Welttoilettentag

Frau Momo war schneller als ich, aber trotzdem und gerade deswegen, weil es eine wichtige, eine gute Sache ist, die gar nicht oft genug erwähnt weren kann, nochmal:

Heute ist Welttoilettentag! Zumindest sagte mir mein Kalender das heute morgen. Klingt lustig, hat aber einen ernsten Hintergrund. Wer jetzt vorm PC lachend und japsend zusammenbricht und denkt, Frau Ansku würde gerade rituelle Tänze vor ihrer Kloschüssel aufführen oder selbige beweihräuchern, dem sei versuchert, das ist nicht so! Der Welttoilettentag soll vielmehr daran erinnern, dass der größte Teil der Menschheit von hygienischen Verhältnissen wie unseren noch nicht einmal zu träumen wagt und dass diese absolut unzureichenden hygienischen Verhältnisse eine ständige Quelle von Seuchen sind. Das wäre also (wiedermal) ein Gebiet, wo noch sehr viel zu tun ist, deshalb gibt es auch den Welttoilettenverein (WTO).

Ich persönlich gehöre zu den Leuten, die es zweifelhaft finden, einmal im Jahr etwas für das schlechte Gewissen zu spenden und die restlichen 364 Tage zu ignorieren, dass das Problem überhaupt existiert, deshalb weiß ich noch nicht, wie ich solche Dinge in Zukunft handhaben werde. Nichtsdestotrotz sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass es den Welttoilettentag gibt und dass es das Problem gibt und das soll aber hier keinen davon abhalten, etwas für die Weltgesundheit zu tun.

(Nein, ich hab nichts mit dem Verein zu tun, das ist nur meine arg soziale Veranlagung.)

Also, vor der nächsten „Sitzung“ bitte einmal kurz innehalten und bewusst dran denken, wie gut wir es eigentlich haben!

Einmal Selbstbewusstseinskick to go, bitte!

Hier in der Stadt gibt es einen neuen, feinen Finnlandladen. Das heisst, eigentlich gab es den Laden auch schon vorher, aber der war so was von irgendwo hinterm Mond ab vom Schuss, dass eigentlich keiner wusste, dass es den gibt und wenn man wusste, dass es ihn gibt, dann wusste man auch garantiert nicht, wo es ihn gibt. Jetzt sind die umgezogen, direkter im Zentrum der schönen Landeshauptstadt geht eigentlich nicht mehr, es gibt auch dann und wann Veranstaltungen dort und alles ist sehr neu und frösch und wunderbarst.

Gestern war ich mal wieder da, um ein kleines, feines Schmackofatz zum Geburtstagsgeschenk dazu für eine Halbfinnin zu kaufen. Leute, isch muss sagen: Der Laden ist der Burner! Wirklich! Nicht nur, dass es da ganz allerfeinstes Schnickeldi und Schmackofatz aus dem gerade akut sehr vermissten hohen Norden gibt,

sondern es gibt auch ein kleines Café. Der Verkäufer kennt mich nun schon (NEEEEiiiHEEIN, nicht was Sie jetzt wieder denken, das gestern war erst mein zweiter Besuch, aber als Deutsche, die Finnisch spricht, fällt man halt auf hat der mich sofort in sein Herz geschlossen. 😉 ) und als ich dann gestern dort reinspazierte, bekam ich sofort Kaffee und eine Ohrfeige korvapuusti angeboten. Im Laden war auch eine etwas ältere Frau, später kamen noch zwei dazu und dann wurde getratscht und Kaffee getrunken und geklönt, dass es eine Freude war. Ich fand das sehr süß, so als neuer Treffpunkt für die Exilfinnen 😉 dieser Stadt. Schnell hatten die Damen auch herausgefunden, dass ich weder Finnin, noch Halbfinnin bin, sondern – öxtrömst exotisch – Deutsche, die Finnisch lernt und da wurden die Augen der Damen doch sehr groß und die Fragen sehr viel. Tja, was soll ich sagen? Eine knappe Stunde später bin ich dann mal irgendwie mit der Ausrede „Öööhm, ich glaub, ich muss noch lernen!“ aus dem Laden rausgeschwebt, aber das wirklich feine daran war, dass ich nicht nur Kaffee und Gebäck, sondern auch mal wieder jede Menge Lob für mein Finnisch („Ooooh, Du sprichst aber toll Finnisch! Oooh, und Deine Aussprache ist auch so toll, das hört sich ganz super an!“) bekommen habe. Nicht, dass ich mich jetzt hier ständig wiederholen und mich ständig selbst über den grünen Klee loben möchte dat hab isch doch gar nischt nötig!!, aber zwischendurch tut das halt doch gut, Sie werden das verstehen.

