Neujahrsvorsätze

Langjährige Leser des Ansku-Blogs wissen, dass es hier keine Neujahrsvorsätze gibt. Obwohl, das eine oder andere Pfündchen könnte schon….?

Aber auch dieses Jahr gibt es wieder eine Menge „Vorsätze“, also Dinge, die ich unbedingt machen möchte. Und nachdem das mit der Erfüllung dieser Vorsätze schon im letzten Jahr so gut geklappt hat, werde ich auch jetzt wieder ein paar Träumsche und langgehegte Wünsche aufschreiben. Der größte Wunsch, der Traumjob, ist natürlich jetzt schon erfüllt und vorerst zählt sowieso nur, den Jobeinstieg gut zu schaffen und daneben *hust* mal eben schnell eine Bachelorarbeit zu schreiben. Aber für die Zeit „danach“ gibt es viele kleinere Wünsche und Pläne, die dringend in die Tat umgesetzt werden möchten!

1. Nach London reisen. Seit November lebt das allerbeste Bruderherz in London und natürlich ist das Vermissen groß. Eigentlich wollte ich ganz gediegen zum Christmas-Shopping nach London fliegen ihn schon im Dezember besuchen, aber dann kamen einige Dinge wie u.a. eine Operation dazwischen und ich verschob das auf unbestimmte Zeit. Also auf die Zeit nach der Bachelorarbeit. London ist ja immer einen Besuch wert, der letzte liegt hier schon ca. 15 Jahre zurück. Höchste Zeit also für „immer einen Besuch wert“!

2. Berlin sehen und sterben. Es ist kaum vorstellbar, wie viele Menschen aus dem schönen München weg und nach Berlin ziehen! Nichtsdestotrotz möchte ich diese Stadt – und natürlich eben jene Menschen – sehr sehr gerne einmal wiedersehen. Auch der letzte Besuch in Berlin ist schon etwas länger her, so ca. 2005.

3. Urlaub in Finnland machen. Die letzten Besuche sind auch schon wieder zwei Jahre her und waren allenfalls Stippvisiten. Kaum Zeit, um ausgiebig mit Freunden zu quatschen und Finnland zu geniessen. 10 Tage sind daher das Minimum, am liebsten wieder zu Mittsommer!

4. Stricken lernen. Erst *huch* kam das Nähvirus, dann *huch* kam das Häkelvirus, danach schwor ich mir, dass es jetzt reicht mit Handarbeiten, da sowieso schon so viel Zeit – und Geld – dafür drauf geht. Ich werde also nie und nimmer auch noch Stricken lernen. Falsch geschworen, bei einem Besuch bei der Verwandtschaft im Oktober übernahm das einfach meine Tante für mich und zeigte mir die ersten Schritte… äääh… Maschen. Jetzt bin ich sehr sehr neugierig, habe aber – aus Gründen* – bisher noch darauf verzichtet, hier Strickzeug anzuschaffen. Sowieso wird nach der Abgabe wieder sehr viel mehr hier genäht werden, die letzte Patchworkdecke ist ja nun auch schon seit knapp einem halben Jahr fertig! 😉

5. Aus dem letzten Jahr nehme ich den guten Vorsatz mit, wieder eine Sprache zu lernen. Da ich in einem interkulturellen Umfeld arbeitet, bietet sich das sowieso an. Wie sich allerdings ein Sprachkurs mit Schichtdienst vereinbaren lässt, muss ich noch herausfinden. Aber ich bin da zuversichtlich.

5. Ich möchte – jetzt wo monatlich ein festes Gehalt auf meinem Konto eingehen wird – bewusster einkaufen. Ich achte jetzt schon bei Lebensmitteln auf Qualität und kaufe z.B. Wurst nur noch ca. einmal im Monat und dann möglichst von einer Quelle, die vertrauenswürdig ist. Das würde ich gerne ausbauen und z. B. öfters mal komplett im Bioladen einkaufen. Mal sehen, wie sich das in den Alltag (und in meinen Kontostand) integrieren lässt.

