Projekt: Ich will auch Urlaub – Auswertung

Das war meine Urlaubswoche. Eigentlich war es eine schöne Woche, nur leider war da plötzlich dann doch wieder jede Menge Arbeit:

Montag beispielsweise habe ich geputzt, einen Drucker installiert, Bahn-Card gekündigt, Altglas und Pfandflaschen weggebracht, eingekauft, aufgeräumt, gegessen, Termin für Mi in der Uni vereinbart (Stundenplankatastrophe), eine Auswahl von 900 Fotos auf 100 reduziert, genäht, gebügelt, drei Taschen fast fertig genäht. Äh. ja, nennt sich Urlaub. Das war der Montag, Dienstag und Mittwoch ging es unverändert so weiter, allerdings habe ich mir dann zwischenduch doch aus Trotz einen Spaziergang oder ein Mittagsschläfchen gegönnt.

So habe ich letzte Woche insgesamt einen Termin in der Uni gehabt, um endliche meinen Stundenplan für das nächste Semester zu klären, ca zwölf bis fünfzehn Videos geschnitten, ein Hochzeitsgeschenk vorbereitet, ein Psychologieseminar für das Sommersemester vorberietet,aus besagten 140 Photos ein Geburtstagsgeschenk erstellt und vieles vieles mehr. Es hatte sich so viel Arbeit angesammlt und der Stapel der zu-erledigenden Dinge war plötzlich noch größer als gedacht. Andererseits hatte ich versucht die Dinge schon vorher zu erledigen, aber es ging aus den verschiedensten Gründen nicht. Ich will mich nicht beschweren, es tut gut, auch mal etwas weggeschafft zu haben, aber echte Erholung geht anders vermute ich. Zum Bloggen, Nähen (ausser diverse Geschenke) oder gar lesen bin ich natürlich so gut wie überhaupt nicht gekommen, diverse Nähprojekte warten weiterhin auf bessere Zeiten. Übrigens: woran erkennt mann, dass man zu wenig Zeit zum Nähen hat? Wenn einem die Stecknadeln ausgehen, weil sämtliche wasweissichwieviele Stecknadeln in angefangenen Näherzeugnissen stecken. Meine Befürchtungen haben sich also ein bisschen bewahrheitet und ich werde mir das nächste Mal Heimaturlaub doch seeehr gründlich überlegen. Oder es liegt daran, dass ich einfach Urlaub nicht „kann“.

Zum Glück lichtete sich ab Donnerstag der Arbeitswald etwas und ab Freitag war dann endlich etwas Entspannung angesagt, als ich eine liebe Bloggerfreundin besucht habe und ganz wunderbarst gefrühstückt und mich hervorragend unterhalten habe. Und gestern kam dann das Highlight, ein Tagesausflug mit der besten Freundin und deren Herrn Gemahl nach Salzburg. Es war sehr schön und entspannt und doch sind wir eine Menge gelaufen – was nach so einer Woche immer sehr gut tut – und haben viel gesehen. Vor allem hatten wir strahlend schönes Wetter, von daher war der Ausflug sehr gelungen. (Dass ich abends in einer Tankstelle zweimal aufs Übelste und Unverschämteste angepöbelt wurde, verschweige ich jetzt zugunsten der deutsch-österreichischen Freundschaft einfach. 😉 )

Salzburg1

Salzbug2

Salzburg3

Salzburg4

Salzburg5

Salzburg6

Nebenbei bemerkt regen mich zur Zeit Kommentare meiner Kollegen wie „Ach, geniess die schöne Studentenzeit, so lange Du sie noch hast“ ziemlich auf. Der normale Arbeitnehmer hat 30 Tage im Jahr Urlaub und ich kann mir beim besten Willen gerade nicht vorstellen, wo ich in diesem Jahr noch 5 weitere Wochen Urlaub herausschlagen soll, denn wenn ich nicht studiere, arbeite ich und wenn ich nicht arbeite, studiere ich. Immer Sommer noch eine oder vielleicht auch zwei Wochen, sehr viel mehr kann ich mir eigentlich momentan nicht leisten. Klar kann ich mir vor allem während des Semesters öfters meine Zeit freier einteilen, das ist ein großer Vorteil, aber das ist immer noch kein „Urlaub“. Weil eben doch immer irgendwas ist. Man hat es ja gesehen.

Klar habe ich in meinem letzten Studium sehr viel weniger gearbeitet und durfte auf die Unterstützung von Papa und Mama zählen. Das war wirklich ein schönes Leben. Aber die Realität für die meisten Studenten und jetzt auch für mich ist eben anders. Ich will mich da auch GAR.NICHT. drüber beschweren – ich habe es ja selbst so gewollt 😉 – aber ich möchte hier einmal sagen, was vielen Studenten klar ist und gesellschaftlich eben doch so selten anerkannt wird: Das Studentenleben ist kein Zuckerschlecken und besteht eben doch nicht nur aus Party und Kaffeetrinken.

Aber ich habe es ja so gewollt. Dieser Satz wird noch zum Motto dieses Jahres.

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4 Kommentare zu „Projekt: Ich will auch Urlaub – Auswertung

  1. Ignorier´s einfach. Ich habe darüber auch viel nachgedacht und bin gerade dabei darüber was zu schreiben; war übrigens auch mein Gedanke Deine Eltern betreffend:
    Die Menschheit muss endlich kapieren, dass das Studentinnensein von heute nichts mehr mit dem von vor zehn- zwanzig Jahren zu tun hat. Ist nicht mehr mit flexibler Arbeitseinteilung und „den Kurs belege ich dann halt nächstes Semester“. Seit dem die den studentischen Schnelldienst, wo man problemlos Gelegenheitsjobs bekam, in den Boden gestampft haben, sind wir auf Halbtagsjobs und ähnliches angewiesen.
    Alles nicht so leicht -.-
    Ich habe mich sehr lange über sollche Sprüche „ach, Du als Studentin“ aufgeregt, mittlerweile sehe ich´s ein, dass die Leute sich wirklich nicht im Klaren darüber sind, was zur Zeit an deutschen Schulen abgeht. Die Leute reagieren dann auch nicht verärgert, wenn ich denen tief in die Augen schaue und in drei knappen Sätzen erkläre, wie die heutige Studentin zwischen Regelstudienzeit, Job und Studiengebühren jogglieren muss.

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  2. Oh Salzburg 😉 Ward ihr oben auf der Festung? Wir waren zu faul für, wir haben nur raufgeschaut. Aber an der Salzach sind wir natürlich auch gewesen…

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  3. Lottea: Nein, wir sind da auch nicht hochgelaufen, dafür aber auf den Kapuzinerberg und auf den Mönchsberg.

    Ladidaladida: Wie darf ich denn den Kommentar bezüglich meiner Eltern verstehen? Meine Eltern sind meine größten Unterstützer, sowohl ideell als auch (leider immer noch, wenn’s doch mal eng wird…) materiell. Die sind wunderbar!

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