Mister A. 

Ich habe heute etwas verrücktes getan. Ich habe mich krank gemeldet. 

Das alleine wäre jetzt vermutlich kein großes Ding, vielleicht in Ihren Augen nicht einmal einen Blogpost wert. Für mich ist es sehr wohl ein großes Ding. Ich hatte schon gestern den ganzen Tag (an meinem freien Tag) Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Gliederschmerzen und heute morgen gesellte sich noch ein leichtes Ziepen in den Ohren hinzu. Alles aber nicht so schlimm, dass es mir total (!) elend (!) gehen würde. 

Nun sitzt in meinem Kopf ein kleiner Mr. Antreiber und dieser Mr. Antreiber sagt ständig: Einer geht noch, einer geht noch rein, oder so ähnlich. Die Stimme von Mr. Antreiber ist laut, sehr laut, und was er gar nicht abkann, sind Schlappschwänze. Wenn Du also kein Fieber oder keine ansteckende Krankheit hast, dann gehst Du auch arbeiten. Logisch. Leichtes Unwohlsein, Kopfschmerzen? Schlappschwanz! Deshalb plagte mich seit eh und je das schlechte Gewissen, sobald ich einmal aus „niederen Beweggründen“ zu Hause blieb. Ich tigerte den ganzen Tag durch die Wohnung, haderte mit meiner Entscheidung, diskutierte alle Für und Wider gefühlt hundert Mal mit mir Mr. Antreiber durch, habe jede Stunde Fieber gemessen, und habe es irgendwann dann doch aufgegeben, weil die Tage zuhause dann ja auch nicht erholsam waren. Schmerztablette rein und auf geht’s. 

Heute morgen hab‘ ich dem Typen gesagt, er soll mal schön die Klappe halten, weil wenn ich jetzt in die Arbeit gehe, kann ich mir an zwei Fingern ausrechnen, wer morgen, übermorgen oder notfalls halt nächste Woche dann richtig krank ist. Darauf fiel Mr. Antreiber dann irgendwie auch kein Argument mehr ein. 

Und ich hab‘ meine Kollegin angerufen, dass ich einen Tag Ruhe brauche, damit ich hoffentlich morgen wieder fit bin. 

Und liege jetzt mit Tee, Buch und Strickzeug auf dem Sofa. Ohne Herumgetigere.

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