Das sind die wichtigsten Wünsche für 2014. 2014 wird ein Jahr, in dem ich zum ersten Mal seit langer langer Zeit keine Studentin mehr sein werde, sondern einfach meine Arbeit mache und abends nach Hause gehe und dann Zeit für mich habe. Kein Uni-Kram mehr nach der Arbeit, das wird eine völlig neue Erfahrung. 😉

Es gibt viel zu tun!

* Bachelorarbeit.

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Projekt Patchwork – Kurz vor Schluss

Patchworkdecke, so far. Die Patchworkdecke ist fast fertig, es fehlt nur noch die Einfassung, aber endlich ist der größte Teil der Arbeit geschafft! Es hat nun doch einige Zeit gedauert, weil ich im Februar etwas unpässlich war und dann auf die weltbeste aller Mütter warten musste, deren Terminplan nicht unkompliziert ist, die mir aber trotzdem heldenmutig zugesagt hat, mir auch beim Zusammenlegen und Heften der Decke nochmal zu helfen.

Davor habe ich erst 10 Streifen mit Quadraten zusammengenäht…

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… dann sorgfältig die Nahtkanten auseinandergebügelt…

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… und dann 10 große Streifen aneinandergenäht. Nocheinmal Nahtkanten auseinanderbügeln, ächz.

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Fertig ist die Oberseite!

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Ostermontag war es soweit, die weltbeste aller Mütter und ich gingen heldenmutig ans Werk. Und heldenmutig war es tatsächlich, wir saßen mehr oder weniger vier Stunden auf dem Wohnzimmerfußboden und nähten und hefteten um die Wette. Schon das Zusammensetzen der Decke war nicht so einfach. Beim Öffnen der Verpackung entdeckten wir, dass das Füllvlies Wellen schlug und etwas verzogen war, die Stoffbreite bei der Rückseite reichte gerade so auf den letzten Zentimeter, aber mit etwas Hinbügeln (Vlies) und genauem Auszirkeln der genauen Lage lagen schließlich Vorderseite, Füllung und Rückseite korrekt übereinander …

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… und wollten in Folge daran mit Stecknadeln vorerst fixiert und dann genau geheftet werden, damit beim Nähen nichts mehr verrutscht (Für Nicht-Näher: Heften heisst, dass man von Hand mit groben Stichen die Stoffe zusammennäht, damit es beim Nähen in der Nähmaschine nicht mehr verrutschen kann.) Die weltbeste aller Mütter hat da einen gehörigen Erfahrungsvorsprung und nähte vier Nähte in der Zeit, in der ich eine nähte und das noch viel genauer. Dafür liessen sich auf meiner Seite hinterher nach dem Quillten die Heftfäden viel leichter wieder herausziehen, bei den Stichen meiner Mutter war das eine elende „Popelei“. Nach vier Stunden auf dem Fußboden in allen möglichen Verrenkungen taten uns alle Gelenke weh – die Fingerkuppen sowieso, die waren bereits taub.

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Daraufhin habe ich zwei halbe Nachmittage „gequiltet“, also die komplette Decke einmal den Nähten entlang mit der Nähmaschine im Steppstich durchgenäht. 70 Quadrate, 6 Längsnähte und 9 Quernähte. Quilten macht man immer von der Mitte aus, das bedeutete also für mich, dass ich jede Naht zweimal in die Nähmaschine reinfummeln musste. Abgesehen davon aber ging das Quilten einfacher als ich gedacht hatte und sogar die Bedenken einer Freundin, dass soooo eine große Decke doch niemals durch soooo eine kleine Nähmaschine passen würde, lösten sich mit ein paar kleinen Tricks und Kniffen in Luft bzw. in Wohlgefallen auf.

