Motorradbraut

Diese Woche sass Frau Ansku zum ersten Mal in ihrem Leben auf einem Motorrad. Ich verspürte schon die Woche davor, als die liebste Freundin ankündigte, demnächst mit ihrem Maschinchen mal hier die Aufwartung zu machenk, neben einer gewissen Vorfreude auch eine weitaus größere Nervösität und hätte am liebsten gar nicht die Tür aufgemacht, als die liebste Freundin mit Bike und einer kompletten Ausrüstung auf dem Gepäcktäger hier ankam. Aber weglaufen war nüscht. Also mich in eine Motorradhose, eine Jacke, Stiefel und Helm gezwängt und los ging’s.

Ein Erfahrungsbericht über Grünschnäbel auf dem Motorrad:

Am meisten Angst hatte ich vor den Kurven und die erste Mutprobe kam dann auch gleich, als wir aus unserer Straße hinausfuhren. Aber ich werde positiv überrascht, das ist ja gar nicht so schlimm. Ich wiederstand erfolgreich dem Drang, mich in die andere Richtung zu lehnen und folgte brav den Instruktionen meiner Fahrerin, „einfach nur gerade sitzenbleiben“. Gerade also, oder so ähnlich. Heimvorteil war, dass ich mich in der Gegend hier auskenne und wusste, wann die bösen Kurven kommen. Beim ersten Beschleunigen atme ich einmal ganz tief ein, mir kamen die 50 km/h wie mindestens 80 km/ h, aber ich falle zu meinem noch größeren Erstaunen immer noch nicht herunter. Ich sitze eigentlich sogar relativ bequem und sicher, habe sichere Griffe zum Festhalten, nur meine langen Haxen Füße sind etwas ungünstig auf diesen Abstellbolzen platziert und tun nach einiger Zeit so zusammengeknautscht weh. Und doch: Ich bin hökscht! erstaunt, wie locker, einfach und bequem und überhaupt nicht halsbrecherisch das alles geht. Mir kommt sogar der Gedanke auf, dass ich tatsächlich wieder heil zu Hause ankommen könnte. Nur manchmal beim Bremsen bin ich nicht ganz so schnell, die Fliehkraft (oder was auch immer das ist – ich hatte in Physik nur 4er und 5er) ist stärker als ich und ich rattere ein- oder zweimal leicht mit meinem Helm an den Helm meiner Fahrerin (vermutlich lag“s an den Physik 4ern und 5ern 8) ), aber dafür sind die Dinger ja da, so wie ich das verstanden habe. 😉

Wir fahren aus der Ortschaft raus und erleben einen wunderbaren sonnigen Sommerabend und einen hörrlischsten Sonnenuntergang auf den Feldern vor München. Als meine Fahrerin dann nochmal von 50 auf 80 km/h beschleunigt, entfährt mir wiederum ein Laut, diesmal aber ein wohliger Seufzer. Ich bin trotz Vorwarnung ein wenig erstaunt über die Heftigkeit des Fahrtwindes, der mich bereits volle Breitseite trifft, sobald ich nur einmal den behelmten Kopf zur Seite neige, um etwas am Straßenrand erkennen zu können, aber ich ziehe den Kopf schnell zurück und erfreue mich weiter der lustigen Fahrt. Die Frau Fahrerin dreht sich an der nächsten Ampel zu mir um und fragt mich ob alles okay ist und da reicht es bereits nur noch für ein glöcklisches, entrücktes Grinsen und einen hochgereckten Daumen. Und so ziehen wir weiter unsere Runden durch den Münchner Norden und das Vorland, insgesamt eine dreiviertel Stunde und obwohl meine Füße inzwischen ziemlich weh tun, bin ich fast ein bisschen enttäuscht, als wir wieder zuhause ankommen.

Hach hach hach, so schön war’s! Selber fahren möcht ich glaub ich auch in Zukunft lieber nicht, höchstens einen kleinen Roller. Ich finde es etwas befremdlich, dass durch den Helm das Gesichtsfeld so eingeschränkt ist, da würde ich nicht selber fahren wollen, zumal man ja noch auf den Verkehr achten muss. Aber mitfahren möchte ich sehr gerne mal wieder. 🙂 Danke, vielen Dank!

(Unnötig war dabei dann nur, dass als die liebste Freundin selber nach Hause fahren wollte, urplötzlich die Batterie des Motorradls leer war und sie am nächsten Tag nochmal mitsamt Vater und Ersatzbatterie quer durch die ganze Stadt hier anrücken musste, um das Maschinchen wieder zum Laufen zu bringen. Die ganze Fahrt davor war alles absolut problemlos gelaufen, keinerlei Anzeichen einer leeren Batterie.)

Biker Baby, Yeah! 8)

(Sie merken schon, Frau Ansku hatte eine bewegte Woche: Bloggertreffen, Bikerausflug, Schulsommerfest, dazu noch das eine oder andere nette Telefonat 😉 , alles sehr phantastisch. 🙂 Das Wochenende kann kommen! )

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2 Kommentare zu „Motorradbraut

  1. Mutig, mutig, Frau Ansku!

    Ich habe das ja genau einmal ausprobiert als Beifahrerin, vor etwa 10 Jahren, und war eigentlich ganz froh, als ich wieder abgestiegen war. Ich alter Schisser. Naja, muss ja nicht jeder Motorradfahren.

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