Hörbuchabo

Ich schrieb ja neulich, dass ich zunehmend mehr Hörbücher höre. Bei Spaziergängen, auf dem Weg zur Arbeit, einfach so zu Hause und es gefällt mir immer mehr, einfach zuzuhören und mich in ferne Welten zu träumen. Inzwischen bin ich auch stolze Besitzerin eines Hörbuchabos und fiebere jeden Monat eifrig auf den 22. hin, da darf ich mir wieder ein Hörbuch aussuchen. Die Merkliste dort ist inzwischen auch bereits durchaus umfangreich, allerdings – und das ist der Haken an der Sache – zu großen Teilen auch deckungsgleich mit meiner Amazon-Merkliste für Bücherwünsche.

Aber sagen Sie doch einmal, wie entscheidet man, ob man ein Buch lieber hört oder lieber „in echt“ liest? Für die kommenden Monate habe ich mir zunächst die Millenium-Trilogie von Stieg Larsson vorgenommen, ich bin also erstmal versorgt, aber diese Entscheidung fiel mir nicht wirklich leicht. Wann ist es besser, ein Buch zu lesen und wann ist es besser, ein Buch zu hören?

Lesen!

Nun also der zweite Teil dieser kleinen Literaturreise, quasi der „erwachsene Teil“. 😉

Mikael Niemi – Der Mann, der starb wie ein Lachs

Mikael Niemi hat mit seinem Debütroman „Populärmusik aus Vittula“, der auch verfilmt wurde, brilliert. Ich habe den Film gesehen und war total begeistert davon, zumal die Handlung in Nordschweden, im Grenzgebiet zwischen Schweden und Finnland spielt. Deshalb habe ich nicht lange gezögert, als ich neulich das Buch in einem Laden auf einen Spottpreis reduziert sah. Ich habe es größtenteils in Bella Italia gelesen und jede Seite genossen. Dazu muss ich erklären, dass es in der Geschichte sehr viel um Sprache und Sprachpolitik geht. Der ehemalige Zöllner Martin Udde wird auf grausame Weise ermordet und die junge Kriminalpolizistin Therese wird aus Stockholm in die Wildnis Nordschwedens abkommantiert, um den Fall zu lösen. Hier, nahe der finnischen Grenze, wird von einem Großteil der alten Bevölkerung noch der uralte, während der zahlreichen Grenzverschiebungen zwischen Finnland und Schweden, erhaltene finnische Dialekt gesprochen, das sogenannte „Meänkieli“, übersetzt in etwa „Unsersprach“. Bald schon kommt heraus, dass der ermordete Martin Udde ein erbitterter Gegner des Meänkieli war, und in seiner Zeit als Grundschullehrer sogar Kinder züchtigte, die kein Schwedisch sprachen. Ich habe dieses Buch verschlungen, weil es auf interessante Art und Weise die Sprachpolitik und die vielen Konflikte über die Sprache in der Dorfgesellschaft beleuchtet und – als besonderes Highlight für mich – sich auch nicht scheut, einige Zitate in der Originalsprache, also in Meänkieli zu bringen. Love it! (Keine Angst, falls jetzt hier jemand zufällig nicht Meänkieli oder Finnisch spricht, die Bedeutung ist entweder aus dem Kontext ersichtlich oder als Übersetzung dazugeschrieben.) 😉

Leider kann ich mir oft während ich ein Buch lese, die Zuordnung der einzelnen Personen, wer jetzt mit wem verwandt ist, wer wen liebt, hasst, verdächtigt, etc. nicht merken, obwohl ich ja eigentlich sonst ein exzellentes Namesngedächtnis habe. Aus diesem Grund habe ich leider die Auflösung nicht ganz verstanden, aber das ist wohl dann eher mein Ding… Geschrieben war das Buch jedenfalls sehr gut.

