Große Projekte

Ein guter Vorsatz für 2014 könnte auch sein: Näh mal wieder! Nachdem das Nähen im letzten Jahr nahezu flach lag. habe ich wieder so richtig Lust. Die allererste Anschaffung für die neue Wohnung wird ein grooooßer Tisch werden, an dem man nähen, puzzeln, malen, Gäste einladen, ach einfach alles kann. Darauf freue ich mich schon sehr. Ebenso darauf, dass die Stoffe jetzt nicht mehr in Schränken versteckt werden müssen, sondern einen Ehrenplatz in Regalen bekommen, wo jeder sie sehen, bestaunen und gerne auch bestreicheln kann.

In diesem Jahr möchte ich gerne auch endlich mehr Kleidung nähen, um genauer zu sein, ich möchte mir ein hübsches Kleidsche aus Viskosejersey nähen. Dazu habe ich sogar noch einmal in einen Nähkurs investiert. Dieser Nähkurs war heute, leider jedoch sind wir gerade einmal bis zum Zuschneiden gekommen. Dabei hat mich der Nähkurs bereits die halbe Woche in Atem gehalten.

Vergangenen Freitag war ich in der Stadt, dort allerdings hat mich die Jersey-Auswahl in den großen Kaufhäusern nicht so wirklich überzeugt. Also fuhr ich wieder heim und bestellt im Internet, sehr hibbelig, ob der Stoff rechtzeitig ankommen würde. Am Dienstag fragte ich meine Mutter um ein Rädchen fürs Schnittmuster ausradeln und Packpapier und nahm beides mit in die Arbeit. Dort haben wir im Besprechungsraum einen großen Tisch, den wollte ich nutzen um das Schnittmuster auszuschneiden. Nach Feierabend, also nachdem Frau Chefin zur Ablöse gekommen war, verzog ich mich ins Besprechungszimmer und legte los. Leder jedoch vergaß ich, dass so ein Rädchen recht scharf sein kann und dass man dennoch recht heftig aufdrücken muss, um etwas auf dem Packpapier sehen zu können. Als ich gerade meinte, den Dreh raus zu haben, sah man auf dem nagelneuen Holztisch ein liebevoll ausgeradeltes Rechteck. Etwas zum Unterlegen hatte ich komplett vergessen und war auch spontan nicht zu finden, also musste ich zähneknirschend aufgeben. Als ich zurück ins Büro kam, war Frau Chefin recht erstaunt und sagte: So schnell fertig? Warst Du erfolgreich? und ich antwortete mit einem tiefen Seufzer: Nein und beichtete ihr das Unglück. Immerhin hatte ich das Missgeschick nach nur einem Teil bemerkt und der Tisch sind nicht aus wie ein Schnittmuster.

Am folgenden Tag fuhr ich vor der Spätschicht in die Stadt, weil ich mich nun doch entschieden hatte, das Schnittmuster auf Seidenpapier zu pausen. Wie es der Zufall so will, traf ich vor dem Laden wieder meine Chefin. Ich erzählte ihr, dass ich mich jetzt doch für Durchpausen statt Durchradeln entschieden hatte, stammelte irgendetwas von „Ist besser so… für den Tisch“ und flitzte schnell in die Nähabteilung. Natürlich fand ich das gewünschte Papier erst im zweiten Kaufhaus, aber anyway, ich konnte loslegen.

Das war dann gestern und ging unerwartet leicht von der Hand, das hätte ich nicht gedachte bei dem Wirrwarr von roten, grünen, blauen und schwarzen Linien auf dem Schnittmusterbogen. Das böse Erwachen kam dann heute im Nähkurs. Ich hatte ein Schnitteil für den Rock in die falsche Richtung verlängert, das muss man auch ersteinmal hinbekommen. Gottseidank hatte ich mich aus verschiedenen Gründen dann doch dagegen entschieden, den Stoff – anders als ursprünglich abgesprochen – schon vor dem Kurs zuzuschneiden. Es wäre eine Katastrophe geworden. 😉 Einige andere kleinere Fehler wären dazugekommen und schoon wäre das ganze schöne Projekt für die Katz gewesen. Auch habe ich mir scheinbar ein recht anspruchsvolles Kleidsche ausgesucht – dass es nicht leicht werden würde, wusste ich, aber an einigen Punkten musste selbst meine Nählehrerin heftig überlegen.

Letzten Endes haben wir 2,5 Stunden mit Zuschneiden vertan, ich jedoch empfinde das nicht als verlorene Zeit, denn meine Nählehrerin hat mir sehr ausführlich erklärt, worauf man achten muss und wie ich mich korrekt vermesse und worauf ich beim Zuschneiden achten soll. Tolle Tipps, die ich vermutlich in den nächsten Tagen nochmal gesondert aufschreiben werde, für die nächsten Projekte. Irgendwann. Obwohl wir also ncht einmal ansatzweise das geschafft haben, was wir uns vorgenommen hatten: Ich kann Tante Berta nur empfehlen, die Lehrerin hat sich wirklich viel Zeit für mich genommen

Sie erinnern sich vielleicht an das Projekt Patchworkdecke? Gut, dann wissen Sie ja schon wie es um große Nähprojekte bei Frau Ansku bestellt ist. Irgendwann am Ende wird vermutlich-hoffentlich ein hübsches Kleidsche für Frau Ansku dabei herausspringen, bis dahin jedoch kann es dauern. Bleiben Sie einfach dabei, wenn es demnächst wieder heißt: Frau Ansku und das 9-Monats-Projekt!

Davor wird aber erst einmal umgezogen. Freuen Sie Sich mit mir auf Tische, Regale, viel viel Platz und neue Abenteuer aus dem Nähstübchen!

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