Tagebuchbloggen Mai ’15

Wie jeden fünften des Monats fragt Frau Brüllen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? Dieses Mal ist meine Antwort einfach: Urlauben. Hier aber für Sie noch etwas ausführlicher.

Meine Regel.schmerzen kümmert es herzlich wenig, dass ich Urlaub habe, sie reissen mich um Punkt 5.00 Uhr aus dem Schlaf. Ich überlege nur kurz, ob ich es dieses Mal ohne Schmerzmittel aushalte, dann macht die zunehmende Intensität der Schmerzen die Entscheidung zugunsten einer Ibu leicht. Ich gehe auf die Toilette, beim Weck zurück ins Bett schaue ich einmal auf die Terasse, wo die Morgendämmerung bereits angebrochen ist und die vielen Vögel singen. So schön ist das, ich hab ja eine Leidenschaft für den frühen Morgen, wenn alles noch schläft und man das Gefühl hat, alleine auf der Welt zu sein. Deshalb überlege ich kurz wachzubleiben, aber lasse es dann doch bleiben. Bis das Schmerzmittel wirkt, wälze ich mich im Bett hin und her, als ich endlich einschlafe ist es bereits nach 6.00 Uhr und draußen bereits vollständig hell.

Das nächste Mal wache ich um 9.28 Uhr auf. Eigentlich zu spät, ich war mit meinen Eltern zum Frühstück verabredet. Trotzdem, so viel Zeit muss sein, mache ich mir erstmal einen Kaffee und trinke ihn auf dem Sofa. Im Radio läuft nur nervige Musik, ich schalte wieder aus und packe mein Vatertagsgeschenk ein.

Gegen 10.30 Uhr mache ich mich dann endlich auf den Weg zu meinen Eltern. Mein Vater freut sich sehr über die Auswahl regionaler Biere, aber zum Frühstück trinken wir jetzt trotzdem erstmal einen Prosecco. Guter Feiertag! Am Ende bin ich doch zwei Stunden bei meinen Eltern, wir reden, frühstücken, trinken, tauschen Neuigkeiten aus. Gegen 12.30 Uhr gehe ich nach Hause und muss mich dann doch ganz schön beeilen, duschen, Nägel lackieren, Zeug zusammenpacken. Um etwa 14 Uhr verlasse ich mit frisch lackierten, leuchtend roten Nägeln das Haus und mache mich auf den Wegn nach Fürstenfeldbruck, einen Mädelsnachmittag am Vatertag verbringen mit einer lieben Freundin. In der S-Bahn entdecke ich ein neues Lieblingslied und ich kann neue Lieblingslieder dann leider immer nur noch in Endlosschleife hören:

So geht das die ganze Fahrt lang, ca. eine Stunde. Meine Freundin holt mich vom Bahnhof ab und wir spazieren erst ein wenig beim Kloster umher. Wir haben uns lange nicht gesehen, es gibt viel zu erzählen. Anfangs war es noch ein wenig kalt, aber später müssen wir dann doch unsere Jacken ausziehen. Wir trinken einen Kaffee im Klostergarten, dabei sitzen wir mit zwei älteren Frauen am Tisch. Ich erzähle einiges über meine Arbeit, wo es derzeit leider aufgrund eines Vorfalles etwas unerfreulich ist. Noch während ich seufze, dass es einfach immer zu wenig Geld für Soziales (hier: für die richtige, angemessene Hilfe von Jugendlichen mit besonderen Problemen) gibt, während für irgendwelche völlig unnötigen und planlosen Bauprojekte immer Mililarden von Geld da sind, mischen sich die beiden Damen ins Gespräch ein und es entwickelt sich ein nettes Pläuschchen zu viert. Als wir uns schliesslich verabschieden, sage ich lachend zu meiner Freundin, dass wir schon immer so ein Glück haben, mit den eigenartigsten Leuten ins Gespräch zu kommen. Als wir das letzte Mal essen waren, sassen wir mit einer Künstlerin am Tisch. Aber spannend ist das doch sehr!

Wir machen dann noch einen Spaziergang durch den Wald, meine Freundin zeigt mir den Trimm-Dich-Pfad. Ich bin dann doch heilfroh, dass wir den Pfad – bis auf eine Treppe, die wir zum Spaß und prustend hochsprinten – nur gelaufen sind, das Gelände verläuft über Stock und Stein, hoch und runter. Aber im Wald spazierenzugehen ist herrlich, die Sonne scheint durch die Baumkronen und ich stelle fest, dass ich schon gefühlte Ewigkeiten nicht mehr im Wald war. Gegen 17.30 Uhr machen wir uns auf in die Stadt, unsere Mägen knurren jetzt allmählich. Doch leider hat die gewünschte Lokalität noch nicht geöffnet, also spazieren wir noch etwas weiter durch die „City“. Ich entdecke ein tolles Haushaltsgeschäft und einen ziemlich tollen Nähladen. Jetzt finde ich es doch wieder schade, dass heute Feiertag ist. Ich wäre gerne hineingangen und hätte mich mal beraten lassen in Punkto neue Nähmaschine. Das Angebot im Schaufenster jedenfalls sah recht vielversprechend aus.

Endlich hat unser Restaurant geöffnet und es gibt Burger für alle. „Werdenfelser Burger“, ziemlich lecker. Immer noch gibt es viel zu erzählen, aber dennoch brechen wir nach zwei Stunden auf und meine Freundin bringt mich zurück zur S-Bahn. Immer noch scheint die Sonne, obwohl es bereits 20.00 Uhr ist. Das ist so so toll, Sommer! Dann verabschieden wir uns und ich fahre – wieder mit dem neuen Lieblingslied im Ohr – zurück in die Stadt, während ich am Horizont die versinkende Sonne beobachte. Urlaub zuhause kann schon auch echt toll sein, denke ich, zumal ich das Brucker Kloster tatsächlich noch nicht kannte und so jetzt wieder etwas Neues im Münchner Umland gesehen habe.

Kurz vor 22.00 Uhr bin ich dann endlich daheim, schreibe noch etwas Tagebuch und falle dann ins Bett (in der Hoffnung auf eine bessere Nacht).

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