Weiße

Wir hatten bereits Weiße, allerdings ohne Weihnachten. Auch in der bayrishen Landeshauptstadt hatte es die letzten zwei Wochen Wochen nach Kräften geschneit, so sehr dass ich nicht mehr wusste, wo ich den Schnee vor dem Ansku’schen und großelterlichen Domizil noch hinschippen soll. Die einen fluchten, Frau Ansku jubilierte, weil – jetzt kommt die harte Wahrheit – irgendwie ist es ja auch logisch, dass im Winter mal Schnee fällt.

Jetzt haben wir Weihnachten, allerdings ohne Weiß, lediglich mit ein paar angegrauten Fleckerln. Aber Weihnachten in dieser Stadt wäre nicht Weihnachten, wenn nicht alle Jahr wieder pünktlich und genau zum 20.12. Tauwetter einsetzen würde. Das war letztes Jahr so und wird hoffentlich irgendwann einmal nicht mehr so sein.

Jetzt fl*cht Frau Ansku.

Zwölf2010-Dezember

Ich bin leider mal wieder viel zu spät, um genau zu sein ist das Projekt sogar schon abgeschlossen, aber leider war es in dem ganzen Hin und Her einfach nicht möglich, die Fotos eher zu machen. Dennoch wollte ich das ganze nicht auf der Zielgraden noch einschlafen lassen und Euch die Dezemberfotos nicht vorenthalten.

Zwölf2010_Dez1

Wie überall in Deutschland, so hat’s auch hier in den letzten Wochen kräftig geschneit und damit ist auch der Hauseingang wieder in friedliches Weiß getaucht.

Zwölf2010_Dez2.pg

Auch in der grünen Laube sind wir fast wieder beim Bild vom Januar angekommen. Alle Blätter sind weg und man hat einen freien Blick über den Norden Münchens (sehr schön auch an Silvester!)

Zwölf2010_Dez3

Für das dritte Foto wollte ich eigentlich etwas Besonderes bieten und bin bei Nacht Einbruch der Dunkelheit durch den Englischen Garten zu meinem Standort am Monopterus getigert. Leider hat das dann doch nicht so ganz geklappt wie ich mir das vorgestellt hatte, meine Kamera hat nicht so mitgespielt, deshalb ist das Foto etwas unscharf und ich musste das Motiv hochkant nehmen. Sieht in echt noch toller aus! 😉

Es hat sehr viel Spass gemacht und ich bin auf alle Fälle nächstes Jahr wieder dabei, bei Zwölf2011.

Gestern

Ich komme wieder an und ganz besonders kam ich gestern an, als ich mich irgendwann auf den Weg in die Stadt machte, um hier und dort einiges zu erledigen und Freunde zu sehen. Als ich so durch Schwabing spazierte und hier guckte, dort etwas erledigte und um die Ecke noch ein Eis ass, als ich etwas weiter in die Stadtmitte fuhr und ohne Eile eine Freundin auf dem Markt besuchen konnte, ohne auf die Uhr achten zu müssen, ohne irgendwann wieder zu Hause sein zu müssen und das Essen für die Kinder auf dem Tisch stehen haben zu müssen, ohne mich absprechen zu müssen oder jemandem Bescheid geben zu müssen. Als ich in aller Ruhe im Nählädchen stöberte und dann mich spontan mit Freunden verabreden konnte, mich einfach auf mein Fahrrad setzen und noch ein Stadtviertel weiterfahren konnte und als dort eine Pizza, einige Cocktails und lustige Gespräche auf mich warteten.

Nicht, dass ich das so furchtbar fand, es gehörte in der Teenie-Hölle einfach dazu und ich habe mir nicht viel Gedanken darüber gemacht. Und jetzt fällt es einfach auf und verursacht so ein „Hach“-Gefühl.

Und jetzt noch ein ganzes Wochenene dazu. Manchmal ist auch das Glück schwer auszuhalten. 😉

Summer-To-Do, Update

Vor einiger Zeit hab ich hier die Sommer-To-Do-Liste für August aufgeschrieben. Nun ist der August vorbei, der Sommer anscheinend auch, deshalb hier das Update, was von der Liste tatsächlich erledigt wurde.

  • Jeden Tag Eis essen (Ich futter schon fleissig, es könnte aber noch mehr sein) – Naja.
  • Mit einer Menge Leute an der Isar grillen, und zwar hier bei uns, wo man auch Lagerfeuer machen darf!
  • An den Starnberger See ins Strandbad
  • Ins Open-Air-Kino (letzte Woche, Sex and the City 2!)
  • nach Finnland fahren und beobachten, wenn die Sonne um 23 Uhr abends untergeht
  • nach Italien fahren und auf einer Piazza richtigen italienischen Cappucino trinken, dann danach an den Strand und stundenlang durch diese kleinen Strandlädchen streifen
  • spontan eine Gartenparty schmeissen und alle Freunde dazu einladen
  • eine Nacht durchmachen und den Sonnenaufgang um 4 oder 5 Uhr in der Früh ansehen (letztes Wochenende einmal die Dämmerung gesehen, zählt das?)
  • in den Tag hinein leben (ich arbeite dran und das zunehmend erfolgreich)
  • Mindestens eine Woche lang morgens nur Unterwäsche und ein leichtes, blumiges Sommerflatterkleidchen überstreifen und fertig ist das Anziehen (4 Tage am Lago)
  • Mindestens zwei Wochen lang jeden Abend mit Rotwein auf dem Balkon verbringen. (4 Tage am Lago)
  • vielen Stunden im Park oder am See verbringen und lesen
  • Scheisselkram machen, z.B. in einen Brunnen mitten in der Stadt steigen, weil es viel zu heiss ist
  • außerdem: In das kleine süße Gartenlauben-Café in Haidhausen gehen

