Sommer-To-Do

Jeder kennt das, diese Dinge, die man ja „schon immer mal“ machen wollte. Man sitzt gemütlich mit Freunden zusammen und plötzlich geht das Pläneschmieden los und ein Wort gibt das andere, einer überbietet den anderen. „Wir könnten ja mal diesen und jenen Film anschauen.“ – „Oh, und wir müssen uns unbedingt mal in diesem neuen Lokal treffen, das müssen wir ausprobieren.“ – „Ich möchte ja unbedingt mal (wieder) Sushi/ Thailändisch/ Burger essen gehen.“ – „Oh, wir könnten ja mal eine Fahrradtour machen, das wäre mal was ganz anderes. Und Ort xy soll SOO schön sein, da könnten wir mal einen Ausflug machen. Picknick? Ja, Picknick ist super. Immer doch.“

Das meiste davon bleibt dann aber doch ungetan, man trifft sich weiterhin mit den Freunden in seiner Stammkneipe und ca. genau ein Jahr später fällt es einem plötzlich wieder ein. „Ach, und weißt Du noch letztes Jahr? Wir wollten ja noch einen Ausflug nach xy machen. Und das Picknick haben wir bisher noch nicht einmal im Stadtpark hinbekommen. Ach ja, die Zeit.“ Daraufhin schauen sich alle etwas betreten an und nehmen sich ganz fest vor, das im nächsten Jahr endlich zu realisieren.

Und dann sammeln sich so die Listen an, die mit jedem Treffen länger werden, weil es gibt immer neue Pläne, die auf die lange Bank alternativ auch die Liste geschoben werden. Es gibt ja ständig tolle neue Filme, Bars und Ausflugsziele, weil der X war ja mal in Y und da war es so schön und so weiter. Irgendwann braucht man diese Flut von Plänen auf Halde gar nicht mehr zu erwähnen, ein Wort reicht und beide Freunde brechen in Lachen aus.

Die liebste Freundin und ich haben so eine Liste tatsächlich mal aufgeschrieben. Sie ist beeindruckend, etwa eine DIN A4 Seite lang. Sie enthält neben „Russisch lernen“, „Sushi essen“ auch solche waghalsigen Unternehmungen wie „Juhannus, also Mittsommer,  in einem mökki in Finnland feiern“ und liegt seit etwa fünf Jahren säuberlich bei der liebsten Freundin in einem Ordner. Zur „Abarbeitung“ hat das allerdings leider bisher wenig beigetragen. Daneben habe ich noch eine eigene To-Do-Liste, so eine Art Sommer-To-Do-List mit all den Dingen, die man während eines Sommers mal getan haben muss, um den Sommer so richtig zu geniessen. Diese Liste steckt voller Jugenderinnerungen, all diese Dinge, die wir früher ständig gemacht haben und für die jetzt nie mehr jemand Zeit hat. Dennoch nehme ich mir jedes Jahr zu Anfang des Sommers immer ganz ganz feste vor, die Liste fein säuberlich brav abzuarbeiten. Letztes Jahr habe ich kaum etwas von der Liste erledigt, vor allem wegen schlechtem Wetter und auch dieses Jahr sieht es eher mau aus. Also hab ich mir gedacht, ich schreibe die Liste hier auf, gebe jetzt im August und während des Sommerlochs nochmal alles und dann werden wir ja in ungefähr einem Monat sehen, was davon noch übrig ist.

  • Jeden Tag Eis essen (Ich futter schon fleissig, es könnte aber noch mehr sein)
  • Mit einer Menge Leute an der Isar grillen, und zwar hier bei uns, wo man auch Lagerfeuer machen darf!
  • An den Starnberger See ins Strandbad
  • Ins Open-Air-Kino (letzte Woche, Sex and the City 2!)
  • nach Finnland fahren und beobachten, wenn die Sonne um 23 Uhr abends untergeht
  • nach Italien fahren und auf einer Piazza richtigen italienischen Cappucino trinken, dann danach an den Strand und stundenlang durch diese kleinen Strandlädchen streifen
  • spontan eine Gartenparty schmeissen und alle Freunde dazu einladen
  • eine Nacht durchmachen und den Sonnenaufgang um 4 oder 5 Uhr in der Früh ansehen (letztes Wochenende einmal die Dämmerung gesehen, zählt das?)
  • in den Tag hinein leben (ich arbeite dran und das zunehmend erfolgreich)
  • Mindestens eine Woche lang morgens nur Unterwäsche und ein leichtes, blumiges Sommerflatterkleidchen überstreifen und fertig ist das Anziehen
  • Mindestens zwei Wochen lang jeden Abend mit Rotwein auf dem Balkon verbringen.
  • vielen Stunden im Park oder am See verbringen und lesen
  • Scheisselkram machen, z.B. in einen Brunnen mitten in der Stadt steigen, weil es viel zu heiss ist

(Es gilt wie immer durchgestrichten ist erledigt.)