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Dennoch war es ein bisschen schwer, ganz ganz millimeter genau auf den Kanten entlang zu nähen. Ich hoffe einfach mal, dass niemand die Decke so genau betrachtet, dass er die zahlreichen Schlenker und Bögen sehen würde. 😉

Nach dem Quilten und dem (wie gesagt twas popeligen) Herausziehen der Heftfäden habe ich dei Decke – obwohl noch ohne Rand – mal am letzten Samstag ganz vorsichtig „angelegt“. Ich habe mich aufs Sofa gesetzt und mir die Decke über die Beine gelegt und schon einmal etwas probegestreichelt. Fühlt sich IRRE an! Ich bin jetzt schon so stolz und verliebt in die Decke – und träume zum Schrecken der weltbesten aller Mütter schon von der nächsten Decke! Leider hat sie mir bis mindestens 2015 die Zusammenarbeit aufgekündigt, also zumindest so lange bis ihre Fingerkuppen wieder Gefühl haben. 😉

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Projekt 2013

Ich habe längere Zeit nicht über mein Projekt Patchwork berichtet, Zeit wird’s also! Es hat sich doch einiges getan.

Nachdem ich im Dezember alle restlichen Stoffe bestellt hatte und mich extra noch an einem Adventssamstag durch die Innenstadt in den Quiltladen meines Vertrauens gequetscht hatte, um das Vlies zum füllen und ein paar letzte Tipps zu holen, dachte ich, dass ich in den Weihnachtsferien voll loslegen könnte. Nun, weit gefehlt. Erstens habe ich doch in den Ferien einiges andere gemacht, u. a. ein wenig gearbeitet ( nur gaaaanz wenig und mit vielen Ruhepausen dazwischen 😉 ), zweitens ist mir bei den Weihnachtseinkäufen witzigerweise doch noch ein Stöffchen untergekommen, dass letzten Endes doch noch unbedingt in die Decke mit hineinwollte. Unter meinen Weihnachtsgeschenken war auch ein Babygeschenk zur Geburt, die Babys ploppen ja momentan auch ständig nur so raus. Also war ich bei „Engel und Bengel“, dem Babyladen meines Vertrauens (SEHR zu empfehlen, wenn man ein schönes Geschenk sucht) und dort fiel mir beim Stöbern diese Decke auf, die vom Stil her perfekt zu meinen Plänen passte.

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Ich fand die Decke wunderbarst, besonders den schönen Rosenstoff, aber dachte bei mir, dass meine Decke ja nun schon genug Stöffchen enthielt und ging. Doch irgendwie ging mir diese Decke nicht aus dem Kopf, ebensowenig der Rosenstoff. Über die Weihnachtsvorbereitungen, über den Heiligen Abend und bis über die Feiertage. Der Stoff war einfach zu perfekt, er hatte ein schönes Rosenbouquet etwas größer als die anderen Stoffe, die ich bereits hatte, was die einfachen reihenförmig gemusterten Stoffe in meiner Vorstellung perfekt ergänzen würde. Er hatte statt grüne beige Blätter, die perfekt die bereits in den beiden dunklen Stoffen vorhandenen Farben wiederaufnehmen würden. Und er hatte mit den hellblauen Blumen nochmal einen winzigen Farbtupfer, ebenfalls eine willkommene Abrundung des gesamten Farbkonzeptes. Aber ach, wie sollte ich an diesen Stoff kommen, ich wusste weder Namen noch Hersteller, womöglich war es sogar eine Eigenproduktion des Babylädchens. Aber der Stoff ging mir nicht aus dem Kopf, also setzte ich mich eines Abends – das Babylädchen hatte natürlich zu, also konnte ich auch da nicht fragen – an den PC und fing doch einmal an, zu recherchieren. Ich wusste ja nichts über diesen Stoff, also sah ich mir zunächst sämtliche (!) bei Dawanda angebotenen Rosenstoffe an. Dann sah ich mir sämtliche (nun ja, fast. Gefühlt… ) Google-Ergebnisse für „Rosenstoff“ an. Dann sah ich, dass auf dem Stoff ein Name aufgedruckt war, „Mlle Lasalle“, ich googelte den Namen, ohne Ergebnis. Dann sah ich mir den Onlineshop von „Engel und Bengel“ annähernd komplett durch, um wenigstens so einen Hinweis auf den Hersteller zu finden. Dann überlegte ich, den einen bei der Suche entdeckten Dawanda-Shop, der nur und ausschliesslich Rosenstoffe verkauft, um Hilfe zu bitten, ob ihnen dieser Stoff bereits einmal aufgefallen war. Kurz davor, entnervt aufzugeben und einfach einen ähnlichen Stoff mit großen Rosenbouquets und dann eben meinetwegen grünen Blättern zu bestellen, kam mir plötzlich ein Geistesblitz. Durch die FrauSüd war ich vor längerer Zeit auf das Label Greengate aufmerksam geworden, eine dänische Firma, die Haushaltsdinge und allerlei schönes Schnickeldi in wunderschönem skandinavischen Stil herstellt. DA sind doch Rosen in einer Tour drauf! Schnell sah ich mir die Seite an und tatsächlich! Da war mein Muster! Ich freute mich sehr, war jedoch gleichzeitig etwas betrübt, denn auf der Seite gab es zwar in dem Muster wunderschöne Tischdecken, Kissen, Schürzen und alles, was frau sich wünschen kann, aber keine Stoffe als Meterware. Resigniert wollte ich den PC ausschalten, aber dann ermutigte mich meine Twittertimeline, dass es diese Stoffe doch als Meterware gibt und dass es auch Onlineshops gibt, die diese Meterware verkaufen. Ich gab noch einmal den Namen Greengate bei Dawanda ein und – Tschakka! – wurde endlich fündig!