Markus Zusak – Die Bücherdiebin

Auch die Bücherdiebin habe ich geliebt und nahezu in einem Rutsch verschlungen. Ein kleines Mädchen wird kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges von seiner Mutter weggegeben und zu Pflegeeltern gegeben. Kurze Zeit später zieht auch ein Jude in das Haus der Pflegeeltern ein und wird im Keller versteckt. Dies ist der Beginn einer ganz besonderen Freundschaft zwischen einem Mann und einem kleinen Mädchen. Die Geschichte, die Charaktäre, selbst die knorrige Pflegemutter, das alles ist wunderschön beschrieben und geht ans Herz.
Besonders gegen Ende des Buches habe ich nicht nur einmal Rotz und Wasser geheult, aber ich scheine da momentan einen Lauf zu haben für Bücher, die so bewegend enden. Nicht unbedingt traurig, eben bewegend. Nicht dass jemgewand noch behauptet, ich würde hier schon irgendein Ende verraten!

Sebastian Fitzek – Die Therapie (als Hörbuch)

Dies war wie gesagt, eine der ersten Hörbucherfahrungen für mich. Ich wunderte mich beim Hören etwas, wie es während einer Hörzeit von 6 Stunden, imm Buch etwa drei Tage, durchgehend gewittern, regnen und stürmen kann wie kurz vor dem Weltuntergang, aber das bleibt wohl ewig der künstlerischen Freiheit des Autors geheim. Auch sonst kam mir die Handlung phasenweise etwas konstruiert vor, die Hauptperson Dr. Viktor Larenz vielleicht selbst für einen psychisch kranken Menschen etwas zu extrem (?), aber dennoch hat auch dieses Buch mich durchaus zu fesseln vermocht und in seinen Bann gezogen. Vor allem als Hörbuch hat es mir sehr gut gefallen, weil ich immer wieder schnell die Kopfhörer aufsetzen konnte, und weiter mitfiebern konnte. Und ich glaube fast, das wird nicht mein letzter Fitzek bleiben.

(Leider auch hier Auflösung nicht wirklich zu 100% verstanden, siehe oben. Ist wohl wirklich mein persönliches Problem mit Krimis oder Thrillern, ähäm…)

Nele Neuhaus – Unter Haien

Es mag sein, das die Charaktäre von Nele Neuhaus etwas flach, oberflächlich und klischeehaft sind. Es mag sein, dass die Geschichte etwas vorhersehbar ist. Es mag sein, dass die ganze Handlung arg konstruiert. All das habe ich öfters von anderen Lesern gehört und natürlich auch selber stellenweise beim Lesen bemerkt. Und dennoch, ich für meinen Teil habe vorher noch nie einen Wirtschaftskrimi gelesen, habe das Buch deshalb aus Interesse spontan im Laden mitgenommen und habe den Kauf nicht bereut. Ich fand es eine nette, spannende Unterhaltung und habe auch hier sehr gezittert und mitgefiebert, wie die Geschichte nun ausgeht. Das Buch macht vielleicht nicht unbedingt sofort Lust auf mehr von Nele Neuhaus, hat mich aber insgesamt betrachtet dennoch nett unterhalten und kann somit als Gesamturteil „gut“ bekonmmen.

Anne Enright – Anatomie einer Affäre

Dieser Liebesroman ist auch für Leute geeignet, die sonst nicht so sehr auf Liebesromane stehen. Also für mich. Die Geschichte kommt völlig ohne Kitsch, ohne rosarote Liebesnächte aus und beschreibt trotzdem auf wunderschöne Weise die Geschichte einer eigentlich verbotenen Liebe und die tragischen Auswirkungen derer. Anne Enright hat es geschafft, trotz allem die Charaktäre äußerst sympathisch und authentisch darzustellen. Wer also das nächste Mal KEINE Lust auf einen Liebesroman hat, der möchte bitte Anne Enright lesen! 😉

David Nicholls – Zwei an einem Tag

Gibt es überhaupt noch irgendjemanden, der noch nicht David Nicholls gelesen hat? Wie viele andere Leser, kann ich mich den hervorragenden Kritiken des Buches nur anschliessen. Ich habe es verschlungen. Ich liebe ja sowieso Familien- und Lebensgeschichten und das hier ist eine wunderschön erzählte Geschichte über das Schicksal, über zwei Lebenswege zweier junger Menschen, die nebeneinander verlaufen und doch irgendwie immer den richtigen Zeitpunkt verpassen. Es ist faszinierend und herzzerreissend zugleich, ohne in Kitsch abzugleiten. Absolut liebens- und lesenswert.

