Gefühlsdusselei

Frau Ansku, noch ganz beseelt von Bella Italia und vom Lago, sprach am Samstag auf der Rückfahrt zu den Eltern:

„Ach, Ihr habt ja soviel zu tun und Mama macht sowieso Diät, da kann ich doch mal das Kochen übernehmen. Die ganze Woche.“

Also zauberte Frau Ansku Montag Geschnetzeltes mit Pilzen, gestern Spaghetti-Schinken-Erbsen-Sahne, heute wird es dank chefkoch ein Zucchini-Hackfleisch-Auflauf und dann? Spaghetti mit Tomatensauce? Außerdem ist es leider für meine eigenen „Diätpläne“ nicht gerade vorteilhaft, wenn man mittags schon für den weltbesten Vater gekocht und mit ihm gegessen hat und sich abends mit Freunden – na, wo wohl? Richtig! – zum Essen trifft… 😉

Ich könnt mich grad ohrfeigen, alternativ würde ich gerne die Woche auf drei Tage verkürzen. bin ein hoffnungsloser Fall von „Ich kann kochen, ich koche gerne und phantasievoll, aber wehe wenn’s drauf ankommt, sich mittags irgendeine tolle Idee aus dem Hirn zu zaubern.

Farbe bekennen 2010 – Gold

Vorm Urlaub noch schnell eine Runde Farbe bekennen. Da ich in der letzten Zeit wieder geschlampt habe, hab ich einiges nachzuholen.

Farbe-bekennen-2010_gold

Was das ist? Ich weiss es nicht, ganz ehrlich. Es ist neulich von meiner Tasche abgefallen und ich habe bis jetzt noch nicht herausgefunden von wo. Ich hoffe, ich finde es noch heraus. Bis dahin liegt es auf der Kommode und glitzert gülden vor sich hin.

Alle meine Bilder von Farbe bekennen 2010 gibt es hier zu sehen, noch viel mehr und viel tollere Bilder von den anderen Teilnehmern hier.

Die alte Professorin

Als ich mich fürs Studium bewarb, ging ich zu beiden Hochschulen dieser Stadt, an denen man Soziale Arbeit studieren kann, zur Studienberatung. In der einen ein gutaussehender junger Mann, sehr sympathisch, sehr nett und vor allem überaus hilfsbereit und engagiert. Er hörte sich meine Lage sehr genau an und kam dann sogar noch auf die Idee, zu suchen ob es eine Möglichkeit gäbe für mich, trotz Fachwechsel einen Master zu machen.

In der anderen Hochschule war es eine schon etwas ältere Professorin, die sehr viel redete, teils auch wirr, aber nicht weniger freundlich und aufgeschlossen war. Wir redeten sehr lange über sehr vieles, über soziale Arbeit, über Gesellschaft.

Neben vielem anderen sagte sie auch einen Satz, der mich sehr beeindruckt hat und der mich nachhaltig in meiner Entscheidung bestärkt hat:

„Soziale Arbeit bzw. Sozialpädagogik ist ein sehr junges Fach, das sich erst seit den 50er (?) Jahren langsam herausgebildet hat. Der Grund ist offensichtlich: Davor lebten die Menschen in einer Diktatur. In einer Diktatur kann man alle Menschen, die nicht ins System passen, die eine andere Hautfarbe, eine andere Religion, Sexualität oder Weltanschauung haben, die krank oder behindert sind, einfach wegsperren. Wir leben aber heutzutage in einer Demokratie und in einer Demokratie kann man keine Menschen mehr wegsperren, sobald sie „anders“ oder „krank“ sind oder sonstwie nicht „passen“, sondern man muss sie in die Gesellschaft integrieren, man muss sie irgendwie in die Gesellschaft zurückführen. Deshalb brauchen wir Sozialpädagogen.“

Ich finde diesen Satz toll, er bringt es kurz, knapp und präzise auf einen Punkt, was ich mir von dieser Arbeit erhoffe und was ich mir unter sinnvoller Arbeit vorstelle. Ich werde die Professorin und diesen Satz sicherlich nicht vergessen, obwohl ich mich nach den beiden Beratungsgesprächen doch so generell an der anderen Uni etwas wohler und besser aufgehoben  fühlte.

Freitag kam der Zulassungsbescheid. Von meiner favorisierten Hochschule. Ich bin ab Oktober wieder Studentin.

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Ich zur Frau Mama: Ich glaube, das war keine gute Idee, heute morgen in der Arbeit nochmal ins Bett zu gehen, nachdem ich um 5.30 Uhr das eine Kind wecken musste, damit es zur Arbeit geht. Ich bin dann um 6.30 Uhr wieder ins Bett und um 7.30 Uhr endgültig aufgestanden, aber frag nicht wie. Das war anscheinend definitiv keine gute Idee, ich weiss es ja eigentlich, nach so etwas ist man ja immer erst recht wie erschlagen.

