Palimpalim

Sie hat das neulich so treffend beschrieben: „Dahinter bewegt sich viel. Leise, aber große Wellen schlagen“ und Stück für Stück verändert sich etwas.

Ich bin wohl zur Zeit das, was man blogfaul oder blogmüde nennt. Außer den Beiträgen für das Photoprojekt zwölf2010, seltenen Reiseberichten und ein paar kurzen Statusmeldungen und „Quickies“ 😉 passiert hier zur Zeit nicht viel verglichen mit dem, was früher mal los war. Dabei gäbe es soviel zu erzählen, aufzuschreiben und zu berichten. Hier tobt das Leben, es passiert so viel, manchmal stockt es auch wieder ein wenig und dann ist es mir wieder zehn Schritte voraus. Es werden Möglichkeiten überlegt, Entscheidungen gefällt und viel Zuversicht gesammelt. Man könnte aber sagen, es geht aufwärts, es gibt Anlass zu hoffen, dass alles irgendwie gut wird, aber noch wage ich nicht recht zu hoffen und auch nichts zu sagen, noch nichts ist sicher. Ich brauche Zeit, ich brauche Geduld, beides habe ich nicht.

Ich würde also sehr gerne sehr viel schreiben, aber ich kann nicht. Nicht das Schreiben ist es, das Schreiben ist mir nach wie vor lieb und teuer. Nein, ich bemerke auch bei mir zum ersten Mal, dass ich mich selbst zensiere, dass ich Posts schreibe, abspeichere, aber nicht veröffentliche, weil ich denke, es könnte die Leute langweilen oder es könnte falsch verstanden werden. Wer möchte denn noch den 1000. Post über meine Arbeit lesen, obwohl es dort ehrlich gesagt zur Zeit sehr lustig ist. Jammern war gestern, darüber bin ich „hinweg“ und jetzt amüsiere ich mich nur noch über diesen ganzen Irrsinn. Aber wenn ich diese ganzen lustigen Dinge erzähle, wird das auch so verstanden werden? Solche Gedanken sind wohl der Anfang vom Ende, deshalb muss ich wohl ersteinmal für mich entscheiden, was ich will.

Ich sehe, das habe ich schon öfters gesagt, diesen Blog als eine Art Kolumne, mal von persönlichen Erfahrungen geprägt, mal ganz allgemein nachdenkend, mal ernster, mal lustiger. Eine Kolumne, eine Schreibwerkstatt. Nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu einem Kolumnisten aber bin ich frei zu schreiben wann und wie ich will.

So lange noch Photos und palimpalim, später wieder mehr.

Machen Sie Sich einen tollen Frühling, Sie da draußen.

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6 Kommentare zu „Palimpalim“

  1. Ach ja, das muß auch mal sein, das Nachsinnieren, das Denken, das Bewegen. Und man muß auch nicht alles aufschreiben, manchmal geht es halt nicht. Aber was ich sagen wollte: ich lese hier wirklich gerne, selbst wenn ich nicht kommentiere. Auch die Jobsachen. So. Das mußte mal gesagt sein. Ein wunderschönes Frühlingswochenende wünsche ich.

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  2. Und doch ist es komisch, dass Blogger, auch wenn sie keine Kolumnisten und damit prinzipiell frei sind in ihrer Entscheidung, ob, wann, was und wieviel sie schreiben, dennoch immer den Zwang haben, sich rechtfertigen zu müssen, wenn sie mal ne Zeitlang nicht oder nur wenig schreiben…

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  3. Das stimmt, Du hast völlig recht. Das ist mir auch schon so oft aufgefallen, besonders wenn solche Rechtfertigungen alle paar Wochen kommen. 😉

    Ich wollte sowas nie in meinem Blog und mit diesem Post rechtfertige ich mich auch nicht, sondern ich wollte schlicht und einfach nur dieses Ich-möchte-gerne-schreiben-aber-es-geht-nicht beschreiben.

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  4. Ich versuche, den Blog als das zu sehen, was er ja eigentlich ist: ein Tagebuch. Und mich somit frei zu machen von dem Druck, dass die Leser etwas bestimmtes erwarten – wie oft man schreibt, worüber man schreibt. Ich schreibe, weil ich nicht anders kann. Und wenn ich nicht schreibe, dann ist mir eben nicht danach. (Und ja, ich weiss, dass es Leute gibt, die sich dann Sorgen machen.)

    Ich habe jetzt auch für meine Verhältnisse relativ lange nicht geschrieben, und dann habe ich ausgerechnet mit dem ellenlangen Artikel über den Yki-testi angefangen. Dass der viele langweilen würde, war mir klar, aber es war mir ein Bedürfnis, es für MICH aufzuschreiben. (Und ich wusste, dass es mindestens eine Person geben würde, die es interessiert. 😉 )

    ICH lese auch den 1000. Artikel über deine Arbeit. Oder warte zwei Wochen oder zwei Monate auf den nächsten Artikel. 🙂

    (Den Frühling geniessen, das tu ich. Und wie!!!)

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  5. Das klingt sehr nachvollziehbar, aber ich persönlich mag die Bezeichnung Tagebuch nicht, weil ein Tagebuch für mich erstens nicht ins Internet gehört, weil zu privat und zweitens, weil mir das selber auf Dauer selber zum Schreiben zu langweilig wäre, weil halt hier doch häufig dasselbe passiert und ich nicht zum 100.sten Mal schreiben möchte „War heute im Biergarten. War schön. Die Sonne scheint.“

    Vermutlich läuft es letztendlich doch irgendwie auf Tagebuch hinaus, was ich hier schreibe und produziere, das will ich gar nicht leugnen, aber ich versuche eigentlicht eher, von diesem Gedanken wegzukommen.

    Das muss aber wiederum für mich nicht zwangsläufig heissen, dass ich mich irgendeinem Druck beuge, was und wann ich wo schreibe. Das es zur Zeit doch manchmal passiert. dass ich Artikel, die ich gerne für MICH aufschreiben würde, dann doch wieder lösche, liegt glaube ich eher an mir und an einigen Dingen, die hier gerade so passieren. Aber kommt Zeit, kommt Rat.

    Dankeschön für die lieben Worte!

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