Ich denke mal, eines Kommentars dazu bedarf es nicht. Italien hat mich gerettet, sonst sähe diese Liste komplett leer aus. der Rest aber war Regen ist in anderen Blogs schon hinreichend kommentiert worden…

Sommer-To-Do

Jeder kennt das, diese Dinge, die man ja „schon immer mal“ machen wollte. Man sitzt gemütlich mit Freunden zusammen und plötzlich geht das Pläneschmieden los und ein Wort gibt das andere, einer überbietet den anderen. „Wir könnten ja mal diesen und jenen Film anschauen.“ – „Oh, und wir müssen uns unbedingt mal in diesem neuen Lokal treffen, das müssen wir ausprobieren.“ – „Ich möchte ja unbedingt mal (wieder) Sushi/ Thailändisch/ Burger essen gehen.“ – „Oh, wir könnten ja mal eine Fahrradtour machen, das wäre mal was ganz anderes. Und Ort xy soll SOO schön sein, da könnten wir mal einen Ausflug machen. Picknick? Ja, Picknick ist super. Immer doch.“

Das meiste davon bleibt dann aber doch ungetan, man trifft sich weiterhin mit den Freunden in seiner Stammkneipe und ca. genau ein Jahr später fällt es einem plötzlich wieder ein. „Ach, und weißt Du noch letztes Jahr? Wir wollten ja noch einen Ausflug nach xy machen. Und das Picknick haben wir bisher noch nicht einmal im Stadtpark hinbekommen. Ach ja, die Zeit.“ Daraufhin schauen sich alle etwas betreten an und nehmen sich ganz fest vor, das im nächsten Jahr endlich zu realisieren.

Und dann sammeln sich so die Listen an, die mit jedem Treffen länger werden, weil es gibt immer neue Pläne, die auf die lange Bank alternativ auch die Liste geschoben werden. Es gibt ja ständig tolle neue Filme, Bars und Ausflugsziele, weil der X war ja mal in Y und da war es so schön und so weiter. Irgendwann braucht man diese Flut von Plänen auf Halde gar nicht mehr zu erwähnen, ein Wort reicht und beide Freunde brechen in Lachen aus.

Die liebste Freundin und ich haben so eine Liste tatsächlich mal aufgeschrieben. Sie ist beeindruckend, etwa eine DIN A4 Seite lang. Sie enthält neben „Russisch lernen“, „Sushi essen“ auch solche waghalsigen Unternehmungen wie „Juhannus, also Mittsommer,  in einem mökki in Finnland feiern“ und liegt seit etwa fünf Jahren säuberlich bei der liebsten Freundin in einem Ordner. Zur „Abarbeitung“ hat das allerdings leider bisher wenig beigetragen. Daneben habe ich noch eine eigene To-Do-Liste, so eine Art Sommer-To-Do-List mit all den Dingen, die man während eines Sommers mal getan haben muss, um den Sommer so richtig zu geniessen. Diese Liste steckt voller Jugenderinnerungen, all diese Dinge, die wir früher ständig gemacht haben und für die jetzt nie mehr jemand Zeit hat. Dennoch nehme ich mir jedes Jahr zu Anfang des Sommers immer ganz ganz feste vor, die Liste fein säuberlich brav abzuarbeiten. Letztes Jahr habe ich kaum etwas von der Liste erledigt, vor allem wegen schlechtem Wetter und auch dieses Jahr sieht es eher mau aus. Also hab ich mir gedacht, ich schreibe die Liste hier auf, gebe jetzt im August und während des Sommerlochs nochmal alles und dann werden wir ja in ungefähr einem Monat sehen, was davon noch übrig ist.

