#BloggenfürFlüchtlinge

Seit Wochen ist das Thema Flüchtlinge nicht nur in den Medien, sondern auch in vielen Blogs präsent. Angesichts der aktuellen Situation ist das ziemlich großartig und es ist und wird noch auf lange Zeit hin ein wichtiges Thema bleiben. Und #BloggenfürFlüchtlinge ist eine von vielen großartigen Ansätzen, dem Thema gerecht zu werden. 

Ich habe dennoch lange gezögert, etwas zu dem Thema zu schreiben. Einerseits fühlte ich mich quasi dazu „verpflichtet“, da ich eben beruflich mit diesem Thema zu tun habe und denke, dass ich gerade aus dieser Position auch viel zu Aufklärung beitragen kann. Das ich viel darüber erzählen könnte, was (jugendliche) Flüchtlinge brauchen, hoffen, wünschen. Das ich berichten kann, wo es gerade an diesen Punkten in der Praxis hapert. Wo Wunsch und Wirklichkeit oft (meilenweit) auseinanderklaffen.  

Andererseits hey, dies ist nur ein kleiner Blog, dann und wann befüllt, mit kleiner (sinkender 😉) Leserzahl. Und fast alles wichtige zu diesem Thema ist meiner Ansicht nach auch schon gesagt, in Blogs, in den Medien, in Social Media. Ich habe schon sehr viele gute und sachliche Beiträge gelesen und bin doch recht begeistert von dieser Diskussion, von dem Engagement, der Offenheit, dem Enthusiasmus vieler Menschen in diesem Land. 

Zudem kommt für mich hinzu, dass ich eigentlich gerne die Arbeit wieder mehr aus diesem Blog heraushalten möchte. Das letzte, erste Jahr im Job war ziemlich intensiv und der Job war allumfassend, quasi schon 24/7 präsent, so dass es schon hart an der Grenze des Gesunden war. Ich möchte mich daher derzeit in meiner Freizeit wieder mehr auf die Privatperson Ansku besinnen. Und dazu gehört auch dieser Blog, denn es ist der private Ansku-Blog. 

Aber dennoch, das Thema ist wichtig und aktuell und hey, es ist auch mir eine Herzensangelegenheit – sonst würde ich den Job den ich mache nicht machen. Deshalb heute zunächst einmal ein paar Gedanken zu dem Thema, ein paar Links aufgegriffen aus dem Web. Wenn Sie Fragen haben zu meiner Arbeit oder Vorschläge zu Themen, die Sie (besonders im Bezug auf minderjährige Flüchtlinge) interessieren, dann schreiben Sie dies doch gerne in einem Kommentar. Ich werde dann gerne in der nächsten Folge #BloggenfürFlüchtlinge darüber berichten. 

Also für heute zwei Gedanken, die mich in letzter Zeit sehr ins Herz getroffen und bewegt haben. Ein ganz toller Blogpost, der ziemlich deutlich macht, dass dies eben nicht „nur eine Phase“ ist, dass es auf langfristige Hilfe und Begleitung ankommt, ist der von Britta Freith. Ich erlebe das auch in der Arbeit, in unserer Nachbarschaft wohnen viele Studenten, aber auch Familien und ältere Ehepaare. Einige von ihnen kommen seit nahezu einem Jahr, um den Jungs beim Deutsch lernen zu helfen, um Ausflüge mit Ihnen zu machen, um da zu sein. Ohne diese langfristigen Helfer wäre es für uns sehr viel schwieriger. Freizeitaktivitäten sind aufgrund des engen Dienstplanes schwer zu organisieren und Zeit für Hausaufgaben ist rar. Und ganz ehrlich, ich höre immer wieder von den Jugendlichen, dass es für sie ein ganz wichtiges Bedürfnis ist, mit Deutschen in Kontakt zu kommen, Freundschaften zu schließen, sich auszutauschen, die neuen Mitbürger und ihre Lebensweise kennenzulernen. Oft sind sie noch ziemlich isoliert, zum Deutschkurs gehen sie zusammen mit Flüchtlingen, Freizeitaktivitäten passieren vor allem in der Gruppe – mit anderen Flüchtlingen, ins Fitnessstudio gehen sie – ein Angebot eines Kooperationspartners in der Nachbarschaft speziell für unsere Jungs – zusammen mit den anderen Flüchtlingen. Von daher ist für mich eine wirkliche Integration mit ernsthaften, langfristigen Kontakten eine große Aufgabe für unsere Gesellschaft. Und das erfordert eben langfristiges Engagement, Bindungen, Beziehungen. 

Ausserdem möchte ich noch noch einen Gedanken erwähnen, über den ich öfters letzte Woche in den sozialen Netzwerken stolperte. Vermutlich geht er zurück auf eine Aussage unserer Bundes-Mutti in einer Pressekonferenz, so genau kann ich das aber trotz Recherche nicht mehr zurückverfolgen. Es geht darum, dass wir Deutschen bei allen Schwierigkeiten und Herausforderungen, vor denen wir jetzt stehen, doch verdammtnochmal auch ganz schön stolz darauf sein können, dass unser Land bei Flüchtlingen so beliebt und so angesehen ist. Nein, ich stimme nicht in allen Punkten mit Frau Merkels Asylpolitik überein. Und nein, es liegt mir auch fern, jetzt mit Nationalstolz anzufangen, ich war nie der Typ und werde nie der Typ dafür sein. Ich bin glücklich, in einem so relativ freien, sicheren (!!!) und wohlhabenden Land zu leben, aber stolz sein kann ich darauf nicht, denn es ist ja purer Zufall, dass ich hier geboren wurde. 

Aber ja, Deutschland ist ein relativ freies, sicheres (!!!) und wohlhabendes Land ist und das muss wohl ein starker Grund sein, hierher zu kommen. Deutschland steht für diese Werte, für Humanität. Und scheinbar haben auch sämtliche brennenden Asylunterkünfte der letzten Wochen und Monate es nicht geschafft, unter den Migranten den Ruf der Deutschen als freundliches Volk, dass sie gerne aufnimmt und willkommen heißt, zu zerstören. Jedenfalls hörte und las ich diesen Satz immer wieder in Reportagen: „Die Deutschen sind ein freundliches Volk, sie werden uns herzlich aufnehmen und willkommen heißen.“ 

Und ja, darauf können wir verdammtnochmal stolz sein. 

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