Punkt.

Irgendwie ist es ja auch interessant, dass gerade diejenigen Menschen aus meinem Umfeld, die wie aus der Pistole geschossen, wenn sie hören wieviel ich verdiene und wieviel davon ich zum Leben zur Verfügung habe, mir mit dem Brustton der Überzeugung erzählen, dass ich ja von meinem Gehalt locker leben können müsste und sie wären ja froh und glücklich wenn sie mal so viel Geld nur für sich hätten und warum ich denn seit Januar noch einen Nebenjob mache, dass diese Menschen alle irgendwie im sozialen Bereich tätig sind und vermutlich ähnlich verdienen wie ich. Von Menschen aus anderen Branchen (die wahrscheinlich mehr verdienen als ich) habe ich solche – fast schon Vorwürfe – noch nie gehört, sondern nur Verständnis. Das ist auf der einen Seite ja amüsant, auf der anderen Seite für mich auch ein Zeichen. Ich frage mich auch immer wieder, warum es in diesem Land so unglaublich schwierig ist über Geld zu reden. 

Also hier nur noch ein Mal zum Mitschreiben, liebe Freunde, und dann sag ich es nicht nochmal, weil ich sehe nicht ein, mich dafür rechtfertigen zu müssen, was ich mit meinem Geld mache und was nicht und ob ich als Vollzeitarbeitende und Single mit meinen Gehalt auskomme oder eben nicht: Es geht Euch einen Dreck an. 

Ich könnte vielleicht mit meinem Gehalt auskommen, irgendwie, wenn ich sehr sparsam lebe, nur noch bei Aldi einkaufe, einmal im Jahr in Urlaub fahre usw. Aber der Punkt ist, ich WILL es nicht. Ich will nicht bei jedem Einkauf gucken müssen, ob die Milch nun 2 Cent teurer oder billiger ist. Ich habe Hobbys. Ich will in den Urlaub fahren, ich will Freunde treffen und ausgehen. Ich liebe meine Wohnung und richte sie gerne mit schönen Dingen ein. Ich will mehr. Das alles kostet Geld, aber es bereichert auch mein Leben und meinen Alltag. Und wenn ich dafür arbeiten gehe, so what? Nehme ich Euch irgendetwas weg dadurch? 

Und es geht Euch sowas von einen Dreck an. 

Punkt. 

***

(Ganz abgesehen davon mag ich meinen Nebenjob als Nachtdienst in einer anderen Einrichtung inzwischen sehr. Es ist eine ganz andere Art zu arbeiten, ohne Organisationskram und Fallverantwortung. Ich habe viel Zeit für die Jugendlichen ohne dass mir der nächste Bericht fürs Jugendamt oder dergleichen im Nacken sitzt und ich genieße das gerade sehr.)

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