Mittel gegen Kevinismus gefunden

Heute in der Uni gelernt, dass in Zimbabwe nicht die Kinder nach ihren Eltern, sondern die Eltern nach ihren Kindern benannt werden. Wenn jemand zum ersten Mal Vater wird, fällt der eigentliche Geburtsname sofort und für alle Zeiten weg und der Vater heißt fortan nur noch – sagen wir mal, das Kind hiesse Hannah – „BabaHanna“ Vater von Hannah. Bei der Mutter dann das entsprechende, bei der Geburt des zweiten Kindes. Oder geht das nach Sohn und Tochter, also dass der Vater nach der erstgeborenen Tochter, die Mutter nach dem erstgeborenen Sohn benannt wird? Ich weiss es gerade nicht mehr, aber jedenfalls so ähnlich geht das.

Diese Methode finde ich gar nicht so schlecht und durchaus bedenkenswert. Würde man das hier in Deutschland einführen, würde es wohl ziemlich viele Kevins, Schakelines und Marten-Levins vor einem grausamen Los retten, da sich die Eltern grundsätzlich ersteinmal überlegen müssten, ob sie SELBER denn wirklich so genannt werden möchten. Und der gesamte Kevinismus wäre vermutlich bereits nächstes Jahr ausgerottet. 8)

(Alternativ dazu wäre es aber auch möglich, die Tradition der Ewe in Westafrika einzuführen, bei denen der Vorname, NUR der Vorname den Namen des Kindes, den Namen der Eltern den Wochentag der Geburt, die Umstände der Geburt, ob das Kind ein Zwilling ist, ob es das erst-, zwei-, drittgeborene Kind ist, ja sogar ob es ein gewolltes oder ungewolltes Kind ist, sprich eigentlich gleich die komplette Lebensgeschichte enthalten kann.

Dann jedoch, fürchte ich, können wir uns jedoch die gesamte Diskussion um Datenschutzgesetze gleich sparen, es weiss eh die ganze Welt, ob Sie ein gewolltes oder ungewolltes Kind ihrer Eltern waren. 🙂 )

8 Kommentare zu „Mittel gegen Kevinismus gefunden“

  1. Immerhin muss man nicht angeben, wo das Kind entstanden ist, denn das könnte eine neue, eigene Form von Kevinismus hervor bringen (hey KloTom! Na, SaunaFred? Hey Monaco Franze…öhm, der war schwach, geb ich zu 🙂

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  2. Das Schlimme ist doch, daß die Eltern den Namen Kevin ja meist mögen, daher würde es denen nichts ausmachen. Und wie sieht das aus, wenn mehr als zwei Kinder da sind? Ich meine, das ist ja unfair, wenn die anderen unter den Tisch fallen. Wenn das der Fall ist, wäre dem Kevinismus auch kein Riegel vorgeschoben, denn dann würde das Erst/Zweitkind einen schönen Namen bekommen und das Drittkind dann Kevin heißen.

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  3. In Island ist das zwar nicht in dem Sinne ähnlich, aber dort bildet sich der Nachname des Kindes aus dem Vornamen der Eltern (früher nur der des Vaters, mittlerweile auch der der Mutter) plus einem Anhang.

    Der Anhang ist bei Jungen -son (für Sohn) und bei Mädchen -dottir (für Tochter).

    Also zum Beispiel heißt der Vater Holger Gustavson, die Tochter Elisabeth Holgerdottir und deren Bruder vielleicht Frederik Holgerson.

    Auch sehr spannend, wie ich finde.

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  4. Ist es nicht in Teilen des High Class Lebens in Hollywood so, den Sprößling nach dem Zeugungsort zu benennen? Brooklyn, Paris, … ich sollte mehr Bunte lesen…

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  5. Also gleich vorab. Ich mag den Namen Kevin. Hätte sich der letzte mir liebe Träger nicht ausgerechnet umgebracht, dann wäre der für mich durchaus in Frage gekommen. Und ich zähl mich jetzt mal arroganterweise nicht zu der Gruppe der klassischen Schakeline- und Kevinmütter. 😉 Ja, mir gefällt der echt. Und ich glaube, dass der Name auch nicht annähernd so hässlich ist, wie viele schimpfen, sondern dass das, was wir damit verbinden, das Problem ist.

    Im Übrigen wird das hier aber auch praktiziert. Also nicht ganz so offiziell wie in Zimbabwe, aber doch aureichend. Kinder rufen mich nicht mit Vornamen, auch nicht Tante oder sonstwas, für Kinder bin und bleibe ich wohl einfach ‚leasMama. 😉

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  6. sehr interessant!
    mir als alte beamtin kam natürlich sofort in den sinn „was machen die denn mit ihren pässen?“ – meinem mann dagegen fiel sofort ein „wie ulkig, wenn man sich mal ein paar jahre nicht gesehen hat und dann den namen nicht weiss“ .)

    wird es nicht in einigen östlichen ländern auch so gemacht? die endung -(k)ova bedeutet doch auch „tochter von …“ oder wie war das?!

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  7. Standesbeamten können doch Namen verweigern, wenn das Kindeswohl gefährdetr ist, oder? Warum nicht auch bei Schaklin und Konsorten? 😉 Naja, jedem, wie es gefällt.

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