Camilla Grebe, Åsa Träff – Die Therapeutin

Dieses Jahr scheint im Hause Ansku ein ausgesprochenes Krimijahr zu sein, aber bisher habe ich noch keinen Krimi bereut. Und vor allem nicht die Therapeutin, eine Geschichte über eine junge Psychologin aus Stockholm, die nach dem tragischen Tod ihres Freundes rätselhafte Vorfälle in ihrer Praxis bemerkt. Das Buch ist unglaublich interessant, weil man auch viel über Psychologie und Psychotherapie erfährt und zugleich spaaaaannend bis zur letzten Seite! Lesebefehl!

Das war der Lesereport bis August 2012. Und der nächste wird garantiert NICHT wieder bis nächstes Jahr auf sich warten lassen, denn wie bereits geschrieben, ich habe mir noch viel vorgenommen.

Lesen! – Lesereport Herbst 2011

So wirklich viel zum Lesen bin ich ja in diesem Herbst nicht gekommen, ein paar Perlen möchte ich aber dennoch erwähnen.

Zunächst einmal möchte ich eine Buch erwähnen, für das ich mich eigentlich schämen müsste, da ich es schon vor langer langer Zeit von ihr geschenkt bekommen habe, aber erst jetzt dazu gekommen bin, es zu lesen. Leider jedoch ist das nicht das einzige Geschenk vom letzten Jahr, das hier noch auf seine Lektüre wartet…

Bittersüße Schokolade von Laura Esquivel. Ein ganz wunderbares Buch über Liebe, Sehnsucht und Verlangen. Tita verliebt sich in den Mann ihrer älteren Schwester, was aber im stockkonservativen Mexiko natürlich niemals ans Tageslicht kommen darf. So versteckt sie ihr Verlangen und ihre Gefühl in ihren Rezepten, die stets berauschend und aussergewöhnlich exotisch sind. Die Geschichte ist eingebettet in eine Reihe von faszinierenden Rezepten und viele Gedanken über die Empfindungen beim Kochen, beim Essen und die Gefühle, die Speisen und Essen auslösen können. Ich war fasziniert von der ersten bis zur letzten Seite, sowohl von den starken Charaktären dieser Frauen als auch von der Bedeutung, die dem Essen beigemessen wurde und habe das Buch nach der Lektüre sofort an eine Freundin im Krankenlager weitergegeben. 😉

Eat Pray Love von Elizabeth Gilbert. Eine wahre Perle! Obwohl ich nicht von mir behaupten würde, so spirituell wie Frau Gilbert veranlagt zu sein, habe ich dennoch in dem Buch viele viele schöne und tröstliche Weisheiten über die Welt, das Leben und den Kosmos gefunden. Ein beeindruckender Bericht über eine Frau, die es schafft, aus ihrem gehetzten Alltag auszusteigen und über eine spannende Reise zu sich selbst. Ich liebe dieses Buch sehr, wirklich sehr, auf jeder Seite findet sich irgendeine Wahrheit, die ich mir gerne ganz gross auf die Wand an meinem Bett schreiben möchte. Unbedingter Lesebefehl!

Ich bin dann mal weg von Hape Kerkeling. Langerwartet und jetzt endlich ausgelesen. Das soll jedoch nicht bedeuten, dass es langweilig gewesen wäre, nein, aber die Zeit nunmal, sie wissen schon. Auch dies ist ein spannender Bericht über eine Reise zu sich selbst, zwischendurch aufgelockert durch ein paar Anekdoten aus dem Leben des Herrn K. und ein paar ehrliche offene Ansichten über seine Karriere und das Showbiz. Ich hab ja hökschten Respekt vor jedem, der diesen Weg geht, die Strapazen auf sich nimmt und diese Reise zu sich selbst antritt, von daher Chapeau Herr Kerkeling!