Jetzt bin ich am Überlegen, ob ich da nicht öfters jedes Mal, wenn das hier mit der Lernerei immer und ständig und andauernd mal wieder so gar nicht läuft wie ich mir das vorstelle, dort vorbeischauen und einen Kaffee trinken und mir einen von diesen kleinen feinen Selbstbewusstseinskicks holen könnte. Das wäre dann gerade momentan so ca. wöchentlich alle paar Tage täglich drei Mal am Tag. 😉

Frog-kill-Großkampftag

Kennen Sie das Gefühl, wenn ein Tag so bläääh beginnt, dass eigentlich schon alles egal ist. In so einer Stimmung lässt es sich hervorragend Frösche killen, glauben Sie mir, und ich habe heute gleich zwei erlegt, Das Konzept zur Killung des dritten ist fertig in meinem Kopf.

Ein Frosch ist mein nächster Zahnarzttermin, nicht zuletzt aufgrund diverser Erlebnisse im Sommer. Weil ich heute grad in der Nähe war, bin ich mal eben kurz in der Praxis vorbeigehüpft, bereits mit schlechtem Gewissen, weil die Erinnerungskarte, dass eine Zahnreinigung fällig ist, bereits vor zwei Wochen bei uns ins Haus flatterte. Das ging dann ungefähr so:

Sprechstundenhilfen-Schnalle (SSHS, sichtlich erstaunt): Guten Tag, Frau Ansku!

Frau Ansku (FA): Guten Tag, ich habe neulich so eine hübsche gelbe Karte bekommen, und da ich sowieso in der Nähe war…

(SSHS höchst erfreut)

In dem Moment kommt die Zahnärztin herein: Oh Frau Ansku!! Sie hier!

FA: Ja, ich dachte, ich schau mal wieder vorbei.

Zahnärztin: Das ist aber schön. Hatten Sie Sehnsucht nach uns?

FA (etwas resigniert): Ja, ganz schröckelische Sehnsucht…

Zahnärztin: Wunderbar, wunderbar. Das freut mich.

(verschwindet wieder)

SSHS: Wann würden Sie denn gerne kommen?

FA: Also, ich würde gerne möglichst bald, weil ich hab am 13.12. Abschlussprüfung und würde nicht so gerne die Woche davor zum Zahnarzt…

SSHS: Nun ja, die Karten gehen immer sehr zeitig raus, weil die Terminkalender ja immer sehr voll sind. Eigentlich ist die Zahnreinigung erst für Januar fällig…

FA: Oh gut, dann ist das mit der Prüfung ja gar kein Problem, dann also im Januar!

SSHS: …ich habe allerdings den ganzen Januar bereits voll. Würde es auch im Februar gehen?

FA: Oh! Gut! Soll mir auch recht sein. Dann im Februar. So groß ist die Sehnsucht ja dann auch wieder nicht…

Da war wohl jemand etwas zu übereifrig oder eher überängstlich aufgrund traumatischer Erlebnisse. 😉

Teaser

Brownies verkostet. Und für gut befunden.

Boah! Eine Schokoplosion im Mund.

Mmmmh! Alle Geschmacksnerven bis zum äußersten gespannt.

Aaaaaaaaaaaah! Unglaublich!

!Ooooooooooooooooh! Eine Sensäschn!

Njaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaam!!!

(Bin ich gemein?) 😉

(Nöö, kann nicht sein.) 😀

(Rezept gibt es. Morgen oder so.) 🙂

Kopfkino

Ich warte und rufe an. Ich warte und rufe wieder an. Ich erreiche niemanden, aber ich möchte doch so gerne wissen.

Sowas lässt bei mir immer Kopfkino allererster Güte aus.

Und am Ende wird es wohl doch wieder so sein, dass zu viel zu tun war, die grassierende Grippewelle schuld war, die Sternenkonstellationen ungünstig waren oder der berühmte Sack Reis in China umgefallen ist. Und das Kopfkino völlig unnötig war

So ungefähr jedenfalls.

