Not available

Mein Geburtstag scheint für einige Menschen in meinem Umfeld jedes Jahr wieder ziemlich überaschend zu kommen. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass eine ganze Menge Menschen und gute Freunde scheinbar nun an diesem Tag bereits etwas anderes vorhaben. Lustigerweise habe ich immer noch an diesem einen Tag im Januar, genau drei Wochen nach Weihnachten, Geburtstag, ich kann mir das auch nicht erklären. Gut, es kommt immer relativ schnell nach dem Jahreswechselkoma, aber es bleibt immerhin doch erstaunlicherweise jedes Jahr derselbe Tag. Vermutlich eine Laune der Natur, für den normalen Menschenverstand unerklärlich.

Und jetzt frage ich mich, ob ich wirklich so oldschool, der letzte Mohikkaner, so treudoof, so naiv oder gleich alles auf einmal bin, aber ich habe im Kopf (oder zumindest im Kalender), wann die wichtigsten Leute in meinem Umfeld, die Familie und die liebsten Freunde, Geburtstag haben und ich halte mir diese Tage grundsätzlich zunächst einmal frei und wenn sich doch eine andere Verabredung (gemeint sind hier Verabredungen privater Natur, bei beruflichen etc. Terminen hat man natürlich nicht immer die Wahl) an diesen Tagen ergibt, die ich gerne wahrnehmen möchte, dann frage ich die betreffende Person vorher, ob sie feiern möchte, wann sie feiern möchte und wenn, ob es für sie schlimm wäre, wenn ich bei der Feier nicht dabei wäre. Ich mache das, weil mir meine Familie und Freunde wichtig sind und weil ich diese ihre Ehrentage gerne mit ihnen teilen möchte. Es gibt also ein paar wenige feste Tage im Jahr, an denen ich prinzipiell ersteinmal not available bin, das sind der:

9.1.

13.1.

11.2.

3.3.

9.3.

24.3.

23.5.

24.5.

31.5.

15.8.

30.8.

10.9.

16.9.

13.10.

7.11.

26.11.

13.12.

An diesen Tagen bin ich für den Rest der Welt zuerst einmal nicht zu erreichen, außer vielleicht die Welt geht gerade unter. Nun, jeder setzt seine Prioritäten anders, ich kann niemandem in seine Terminplanung reinreden, aber ich sitze doch nun sehr erstaunt hier und wundere mich, ob ich mit dieser Einstellung wirklich ganz alleine dastehe, ob ich wirklich so altmodisch, dumm, treudoof und naiv bin oder ob ich einfach nur völlig verquere und unrealistische Wertvorstellungen habe.

Sie würden mir in dieser wichtigen Frage mit einem kleinen Kommentar sehr weiterhelfen. Vielen Dank! 😉

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Äußerlichkeiten

Frauen sind doch irgendwie manchmal… bescheuert. 🙂 Also ich zumindest. Seit nunmehr vier Wochen hat mein guter alter Laptop nach treuen fünfeinhalb Jahren das Zeitliche gesegnet und noch immer ist keine Entscheidung für einen neuen da. Nicht nur, dass die Fülle des Angebots erdrückend ist, nein, auch die Frau Ansku gehört nicht gerade zu den entscheidungsfreudigsten Menschen. Und dann wäre da auch noch dieses Frauending.

Der liebste kleine Bruder ist ein wahrer Schatz, seit Wochen spammt er mich zu mit Links zu PC-Tests. Neuerscheinungen, gibt Tipps, erklärt mir Techniknerd geduldig, worauf es bei einem Prozessor ankommt und ist manchmal gefühlt mehr beim Thema dabei als ich selber, deren Kopf zur Zeit so voll mit zweihundertsiebenunddrölfzig anderen Dingen ist, dass er wohl bald platzen muss. Dabei geht es um meinen PC. Und dann, wenn wir im Laden stehen oder die endlosen Weiten des www durchforsten, taucht es wieder so klar auf, dieses Geschlechterklischee, dass ich am liebsten laut loslachen möchte. Während das Bruderherz natürlich zuerst auf die Zahlen zu Arbeitsspeicher, Prozessor und Bildschirmhelligkeit (Frau Ansku: „DAS kann man messen???“), sieht Frau Ansku, typisch *Mädchenmädchen, zuerst erst einmal die Farbe. Dann als nächstes vermutlich das Design und zuletzt dann noch die Größe, die ist nämlich auch wichtig. Aber eben nur für mich. Für den Bruder wäre von diesen drei Kriterien höchstens die Größe und das Gewicht wichtig.

