Symptom und Ursache

Heute in der F.A.S einen Artikel über Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen und dieses geplante Verbot, Alkohol nachts an Tankstellen zu verkaufen gelesen und ziemlich entsetzt gewesen. Wenn schon die Jugendlichen selbst sagen, dass dieses Gesetz nichts bringt, weil man dann einfach nur vorher im Supermarkt entsprechend mehr (und nebenbei sogar billiger als an der Tanke) einkauft, dann sollte  unsere Gesellschaft und allen voran unsere Politiker sich vielleicht endlich mal überlegen, ob es nicht an der Zeit wäre, endlich einmal die Ursachen statt der Symptome zu bekämpfen.

Wer Rauschmittel will, der bekommt sie immer. Irgendwie und trotz aller Verbote.

(In Finnland gibt es ja ein Alkoholverkaufs-Verbot nach 18 Uhr, aber sehr viel nützt das scheinbar auch nicht. Habe selten in einer Innenstadt soviele Betrunkene gesehen wie Freitagabends in Helsinki.)

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4 Kommentare zu „Symptom und Ursache“

  1. den artikel hab ich auch gelesen. sonderlich geschockt hat er mich allerdings nicht. nicht mal gewundert. ich hätte genau das gleiche gesagt (auch wenn ich alkohol schon lange nicht mehr gesehen hab)
    ursachen statt symptome beseitigen? sinnvolle idee, aber was sind denn die ursachen?
    persönlich glaube ich nicht, dass das sache der politiker ist. viel eher glaube ich, dass das sache der eltern ist. die politiker haben genau das getan, was sie können – die rahmenbedingungen geändert. das ist das mittel mit dem sie arbeiten und letztlich auch nur arbeiten können. gesetzgebende gewalt eben. und sie können schlecht ein gesetz erlassen mit nem wortlaut wie „eltern, bringt euren kindern bei, dass alkohol keine lösung ist“.
    oder hättest du andre vorschläge?

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  2. Naja, ich dachte da z.B. an mehr Geld für Familienhilfe, mehr Geld für Freizeitangebot für Jugendliche. Mehr Angebote für sozial schwache Familien.
    Grundsätzlich hast Du schon recht, das ist eine Sache der Eltern, aber ich denke, das auch ganz allgemein ein Umdenken in der Gesellschaft nötig wäre und eine Mentalität, wo man mehr hinsieht und zuhört und die Jugendlichen mit ihren Konflikten nicht so alleine lässt. Und da kann eben wieder die Politik eingreifen, in dem sie die Rahmenbedingungen für so ein Umdenken schafft und z.B. mehr Geld für Betreuungs- und Freizeitangebote bereitsstellt. (Ob das allerdings momentan so realisierbar ist und ob das in unserer wunderbaren Regierung nicht nur zum nächsten großen peinlichen Streit führen würde ^^, ist wiederum die andere Frage, aber wünschenswert wäre es halt.)

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  3. Aber wollen wir wirklich für alles, was wir so im Leben anstellen, die Verantwortung an die Politik abgeben? Ich weiß ja nicht…

    Ich habe mich mit diesem Verkaufsverbot (übrigens nicht nur an Tankstellen und an Jugendliche, sondern ganz generell ab einer bestimmten Uhrzeit) nicht weiter beschäftigt, hatte aber, als ich davon erstmal in den Nachrichten hörte, den Gedanken, das dann wenigstens diese ganzen spontanen Besäufnisse nach dem Motto, ach, was machen wir denn heute abend mal, nix besonderes vor, gehen wir halt mal zur Tanke und holen uns was zum Saufen, das die damit wenigstens so nicht mehr stattfinden können. Klar finden die Kiddies andere Wege, aber es wird erschwert.

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  4. Also wir haben während des Studiums oft zu später Stunde fetsgestellt, daß nicht genug Alk da ist. Also ist jemand los an die Tanke oder zur Automaten-Emma. Man plant das nicht immer. Aber ich denke, es ist nur ein kleiner Prozentsatz derer, die es wirklich trifft. Tanke ist für die meisten Kids eh viel zu teuer.

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