Tagebuchbloggen 5. Mai

Leicht verspätet, das Tagebuchbloggen vom Mai. Jeden 5. eines Monats fragt Frau Brüllen: “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” und hat den 5. eines jeden Monats zum WMDEDGT-Tagebuchblogging-Tag ausgerufen. Dieser Montag (und diese Woche) hatte es definitiv in sich, deshalb bin ich auch nich dazu gekommen, bei zeiten zu bloggen. Aber ersteinmal von vorne,

Dieser Tagebuchblogging-Tag beginnt früh, und zwar in London. Jawohl, ich war ein verlängertes Wochenende beim Bruderherz in London. Eine neue Lieblingsstadt, das kann ich Ihnen versichern, aber dazu an anderer Stelle mehr. Es ist ca. 0.15 Uhr britischer Zeit, also 1.15 Uhr deutscher Zeit, als ich erschöpft ins Bett sinke und mir den Wecker auf 5.15 Uhr britischer Zeit stelle. Ein bisschen wenig Schlaf, aber was will man machen. Nachdem ich mit dem Bruderherz einen traumhaften Tag in London verbrachte, kamen wir abends nach Hause und ich lernte endlich – nachdem wir uns vier Tage hinweg verpasst haben – den französischen WG-Kumpanen des Bruderherzens kennen. Und dann haben wir eben mit diesem und seinem Freund noch ein, zwei Bier getrunken. Ich bete also, dass die fünf Stunden Schlaf ausreichen mögen, um mich morgens quer durch London den Flughafen finden zu lassen und schlafe ein…

… bis gegen 3.15 Uhr britischer Zeit vor dem Haus ein Höllenlärm losbricht und wir hochschrecken. Es hört sich an, als würde das Haus abgerissen wären und tatsächlich hämmert draussen vor dem Fenster ein Pressluftbohrer. Dieser reisst allerdings nicht das Haus ab, sondern den Gehweg davor. Das Bruderherz schaut zum Fenster hinaus, auf dem Auto steht irgendetwas von „South Gas“. Schön, die Briten bohren also am liebsten nachts um 3 Uhr an ihren Gasleitungen herum. Kein sehr beruhigendes Gefühl und auch als es irgendwann wieder still wird, kann keiner von uns mehr so recht einschlafen.

5.15 Uhr britischer Zeit, 6.15 Uhr deutscher Zeit. Der Wecker klingelt. Ich beneide lautstark das Bruderherz, das noch weiterschlafen kann, aber von Weiterschlafen war ja eh nicht mehr die Rede, also stehe ich auf, ziehe mich an und packe die letzten Sachen. Um 5.40 Uhr verabschiede ich mich vom Bruderherz und verlasse das Haus, sehr wehmütig, dass diese schönen Tage nun vorbei sind. In London ist an diesem Montag Bank holiday und so begegne ich auf der Straße noch ein paar verkaterten Partyleichen auf dem Weg nach Hause. Aber es ist schon so hell, sogar die Sonne zeigt sich schon vorsichtig und insgesamt ist die Stadt so ruhig und friedlich, wie ich sie in vier Tagen nicht erlebt habe. Nun ja, kein Wunder.

5.53 Uhr britischer Zeit. Ich habe es tatsächlich mit meinem Riesenkoffer (Sie kennen das, wenn man Familie besucht, muss man immer „nur noch eine Kleinigkeit“ mitbringen von zuhause/ mitnehmen nach Hause) ohne Pannen in die Ubahn geschafft.

6.20 Uhr britischer Zeit. Umsteigen in Paddington. Ich bin heilfroh, dass ich die frühere Ubahn genommen habe, denn so kann ich in Ruhe ein Ticket kaufen und vor allem das richtige Gleis finden. Obwohl die Station menschenleer ist und nur ein Taxifahrer mich anspricht, ist letzteres gar nicht so einfach.

Kurz nach 7.00 Uhr britischer Zeit bin ich am Flughafen, 2 Stunden vor Abflug. Trotzdem bin ich sehr froh, wäre ich später losgefahren, wäre wieder alles schiefgelaufen, was schieflaufen kann, darauf gehe ich jede Wette ein. Auch der Check-In und die Sicherheitskontrolle sind überraschend schnell erledigt, ich hatte mich bei so einem großen Flughafen wie Heathrow schon auf böse Überraschungen eingestellt, aber alles läuft wunderbarst und ich werde sogar nach der Sicherheitskontrolle von einem Automaten nach meiner „security check experience“ gefragt, hihi.

