Gute Vorsätze für 2009

Ich war bisher immer strikt gegen gute Vorsätze zum Jahreswechsel – aus dem einfachen Grund, dass ich sie grundsätzlich eh immer vergessen habe, bis ich meinen Silvesterkater ausgeschlafen habe. Aber auch Frau Ansku lernt ständig dazu und hat nun erfahren, dass gute Vorsätze psychologisch sehr wichtig sind, stellen sie doch eine Art Zäsur im Leben dar und dass man ohne gute Vorsätze ja auch nicht den Spaß dabei hat, sie zu brechen. Klar, oder? 😉

In aller Eile legte ich mir also eine Liste mit guten Vorsätzen für das Jahr 2009 zu und hier sind sie nun:

  • Ich werde jeden Morgen um sieben aufstehen, den neuen Tag begrüßen und eine Runde joggen gehen. Zusätzlich werde ich natürlich regelmäßig zwei- bis dreimal pro Woche Sporttreiben. Ich werde jeden Morgen um sieben zufrieden seufzen, den Wecker ausstellen und mich auf die andere Seite drehen und die Zeit, die für’s Joggen draufgehen würde, für meinen Schönheitsschlaf verwenden!
  • Ich werde sparsamer leben, weniger Kaffeehausbesuche, weniger unnötigen Kleinkram, ich werde nicht mehr so ekelhaft-studentenmäßig dauerabgebrannt sein. Pah, wenn ICH erstmal mein eigenes Geld verdien‘! Möbelschwede, Klamottenschwede und Co., zieht Euch SEHR WARM an…!
  • Keine Schokolade, keine Süßigkeiten; im kommenden Jahr ist Abspecken angesagt. Mehr Schokolade als momentan geht eigentlich rein aus technischen Gründen nicht mehr, aber es ist einfach zu lecker. 😉 Mal sehen, ich möchte eigentlich schon ein paar über die Magisterzeit angefressene Pfunde wieder abgeben, aber ich hab’s da nicht so furchtbar eilig.
  • Im kommenden Jahr werde ich komplett auf Alkohol verzichten, meine Leber wird es mir danken. Meine Leber braucht eindeutig mehr Training, hier war in den letzten paar Monaten ein paar Mal zu häufig die große schwarze Katze zu Besuch, das Mistvieh werde ich mit Pauken und Trompeten, nein eher mit Wein und Gesang, verjagen.
  • Ich werde im neuen Jahr lieb, freundlich, geduldig und hilfsbereit sein und mich nicht mehr so häufig mit meinen Eltern streiten. Ich werde mir im neuen Jahr garantiert nicht mehr immer und ständig alles von allen Leuten gefallen lassen.
  • Ich hoffe, schnell nach meinem Abschluss einen Arbeitsplatz zu finden, damit ich möglichst viel arbeiten und Karriere machen kann. Urlaub werde ich nur im Notfall nehmen, hat ja dieses Jahr auch weitestgehend ohne geklappt. Ha! Immer langsam mit den jungen Pferden! Sobald die letzte Prüfung vorbei ist, bin ich WEG hier! Reisen, feiern, etwas erleben, die Welt entdecken. Ideas für Reisepläne, anyone?

Und Sie so?

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Ich würde gerne mal wieder interessante, spannende Blogbeiträge schreiben, aber immer wenn ich es versuche kommt in etwa sowas dabei raus:

„Erkenntnis des Jahres: Lernen am zweiten Weihnachtsfeiertag ist gar nicht so schlimm, wenn man das Lernen in Maßen hält und wenn man weiss, dass dafür ab heute abend bis übermorgen lieber Besuch kommt.“

oder so tolle Panik-Countdowns:

„Noch 4 Tage bis Silvester, noch 10 Tage bis zur ersten Prüfung (wenn man die Freunde-Besuchstage und Neujahr abzieht) und noch 27 Tage bis zur neuen, absoluten, ultimativen Freiheit.“

oder:

„müüüüüüdeee!!!!!!!!“

So ein Schmarrn interessiert doch keinen Menschen!

