Vorstellungsrunde

Jeder kennt das wohl. Am Anfang eines Sprachkurses werden ersteinmal Floskeln geübt. Hallo, Guten Tag, Wie geht es Dir? Woher kommst Du? usw. Ermüdend, aber nötig.

Unser Türkischlehrer hat da eine sehr tolle Methode. Momentan kommt jede Woche nur eine Frage in diesem Vorstellungsdialog dazu, der wird aber dafür fast immer mit einer Grammatikeinheit verbunden, also nach den ganzen Begrüßungsfloskeln das Hilfsverb „sein“ verbunden mit der Frage nach dem Befinden, die Verneinung bei der Nationalität („Nein, ich bin kein Türke.“) usw. Das ist eigentlich sehr wirkungsvoll und praxisorientiert, hat aber auch den Effekt, dass wir seit Oktober in jeder Stunde wieder diesen Dialog üben dürfen. Und zwar den ganzen, von Anfang an, jeder aus der Gruppe: „Guten Abend…. Wie geht es Dir?… Wie heißt Du? … Was ist Dein Beruf?… Woher kommst Du?“ usw. Bis alle aus der Gruppe das durch haben, ist meist fast eine halbe Stunde vorbei.

Typisch Sprachkurs, typisch Anfängerkurs halt, nur ich würde mich so gerne mal über aktuelle politische Tagesthemen etwas anderes, etwas ganz normales unterhalten, z.B. übers Wetter oder meinetwegen auch über die letzte Urlaubsreise! Sagen Sie nichts, ich weiß, ich werde mich wohl in Geduld üben müssen, immerhin habe ich mich dafür entschieden, indem ich mich für einen VHS-Sprachkurs entschieden habe. Und eigentlich sind wir laut Aussage des Lehrers ein ziemlich guter Kurs, es geht fleißig vorwärts und eigentlich ist der Kurs, also der Lehrer und meine Mitschüler auch supernett, aber… *gnagnagnanga*

(Nennen Sie mich Madame Ungeduld… *seufz*)

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6 Kommentare zu „Vorstellungsrunde

  1. So ging’s mir in meinem Rumänisch-VHS-Kurs. Allerdings lag das nicht an der Lehrerin, sondern an den anderen Teilnehmern, denen jede Woche von neuem erklärt werden musste, was z.B. ein Verb ist. Nach der Hälfte des Kurses hab ich dann hingeschmissen, weil wir immer noch bei den Anfängerfloskeln waren. Hebräisch habe ich für mich selbst angefangen und komme damit wesentlich besser voran als in einem Kurs, in dem alles 100 Mal erklärt werden muss (auch wenn die Sprache wahnsinnig schwer ist und ich sie wohl nie können werde).

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  2. Mein Eindruck bei VHS-Sprachkursen war, dass die meisten Leute zwischen den Stunden rein gar nichts tun. Deshalb kann es nicht wirklich inhaltlich weitergehen. Paradox ist dann, daß diejenigen, die eigentlich lernen wollen, dann aus Unterforderung und Frust aussteigen und der Kurs für diejenigen, die aus anderen Gründen kommen, abgehalten wird.

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  3. Marlies: Ich bewundere Dich für die Disziplin, die Du hast, selber Hebräisch zu lernen. Bei aller Liebe und Passion für Sprachen, diese Disziplin habe ich noch nie aufgebracht, das länger als einen Monat durchzuziehen. Ich könnt mich jedes Mal wieder ins Knie beissen…

    Noga: Sowas ist natürlich extremst blöd. Aber von dieser Seite her kann ich mich wirklich nicht beschweren. So weit ist es gottseidank bei uns noch nicht. Es gibt natürlich auch bei uns solche Leute, die schneller lernen und solche, die sich schwer tun und eine etwas ältere Frau, die sich SEHR schwer tut. Aber unser Lehrer ist gottseidank sehr „streng“ und fordert auch einiges. Ich glaube, deshalb traut sich keiner, zwischen den Stunden so rein nichts zu tun.
    Wir sind also wie gesagt, wohl einer der besseren und auch lernwilligen Kurse, das ist alles nur meine eigene Ungeduld. 😉

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  4. Naja, momentan hab ich aufgrund der Arbeitslosigkeit viel zu viel Zeit und so ist das eine willkommene Abwechslung, bevor mir die Decke auf den Kopf fällt (und im Lebenslauf sieht’s gut aus 🙂 ). Wer weiß, wie das wird, wenn ich mal einen neuen Job habe, vor allem da ich ja nebenbei noch viel Zeit in der Tanzschule verbringe.

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