Die Frau Mama zu mir: Ja, siehst Du, da kannst Du schonmal Stückchen-Schlafen üben, für die Zeit wenn Du selbst Kinder hast.

Ich: ….!!!

(Diese Woche nur Nachtschichten, bis auf dieses Stückchen-Schlafen absolut spitze. Ich geh dahin, schlafe, stehe auf, wecke das Kind, schlafe wieder, bekomme Geld und hab tagsüber ganz viel frei.)

I like! 😉

Sommer-To-Do

Jeder kennt das, diese Dinge, die man ja „schon immer mal“ machen wollte. Man sitzt gemütlich mit Freunden zusammen und plötzlich geht das Pläneschmieden los und ein Wort gibt das andere, einer überbietet den anderen. „Wir könnten ja mal diesen und jenen Film anschauen.“ – „Oh, und wir müssen uns unbedingt mal in diesem neuen Lokal treffen, das müssen wir ausprobieren.“ – „Ich möchte ja unbedingt mal (wieder) Sushi/ Thailändisch/ Burger essen gehen.“ – „Oh, wir könnten ja mal eine Fahrradtour machen, das wäre mal was ganz anderes. Und Ort xy soll SOO schön sein, da könnten wir mal einen Ausflug machen. Picknick? Ja, Picknick ist super. Immer doch.“

Das meiste davon bleibt dann aber doch ungetan, man trifft sich weiterhin mit den Freunden in seiner Stammkneipe und ca. genau ein Jahr später fällt es einem plötzlich wieder ein. „Ach, und weißt Du noch letztes Jahr? Wir wollten ja noch einen Ausflug nach xy machen. Und das Picknick haben wir bisher noch nicht einmal im Stadtpark hinbekommen. Ach ja, die Zeit.“ Daraufhin schauen sich alle etwas betreten an und nehmen sich ganz fest vor, das im nächsten Jahr endlich zu realisieren.

Und dann sammeln sich so die Listen an, die mit jedem Treffen länger werden, weil es gibt immer neue Pläne, die auf die lange Bank alternativ auch die Liste geschoben werden. Es gibt ja ständig tolle neue Filme, Bars und Ausflugsziele, weil der X war ja mal in Y und da war es so schön und so weiter. Irgendwann braucht man diese Flut von Plänen auf Halde gar nicht mehr zu erwähnen, ein Wort reicht und beide Freunde brechen in Lachen aus.

Die liebste Freundin und ich haben so eine Liste tatsächlich mal aufgeschrieben. Sie ist beeindruckend, etwa eine DIN A4 Seite lang. Sie enthält neben „Russisch lernen“, „Sushi essen“ auch solche waghalsigen Unternehmungen wie „Juhannus, also Mittsommer,  in einem mökki in Finnland feiern“ und liegt seit etwa fünf Jahren säuberlich bei der liebsten Freundin in einem Ordner. Zur „Abarbeitung“ hat das allerdings leider bisher wenig beigetragen. Daneben habe ich noch eine eigene To-Do-Liste, so eine Art Sommer-To-Do-List mit all den Dingen, die man während eines Sommers mal getan haben muss, um den Sommer so richtig zu geniessen. Diese Liste steckt voller Jugenderinnerungen, all diese Dinge, die wir früher ständig gemacht haben und für die jetzt nie mehr jemand Zeit hat. Dennoch nehme ich mir jedes Jahr zu Anfang des Sommers immer ganz ganz feste vor, die Liste fein säuberlich brav abzuarbeiten. Letztes Jahr habe ich kaum etwas von der Liste erledigt, vor allem wegen schlechtem Wetter und auch dieses Jahr sieht es eher mau aus. Also hab ich mir gedacht, ich schreibe die Liste hier auf, gebe jetzt im August und während des Sommerlochs nochmal alles und dann werden wir ja in ungefähr einem Monat sehen, was davon noch übrig ist.

  • Jeden Tag Eis essen (Ich futter schon fleissig, es könnte aber noch mehr sein)
  • Mit einer Menge Leute an der Isar grillen, und zwar hier bei uns, wo man auch Lagerfeuer machen darf!
  • An den Starnberger See ins Strandbad
  • Ins Open-Air-Kino (letzte Woche, Sex and the City 2!)
  • nach Finnland fahren und beobachten, wenn die Sonne um 23 Uhr abends untergeht
  • nach Italien fahren und auf einer Piazza richtigen italienischen Cappucino trinken, dann danach an den Strand und stundenlang durch diese kleinen Strandlädchen streifen
  • spontan eine Gartenparty schmeissen und alle Freunde dazu einladen
  • eine Nacht durchmachen und den Sonnenaufgang um 4 oder 5 Uhr in der Früh ansehen (letztes Wochenende einmal die Dämmerung gesehen, zählt das?)
  • in den Tag hinein leben (ich arbeite dran und das zunehmend erfolgreich)
  • Mindestens eine Woche lang morgens nur Unterwäsche und ein leichtes, blumiges Sommerflatterkleidchen überstreifen und fertig ist das Anziehen
  • Mindestens zwei Wochen lang jeden Abend mit Rotwein auf dem Balkon verbringen.
  • vielen Stunden im Park oder am See verbringen und lesen
  • Scheisselkram machen, z.B. in einen Brunnen mitten in der Stadt steigen, weil es viel zu heiss ist