Also dauerte es noch einmal ein paar Tage, bis auch dieser Stoff hier ankam, dennoch fingen die herzallerliebste Mutti und ich gleich nach Neujahr an, endlich die Stoffe zuzuschneiden, zumindest die, die schon da waren. Die herzallerliebste Mutti hatte sich netterweise bereit erklärt, mir beim Zuschneiden zu helfen, alleine hätte ich sonst wohl 2 Tage gebraucht.

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Nach 3,5 Stunden (!) hatten wir in gemeinsamer Arbeit 6 mal 12 Stoffquadrate zugeschnitten. Davor hatten wir noch etwas an der Größe gefeilt, denn ursprünglich wollte ich die Quadrate 25 cm mal 25 cm nähen, was eine Deckengrösse von 1,50 m mal 2,25 m ergeben hätte. Wir kamen aber doch zu dem Schluss, dass 24 cm mal 24 cm INKL. Nahtzugabe reichen müssten, die Quadrate auf der Decke sind dann 22 cm mal 22 cm groß, dafür passen so mehr Quadrate auf die Decke, es sollen 10 Reihen mal 7 Quadrate werden, was perfekt passt, da ich sieben Stoffe habe. 😉 Wir zeichneten jedes einzelne Quadrate mit einer Schablone auf die Stoffe auf (Mama) und schnitten es dann einzeln millimetergenau mit der Schere aus (ich). Das hört sich sehr aufwändig an, es gäbe ja schliesslich auch Rollschneider und aufwändig ist es auch (wie gesagt, 3,5 Stunden), aber ich glaube, dass mir diese millimetergenaue Arbeit später beim Nähen vieles erleichtern wird und bin sehr glücklich, dass wir es so gemacht haben. DANKE MAMA!!!

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Gestern kam dann endlich auch der ersehnte neue Stoff hier an. Ich war sehr nervös, ob er wirklich so gut passen würde, wie ich es mir ausgemalt hatte. Aber kein Grund zur Sorge: perfekt!!

