Äußerlichkeiten

Frauen sind doch irgendwie manchmal… bescheuert. 🙂 Also ich zumindest. Seit nunmehr vier Wochen hat mein guter alter Laptop nach treuen fünfeinhalb Jahren das Zeitliche gesegnet und noch immer ist keine Entscheidung für einen neuen da. Nicht nur, dass die Fülle des Angebots erdrückend ist, nein, auch die Frau Ansku gehört nicht gerade zu den entscheidungsfreudigsten Menschen. Und dann wäre da auch noch dieses Frauending.

Der liebste kleine Bruder ist ein wahrer Schatz, seit Wochen spammt er mich zu mit Links zu PC-Tests. Neuerscheinungen, gibt Tipps, erklärt mir Techniknerd geduldig, worauf es bei einem Prozessor ankommt und ist manchmal gefühlt mehr beim Thema dabei als ich selber, deren Kopf zur Zeit so voll mit zweihundertsiebenunddrölfzig anderen Dingen ist, dass er wohl bald platzen muss. Dabei geht es um meinen PC. Und dann, wenn wir im Laden stehen oder die endlosen Weiten des www durchforsten, taucht es wieder so klar auf, dieses Geschlechterklischee, dass ich am liebsten laut loslachen möchte. Während das Bruderherz natürlich zuerst auf die Zahlen zu Arbeitsspeicher, Prozessor und Bildschirmhelligkeit (Frau Ansku: „DAS kann man messen???“), sieht Frau Ansku, typisch *Mädchenmädchen, zuerst erst einmal die Farbe. Dann als nächstes vermutlich das Design und zuletzt dann noch die Größe, die ist nämlich auch wichtig. Aber eben nur für mich. Für den Bruder wäre von diesen drei Kriterien höchstens die Größe und das Gewicht wichtig.

Und eigentlich möchte ich auch gar nicht so sehr Mädchenmädchen sein, denn so ein PC ist ja auch eine Investition und lässt nebenbei auch mal so eben meinen Traum vom nach drei Monaten harter Arbeit gutgefüllten Konto für das Wintersemester platzen. Natürlich möchte ich in erster Linie einen guten PC haben, der schnell arbeitet, viele Programme gleichzeitig geöffnet haben kann und mir mindestens ebenso viele Jahre Freude bereiten wird wie der treue, gute, alte. Aber dann stehe ich eben wieder neben dem Bruderherz, höre mir aufmerksam Zahlen und Testberichte der Marke X an und denke so für mich, dass sich das alles schon sehr sehr gut anhört, aber wie soll ich beispielsweise einen ka*kbraun-metallic lackierten PC tagtäglich ansehen. Dann gehen wir weiter zu den PC der Marke Y und die Augen der Frau Ansku fangen an zu leuchten. So schöne PCs! Die Augen leuchteten in etwa so lange, bis der Blick auf das Preisschild fällt (meist etwa 100- 200 Euro Unterschied) und das Bruderherz so nebenbei erwähnt, dass die PCs der Marke Y viel langsamer sind als die der Marke X. Ich bin zerstört. Ich wäre ja durchaus bereit, für so einen schöcken kleinen, silberglänzenden PC ein wenig mehr zu zahlen, eben wegen diesem Frauending, aber ich bin nicht bereit mehr zu zahlen, wenn der dazu noch langsamer ist als PC Marke X. Nein, so verrückt Mädchenmädchen bin ich dann doch nicht!

Andererseits… ka*kbraun-metallic?

Heute neuer Versuch. Ich bitte um gedrückte Daumen.

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* Der Begriff Mädchenmädchen wurde einst von mir und meinem Vater geprägt und bezeichnet die Freiheit, sich trotz Emanzipation und wandelnder Geschlechterrollen, sich zu bestimmten strategisch günstigen Zeitpunkten mal so richtig in Klischees und typisch weiblichen Rollen genüsslichst zu suhlen. Typische Aussage, wenn ich gerade irgendetwas dringendst brauche, was einfach nur glitzy-blitzy und kreischrosa ist: „Aber ich bin halt doch ein Mädchenmädchen“. Der Begriff scheint aber, wie ich inzwischen gelernt habe, verbreiteter zu sein als gedacht. Was wäre das Gegenteil von Mädchenmädchen? Hmmm, schwer zu sagen…

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5 Kommentare zu „Äußerlichkeiten“

  1. kein Problem: dann spanne deinen Bruder ein, daß er einfach ein bißchen mehr Arbeitsspeicher einbaut und schon geht alles viel schneller. Und ganz ehrlich: Merkt man den Unterschied wirklich, ob der PC eine Trillionstel von einer Sekunde schneller ist, wenn man nicht gerade Computerspiele spielt? (Das kann dann auch nur ein Mann wichtig finden…) Ich wollte damals einen schnelleren PC weil ich viele Bilder bearbeite und mich das wahnsinnig macht, wenn das Ding vor sich hinrödelt. Ansonsten wäre es mir verhältnismäßig egal gewesen.

    Männer halt. Deshalb sieht auch das ganze Fotozubehör so besch***eiden aus. Schwarz, technisch, öde.

    Alternativ können Sie aber auch ein schlichtes schwarzes Teil nehmen und äußerst schicke Hüllen dafür anfertigen.

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  2. Möbelaussuchen mit Mooggie:

    LadidaLadida schaut erst auf die Maße, ob die neue Kommode da reinpasst, wo sie hin soll.

    Mooggie fragt erst, bevor überhaupt klar ist, ob die Kommode in die Wohnung passt, ob es diese noch in einer anderen Farbe gibt.

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  3. @Ladidaladida (Kommentar leider aus Versehen gelöscht) Aaaah, da ist aber was mit den Genen schiefgelaufen, oder? Zuviel männliche Gene erwischt? :))) Du bist mir immer unheimlicher!

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  4. @Alle: Es ging darum, dass ich erzählte, wie Möbelkaufen mit Mooggie aussieht. Bevor die überhaupt auf die Masse gekuckt hat, schiesst sie mit einem „gibt´s das auch noch in einer anderen Farbe hinaus.“ Meine Antwort „vielleicht, aber das Ding passt eh nicht in die Ecke, sogar, wenn er rosakarriert wäre.“ Mooggie: „Aber so im rot…?“ Ich: „Nicht die Farbe passt, sondern die Größe“.

    @Ansku: Im Zusammenhang mit Jorks Geburtstag gibt´s wieder Babyerinnerungen. Eine davon geht so:
    „LadidaLadida, ich hätte Dich auch lieb gehab, wenn Du ein Junge wärst. Beim BabyBruder war es mir eigentlich schon egal. Aber bei Dir! Ich wollte unbedingt ein Mädchen haben, dem ich Kleidchen anziehen und das mit Puppen spielt. Statt dessen bekam ich Dich, die nur Hosen trug und mit Autos spielte.“
    Die Rache des Emanzenschicksals.

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