(Es gilt wie immer durchgestrichten ist erledigt.)

Für Bayern ist für die nächsten Tage Dauerregen vorhergesagt. Sie sehen also, die Liste ist sehr optimisch, aber es gab da ja mal dieses Lied vom Sommer und von dem, was in Deinem Kopf passiert…

Vorbei

Spass hat’s gemacht, sag ich mal so als typischer Nur-EM-WM-Meisterschafts-Fußballgucker. Das Finale weniger, das Geholze und Gefoule, das die beiden Mannschaften sich geboten haben, war meiner Meinung nach sicherlich nicht eines WM-Finales würdig. Jetzt dürfen wir also sämtliche Vuzuelas und Vuvuselas wieder einmotten und abwarten, was sich die Brasilianer in vier Jahren einfallen lassen, um uns daran zu erinnern, dass ein bisschen Lebensfreude eben doch in jedem von uns steckt. 😉

Und… so unter uns… bis zur nächsten WM hat sicherlich auch Herr Réthy gelernt… ich sag mal so… in ganzen und vor allen Dingen in… was für eine Glanzleistung!!!… zu.sam.men.hän.gen.den (!) Sätzen zu sprechen…Würd ich mal so sagen.

Olé.

Hymypoika

Vor etlichen vier Jahren während meiner Zeit in Finnland hab ich mir mal rein zufällig aus der Videothek einen Film ausgeliehen, von dem ich ziemlich begeistert war. Und dank einer wunderbaren Freundin, die jetzt Neu-Münchnerin ist 😉 konnte ich diesen Film letztes Wochenende nochmal anschauen.

Der Film heisst „Hymypoika“, die englische Übersetzung ist „Young Gods“. Es geht um eine Gruppe von Abiturienten, die im Rausch der Abschlussfeier auf die ziemlich abgefahrene Idee kommen, einen Club zu gründen. Sie wollen bessere Liebhaber werden und beschliessen, sich gegenseitig beim Sex zu filmen, um dann voneinander zu lernen. Dabei gibt es drei Regeln:

1. Alles wird gefilmt.

2. Jeder muss einen Film machen.

3. Keiner darf davon etwas wissen.

Interessant ist, dass alle Jungs aus unterschiedlichen Gründen zum Filmen kommen. Waisenkind z.B. Jere erbt pünktlich zu seinem 18. Geburtstag das verlassene Haus seiner Eltern und meint, nur durch die Kamera Erinnerungen an seine Kindheit in jenem Haus wiederzubekommen. Bald jedoch artet das Projekt in einen Wettkampf aus mit allen Nebenwirkungen, die man sich denken kann und jeder Menge verletzter Gefühle. Auch das Ende ist sehr dramtisch.

Der Film mag abstossend, verwirrend, unangenehm sein, aber das soll er auch. Ich finde ihn aus irgendwelchen Gründen, die ich selber nicht genau benennen kann, total faszinierend fesselnd und er geht mri seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf wie lange kein anderer Film. Ich habe ein Interview mit dem Regisseur gesehen, der erklärte, dass es ihm schlicht und einfach um die „Übersexualisierung“ unserer Gesellschaft geht, darum dass die viele Sexualität, mit der wir täglich draussen bombardiert werden, uns zusehends abstumpfen lässt. Das fand ich sehr interessant. Der Regisseur sagte zudem, dass all diese „Übersexualisierung“ in den Innenstädte, auf Plakaten, in den Medien etc. einem erst auffällt, wenn man einmal mit einem Kind, dass das alles nicht kennt, durch eine Innenstadt geht. Dagegen wollte er mit dem Film ein Zeichen setzen.

Ich finde es ist ein gutes Zeichen. Ich weiss, dass der Film in Finnland einige Preise gewonnen hat, ob er im Ausland gezeigt worden ist, weiss ich nicht.

Und ganz besonders liebe ich den Soundtrack zu diesem Film, der ebenfalls „Hymypoika“ heisst. Ein Ansku-tune-Ohrwurm über eine Beziehung, von der man sich nicht loslösen kann, in der man doch immer wieder dem Ruf des anderen folgt auch wider besseres Wissen. Ein Ansku-tune, der mir ebenfalls seit dem Wochenende einfach nicht mehr aus dem Kopf will.

