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“Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien,
mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit,
mehr Wissen, aber weniger Urteilsvermögen,
mehr Experten, aber größere Probleme.

Wir rauchen und trinken zu viel, lachen wenig, fahren zu schnell,
regen uns unnötig auf,
sehen zu lange fern, stehen zu müde auf,
lesen wenig, denken selten vor, halten keine Zwiegespräche mehr.

Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Welt reduziert.
Wir wissen, wie man den Lebensunterhalt verdient, aber nicht wie man lebt.
Wir haben dem Leben Jahre zugefügt, aber können wir den Jahren auch mehr Leben geben?

Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr zur Tür des Nachbarn.
Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht den Raum in uns gefüllt.
Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile.

Es ist die Zeit, in der es wichtiger ist, etwas darzustellen als zu sein.
Wo Technik einen Text wie diesen in Windeseile in alle Welt tragen kann und wo Sie die Wahl haben:
Etwas zu ändern, oder das Gelesene ganz schnell zu vergessen.”

via dort. Und immer wieder großartig.

Kurz zitiert

Bei einigen Leuten, habe ich das Gefühl, überwiegt die Freude darüber, Recht behalten zu haben, was Atomstrom angeht. Die Freude übewiegt das Mitleid mit den Opfern. Das widert mich an.

(ARD, Satiregipfel, 16.3.2011)

Parallelfunk

Heute trotz Grippe in den Endzügen in die Uni geschleppt. Vorlesung mit Anwesenheitspflicht. Willkommen im Bachelorstudiengang.

Anyway, die Vorlesung an sich war ziemlich besch… eiden, eine Aufheiterung brachten da nur kleine Botschaften aus dem BWLer-Paralleluniversum, die sich ebenso plötzlich wie unvorhergesehen bei uns einschlichen. Sie müssen Sich vorstellen, großer Hörsaal, 200 Schlafende Studenten, da geht natürlich nichts ohne Mikro. Doch immer wieder erklangen plötzlich aus den Lautsprechern statt den Worten des Dozenten einzelne Fetzen und Satzteile einer BWL-Vorlesung, die in einem anderen Hörsaal des Gebäudes stattgefunden haben muss.

Dennoch erzählte der Dozente tapfer weiter und bemühte sich doch immer wieder wenn es verheissungsvoll im Mikro knackte redlich, die Paragraphen und Steuergesetze des BWLers zu übertönen und uns von der Gründung der großen karitativen Wohlfahrtsverbände zu be- und unterrichten. Es ging um die Leitmotive, die katholische Sozialethik, die die Gründer von Caritas und Diakonie zu ihrem Tun bewegten, es ging um Leidenschaft, um Liebe und um Freundschaft.

Plötzlich fragte der Dozente das schlafende anwesende Publikum:

„Was ist denn der Unterschied zwischen Liebe und Freundschaft?“

Er setzt ab und wartet auf eine Antwort.

Ein paar Sekunden vergehen, plötzlich knackt es abermals im Mikro und die Stimme des BWL-Dozenten aus dem Paralleluniversum verkündet klar und deutlich:

„…Umsatzsteuerschulden“

Zeugen very british

Jahrelang hatte ich mir sehnlichst gewünscht, mich einmal mit den Zeugen über Gott und die Welt unterhalten zu dürfen, aber vergeblich. Nie klingelte auch nur ein einziger kleiner Zeuge an unserer Haustür. Am Freitag war es endlich soweit. Auf dem Weg von der S-Bahn zur Arbeit gingen vor mir zwei sehr elegant gekleidete Herren. Ich hätte es ein wenig eilig und wollte sie gerne überholen, das ging aber wegen der Schneemassen am Straßenrand nicht wirklich. Plötzlich drehten sich die beiden Männer zu mir um, machten mir Platz und:

Zeugen: „Guten Morgen!!!!“ (schalmeit es unsäglich fröhlich usw… und als würden wir uns seit 30 Jahren kennen)

Frau Ansku: “ Oh! Guten Morgen!“

Zeugen: „Gehen Sie hier zur Arbeit?“

Frau Ansku: „Ja, ich arbeite da vorne.“ (unbestimmter Punkt in der Straße)

Zeugen: „Oh wie schön!“ (Frau Ansku denkt sich, dass es da ja wohl schöneres gibt.)

