Reloaded: Frau im Spiegel Büro

Mancher Post aus der neuen Kategorie Reloaded ist sogar schon zwei Jahre alt:

Feierabend und raus aus den steifen Büroklamotten! Obwohl ich persönlich das Outfit fürs Büro nicht unbedingt schlecht finde, kann ich mich manchmal doch nicht des Gefühls entwehren, mir ein bisschen wie verkleidet vorzukommen. Und dann kommen fast schon zwangsläufig auch solche Gedanken, wie die, ob nicht ALLE Kleidung, die wir anziehen, gleichzeitig eine Verkleidung ist. Versuchen wir nicht immer mit Kleidung ein bestimmtes Bild von uns abzugebene, egal wie sehr die Kleiderwahl unser „eigener Stil“ ist? In einem Fall versuchen wir – und versuchten schon seit Menschengedenken – , mit Kleidung gesellschaftliche, standesgemäße Normen zu erfüllen, im Büro, im Theater, beim Tennis und im anderen Fall versuchen wir, mit unserem „eigenen“ Stil ein bestimmtes Bild von uns zu geben und/ oder zu demonstrieren, wie sehr wir auf dem neuesten Stand sind. Aber tun wir das nicht auch, wenn wir uns verkleiden? Wir mögen also keine Verkleidung im Fasching, aber „verkleiden“ uns jeden Tag aufs Neue für den Job?

Morgen werde ich mich wohl zumindest etwas weniger verkleiden, denn morgen hab ich frei und auch endlich und offiziell Urlaub!

Nun, Urlaub habe ich leider nicht oder zumindest noch nicht. Was aber immer noch ganz genau so stimmt, ist dieses Freitagabend-Gefühl: Endlich raus aus den engen Büroklamotten! Im neuen Job ist der „Dresscode“ nicht ganz so strikt wie im vorherigen, ein Wollkleid statt Sakko geht da ohne Probleme und besonders Freitags geht sogar auch mal eine Jeans. Dennoch aber versucht man natürlich etwas nett und adrett auszusehen, also muss es doch meistens zumindest ein Röckelschen mit Stiefelchen oder etwas derartiges sein. Ich mache das gerne, das ist okay, aber was bleibt, ist trotzdem ein latentes Gefühl von „Das bin nicht ich, das ist eine andere, eine verkleidete, maskierte Ansku.“ Eine Ansku, die sich tapfer strahlend und Haltung bewahrend durch den Alltag schlägt und Kleider machen Leute, Kleider helfen Haltung zu bewahren, auch wenn mal ein Tag nicht so perfekt läuft, Kleider helfen strahlend durch den Tag zu gleiten. Aber irgendwann abends bin ich es satt, Haltung zu bewahren und dann ist es ein absolut phantastisches Gefühl abends heimzukommen, die malträtierten Füße aus den Stiefeln (Schuhe kaufen und ohne Blasen zu bekommen darin zu laufen, ein ewiges Problemthema hier…) zu ziehen und sich die engen Kleider vom Lei.b zu reiß.en und die ungewohnte Freiheit zu geniessen. Natürlich trage ich keine (zu) enge Kleidung und auch Schuhe, obwohl das immer das größere Problem ist…, natürlich trage ich Kleidung die gut sitzt und in der ich mich wohlfühle, aber ein Gefühl dess Eingeengt-Seins bleibt dennoch häufig zurück, ich kann nicht erklären warum. Die richtige Ansku, die läuft am liebsten in Jeans, Turnschuhen und T-Shirt herum, irgendwie fühle ich mich nur dann wirklich und restlos wie ich selbst. Ich kann mich bewegen wie ich will, ich kann laufen soweit ich will und brauche mir keine Sorgen über Blasen zu machen und ich brauche mir auch keine Gedanken über das Haltung bewahren zu machen. Das ist Wochenende, Wochenende ist die Zeit für Wohlfühlen und für Wohlfühlklamotten. Und am Freitagabend winken gleich zwei ganze Tage Wohlfühlklamotten. Ich ziehe die Stiefel aus und brauche sie erst am Montag wieder anzuziehen. Zwei Tage Wohlfühlen, das nicht ein Grund zu feiern? 😉

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