Übersetzung erste und zweite Strophe & Refrain:

„Er ruft mich mit seiner Hand und nimmt mich wieder mit sich.

Kein Erbarmen kennt er, keine Wärme, gar nichts.


Er bringt mich dazu, zu folgen und gegen meinen Willen zu handeln.

Er geht neben mir her und ich komme nicht los um zu flüchten.


Und er bringt mich viel zu leicht dazu, alles zu vergessen.

Ich sage, dass ich ihm niemals mehr zuhören werde

an diesen Traum glauben.“

Stoff

Manchmal fällt es schwer zu glauben, dass ich in einer Großstadt lebe. Dann nämlich, wenn die liebste Freundin und ich einen ganzen, geschlagenen Nachmittag durch’s Städchen laufen hecheln, auf der Suche nach einem einfachen, schlichten, viereckigen weißen Kissenbezug. Nicht zu groß, nicht zu klein. In weiß, natur oder creme. In einem schönen, nicht zu groben, aber auch einem nicht zu feinen Stoff, denn der Stoff soll noch durch ein Nähmaschinchen wandern. Bitte ohne Muster oder gar Farbe. Gibt es nicht, not available, unauffindbar, jedenfalls in dieser Stadt. Im Nähgeschäft, im Stoffladen, im großen Kaufhaus, nirgendwo war so etwas zu finden. Entweder hatte der Stoff eine blöde Struktur (geriffelt, bääh!), oder eine schlechte Qualität oder der Kissenbezug hatte schon Ränder dran oder es gab nur Stoffe mit Muster oder oder oder…

Vier Stunden später, im fünften Kaufhaus dann, umzingelt von Bergen aus Samt und Seide und Puschelwuschelkissenbezügen, da habe ich ernsthaft überlegt, mich auf den Boden werfen und zu schreien wie ein kleines Kind.

Hab’s aber doch nicht getan. Jetzt wird wohl oder übel selber genäht. Das kann auch sehr heiter werden.

(Nebenbei ’nen neuen Bikini geshoppt. Und mein persönliches Traum-Stoff-und-Marimekko und alles-was-ein-Mädchenherz-höher-schlagen-lässt-Lädchen entdeckt. Hach, hach, hach! Wie halt so üblich, wenn Frauen shoppen gehen. 😉 )

Teenies

Mein Wochenende wird diesmal eine Herausforderung der ganz besonderen Art sein, es wird nämlich ein komplettes Arbeitswochenende.

Habe ich letztes Jahr noch Bewerbung um Bewerbung geschrieben und lediglich Absagen kassiert, flutscht es nach dem kleinen „Branchenwechsel“ doch wie geschmiert. Seit Dienstag habe ich noch einen neuen Job und dort werde ich gleich dieses Wochenende anfangen. Die Aufgabe – oder auch Herausforderung – besteht darin, irgendwo im Münchner Westen in einer Einrichtung für Jugendliche eine Zweier-WG mit zwei Mädels zu hüten. Bis Montag früh. Hatte ich zu Anfang noch meine Zweifel und zugegebenermaßen doch einige schlimme Bilder im Kopf, so waren die spätestens beim Kennenlerngespräch am Dienstag und spätestens als ich die Mädels kennenlernte, zerstreut. Ich hab zwei sehr nette, lustige, aufgeschlossene und interessierte Mädels zu betreuen und aller Vorrausicht nach sollte es bis Montag früh – vielleicht abgesehen von den üblichen pubertären „Schwankungen“ 😉 – ruhig bleiben.

Ich, ich, die niemals mit Jugendlichen arbeiten konnte bzw. wollte, ich hüte jetzt nachmittags aufsässige Hauptschüler und verbringe ein ganzes Wochenende in einer Teenie-WG. Ich schüttele innerlich immer noch den Kopf über mich, über das Leben und wie es so läuft, das Leben. Mir waren Jugendliche immer zu kompliziert, zu verdreht und verschwurbelt, zu unsicher. Außerdem erweckten sie düstere Erinnerungen an meine eigene Schulzeit. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Und das ist ja auch ganz gut so, Erinnerungen sollten irgendwann auch einmal schweigen bzw. zum Schweigen gebracht werden.

Das kam jetzt alles sehr Knall auf Fall. Ich gebe zu, ein bisschen tut grad das „verlorene“ Wochenende weh, denn selbst wenn alles ruhig bleibt, bin ich dort angebunden und kann nicht eben mal so schnell weg, aber das wird sicherlich auch schön und toll und eine spannende Erfahrung. Und hey! Eine Bewerbung geschrieben und gleich zwei Jobs  (naja gut, zwei Mal 400 Euro), das soll mir mal einer nachmachen. 😉

Wir lesen uns Montag.

