Tagebuchbloggen Dezember ’15

Es ist wieder so weit, der Monatsfünfte naht und Frau Brüllen möchte wissen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? Diesen Monat nehme auch ich endlich wieder beim Tagebuchbloggen teil, wenn auch leicht verspätet, denn es war – wie sollte es auch anders sein – ein Arbeitssamstag.

Dementsprechend klingelt auch mein Wecker bereits um 6:30 Uhr. Ich springe aus dem Bett, trinke kurz einen Kaffee, ziehe mich an, räume die letzten Reste in der Wohnung auf, denn heute kommt meine Putzfrau, und richte das Frühstück einmal für mich und einmal für die Putzfrau. Viel zu schnell ist es 7:15 Uhr und mir fällt ein, dass ich ja noch den Staubsauger aus dem Keller holen muss. Ich flitze runter, flitze rauf und flitze dann schnellstmöglich zum Bus. Tatsächlich bin ich sogar ein paar Minuten zu früh an der Haltestelle, was mich sehr überrascht. Um 7:31 Uhr sitze ich im Bus Richtung Arbeit und sogar der U-Bahn-Anschluss funktioniert, weswegen ich 10 Minuten zu früh in der Arbeit bin. Aber das ist eigentlich ganz gut, denn meine liebe Kollegin und ich haben viel zu besprechen. Leider teilt sie mir auch eine sehr unerfreuliche Nachricht von einer anderen Kollegin mit, die mich ziemlich traurig macht. Als meine Kollegin dann schließlich um kurz vor 9:00 Uhr nach Hause geht, muss ich mich erstmal sammeln, einen Kaffee trinken und überlegen, was heute so alles ansteht. Ich lese mich durch Mails und Übergabebuch, um wieder auf dem Laufenden zu sein. Es ist kaum zu glauben, was man in unserer Einrichtung alles verpasst, wenn man gerade einmal zwei Tage auf Fortbildung war. Dann räume ich die Spülmaschine aus, wische hier und da ein wenig, wo es gerade sehr nötig ist und befülle beide Waschmaschinen. Das ist manchmal mein Nothelferchen in der Arbeit, sehr praktisch, denn hey, ich habe ja etwas gemacht, ich habe gearbeitet! Nur halt nicht im Büro. 😉

Inzwischen ist es 10:22 Uhr. Zeit für den zweiten Kaffee. Ich sortiere Post und Ablage, immer noch ist alles ruhig. Deshalb gehe ich kurz zum Bäcker und hole mir für später ein Stück Kuchen und ein paar Vanillekipferl. Erst eine Stunde später wird es langsam geschäftig, die jungen Herren stehen auf, gucken allerdings allesamt noch sehr verschlafen aus den Augen. Ich mache Tee gegen Kopfschmerzen, rede ein wenig mit den Jungs über ihre Pläne für heute und böte ihnen etwas von meinen Vanillekipferl an. „Nein Ansku, das ist nicht halal!“ Ich kläre also die jungen Herren über die Zubereitung von Vanillekipferl auf, trotzdem wollen sie nicht, auch gut. Dann geht das große Putzen los. Samstag ist bei uns Putztag, also bestehen meine nächsten Stunden hauptsächlich darin Putzzeug auszugeben, Zimmer zu kontrollieren, zum Nachputzen zu ermahnen und bei erfolgreicher Erledigung der Putzdienste das Gekd für die kommende Woche auszuzahlen. Zwischendurch versuche ich herauszufinden, ob die Jungs für den Ausflug am Dienstag lieber zum bowlen oder ins Kino gehen wollen, bekomme aber größtenteils Antworten wie „ich geh da mit hin wo die Mehrheit hin geht“. Auf diese Art Mehrheiten zu finden ist nicht ganz so leicht…

Gegen drei Uhr wird es plötzlich laut in der Küche, der Kollege für den Nachtdienst ist schon früher gekommen, weil er sooooo viel Arbeit hat. Der Arme. Die Jungs begrüßen ihn lautstark, dann ziehen wir uns ins Büro zurück und ich helfe dem Kollegen bei der Monatsabrechnung. So richtig Ahnung hat keiner von uns beiden davon, aber gemeinsam schaffen wir es. Ich mache selber auch noch Abrechnung, erinnere die Jungs daran, dass heute Nikolaus ist und sie ihre Schuhe putzen müssen. („Oh Ansku, wann kommt denn der Nikolaus?“ „Ach, den seht ihr nicht, der kommt heute Nacht wenn ihr schlaft.“ „Aber ICH bleibe die ganze Nacht wach! Ich will den Nikolaus sehen!“) und mache mit dem Kollegen Übergabe.

Um 17:22 Uhr verlasse ich das Haus, zur Abwechslung mal pünktlich, hurra! Jetzt freue ich mich auf meine Gesangstunde, merke aber gleichzeitig, dass sich in meinem Hals ein leichtes Kratzen andeutet. Schlechtes Timing. Ich fahre in die Stadt und irgendwie ist es zu früh für die Gesangstunde, aber auch nicht mehr genügend Zeit um noch etwas zu erledigen. Das ist etwas ärgerlich und so hänge ich eine halbe Stunde lang zwischen Sendlinger Tor und dem pinken Weihnachtsmarkt im Glockenbachviertel herum. Das Singen ist mal wieder großartig, Entspannung pur und alle Sorgen von der Arbeit fallen von mir ab. Gegen Ende muss sogar ich meine Lehrerin dran erinnern, dass sie ja noch einkaufen wollte und wir deshalb jetzt mal Schluss machen sollten, so begeistert sind wir beide. Als ich gegen 19:30 Uhr das Haus verlasse und zum Sendlinger Tor zurück laufe, beschließe ich kurzerhand doch noch schnell in ein Kaufhaus zu springen und zu versuchen ob ich dort einen Stecker für meine Lichterkette bekomme. Wieder so ein Harakiri-Unternehmen, um zehn vor acht ins Kaufhaus, dann erstmal bis ganz hochbinden 4. Stock, dort feststellen,dass es die Elektro-Abteilung ja gar nicht mehr gibt, wieder ganz runter und dort feststellen, dass es den gewünschten Stecker nicht gibt. Aber hey, was tut man nicht alles für ein wenig Adrenalin. Also gehe ich wieder zurück zum Sendlinger Tor und schlendere noch ein wenig über den Weihnachtsmarkt. Irgendwie ist es schade, an einem Samstag Abend alleine zu sei und ich würde gerne noch einen lieben Menschen treffen, aber andererseits ist mir gerade selbst das samstägliche Gewusel auf dem Christkindlmarkt zu viel, also fahre ich doch nach relativ kurzer Zeit heim, hole eine Flasche Wein aus dem keller, kochecmir Nudeln mit Gorgonzolasauce und packe mich mitsamt Buch auf das Sofa. Allerdings auch nur bis 23:30 Uhr, dann fallen mir die Augen über dem Buch zu.

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