Shoppinggrauen

Ich hab mal eine Liste aufgestellt, welches meine persönlich grauenhaftesten Shoppingerlebnisse sind (auf was für Gedanken man so während 4 Stunden Zugfahrt kommt, tststs…)

Fangen wir von unten an: Bücher, Musik, Handtaschen (!!!!), Essen und Schnickschnack kaufen, davon brauchen wir gar nicht anfangen, das geht immer, überall, zu jeder Tageszeit und auch in höherem Ausmaß, als es der Geldbeutel zulässt…

T-Shirts, Shirts, Pullover in jeglichen Variationen, bunt und lustig und trendy kaufe ich auch noch gerne ein. Meistens ohne Probleme, meistens. 😉 Mir stehen zwar grundsätzlich nie die Farben, die grad modern sind (gelb, ocker, grün, graun usw. geht gar nicht), aber das tut der Freude noch keinen Abbruch.

Etwas doofer ist Hosen einkaufen. Ich bin von großer Statur, habe lange Beine und bin nicht supermodellgertenschlank, aber noch normal.

Blusen kaufe ich ungern ein, da wird es schon kritisch. Groß, mit nicht gerade kleiner Oberweite, da wird es schon wirklich schwierig etwas zu finden, wo die Bluse beim Zumachen nicht sperangelweit offensteht.

Dann kommen die Mützen. Ich hab irgendeine bescheuerte komische Kopfform, mir stehen überhaupt keine Hüte und Mützen, da schau ich aus wie ein Eierkopf. Aber bald kommt der Winter, da muss das wohl sein.

Aber der absolute Horror, der Supergau, das kann ich Euch versichern, ist der Schuheinkauf, weshalb ich auch versuche, das auf ein bis zwei Mal im Jahr zu reduzieren und die restlichen 363 Tage des Jahres einen Bogen von mindestens 100m um jedes Schuhgeschäft mache. Und manchmal, wenn ich dann im Schuhladen stehe und all die schönen Schühchen da stehen und mich anblitzen und es ist wieder mal alles zu klein und vom Verkäufer kommt auf meine Frage nach Größe 43 nur ein mitleidiges „Haben wir nicht“, dann bin ich regelmässig wirklich kurz davor, entweder zu heulen weinen oder alternativ die Verkäufer anzubrüllen, ob Frauen mit Schuhgröße 43 denn im Winter barfuss laufen sollen oder wie die sich das sonst vorstellen?

Traurig ist das, wirklich wirklich doof und ärgerlich und traurig. Ich hatte mir von Wien etwas Besserung erhofft, aber das war dann auch nicht.

Übrigens verstehe ich auch gar nicht, wieso da niemand mal etwas ändert, denn ich kenne soviele Mädchen und Frauen, die genauso groß sind wie ich (1,83m) und auch große Füße haben und daher ähnliche Probleme haben und es werden immer mehr und nichts ändert sich. Das ist doch wirklich zum Aus-Der-Haut-Fahren.

W.O.W.

Innerhalb von 24 Stunden zwei sensationell interessante Jobangebote, ich glaub’s gar nicht, isch bin noch völlisch feddisch und verwörrt! Für eines dieser Jobangebote allerdings müsste ich sämtliche meine Prinzipien über Bord werfen meine Einstellung geringfügig ändern: Ich wollte niemals unterrichten, allein schon der Frage zum Trotz „Und wenn Du fertig mit dem Studium bist, bist Du dann Lehrerin?“ Ich wollte schon gleich gar nicht vor einer größeren Gruppe von Schülern stehen die mir auf der Nase herumtanzen etc. und auch gleich dreimal nicht kleine verzogene Plagen Schulkinder unterrichten und ich wollte auch niemals Sprachen unterrichten. Lernen ja, lehren nein. 😉 Und jetzt werd ich möglicherweise für kleine verzogene Plagen Erst- und Zweitklässer so eine Art Englisch-Zusatzunterricht machen. Also hier a bisserl spielerisch das Interesse für Sprache wecken und dort etwas Farbwörter beibringen, dafür dürfte mein Englisch dann auch ausreichen. Ich wäre dann aber auch gerade deshalb und trotzdem sehr empfänglich für Tipps und Anregungen, sowohl was Englischunterricht, als auch was den Umgang die Bändigung von 7-8jährigen angeht. Darf ich ein Kind in die Ecke stellen, wenn es mir widerspricht oder muss ich warten, bis es mir auf der Nase auf der Bank herumtanzt? Frau Antonmann, zu Hülf!!! ;))

Sicher ist aber noch nichts, deshalb bitte kräftig Daumen drücken. Und nein, es hat nichts damit zu tun, deshalb bitte hier auch weiter Daumen drücken. Danke!