Und eigentlich möchte ich auch gar nicht so sehr Mädchenmädchen sein, denn so ein PC ist ja auch eine Investition und lässt nebenbei auch mal so eben meinen Traum vom nach drei Monaten harter Arbeit gutgefüllten Konto für das Wintersemester platzen. Natürlich möchte ich in erster Linie einen guten PC haben, der schnell arbeitet, viele Programme gleichzeitig geöffnet haben kann und mir mindestens ebenso viele Jahre Freude bereiten wird wie der treue, gute, alte. Aber dann stehe ich eben wieder neben dem Bruderherz, höre mir aufmerksam Zahlen und Testberichte der Marke X an und denke so für mich, dass sich das alles schon sehr sehr gut anhört, aber wie soll ich beispielsweise einen ka*kbraun-metallic lackierten PC tagtäglich ansehen. Dann gehen wir weiter zu den PC der Marke Y und die Augen der Frau Ansku fangen an zu leuchten. So schöne PCs! Die Augen leuchteten in etwa so lange, bis der Blick auf das Preisschild fällt (meist etwa 100- 200 Euro Unterschied) und das Bruderherz so nebenbei erwähnt, dass die PCs der Marke Y viel langsamer sind als die der Marke X. Ich bin zerstört. Ich wäre ja durchaus bereit, für so einen schöcken kleinen, silberglänzenden PC ein wenig mehr zu zahlen, eben wegen diesem Frauending, aber ich bin nicht bereit mehr zu zahlen, wenn der dazu noch langsamer ist als PC Marke X. Nein, so verrückt Mädchenmädchen bin ich dann doch nicht!

Andererseits… ka*kbraun-metallic?

Heute neuer Versuch. Ich bitte um gedrückte Daumen.

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* Der Begriff Mädchenmädchen wurde einst von mir und meinem Vater geprägt und bezeichnet die Freiheit, sich trotz Emanzipation und wandelnder Geschlechterrollen, sich zu bestimmten strategisch günstigen Zeitpunkten mal so richtig in Klischees und typisch weiblichen Rollen genüsslichst zu suhlen. Typische Aussage, wenn ich gerade irgendetwas dringendst brauche, was einfach nur glitzy-blitzy und kreischrosa ist: „Aber ich bin halt doch ein Mädchenmädchen“. Der Begriff scheint aber, wie ich inzwischen gelernt habe, verbreiteter zu sein als gedacht. Was wäre das Gegenteil von Mädchenmädchen? Hmmm, schwer zu sagen…

Frau Ansku verbreitet Angst und Schrecken

Am Sonntag war ich in einer Lernpause spazieren, um das schöne Wetter auszunutzen. Auf dem Weg zum nahegelegenen Lieblingsfluss kam ich an einem zömlisch schöcken und herrschaftlichen Haus vorbei und spontan fiel mir wieder ein, dass ich dort einmal beinahe gearbeitet hätte.

Irgendwann, so mit 14, 15 Jahren hängte ich in der nahen Bäckerei einen Zettel mit einem Babysitterangebot aus. Bereits wenige Tage später meldete sich eine Frau, die zunächst fragte, ob ich auch Englisch spreche. Es stellte sich dann heraus, dass es eine englischsprachige Familie ist, die auch noch ganz in der Nähe wohnt. Sie wollten mich einigermaßen regelmäßig als Babysitterin haben, das Gehalt war okay, dazu noch die einmalige Chance mein Englisch aufzupimpen und ich solle doch ganz bald einmal vorbeikommen zum Kennenlernen. Ich ging hin und war ersteinmal gehörig beeindruckt von dem Haus. Das Gespräch verlief aber dann doch ganz super, wir waren uns auf Anhieb sympathisch, das Baby, das eigentlich schon ein Kleinkind war, wahnsinnig süss und eigentlich hatte ich den Job schon in der Tasche. Wenn nicht…

