Der letzte

Heute ist der letzte (oder doch der vorläufig letzte?) Tag, an dem ich mich Student schimpfen kann und dies daher der letzte Eintrag hier mit dem Tag „Studentenleben“, ich bin da ja immer eher so der sentimentalerische Typ, Sie kennen mich da schon ganz gut, nicht wahr? Wie ich diesen Tag zelebriere? Nun, ich könnte mich zunächst nicht entscheiden zwischen den Alternativen, ihn zu verschlafen oder mich höllisch zu betrinken, hab mich aber dann doch für einem Besuch beim Zahnarzt „entschieden“ und vermutlich noch etwas Krankenversicherungskram, der erledigt sein will. 😦

Aber daneben plane ich natürlich auch, irgendwo einen schönen Kaffeetschko einzunehmen und diesen Laden zu besuchen, da gibt’s nämlich Studentenrabatt.

Liebeserklärung II

Heute gab es noch ein weiteres Dankeschön für mein eigentliches Hauptfach das andere Institut. Hach war das eine Freude, so mag ich das. Und der OhSündia Apple Pie war sogar gelungen und hat allen sehr geschmeckt. (Dankeschön für Eure tollen Rezeptvorschläge, ich hab mich dann doch für OhSündia entschieden, aber Eure Rezepte klangen allesamt wirklich toll und ich werde mir die kopieren und bald mal ausprobieren!)

kuchen2

kuchen

Die phonetischen Umschriften der Deko habe ich übrigens extra sorgfältig mit Absicht völlig falsch und unsinnig geschrieben, um einen möglichst eindrucksvollen Beweis zu liefern, wie viel ich in der Zeit gelernt habe um die lieben Dozenten etwas zur Anwendung ihrer Kenntnisse in Entzifferungstechniken zu zwingen. Tja, das war wohl nichts, Phonologie war noch nie meine Stärke, so muss ich halt nochmal ganz von vorne anfangen zu studieren. 😉 😛

Finanzkrise

Leute, ich sag Euch was. Es wird schlimm. Das wahre Ausmaß der Finanzkrise wird allmählich deutlich, besonders seit einer guten Woche und alle Prognosen bis jetzt waren noch ScheisselKinderkram. Es steht schlimm um mich Deutschland, jawoll.

Anskus kleines VWL-Lexikon, Lektion eins – Merke: Nach-studentischer feierlauniger Lebenswandel mit noch-studentischem Geldbeutel rentiert verträgt sich irgendwie gar nicht und führt zwangsläufig zum totalen Konto-Kurseinbruch und zu einer massiven Verschärfung der Finanzkrise in der Casa Ansku!!!

Inzwischen sehne ich mich schon fast zurück in die guten alten Zeiten, wo ich gemütlich in meiner Bibliothek sass und nur alle paar Stunden mich um die Beschaffung eines Kaffees kümmern musste. Aber seit einer Woche geht das hier rund! Hier ein Kuchen fürs Institut, danach eine Verabredung zum Mittagessen, dort ein Geburtstag und da noch ein Treffen zum Kaffeetrinken und zur Resozialisierung einer abgestumpften Magistrantin ein Gläschen Wein die liebe Freundin, die man nun ja monatelang nicht gesehen hat, möchte man ja auch mal wieder bei einem Gläschen Wein treffen, wer soll das bitte alles bezahlen?

Wenigstens bekomme ich grad Erfahrung darin, wie einfach es ist, Gelder zum Fenster rauszuschmeißen, die mir nicht gehören. sitzen zwei Stockwerke unter mir ÄUSSERST liebe und großzügige Großeltern, die dann und wann mal netterweise aushelfen. 🙂

Ich geh dann mal meine geheimen Konten in Liechtenstein checken, vielleicht geben die ja noch ein kleines Restchen her. 😆 8)

Zahl des Tages III und vorbei.

zweikommanull – erleichtert – knallköpfig – traurig – begreifen – glücklich – müde – wehmütig – die Welt erobern – bewegungsfaul – ein kleines bisschen enttäuscht – voller alles – Abschiedsschmerz – nicht von dieser Welt – urlaubsreif – vorfreudig – alles egal – alles doof – reiselustig – noch nicht wieder im Hier und Jetzt – dankbar – currywurstig – entrückt – faul – ungläubig – feierlaunig – sehr sehr k.o. – Lust auf neues – völlig plemplem – Quatsch im Kopf – Zeit – angekommen – Danke für’s Daumendrücken, 1000 Dank!

