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Ich habe nach über drei Jahren einen Bekannten wiedergetroffen, mich mit ihm verabredet und ihn gestern dann gesehen. Wir hatten uns viel zu erzählen, es war eine lange Zeit. Wir sprachen über Arbeit, über zuviel Arbeit, über Privates, über alles mögliche. Es ging ihm nicht gut, das merkte ich ziemlich schnell. Es gab ein Wort das andere. Er sagte, dass dies ein sehr bemerkenswertes Jahr sei, weil da gerade so viele Umbrüche sein. Ich stimmte zu, er fragte sehr erstaunt: Bei Dir auch? Warum? Ich war etwas unsicher und antwortete ausweichend. Und da platzte es plötzlich aus ihm heraus, er könne ja jetzt einfach offen mir sagen, was los sei. Und er erzählte mir seine Geschichte der letzten Jahre und noch darüber hinaus, seine Geschichte, über den langen Weg zu sich selber. Er erzählte über das Gefühl nicht dazuzugehören, er erzählte darüber, wie es ist nicht zu wissen, wer man ist und was man sucht. Und ich. ich hörte zu. Ich hörte zu und fühlte es in mir beben, da waren plötzlich so viele Gemeinsamkeiten, dass es mich beinahe umriss. Nur manchmal lächelte ich ihn aufmunternd an oder sagte ihm, ich könne ihn so sehr verstehen, ich wüsste genau wovon er sprach. Ich konnte ihn so verstehen, mehr als er zu dem Zeitpunkt wissen konnte, und das nach drei Jahren. Ich konnte ihn so sehr verstehen, dass ich an manchen Stellen beinahe kniepern musste. Aber ich weinte nicht, ich hörte einfach zu, die ganze Geschiche lang. 

Dann erzählte ich ihm meine Geschichte. Und er verstand. 

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