Tja, und dann habe ich aus lauter Zeitmangel doch mal ein paar Hörbücher aufs Apfelfönchen heruntergeladen, so kann ich wenigstens auf den langen Fahrten zu Uni/ Arbeit „lesen“. Zwar fehlt mir immer noch schrecklich das Rascheln von Papier, aber insgesamt fühlt es sich doch nicht so schlecht an, im Zug zu sitzen, die Augen zu schließen und zu hörlesen. Geht wohl momentan nicht anders.

Da wäre zuerst Alle sieben Wellen von Daniel Glattauer. Eine süße Fortsetzung der Liebesgeschichte zwischen Emmi Rothner und Leo Leike. Die Beziehung entwickelt sich interessant und spannend weiter, dennoch hat mich das Buch nicht so sehr vom Hocker gereissen wie „Gut gegen Nordwind“, da sich in den Mails teilweise ewig lange an Kleinigkeiten aufgehangen wird. Ich hatte mich sehr auf diesen Band gefreut, aber so ganz konnte das Buch leider nicht mit meinen Erwartungen mithalten. Dennoch auf jeden Fall eine nette Unterhaltung.

Ausserdem gab es noch zwei Bücher, deren Gattung mit Jörg Maurer vielleicht als Alpenkrimi einzustufen wäre. Föhnlage von Jörg Maurer und Winterkartoffelknödel von Rita Falk. Beide Hörbücher waren sehr spannend und netterweise auch im typisch bayrischen Dialekt gelesen – Winterkartoffelknödel sogar von Christian Tramitz! Die Hauptpersonen waren beide im regional typischen Habitus knorzige Kerle und von ihren furchtbar greisen und anstrengenden Müttern geplagt, ganz in bester Voralpenlandmanier. Spannend, typisch boarisch, schön – und trotzdem natürlich nicht an den von mir so sehr verehrten Herrn Kluftinger heranreichend. Um Längen nicht. Aber wer auf der Suche nach einer netten, kurzweiligen Unterhaltung ist, dem kann ich diese beiden Krimis nur wärmstens empfehlen.!

Das war der Rest 2011. Jetzt werde ich mich wieder in mein Bett verziehen, denn natürlich lagen unter dem Weihnachtsbaum ja noch so die eine oder andere Perle der Literatur, auf die ich mich tierisch freue. Und noch das Nikolausbuch. Und dann wären da ja auch noch die Bücher vom letzten Weihnachten… Hach ja!

Lesen!

Auch auf die Gefahr hin, langweilig zu werden,die heutige Buchempfehlung stammt von einer Autorin, die ich hier schoneinmal vorgestellt habe. Aber es ist einfach so, ich finde ihre Bücher so wunderbar, dass ich immer weiter lesen muss. Und zu meiner Freude gibt es anscheinend inzwischen einen dritten Roman von Kate Morton.

Kate Morton – Der Verborgene Garten

„Als die junge Australierin Cassandra von ihrer Großmutter ein kleines Cottage an der Küste Cornwalls erbt, ahnt sie nichts von dem unheilvollen Versprechen, das zwei Freundinnen eine Jahrhundert zuvor an jenem Ort einlösten. Auf den Spuren der Vergangenheit entdeckt Cassandra ein Geheimnis, das eseinen Anfang in den Gärten von Blackhurst Manor nahm und seit Generationen das Schicksal ihrer Familie bestimmt.“