.

Hab ich mal erwähnt, dass ich Leute total doof finde, die sich über eine Note, die hinter ihren eigenen Erwartungen zurückbleibt, aber trotzdem immer noch gut okay ist, einen Wolf ärgern? Himmelherrgott, es ist nur eine Zahl und es ist ein Bruchteil der Gesamtnote! Es gibt wirklich schlimmere Dinge im Leben…

2,3

Menno. Weil’s so unnötig und doof war und weil ich doch eigentlich so ein gutes Gefühl hatte davor.

Hmpf und weiter. Einen hab ich noch!

Punkt.

Und irgendwann im Verlauf des Abends davor bin ich dann immer so vollgestopft, so nicht mehr aufnahmefähig und allem so überdrüssig und dann ist auf einmal ganz plötzlich und zunächst unbewusst, aber dann immer bewusster der Punkt erreicht, wo ich plötzlich weiss, dass es einfach gut ist. Dann ist es plötzlich egal, ob mich das Tempussystem des Swahili immer noch an den Rand der Verzweiflung treibt weil natürlich mal wieder alle etwas komplett anderes behaupten und die tagelangen Bedenken, Gedankenwicklereien, ob mein Konzept passt, sind dann plötzlich wie weggewischt. Ich mag nicht mehr und ich weiss aber auch gleichzeitig, es ist gut so. Es ist nicht perfekt, es ist nicht so wie ich es haben will, aber es ist gut.

Und dann genehmige ich mir ein Feierabendbier, obwohl ich normalerweise nicht oder seltenst alleine trinke, aber ein Bierchen für eine geruhsame Nacht und dann kann das alles schon irgendwie werden.

Irgendwie. Morgen. Für heute ist Schluss. Punkt.

Gibt es was Schöneres?

Gibt es was Schöneres als in der Badewanne zu liegen und der Vollmond scheint einem direkt durch das Dachfenster ins Gesicht? Ich glaube kaum, vielleicht Baden in einem See in einer lauen Sommer-Vollmondnacht, aber na gut, jahreszeitenbedingt bin ich auch so zufrieden.

Leute, was bin ich entspannt. Freitag die nächste Prüfung, Hauptfachprüfung, eine ganze Stunde, ich hab bis jetzt gerade mal die Hälfte gelesen von dem, was ich lesen wollte/ sollte bzw. ich habe gestern den ganzen Tag nur gesurft und gebloggt prokrastiniert, aber HölleHölle, was bin ich entspannt!

Einen schönen Start in eine aufregende neue Woche Euch allen!

Ach hätt‘ ich doch…

Neulich hab ich einen zur momentanen Situation sehr passenden Artikel gefunden „ach, hätt‘ ich doch…“, in dem es darum geht, was Studenten im Rückblick kurz vor Abschluss ihres Studiums gerne anders gemacht hätten oder anders hätten machen können/ wollen/ müssen. Mehr Praktika, noch ein Auslandssemester einschieben, mehr feiern, weniger arbeiten, irgendetwas findet man immer…

Nach einigem Überlegen bin ich zu dem schönen und sehr befriedigendem Schluss gekommen, dass es in den wesentlichen Dingen wenig bis gar nichts gibt, was ich an/ in meinem Studium bereue oder anders gemacht hätte und wenn, dann sind es so Sachen wie das, dass ich damals nicht die Zeit und die Möglichkeit hatte, noch ein Auslandssemester an mein Praktikum in Finnland dranzuhängen. Oder, dass ich es nicht geschafft habe, ein kleines bisschen mehr und regelmäßiger zu arbeiten um dann mit mehr Geld mehr machen zu können, ich bin wohl schon ein echter Prototyp des „dauerbankrotten Studenten“ und hab meiner Familie wohl einiges abverlangt. Oder dass ich nicht noch fünf weitere Semester studieren darf/ kann. 😉 Ich könnte auch sagen, ich bereue es, dass ich nicht die Zeit hatte, noch mindestens zehn weitere Sprachen (auf der Wunschliste ganz oben stehen: Russisch, Türkisch, Hindi, Schwedisch, Arabisch, Portugiesisch, Swahili u.v.m.) fließend zu lernen. Aber das ist wohl eher nichts, was ich wirklich „bereue“ und meine verpasst zu haben, sondern der Lauf des Lebens. Der Tag hat leider nur 24 Stunden und das Studium nur ein gewisse bei mir eh schon ziemlich hohe Semesterzahl . 😆 Trotzdem habe ich diese 24 Stunden und diese 12 Finnland miteinberechnet 13 Semester so genutzt, wie ich es mir vorgestellt habe und das ist ein sehr schönes Gefühl.