…ja wenn nicht die Frau schon beim Verabschieden den Kratzer auf meiner Hand entdeckt hätte. Ob ich eine Katze hätte, fragte sie mich, oder woher denn der Kratzer käme? Naiv und wahrheitsgemäß antwortete ich, nein, keine Katze, sondern kleine süße Ratten. Die Frau war zömlisch erschrocken, aber zunächst begriff ich gar nicht warum, denn meine Ratten waren doch sauber und gesund und ganz wahnsinnig süß. Ausser ihrem Käfig bekamen die sowieso nichts zu sehen – leider im Nachhinein gesehen. (Heute würde ich das nicht mehr machen.) Die Frau fragte mit sehr irritiertem Gesichtsausdruck nach, ob ich denn die Hände gewaschen hätte. Aber ja, natürlich, das tue ich jedes Mal, wenn ich mich mit den Ratten beschäftigt habe, ist ja selbstverständlich. Und ob die Ratten denn gesund seien? Klar, sowas von gesund, regelmäßig beim Tierarzt und auch ganz sauber. Wieviel Zeit die am Tag mit Fellpflege verbringen, da kann ich am wahrsten Sinne des Wortes nicht nur gegen anstinken! 😉

Ganz so habe ich das natürlich nicht gesagt, aber ich habe ihr deutlich gesagt, dass von meinen Ratten keinerlei Gefahr ausgeht und schon gar nicht von mir.

Das Ende vom Lied? Die Mutter erklärt mir, dass ich wohl eine Gefahr für ihr Kind bin, dass sie das nicht möchte, also kein Babysitterjob für mich. Ich weiß aber auch heute nicht mehr, ob ich diesen Job wirklich gewollt hätte. Aber immerhin wieder einmal erfolgreich Angst und Schrecken – und dazu anscheinend noch ein paar Seuchen – verbreitet. 😉

(Frau Tunisianna, Ihr wart schuld, damit das nur mal geklärt ist! 😉 )

Unbelehrbar

Ich stehe am Kiosk meines Vertrauens. Vor mir auf dem kleinen Brett vor dem Fenster liegt eine Münchner Boulevard-Tageszeitung, dick auf dem Titelblatt ein Leitartikel, wie sehr man beim Kaffeekauf besch*ssen wird und dass im allseits beliebten Coffee-to-go doch meistens mehr „to-go“ als Coffee enthalten ist. Um genau zu sein, ist eigentlich nur eine verschwindend geringe Menge Coffee enthalten. Der Artikel verspricht eine Liste derjenigen Kaffeedealer, die am „dicksten“ besch**ssen, darunter angeblich auch der große grüne amerikanische Kaffeedealer.

Hmm, denke ich mir, weiß man ja eigentlich gemeinhin.

Eigentlich, denke ich mir, sollte man das alles boykottieren.

Kein Coffee to go mehr, denke ich mir.

Und überhaupt sollte ich vielleicht besser diese Zeitung kaufen, um Bescheid zu wissen, wer mir Kaffee und wer mir nur heisse Luft… ääääh Milch verkauft.

So denke ich mir.

……………………….

Ich wende mich der Verkäuferin zu und bestelle:

Einen Cappucino zum Mitnehmen.