  • Jeden Tag Eis essen (Ich futter schon fleissig, es könnte aber noch mehr sein)
  • Mit einer Menge Leute an der Isar grillen, und zwar hier bei uns, wo man auch Lagerfeuer machen darf!
  • An den Starnberger See ins Strandbad
  • Ins Open-Air-Kino (letzte Woche, Sex and the City 2!)
  • nach Finnland fahren und beobachten, wenn die Sonne um 23 Uhr abends untergeht
  • nach Italien fahren und auf einer Piazza richtigen italienischen Cappucino trinken, dann danach an den Strand und stundenlang durch diese kleinen Strandlädchen streifen
  • spontan eine Gartenparty schmeissen und alle Freunde dazu einladen
  • eine Nacht durchmachen und den Sonnenaufgang um 4 oder 5 Uhr in der Früh ansehen (letztes Wochenende einmal die Dämmerung gesehen, zählt das?)
  • in den Tag hinein leben (ich arbeite dran und das zunehmend erfolgreich)
  • Mindestens eine Woche lang morgens nur Unterwäsche und ein leichtes, blumiges Sommerflatterkleidchen überstreifen und fertig ist das Anziehen
  • Mindestens zwei Wochen lang jeden Abend mit Rotwein auf dem Balkon verbringen.
  • vielen Stunden im Park oder am See verbringen und lesen
  • Scheisselkram machen, z.B. in einen Brunnen mitten in der Stadt steigen, weil es viel zu heiss ist

(Es gilt wie immer durchgestrichten ist erledigt.)

Für Bayern ist für die nächsten Tage Dauerregen vorhergesagt. Sie sehen also, die Liste ist sehr optimisch, aber es gab da ja mal dieses Lied vom Sommer und von dem, was in Deinem Kopf passiert…

Auf der anderen Seite

Eine Woche Sinnflut-Festival ist vorbei und auch mein vorübergehender „Job“ als Verkäuferin für wunderbaren Näh-Schnickeldi. Für mich war es eine ganz neue Erfahrung, denn nachdem ich zugesagt hatte, den Stand zu machen, fing ich an zu überlegen und kam zu dem Ergebnis, das ich tatsächlich noch nie in meinem Leben in einem Laden oder einem Stand etwas verkauft habe. Aus irgendeinem Grund mochte ich das nie und daher waren meine Studentenjobs, die ich hatte, immer Bürojobs – abgesehen von einem kurzen, hochst unerfreulichen Intermezzo im Lager eines Kleidergiganten, aber das ist dann wieder eine andere Geschichte. Selbst in der Schule hatte ich mich immer  erfolgreich vor dem Verkaufsstand am Weihnachtsbazar gedrückt. Dafür jetzt.

Nun stand ich also auf der anderen Seite der Theke beziehungsweise des Standes. Das bringt eine Menge neue Erfahrungen und gleichzeitig auch viele Fragen: Wenn sich jemand dem Stand nähert, wann spreche ich die Person an? Würde ich selber angesprochen werden wollen oder würde ich lieber „ungestört“ gucken wollen. Oder wirkt es vielmehr desinteressiert, wenn ich die Person nicht anspreche? Irgendwann, nach einigen zögerlichen und nachdenklichen Stunden, beschliesse ich, diese Fragen einfach zu missachten und einfach wild draufloszuquatschen. Ab da fing die Sache an, Spass zu machen. Sowie das strahlende Gesicht dieses Mädchens, dass mit seiner Familie, Eltern, zwei Kinder im Teenageralter und ein ganz kleines süßes Nachzügler-Baby, kam und sich eine Hülle fürs Hausaufgabenheft aussuchen durfte. Sowie die alte Frau, die mir zeitweise etwas verwirrt schien, und die so leise sprach, dass ich sie kaum verstehen konnte, die aber gleich zwei Kissen kaufte.  Sowie die Teenie-Mädels, die sich nur mit Hilfe der ganzen Clique und nach einer demokratischen Abstimmung für eine Handyhülle entscheiden konnten (habe danach nur leider verärgert feststellen müssen, dass sie anscheinend doch im allgemeinen Trubel mehr als eine Handyhülle mitgenommen hatten.) Sowie das Mädchen, das am Stand vorbeikam und begeistert rief: „Dawanda! Ich liebe Dawanda! Ihr seid  so toll, ich könnte stundenlang auf Dawanda stöbern.“ und auf meinen vorsichtigen Einwand, dass wir nicht „Dawanda“ sind, sondern nur ein Shop auf Dawanda und nur Nähsachen verkaufen, völlig unbeirrt und begeistert weiterschwärmte: „Jaja, aber Ihr seid so toll. Ich find Dawanda klasse, ganz besonders gefallen mir immer die Ohrringe…“ 😉 Sowie die – überwiegend männlichen – Standnachbarn, die neugierig vorbeikamen und nachschauten, was wir denn da verkaufen. So schön war das, all diese verschiedenen, kunterbunten, interessanten Menschen!

Am letzten Tag hatte ich endlich auch einmal Gelegenheit, selber über das Festival zu streifen und musste dabei feststellen, dass ich wohl eine Schande für meine eigene Zunft wäre. Am meisten interessiert mich auf Festivals dies viele  gute Essen aus aller Herren Ländern. An Schmuck-, Glitziglitzi- und Schnickeldiständen dagegen gehe ich meistens ziemlich schnell vorbei, ich habe eine leichte Phobie vor noch mehr Staubfängern hier im Ansku’schen Domizil. Wie dem auch sei, hauptsache die anderen haben fleissig gekauft! 😉