Ich glaub, ich lass das lieber und geh wieder lernen. Bis irgendwann, ihr lieben Menschen da draußen.

WAAAAAH!

Wenn einem letzte Nacht nach einer sehr schönen und fröhlichen Geburtstagsfeier eine große graue Katze über den Kopf gelaufen getrampelt ist, dann sind das keine guten Vorraussetzungen, um heute einen neuen Job anzufangen. Tja, selber schuld sach‘ ich da mal.

Aber ich freu mich. Sehrst sogar. Das Gefühl, etwas Schönes, Spaßiges zu tun, sehr sehr viel Interessantes dabei lernen zu können und zu dürfen und dafür endlich mal auch noch Geld zu bekommen, beschwöngt ungemein und macht das alles wieder wett. Nicht, dass ich nicht trotzdem leicht sehr nervös wäre, ne…. Drückt mir heftigst die Daumen, dass alles gut läuft und gebt mir Kaffeeeeeee!

Frog-kill-Großkampftag

Kennen Sie das Gefühl, wenn ein Tag so bläääh beginnt, dass eigentlich schon alles egal ist. In so einer Stimmung lässt es sich hervorragend Frösche killen, glauben Sie mir, und ich habe heute gleich zwei erlegt, Das Konzept zur Killung des dritten ist fertig in meinem Kopf.

Ein Frosch ist mein nächster Zahnarzttermin, nicht zuletzt aufgrund diverser Erlebnisse im Sommer. Weil ich heute grad in der Nähe war, bin ich mal eben kurz in der Praxis vorbeigehüpft, bereits mit schlechtem Gewissen, weil die Erinnerungskarte, dass eine Zahnreinigung fällig ist, bereits vor zwei Wochen bei uns ins Haus flatterte. Das ging dann ungefähr so:

Sprechstundenhilfen-Schnalle (SSHS, sichtlich erstaunt): Guten Tag, Frau Ansku!

Frau Ansku (FA): Guten Tag, ich habe neulich so eine hübsche gelbe Karte bekommen, und da ich sowieso in der Nähe war…

(SSHS höchst erfreut)

In dem Moment kommt die Zahnärztin herein: Oh Frau Ansku!! Sie hier!

FA: Ja, ich dachte, ich schau mal wieder vorbei.

Zahnärztin: Das ist aber schön. Hatten Sie Sehnsucht nach uns?

FA (etwas resigniert): Ja, ganz schröckelische Sehnsucht…

Zahnärztin: Wunderbar, wunderbar. Das freut mich.

(verschwindet wieder)

SSHS: Wann würden Sie denn gerne kommen?

FA: Also, ich würde gerne möglichst bald, weil ich hab am 13.12. Abschlussprüfung und würde nicht so gerne die Woche davor zum Zahnarzt…

SSHS: Nun ja, die Karten gehen immer sehr zeitig raus, weil die Terminkalender ja immer sehr voll sind. Eigentlich ist die Zahnreinigung erst für Januar fällig…

FA: Oh gut, dann ist das mit der Prüfung ja gar kein Problem, dann also im Januar!

SSHS: …ich habe allerdings den ganzen Januar bereits voll. Würde es auch im Februar gehen?

FA: Oh! Gut! Soll mir auch recht sein. Dann im Februar. So groß ist die Sehnsucht ja dann auch wieder nicht…

Da war wohl jemand etwas zu übereifrig oder eher überängstlich aufgrund traumatischer Erlebnisse. 😉

Aha-Erlebnis

Dem/ der einen oder anderen hab ich das schon erzählt, aber weil ich es so nett fand, möchte ich es hier nochmal aufschreiben. Vor zwei Wochen in Wien, da hatte ich so ein Aha-Erlebnis, ein äußerst interessantes.