Wochenende ist…

… das, was von Donnerstag bis Dienstag geht, oder nicht? Ach nein, das war ja letzte Woche. Damn it.

Also werde ich mich aufmachen und diese Woche unser gesamtes Büro in Umzugskartons verpacken. Ja, wir ziehen tatsächlich um! Nach einem halben Jahr Drama hat Don Jefe nun selbst einen Blick in Zeitungen und ImmoScout geworfen, dann eingesehen, dass seine Vorstellungen vom zentralen Altbaubüro an der feinsten Adresse der Stadt, dass aber bitteschön möglichst nichts kosten darf, doch „etwas“ realitätsfremd waren und dann ging plötzlich alles ganz schnell. Vor zwei Wochen erklärte Don Jefe mir, dass er ein Büro gefunden hätte, vorletzte Woche unterzeichnete er den Mietvertrag und letzten Dienstag verkündete Don Jefe, dass wir am Freitag umziehen. Das hätten wir auch schneller und einfacher haben können, wage ich zu behaupten. Aber immerhin, jetzt!

Der erste Umzug, den ich organisiere und dann ist es noch nicht einmal mein eigener. Fettnäpfchenalarm und Dusselcontent gesichert, würd ich da mal sagen.

Schweden, Teil eins

Die Frau Ansku war also in Schweden. Und ist inzwischen zwar körperlich zurück, kopfmäßig aber noch voll verknallt in Schweden. Aber der Reihe nach.

Nachdem sowohl Aschewolke weggepustet als auch meine Flugangst wie üblich mit Rotwein erfolgreich therapiert worden war, bin ich Donnerstag abend sicher und wohlbehalten in Stockholm gelandet. Gleich bei den Gepäckbändern wurde ich umfassend informiert, was man als Schwedenreisender unbedingt so wissen muss.

Vor dem Flughafen, 1 Grad und Schneeregen, genau das, was man Ende April definitiv nicht mehr sehen möchte. Die liebe Freundin holte mich aber ziemlich bald aus dem nassen und kalten mit dem Mietauto ab und wir beschlossen, auf der Suche nach einem Hostel für diese Nacht ersteinmal aus Stockholm raus und eine halbe Stunde nach Uppsala zu fahren, in der Hoffnung dort schneller und vor allem günstiger Quartier zu finden. Das gelang auch ziemlich gut, gleich bei der zweiten Adresse wurden wir aufgenommen und übernachteten in einer netten kleinen Jugendherberge, in der die Zimmer alle auf einer Galerie um den atriumartigen Frühstücks- und Aufenthaltsraum angeordnet waren. Sehr nett!

Am nächsten Morgen ein kurzer Stadtrundgang, zunächst aber holten wir uns in einem Café ein leckeres Frühstück und setzten uns damit an die Sonne an einen Tisch vor dem Café. Anscheinend ist es für Schweden sehr ungewohnt, draussen zu frühstücken, denn wir wurden von allen vorbeilaufenden Passanten begafft wie bunte Hunde. Als wir heimlich etwas darüber lachten, kehrte eine Frau um und sprach wild auf Schwedisch auf uns ein, bis sie merkte, dass wir kein Wort verstehen. Daraufhin war sie etwa eine Minute still, sagte dann „oooh… Sorry!“ und verschwand schnellstens wieder. 😆

Uppsala ist eine ganz entzückende Kleinstadt mit vielen alten Gebäuden, u.a. mit einer Kirche in der hinter dem Altar eine fast lebensechte Wachsfigur einer Nonne versunken auf das Grab König Gustav Vasas blickte – sehr spooky!

mit einer sehr hübschen Universität, wie es sich für eine Universitätsstadt gehört

und einem alten Schloss, ebenfalls von Herrn Vasa erbaut, von dem aus man nochmal einen ganz phantastischen Ausblick auf Kirche und Stadt hat. Und ja, hier ist kein Schneeregen mehr zu sehen und wir hatten wirklich ganz unverschämtes Glück mit dem Wetter, später in Stockholm wurde es sogar richtig warm. 🙂

Das Schloss mit den laut Reiseführer für die Vasa-Schlösser typischen Rundtürmen (der zweite ist links vom Bild)

die letzten Reste des Winters haben wir aber dann doch noch gesehen.

Am Fluss

Gegen Mittag stiegen wir wieder in unser Mietauto und fuhren Richtung Westen, denn geplant war zunächst einmal eine Tour nach Göteborg. Kurzer Zwischenstopp: Örebro, ebenfalls sehr süße, verschlafene Kleinstadt an der Spitze eines Sees (ich habe schon wieder vergessen, wie der denn nun wieder heisst), mit schönen Gebäuden….

und ebenfalls einem Schloss(chen). Ebenfalls mit Vasa-Rundtürmen.