(Und rede mir erfolgreich ein, dass ich eh raus bin aus der Numer, schließlich kaufe ich so gut wie nie Kaffee beim großen grünen amerikanischen Kaffeedealer. Viel zu teuer für viel zu viel Schaum. 😉 )

Neues aus dem Nähstübchen

Ich versuche momentan mich selbst dazu zu zwingen, bei diesem Blog eher auf Qualität als auf Quantität zu setzen. Nach vier Jahren Blog haben Beiträge wie „Schönen Sonntag Euch allen!“, „Mein Hamster (den ich nicht habe) hat heute Durchfall“, genaueste Schilderungen meiner (ereignislosen) Wochenenden und diverse Freitags-Füller sich irgendwann selber ad absurdum geführt. Mal sehen, ob es gelingt. Falls Sie Sich aber trotzdem letzte Woche fragten, was die Ansku so macht und warum es hier so still ist, ich zeige es Ihnen gerne:

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Das ist unter anderem der Grund, warum ich zur Zeit ziemlich beschäftigt bin. Daneben tobt das „normale“ Leben, das Buch in der schönen Buchhülle zu lesen schaffe ich schon gar nicht mehr. 😉 Aber es macht Spass und wie, ich gebe viel zu viel Geld für Stoffe aus und ab und zu tun sich sogar neue und ganz ungeahnte Möglichkeiten auf.

(Heute aber erster Nadelbruch hier, grande Katastrophe. Beim Wechseln der abgebrochenen Nadel habe ich zunächst die Nadel beim Herausnehmen in der Spule für den Unterfaden versenkt. Daraufhin also das Maschinchen vorsichtig auf den Kopf gedreht und die Nadel kam tatsächlich so heraus, aber nur um gleich darauf im oberen Gehäuse zu verschwinden. Wo sie jetzt immer noch feststeckt… Gratulation, Frau Ansku. Grandios haben Sie das hinbekommen!)

Frau Ansku rettet den Regenwald

Ich habe selten solche Probleme gehabt, mir einen Stundenplan zu basteln wie in diesem Semester und in diesem Studium. Zwei komplette Tage jonglierte ich mit Vorlesungen, verschob Seminare, versuchte mich für Kurse anzumelden und hatte letzten Endes trotzdem nur Überschneidungen. Aber Frau Ansku wäre nicht Frau Ansku, wenn sie nicht Mut zur Lücke hätte. Also kurzerhand und in völliger geistiger Umnachtung (Nachwirkungen der Teenie-Hölle) in beliebiger Reihenfolge 1, 2 und 3 in den PC gehackt, das sind nämlich Prioritäten, die wir hier bei der Kurswahl angeben müssen. (Unsere Hochschule ist modern, Sie erinnern sich?) 😉

Was übrig blieb war: Die Projektpraxis. Ein Praxisprojekt für dieses Semester, um ein bisschen Soziale Arbeit live und in Farbe auszuprobieren, schliesslich sind wir eine University of Applied Sciences. Das Kursangebot nett, aber nicht berauschend, die Uhrzeiten der Kurse gleich noch weniger. Dann aber fand ich doch noch eine ganz phantastische Lücke Dienstag Nachmittag ab 14.30 Uhr und auch noch ein Projekt, dessen Titel etwas mit „Internationale Aspekte sozialer Arbeit…“ versprach. G**l, dachte ich, spann wilde Phantasien von internationaler, interkultureller Arbeit mit vielen verschiedenen Kulturen und noch mehr verschiedenen Sprachen, ignorierte geflissentlich den zweiten Teil der Überschrift „… mit lokaler Erdung“ und schrieb eine große 1 ins Onlineformular.

Vor einigen Monaten hatten die liebste Schulfreundin und ich nun aber eine ganz tolle Idee, nämlich an der VHS einen Arabischkurs zu belegen. (Ja, ich weiß, meine Erfahrungen mit der VHS sind ja eher zweifelhaft, aber hallo! Zu zweit und mit der liebsten Freundin zusammen und gemöterlisch und lustisch und so! Sie verstehen?) Zack, angemeldet.

Sie ahnen es wahrscheinlich: Am folgenden Tag gucke ich in meinen Onlineaccount und juchze ersteinmal auf. Ich habe von vier zu belegenden Kursen dreimal meine erste Wahl bekommen, einmal die zweite Wahl. Unter der ersten Wahl auch der Projektkurs. Strike! Erst als ich schon draußen vor der Uni stand und mich der Sonne und meines neuen Studentenlebens freute, fiel mir etwas auf: Der Projektkurs findet dienstags von 16.15 Uhr bis 19.45 Uhr statt. Der Arabischkurs findet dienstags von… 18.00 Uhr bis 19.30 Uhr statt.