Mit der liebsten Freundin war ich an meinem letzten sonnigen Wien-Montag im Kunstmuseum (Leopold-Museum). Dort war gerade eine Ausstellung über Christian Schad, ein mir bis dato unbekannter Künstler, aber er hat sich dann doch sehr schnell als sehr vielseitig und sehr spannend herausgestellt. Am Anfang der Ausstellung wurde wie so oft ein kleines Filmchen über sein Leben und sein Werk gezeigt. In dem Filmchen erzählte seine Witwe etwas über eine Bilderserie von ihm, in der er Gesichter gezeichnet bzw. gemalt hatte. Diese Gesichter waren „geteilt“, in der Mitte ging ein Strich durch das Gesicht und die linke und rechte Hälfte schienen zunächst etwas verzerrt. Schads Ehefrau erzählte dann, dass diese Bilder oft als die Zerrissenheit im Inneren des Menschen interpretiert wurden, als etwas tragisches, dabei wäre das eigentlich gar nicht die Absicht des Künstlers gewesen, dies darzustellen. Vielmehr war die Absicht Schads, die beiden wichtigsten Perspektiven in der Kunst, nämlich Frontalansicht und Profil in einem Bild zu vereinen. Das fand ich sehr spannend und ich fragte mich, wie sich Kunstexperten so irren können und obwohl sie sich jahrelang tagein tagaus mit Kunst beschäftigen, diese einfach, simple Absicht des Künstlers nicht erkennen können.

Und plötzlich dachte ich, dass ich mir diese Frage auch schon oft bei der Literatur gestellt habe. Zum Beispiel damals, wenn wir in der Schule berühmte Werke lasen und dann wurde daran heruminterpretiert und herumgedoktort und das Werk zerpflückt, dass es ein Graus eine Freude war. Für mich blieb da oft ein fahler Beigeschmack, ich konnte mir nicht vorstellen, dass Menschen etwas so kompliziert und so verschleiernd schreiben. Später in der Uni habe ich ein paar Male, wenn die Gelegenheit sich ergab, Gastvorträge oder Seminare von Gastdozenten über finnische Literaturgeschichte besucht. Bitte, verstehen Sie mich nicht falsch, ich habe allergrößten Respekt vor Menschen, die so etwas analysieren können, ich sass in diesen Kursen und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, welch Fülle an Motiven und Bildern sich in den Texten fand. Es ist einfach nur ein Bereich, der sich mir bis jetzt – obwohl ich mich durchaus für Literatur interessiere und begeistern kann – nicht erschlossen hat. Ich kann da nichts oder nur sehr wenig herauslesen, ich arbeite gewöhnlich mit Lauten und Morphemen (= grammatikalischen Einheiten), das sind sozusagen „hard facts“, wo es wenig bis gar nichts zu interpretieren gibt. Und somit ist mir dieser kleine feine Schlüssel, wie man aus einem literarischen Text die wirkliche Absicht des Autors bzw. Künstlers, die dahintersteht, herauslesen kann, bis heute verborgen geblieben und ich habe mich immer wieder gefragt, ob es diesen Schlüssel überhaupt gibt oder ob das ganze doch nur ein lustiges Ratespiel mit einer Gewinnchance von 1: x ist.

Aber Rettung aus meiner Not naht! Ich habe diese Geschichte letzte Woche der liebsten Ungarischlehrerin-Freundin und gleichzeitig größten Attila Jozséf-Expertin diesseits des Urals erzählt und demnächst werde ich wohl bei einer unserer Kaffee-Monatsfeier-Konferenzen* eine kleine feine Einführung in das Werk Attila Jozsefs in die geheime Welt der Dichter und Denker bekommen. Vielleicht komme ich dabei dem Schlüssel zu dem Ratespiel etwas näher.