Ich finde Kate Mortons Bücher so faszinierend, weil sie es auch in diesem Buch wieder schafft, zwischen den Erzählsträngen dreier Generationen zu springen, ohne dass einem beim Lesen auch nur einen kleinen Moment lang unklar wäre, worum es hier gerade geht. Das finde ich eine große Kunst, denn ich habe schon viele Bücher gelesen, wo der Sprung zwischen verschiedenen Zeiten alle paar Seiten lang große Verwirrung gestiftet hat. Bei Kate Morton ist alles einfach und klar und dazu noch wunderschön zu lesen. Obwohl auch der erste Roman „Das Geheime Spiel“ ungefähr zur selben Zeit spielt und es um ein ähnliches Thema geht – Herrschaftshäuser in England Anfang des 20. Jahrhunderts – war mir auch der zweite Roman zu keinem Zeitpunkt langweilig. Vielmehr im Gegenteil: Das Buch ist so phantsievoll und lebhaft erzählt, dass es mich zum Träumen brachte, und das gänzlich ohne kitschige Bilder einer romantischen, glücklichen Liebesgeschichte aus längst vergangen Zeiten heraufzubeschwören. Glücklich sind in diesem Buch wohl die wenigsten Personen, dennoch war es ziemlich fesselnd und mitreissend. Lesen!

Der zweite Buchtipp ist da schon etwas trivialer, da er aber auch in meiner Firma im Intranet bei den Medienempfehlungen von Mitarbeiter für Mitarbeiter veröffentlicht wurde, traue ich mich jetzt mal, auch hier auf dieses Buch hinzuweisen.

www.smsvonletzternacht.de – Du hast mich auf dem Balkon vergessen.

Bitte gehen Sie umgehend los, kaufen Sie Sich diesen Buch, lesen Sie es im Zug, auf dem Klo, abends im Bett oder bei Sonnenschein auf der Terasse. Egal wann und wo, dieses Buch wird Sie dazu bringen, Sich vor Lachen auf dem Boden zu kugeln. Es ist schier unglaublich, aus welchen Anlässen und vor allem zu welchen Uhrzeiten Menschen so ein großes Mitteilungsbedürfnis haben, aber es macht irre Spass.

Ansonsten besteht meine Lektüre momentan eher aus sagen wir mal etwas 😉 fachspezifischerer, schwererer Literatur. Dennoch lasse ich mich natürlich nicht unterkriegen und starte mal einen neuen Versuch: Die Ansku-Books-Liste ist jetzt auch für 2011 aktualisiert mit vielen heiteren und spannenden Lesevorhaben. Darunter viele Bücher, die ich zu Weihnachten und zum Geburtstag und – wie peinlich! – schon im letzten Jahr geschenkt bekommen habe.

Und mit welchem Buch fang ich jetzt an?

Anna Gavalda – Alles Glück kommt nie

Ich lese momentan hier von Anna Gawalda „Alles Glück kommt nie“ oder sagen wir vielleicht lieber, ich versuche es zu lesen. Den Vorgänger „Zusammen ist man weniger alleine“ fand ich richtig klasse, deshalb war es für mich klar, dass ich auch dieses Buch lesen muss. Es ist nun, nach etwa 170 Seiten auch nicht so, dass ich das Buch schlecht finden würde. Eher im Gegenteil, Anna Gavalda hat einen wunderbaren leichten und poetischen Schreibstil. Ich wünschte mir sehr, ich könnte so schreiben. Einzig, ich vermag mich absolut nicht auf dieses Buch zu konzentrieren. Die ständigen Sprünge in der Handlung, sowohl zeitlich als auch von Handlungsstrang zu Handlungsstrang, welche ich früher noch ganz spannend und toll fand, machen mich fertig und nehmen mir jegliche Orientierung. Die vielen feinen Bilder in der Sprache, die Andeutungen, die Raum für eigene Bilder und Interpretationen lassen, bringen mich zum Wahnsinn, weil ich mich hilflos fühle und nicht nachvollziehen kann, was die Autorin meint. All das zusammen bewirkt momentan, dass ich dieses Buch lese ohne auch nur im Ansatz zu kapieren, worum es geht und dass ich mich von Seite zu Seite vorhangele – nur um zwei Seiten später schon wieder vergessen zu haben, wovon die Rede war. Dabei fand ich gerade diese hier beschriebene Art, Bücher zu schreiben, früher mal so unglaublich faszinierend, feinfühlig und fesselnd.

