Zeit

Zeit ist momentan Mangelware. Gestern sagte ich zu einer Freundin, dass die Gelegenheit, Zeit für mich zu haben momentan momentan eigentlich nur dann ist, wenn Bus oder Bahn mal wieder im Schneechaos feststecken. Das klingt ironischer als es gemeint ist. Das sind Momente zum Abschalten und Nachdenken. Und auch Momente, in denen ich froh bin, kein Auto zu haben und in Ruhe ein gutes Buch lesen zu können.

Ich würde gerne wie sie stundenlang backen und Plätzchenduft riechen, ich würde gerne wie sie so schön und festlich schmücken und ich würde gerne wie sie den Advent entschleunigen. Einzig, es will gerade nicht gelingen. Seit einigen Jahren bin ich Jahr für Jahr begeisterter von der Vorweihnachtszeit, von den Lichtern, von der Stimmung, die Tag für Tag aufgeregter und erwartungsvoller wird. Es ist eine Zeit zum Geniessen und zum Innehalten. Aber momentan schwingt das auf einem sehr niedrigen Level mit, bisher gab es nur ein paar Besuche auf dem Weihnachtsmarkt. Und riesige Freude über den Schnee. Es fehlt Zeit für Gemütlichkeit, für Weihnachtsstimmung, zum verträumt in Kerzen starren, für das Nähstübchen und auch zum Bloggen (deshalb auch dieses Bulimie-Bloggen: Ich fresse alles in mich hinein und schiebe es immer wieder vor mir her, aber irgendwann muss es trotzdem raus und dann gibt es zehn Beiträge auf einmal. 😉 ) Bei mir schleicht sich das Gefühl ein, dass die Tatsache, dass die To-Do Liste statt kürzer nur länger wird und dass mein Schlafdefizit langsam im zweistelligen Bereich liegt, wohl daran liegen könnte, dass der Alltag oft so zerrissen und ein ziemliches Hin und Her zwischen Uni, Arbeit, Familie, Freunden ist. Trotz Aufteilung in drei Unitage und zwei Arbeitstage passiert es doch immer wieder, dass ich ständig hin und her fahre von A nach B nach C zu D. Wir arbeiten also noch an der Optimierung eines Doppellebens zwischen Studium und Arbeit. Aber immerhin hab ich ja so Zeit zu lesen. 😉

Aber wissen Sie: Ich jammere nicht, es passiert soviel spannendes momentan! Diese Woche war ich im Musical, wir haben Evita angesehen und es war phantastisch. Alle praktischen Uniprojekte wurden soweit abgeschlossen, mehr oder weniger zur vollen Zufriedenheit.  Das letzte Wochenende habe ich mit phantastischen Menschen verbracht, dieses ebenso und wenn man beim neuen Arbeitgeber wegen Schnee eine Stunde zu spät kommt und das keinen juckt, sondern man unächst einmal mit der ganzen Abteilung zusammen mit Geburtstagskuchen vollgestopft wird, dann ist es wohl der richtige Job.

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3 Kommentare zu „Zeit“

  1. Zeitmanagement ist bei so einem ausgefüllten Leben ja auch schwierig. Und als Studentin sowieso… das ging mir vor 20 Jahren nicht anders.

    Allerdings lese ich bei Dir auch soviel positiven Streß, da kann Weihnachten ja mal ein Jahr etwas zu kurz kommen, oder?

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