Verbot

Ich darf nicht daran denken, welche Unsummen an Geld ich diese Woche hier in Helsinki gelassen habe und ich darf mir heute auf gar keinen Fall Gedanken darueber machen, ob mein Koffer jetzt sein zulässiges Gewicht ueberschreitet oder nicht. Ich vertraue einfach darauf, dass SELBST ICH es nicht schaffe, innerhalb einer Woche soviel Gewicht anzuhäufen, dass ich mich wieder dumm und dämlich zahlen und meide jede Waage hier in ganz Helsinki. Wuerde ich mir Gedanken ueber SOWAS!!! machen, ich glaube, dass wäre das sichere Ende. Andererseits ist die Zeit hier sowieso fast zu Ende, deshalb darf ich auch nicht daran denken, dass ich morgen nicht mehr die schöne Innenstadt von Helsinki im Sonnenlicht bestaunen darf.

Lieber geniesse ich noch den heutigen Tag und freu mich auf mein Bett heute abend – wie ein Schnitzel! Ich hab nämlich Rueckenschmeryen.

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Belohnung

Das Beste an so einer Prüfung ist das Kiepschen danach das Belohnungshoppen danach. 🙂 Gestern war Shoppingnachmittag und der Herr Marimekko und ich haben uns ausgesprochen prächtig verstanden. 🙂 Eine Tasse in meinen Lieblingsfarben, ein Paar gestreifte Socken und ein gaaanz tolles neues Kosmetiktäschen für Lippenstift, Taschentücher und alles, was frau so braucht. Zuerst dachte ich, mein erwähltes Modell wäre viel zu klein, aber jetzt passt doch wirklich alles rein, zur Not sogar ein Kuli und ich bin überglücklich.

Außerdem geht es ab heute so richtig los mit Freunde treffen, ich habe ab heute bis Freitag volles Programm. Sehr gut, denn seit Samstag bis jetzt haben wir hauptsächlich gefaulenzt und ich fühle mich jetzt wieder um einiges fitter und erholter. Und ich habe mich wahnsinnig gefreut, als ich Sonntag nach dem ich dann mal irgendwann mittags ausgeschlafen hatte *lach* alle meine Freunde angerufen habe und die sich total über den Anruf gefreut haben und dass es jetzt so ausschaut, als würde ich tatsächlich alle diese Woche noch zu sehen kriegen. Ausnahmsweise ganz ohne grossen Organisationsaufwand und 10mal Pläne komplett umschmeißen, ich bin geplättet. 🙂

Von der schönen Theorie des Kofferpackens

Ich war immer der Meinung, ich bin eine gute Kofferpackerin. Früher war das so: Man suchte sich also aus seinem Kleiderschrank entsprechend viele Sets von zusammenpassenden Kleidungsstücken und Verkleidungen aus, dann packte man diese genauestens gefaltet und abgezirkelt in den Koffer, Socken und Unterhosen in die Ritzen, damit auch ja kein Platz verschwendet wird und das wars. Soweit die Theorie.

Die Praxis schaut seit einiger Zeit anders aus. Man suche sich zusammengehörige Sets von Kleidungsstücken aus dem Schrank und lege diese genauestens abgezirkelt in den Koffer, nur um daraufhin zu bemerken, dass die Kleiderauswahl aus irgendeinem Grund doch nicht passt/gefällt/wettertauglich ist und dann die Hälfte wieder rauszureissen und es durch „irgendwas anderes“ zu ersetzen. Ergebnis: Gar keine zusammenpassenden Klamotten mehr und ein seichtes Gefühl der Spannung, ob man es nach 3 Tagen noch schafft, menschenwürdig durch die Stadt zu laufen.

Tja, Theorie war mal. Ade, Du schöne Theorie.

Wir LEIDEN unter der neuen Spießigkeit

So eine Fahrt im Nachtzug ist schon ein Erlebnis der besibderen Art … Ich glaube, dafür gibts demnächst mal einen Extra-Post. Also fange ich gleich in Leiden an zu Erzählen.