Entweder also ich werde alt oder mir fehlt jenes Quentchen literarisches Feingefühl, um auch solche Bücher zu verstehen. Beides fänd‘ ich sehr schade und frage deswegen hier mal vorsichtig in die Runde, ob es denn außer mir noch jemandem so ergeht.

LESEN!

David Martín ist siebzehn, als er die Chance seines Lebens erhält: Der Chefredakteur einer Regionalzeitung fragt ihn, ob er für einen ausgefallenen Beitrag Ersatz liefern könne. Und David Martín kann: seine Erzählungen „Geheimnisse von Barcelona“ werden ein Riesenerfolg. Doch im Laufe der Zeit wird klar: Dieser Erfolg hat seinen Preis… Die mystisch-spannende Geschichte, die Bestsellerautor Zafón in Das Spiel des Engels entfaltet, zieht den Leser rasch in ihren Bann und entführt ihn in ein faszinierend morbides Barcelona zu Beginn des 20. Jahrhunderts.Zafóns grandioses Debüt Der Schatten des Windes begleitete den Buchhändler Daniel Sempere auf einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit. Das Spiel des Engels führt nun noch weiter zurück, nämlich bis zu Daniels Großvater. Der alte Buchhändler Sempere ist jetzt der väterliche Freund Davids. Nach seinem erfolgreichen Einstand verdient der aus armem Hause stammende Literat David bald sein Geld mit dem Fortsetzungsroman „Verdammte der Stadt“. Doch im Laufe seiner 127 Folgen zehrt die Arbeit ihn auf, seine Liebe zur schönen Cristina bleibt unerwidert, und seine Gesundheit nimmt schweren Schaden.

Eines Tages, als es David Martín besonders schlecht geht, nimmt der alte Buchhändler Sempere ihn mit an einen geheimnisvollen Ort, der schon im Der Schatten des Windes verzauberte: den Friedhof der vergessenen Bücher. Bald darauf erhält der inzwischen schwer kranke David eine seltsame Offerte von einem dubiosem Verleger. Für das Schreiben einer ganz speziellen Auftragsarbeit macht dieser dem Schriftsteller ein verlockendes Angebot – ein guter Deal oder ein Pakt mit dem Teufel?

Das Spiel des Engels ist gleichzeitig Fantasy-Märchen, Liebesgeschichte, Krimi und Horrorstory. Das Buch fesselt den Leser mit den fein gesponnenen Fäden seiner Geschichte, sodass man bald nicht mehr zwischen erzählter Wirklichkeit und imaginiertem Trugbild zu unterscheiden vermag. Wie schon in Der Schatten des Windes verknüpft Zafón äußerst kunstvoll verschiedene Ebenen und Stränge miteinander. Über geheimnisvolle Orte und metaphysisch anmutende Begegnungen verdichtet sich die Handlung immer mehr – bis zu dem Punkt, da sie schließlich in einen erbarmungslosen Kampf auf Leben und Tod mündet. — Ulrike Künnecke, Literaturtest

(Quelle: Amazon)

Eigentlich kann und will ich gar nicht viel zu diesem Buch sagen, ausser dass die Sprache, die Carlos Ruiz Zafón benutzt so wunderbar ist. Dass dier Art, wie er die Seele eines Schriftstellers beschreibt, so unglaublich packend und mitreissend ist. Dass ich mich fühlte wie selber und im eigenen Leibe ins Barcelona der 20er und 30er Jahre versetzt. Dass die Dramatik der Personen im Buch so unglaublich spannend ist, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Eigentlich kann und will ich gar nicht viel sagen, denn ich könnte es nie so perfekt ausdrücken wie Ruiz Zafón.

Deshalb sage ich nur: Lesen! Unbedingt.