Klare Worte

Ich sah gestern eine ältere Folge Grey’s, die in der Henry bei einer Operation stirbt. Arizona war daraufhin völlig durch den Wind, natürlich, verständlicherweise, und verlangte von ihren Kollegen (ich weiß nicht mehr wer) klare Worte.

Ich brauche ein klares „Henry ist tot“, damit mein Kopf es kapiert, damit ich trauern und Abschied nehmen und weitermachen kann. Das lernt man im dritten Semester Medizinstudium, wie man den Angehörigen schlimme Nachrichten überbringt. Es braucht klare Worte, was passiert ist. 

Heute dann dachte ich, dass es vielleicht mit dem Ende einer Liebe genauso ist. Es braucht ein klares, deutliches „ich liebe Dich nicht / nicht mehr“, damit der Kopf und das Herz verstehen, trauern, loslassen und dann aber auch irgendwie weitermachen können. Was aber, wenn es diese klaren Worte nicht gibt oder auch nicht geben kann, weil die Person zum Beispiel gar nicht weiß, dass sie geliebt wird. Dann steckt der Kopf in einer Endlosschleife aus Trauer, Verzweiflung, und doch wieder Hoffnung, obwohl man doch eigentlich ganz genau weiß, dass es aussichtslos ist. Dann ist das Loslassen und das Weitermachen um ein Vielfaches schwerer, weil Kopf oder Herz es nicht verstehen können, vielleicht auch nicht verstehen wollen. Was macht man dann? Wie schafft man es trotzdem irgendwie zu verstehen? 

Keine Sorge mir geht’s gut. Ich dachte nur, dieses Dilemma beschreibt in etwa mein 2016. Irgendwie stimmt es schon, die Zeit heilt alle Wunden, auch die in Kopf und Herz. Irgendwie ist es besser, irgendwie auch inzwischen wieder fast gut. Aber dennoch, eine wirklich gute Antwort auf diese beiden letzten Fragen habe ich bis heute nicht gefunden. 

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