Bereits um 7.30 Uhr britischer Zeit bin ich also im Abflugbereich und beweise mich als Queen des Last-Minute-Flughafen-Shoppings, mir fallen nämlich immer pünktlich im Abflugbereich 100.000 Dinge ein, die ich noch kaufen wollte. Ich habe natürlich Geschenke für die Familie vergessen, aber bei Harrods im Flughafen (ich war bei Harrods! Also nur am Flughafen, aber hey, egal.) werde ich schnell fündig. Lustigerweise finde ich sogar noch eine Postkarte für einen meiner Jungs in der Arbeit. Der Jugendliche hatte mich gebeten, ob ich ihm aus London zwei Postkarten mitbringen könnte, eine von der Tower Bridge, eine von den Hochhäusern. Alles andere interessierte ihn nicht. Nun habe ich vier Tage lang in London etliche Souvenirshops nach Postkarten von Hochhäusern abgesucht, aber vergebens, wie Sie Sich vermutlich denken können. Und während ich so durch den Wartebereich des Flughafen schlenderte, da fiel mir doch glatt eine Postkarte ins Auge, auf der die Tower Bridge und die neueste Attraktion Londons, der OXO Tower in einem Bild abgebildet waren. Ha! Wer ist Queen des Flughafen Shoppings? Danach habe ich mir erstmal ein Frühstück verdient.

Um 8.20 Uhr britischer Zeit informiert mich eine SMS der Fluggesellschaft über das geplante Abfluggate, fünf Minuten später dann auch tatsächlich die Anzeigetafeln am Flughafen. Also ab zum Gate. Um 9.05 Uhr britischer Zeit geht es los zur Startbahn, was in Heathrow scheinbar einer Rundumfahrt über den ganzen Flughafen gleichkommt. Wir müssen noch eine halbe Ewigkeit warten, aber dann dürfen wir endlich starten. Leider sitze ich auf der falschen Seite des Flugzeugs und habe keinen so spannenden Blick über die Stadt wie bei der Ankunft. Wie gesagt, darüber an anderer Stelle mehr. Danach schwebe ich zwei Stunden über den Wolken, bin fasziniert von der Aussicht und kann dabei sogar mein Flugangst herunterschlucken. Normalerweise geht das nur bei einem Glas Rotwein, aber so früh ist das dann selbst mir zu heftig. 😉

Wir landen ca. 12:00 Uhr deutscher Zeit, diese Zeitverschiebung spielt meinem Müdigkeitslevel sehr angenehm in die Hände. Dennoch muss ich jetzt ersteinmal in die Arbeit, ich habe heute Spätschicht von 13-21 Uhr. Fünf Urlaubstage müssen schließlich optimal ausgenutzt werden. 😉 Aber die Ankunft in München mit Passkontrolle und Gepäckausgabe dauert so lange, dass ich etwas zu spät in der Arbeit ankomme. Auf dem Weg dorthin treffe ich zufällig noch eine Kollegin, die gar nicht glauben kann, dass ich mit meinem Riesenkoffer jetzt noch in die Arbeit will. Aber ich kann sie überzeugen, dass wir uns gemeinsam auf den Weg dorthin machen und die Begrüßung in der Arbeit ist sehr fröhlich. Ich bin immer noch total verliebt und begeistert von London und echte Konzentration auf die Arbeit klappt heute nicht mehr wirklich. Deshalb verbringe ich den Nachmittag größtenteils damit, Jugendliche zum Putzen anzutreiben, einen Jungen zum Arzt zu begleiten und mir große ToDo-Listen für morgen zu schreiben – wenn ich dann wieder ausgeschlafen bin. Ha ha. Aus Heathrow habe ich mir einen Scone mitgebracht, weil mir nämlich auch noch kurz vor Abflug eingefallen ist, dass ich noch nie Scones probiert habe und das eigentlich in diesem London-Urlaub tun wollte und es dann doch wieder vergessen habe. Also zwischendurch in der Pause ein importierter Scone, mein Magen hängt mir inzwischen in den Kniekehlen. Mein Mittags-Urlaubs-Ankomm-Hoch weicht allmählich gegen abend einer bleiernen Müdigkeit. Gegen halb sieben sagt meine Chefin (die ja schon seit früh da ist): „Ich muss jetzt nach Hause.“ und ich pflichte ihr bei und sage: „Ich auch.“ Leider habe ich keinen Erfolg, sie lacht und sagt, dass ich ja wohl noch nciht so lange hier sei wie sie. Tja, Pech gehabt. 😉

Um 21 Uhr ist dann endlich Feierabend und ich rolle mit meinem Riesenkoffer nach Hause. Nach britischer Zeit gemessen wäre es jetzt erst 20 Uhr, wie gesagt, diese Zeitverschiebung ist manchmal gar nicht so schlecht, aber dennoch bin ich seit 14 Stunden auf den Beinen und unterwegs und das merke ich jetzt. Also schnell heim, kurz die Familie begrüßt. Außer dem Frühstück in Heathrow und den Scones habe ich heute tatsächlich nicht allzuviel gegessen, allerdings zeigt mein Kühlschrank mir natürlich gähnende Leere an. Also mache ich mich nochmal gegen 22 Uhr auf dem Weg zum nächstgelegenen Restaurant und lasse mir Käsespätzle zum Mitnehmen für müde Spätschichtarbeitende zubereiten. Danach ist dann endgültig Feierabend und ich falle ins Bett und schlafe sehr schnell ein.

 

 

 

 

 

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