Wochenbilanz

* fühlt sich immer noch ganz schön fremd und komisch an, diese Manager- und Finanzwelt. Wirklich nicht meins, aber das hab ich ja auch schon vorher gewusst.

* Nach drei Tagen Einarbeitung durch meinen Vorgänger heute erster Tag ganz alleine, nur der Chef und ich (und ein Praktikant, aber mit dem hab ich nichts zu tun).  Ich hab’s überlebt, aber fragen Sie nicht wie… Schon doof, wenn die Firma so klein ist, dass man nicht mal schnell einem Kollegen von hinterm Schreibtisch zuzischen kann „EY! Weissu wo die Akte SoUndSo steht. Ich brauch mal schnell…“

* Das beste an dem Job sind die Arbeitszeiten. Ich arbeite ja momentan nur 19 Stunden. Montags sind es immer sechs und die auch noch richtig richtig fies gleich in der Früh um acht (+50 min. Fahrt zur Arbeit davor), ab Dienstag wird es dafür aber beständig besser:

Mo 8-14 Uhr

Di 9-14 Uhr

Mi. frei

Do 9-13 Uhr

Fr 9-13 Uhr

Wenn man also den Montag überlebt hat, kann es danach immerhin nicht mehr schlimmer kommen und der Donnerstag und Freitag gehen dann so mit links. Vielleicht wäre dieses Modell auch etwas für Frau Puppe??? 😉

* Ich bin jetzt offiziell Frau Ansku, Recruiting und Office-Managerin,  hinter diesem schöcken neudeutschenenglischen Begriff verbirgt sich aber wie üblich nur eine stinknormale Sekretärin. Ich bin also Reisebüro, Telefonzentrale, Personalabteilung, Buchhaltung und noch vieles mehr und zwischendurch buche ich für den Chef Mietwagen oder bestelle bei Amazon ein Griechisch-Wörterbuch für den Sohnemann zum Geburtstag nächste Woche. Sowas können sie anscheinend nie, die Chefs, eine einfache Bestellung bei Amazon aufgeben, tsts…

* Überhaupt, dieses ganze Business-Denglisch und besonders dieses Bankerdenglisch („must buys nur unter  safety Bedingungen!“) ist ganz ganz furchtbar, das ist keine Sprache sondern eine Krankheit. Mein empfindliches Sprachwissenschaftlerherz erleidet einen Herzinfarkt erschaudert bei jedem dieser Vernichtungsschläge gegen die schöne deutsche Sprache.

* Ich bin der Meinung, es gibt auch Dinge, die man mal gemacht haben muss – um zu wissen, dass man sie später nie wieder machen möchte. Das hab ich besonders an der Tatsache gemerkt, dass ich diese Woche zweimal völlig erschöpft von der Arbeit, von den vielen Zahlen, Tabelle und Zahlungsläufen, abends meine Finnischschülerin unterrichtet habe und das hat soviel Spaß gemacht, dass ich nach der einen Stunde komplett tiefenentspannt und wieder munter war. Fazit: Für den Moment ist es ersteinmal gut so wie es ist, aber mein Traumjob wartet noch irgendwo da draußen auf mich. Ich suche weiter (und könnte mal ein paar gedrückte Daumen für eine ganz bestimmte Bewerbung gebrauchen).

* Als ich die ganzen Monate hier zu Hause war, war mir jeden Freitag ganz komisch zu mute, wenn sich alle anderen Menschen aufs Wochenende freuen und ich hatte eigentlich irgendwie fast die ganze Woche Wochenende und fühlte mich manchmal fast sogar so, als hätte ich gar kein Wochenende „verdient“. Und irgendwie – bitte verstehen Sie das nicht falsch – bei allem, was ich wirklich arbeiten WOLLTE, habe ich mich immer schon auf meinen ersten „richtig verdienten, erarbeiteten“ Feierabend, den ersten „richtig verdienten“ Urlaub usw. gefreut, nur auf dieses Gefühl, wenn man sich wirklich zurücklehnen kann und weiss, dass man etwas geleistet hat und sich jetzt dafür entspannen darf. Jetzt ist dieses „erste richtige Wochenende“ da und nach einer Woche voller Zahlen jonglieren und kumulativer Prozentrechnung, wehen Füßen vom vielen Laufen in Stiefeln und ähnlichem Mist 😉 , bin ich der Meinung ich hab es mir definitiv verdient und freu mich einfach nur riesig!

