Tagebuchbloggen Dezember ’14

Jeden 5. eines Monats fragt Frau Brüllen: “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” und hat diesen Tag zum WMDEDGT-Tagebuchblogging-Tag ausgerufen. Hier also der letzte Tagebuchblog für dieses Jahr.

Es ist 0:00 Uhr. Ich möchte eigentlch sehr gerne schlafen, denn in 6,5 Stunden klingelt der Wecker. Aber wie so oft in letzter Zeit finde ich keinen Schlaf. Irgendwann nach langer langer Zeit, ich schätze nach 1 Uhr, klappt es dann und ich schlafe tief und fest. Leider nur piept um 5:55 Uhr eine WhatsApp-Nachricht von einer Freundin und reisst mich brutal aus meinen Träumen. Danach finde ich keinen Schlaf mehr und stehe schließlich um 6:25 Uhr auf. Ich ziehe mich an und mache mir einen Kaffee. Viel zu schnell für mein müdes Gehirn ist es 7:10 Uhr und ich verlasse das Haus. Mit der Tram geht es in die Stadt, wo ich um 7:50 Uhr mit meinem Jugendlichen verabredet bin, um einen Arztbesuch zu erledigen. Das Treffen am vereinbarten Treffpunkt klappt tatsächlich hervorragend und ich bin sehr stolz auf „meinen Jungen“. Zwar bin ich totmüde, aber wir plaudern trotzdem während der Fahrt zum Arzt sehr nett und üben auch ein wenig mit M.s Deutschbuch. M. erzählt mir, dass er heute in der Schule einen Test hat und ich verspreche ihm, dass ich beim Arzt sagen, dass es bitte schnell gehen muss. Derlei Sorgen sind dann doch unbegründet. Als wir in der Arztpraxis ankommen, werden wir gleich ins Behandlungszimmer gebeten. Wir müssen ein wenig auf den Doktor warten, aber dann geht es sehr schnell und wir stehen schon nach kurzer Zeit wieder mit einem Urinsammelbehälter wieder vor der Praxis. Na dann hab ich ja was zu tun, wenn ich eh am Wochenende arbeiten muss…

Wir fahren zurück in die Stadt und ich verabschiede M. in die Schule. Selber fahre ich Richtung Arbeit. Als ich dort ankomme, ist keiner zu sehen und ich stehe erstmal vor verschlossenen Türen. Nach einiger Zeit aber öffnet mir endlich der Kollege mit den Worten: „Ich war kurz auf dem Klo und dachte mir, dass die Ansku sicherlich nicht genau in DEN zwei Minuten kommt…“ Naja, für gutes Timing war ich schon immer zu haben. Wir machen eine kurze Übergabe, der Schlüssel fürs Besprechungszimmer ist spurlos verschwunden, einer der Jungs will über Weihnachten auswärts übernachten, die üblichen Dinge eben. Dann verschwindet der Kollege in den wohlverdienten Feiermorgen. Ich hätte eigentlich vor dem Urlaub jede Menge zu tun, aber ich bin so müde und fertig, dass ich kaum die Augen offenhalten kann. Auch die zwei Tassen Kaffee zeigen nicht die leiseste Wirkung, und so – jetzt pssst!!! – lege ich mich kurz auf unser Bett und schließe für eine halbe Stunde die Augen. Danach geht es etwas besser, aber ich beschließe dennoch, dass ich heute in der Arbeit nicht alt werden werde. Es ist 11 Uhr, um 13 Uhr kommt der Kollege zum Spätdienst, dann muss ich glaube ich wieder ins Bett wandern.

Mit dieser Aussicht fange ich dann endlich auch an, einige Anrufe zu erledigen und zwei E-Mails zu schreiben. Unerwarteterweise kommt der Kollege dann auch schon kurz nach 12 Uhr, was sehr gut ist. Wir quatschen ein wenig über meinen bevorstehenden Urlaub, den im Januar nahenden Umzug in die eigene Wohnung und sein Pokerturnier. Dann machen wir die mittägliche Übergabe, kurz danach kommen die Jungs von der Schule. Mehrere Jugendliche kommen ins Büro, um sich mit uns zu unterhalten. M. kommt zu mir und erzählt mir, dass der Test nicht gut gelaufen ist. K. kommt zu mir, möchte eine Schmerztablette und wird reichlich ungehalten, weil ich ihm nicht gleich die ganze Schachtel mitgebe; Aber der Doktor hat doch gesagt, drei Tabletten am Tag! Ja, lieber K., BIS ZU drei Tabletten, WENN Du Schmerzen hast. 😉 Beide Jungs jaulen mir die Ohren voll, weil ich ab nächster Woche drei Wochen Urlaub habe: Aber drei Wochen sind viiiiieeel zu lange!!! Ich werd Dich soooooo vermissen…! Ich gebe kurzerhand dem Kollegen die Anweisung, in meinem Urlaub so streng mit den Jungs zu sein, dass sie noch dreimal mehr jaulen, bis ich wiederkomme. 😉 Es gibt Schlimmeres in meinem Job…

Und Schlimmeres ist auch schon im Anmarsch. Gerade als der Kollege kurz zwei Minuten aus dem Zimmer ist, passiert eine heftige Rangelei zwischen zwei Jungs, so dass ich dazwischen gehen und beide mit all meiner Kraft trennen muss. Was als kleiner Spaß anfing, ist urplötzlich gekippt und ich bin sehr aufgebracht und schimpfe wie ein Rohrspatz.

Nachdem sich alle wieder etwas beruhigt haben, gehe ich kurz 10 Minuten spazieren, einmal um den Block und durch die schöne Heide. Das ist sehr erholsam und ich schöpfe etwas Energie, um die letzten Anrufe zu erledigen und eine ToDo-Liste für die letzten drei Arbeitstage bis Montag zu schreiben. Eine halbe Stunde später, gegen 15.15 Uhr mache ich dann endlich Feierabend. Ein völlig neues Lebensgefühl, dieser früher Feierabend! Mit Musik im Ohr mache ich mich auf dem Weg nach Haidhausen, ein Geschenk für eine Geburtstagsparty morgen kaufen, ich mache einen Spaziergang durch mein Lieblingsstadtviertel und kaufe dabei Backzutaten für das Plätzchenbacken mit den Jungs am Wochenende, mache einen Termin bei meinem Lieblingsfriseur, kaufe Nikolausgeschenke und dann gehe ich noch kurz auf eine Bratwurst und einen Heidelbeerglühwein beim Weihnachtsmarkt vorbei. Schöner wäre es mit Begleitung, aber ich bin sowieso müde und will nur kurz etwas die schöne Stimmung geniessen. Dann gehe ich heim und möchte etwas Fernsehen. Leider nur schlafe ich mal wieder vor dem Fernseher ein und wache erst um 20 Uhr wieder auf. Ich telefoniere mit meinem Papa, suche vergebens für Opa den Christbaumständer auf dem Dachboden, mache mir ein Abendessen, packe das Geschenk für morgen ein und dann kommt spontan doch noch mein Papa auf ein Bier bei mir vorbei und wir quatschen eine halbe Stunde.

Und dann schreibst Du noch Tagebuch und plötzlich ist es schon wieder 23:12 Uhr und höchste Zeit fürs Bett. Morgen um 6:30 Uhr klingelt… (siehe Seitenanfang)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s