Ich hatte viel Glück – dessen bin ich mir bewusst – und hatte auch eine Familie, die mich nach Leibeskräften und in jeglicher Hinsicht unterstützt hat. Deswegen habe ich auch eher selten und unregelmäßig nebenher gejobbt/ jobben müssen. Praktika habe ich keine gemacht, aber das bereue ich nicht. 😀 Ehrlich gesagt, ich wollte meine Studienzeit nutzen, um die Welt zu entdecken, Sprachkurse zu machen und Sprachen zu lernen und das habe ich gemacht – und hab jetzt immerhin zwei offizielle Sprachdiplome zu Hause im Treppenhaus hängen.

Obwohl man ja immer von allen Seiten zu hören bekommt (und das hört sich auch in dem Artikel etwas danach an), dass man als Geisteswissenschaftler ohne mindestens 20 Praktika null Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat, habe ich habe mich diesem Sog der Panik vor Arbeitslosigkeit um mich herum wiedersetzt. Ich bin sogar fast ein bisschen stolz darauf war und bin der Meinung, dass Studentenpraktika überbewertet werden. Klar, man kann mal Büroluft schnuppern und wenn jemand arbeiten will und Joballtag mal live erfahren will, ist das schön und gut. Aber soooo massig viel Berufserfahrung sammelt man auch nicht, denn selbst wenn man ums Kaffeekochen herumkommt: Akten sortieren ist auch nicht sehr viel spannender und lehrreicher. (So war’s zumindest bei mir.) Aber ich bin trotzdem der Meinung, dass sich irgendwie irgendwo und irgendwann ein Job finden wird. Ich möchte nicht blauäugig sein und ich denke, es wird vielleicht nicht ganz leicht, aber es wird sich etwas finden. Hoffentlich muss ich nicht nächstes Jahr an dieser Stelle schreiben, dass dem wohl doch nicht so war…

Nein, ich kann mit voller Überzeugung sagen, dass nach einer unschönen Schulzeit mit viel Mobbing, dass dieses Studium (bis jetzt) die beste und intensivste Zeit meines Lebens war, dass ich die Zeit so genutzt habe, wie ich es mir vorgestellt habe und dass ich eine Beschäftigung gefunden habe, die mir aufrichtig Freude macht und mich erfüllt und – das Wichtigste – dass ich auch hier im Institut echte Freunde gefunden habe. Von mir gibt es daher kein „Ach, hätt‘ ich doch…“, sondern höchstens ein „Ach, Zeit, verweile doch noch ein bisschen…!“ und ein paar kleine verdrückte Tränchen.

Zahl des Tages

Die Zahl dieses ersten von drei Freitagen ist: 1,3. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in einer mündlichen Prüfung so eine gute Note bekommen zu haben, waaaah! 🙂 8)

Was? Das war’s schon? DAFÜR hab ich mir die ganzen Lautgesetze in den Kopf gekloppt? Ich hab natürlich kein einziges gebraucht, war ja klar… Schlimm war’s nicht, und wenn mich jetzt jemand fragt, ob sich dafür die ganze Nervösität gelohnt hat, dann sage ich: Nein, definitiv nicht. Aber das wusste ich auch schon davor, nur wissen und WISSEN und dann auch körperlich entspannt sein, frühstück herunterwürgen können, KEIN Durchfall haben, durchschlafen usw. sind zwei verschiedene Paar Stiefel.

Apfelkuchenrezept gesucht

Ladies, liebe Backfeen, ich brauche ein Rezept für Apfelkuchen.

Ich hab mich schon eine ganze Weile mit Altgriechisch und mit der Grammatik des Herrn Rix herumgeschlagen, was ja bekanntlich wenig unterhaltsam und auch eher verwörrend war. Heute dann einen Dozenten von mir auf dem Gang getroffen und ein wenig geplaudert. Dabei klagte ich auch mein Leid mit den plöden Lautgesetzen. Dann hat er mich gefragt, warum ich denn nicht einfach die Unterlagen aus dem Einführungskurs, den ich vor etlichen Jahren bei ihm gemacht habe, nehme, weil die seien viel übersichtlicher. (Der Rix ist ja ein Chaot! 😀 )

Er hat mir dann die Unterlagen nochmal gegeben und die sind wirklich um einiges besser! Ich – sehr erleichtert – hab dem Retter meiner Note Prüfung dann spontan einen Kuchen versprochen für die Zeit nach den Prüfungen, einen Apfelkuchen.