Ich ärgerte mich gar sehr, nicht nur über diese kleine Panne, sondern noch über ein zwei weitere, schrieb auf dem Nachhauseweg eine SMS die nicht gerade wenige Schimpfworten enthielt an die liebste Freundin und fing an zu überlegen, was nun. Dunkel in meinem Hinterkopf war das Bewusstsein, dass Projektgruppen sich nicht jede Woche treffen, vor allem bei der zeitlichen Länge dieses Kurses! Also rief ich fix das http://www.vorlesungsverzeichnis.de auf, um die Lage zu checken, und es traf mich gleich der nächste Schlag, denn im http://www.vorlesungsverzeichnis.de stand dick und fett eine Kursbeschreibung. Hätte ich die mal früher gelesen, hätte ich zwar nichts über die Termine, aber unter anderem auch erfahren können, dass es in diesem Kurs nicht um multikulti, sondern vielmehr um „Was kann ich hier vor Ort an sozialer Arbeit tun, um anderswo etwas zu bewirken?“ in anderen Worten „Wie funktioniert Entwicklungshilfe, Fairtrade etc.“, sprich in der Praxis in etwa so was wie: „Wie organisiere ich einen Aktionstag RETTET DEN REGENWALD?“

Regenwald. Frau Ansku soll also den Regenwald retten. Frau Ansku soll den Regenwald retten, wenn sie die Möglichkeit hätte, Arabisch zu lernen?? Wer mich kennt, der kann sich vermutlich vorstellen, was das für mich bedeutete. Und dass ich (zumindest in diesem Moment) gerne auch den gesamten Regenwald eigenhändig und alleine abgeholzt hätte.

Das positive Ende vom Lied und der Aufregung: Ich beschloss dann letzte Woche doch, arabische Buchstaben malen zu gehen, auch wenn es eventuell die letzte Stunde sein sollte und der Herr Studiengangskoordinator antwortete am nächsten Tag auf meine Mail, dass er sich wirklich nicht vorstellen könne, dass der Kurs JEDE Woche stattfindet. Heute war ich also zum ersten Mal „Regenwald retten“ und es hätte schlimmer kommen können. Ich brauch nicht den Regenwald zu retten, sondern „nur“ eine Infoveranstaltung über Mexiko zu besuchen und bei einem Aktionstag für ein Entwicklungshilfeforum (so ähnlich jedenfalls) der Stadt zu helfen. Die einzelnen Arbeitsgruppen können sich wohl wirklich etwas freier organisieren, so dass ich nicht jedes Mal erscheinen muss. Puuuh.

Und weil wir etwas früher Schluss machten, bekam ich auch heute noch die letzten 40 Minuten Arabisch mit.

Und auch der Regenwald kann nun in Ruhe weiterwachsen und blühen und in aller Ruhe gerettet werden. Von anderen. 😉

In diesem Sinne: Shukran.

(Gell, Sie lassen mir schon meinen kleinen Rest Sarkasmus und Zynismus und eine ordentliche Portion Boshaftigkeit? Die erleichtern mir momentan den Alltag unglaublich phänomenal. 😉 )

O’zapft is‘

Es hätte mir früher auf- oder einfallen müssen. Seit Freitag bin ich wieder in der Teenie-Hölle, diesmal volle zwei Wochen Urlaubsvertretung. Und bemitleidete ich mich im Vorfeld bisher meistens eher fleissig selber für ganze zwei Wochen Alkoholabstinenz – auch nicht mal ein Gläschen Rotwein zum Essen oder einen Irish Coffee mit Freunden – sowie dafür, dass „meine“ Wiesn dieses Jahr statt vom 18. September bis 4. Oktober genau gerade mal vom 1. Oktober bis 4. Oktober geht, so bin ich seit Samstag abend schlauer und weiss nun auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit habe eine leise Ahnung, warum der werte Kollege genau diese zwei Wochen für seinen Urlaub gewählt hat…

Aber ach, nicht, dass Sie jetzt was Falsches denken. Nein, es war nichts hier in unserer WG. Ich habe nur der werten Kollegin geholfen. Nein, es ist alles gottseidank trocken abgelaufen. Und nein, meine beiden Jungs hier sind äußerst brav und zuverlässig, ich denke zumindest hier in dieser Wohnung wird alles relativ harmlos abgehen und auch sonst bin ich zuversichtlich.