Leute, ich brauch jetzt ersteinmal einen Tee. Einen von Kaanus guten Abwechslungs-Beruhigungs-Gute-Laune-Tees. Und dann genießen, dass ausnahmsweise mal nicht ich zu den Jobs, sondern die Jobs zu mir kommen. :))

Colours of the fall

Nach dem wunderbaren Wochenende draußen wieder Regenschauer. Ein paar Sonnenstrahlen der letzten paar Tage hab ich für Euch eingefangen hier herübergerettet. So macht der Herbst sogar mir Herbst- und Dunkelheitsmuffel Spaß! 😉

Habt einen sonnigen oder regnerischen, aber auf jeden Fall schönen Dienstag, Ihr Lieben da draußen!

Kinder

Es erstaunt und entsetzt mich immer wieder, wieviele junge Mädchen in meinem Alter und jünger der Meinung sind, erstmal ein Kind bekommen zu müssen, nur weil sie nicht wissen, was sie in ihrem Leben machen wollen und völlig orientierungslos sind. Das ist jetzt nicht „Super Nanny“ oder sonst irgendeine Doku-Soap, das ist in meinem erweiterten Bekanntenpreis passiert und passiert vermutlich bald ein zweites Mal.

Diese Mädchen haben eine Ausbildung abgeschlossen, eine gute Ausbildung, oder sogar ein Studium. Es sind gebildete und intelligente Mädchen. Doch dann kommt der schwierige Punkt: Was mach ich jetzt mit meinem Wissen? Was mache ich aus mir? Wo will ich im Leben hin? Ich weiß es selber, und es bereitet mir im Moment selber einiges an Kopfzerbrechen. Es ist unglaublich schwer, sich zu entscheiden, was man machen möcht, gerade dann, wenn man etwas studiert, was nicht zu einem bestimmten Berufsbild führt, wie zum Beispiel Arzt, Lehrer, Designer. Man muss kreativ sein, man muss „seine eigene Lücke“ im Arbeitsmarkt finden, die den eigenen Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht, in der man sich entfalten und bewähren kann; man muss sich Zeit nehmen, seine Bedürfnisse und Wünsche an das Berufsleben zu formulieren und so vieles mehr. Das frisst Nerven, Zeit und Energie. Das ist anstrengend.

Aber glauben diese Frauen ernsthaft, nach 3 5 10 Jahren zu Hause und mit drei Kindern wäre es leichter, sich beruflich zu orienteren? Natürlich gibt es Frauen, die sich bewusst dafür entscheiden, jung Mutter zu werden und natürlich sollen hier auch keine Mütter mit drei und mehr Kindern kritisiert werden – das würd‘ ich mich gerade hier in Klein-Bloggersdorf doch niiieee trauen. 😉 . Ich habe selber den heimlichen Wunsch, möglichst nicht erst ab meinem 30. Geburtstag Kinder zu bekommen, wenn ich denn mal den Mann dafür und das Geld und so weiter blablabla und ich wäre sicherlich keine Mutter, die ihr Kind nach einem knappen halben Jahr 8 Stunden am Tag in die Krippe gibt, um wieder arbeiten zu dürfen. 😉 Von daher mein vollstes Verständnis und Respekt für die, die sich wirklich dafür entscheiden, mit ganzem Herzen Hausfrau und Mutter zu sein. Aber das, was ich nicht verstehen kann, ist dass man ein Kind nur aus „Verlegenheit“ oder aus Orientierungslosigkeit zeugt, weil man nicht weiss, was man mit seinem Leben anfangen soll? Da läuft doch etwas schief.

Mir tun dann diese Kinder so Leid, die der einzige Lebensinhalt ihrer Mutter sind. Das kann doch nicht gutgehen, das endet doch entweder in überverwöhntem Balg oder einem überforderten Kind, das immer perfekt funkionieren muss, oder? Und gemeinhin sagt man ja auch, dass Kinder am ehesten mitbekommen, wenn es den Eltern nicht gutgeht…

Höflichkeit und Straßenverkehr – geht das?