Zeugen: „Und sind Sie denn glücklich im Leben?“

Frau Ansku: (jubelt innerlich, denn es dämmert langsam, dass das ja wohl höchstwahrscheinlich die Zeugen sind, auf die sie so lange schon gewartet hat und wenn das Zeugen sind, dann haben sie einen very british accent wenn sie deutsch sprechen. Zeugen auf british, gibt’s das? Finde keine Antwort auf diese Frage und die Schildchen, die die beiden am Revers tragen, kann ich leide auch nicht lesen, aber egal also weiter im Text.)

Frau Ansku: „Oh ja, ich bin sehr sehr glücklich!“ (breitestes Grinsen, was zwischen Mund und zwei Ohrläppchen möglich ist)

Zeugen: „Oh, das ist schön! Aber man kann ja immer noch glücklicher werden.“

Frau Ansku: „Echt ma‘?? Wirklich? Naahain, das glaub ich nicht. Glücklicher als ich, das geht gar nicht!!!“ (noch breiteres Grinsen, ich bin der Sonnenschein persönlich)

Zeugen: „Und was macht Sie denn so glücklich?“

Frau Ansku: (überlegt kurz) „Meine Familie und meine Freunde!“

Zeugen: „Wissen Sie denn, dass es einen Weg gibt, wie wir mit unserer Familie über den Tod hinaus verbunden bleiben können?“

Frau Ansku: „Ah-ha…“

Zeugen: „Aber ja doch! Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod? Haben Sie Sich schoneinmal Gedanken darüber gemacht?“

Frau Ansku: „Ähm nein, das habe ich noch nicht entschieden.“  (Schlagfertigkeit is‘ irgendwie nich‘ so mein Ding, was mich auch regelmäßig von neuem zur Verzweiflung treibt.)

Zeugen: „Sehen Sie, es gibt da ein Buch vom Propheten XY, von Gottes Vertreter auf Erden. Und der Prophet XY erzähtl uns, dass Gott uns alle sehr sehr liebhalt… Und wir können Ihnen exklusiv dieses Buch besorgen!“

(inzwischen vorm Haus des Chefs angekommen)

Frau Ansku: „Also, es hat mich wirklich sehr gefreut, mich mit Ihnen zu unterhalten, aber ich muss jetzt leider zur Arbeit. Einen schönen Tag noch! Bis hoffentlich bald mal wieder!

Zeugen: „Einen schönen Tag noch. Ähm… Wissen Sie denn sonst noch jemanden hier in der Nähe, der sich gerne mit uns unterhalten möchte?“

Frau Ansku: „Nein, leider nicht. Um Himmels Willen NAAAHAAIN!!! Ich arbeite hier nur, ich kenn mich hier ganz und gar überhaupt nicht aus.“

Und das nächste Mal, wenn ich etwas mutiger und schlagfertiger bin mehr Zeit habe, frag ich mal genauer nach, um welcher der 100.000 Propheten es sich hier eigentlich handelt und ob der auch Brite ist. 😀 Ich freu mich schon.

(to be continued)

Warten

Beim Warten auf die S-Bahn:

Eine Oma und ihr Enkel setzen sich neben mich auf die Bank. Das Kind hat eine ziemliche Schnoddernase.

Oma: „…Und weil ich eine ordentliche Oma bin, habe ich auch ein Taschentuch für Dich…“

Kind: „Und hast Du auch was zu essen für mich…?“

😀

Kindermund

Gestern drei Stunden die Tochter (die L, 8 J.) einer Freundin meiner Mutter bespaßt. Dazwischen:

die L (erzählt über ihre Bibi Blocksberg Kassetten, plötzlich): … oh und die eine, die kann ich Dir ausleihen, weil die hör ich nicht mehr so oft, weil die hab ich schon voll oft gehört, weil die ist so lustig. (lacht)

Frau Ansku: … aha… Das ist ja schön.

die L: …aber die kann ich Dir jetzt nicht zeigen, weil wenn Du die siehst, dann weisst Du schon, worum es da geht.

Frau Ansku: Hmm, soso….

die L: Na gut, ein bisschen was kann ich Dir schon erzählen. AALSO, da sagt die Bibi einen Zauberspruch Eene meene Hexerei und so weiter und dann macht es hex hex und dann ist plötzlich alles ganz komisch. (biegt sich vor lachen) Aber mehr kann ich Dir jetzt nicht erzählen, sonst weißt Du schon alles…

Weisse Bescheid, ne?

(Wie konnte ich solch wichtige Dinge nur jemals vergessen, wie z.B. wer die Frau Martin aus Bibi & Tina ist??)