Hinterher

Man ist ja hinterher irgendwie immer schlauer. Als ich das erste Mal studierte, habe ich jedes Semester in vollen Zügen genossen. Ich hatte wunderbare Menschen um mich herum, allerbeste Studienbedingungen mit Profs, die immer und egal bei welchen Problemchen da waren. Ich habe Zusammenhalt erfahren wie nie zuvor und nie danach und hab immer gedacht, wow, geniess diese Zeit, mein Mädchen, sowas kommt nie wieder. Es wird wohl als die Zeit meines Lebens in die Geschichte eingehen, schätze ich.

Und wie ich mich getäuscht hatte, es kam eben doch so eine Zeit wieder. Vieles ist anders, vieles ist auch nicht so optimal wie damals und einiges macht mich manchmal etwas wütend. Es ist auch anders als das erste Studium, alleine schon weil ich die Verantwortung für mich habe und größtenteils selber zusehen muss, wie ich zurecht komme. Das alleine macht es so viel mehr bewusster, so viel mehr im Hier und Jetzt, so viel unabhängiger, aber auch so viel energischer und kraftvoller. Man muss wissen, wofür man sowas tut, sonst tut man es nicht lange.

Andererseits aber kann ich jetzt einzig und alleine vor dem Hintergrund, dass ich nun doch schon immerhin eine gewisse Zeit gearbeitet habe – zwar nicht so viel wie andere, aber doch immerhin schon einige Zeit -, dass ich fast ein Jahr lang zu meinem eigenen Erstaunen jeden Morgen wieder bei Don Jefe aufgekreuzt bin einen Job hatte und dass ich jetzt neben dem Studium auch zusehen muss wie ich mir meine Gurkentaler verdiene, kann ich dieses Studium nochmal auf eine ganz neue Art und Weise als ein wunderbares Geschenk geniessen. Als ein grosses Stück Freiheit, die nur schnuppern kann, wer schoneinmal wochen- und monatelang sich Tag für Tag aus dem Bett 😉 und ins leidige Büro gequält hat. Ich verstehe so sehr den Wert dieses Geschenkes, studieren zu dürfen, den Wert der Freiheit sich mit Dingen zu beschäftigen, die einen wirklich interessieren statt stupide Arbeiten zu erledigen nur um diese sobald man die Bürotür hinter sich geschlossen hat möglichst rasch zu vergessen, dass ich alles aber auch alles wie ein Schwamm in mich aufsauge, ganz fest in meinem Herzen speichere und nie vergessen werde. Als eben auch eine ganz besondere Zeit im Leben.

Die Semesterferien sind vorbei. Zweieinhalb Monate Arbeit liegen hinter mir, mit Eintönigkeit und Stress, mit netten Kollegen und dämlichen Bürotratsch, mit manchmal neuen Aufgaben und auch mit gähnender Langeweile. Mit allen Höhen und Tiefen, die das Büroleben so mit sich bringt. Jetzt darf ich mich wieder wichtigeren Dingen zuwenden, ab morgen beginnt das dritte Semester mit vielen spannenden neuen Kursen und Projekten. Und lustigerweise komme ich mir grad ein wenig vor wie zu Ferienbeginn, wenn ich ab morgen dreimal pro Woche in die Uni statt ins Büro fahren werde. Wenn ich wieder von dieser grossen Freiheit schnuppern darf. Ich bin sehr vorfreudig und gespannt wie Bolle.

Enjoy!

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