Boah, heute bin ich mal wieder auf dem Fahrrad von einer Autofahrerin böse beschimpft worden. Kurz gesagt, es war so, dass ich aus unserer Straße rausfuhr, wo eine große, befahrene Straße verläuft und nach links abbiegen wollte. Ich bin also bis zur Ecke und dann nach links rüber. Ich weiss, dass man auf der rechten Seite fahren soll, aber das ging in dem Moment nicht, weil es eine Straße mit Grünstreifen in der Mitte ist und zugegeben, ich hab die Kurve ein klein wenig schwungvoll genommen und bin einen kleinen Schlenker gefahren, aber immer noch auf dem Radweg der großen Straße geblieben. Ich war deutlich schon am Abbiegen, schon fast in der Mitte der Straße. In diesem Moment kommt ein Auto und will in unsere Straße einbiegen und weil ich schon fast in der Mitte der Straße war, fuhr ich weiter und sie musste quasi in der Kurve anhalten. Da saß sie dann mit Fluppe in der Hand und beschimpfte mich aus dem Auto (mit offenem Fenster heraus) mit „DU BLÖDE KUH, DU!“ Eigentlich bin ich der Meinung, in der Fahrschule mal gelernt zu haben, dass man beim Abbiegen auf Fahrradfahrer Rücksicht nimmt und bei einem Fahrradweg nach vorne und nach hinten schaut, ob jemand kommt. Jedenfalls hat mich mein Fahrlehrer – das ist noch gar nicht so lange her – zig mal deswegen angeschnauzt. Und deshalb bin ich der Meinung, dass ich mir bis auf diesen Schlenker nichts wirklich zu Schulden habe kommen lassen. Vielleicht ist ihr irgendein Zacken aus der Krone gefallen, weil sie für eine Fahrradfahrerin anhalten musste. Und ich fange jetzt nicht an, zu lamentieren, dass man als Fahrradfahrer von vorneherein immer der Depp ist, auch wenn man sich bemüht, einigermaßen zivilisiert zu fahren.

Nun gehöre ich aber leider zu den 90% der Sorte von Menschen, die in solch einer Situation überhaupt nicht schlagfertig sind und habe etwas hilflos zurückgebrüllt: „Entschuldigung, ich war ja wohl zuerst auf der Straße.“ Was ziemlich sinnlos gewesen sein dürfte und wovon sie den zweiten Teil vermutlich gar nicht mehr gehört haben durfte, denn mir war es zu blöd, anzuhalten. Im Nachhinein fällt mir dann immer schrecklich viel Schlaues ein, was ich hätte sagen können, und dann ärgere ich mich. Ich möchte mich wirklich nicht auf das Niveau dieser Leute herunterbegeben und einen Streit provozieren, davon hat keiner was. Aber einmal so richtig gestochen scharf wie aus der Pistole geschossen meine Meinung sagen könne, das wäre klasse mein Ziel. Zumal mir auch solche Leute, die sich ständig wegen dermaßen lächerlicher Kleinigkeiten aufregen und jedes Vergehen andere aufzeigen, rügen, kritisierien und zu einem Staatsdrama machen müssen, wirklich tierisch auf den Senkel gehen. Keiner ist frei von Fehlern! Da beißt sich die Katze wohl in den Schwanz, wenn jetzt ICH mich wieder aufrege, aber ich kann das wirklich nicht ab. 😉

Ich würde so wahnsinnig gerne viel spontaner sein, viel schlagfertiger. Und deshalb schreibe ich jetzt hier alle Sachen auf, die mir danach noch eingefallen sind, in der Hoffnung, dass es irgendwann mal nächstes Mal besser wird:

„Wer eine Hand zum Rauchen frei hat, hat wohl auch einen Fuß zum Bremsen frei.“ (Gut, das ist vielleicht provozierend, aber trifft es sehr genau) 🙂

„Wissen Sie, bei mir ist der Führerschein zugegebenermaßen noch nicht allzu lange her, 3 Jahre etwa, aber ich erinnere mich noch genau, dass wir in der Fahrschule den Schulterblick gelernt haben, womit man überprüft, ob ein Fahrradfahrer kommt und dann haben wir gelernt, dass man diesem gegebenenfalls den Vorrang lässt. Und das gilt auch für Fahrräder, die von vorne kommen!“

„Höflichkeit ist eine Zier, doch besser lebt man ohne ihr. Ich kann leider wirklich nicht verstehen, wieso Sie jetzt wegen so einer Kleinigkeit gleich so ausfallend werden müssen und mich beschimpfen müssen.“

Kindheitserinnerungen?

