Hermann Hesse

Ein paar Zitate hieraus über Jugend, Erwachsenenalter, Alter, über Lebensstufen:

„… Das Leben jedes Menschen ist ein Weg zu sich selber hin, der Versuch eines Weges, die Andeutung eines Pfades. Kein Mensch ist jemals ganz und gar er selbst gewesen, jeder strebt dennoch, es zu werden, einer daumpf, einer lichter, jeder wie er kann. Jeder trägt Rest von seiner Geburt, Schleim und Eierschlaen einer Urwelt, bis zum Ende mit sich hin. Mancher wird niemals Mensch, bleibt Frosch, bleibt Eidechse, bleibt Ameise. Mancher ist oben Mensch und unten Fisch. Aber jeder ist ein Wurf der Natur nach dem Menschen hin.  Uns allen sind die Herkünfte gemeinsam, die Mütter, wir alle kommen aus demselben Schlunde; aber jeder strebt, ein Versuch und Wurf aus den Tiefen, seinem eigenen Ziele zu. Wir können einander verstehen, aber deuten kann jeder nur sich selbst…“

„… Es gibt nichts Wunderbareres und Unbegreiflicheres und nichts, was uns fremder wird und gründlicher verlorengeht als die Seele eines spielenden Kindes…“

„… zu den unvergeßlichen Augenblicken des Lebens gehören jene seltenen, in welchen der Mensch in sich selber wie von außen sieht und plötzlich Züge an sich erkennt, welche gestern noch nicht da oder ihm doch unbekannt waren:mit einem Zusammenzucken und leisen Ersschrecken nehmen wir wahr, daß wir nicht das immer gleiche, festgeprägt und ewige Wesen sind, als das der Mensch sich meistens fühlt, wir erwachen aus diesem süß liegendem Traum für einen Augenblick, sehen uns verändert, gewachsen oder geschwunden, entwickelt oder verkümmert, sehen und wissen uns für einen Augenblick, sei es entsetzt oder beseligt, mit in dem unendlichen Strom der Entwicklung, der Veränderungen, der rastlos zehrenden Vergänglichekeit schwimemen, von welchen wir zwar wohl wissen, von welchen wir aber gewöhnlich uns selber und etwa einige unsrer Ideale ausnehmen.  Denn wären wir wach, dehnten jene Sekunden oder Stunden des ERwachens sich zu Monaten und Jahren, so vermöchten wir nicht zu leben, wir ertrügen es auf keine Weise, und vermutlich ekennen die meisten Menschen auch jene kurzen Blicken, jene Sekunden des Wachwerdens ncht, sondern wohnen zeitlebens im Turm ihres scheinbar unveränderlichen Ich wie Noah in der Arche, …“

„… Immer kamen diese Anstöße von der „anderen Welt“, immer brachten sie Angst, Zwang und böses Gewissen mit sich, immer waren sie revolutionär und gefährdeten den Frienden, in dem ich gern wohnen geblieben wäre…“

„… Der Erwachsene, der gelernt hat, einen Teil seiner Gefühle in Gedanken zu verwandeln, vermißt diese Gedanken beim Kinde und meint nun, auch die Erlebnisse seien nicht da…“

„…. Echte Bildung ist nicht Bildung zu irgendeinem Zwecke, sondern sie hat, wie jedes Streben nach dem Vollkommenen, ihren Sinn in sich selbst. So wie das Streben nach körperlicher Kraft, Gewandtheit und Schönheit nicht irgendeinen Endzweck hat, etwa den, uns reich, berühmt und mächtig zu machen, sondern seinen Lohn in sich selbst trägt, indem es unser Lebensgefühl und unser Selbstvertrauen steigert, in dem uns froher und glücklicher macht unsd uns ein höheres Gefühl von Sicherheit und Gesundheit gibt, ebenso ist auch das Streben nach „Bildung“, (…) nicht ein mühsamer Weg zu irgendwelchen begrenzten Zielen, sondern ein beglückendes und stärkendes Erweiternd des Bewusstseins, eine Bereicherung unserer Lebens- und Glücksmöglichkeiten…“

„… Kurz, es kommt, wenn ein Mensch das Bedürnis hat, sein Leben zu rechtfertigen, nciht auf eine objektive, allgemeine Höhe der Leistung an, sondern eben darauf, dass er sein Wesen, das ihm Mitgegebene, so völlig und rein wie möglich in seinem Leben und Tun zur Darstellung bringe…“

Danke Hermann Hesse, der es so auf den Punkt bringt. Ich bin begeistert, wie dieser Mann vor etlichen 100 Jahren genau dieselben Gedanken über Jugend und Erwachsene haben konnte wie ich. Wie er genau die Punkte des Lebens, mit denen ich mich gerade herumschlage, erkennen konnte und so wunderbare, tröstende Gedanken dazu formulieren konnte. Wie er so kristallklar und so einleuchtend über die grundliegenden Sehnsüchte des Menschen schreiben kann.

Danke Frau Phistame, für dieses wunderbare Geschenk. 🙂

(Allerdings, das war jetzt für mich Literaturlaien doch etwas „schwööre Kost“ wie der Herr Klitschko es ausdrücken würde, deshalb freu ich mich jetzt hierauf.)

2 Kommentare zu „Hermann Hesse“

  1. Als geborener Hesse (haha) kann ich dir da natürlich nur zu stimmen. Hesse war defintitv einer der Highlights, damals im Deutsch-Kurs. Unbedingt auch mal den Steppenwolf lesen.

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