(* Die allerliebste Ungarischlehrerin-Freundin und ich, wir haben nämlich beide an einem 14. des Monats Geburtstag und daher ist der 14. sowieso schon von vorneherein als der beste Tag des Monats anzusetzen und das muss natürlich gefeiert werden – Monat für Monat. Wehe, es wagt jetzt irgendjemand zu wiedersprechen und einen anderen Tag als den besten Tag im Monat zu sehen!!! 😉 )

Wenn

Und wieder eine (für mich sehr kurze) Woche geschafft. Ich warte immer noch, aber ansonsten eigentlich alles ganz fein hier. Gleich nachher „Date“ mit dem wörten Hörrn Profössor, dann erfahr ich auch endlich mal, was ich eigentlich für die Prüfungen lernen muss/ soll/ kann/ darf. Oh ja, und diese Woche haben wir wieder jede Menge gelernt: Giovanni hat gestern netterweise noch zwischen Babyglück und (gestellter???) dramatischer Frühchen-Rettungsaktion erklärt, dass eine Frau nach der Entbindung nicht so gerne Liebe machen mag, aber nach ein paar Wochen geht das schon wieder und dann kann man auch wieder Liebe machen (Hättet Ihr’s gewusst??). Soviel zum Fremdschämen zur Kategorie: Dinge, die die Welt nicht braucht. :))

Und somit bleibt mir eigentlich nur, Euch allen getreu dem gestern gehörten Ausspruch dem Motto aus meiner Lieblings-Trash-TV-Sendung „Wenn Du’s packst, dann wirst Du’s schaffen!“ einen schönen, erfolgreichen Freitag und einen wunderschönen Start ins Wochenende zu wünschen!

Was ich bin

Was ich mich seit einiger Zeit immer wieder frage: Wenn ich kein A-Blogger, kein B-Blogger und auch mangels stinkender Windeln und nicht-vorhandenem Schlafdefizit kein Windelblogger bin, was bin ich dann?

Bitte jetzt nicht sagen: Sprachwissenschaftsblogger, gegen die richtigen Sprachwissenschaftler kann ich mit meinem Gesabsel hier nämlich auch nicht anstinken. Ich muss noch üben.

Aber jedenfalls, egal was ich bin, ich bin es gerne. 😉 und strecke den eitlen A- und B-Bloggern mal genüsslich die Zunge raus.

W.O.W.

Innerhalb von 24 Stunden zwei sensationell interessante Jobangebote, ich glaub’s gar nicht, isch bin noch völlisch feddisch und verwörrt! Für eines dieser Jobangebote allerdings müsste ich sämtliche meine Prinzipien über Bord werfen meine Einstellung geringfügig ändern: Ich wollte niemals unterrichten, allein schon der Frage zum Trotz „Und wenn Du fertig mit dem Studium bist, bist Du dann Lehrerin?“ Ich wollte schon gleich gar nicht vor einer größeren Gruppe von Schülern stehen die mir auf der Nase herumtanzen etc. und auch gleich dreimal nicht kleine verzogene Plagen Schulkinder unterrichten und ich wollte auch niemals Sprachen unterrichten. Lernen ja, lehren nein. 😉 Und jetzt werd ich möglicherweise für kleine verzogene Plagen Erst- und Zweitklässer so eine Art Englisch-Zusatzunterricht machen. Also hier a bisserl spielerisch das Interesse für Sprache wecken und dort etwas Farbwörter beibringen, dafür dürfte mein Englisch dann auch ausreichen. Ich wäre dann aber auch gerade deshalb und trotzdem sehr empfänglich für Tipps und Anregungen, sowohl was Englischunterricht, als auch was den Umgang die Bändigung von 7-8jährigen angeht. Darf ich ein Kind in die Ecke stellen, wenn es mir widerspricht oder muss ich warten, bis es mir auf der Nase auf der Bank herumtanzt? Frau Antonmann, zu Hülf!!! ;))

Sicher ist aber noch nichts, deshalb bitte kräftig Daumen drücken. Und nein, es hat nichts damit zu tun, deshalb bitte hier auch weiter Daumen drücken. Danke!

Leute, ich brauch jetzt ersteinmal einen Tee. Einen von Kaanus guten Abwechslungs-Beruhigungs-Gute-Laune-Tees. Und dann genießen, dass ausnahmsweise mal nicht ich zu den Jobs, sondern die Jobs zu mir kommen. :))