Kaum zu glauben

…. wie viel Neid und Missgunst in meinem angeblich sozialen Studiengang so herrschen. Wehe, einer wird benachteiligt, wehe, ein anderer bekommt einen leichtem Vorteil oder macht es sich leicht. Dann kann der aber was erleben!

Da wird dann schonmal vom Dozenten verlangt, dass der nachmittags um vier eine zweite Anwesenheitsliste rumgehen lässt und die Glücklichen Kommilitonen, die an einem
strahlenden Samstag das sinkende Schiff Seminar bereits mittags, also drei Stunden vor dem Ende verließen, schlechter bewertet. Nein, es herrschte keine Anwesenheitspflicht und nein, gut fand ich das auch nicht. Aber so what? Wir sind alle freie erwachsene Menschen glaubte ich zumindest und jeder muss selber entscheiden, wie er seine Prioritäten setzt. Und nein, fair war das vermutlich auch nicht, nicht gegenüber dem Dozenten und nicht gegenüber den Dummen denen, die bis zum Ende ausharrten, aber muss ich deswegen gleich wie ein angeschossenes Schwein rebellieren, weil jemand sich einen klitzekleinen Vorteil verschafft hat? Den ich auch haben könnte, ich müsste ja nur aufstehen, den inneren Schweinehund zum Schweigen bringen und gehen. Ein Vorteil, der mich ja eigentlich sogar nur indirekt betrifft?

Anderes Beispiel: ein Seminar, die Zeit wird gegen Ende reichlich knapp, es wollen noch mehrere Gruppen, darunter eine Gruppe von Müttern, ihre Vorträge halten. Ich so: „Ist es vielleicht möglich, dass meine Gruppe als nächstes vorträgt. Ich muss sehr pünktlich gehen, genauer gesagt sogar eine Viertelstunde vor Kursende, denn ich habe einen [wichtigen, durchaus für mein Studium relevanten, im jugendstrafrechtlichen Kontext, Anm. d. Red.] Termin?“
Müttergruppe: „Na und? Andere Leute haben Zuhause wartende Kinder.“

Ich bin entsetzt. Ehrlich. Soviel stures Pochen auf den eigenen Vorteil. Soviel Unfähigkeit, mal jemandem den Vortritt zu lassen. So wenig Loyalität oder einfach nur wenigstens Freundlichkeit. Ausgerechnet im sozialen Bereich…

Oder müsste es doch eher heißen: GERADE im sozialen Bereich?

2 Kommentare zu „Kaum zu glauben“

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