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Also habe ich den gestrigen Nachmittag damit verbracht, auf dem Wohnzimmerfussboden – der einzige Raum, wo solch ein Projekt Platz hätte – das Muster auszulegen. Die herzallerliebste Mutter hatte vorgeschlagen in jeder Reihe die gleiche Reihenfolge um zwei Plätze versetzt zu legen, aber ich hatte im Kopf bereits ein Bild von einer kunterbunten Patchworkdecke und so versuchte ich es erstmal nach dem Sudoku-Prinzip: jeder Stoff taucht in jeder Reihe horizontal und vertikal nur einmal auf. Das geht natürlich nur für die ersten sieben Reihen auf, ab Reihe acht muss man wiederholen, aber siehe da: Es klappt! Ich finde es wunderschön und genauso hatte ich mit meine Decke in den letzten Monaten immer vorgestellt.

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Danach alles sorgfältig wieder einsammeln, immer der Reihenfolge nach…

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… zum Schluss habe ich 10 kleine Stoffpakete…

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… die jetzt darauf warten, sorgfältig und möglichst (milimeter-)genau zusammengenäht zu werden! Und genau dies werde ich nun an meinem letzten Ferientag tun.

Ich bin also leider nicht in den Ferien so weit gekommen, wie ich gehofft hatte, aber bisher hat sich all die Arbeit mehr als gelohnt: Dass ich doch noch (hartnäckig!) nach dem fehlenden Stoff gesucht habe. Die Arbeit beim Zuschneiden. Das richtige Muster. Auch, wenn ich ab morgen wieder arbeiten muss und das Nähen sich nun vermutlich wieder in (Kleinst-) Etappen über Wochen hinziehen wird, ich bin sehr sehr glücklich, vorfreudig und total UFFJERESCHT! 😉

Stoffe, aus denen Träume sind

Das Projekt Patchworkdecke wird allmählich immer konkreter. Aus diesen Stoffen wird das Träumchen entstehen und ich bin total begeistert. Ich finde sie so toll und so romantisch!

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Leider bin ich in den letzten Wochen wieder zu nichts gekommen, weil das Nähmaschinchen beim Onkel Doktor war. Streifen verrutscht. Stichplatte defekt. Und als ich sie letzte Woche repariert zurückbekam, war das Lämpchen kaputt. wtf??? Nun ja, so kann’s kommen. Aber bald, bald! Noch zwei Wochen, dann habe ich Urlaub und kann – endlich! – loslegen. Bis dahin sollte ich wohl noch ausrechnen, wie viel Stoff ich insgesamt brauche, diesen bestellen und alle restlichen Materialen, Futter, Faden und vieles vieles mehr besorgen. Puh, es gibt einiges zu tun!

Neue Projekte

Die Tage werden wieder kürzer, die Abende dunkler. Nach ein paar Monaten, in denen die Nähmaschine dunkel in der Ecke vor sich hin moderte, weil Frau Ansku lieber lesend im Liegestuhl saß, kommt langsam die Lust zu nähen wieder. Deshalb habe ich heute auch schon Stöffchen zugeschnitten für das eine oder andere neue Projekt. Ein paar neue Täschchen soll es geben und seit kurzem ist ja auch die Lieselotte Hoppestedt zur Vrenelli-Familie hinzugekommen, die mir mehr und mehr gefällt, viel Platz für eigene Ideen und Kreationen hat und nicht allzu schwer zu nähen ist.
Nicht zuletzt ist der 30. September ja auch ein guter Tag um die Weihnachtsproduktion zu beginnen. Wenn ich daran denke, was für ein Stress das letztes Jahr zum Schluss war, ist es aber sicherlich keinen Tag zu früh. Ich hoffe, dass ich es dieses Jahr besser hinbekomme. Andererseits spuken da schon wieder so viele neue zusätzliche Ideen durch meinen Kopf…

Daher nun also ein paar Teaserchen für die anstehende Taschen- und Weihnachtsproduktion:

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Aber das eigentlich tollste, schönste und wichtigste Projekt, das ich mir für diesen Winter vorgenommen habe, das wird nur für mich sein. Ich möchte gerne für mich selber zum ersten Mal eine Patchworkdecke nähen. Eine kuschelige, schöne, verträumte Patchworkdecke zum Reinkuscheln und stundenlang lesen für lange Wintertage.
Ich habe schon mehrere Anleitungen gelesen und Tutorials angeschaut. Es wird sicherlich eine ordentliche Menge Arbeit, bis die Decke einmal fertig ist, zumal ich eine richtig große Decke zum Reinkuscheln möchte und ich ja selber nicht ganz klein bin. Das Muster wird einfach quadratisch, das reicht für den Anfang, birgt auch schon die eine oder andere Herausforderung, wirklich ALLE Quadrate exakt zu nähen, und sieht ja, wenn man die richtigen Stoffe wählt, auch sehr hübsch aus.