Am Samstag wurde ich von trockenem, wolkigen, aber warmen Wetter sowie einer gutgelaunten Kiki mitsamt gutgelauntem Roli empfangen. Um mich gleich an die dortigen Gewohnheiten zu gewöhnen, wurde mein Gepäck auch stilecht auf dem Fahrradgepäckträger ins neu-IKEA-eingerichtete Heim gebracht. Dort bekam ich eeendlich Kaffee und ein reichhaltiges Frühstück vorgesetzt. Trotz des leckeren Frühstücks konnte ich mich aber danach doch zu keiner grösseren Aktivität als Schlafen aufraffen und so bezog ich mein Kingsize-3Sterne-Prinzessinen-Luftmatratze. Angesichts der Holzklasse im Nachtzug fühlte sich das wirklich und ehrlich so an. 🙂

Gegen mittag wieder erwacht und unter den Lebenden zogen wir dann tatsächlich los in die Stadt und gen buntes Markttreiben. Meine Gastgeber versuchen sich – völlig spießig 😉 – erfolgreich als Touristen-Führer und so bekam ich neben Käseständen, der „Borch“ und diversen geschlossenen Kirchen auch die „wahren Sehenswürdigkeiten“ Leidens zu sehen. Dies beinhaltete: Das „bunte Farbentreiben“ im HEMA, ausgelaufene, überdimensionale Zahnpastatuben sowie nicht am Platz bleiben wollende Gallionsfiguren. Weniger besucherfreundlich waren dann die Möglichkeiten zur Abendgestaltung und somit verzogen wir uns schließlich zu einem kurzen Radl-Ausflug – natürlich! – den Supermarkt und zum Abendessen nach Hause. Satt, gelikört und glücklich wurde dann auch noch Amerika zum 2395.mal erobert und ich verzichtete großzügig – voll spießig – auf mein anvisiertes Nachtprogramm zwischen Coffeeshop und Techno-Muke und sank wieder in das Prinzessinenbett, in dem man sogar seine Beine ausstrecken kann. Ist nicht allen Menschen vergönnt, immerhin weiss ich das seit Freitag nacht.

Der Sonntag brachte mit sich ein weiteres laaaanggezogenes, gemütliches Frühstück, sonniges Wetter und einen Ausflug nach Delft. Delft ist hier sicherlich allen Lesern bekannt, nämlich das berühmte Delfter Porzellan ich kannte das vorher noch nicht ist es, was diese kleine hübsche Stadt auszeichnet.

Des weiteren noch ein schiefer Turm von Delft und eine ganze Reihe bezahlbarer kleiner Cafes an den Grachten. Auch bezahlbare Cafes wollen in Holland erstmal gefunden werden, weiss ich jetzt auch seit diesem Wochenende. Auch einen kurzen Ausflug in die Historie der ehrwürdigen Oranje gab es für mich, allerdings beschränkte er sich im Wesentlichen auf Verwandtschaftsspekulationen zwischen Willem, dem Schweiger (nl. Willem de Zwijger), eines der berühmten Kinder Delfts und Ben Stiller. 🙂
Spätestens beim Anblick des auf dem Rathausplatz aufgebauten etwas sonderbar anmutenden Volksfestes nahmen wir dann im übertragenen Sinne Abschied von unserer Illusion des verschlafenen Städtchens und im konkreten Sinne von Delft.

Weiter ging es, der Tag war ja noch jung, nach Den Haag. Hier verweilten wir allerdings leider nur wenige Minuten an der Trambahnshaltestelle, dies allerdings reichte schon um mich wieder einmal über die Einfachheit der holländischen Sprache staunen zu lassen.

„Wer von der Brücke platscht, wird ausgewildert.“ Schnell fuhren wir weiter nach Scheverdingen, dem zu Den Haag (sprich: „Den Haaachch“) gehörigen Kurbad an der Atlantikküste. Dieses erwies sich leider in zweierlei Dingen als Enttäuschung, zum einen fühlte man sich statt von einem kleinen Seebad angezogen eher von Bettenburgen erschlagen (wären nicht die Dünen gewesen, ich dächt‘, ich wär in Italien…), zum anderen schlug das uns bis dato so wohlgeSONNEne Wetter plötzlich um und es wurde ungemütlich.
Die Wackeren Recken unter uns liessen sich jedoch trotzdem nicht von einem Spaziergang im flachen Wasser und hinauf zu alten Türmen („Oooh, ein Höhenunterschied!!“) abschrecken und zum Abendbrot gab’s dann Eisbein…. äääh, nein eine ganz ausgezeichnete Lassagne. 🙂 Nebenbei bemerkt: Ich bin also nur mit der Tram durch Den Haag gefahren, aber die „Großstadt“ ist wirklich sehr schön und auch sehr grün, hat mir alles wirklich gut gefallen, Wir scheinen wohl bedauerlicherweise nur den hässlichsten Teil von Den Haag erwischt zu haben. :)) Hab ich dann nächstes Mal neben den versprochenen Schnäpsen auch eine Den Haag-Tour gut??? Danach wurde noch gehext und sich an völlig lebensfernen Fragen die Zähne ausgebissen, und das war dann unser Sonntag. Richtig gemütlich, richtig spießig, richtig toll. 😉