Mir geht es ziemlich gut, diesmal, immerhin haben mein Laptop und mein Nähmaschinchen mich den weiten Weg hierher ans andere Ende der Stadt begleitet und so wird es eigentlich nie langweilig.  Leider allerdings habe ich mir auch eine Erkältung mit den den Koffer gepackt, die hätte ich nun wirklich zu Hause lassen können. Ich wecke also um 5.00 Uhr 5.30 Uhr das große Kind, hoffe und bete, dass er pünktlich um 6.30 Uhr aus der Haustür verschwunden sein möge, blinzele kurz in den Sonnenaufgang, um mich dann bis 8 Uhr wieder hinzulegen. Dann gehe ich Brötchen holen, trinke meinen Kaffee, um dann zu putzen, waschen und ein wenig zu bloggen und zu emailen. Gegen Mittag stelle ich dann erschrocken fest, dass über Putzen, Waschen, Kochen über surfen und Emails beantworten schon der halbe Tag vergangen ist und sprinte schnell zum Supermarkt, um was zu essen dazu haben, wenn das kleine Kind aufwacht 😉 die hungrige Meute zurück ist. Immer dabei die wichtigsten Fragen: „Was koch‘ ich jetzt zwei Wochen lang für zwei Jungs, deren Speiseplan wohl bevorzugt aus Pizza, Woscht, Pommes und Schnitzel bestehen würde? Kann ich Spinat mit Fischstäbchen auftischen und was gibt es dazu? Kann ich Gulasch auch ohne Paprika machen?“ usw. usw. Sehr viele andere und wichtigere Fragen gibt es momentan nicht in meinem Leben. I am so Hausfrau!

Nachmittags darf ich meistens selbst ein wenig raus und eigene soziale Kontakte pflegen, welch Wohltat, bis ich dann abends wieder hier eintrudele und koche und mit den Jungs esse… oder eben auch nicht. Meistens wird eh nicht gegessen, was ich gekocht habe, Müttern von Teenagern dürfte das vermutlich ein wohlbekanntes Phänomen sein.

Gelegentlich verfalle ich über diesen eintönigen Tagesablauf in eine leichte bis mittelschwere Lethargie. Planen fällt gerade etwas schwer, es hängt alles davon ab, wann ich hier wegkann und das weiss man irgendwie nie so genau. Das ist der Nachteil von diesem Job. Gelegentlich ist das aber auch sehr schön, so in den Tag hineinzuleben, irgendwann jedoch muss ich mich wieder hochrappeln und etwas tun. Auch meine Nähmaschine grinst mich schon ganz verärgert an und wartet darauf, endlich ausgepackt und mit Stöffchen gefüttert zu werden. Für den baldigen Unistart gäbe es noch soviel zu organisieren. Tausend Dinge, die gerne noch vor Unistart erledigt sein wollen, tausend liebe Menschen, die noch getroffen werden wollen…

So ist das Leben hier in der Teenie-Hölle. Eigentlich ist es gar nicht so höllisch oder gar schlimm. Mein zwischenzeitlicher Entschluss, später mal eigene Kinder genau dann wenn sie nicht mehr klein und süß sind spätestens mit Eintritt in die Pubertät zur Adoption freizugeben, ist sogar inzwischen schon etwas ins Wanken geraten: Vielleicht, ganz eventuell, würde ich sie dann doch mit ca. 16-17 Jahren wieder aufnehmen.

Aber um mir das zu überlegen, hab ich ja jetzt noch eine Woche Zeit. 😉