Apropos Stoffe, auch da bin ich mir noch nicht sicher, was ich eigentlich will, aber vermutlich wird es tatsächlich auf eine romantisch-kuschelige rot-rosa Rosen- oder Blumendecke hinauslaufen. Kitsch as Kitsch can, yeah!

Es wird wohl ein langer Prozess und ein größeres Stück Arbeit, alleine schon die vielen vielen einzelnen Arbeitsschritte: Patchwork nähen, füttern, zusammennähen, den Rand dran nähen und zum Schluss alles noch einmal quilten. Vermutlich wird die Decke fertig werden, wenn der Winter vorbei ist. Aber das macht mir nichts aus, ich habe Zeit.

Und ich freue mich so sehr.

Stimmungsschwankungen

Stimmungsschwankungen galore hier seit einigen Tagen. Ich schätze mal, es liegt einfach daran, dass es allmählich reicht. Dass es hier ein bisschen zuviel Jubel und Trubel war in der letzten Zeit. Ja, Jubel, eigentlich habe ich allen Grund zum Jubeln und Jauchzen und mit den Engeleien zu frohlocken, denn eigentlich hätten dieser November und dieser Dezember nicht besser, spannender, aufregender, ertragreicher, freudiger und schöner verlaufen können. Wozu also beschwer ich mich?

Nun, ich beschwere mich eigentlich gar nicht, ich bin in der Tat wirklich sehr glücklich und froh. Soviel Tolles hat sich ereignet in den letzten Wochen, sovielen Projekten wurde entgegengefiebert und sie sind auch tatsächlich alle ziemlich gut geworden. Es steckt eine unglaubliche Menge Arbeit, lange Tage und so gut wie kein Wochenende oder Freizeit in all dem, aber für jedes einzelne Projekt, jedes to-Do, jedes Vorhaben kann ich aus vollem Herzen sagen: Es hat sich gelohnt. Das ist eine ganze Menge, finde ich, und damit hätte ich niemals gerechnet.

Der Vrenelli-Shop läuft besser als ich zu wünschen wagte, für den Anfang kann ich mich wirklich nicht beklagen. Ich durfte bereits – ziemlich spontan – einen Flohmarkt besuchen und verbuche in drei Wochen bereits vier Einkäufe bei Dawanda. Wow! In der Uni gibt es Projekte und To-Dos noch und nöcher, aber alles läuft momentan wunderbarst und glatt und macht unglaublich Spaß. Ich lerne soviel, nicht nur rein fachliches, sondern auch für mich, für meinen zukünftigen Beruf und ich bin jeden Tag aufs Neue verliebt in diesen Beruf. Ach, und arbeiten tu ich ja auch noch, meistens zwei Tage die Woche. Ich geniesse diese Tage momentan fast sogar, weil ich einfach nur morgens ins Büro rein gehen und abends wieder rausgehen muss. Alles, was ich im Sommer über Cheffe geschimpfelt habe, muss ich hiermit höchstoffiziell zurücknehmen. Mein Cheffe ist der beste Cheffe, den man sich vorstellen kann, auch hier läuft alles rund.

