Von vergangenen Zeiten II 

Ich werde heute das erste Mal nach acht Jahren wieder auf einem Pferd sitzen. Und ich freue mich wie Bolle, ich bin so aufgeregt wie damals als Teenie. Seit zwei Tagen überlege ich, was ich alles noch weiß übers Reiten und ob ich etwas vergessen habe. Aber alles noch da. Ich fürchte nur, der Höllenmuskelkater wird trotzdem nicht ausbleiben. 😉 

Gestern habe ich meine Pferdesachen vom Speicher geholt, weil ich meine Reitschuhe suchte. Die Reitschuhe sind weiterhin verschwunden, dafür habe ich eine Menge anderer Sachen gefunden. Obwohl ich nie ein eigenes Pferd hatte, nur ein Pflegepferd, besitze ich vielleicht abgesehen vom Sattel so gut wie die komplette Ausrüstung für ein Pferd. Ich gab damals mein gesamtes Taschengeld für Pferdesachen, Decken, Trensen, Longen, Bürsten, Bandagen etc. aus, warum weiß ich bis heute nicht. Jetzt lagen die Sachen acht Jahre lang ungenutzt auf dem Speicher, sind aber noch gut erhalten. Ich konnte sie nicht weggeben, ich habe immer daran geglaubt, dass ich sie eines Tages nochmal brauchen werde, vielleicht eben sogar doch für ein eigenes Pferd. Irgendwann einmal. 
Und dann habe ich gestern alles durchgesehen, die Trensen und die Decken wieder angefasst. Mein erster Impuls war tatsächlich, alles wegzugeben, die Klein-Mädchen-Traum-Pferde-Zeiten sind vorbei, dachte ich. Also habe ich alles schnell wieder weggepackt und in meinem Keller verstaut. Vielleicht könnte ich die Sachen dem Reiterhof geben, auf dem ich ab heute für drei Tage nochmal kurzurlaube. Aber abends dann saß ich auf dem Sofa und dachte plötzlich, nein ich kann es doch nicht weggeben. Es ist ein Teil meiner Jugend, es sind die Erinnerungen an Reitstunden, Reiturlaube, Reiterfreunde, die mich in einer ansonsten doch recht schwierigen Zeit gestützt und gehalten haben. Es wäre wie einen Teil von mir wegzugeben. 

Und dann bemerkte ich noch etwas. Ich spürte, dass der Traum vom eigenen Pferd doch nicht so abgefrühstückt ist wie ich dachte. Nicht jetzt, nicht hier, aber er ist noch da. Neulich sprach ich mit einer Freundin über Träume, aber da fiel mir außer dem einem großen keiner ein, obwohl ich wusste, dass da noch andere Träume sind. Aber die anderen Träume waren unter dem einen und unter den aktuellen Themen und Problemchen so gut verborgen, dass sie mir in der Situation nicht mehr eingefallen sind. Gestern fiel mir zumindest einer wieder ein. 

Irgendwann einmal.  

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2 Kommentare zu „Von vergangenen Zeiten II 

  1. Und wie war es? 🙂 Ich habe seit 3 Jahren nicht mehr auf dem Pferd gesessen… Gerade im Sommer habe ich es dann immer mal vermisst. Das Pony wird derzeit auch noch von mir betüddelt, mehr aber auch nicht.

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  2. Großartig war’s. Echt schön, ich wusste gar nicht mehr was ich vermisst habe, aber ich könnt schon wieder. Naja… Vielleicht wenn der Muskelkater vorbei ist. 😉

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