so verlaufen

In der Uni, in der Teeküche, mit zwei Freundinnen beim Planen des Institutssommerfestes. Plötzlich betritt ein junger Hörr die Teeküche und will Post in die Postfächer verteilen. Er sieht mich an und sagt sehr bestimmt „Dich kenne ich doch! Wir waren in einer Klasse in der Schule.“ Ich sehe ihn an und klar, ich weiss es wieder. Wir plaudern ein wenig, was machst Du denn hier und so. Ich studiere Sprachwissenschaft. Oh, Du studierst Theologie. So ein Zufall aber auch, dass wir uns hier treffen. Die Welt ist halt klein und München ist ein Dorf.

Dann die Frage aller Fragen:

„Hast Du noch Kontakt zu den anderen aus der Klasse?“

Ich zucke mit den Schultern und sage, dass ich halt mit meinen Mädels noch Kontakt habe, sonst aber eigentlich mit fast niemandem. Und frage ihn dasselbe.

„Nein, ich habe mal zufällig XY getroffen, aber sonst gar nicht.“ Er macht eine Pause. „Es hat sich alles so verlaufen.“

Ich sehe ihn an und nicke wissend. Ja, es hat sich alles so verlaufen.

Ich weiss, was er mit „hat sich so verlaufen“ meint. Wo nie wirklich etwas beisammen war, kann sich auch nichts verlaufen.

gibt Rätsel auf

Gestern abend auf dem Heimweg traf ich zufällig meine beste Freundin im Bus und wir sind noch kurz zur Tanke gegangen, haben uns ein Bier geholt und geratscht. Als ich an der Tanke bezahlen wollte, stand hinter mir ein Mann, der vier Flaschen Bier bezahlt hat und die dann in seinen Rucksack gesteckt hat. Als wir aus der Tanke hinausgingen, sah ich den Mann in ein Taxi einsteigen.

Das irritierende daran: Der sah wirklich nicht wirklich aus, als könne er sich das leisten, mal eben mit dem Taxi zum Bierholen zu fahren.

Gibt Kopfkino, sowas.

Sitä sun tätä

* Oh, hallo Sonne! Schön, Dich auch mal wieder zu sehen, wusste kaum noch, wie Du aussiehst.

* Ich schrieb es neulich schon in einem Kommentar bei Frau Unterholz. Das Schöne am Berufsleben Büroalltag ist der Feierabend, den ich davor nie hatte. Das klingt ganz schön dreist und egoistisch für anderthalb Wochen „Arbeitsleben“, ich weiß, und ich möchte eigentlich hier keinen falschen Eindruck erwecken. Ich bin eigentlich nicht so ne Tussi, die nur ihre Zeit absitzt und dann schnell schnell nach Hause flitzt. Aber nach all den Jahren des Studierens, in denen man irgendwie ständig und immer und auch danach noch etwas zu tun hat/ hätte und die Arbeit auf dem Schreibtisch sich stapelt, ganz egal ob es Montag, Mittwoch, Freitag, Sonntag oder Weihnachten, Morgen, Mittag oder zwei Uhr nachts ist, geniesse ich momentan diese Trennung zwischen Job und Privatleben. Wenn die Bürotür zu ist, ist sie zu und dann war’s das. Nicht mehr und nicht weniger. So einfach und so schön! Ich hab das sicher schon ein paar mal erzählt und ich denke, jeder Student weiss, was ich meine, aber ich schreibe das hier ganz bewusst nochmal auf und bitte die werte Leserschaft darum, mich an diesen Post zu erinnern, wenn ich spätestens im Sommer irgendwann mir die schönen Studentenzeiten zurückwünsche und herumzetere und stinkig bin, weil im Büro gefangen ohne die leiseste Aussicht auf ein entspanntes stundenlanges Mittagskäffcken mit Freunden… Naja, die schönen Studentenzeiten wünsche ich mir schon jetzt zurück, aber… Aber so halt. Na, Sie wissen schon! 😉 8)

* Muss ich mich wundern, wenn ich eilig kurz vor Feierabend auf der Post ein Paket abgeben will und am Eingang von einem jungen, gutaussehenden Mann – wie jeder andere Kunde, der die Filiale betritt übrigens auch! – einen Werbezettel für eine neue Aktion der Post in die Hand gedrückt bekomme und mir später in der U-Bahn den Zettel ansehe und auf der Rückseite stehen die Kontaktdaten der Filiale und darunter „Andreas“ und eine Handynummer?

* Wenn ich so sehe und überlege, was ich momentan in der Arbeit tue, kommt mir eine geniale Geschäftsidee. DIE Geschäftsidee für das, was wirklich JEDER im Job braucht, die Marktlücke überhaupt ist das, ein Knüller, eine Sensation! Nicht mehr lang und ich bin mein eigener Chef und der von sicherlich mindestens 1000 Mitarbeitern. Sie werden sicherlich Verständnis dafür haben, dass ich diese Geschäftsidee hier nicht posten kann, sonst schnappt sie mir ja jemand anders weg, aber potentielle Interessenten und Investoren können gerne schon mal Kontakt mit mir aufnehmen. 😆

* Ich hab zu Weihnachten eine schicke schwarze Tasche aus Lack bekommen. Isch bin ja sonst nisch so der Lack- und Ledertyp, weisse Schätzeken, aber dat Täschken is schon allerliebst! Schade nur, dass es die ganze Bus- und U-Bahnfahrt, wenn ich sitze und dat Täschken auf meinen Schoss stelle, ständig herunterrutscht. Und nervig.

* Irgendwie ist in meinem Leben grad der Wurm drin, ich sollte eigentlich schreien und feiern und mich freuen und lachen, aber ich könnte grad schreien und hadern und heulen. Warum? Tja, wenn ich das wüsste. Oder bin ich selbst der Wurm?

* sitä sun tätä ist finnisch und heisst „dies und das“

Es ist nie zu spät

Schlimmstes bereits befürchtet, da ich aus berufstechnischen Gründen nicht wie die übrige Band schon mittags auf der Wiesn sein und somit das Gelage von Anfang an mitmachen konnte, aber die Befürchtungen waren grundlos. Es war dann sehr lustig und Frau Rossmeister hat sich köstlich amüsiert und so ganz nebenbei erste Erfahrungen mit der französischen Sprache sowie nervigen Franzosen gemacht. („Breuroselll…“) Es war mir wie immer eine Freude. 🙂

Allerdings hat sich Frau Rossmeister mit einer Maß statt dreien + Pommes mit MAYO + Schokofrüchten + Einhornluftballon fürs Kleine *grins* begnügt und somit auch jetzt noch guter Dinge. Arbeiten und lernen möchte ich allerdings jetzt nicht mehr…. *gähn*