Meine Damen, ich brauche ein WIRKLICH GUTES Rezept für einen Apfelkuchen. Irgendjemand Erfahrungen mit dem Apple Pie von OhCynthia???

Sonntag

Gestern: Forschungsgeschichte Finnougristik

Heute: Altgriechisch

Es kann ja durchaus sehr spannend und toll sein, die Geschichten von alten Sprachen, älteren Sprachstufen und Wörtern zu erforschen, wirklich und es ist auch praktisch, dass es dafür Lautgesetze gibt, die die Entwicklung von den einzelnen Lauten von Sprachstufe zu Sprachstufe systematisch beschreiben, so dass man auch ohne schriftliche Überlieferungen Rückschlüsse ziehen kann, wie dieses oder jenes Wort mal ausgesehen haben muss. Wenn ich aber diese Lautgesetze – in meinem Fall für Altgriechisch -, wo sich dann im besten Falle ein Laut jeweils völlig anders entwickelt, je nachdem, ob er am Wortanfang oder in der Silbenmitte oder am Wortende oder vor einem r, l oder wasweissichwo steht und wenn er aber nach e, i oder u auftritt, dann bleibt doch plötzlich wieder alles beim Alten, wenn ich diese doofen Lautgesetze bereits zum zweiten Mal auswendig lernen muss. dann hört der Spaß für mich auf sind das für mich die kleinen Momente, in denen ich mich frage, was ich hier eigentlich mache. Zum Glück dauern die aber nie allzu lange an. 😉

Und ich hoffe sehr, dass sich die Vorstellungen von mir und meinem Dozenten decken, was die Gewichtung zwischen Lautlehre und Formenlehre angeht. Ausgemacht ist nämlich „Schwerpunkt Formenlehre“!

Und Ihr so heute, an diesem strahlend sonnigen Sonntag?

Gute Vorsätze für 2009

Ich war bisher immer strikt gegen gute Vorsätze zum Jahreswechsel – aus dem einfachen Grund, dass ich sie grundsätzlich eh immer vergessen habe, bis ich meinen Silvesterkater ausgeschlafen habe. Aber auch Frau Ansku lernt ständig dazu und hat nun erfahren, dass gute Vorsätze psychologisch sehr wichtig sind, stellen sie doch eine Art Zäsur im Leben dar und dass man ohne gute Vorsätze ja auch nicht den Spaß dabei hat, sie zu brechen. Klar, oder? 😉

In aller Eile legte ich mir also eine Liste mit guten Vorsätzen für das Jahr 2009 zu und hier sind sie nun:

  • Ich werde jeden Morgen um sieben aufstehen, den neuen Tag begrüßen und eine Runde joggen gehen. Zusätzlich werde ich natürlich regelmäßig zwei- bis dreimal pro Woche Sporttreiben. Ich werde jeden Morgen um sieben zufrieden seufzen, den Wecker ausstellen und mich auf die andere Seite drehen und die Zeit, die für’s Joggen draufgehen würde, für meinen Schönheitsschlaf verwenden!
  • Ich werde sparsamer leben, weniger Kaffeehausbesuche, weniger unnötigen Kleinkram, ich werde nicht mehr so ekelhaft-studentenmäßig dauerabgebrannt sein. Pah, wenn ICH erstmal mein eigenes Geld verdien‘! Möbelschwede, Klamottenschwede und Co., zieht Euch SEHR WARM an…!
  • Keine Schokolade, keine Süßigkeiten; im kommenden Jahr ist Abspecken angesagt. Mehr Schokolade als momentan geht eigentlich rein aus technischen Gründen nicht mehr, aber es ist einfach zu lecker. 😉 Mal sehen, ich möchte eigentlich schon ein paar über die Magisterzeit angefressene Pfunde wieder abgeben, aber ich hab’s da nicht so furchtbar eilig.
  • Im kommenden Jahr werde ich komplett auf Alkohol verzichten, meine Leber wird es mir danken. Meine Leber braucht eindeutig mehr Training, hier war in den letzten paar Monaten ein paar Mal zu häufig die große schwarze Katze zu Besuch, das Mistvieh werde ich mit Pauken und Trompeten, nein eher mit Wein und Gesang, verjagen.
  • Ich werde im neuen Jahr lieb, freundlich, geduldig und hilfsbereit sein und mich nicht mehr so häufig mit meinen Eltern streiten. Ich werde mir im neuen Jahr garantiert nicht mehr immer und ständig alles von allen Leuten gefallen lassen.
  • Ich hoffe, schnell nach meinem Abschluss einen Arbeitsplatz zu finden, damit ich möglichst viel arbeiten und Karriere machen kann. Urlaub werde ich nur im Notfall nehmen, hat ja dieses Jahr auch weitestgehend ohne geklappt. Ha! Immer langsam mit den jungen Pferden! Sobald die letzte Prüfung vorbei ist, bin ich WEG hier! Reisen, feiern, etwas erleben, die Welt entdecken. Ideas für Reisepläne, anyone?

