Die Hoffnung

Ich glaube, es geht mir allmählich wieder besser, die erste Zeit nach dem ist überstanden. Ich fühle mich nicht mehr ganz so ausgelatscht, nur noch ein bisschen. Ich bin nicht mehr ganz so enttäuscht, nur manchmal noch abends auf dem nachhauseweg ein wenig. Ich denke nicht mehr ständig an ihn, nur noch ein oder zwei Mal pro Tag.

Und doch, die Hoffnung ist ein trügerischer Geselle. Regelmäßig macht sie mir einen Strich durch meine Pläne zu vergessen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, so sagt man, ich habe aber inzwischen das Gefühl, die Hoffnung versteht es hervorragend, sich tagtäglich selbst zu reanimieren. Es geht mir besser und trotz allem schleicht die Hoffnung sich doch ständig durch das Hintertürchen in mein Gehirn. Genau dann, wenn ich am wenigsten daran denke, wenn ich abends in der untergehenden Sonne nach Hause gehe, in diesen Momenten schleicht sie sich still leise und heimlich ein und flüstert: Was, wenn er doch plötzlich vor Deiner Haustür steht? Was, wenn er doch plötzlich anruft? Was, wenn er es sich doch überlegt hat? Was, wenn er Dich jetzt doch will? Und genauso schnell wie sie kam, ist sie schon wieder weg, die Hoffnung und ich denke mir ernüchtert, dass das doch alles nur Blödsinn ist und dass es eigentlich ganz gut so ist, dass er mehr nicht vor meiner Haustür steht, nicht mehr anruft und mich doch nicht will. Es passt nicht mit uns, sage ich der Hoffnung und die Hoffnung zieht sich zurück, durchs Hintertürchen, bis sie sich das nächste Mal hereinschleicht.

Bisschen anstrengend, das alles. Kann mir nicht jemand sagen, wie lange das noch dauert, dieses Geschäft mit der Hoffnung?  Wann stirbt die denn nun wirklich und endgültig, die Hoffnung?

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10 Kommentare zu „Die Hoffnung

  1. Daaanke. In Gedanken ganz bei Dir. Ich würd für mich zwar nicht sagen, dass ich von der Hoffnung lebe, ich würde eigentlich ganz gerne aufhören zu hoffen und ich mach mir auch keine Hoffnungen mehr. Es ist so verwirrend. Der Verstand hat es längst kapiert, aber das Herz noch nicht.

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  2. Manchmal weiss man erst ganz ganz viel später – vielleicht, wenn dann DER eine gekommen ist, wozu das alles gut war! Nur Mut – Du bist weiter Löwin und Tigerin, für Dich, ganz tief drin, es wird!!

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  3. Kommt drauf an, wie sensibel Du bist und wie gern Du ihn hast. Bei Dir würde ich schätzen min. ein Jahr. Und auch danach wirst Du immer wieder an ihn denken. Nach zehn jahren kannst es passieren, dass Du sogar seinen Namen vergisst ^^ Aber irgendwie wird er immer ein Teil von Dir sein. Sogar, wenn ein anderer vorbeikommt.
    Ich trauere mittlerweile Jahr Nummer Drei hinterher.

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  4. Mal ganz nüchtern, soll Liebeskummer etwa die Hälfte der zurückgelegten Beziehung ausmachen. Sagt man. Andere meinen ein halbes Jahr würde es dauern. Und ich würde meinen, das es ganz auf dich und darauf ankommt, ob jemand anderer vielleicht bald Schmetterlinge in deinem Bauch verursacht. Bei mir war es jedesmal ganz unterschiedlich. Und solange diese Hoffnung deinem Herzen nicht jedesmal einen kleinen Stich versetzt, ist sie wohl etwas, das du einfach brauchst. Einfach weil es sich für einen Moment so schön und warm anfühlt. (Wenn ich zu wild spekuliere, dann schlag mich 😉 )

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