Zur Last

Ich rufe meine Mutter an, denn es war ausgemacht, dass ich heute wieder Auto fahre. Wir hatten gestern telefoniert und bereits darüber gesprochen, dass es mir – obwohl ich letzte Woche ja schon alleine gefahren bin – doch noch mal gut tun würde, mit jemandem zusammen zu fahren, zur Sicherheit, zur Hilfestellung und – vor allem – zum Runterkommen. Ich weiß aber, dass meine Eltern heute viel zu tun haben. 

Ich sage also: Mama, ich hätte folgenden Vorschlag: Ich komme nach meinem Friseurtermin zu Euch und wenn es gerade bei Euch reinpasst, dann wäre es super, wenn jemand mit mir fahren könnte, aber wenn nicht, dann fahre ich halt alleine. Hab‘ ich ja schon gemacht, kein Problem, alles easy. 

Meine Mama geht gar nicht auf meinen Vorschlag ein, sondern antwortet nur ganz sanft: Ist Dir eigentlich schon einmal aufgefallen, dass Du ständig versuchst, niemandem zur Last zu fallen? Aber dass Du dabei ständig Deine Bedürfnisse hintenan stellst? 

Punkt. Ich schnappe nach Luft und kann erstmal nichts mehr sagen. Ich weiß genau, was sie meint. Ich weiß sogar ganz genau, woher das herrührt, warum ich das nicht kann, meine Bedürfnisse laut und klar äußern. 

Aber es ist so so schwer, etwas daran zu ändern. 

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