Die Wortteufelin hat mich schon vor längerer Zeit mit einem Kindheitserinnerungsstöckchen beworfen. Fieberhaft habe ich in letzter Zeit seit die Magisterarbeit vorbei ist und ich wieder klar denken kann überlegt, aber vergebens. Mir fällt alles mögliche ein, was ich als Kind getan und gemacht und gedacht habe, aber nichts, woran ich als Kind geglaubt habe, oder wovon ich felsenfest überzeugt gewesen wäre, wie zum Beispiel solche kindlichen Phantasiebilder, dass Ebbe und Flut kommen, weil jemand im Meer den Stöpsel rauszieht oder dass in meinem Schrank ein Monster wohnt. Ich könnte hier so einiges erzählen, ich könnte erzählen, dass ich ein paar sehr komische Angewohnheiten hatte, dass ich zum Beispiel einmal extra mit meinem Bruder losgezogen bin, um das Münchner U-Bahnnetz beziehungsweise die U-Bahnhöfe, von denen es viele hässliche und auch einige sehr schöne, künstlerische gibt, zu erkunden. Dabei weiß ich, dass ich als Kind sehr verträumt war und heute auch manchmal oft noch bin.

Aber kein Monster, nicht ein einziges, kein Stöpsel, der das Meer ablaufen lässt und ich glaube, das mit dem Weihnachtsmann war bei uns auch ziemlich früh passé. Wenn mir nur ein oder zwei Sachen einfallen würden, dann – ja dann war das halt so und gegen das Vergessen kann man nichts machen, aber so gar nichts? Damit mag ich mich nicht zufriedengeben, dafür scheinen mir solche Auswüchse der kindlichen Phantasie ein zu wichtiger Teil der Kindheit. (Und ja, ich war eigentlich auch ein phantasievolles Kind, nicht so wie heute. 😉 ) Das erschreckt schockiert erstaunt mich jetzt doch etwas und stellt mich vor Rätsel. Und irgendwie mag ich das gar nicht so richtig glauben, irgendetwas muss es doch gegeben haben und somit bitte ich um Arbeitszeitverlängerung werde ich noch etwas weiterüberlegen und sei es, dass es nur für mich und für einen – vielleicht kleinen, aber immerhin einen – Teil meiner Erinnerungen an meine Kindheit ist.

(Für den Fall, dass jemand das Stöckchen beantworten mag, lege ich es schonmal hierhin und jeder, der möchte, darf sich bedienen. Es wäre nett, wenn Ihr einen kurzen Kommentar hinterlasst, wenn Ihr Euch das Stöckchen mitnehmt, vielleicht kommen mir ja dann auch noch Ideen. 😉 )

Nach-Bericht aus der Wiesn-Hölle

Sie waren gekommen, um die Sternstunde zu sehen, das traditionelle Abschiedsritual des Oktoberfestes, wenn beim letzten Lied Wunderkerzen verteilt werden und die feierwütige, wabernde, hüpfende Masse im Zelt auf einmal sehr still und melancholisch wird. Doch leider leider, eine hat es nicht geschafft und das war Frau Ansku. Nachdem der liebste Bruder mir glaubhaft versichert hatte, dass man schon nachmittags dort anrücken müssen, um sich einen Platz im Zelt zu erkämpfen, hat es mir nach dem zehnten Male „Über den Wolken“ einfach gereicht und ich bin nach Hause gegangen. Schlappe zwei Stunden zu früh, was mich sehr ärgert traurig stimmt. Und auch wenn mir das jetzt hier wieder keiner glaubt, es lag nicht am Alkohol! Ich werd wohl alt.

Aber das heisst nicht, dass ich nichts zu erzählen hätte! Bitteschön, verehrte Leserschaft, treten Sie näher und staunen Sie! (Und zahlen Sie bitte ersteinmal 8 Euro Eintritt für dieses Vergnügen der ganz besonderen Art.)

1. Es gibt so unglaublich hässliche Dirndl. So abgrundtief hässlich, dass man es gar nicht glauben mag, dass Menschen für sowas auch noch viel Geld ausgeben. Mein Favorit: durchsichtige rosa Bluse, dazu blaues Dirndl mit Rüschen am Kragen und rosa Schürze. Babykleidung sieht schöner aus.

