Wochen in einer schwimmenden Büchse und etliche tausend Kilometer drum herum nur Wasser wären dagegen eine ziemliche Zumutung und ich vermutlich danach reif für die Klapsmühle.

5. Kreuzfahrtschiffe saufen gelegentlich ab und die Überlebenschancen ….

tbc.

Sie sehen, keine Kreuzfahrt für mich. Und während ich da so mit Pudelmütze und Schal im eisigen Griechenland stand, der Kreuzfahrt-Typ an meinem Arm zerrte und auf mich einquasselte doch endlich seinen Kahn zu betreten (NEIN!), tauchte plötzlich neben mir eine zweite Person auf und erklärte mir, ich solle doch nicht immer so große Erwartungen an den „perfekten“ Urlaub haben, ein bisschen Flexibilität sei geboten. Weg mit den starren Vorstellungen von Postkartenmotiven und Hochglanz-Katalogen! Und außerdem, Urlaub ist schließlich, was DU draus machst! Ein Buch im eingeschneiten griechischen Hotelzimmer zu lesen kann doch mindestens genau so schön sein wie ein Buch im eingeschneiten Hotelzimmer in den Alpen zu lesen, auf alle Fälle ist es dort oder dort sehr gemöterlisch und entspannend! Und Entspannung, hey! Das wolltest Du doch, Ansku!

Der Schiffstyp lässt endlich meinen Arm los, ich starre diesen Hobby-Psychologen an, der da grad ins Bild gehupft ist und denke kurz darüber nach, ob alle Griechen jetzt bekloppt geworden sind (falls Griechen hier mitlesen: Natürlich nicht!!!), drehe mich dann wortlos um und gehe in mein eingeschneites Hotelzimmer zu meiner Lektüre.

Traumdeuter hier?

(Ansonsten sah die griechische Insel so mit Puderzucker-Decke ja doch recht hübsch aus, griechische Inseln sind ja recht bergig und das sah ein bisschen aus wie ein bezuckerter Guglhupf, echt hübsch. Falls also jemand auf Schnee im Sommer steht…)

Tagebuchbloggen März ’18

Mein Wecker klingelt um 7.00 Uhr und ich bin sofort hellwach, habe aber trotzdem keine Lust aufzustehen. Also drehe ich mich nochmal um auf die andere Seite, gebe aber doch um 7.24 Uhr auf und steige aus dem Bett. Die Arbeit ruft, nicht zuletzt das lästige monatliche Ritual: Kasse. Ich mache mir einen Cappuchino, widerstehe dem Drang mich aufs Sofa zu setzen und verschwinde gleich unter die Dusche. Warm-kalt-warm-kalt. Ich bin so wach, ich bin selber über mich erstaunt. Soll aber nicht lange halten.

Gegen 8.35 Uhr verlasse ich das Haus. Das Stricken im Bus zur Arbeit ist längst ein liebes Ritual geworden. In der Arbeit schminke ich mich erstmal, das schaffe ich irgendwie nie zuhause. Dann erledige ich ein paar Anrufe und Emails und gehe in den Keller, um das Fach der Waschmaschine in eine Lauge aus Essigessenz einzulegen. Man kann – oder besser gesagt Jugendliche können Waschmaschinen seeehr lange ungepflegt lassen, bis schließlich seeeehr hartnäckige Kalkablagerungen entstehen. Der ganze Keller stinkt nach Essig.

Die Kasse anzufangen lohnt sich nicht mehr, denn ich muss sehr bald gegen 10.30 Uhr wieder los. Ich habe nach langer Pause mal wieder einen Termin bei meiner Heilpraktikerin. Das war überfällig und tut mir sehr gut. Ich verlasse die Praxis gegen 13 Uhr zwar etwas nachdenklich, aber doch mit deutlich mehr Energie als die letzten Wochen. Ein Stück muss ich laufen zur Ubahn und sehe an der Theresienstrasse lauter bekannte Bars und Geschäfte, in denen ich schon viel zu lange nicht mehr war.

Vor der Ubahn gönne ich mir noch ein Panini und einen Kaffee, außerdem nehme ich fürs Team noch zwei Muffins mit. Montags haben wir Team, zwar nur noch zu zweit, aber nicht weniger wichtig. Anfangs lachte mich due Kollegin etwas aus, als ich zu Anfang des Teams eine Befindlichkeitsrunde eingeführt habe, inzwischen ist sie schon nach wenigen Wochen fester Bestandteil unserer Teambesprechung und wird mehr und mehr ausgedehnt und es tut so gut. Ich muss etwas lächeln. Nach dem Team wurschtelt jeder so für sich hin. Nach vier Uhr geht natürlich niemand mehr ans Telefon, also verschiebe ich alle zu erledigenden Anrufe auf morgen früh. Und die Kasse verschieben wir nochmal auf morgen, wir machen das zusammen, die Kollegin soll nochmal lernen wie es geht. Die letzten Wochen waren so vollgestopft mit Terminen und diese Woche ist fast nichts, da tut es so gut, mal nur im Haus zu sein und Dinge in Ruhe abzuarbeiten. So mache ich mich zum Beispiel endlich an eine Präsentation für eine Feier in drei Wochen, auf der ich unsere Einrichtung vorstellen soll. Dafür gucke ich mich durch die vielen alten Photos und muss oft wirklich sehr lachen. Irgendwann kommt die Kollegin dazu und wir kichern gemeinsam bei vielen Schnappschüssen, die nicht immer so ganz zeigenswert sind. Wir schauen auch nach einem neuen Tisch für den Gruppenraum, den wir in den Ferien renoviert haben – gemeinsam mit unseren Jungs! – und werden beim gelb-blauen Möbelschweden fündig. Zwischendurch kommen zwei, drei Jungs kurz ins Büro, ansonsten ist es aber bemerkenswert still für einen Montag Spätnachmittag/ Abend. Lachend sage ich zur Kollegin: Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir die Kasse doch schon machen können. Aber man weiß es eben nie.

Kurz nach acht Uhr erinnere ich daran, dass es höchste Zeit für Feierabend ist. Die Kollegin nimmt mich ein Stück des Heimweges mit im Auto und wir quatschen ganz entspannt über Kochrezepte. Das tut auch mal gut, kein Gedanke an Arbeit. Dabei stelle ich fest, dass ich irgendwie den ganzen Tag über immer wieder gegessen habe, auch nicht gerade wenig, hier eine Semmel, da etwas Gemüse, dort eine Mandarine, dann den Muffin und ein halbes Croissant, aber trotzdem sehr hungrig bin. Vielleicht dieses Während-der-Arbeit-essen, will I ever learn?? Nach einem Salat und etwas aufgewärmten Resten (aber sehr lecker!), nach noch ein wenig Stricken und zwei Folgen Gilmore Girls, falle ich ins Bett. Morgen klingelt schließlich der Wecker wieder um 7 und ich muss die Kasse fertigmachen. 😉