Sehr viel mehr gab es in Örebro nicht, also schlenderten wir noch kurz durch die Einkaufsstrasse, holten uns zum Mittag einen Hot Dog und wiederstanden nur knapp der Versuchung, Brezn, Strudel und deutsches Brot zu kaufen. 😉

Eigentlich hatten wir auf der Fahrt mehrere Stops geplant, aber dazu kam es nicht, denn die Fahrt zog sich ganz schön in die Länge. Schwedische Autobahnen und Landstrassen sind nunmal nicht mit deutschen zu vergleichen und da die Schweden alle sehr vorschriftsmäßig autofahren, wollten wir natürlich nicht uns künstlich unbeliebt machen.

Patriotismus erstreckt sich in Schweden sogar bis zu den Verkehrsmarkierungen, wie man hier sehr gut sieht:

In Göteborg hatten wir durch Zufall ein ganz entzückendes kleines Hostel gebucht, dass sich als kleines Privathäuschen mit nur sechs oder sieben Zimmern und Familienanschluss herausstellte. Das Haus war so richtig typisch schwedisch eingerichtet, das ältere Ehepaar, dass dieses Haus führte, war mehr als freundlich und hilfsbereit und am nächsten Morgen erwartete uns ein reichhaltiges Frühstück. (Da einige in den Kommentaren schon angekündigt haben, dass sie auch eine Reise nach Schweden planen, kann ich sämtliche Adressen natürlich gerne per Mail weitergeben, meldet Euch einfach.)

An diesem Abend reichte die Zeit noch für einen Spaziergang durch Göteborg, ebenfalls wieder bei strahlendem Sonnenschein. Lustigerweise haben wir fast nur im Binnenland Wolken gesehen, sobald wir an die Küste kamen, waren diese wieder weggepustet. Dafür war es auch schneidend kalt an diesem Abend und es blieb uns nur, uns am Anblick gutaussehender, starker Jünglinge zu „wärmen“. Hilft ja alles nüscht.

Wir liefen über die Aveny, die Pracht-, Shopping-, Party-, Flanier- und-was-weiss-ich-noch-alles- Straße von Göteborg mit ihren beeindruckenden Häusern und imposanten Verzierungen und kamen schliesslich an den Gustav Adolf-torg, wo sich die alte Uferpromenade in ihrem besten Licht zeigte.

Sonnenuntergang am Hafen, ohne Worte!!

Am nächsten Morgen spazierten wir noch durch einige weitere Viertel Göteborgs, u.a das Univiertel und das ehemalige Arbeiterviertel.

Hier, in den Gassen der Altstadt, gibt es fast nur Holzhäuser, jede Menge entzückender Cafés und die Zeit scheint irgendwo vor einigen hundert Jahren stehengeblieben zu sein.

Von der Gamla Stad aus erklommen wir einen Berg, auf dem eine alte Festung stand

(hier die Miniaturausgabe 😉 )

und genossen wiederum einen traumhaften Ausblick über die Stadt.

…mit rot-grüner Postkartenidylle direkt neben …

… und goldenem Krönchen auf dem Wachturm. 🙂

Und wir sind immer noch ganz hin und weg von der Altstadt mit ihren zahlreichen kleinen Lädchen und Cafés. Die Strassen sind voll mit Menschen, die diese ersten Frühlingstage in Schweden geniessen. Eine einmalige Atmosphäre.

Es ging wieder mehr in Richtung der Aveny und die Gebäude wurden wieder zusehends herrschaftlicher.

Humor haben sie ja, die Schweden!

Ein Blick auf die Altstadt vom „grünen Ring“ Göteborgs aus.

Eher zufällig kamen wir noch an den Markthallen vorbei und mussten natürlich hineingucken. Die Atmosphäre dort ist einmalig. Das Essen sah zwar phantastisch aus, wir haben es uns aber doch verkniffen und erst zwei Tage später in Stockholm in der Markthalle gespeist.

Kleine, ganz feine Lädchen, überall.

Und eine Parade, extra für unseren Besuch! 😉

Am frühen Nachmittag stiegen wir dann wieder in unser inzwischen schon so liebgewonnenes Auto und brausten dieses Mal nur die halbe Strecke zurück bis nach Linköping, weil wir das Auto dort abgeben und dann den Bus nach Stockholm besteigen mussten. Für Sehenswürdigkeiten auf der Fahrt gab es leider wiederum anders als geplant doch keine Zeit, da sich Fahrt durch das schwedische Niemandsland eben wirklich ganz schön ziehen können. 😉 Aber wir kommen sowieso noch einmal wieder, dann im Sommer, wenn wirklich alles grünt und blüht!