2. Es ist voll am letzten Sonntag, sehr voll. Eigentlich immer am Wochenende. Dann wundert man sich auch nicht mehr, wenn es links und rechts um einen kaum anders tönt als: „Daniel, warte!“ „Peter, renn nicht so!“ „STOOOOPP!“

3. Doch sehr wundern muss man sich, wenn eine Mutter ihr kleines Kind anraunzt, welches – obwohl an der mütterlichen Hand geführt – fast in den Menschenmassen verschwindet oder überrannt wird: „Alessandro, jetzt pass doch mal auf, wo Du hinläufst!!“

4. Wenn man in noch nicht-besoffenem Zustand durch ein Bierzelt läuft, da sieht man eine Fülle von Gesichtsausdrücken so mannigfaltig wie selten zuvor erlebt. Von euphorisch-erwartungsvoll über glücklich-alkoholbeseelt bis hektisch-verwirrt-suchend bis völligleer-entrückt gibt’s alles, was man sich dazwischen noch vorstellen kann. Sehr geeignet auch für psychologische Charakterstudien. 😀

5. Es gibt noch hässlichere Dirndl. Zum Beispiel das grüne mit schwarzer Schürze und schwarzer Bluse darunter und grüner Handtasche, wo die bezaubernde Freundin des kleinen Bruders sagte: „Schau mal, die sieht aus als würde sie bei PI.N arbeiten.“

6. Das U-Bahn-Phänomen gibt es auch in Bierzelten: Der Anblick von fünf jungen Burschen alle gequetscht in eine Ecke einer langen Bierbank in einem völlig überfüllten Bierzelt mutet sicherlich recht komisch an, aber dass dann trotzdem minütlich Menschen dorthin und fast schon quer über die Bierbank stürzen und fragen, ob noch Platz frei wäre, das mutet noch komischer an. Antwort der Jungs: „Ja, wenn Sie die K**ze aufwischen wollen.“  Alles genau gleich wie im Untergrund. Blick nach unten, Menschen schneller wieder weg, als sie über die Bierbank stürzen können. 😀

Es gibt auch allerhässlichste Dirndl. Ich bin sehr sehr stolz, Ihnen, meine verehrte Leserschaft, dieses ganz besondere Modell „Verpackung mit Beschriftung“ präsentieren zu können, sicherlich ein Einzelstück. Leider ist es mir nicht gelungen, zu entziffern, was da drauf steht, aber ich tippe mal auf: „Nimm mich von hinten“??? Weitere Vorschläge?

(KLICK macht’s groß.)

(Ich weiss, es ist sehr äußerst unhöflich, Leute von hinten zu photografieren, aber es tut mir Leid: Wer so was anzieht, der hat es nicht anders verdient. Punkt!)

Der Wahnsinn hat vorerst ein Ende, nächstes Jahr wieder, dann mit ihr, nicht wahr? 😉

Bloggertreffen sind doof

Ein kleiner Nachtrag vom Wochenende: Am Samstag hatte ich das Vergnügen, das zweite Bloggertreffen meines Lebens zu erleben. Und ehrlich gesagt, ob das ein Vergnügen war? Ich weiss es nicht. Eher wird immer mehr mein Verdacht bestätigt, das Bloggertreffen einfach nur langweilig und doof und Blogger verdammt komische Leute sind.