Montag musste der Herr des Hauses sich in die Arbeit begeben, deshalb blieb das Frauenvolk daheim und sinnierte, was es wohl mit dem Tag anfangen möge. Frühstück? Ja! Ratschen? Ja! Raus?? Hmm, erstmal Wetter gucken. Aber weil wir ja von der wackeren Truppe sind, wagten wir uns trotzdem an eine Fahrradtour und zuerst blieb es auch trocken und ich bekam imposante Eindrücke einer „Fahrradautobahn“ geboten. Genau als wir jedoch unser Ziel erreichten, ging es los: Regen, Regen, Wind, was wäre Holland ohne Regen und Wind!! Beinahe durchgenässt fiel die Kommunikation mit den weissen Kühen und den Schafen und Gänsen dann eben etwas kurzer aus und wir strampelten wieder nach Hause – woraufhin es natürlich prompt aufhörte zu regnen. Doch inzwischen hatten wir uns schon fest auf unseren verdienten Kakao mit Rum eingeschworen, deshalb fielen wir zu Hause ein, rissen uns die nassen Klamotten vom Leibe und liessen das Getränk sowie ein kurzes Mittagessen seine Wirkung tun: Wir gingen Mittagschlaf halten. Pünktlich zu unserem an- und abschließenden Shoppingtrip kam dann auch die Sonne raus *echtohneVerarschung*grummel*

Abends gab es noch schmackhaftes Abendessen („Nudeln mit Schinken-Sahne verkehrt“) und dann musst Frau Rossmeister sich für die Nacht um so ungeliebten CNL Pollux 39 wappnen. Das war was, das sag ich Ihnen! Wenn man sich um halb sieben noch vor dem Abendessen quasi bettfertig machen muss, also Waschen, Contactlinsen raus etc., (allerdings hier nur, um ekelhafte Zugtoiletten zu meiden), fühlt man sich irgendwie auf einmal um ca. 15 Jahre zurückversetzt und altbekannte Abwehrmechanismen tauchen völlig unvermittelt und vollautomatisch wieder auf. „Mamaaaa, üch wöll aber noch nüch‘ ins Bett. Draussen is‘ ja noch hell!“

Das tränenreiche Zubettgeh-Drama der tränenreiche Abschied folgte und das wars von mir und Holland. Vorerst. Ich komme wieder. Das ist eine Drohung.

Wieder da

Grob geschätztes Schlafpensum der letzten Nacht 1 + 1/2 + 1 + 1/2 + 2 + 2 Stunden. Was für eine Bilanz dafür, dass ich bei jedem Sch***-Bahnhof im diesem Quietschezug aufgewacht bin. Aber ich hab mich hier zu Hause angekommen directamente ins Bett verkrümelt, daher nochmal die letzten zwei Stunden. 🙂

Bericht und Photos heute abend. Nur soviel: Holland ist toll, Freunde in Holland besuchen ist noch toller, Holländisch ist toll einfach, Leiden ist allertollst und das Wochenende insgesamt war der tollsten eines.

Tschüüühüß!!

Huh huh, der Tag war echt anstrengend und zum Abgewöhnen… Von morgens um sieben an auf den Beinen und an tausend Sachen denken müssen – ich mag nimmer.

Deshalb verabschiede ich mich jetzt ins Wochenende bzw. nach Holland und werde ermattet auf meinen Platz im Zug sitzen (ich weiss noch nicht mal, was für ein Platz das ist – Liege oder Schlaf, ich hab einfach das billigste genommen *zitter*). Andererseits hat es was Gutes, jetzt so k.o. zu sein, so werde ich sicher ein kleines bisschen leichter einschlafen können. Berichte gibt es am Dienstag.