Zusammengerechnet läuft also alles bestens, es gibt nichts worüber ich traurig sein könnte. Es ist nur alles soviel gewesen. Es kam Schlag auf Schlag, ohne mir auch nur eine winzige Pause zum Verschnaufen zu lassen, so zum Beispiel letzte Woche: Montag ein lang entgegengefiebertes Referat, das aber dann doch ziemlich gut verlaufen ist. Dienstag ein Besuch im Jugendgericht, ganz großes Kino. Mittwoch ein Besuch in der Arbeit und zwar auf Wunsch der liebsten Kolleginnen mitsamt dem aktuellen Vrenelli-Sortiment, welches mir gleichselbige Kollegen unerwarteterweise quasi aus den Händen gerissen haben, so dass mir Hören und Sehen verging. O.O Am Ende ging ich mit einer dreistelligen Summe aus dem Büro und musste ganz geschwind noch nachnähen, weil einige Produkte ausgegangen waren. Am Donnerstag Firmenweihnachtsfeier und ausserdem war dann auch noch er plötzlich mit der Post angekommen, weiß und neu und wunderschön. Und aus Zeitmangel bisher nur aufs nötigste eingerichtet. Am Freitag ein Interview für die Uni, ebenfalls ein bisselchen Nervenkitzel davor und am Samstag Blockseminar in der Uni. Gestern war die Frau Ansku für ein Projekt von der Uni im Jugendarrest. Das war davor auch ein bisschen uffreschend, hat aber am Ende so wunderbarst geklappt, dass ich fast gar nicht mehr weg wollte. Aber nur fast. 😉 Alles für sich genommen super, aber… Nein, es gibt eigentlich kein „aber“, das würde der Sache nicht gerecht werden. Vielleicht sage ich es besser so: Nur, der Kopf kam irgendwann nicht mehr hinterher. Soviel Glück und frohe Botschaften muss man ja auch erstmal fassen.

Und dann bricht es plötzlich über mich herein und ich möchte am liebsten schreien, treten, irgendetwas kaputtmachen. In einer Minute bin ich so beseelt von diesen kleinen Schritten und Erfolgen, von diesem Glück, dass es sich doch jedes Mal wieder lohnt, das Herz voranzuwerfen und dann hinterherzuspringen, dass mir selbst Dinge leicht fallen, die mir sonst schwer fallen, und in der nächsten Minute bin ich ein heulendes, zitterndes, wütendes kleines Etwas. Meistens passiert das abends, irgendwann gegen 18 Uhr merke ich förmlich, wie es „plopp“ macht und mein Kopf sich weigert, noch ir.gend.eine weitere Information aufzunehmen. Wenn dann noch irgendetwas oder irgendwer kommt und etwas von mir will, dann war’s das mit der Freundschaft. (Lässt sich nur leider so schwer vermeiden.)

Ein sehr komisches und unangenehmes Gefühl, wie ich finde, einerseits wie auf Watte berauscht durch die Tage zu schweben, andererseits kaum noch geradeaus denken zu können. Konzentration fällt immer schwerer, Reden und Menschen allgemein auch. Umso mehr erstaunt mich, dass mein Umfeld, Dozenten, Kollegen immer noch mit meiner Arbeit zufrieden zu sein scheint, ich selber finde tausend Fehler.

Es sind ncoh 10 Tage bis Weihnachten. Ich schätze, bis dahin heisst es einfach Zähne zusammenbeissen und durch. Ich habe Glück, allmählich wird es ein wenig ruhiger. Die meisten Projekte sind nun doch erledigt oder immerhin in die Wege geleitet, die Nähaufträge stapeln sich nicht mehr ganz arg und ich hoffe, ich kann am Sonntag gaaanz in Ruhe noch zwei Täschchen, auch ein Auftrag, fertignähen. Darauf freue ich mich, und dann natürlich auf Weihnachten, auf etwas Ruhe und Stille und auf ein wieder-Ankommen hier. Darauf, dass der Kopf wieder mitkommt und darauf, das alles einmal wirken zu lassen und zu verarbeiten. Ich werde zwei Wochen Urlaub haben, und ich werde zumindest die erste Woche davon einmal das tun, was ich das ganze Jahr noch nicht getan habe. Nämlich nichts.

Ich bin unununglaublich müde, aber auch unununglaublich glücklich.