Ein schönes Wochenende Euch allen!

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13 Kommentare zu „Wochenbilanz“

  1. Das Modell ist schon nicht schlecht, allerdings sind mir 19h dann doch etwas zu wenig. 😉 Diese Woche lebte ich nach dem Modell „Donnerstag und Freitag frei“. Das ist auch ganz gut.

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  2. Ja, klar. Ich meinte ja auch nur das Modell. Für mich sind 19 Stunden gerade ideal, weil ich daneben noch etwas anderes tun kann u.a. nach besseren Jobs schauen. Aber auf Dauer sind 19 Stunden natürlich keine Lösung. Aber wenn an 40 Stunden arbeitet, dann vielleicht Montags 10, Dienstag 9, Mittwochs 8, Donnerstags 7 und Freitags die fehlenden 6?? 😉

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  3. Darf ich bitte bitte deine Arbeitszeiten adoptieren?

    Meine sehen nämlich so aus:
    Di: frei
    Mo und Mi bis Fr: 14:00 bis 22:00
    und dann Sa und So: 06:00 bis 18:00

    Die nächste Woche gibts dann 14:00 bis 22:00 jeden Tag, dafür aber am Wochenende frei. Immerhin!

    Daumen drück ich trotzdem, kann gut verstehen wie das in einem Job ist, in dem man sich nicht ganzzu Hause, unter- oder überfordert fühlt.

    Liebe Grüße und viel Erfolg beim Bewerben, Lies von Lott.

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  4. Daumen sind ganz fest gedrückt.
    Freut mich, dass mit dem Job soweit alles passt, abgesehen davon, dass es einfach nicht so deins ist. Ich kann Dich da sehr gut verstehen, bei mir ist es ganz ähnlich. Sieh es einfach als Chance was zu lernen, und sei es einfach nur, mit einer neuen Situation umzugehen, sich in einer neuen Firma einzuleben, sich mit einem Chef/Kollegen auseinanderzusetzen/arrangieren etc., dann hast Du bei Deinem nächsten Job schonmal was voraus.
    Wünsche Dir viel Glück für die nächste Woche und natürlich auf der Suche nach dem für Dich richtigen und passenden Job. Wir sind noch jung, das wird schon. Ich denke, die wenigsten finden sofort „DEN“ Job.
    Schönen Sonntag Dir noch.

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  5. Miri und Tunisianna, DANKE! Klar, den perfekten Job findet man meistens nicht auf Anhieb, ich hoffe halt wirklich sehr, dass das nur eine Übergangslösung ist.

    Lies von Lott, die 19 Stunden sind ein Werkstudentenjob. Das passt mir gerade sehr gut, so kann ich nebenher noch andere Dinge machen und mich bewerben, eben gerade weil ich so etwas nicht bis in alle Ewigkeit machen möchte. Auf Dauer aber kann natürlich kein Mensch von 19 Stunden leben, dann ist es wohl auch bei mir aus mit Do und Fr von 9 bis 13 Uhr arbeiten. 😉

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  6. Ich genieße gerade meinen ersten richtig verdienten Urlaub und auch das ist ein tolles Gefühl. Da kann sich Frau Ansku noch auf etwas freuen. Ich habe auch eine Menge schlechter Jobs hinter mir, aber dies ist jetzt endlich der Job, den ich immer machen wollte. Da genießt man das Wochenende gleich umso mehr 😉
    LG,
    Christiane

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  7. Ich mache ein Volontariat im Buchhandel. Seit einem Jahr will ich dahin und wegen Wirtschaftskrise „wir legen unser Ausbildungsprogramm erstmal auf Eis“ hat es nicht geklappt, als es hätte klappen sollen. Aber jetzt arbeite ich endlich in dem Bereich in den ich wollte, in der Firma in die ich wollte 🙂 Soviel Glück auf einmal macht einem schon fast etwas Angst…

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