Dafür gab es später auf der Fahrt mit dem Bus nach Stockholm Postkartenidylle mit Abendsonne. Das Bild ist aus dem Bus gemacht, daher ist es nicht so toll, aber die Aussicht WAR auf jeden Fall toll.

Und manchmal sehen auch die Häuser in Schweden ein bisschen nach IKEA aus, z.B. hier am Busbahnhof in Linköping. 😉 Inzwischen ist es Samstag abend, die Hälfte der Reise bereits vorbei und wir machen uns auf zur letzten Etappe, nach Stockholm.

Mehr und den zweiten Teil unserer Reise mit vielen vielen Photos aus Stockholm gibt es bald, sobald ich mich durch die vielen vielen, sehr vielen Photos aus Stockholm gewühlt habe. 😉

Freie Sicht

Ich würde zwar wirklich liebend gerne am Donnerstag selber ein Flugzeug besteigen und mich von ebendiesem nach Stockholm fliegen lassen, um endlich den langersehnten (Kurz-)Urlaub mit der liebsten Freundin nachzuholen (von ruhigem Gewissen will ich – von Haus aus mit Flugangst gesegnet – ja gar nicht anfangen) und ich fände es jammerschade, wenn auch dieser gemeinsame Urlaub ins Wasser fallen würde, noch lieber aber würde ich auch heil wieder landen und diese ganze Sichtfluggeschichte trägt nicht unbedingt dazu bei, das Vertrauen in die Vulkanaschewolke (Wort des Jahres!) und die moderne Technik zu stärken.

Ich hör‘ die ganze Zeit nur, dass diese Sichtflüge voll auf Verantwortung der Piloten gehen und frage mich leise, wo da noch Platz für Übernahme von Verantwortung ist, wenn die Fluggesellschaft zum Piloten sagt: „Du fliegst jetzt und zwar auf Sichtflughöhe. Oder wir fliegen auch in Zukunft ohne Dich.

Und nein Herr Ramsauer, auch wenn Sie tausend mal behaupten, dass Sie nichts verantworten würden, was Sie „nicht selber als Passagier auch mitmachen würden“, dann glaube ich Ihnen das nicht. Ich glaube Ihnen ganz einfach nicht, dass Sie selber persönlich auch aus freien Stücken momentan in ein Flugzeug steigen würden, nein das halte ich sogar für ziemlich unwahrscheinlich.

Meine Schwestern im Geiste, die ebenfalls diese Woche verreisen wollten, ich bin ganz doll bei Euch!

SMS

Mir spukte da die Tage was im Kopf rum und deshalb musste ich da gestern mal dem kleinen Bruder eine ziemlich bescheuerte Frage stellen, nicht ganz ohne Peinlichkeitsfaktor:

„Stimmt es, dass Männer keine SMS mögen bzw. sehr genervt reagieren, wenn eine Frau ihnen eine SMS schickt?“

Ich wüsste zu gerne, woher diese Aussage stammt, leider kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Mag sein, dass es eine Freundin in mitten all dieser Pubertätswirren war, mag auch sein, dass so eine blöde BRAVO Frauenzeitschrift diesen Satz geschrieben hat – fest steht einzig und alleine, ich habe das mal vor vielen vielen Jahren gehört oder gelesen und danach nie wieder und seitdem geht mri das nicht mehr aus dem Kopf und ich bin immer etwas verunsichert, ob ich jetzt darf oder soll oder lieber nicht sollte…?

Nun, der kleine Bruder hat natürlich gelacht und bestätigt, dass diese Aussage völliger Schmarrn ist und dass Männer SMS nicht schlimmer oder weniger schlimm finden als Frauen auch. Ganz wie ich auch denke: Es kommt darauf an, wie gut man sich kennt und natürlich auf die Situation. Zehn SMS zu schreiben wegen einem Treffen („Hallo. Treffen wir uns morgen?“ – „Nein doch lieber übermorgen.“ – „Okay, und wo?“ – „Vielleicht was essen gehen oder einen Kaffee?“ – „Nee, lieber Kaffee“ – „Okay, dann um drei?“ – „Nee, lieber um vier.“ usw.) ist sehr nervig, ziemlich unnötig und schneller und unkomplizierter geregelt mit einem kurzen Anruf. Umgekehrt gibt es jedoch auch Situationen, wo man jemanden mit einem Anruf sehr überrumpeln kann oder wo man sich nicht sicher ist, ob man möglicherweise stört, da ist es sehr praktisch, eine SMS zu schreiben, weil die SMS Zeit lässt zu reagieren. Besonders die letzte Eigenschaft finde ich persönlich sehr praktisch und sehr sympathisch.