Und Sie so?

.

Ich würde gerne mal wieder interessante, spannende Blogbeiträge schreiben, aber immer wenn ich es versuche kommt in etwa sowas dabei raus:

„Erkenntnis des Jahres: Lernen am zweiten Weihnachtsfeiertag ist gar nicht so schlimm, wenn man das Lernen in Maßen hält und wenn man weiss, dass dafür ab heute abend bis übermorgen lieber Besuch kommt.“

oder so tolle Panik-Countdowns:

„Noch 4 Tage bis Silvester, noch 10 Tage bis zur ersten Prüfung (wenn man die Freunde-Besuchstage und Neujahr abzieht) und noch 27 Tage bis zur neuen, absoluten, ultimativen Freiheit.“

oder:

„müüüüüüdeee!!!!!!!!“

So ein Schmarrn interessiert doch keinen Menschen!

Ich glaub, ich lass das lieber und geh wieder lernen. Bis irgendwann, ihr lieben Menschen da draußen.

No. 2

Auch Nummer zwei ist – wenn auch sehr malade und erkältet – überstanden und ich bin um einige wichtige Erkenntnisse reicher wie zum Beispiel dieses Gespräch mit einem sehr netten für seinen Zynismus bekannten und beliebten Dozenten:

Dozent: Falls Du vorhaben solltest, zu promovieren, überleg Dir zuerst, was Du wirklich machen willst! Viele Leute machen den Fehler und melden sich erst zur Promotion an und nach einem halben Jahr stellen sie fest, dass das doch nicht ihr Ding ist. Dabei ist das völlig normal, die ersten zwei Jahre während der Doktorarbeit, während man sich einliest und forscht,  SIND einfach scheiße, es läuft nicht und man fühlt sich scheiße…

Frau Ansku (lacht)

Dozent: Und wenn das nicht so sein sollte, dann solltest Du Dir schnellstens ein anderes Thema geben lassen, denn dann stimmt entweder mit Dir oder mit dem Thema etwas nicht…

Frau Ansku: Ich fasse also zusammen: Sollte ich während der Doktorarbeit tatsächlich so etwas wie Spaß an der Arbeit verspüren, sollte ich schnellstens den Psychiater meines Vertrauens konsultieren…

Dozent: … nein, den Doktorvater! Das kommt auf das Gleiche raus!

Frau Ansku: 😀

Jetzt hab ich nächstes Jahr die Wahl: Doktorarbeit oder Psychiater…

Die inneren Stimmen

Ich bin eigentlich kein Mensch, der zu Prüfungsangst neigt. Hatte ich früher nie. Nervös ja, aber Angst nein. Manchmal, ja ich gebe es zu, vor einem Referat oder vor einer mündlichen Prüfung, aber da bin ich ja wohl nicht die einzige hier.

Jetzt am Samstag ist also schriftliche Abschlussklausur und abgesehen von my new best friend procrastination ging hier die letzten paar Wochen eigentlich alles super-luschtig-fluffig-entspannt vor sich. Ich hab mich doch zum Lernen tagsüber in die Bibliothek verzogen, das hatte überraschenderweise die beiden Vorteile, dass es nur noch EIN Ablenkungsmedium gibt (Fernseher fällt weg) und den zweiten Vorteil, dass mein Sozialverhalten nicht vollständig verkrüppelt, sondern dank hier mal schnell zwischendurch einen Kaffee mit X und dort mal zwischendurch ein Pläuschchen mit Y noch Ansätze davon konserviert wurden. Aber ansonsten alles super-cool-lässig und keine Panik auf der Titanic! Bis zum letzten Montag.

