Nur geträumt 

Die erste Nacht in London hatte ich einen Traum. Ich träumte, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu essen. Ich war unglaublich dick, aufgedunsen, aufgequollen. So dick dass ich mich nicht mehr bewegen konnte, aber das war okay. Ich sass da und aß einfach immer weiter, als hinge mein Leben davon ab und das tat es in gewisser Weise auch: Es war kein Heisshunger, keine Sucht, es war ein tiefes Bedürfnis zu essen, davon hing mein Leben ab. Ohne Essen hätte ich keine Energie und ohne Energie könnte ich nicht weiter existieren. Das war mir sonnenklar. Dann kamen mehrere Leute und redeten wild auf mich ein, ich müsse doch endlich aufhören zu essen, meine Gesundheit sei in Gefahr. Ich könne mich ja jetzt schon nicht mehr bewegen, wenn ich noch weiter äße, dann würden meine Organe versagen, ich müsse doch um Himmels Willen aufhören zu essen! Ich aber wusste genau, dass es anders herum war, dass das Essen mir Energie gab und mein Überleben sicherte. Dass ich eingehen würde wie ein Luftballon, in den man mit einer Nadel piekst, wenn ich aufhören würde zu essen. Dass ich auch die Menge, die vielen verschieden Farben, Sorten und Geschmäcker und die Fülle brauchte und dass ich mich gerade ziemlich wohl mit mir und meinem Körper und meinem vielen Essen fühlte. Weil das ganze Leben so bunt und vielfältig war und aus so vielen verschiedenen Geschmäckern bestand. Und so war es sehr leicht, diese Leute reden zu lassen und einfach weiterzuessen. Ich wusste, dass ich das einzig Richtige tat. 

Als ich nach diesem Traum aufwachte, erwachte ich mit einem unglaublich zufriedenen Gefühl. Dieser Traum lässt sich momentan auf verschiedene Bereiche meines Lebens übertragen und gab mir das großartige Gefühl, einige gute Entscheidungen getroffen zu haben und einige Weichen richtig gestellt zu haben, egal was andere dazu sagen. Für mehr Farbe, mehr Geschmack, mehr Fülle, mehr Lautstärke, mehr Leben. Großartig. 

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Ein Gedanke zu „Nur geträumt “

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