Tara

Ich neige dazu, sehr viel in Freundschaften, in Beziehungen zu investieren, materiell gesehen, aber auch emotional. Meistens bekam ich wenig zurück, weniger zumindest als ich gegeben habe. Das ist so seit ich denken kann, es hat etwas zu tun mit Tara. Sie hat das besser beschrieben als ich, so treffend, so gut, so ich: Reicht noch ein bisschen mehr Loyalität oder soll ich lieber gleich die Selbstlosigkeit mit in die Waagschale legen. Der kleine Unterschied ist nur: Ich denke meistens nicht davor darüber nach, erst hinterher fällt mir auf, dass ich hier noch ein bisschen zurückgesteckt habe und da noch ein wenig Selbstlosigkeit draufgelegt habe. Aber dann ist es ja schon zu spät. 

Heute hab ich einen Menschen sehr glücklich gemacht. Ich habe wieder viel gegeben, viel investiert, vor allem Zeit und emotional. Ich hatte die Ideen, ich habe die Locations ausgesucht und am Ende habe ich das entscheidende Teil gefunden. Und noch einen Teil meines Abendessens hergegeben um dieser Freundin aus der Patsche zu helfen (ich hatte in der Arbeit noch eine Notration Spaghetti mit Tomatensauce). Wir hatten einen tollen Tag, voller Sonnenschein, voller Lachen. Ich habe es gerne und von Herzen gemacht und ich habe auch liebe Worte des Dankes dafür bekommen. 

Und doch stehe ich jetzt, einige Stunden später, wieder mit diesem schalen Gefühl da und frage mich: Wo war ich heute? Wo hörte die Loyalität auf und fing die Selbstlosigkeit an? Beim weggegebenen Abendessen?

Und würde jemand dasselbe für mich tun, sein Abendessen hergeben? 

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2 Kommentare zu „Tara

  1. oh ja. wie gut ich dich verstehe – gerade der letzte absatz: man ist so in fahrt, so beschwöngt von der orga, dem helfen, dem dasein, dem spass, guten laune, das man völlig sich selbst aus den augen verliert. um dann wenns still wird plötzlich festzustellen: ja und ich?

    mir geht das sehr oft so. auch so meine versteckten inneren fallgruben, die ich erst bemerke wenn ich mitten drin stecke. das ärgert mich oft maßlos, denn es dauert manchmal tage bis mir das bewusst wird. und ich merke es erst oft dann wenn so eine körperliche komponente wie kopfschmerzen, übelkeit oder so dazu kommt.

    insofern: an mein herz❤️

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