Für Bayern ist für die nächsten Tage Dauerregen vorhergesagt. Sie sehen also, die Liste ist sehr optimisch, aber es gab da ja mal dieses Lied vom Sommer und von dem, was in Deinem Kopf passiert…

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15 Kommentare zu „Sommer-To-Do

  1. Ja, ich habe auch eine Sommer-Agenda 2010 mit dem Freund zusammmen und wir haben tatsächlich schon ein paar Sachen abgearbeitet, aber niemals die Hälfte 😉

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  2. Schwimmbadbesuch, Eisessen im Eiscafe, an der Ems mit dem Rad fahren, ins Bauernhofcafe gehen… Das ist alles erledigt.
    Es fehlt z.B. Ausflug an die Nordsee (Greetsiel)…

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  3. Und noch viel besser als „nach Finnland fahren und beobachten, wenn die Sonne um 23 Uhr untergeht“ ist „nach Finnland fahren und so lange aufbleiben, bis die Sonne um vier Uhr wieder aufgeht“. Ehrlich wahr!

    (Leider schon lange nicht mehr gemacht, weil mich ja früh dann keiner ausschlafen lässt.)

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  4. Ich weiss, ich war am Samstag wach, bis die Sonne HIER wieder aufgegangen ist bzw. es hell geworden ist, das war immerhin noch ein bis anderthalb Stündchen länger. 🙂
    Hihi, und es ist auch keine Besserung in Sicht. Ihr habt’s ja nicht anders gewollt. 😉

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  5. Oder nach Finnland fahren und dann um drei Uhr nachts bemerken, dass die Sonne ja schon wieder höher steht als noch nachts um 1. Naja, das geht aber wirklich nur um Juhannus und wirklich weit im Norden — ist mir dieses Jahr aber passiert.

    Jetzt dämmert es hier ja schon um halb 10. Es wird Herbst, du musst dich mit deiner Liste beeilen 😛

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  6. Ich befürchte leider inzwischen, dass ich diesen Punkt als unerledigt stehen lassen muss. Alleine schon die Tatsache, dass ich sowohl nach Finnland als auch nach Italien fahren muss. 😉

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  7. So, das Wort „Scheisselkram“ zwingt mich nun förmlich dazu, mal ein Kommentar zu hinterlassen. Lustiges Wort- wie ICH finde. Ist es eine Eigenkreation?

    Und da ich nun endlich mal kommentiere, kann ich mich ja auch gleich mal ausführlicher äußern. Ich lese deinen Blog schon sehr lange mit. Insbesondere die sprachwissenschaftlich geprägten Texte waren stets sehr interessant. (Ich muss vielleicht anmerken, dass ich am Anfang meines Studiums gerade die Linguistik-Bücher in die Ecke hätte kloppen können- was ich aber aufgrund des hohen Buchpreises nie tat!.Aber nachdem ich diese Pflichtkurse hinter mich brachte, stellte ich fest, dass das alles gar nicht sooo uninteressant war/ ist. )Aber auch deine ganzen anderen Artikel (über Finnland od. deinen Alltag) sprechen mich an- logisch, sonst würde ich ja nicht ständig wiederkommen! Ich verspreche hiermit feierlich, dass ich auch in naher Zukunft mal wieder in die Tasten hauen werde- und nicht ausschließlich still mitlese!
    Schöne Sommergrüße!

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  8. Danke danke danke, liebe Susan! Das ist total nett von Dir. Ich les ja auch so gerne bei Dir mit, Deine Photos aus Finnland, aus dem schönen Jyväskylä sind immer so *haaaach* Wenn ich doch noch einmal die Kurve kriegen sollte und nach Finnland auswandern sollte, bist Du mitschuld! ;))

    Ich hab zur Zeit leider sehr wenig mit Sprachwissenschaft zu tun. Am Anfang war das okay so, ersteinmal etwas Abstand vom Studium, aber inzwischen fang ich schon an, es schrecklich zu vermissen und habe schon seit einiger Zeit ständig meine Einführung in die afrikanischen Sprachen in der Handtasche mit dabei. Ich hab mir auch schon – gerade erst vor kurzem – gedacht, dass es mal wieder etwas Sprachen-Content hier geben sollte. 😉

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  9. Ohh Ansku, dass ist mir jetzt fast unangenehm, aber ich bin leider nicht die Susan, für die du mich hälst! Du meinst die“ suomilokki- Susan“, nicht wahr?
    Nein, ich bin eine andere, aber ich bin trotzdem nett ;o)!Auch wenn ich nicht in Finnland, sondern nur in Berlin lebe. Hätte gedacht, dass du das anhand der Kommentare usw. erkennen kannst.

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  10. Uuups, das ist mir jetzt wiederum peinlich. Es war ziemlich früh am Morgen heute morgen. 😉 Sorry! Aber ich freu mich umso mehr, dass noch mehr Susans hier lesen.

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