Eine Abschlussprüfung ist eine Abschlussprüfung ist eine Abschlussprüfung und auf die Sekunde genau mit dem Start dieser Woche ist mein Adrenalinspiegel auf das Doppelte angestiegen, ich bin nervös, zitterig und seit zwei Nächten wache ich ständig nachts auf. Liegt vermutlich alles hier im Rahmen des Normalen, sagen Sie jetzt. Vermutlich erzähle ich jetzt auch keinem hier etwas Neues. Was sagen uns alle diese Symptome? Richtig! Samstag ist Prüfung! Der Kandidat hat schonmal 100 Punkte. 8)

Das Fiese daran aber, das sind die inneren Stimmen aus dem Unterbewusstsein. Die inneren Stimmen kommen nachts, wenn ich aufwache und im Halbschlaf daliege, unfähig mich zu wehren. Oder morgens nach dem Austehen, wenn ich noch schlaftrunken zur Teekanne torkele und nicht einen vernünftigen Gedanken zu fassen vermag. Dann kommen sie durch das Dunkel des Zimmers gekrochen, stellen sich um das Bett herum auf und sagen „Oooh. Frau Ansku! Samstag schon Prüfung! Na, ob Sie da aber ma genug gelernt haben, man weiss es nicht, man weiss es nischt… Oooh, Frau Ansku! Vielleicht gibt es ja auch am Samstag einfach nur einen wunderschönen kleinen großen schwarzen Blackout… Buff!!! Fizz!!! Alles weg!!! Festplatte gelöscht! Hihihihihi. Sowas kann ja schon mal passieren, ist schon in den besten Familien vorgekommen und dagegen kann man auch leider leider so wirklich gar nichts machen. Ohoh, Frau Ansku… Ohoh.“

Ich versuche mich zu wehren, ich versuche, sie gedanklich niederzuschreien, versuche Sicherheit vorzugaukeln: „Ach haut doch einfach ab, ihr blöden Unterbewusstseins-Doofmänner!!! Verzieht Euch dahin wo der Pfeffer wächst oder wo jemand tatsächlich nicht gelernt hat. Mich könnt Ihr nicht verunsichern, ich HAB gelernt. Und außerdem hab ich sechs Jahre studiert, wenn DA nichts hängengeblieben ist. Ihr könnt mich mal! Aber kreuzweise und per Einschreiben!!!“ Aber während ich selber noch von Müdigkeit gebeutelt daliege, werden sie immer größer und größer und meine Stimme wird immer schwächer und schwächer und es wird fast unmöglich, ihnen zu entkommen.

Ein paar Stunden später, wenn ich dann so richitg wach bin, wenn ich wieder Herrin meiner Sinne bin, wenn der Tag so richtig angefangen hat und ich hier in der Bibliothek sitze und laaaangsam 😉 anfange, zu lernen, dann ist auf einmal potzblitz der ganze Spuk vorbei und alles ist wieder gut. Klausur? Samstag? Ja, und? Haben schon etliche Millionen anderer und teilweise viel dümmerer Studenten vor mir auch überlebt. Wird schon irgendwie gutgehen, zucke mit den Schultern und lerne weiter.

Bis zur nächsten Nacht, bis zum nächsten Morgen und bis zum nächsten Besuch. Und ach ja: Unterbewusstsein ist ganz großer Scheisselkram! Und wehe, es hilft mir nicht am Samstag in der Prüfung durch überraschende und hochbrisant-speiktakuläre Blitzeingebungen!!!

Psychologie, angewandte

Zwei Seiten (handgeschrieben) pro Prüfungsthema zu lernen fühlt sich nicht ganz so erschreckend und erschlagend an wie acht Seiten (PC-geschrieben) pro Prüfungsthema im Kopf behalten zu müssen und das mit den Stichpunkten auf Modernneudeutsch Mindmapping hätte mir ja nun aber auch wirklich mal früher einfallen können statt bei dem Versuch zu verzweifeln, mir einen ganzen Roman in den Schädel pressen zu wollen.

früh morgens um acht

Ich fahre als Studentin zugegebenermaßen ziemlich selten vor acht oder halb neun mit den Münchner Bussen und U-Bahnen, meistens mach ich mich so um neun Uhr auf in meine neue zweite Heimat, die Institutsbibliothek.

Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit hab ich festgestellt, dass das auch sehr gut so ist, denn morgens um acht scheine ich gewisse Körperfunktionen wie z.B. Koordination meiner Körperteile sowie zahlreicher Rücksäcke und Laptoptaschen und Gleichgewichtssinn noch nicht unter Kontrolle zu haben. Oder die Busse und U-Bahnen sind um diese Zeit einfach zu voll.