Man stelle sich das mal vor: Man sitzt mehrere Stunden lang gefangen in einer kleinen, heruntergekommenen Vorstadtkneipe Spelunke, trifft sich mit völlig langweiligen, uninteressanten Leuten, die eigentlich rein mathematisch meine Eltern sein könnten. Da sitzt man dann den ganzen Abend lang und schaut verzweifelt alle 10 min. auf die Uhr, ob denn nun endlich mal genug Zeit vergangen ist, dass man sich dezent aus dem Staub machen kann. Spaß dabei? Fehlanzeige. Das Gespräch kreist nach der ersten Viertelstunde Small-Talk „Ja, hallo, was machst Du denn so? Wie ist das Wetter?“ immer wieder um dieselben, langweiligen, ausgelatschten Themen, wenn man nicht grad selber krampfhaft versucht, sich spannenderen Gesprächsstoff aus den Rippen zu quetschen. Weil ich aber ein gut erzogenes Mädchen bin, hab ich wenigstens alle Viertelstunde mal bei einem Witz oder eine Boshaftigkeit der Frau Buchstäblich oder ihres Ehegesponses gelacht. So alibimässig und um die Stimmung nicht vollständig in den Keller abrutschen zu lassen. Aber meine Art von Humor war das wirklich nicht. *schüttel* Gottseidank – in diesem Fall wirklich gottseidank – sind beide Raucher, so dass ich mich dann wenigstens zwischendurch für kurze Zeit nur mit einem abmühen musste und mich etwas entspannen konnte. Ansonsten half da nur Weißwein in rauhen Mengen. Wenigstens musste ich nicht dafür zahlen, sonst wäre ich wohl endgültig auf die Palme gegangen, wenn ich armer Student für so einen Senioren-Abend noch hätte Geld ausgeben müssen.

Ich weiss nicht mehr, wie aber irgendwie hab ich den Abend dann überstanden und konnte erleichtert durchatmen, als die beiden in ihr Taxi steigen.

Wirklich, Leute, sowas geht gar nicht. Deshalb hört auf meinen Rat und TUT ES NICHT! Bloggertreffen waren, sind und werden immer doof sein und Blogger sind wirklich sehr komische, zwielichtige Leute. Das schien mir schon nach dem letzten Treffen so und daran kann man wohl leider nichts ändern.

Psssst *flüster* Braucht ja keiner mitzubekommen, dass wir so unglaublich viel Spaß hatten, nicht wahr, Frau Buchstäblich? Ich hoffe doch, dass das ganz bald wiederholt werden kann! Nachbarschaftsblogger sind klasse. 😉

Wien

Juchu, ich hab grad meine Reise nach Wien, wo die allerliebste Freundin jetzt studiert, gebucht. Wat freu ick mir!!! Ach nee, das war jetzt falsch, das war Berlinerisch! Wienerisch werde ich mir vor der Reise wohl nochmal aneignen müssen, zumindest das Survival-Kitt wie etwa „An Palatschinken mit Schlagobers bittschön!“ und „Baba!“ (Frau Wortteufel, wie wär’s als nächstes mit einer Lektion in Wienerisch, als Reisevorbereitung nur für mich?? 😉 )

Jedenfalls, ich bin vom 17.10. bis 20.10. in der schönen österreichischen Hauptstadt und wenn jemand hier einen Tipp hat, was man unbedingt von Wien gesehen haben muss, dann wäre ich sehr dankbar dafür. Das ist zwar gar nicht weit von hier, aber ich war mein Lebtag noch nie in Wien. Es wird also Zeit.

Angekommen?

Alle da? Niemand unterwegs verlorengegangen? 8 kleine Kommentare sind wohl beim Import auf der Reise verlorengegangen, aber daran wollen wir uns angesichts der Schwierigkeiten, das Ding überhaupt zu importieren, nun wirklich nicht stören.

Hiermit also herzlich willkommen im neuen Zuhause! Ich hoffe, es gefällt Ihnen! Ich habe im Zuge der Umzugsarbeiten auch meine Blogroll etwas erweitert, sollte ich jemanden vergessen haben, bitte laut schreien!

Machen Sie es sich gemütlich und trinken Sie mit mir eine Tasse Kaffee. Ich muss mich noch ein bisschen einleben und die typische Umzugswehmut verdauen, aber ich denke, wir werden uns hier alle sehr wohlfühlen.

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Heute meinen Musiklehrer aus dem Gymnasium zufällig in der U-Bahn getroffen und erfahren, dass dort auch nicht mehr alles so ist, wie es mal war und dass langsam so allgemeine Tendenzen unter Jugendlichen auch auf „meine“ alte Schule übergreifen. Ich hab mich dort auch nicht immer wohlgefühlt, aber jetzt tut’s mir doch sehr Leid. War ja nicht die schlechteste Schule, so ist es ja nicht.

Wann tut endlich mal jemand was für die Kinder, um ihnen einen guten Start ins Leben mit der Bildung, die sie brauchen, aber auch mit Zeit, Kind zu sein, zu ermöglichen, statt ihnen nur sinnlose, überfüllte und konzeptlose G8-Lehrpläne vorzusetzen und dann müssen die Kinder/ die Familien zusehen, wie sie damit klarkommen?