Mein Haus

Ich baue mir ein kleines Haus, in meinen Gedanken. Ich versuche in das Fundament meines Hauses eine riesengroße Menge Gelassenheit einzubauen und eine Tonne Akzeptanz. Akzeptanz, dass das, was ich mir am allermeisten wünsche, vielleicht doch nie passieren wird. Es kann passieren, so genau weiss man das ja nie so, aber es ist jetzt schon soviele Jahre nicht passiert, dass es irgendwann besser ist, mit dem Jammern aufzuhören. Ich versuche gelassen, zufrieden und glücklich zu werden und zu sein, so wie ich bin und so wie es ist. Weil ich der Überzeugung bin, dass es die beste Art ist, damit zu leben, sowohl für meine Umwelt als auch für mich. Nicht mehr ständig jammern, sondern akzeptieren und das beste daraus zu machen. Nicht mehr ständig traurig sein, sondern rausgehen und meine Freiheit geniessen. Akzeptieren, dass es so ist und akzeptieren, dass sich alles irgendwie so fügen wird, wie es vorgesehen ist. Deshalb baue ich mir mein Häuschen, aber nicht um mich darin zu verstecken oder zu verschanzen, sondern als Basis und als Fundament für alles, was da auf mich zukommt. Ein Haus, das Platz für die Traurigkeit und Einsamkeit, aber auch für Freude und Freunde bietet.

Manchmal habe ich das Häuschen fast fertig und es ist eigentlich alles ganz wunderbar so wie es ist. Ich denke dann, jetzt habe ich es geschafft. Jetzt kann ich loslassen und jetzt kann ich damit – doch relativ gut – leben, dass es so ist wie es ist. Aber in just diesem Moment passiert jedes Mal irgendetwas, manchmal weiß ich selber nicht, was das war, und das Gedankenhäuschen stürzt wieder in sich zusammen und hinterlässt nichts ausser einem riesengroßen Haufen Scherben.

Die Phasen, in denen der Bau gut und fröhlich vorangeht, werden zusehends länger, aber dennoch frage ich mich immer wieder, wird das Haus jemals fertig werden?

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