Wieder etwas gelernt und nebenbei einige uralte Urban Legends Irrtümer beseitigt. Und so nebenbei haben Sie, die verehrte Leserschaft, etwas Dusselcontent live mitbekommen und ich habe mein Wort zum Sonntag. In diesem Sinne:

LG, Frau Ansku : )

Und dann der Moment

Bei den Motiven für das Projekt Zwölf2010 habe ich den Blick aus der Haustür nicht ganz zufällig gewählt, ist es doch der Ort, an dem ich täglich vorbeigehe, wenn ich das Haus verlasse. Gerade morgens ist das wunderschön, hier aus der Haustür zu treten, weil die Morgensonne genau auf die Haustür scheint. Und irgendwie, über die Jahre, hat es sich auch so eingespielt, dass mein erster Blick, wenn ich morgens aus der Haustür trete, der Sternmagnolie neben dem Haus gilt. Ob sie der Morgensonne ihre Blüten entgegenhält, ob sie einen lauen Sommerregen aufsaugt, ob sie im Herbst schon die Blätter hängen lässt oder im Winter die Äste unter den Schneemassen sich biegen, das ist immer noch das untrüglichste Zeichen, in welcher Jahreszeit wir uns gerade befinden. Daher befand ich es für absolut photografierenswert.

Und jedes Jahr im Frühjahr achte ich natürlich ganz besonders auf die Sternmagnolie, jedes Jahr versuche ich, genau den magischen Moment zu erhaschen, wenn die prall gefüllten Blüten sich öffnen, wenn die Natur plötzlich aus sich selbst heraus explodiert. Letzten Sonntag, als ich im trüben Wetter morgens zum Frühstücken ging, da waren sie noch geschlossen, aber plötzlich nachmittags, eigentlich nur ganz schnell im Vorbeirennen gesehen, da war er plötzlich da, dieser Moment, wo die Spitzen leicht auseinandergehen und einen ersten Blick in das Innere der Blüte freigeben. Und ich musste anhalten, stehen bleiben, gucken und staunen und dann doch nochmal ins Haus gehen, um meine Kamera zu holen.nEs ist jedes Jahr dasselbe, aber jedes Jahr wieder einzigartig. Jedes Jahr wieder bin ich vollkommen gefesselt vom Frühling, vom Neuanfang und von den vielen kleinen Wundern.

[KLICK!]

Vor vielen Jahren, als die liebste Freundin noch zur Schule ging, da kam sie mal einen Frühling lang jeden Morgen auf dem Weg zur Schule hier vorbei und wir haben auf den Stufen vor der Haustür neben der Sternmagnolie gemeinsam Kakao getrunken und in die aufgehende Sonne geblinzelt und den neuen Tag so ganz gemütlich begonnen. Wunderbar war das.

tolle Tolle

Ich habe letzte Woche drei Stunden strahlenden Sonnenscheins für meine Matte geopfert. Beim Frisör. Das Ergebnis – ziemlich toll. Isch bin väliept, ich hätte nie gedacht, dass das bisschen mehr Pony es so sehr bringt, aber es hagelt hier Komplimente am laufenden Band. 😉

Einzig und alleine die Pflege – ziemlich zeitintensiv und ohne geht’s jetzt gar nicht mehr, es sei denn ich möchte mit Zotteln herumlaufen wie Guildo Horn. Heiss fönen, kalt fönen, Rundbürste, Haarspray…

Daher werden ab sofort hier Wetten angenommen, wie lang Frau Ansku noch die Geduld aufbringen wird, die tolle Tolle morgens im Halbschlaf vor dem Spiegel zurechtzuzupfen, zu stylen, zu sprayen und zu striegeln.

Kleiner Tipp: Letztes Mal hat es etwas mehr als einen Monat gedauert, dann war ich es Leid und alles war wieder mit Spängchen schick und schnell festgesteckt.

Weihnachten & Ostern

Bin mit der liebsten Freundin an einem Schuhladen vorbeigelaufen, nicht wie sonst vorbeigerannt.

Habe schöne Schuhe im Schaufenster gesehen.

Bin in den Laden gegangen und habe die Schuhe anprobiert.

Bin ein paar 10 15 20 Runden im Laden auf- und abgelaufen.

Könnte es nicht glauben.

Habe die Schuhe gekauft.

Hat insgesamt vielleicht 20 min. gedauert.

Habe jetzt schöne neue schicke Sommerschühchen.

Was erzählt uns die Ansku denn da, denken Sie Sich jetzt sicherlich. Spinnt die jetzt? Ist doch das normalste der Welt, Schuhekaufen. Interessiert doch kein Borstentier.

Nein, eben nicht. Und jetzt plötzlich doch schicke Schühchen, in 20 min. Fast shoes, sozusagen.

Fühle mich gerade wie Weihnachten und Ostern zugleich, sehr väliept.